Monumenta Livoniae antiquae : Sammlung von Chroniken, Berichten, Urkunden und andern schriftlichen Denkmalen und Aufsätzen, welche zur Erläuterung der Geschichte Liv-, Ehst- und Kurland's dienen. Bd. 2

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lłION-łTlłIEWTA 
LIVONIAE 1ł.lWTIQłJAĘ. 




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Sammłułlg 


von 


()hronillelł
 Bericlltelł
 IJrllllnden 


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.., :J ftnderen 8cbriłUichen Denknłalen Ulłd AuCsiitzen. 
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IIt'IAIII. lI.f. łf 


welche zur Erliiuterung 


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der 


Qe8chi
hte Li'v.
 Eh8t. t'lll""t,/rlands 


dienen. 


Zweiter Band, 


mit swei Lithogral'hieen. 


Riga uud Leipzig. 
Verlas ,"on Eduard Frantzen'8 BuchhandlulISo 
. 1839.
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Dcr Dl'uck iat untcr der Bedingung gClltattet, dafll die gCBctzlicbc Anzahl ł;xernłłlarc (1er CenBur- 
Comitiit abgeliefert wcrdc. 
IJ Ił r p:a t. am 1. I\liirz 1830. 


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"kc'Iułfłłi66rcicl.en 'I".d uncrm'iidcfcłlli'ordcrer 


der 


u\terliil1discbcn Gcscbicbtkunde, 


(1em ersten IIcrausgeber der lIiiirn'schell ClarouiJ.., 


Il.errll Slaatsrat1ł und 
litteJ' 


Dr.JO"lłnnF,.i
dricll".B
cl&c 


in l\litau, 


illrem vere11rten und geliebten Freunde, 


widmen 


dlese fortgesetde Samnalung vaterliindischer Geschlc-łłtsquellen 


In berzlicber Ergcbenbeit 


H e r a u. 5 e b e r u Ił d "e r l e If er. 


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'I I Die dritte Lieferung des zweiten Bandes der M o n u m e D t a L i von i a e 
8 n ti q uae, mit welcher derselbe gcschlossen ist, erscheint spater, aIs maD es viel.... 
lcicM erwartet hat, und aIs dem Uoterzeichneten eigentIich lieb seyn kann. Wenn 
man aber die Starke und ReicbhaItigkeit dcrseIben betracbtet, und die Schwie- 
rigkeit des Aufsuchens so zcrstreutcr und vereinzelnter, bier nun zuerst in ehi 
Gaozes gesammelter l\'Jaterialien in Anscblag bringt, auch den sorgfiiltigen Druck 
nicbt l1nbcl'iicksicbtigt laCst, so wird man in aIlem diesen binlang1iche ErkIiirung 
oder EntscbuIdigung fUr das verspatete Erscheinen finden. Diese Lieferung be- 
tritrt nun bloCs die Geschichte von Kurland ; die niłcbste soll bcsondcrs EhstIand 
ins Auge fassen , indem sie eine Ausgabe der Chronik des 1.\1 a u r. B r a n d i s 
und seiner Collcctaneen aus der Feder des Herrn Dr. juris P a u c ker in Reval 
geben wird; und eine spatere wird insbesondere fUr l\:Iaterialien zur Rigaischen 
Stadtgeschicbte sorgen, fUr welche ein sehr interessantes Manuscril)t: "das Buch 
der AeJterleutc grofscr Gilde in Riga von 1538-1611 ,'A zur Bcarbeitung vor- 
liegt. So gJaubt der Unterzeichnete, den verschiedenen Anspriichen angemessen 
zu begcgnen, weJche an cine sokhe Sammlung zu machen seyn diirften, so wie 
er iibel'haupt si eh unausgesctzt angelegen seyn laCst, dieses sein Verlagsunter- 
nchmen, aIs ein vat e r l ii n d i s c h e s, mogIichst zu sichern und zu forderu. So 
wie nun auf der eincn Seite das Ganze in literarischcr Beziehung einen festcru 
HaIt dadurcb gewonnen, dafs dcr Herr Gouverucmcnts-Schulen-Director Dr. 
Napiersky, der eben so unermiidliche aIs gelchrtc Forscher unscrer ,'aterliin- 
dischen Vorzeit, mit bereitwilliger Giite die lIauptredaction der Sammlung uber- 
nommen hat, von dessen ausdauel'ndcr rrhatigkeit llnd Liebe fUr die Sache die 
treulichste Wahrnehmnng des Geschaftes, wie dic Sorge fUr das g e d i 
 g e n e 
}'ortschrciten des \Verkes 
u crwarten steht; ebenso ist e
 dcm Untcrzeichneten 
gelungen, sich mit anderu GeJehrten unseres Vaterlandes, und namentJich mit 
80Jchen. welche die vaterlandische {{eschichte zu eincm besondern Gegenstande 
ihrer Forschungen machen, in Vcrbindung Zlł setzen. nnd dadurch die Aussicht 
auf immer mehr und mannigfaltigcre Beitrage zu dieser Sammlung zu gewinnen; 
in welcher lł.iicksicht ihm zu bcsonderer Bcfricdigung der lleschlufs gcreicht, 
welchen die kurIiindische GcseJlschaft fUr Literatur und Kunst in der Conferenz 
des engero AU8schusses am 3. Sept. v. J. gefafst hat: ..DaCs groCsere, die Ge- 
"schichte und Alterthiimer der Ostsee-Provinzen betreffcndc, der Gesellschaft 
"iibergebene und hei ihr vorgelescne Aufsiitze, um sie dem Pub licu m nich! vorzu- 
"enthalten, dem Henn I1erallsgeber der Monumenta Livoniae antiquae zum 


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"Abdmck in dieser Sammlung zugestellt wer(łen konnten;" welcher Beschlur
 
denn auch, wie die vorliegende Lieferung beweist, bereits wesentlich zur Be- 
reicherung dieses 'Verkes beigetragen hat. Ebenso hat der Unterzeichnete ferner 
die Ausgabe nicht gescheut, diesen Band mit zwei, gewifs allen Lesem willkom- 
menen, gelungenen Zeichnungen in Steindruck zu versehen, ohne deshalb den 
Preis zu erhohen, und es bleibt ihm nur noch der ,V unsch ubrig, dars Lieb- 
haber der vaterUindischen Geschichte ihre Forschungen auf diesem Gebiete der 
Wissenschaft - wenn solcbe dem Zwecke dieser Sammlung entsprechen - ihr 
nicbt vorenthalten, und 8ich deshalb mit dem vorgenanntcn Herm Herausgeber 
der Monumenta in 
erbihdung setżen wolIen." odl' J)I "t9,hbw Hm. IJpiinn 
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1st aber nun von Sciten der Redoction und des Unterzeichneten nich ts 
unterlassen, um das Unternehmen in seinem Fortschreiten ais ein wUrdjges hin- 
zustellen, und kann die von vielen Seiten dafUr bewiesene 'fheilnahme und Un- 
terstutzung nicht dankbar genug anerkannt werden, so verlafst den Unterzeich- 
neten auch die feste Zuversicht nicht, dasselbe durch den Antheil der hohen 
Corporationen unserer Provinzen iiber die Fahrlichkeiten eines Privatunterneh- 
mens erhoben, und in sich seIbst fUr die Zukunft gesichert zu sehen! - 8n' 
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, ,sB. Der Preis de; I
tzten Lieferung dieses Bandes ist, nach den bek ann ten: 
daruber mebrfacb nusgesprocbenen Grundsatzen fUr die llemrderer dieses vater- 
Ilindischen W erke
, weIche sich zur Entgegennahme der fort1aufenden Collection 
verbinden, - fur 42 Bogen ił 7V2 Kop. S. - 3 Rbl. 15 Kop. S. 1\1. ;. Die 
beiden nunmebr beendigten ersten Bande der Sammlung kosten also den gegen- 
wartigen und neuhinzutretenden Subscribenten S. Rbl. 9, 30 Kop. Fur di -in- 
zelnen TheiIe treten aber yon jetzt ab folgende Ladenpreise ein: ' 
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III U 1. ) IIiirn's Ehsi
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ndisch
 Ge
chi
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1 . jltiII 
r nebst Anhang . . . . . . . . . . . . S. Rbl. 5, 50 Kop. 
2.) Nyenstiidt's Livliindische Chronik nebst Handbucb li" 2, - I " 
J 3.) Actenstucke zur Gescbichte der Noldeschen Hiin- " . r U JJ9f!1. on 
'1 G hli Z G h ' h "mI miłe' (') ,II...'" 
rI . deI - Otto von rot u s - ur esc lC te ' f b ł" I , ' { 
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si d3 des Schlosses in l\'Jitau . . · --ł'. . .... .." 4, - " (£. 
obn ;) n1 II d m .:') U" ') "-!la l ibn t(9)ft ih ell .,10 
).h ib. · ł id,," ni ,n"tll nI") fi o"ł.l. 1"1.li 
I Rlga, 8m 10. 1\1-' 1839 i . ",I l
r lU 1d m ,..mlni lUli 
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jb ne"J.)1 " 
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)a '1 b .)bo ''''Iq- ! 0,- '1 011 irJt b d')ilb !, 
tO'f id in m.' '1111«)" Ih' fi U r 101,dl 'b IJ d"ł d'" 
Ot i J n i n G ... i .I! D -ł ') Ił r II b t ił I'?u 


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Inhalts verzeichniss 
des zwciten Bandes der Monumenta LivoniBe antiquae. 


Nuchtrug zu Tlłomue Hiarn's Ehst-, Lyf- 
und Lettlandischer Gesclłichte, zum er- 
stenmale herausgegcben von Dr, C. E. Napiersky Bogeo 1- 5. pag. I-VIII. 
Frun'X. Nyenstuedt's Livlandische Chł'onik 
nebst dessen Il u n d b u c h, hcrausgegcbcn von 


u. 1- 28, 


G. Tielemann. . . . , . . . . . . . 


" 


6-27. " l-VIII. 


u. 1-166. 


Actenstucke 'X.ur Geschiclłte der Nolde- 
schen Handel in Kurlund, zu Anfang des 
XVII. Jabrhunderts, nebst Anbang, gesammclt und 
mitgeUaeilt von Dr. C. E. Napicrsky 
O tt o von G r o t1uu s, seine politische Thitigkeił 
und seinc Schriften. Nacb ungedrucktcn Quellen 
dargestelIt von Th. Kallmeyer ..... 
II istorisclłe Nuclłriclłten von dem Schlosse 
'X.1ł ]flituu, vom Staat8rath J. F. v. Rccke . 


" 


27-61. " l-XXXVI. u. 1-238. 


" 


62-63. " 


1-16. 


" 


64-67. " 


1-32. 



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Lithographische BciIagen: 
l,) Franz NyenBtaedt's Wappen (gchort zu Bogen 6, nach S. VIII.) 
2,) Gotthard und Magnua von Nolde, nach den Im kurliindiscben Provincial-Mu- 
I!Icum befindlichen, glcichzeitigen Original-Gemiilden ges. v. J. L. Eggink (gchOrt 
zu Bogen 31. nach S, XXXVI.) 


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Thomae Hiaerfł'. 


Ehst-, Lyf- uod Lettlaodischer Geschichte, 


Mon, Liv. ant, II. 


zum crstenmale lacrausgegcben 


von 


Dr. C. E. Jł
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Der Druck i.t unłer der Bedingung geltattet, daCii nach Vollendung 
Cenaur- Com' it abgelicfert werdcD. Dorpat, den Z. Deeember 1835. 
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dellclbcll fUnf Exemplare an die 


StantunU. Dr. 'r.edtr. Erclmflfłłł, 
Censor. 


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Kurz darauf, aIs der erste Band der MONUMBNTA LIVONIAB ANTIQUAB 
schon fertig geworden und darin die Chronik Hiiirn's nach der Rigischen Ori- 
ginalhandschrift abgedruckt, auch der Band bereits herausgegeben war, fand ich 
zufliIlig eine kleine N otiz, dafs auf der U niversitiits - Bibliothek zu Dorpat eine 
Abschrift der Hiiirn'schcn Chronik befindlich sey, welchc noch 19 Jahre weitel' 
gehe, aIs dic bishcr al1gcmein bekannten Abschriften
 Bei eingezogener Erkun- 
digung fand sich das auch wirklich, und durch die gefiillige Vermittelung meines 
Freundes, des Herro Hofraths und Professors Dr. v. B u n g e, bin ich in den 
Stam1 gesetzt worden, jetzt Duch noch diesen Nachtrag zu Hiiirn's Chronik 
liefern zu konnell. Zuvor aber habe ich Nachricht zu geben von der Hand- 
schrift, welche denselbcn enthalt. 


Das Dorpater Malluscript solIte man eigentlich ein Revaler l\Januscript 
nennen, da es aus Rcval herstammt; denn die Universitats-Bibliothek, in deren 
HandschrifteJl-Catalog es unter Nro. 140. eingetragen ist, hat dasselbe im Jahre 
1827, mit mehrero andero Handschriften und Drucksachen aus .dem Gebiete der 
ProvinciaJgeschichte und des Provincialrechts, "aus dem Nachlasse des Advocaten 
R i e s e n k a m p fi' gekauft," und zwar aus freier Hand, 'Vas diefs fUr ein "Advocat 
Riesenkampff" gewesen, kann man nun wohl nicM mit Bestimmtheit angeben, 
aber 80 viel ist gewifs, dafs die Riesenkampfhche Familie eine Revalsche ist, 
und dafs in der Stadt Reval vielc und angesehene Miinner diesel Namens lebten 


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IV 


und noch leben. Dieses Manuscript ist ein starker Band in Folio, von 1232 S., 
mit folgendem Titel: 
Thomse Hiaerns Ehst- Lyf- und LettHindische Geschichte Dar- 
innen dieser Lander nit e und neue Vertheilung, 8ampt der 
Einwohner Ursprung, Migra tion, alt e Heydnische Gotz en- 
dienste, Aberglauben, Ceremonien, Sitten und Lebens Ahrt; 
Imgleichen wars sic h in diesen Landen, so vi el man Nach- 
ri c h t h 8 b e n k o n n e n, i n e t li c h e n T a u s e n d J a h r e n, m e r k w ii r- 
diges zugetragen, griindlicher aIs vor diesem iemahls ge- 
schehen, gem el de t wird. 
Aur dem Titelblatte hat ein ehemaliger Besitzer seinen N amen 80 eingeschrie- 
ben: J. J. Riesenk...,.) Dicses IUanuscript fangt g81lZ so an, wie dieHand- 


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*) DieCs ist olmc Zweifel, da dic Ziige der lIandschrift eine ziemlich neue Zeit verratJlen: 
JustUlI Johann Ricscnkampff, der zu Ileval am 19, April 1758 gcborcn wurdc, fn 
Jena und Leipzig dic Rcchte studirte, dl!nn ha seiner Vateratadt wBJarend dcr Statthaltcr- 
scbafts- Verfassung das Secrctariat in cincr llehordc verwaUete, Ulad nach Auł1aebung diescr 
VerCasllung ais Secretar bei dem Revaler ZolIamt angestellt wurdc, in wclchem Posten er 
aUmBlig bis zum CoUcgienratbe mad Ritter des Wladimir-Ordens 4ter Classe stieg, und am 
19. September 1823 starh. Er ist cs, desIlen E w e r II In lIelner AUlIgabe der Ehstliindischcn 
Ritter- und Landrechte, Vorrede S. XXVII, als cincs BeCordcrers sciner Unternchmung, er- 
wiihnt. Wenn aber ebendaseJbst, S. XXVI, ein JUStu8 Johann Ricsenkampf ais derjenige 
erwiihnt wird, wclchcr 1739 cine Abschrift der Ehstliindischen Rittcr- und Landrechtc vidi- 
mirt hat, und cbenderselbe wieder, S, XXVII, ais Verfasser der Marglnalicn zu dem 8cnama- 
ten ReeJatc aufgefUhrt, aher J. Ił, R i e s e n k a m p C genannt wird, so sin d da offenbar zwei 
Pcrlloncn verwechllclt worden, Denn dcr Vater des zuerst genanntcn J u II t, J o h. R. IlieCs 
Justus Hcinrich, war zu Reval am 19,1\1iirz 1718 gcboren, IItudirte die Rechtswillsen- 
schaCten, wurde 1744 IIcincm Vater ais Oberlandgerichts-Secretiir substituirt, und .tarb am 
15. Miirz 1767. Er war niimlieh dcr iiltestc SolUl von JU8tus Johannea R" der Ilum Va- 
ter den Revalscben Kaufmann, Ilathsherrn Uład Gcricht8vogt J ii r g e n R. hatte, und in Rcval 
am 19. April 1690 gcboren war. Er crhiclt scinc Jugendbihlung auf dem Gymnasium seiner 
Vatcrstadt, bczog 1707 die Universitiit Pcrnau, 1708 GreiCswalde und 170tJ Halle, wo er bi. 
zum Aprit 1711 blich Ulad seine juristischen Studien beendigte. In demselben Jahre und 
Monate wurde er von dcm I1erzoge von Meklenburg-Sehwcrin, Fricdrich Wilhelm, zum Se- 
cretiiren hei dessen Forst- mld Jagd-Collegio ernannt; ehe er jedocb diese Stelle anna hm, 
reiste er ins Vaterlaud zuruek, heirathete dort Ulad trat im Miirz ]712 mit leiner jungen 


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schrift in dem Livl. Ritterschafts-Archive, aus welcher der Abdruck der Chronik 
gemacht ist, und enthlilt das, was der Abdruck giebt, bis S. 1161, Wld dann noch 
bis zum Schlusse, S. 1232, Begebenheiten bis ins Jahr 1639, und zwar von der- 
selben Hand geschrieben, welche das unmittelbar V orhergehende aufgezeichnet 
hat, so dafs man diese Fortsetzung nicht fur einen spater hinzugekommenen 
Zusatz ansehen kann. Die Einrichtung ist dieselbe, wie bei dem Originale in 
Riga; jede Seite ist, dem ganzen Umfange nach, mit Linien umzogen, innerhalb 
welcher sich die Handschrift hałt; es sind nur an einem Paar SteJlen Zettel 
hineingeklebt, die ein Einschiebsel zum Texte enthaIten, wahrend in der Rigaer 
Handschrift solcher Zettel sehr viele vorkommen. Ueberhaupt ist das DOf})ater 


. I Frau die Reise nach Deutschland zu Schiffe ano Kaum abel' war das Fahrzeug, l1as ihn 
trug, iibcr dic Rhede von Rcnl hinausgekommen, so wurde es von einem Schwedischen 
Kriegsschiffe genommen , und R. und seinc Frau zuerst nach Helsingfors in Finnland uud 
dann nach Stockholm gebracht. Naeh sechswochcntIichem, angenelamen Aufenthaltc daselbst, 
sctzte er seinc Rcise olll1e weitercs HinderniCs nach dcm Ortc seincr Dcstimmung, Schwerin, 
fort, wo er im Juli 1712 anlangte und sein Amt antrat. Im Jahre 1714, nach dem Todc 
des Herzogs Friedrich Wilhelm, gab er diese Anstcllung auf und kchrte ins Vaterland zu- 
riick, welches nun untcr Russischcr Hcrrsclaaft stand, Im Januar 1715 wurde er bier ila dic 
Zahl der kaiserl. Obcrlandgcrichts-Advocaten aufgenommen, und in demselben Jahre vom 
Revalschen Magistrate zum Rathsherrn erwiiblt; 172:) von der EhstIiindischen Ritterschaft 
zu ihrem Secretiiren, und im folgenden Jahrc zum kaiserl. Oberlandgericbts-Sccretiircn aus- 
ersehen. Im Jahre 1744 beehrten ihn die Herren Landriithc mit dem 'fi teJ eines Ober- 
secretiiren, und substituirten ihm scinen Solm. Sein Tod murs cinige wenigc Jahrc spater 
crfolgt seyn. Er ist sonder Zweifel der Vidimator der Giirtnerschcn Abschrift des Ehst- 
liindischen Ritter- und Landrcchts, von welcher Ewers spl'icllt; abel' Niemand anders, aIs 
sein Sohn, Justus Heinrich, der Urhebcr dcr schiitzbaren Marginalien zu dicsem Ucchte, 
welche E wers in Iciner Ausgabe 'fon S. 483 bis 57... mit hat abdruclen lassen, Ais sol- 
chcn benennt ibn auch Ewcrs S,483, und sctzt die Jahrzahl "dc Ao. 1736" hinzu, wodurch 
man abel' nur in Zwcifel gefiilart wird: denn wenn J ust, II cha. U. die Marginalien schon 
in diesem Jahre sollte verfaCst habcn, so miifste er da8 zu eincr Zeit, wo er noeh nicht 
Substitut seincs Vaters im Secrctariat beim EhstIiindiscben Oberlandgericht war, und ais 
18-jiihriger Jiingling gethan habcn, von dem man doch nicht Reehtsanmerkungcn erwarten darf, 
die dcn gcwiegten Practiker 'ferratlaen. Dcn Beweis aber kann man besser aus der Ab- 
scbrift dea Ehstliindischen Rittcr- und I
andrcchts entnehmcn, wclchc die Dorptsche Univer- 
sitiits-1Jibliothek zugleich mit dem oben beschriebenen Hiiirn'schcn Tcxtc lich IS27 erwarb 
und von der ich durcb Herrn I10frath v. Dunge dic notbige genauc Nachricbt erbalten 


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Manuscript, welches, wie es scheint, von ciner Hand geschrieben ist, die auch 
in dcr Rigaer Handschrift sic h wieder erkennen Jarst, vie} reinlicher und SRU- 
berer, aIs die Rigaer Hundschrift, in welcher scbr ,'icl corrigirt und umge- 
schrieben ist; jedoch hat jencs auch einige Anmerkungen, die in den 'rext ge- 
horen, und 8ummaricn am Rande von dełjenigen Handschrift, welche man so- 
wohl nach dem Rigischen lUanu8cript der Chronik, aIs nach den handschriftlichen 
Collectancen des Hiiirn, fur des Verfassers eigenc 8chriftzuge zu erkliiren gc- 
neigt ist. Yergleicht man beide ManuscriJ)te mit einander, 80 wird die VernlU- 
thung sehr wahrscheinlich, dafs das Rigaer Origina} ein f..liherer, vicJfach ge- 
be8serter und vermehrter Entwurf i8t, dessen Endc, aber uuvollstandig, von 8})8- 


habe. Auf dem Titel (lcrselben stcht unten in der Ecke rechtcr lIand ganz deutlich: "I. Ił, 
Ri es c n k am p ff Iteva I iae 1736." DieCs id un.treitig der Namc des Besitzers der lIandschriCt, 
IInd dal Jalar mag da
jcnlge seyn, in welehem er solche erwarb odcr crhielt, wiilarend 
Ewers oder dic, ",ciche ihm die Abschrift dcr Marginalien besorgtcn, solches fUr das Ent- 
stehungsjahr der Marginalicn ansalaen, welehes aber durchaus ein spiitercs seyn muCs, mad 
zwar mUlsen Bic bis ins siebente Decellnium dcs vorigen Jahrhunderts ,"crfafst word en 8cyn, 
wie wir sogleich sehcn werden. Die Abschrift i8t in breit Octav gcschriebcn, mul der Text 
durchgiingig mit feinerem Papier durchschossen, auf welchem, so wie zum Theil am Randc 
dca Textet!, die Marginalien durchgiingig von derselben Hand (jedoch "011 ciner andcrn, aIs 
der Text) in Bchr gcliiufigcr. aber lI!:ugleh:1a aehr deutliclaer und zierlicher feiner Sclarift ge- 
Ichrieben sind. DaC8 Bie nach und na ch elngetragen Bind, sieht man ubrigc n 6 an der ver- 
Bchiedenen Tinte. Offcllbar sind sie nicht łaintcr einander geschricben, namcntlich nicht ab- 
geschrieben. 60ndern Originalconcept, wiewolll sich Cast gar keine Cancellationcn finden, die 
doch im Texte nicht sclten sind, Sie sind ohne Zweifel von dem Verfa8t!er beim Durclafor- 
Ichen dea Obcrlandgericllta-Archivel eingctragcn, aus welchcm lie Auszugc cntlaaltcn; eigene 
Bemerkungen kommen lelten vor. E. wird nun in denselbcn (zu Buch I. Tit, 33, Art, 3" 
bei Ewers S,512) eillc Resolution dei Heichs-Ju.tiz-Collegiums vom 18. Mai 176.') erwiihnt. 
Diesc Stelle findct sich im Ricsenkampff'Bchcn Autographon zwar nicht auf dem Durch8Churs 
neben dem Tcxtc; abcr bloCs, weil e8 dort an Haume fellIte, sind die Marginalien zu 1.33,3., 
von den W orten an "Parten aber, dic arm Bind," am SChlUSBC der- ganzen I1and8chrift Ilach- 
getragen, und zwar ,'on dcrsclben Hand, von welcher die ijbrigen Itandbemerkungen laerriila- 
ren. Im Jahrc 176:) nun war JUBt. Joh, R. schon todt, Jud. lIeinr.lł. aber bcreits langc 
Zcit Sccrctiir dCl Obcrlandgericbts, und die MarginaIien konnen von Niemand al8 von eincm 
Sccrctiir die8er Bchorde vcrfaCst seyn, dem dic frcie Benutzung de8 Archivs zUMtand, _ also 
von J u & t. II c i n r, R" der lie auch nieht fiber daB angefuhrtc Jahr IlinauB fortgeletzt haben 
mag, d. er bahJ darauf .tarb,
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VII 


terel' Hand hinzugefOgt worden; dagegen das Dorpater lUanuscript eine durch 
den Verfasser selbst veranstaItete, und von ihm mit Summarien am Rande und 
einigen wenigen Randbemerkungen versehene, auch weiter, aIs das erste, fort- 
gefOhrte Reinschrift ist, die die Verbesserungen und Zusiitze des ersten schon 
mit im 'rexte enthiilt, wahrend von ihren kleinen Randzusatzen nichts in der 
Rigaer Handschrift sich findet. Bier nun erhalt man, genau wiedergegeben, 
was das Dorpater l\'Ianuscript am Schlusse mehr hat, so wie eine Vergleichung 
desselben mit dem ganzen Abdrucke, woraus die Ideinern Zusatze und die Va- 
rianten, die an einigen Stellen den Abdruck zu \'erbessern scheinen, ersehen 
werden konnen. Ausgeschlossen bJieben bei dieser Vergleichung kleine und un- 
bedeutende Abweichungen in dcr Rechtschreibung. 


Noch habe ich anzumerken, daCs mir weiter keine Handschriften von 
Hiarn's Geschichte bekannt gewor(lcn sind, welche eine besondre Vergleichung 
verdienten. Auf der Rigischen Stadtbibliothek sind zwar zwei, 8chr reinc Ab- 
schriften, welche aber durchaus nnr das wiedergeben, was die bei der Livlan- 
dischen Ritterschaft bewahrte Handschrift enthlilt, und \'on diesel' blofs in der 
Rechtschreibung abweichen, auch wohl nur nach ihr gefertigt zu seyn schei- 
nen, In Reval besafs der verstorbene Professor Rickers cine Halldschrift der 
Hiiirn'schen Chronik, welche nach seinem Tode verkauft und nach St. Peters- 
burg weggebracht worden ist; aufsel'dem ist dort nur noch eioe Handschrift, 
im Besitze des Herrn Dr. P a u k e 1', welche aber unvollstiindig ist, und nur die 
fUnf ersten Biicher umfafst. Andere Abschriften, die - obwohl spiirlich -- im 
Lande zerstreut sich fioden, verrathen einen neuern U rsprung, und aIs Quelle 
das Exemplar der Livliindischen Ritterschaft, iiber dessen abgebrochenen SchluCs 
keiIle hinausgeht, ja, den manche nicht eiumal erreichen, z. B. ein zwcites haod- 
schriftliches Exemplar auf der Dorpater Universitats-Bibliothek, Nro.28. des 
Handschriftencntalogs, 721 S. in Fol. stark, welches nur bis S, 408, Zeile 9. 
des Abdrucks geht, uud keine andCl'e Abweichungen von dem Abdrucke zeigt, 
aIs hin und wieder in der Rechtschreibung, besonders der Eigennamen, die dar- 
in mitunter sehr entstellt sind; und eine der Gesellschaft fol' Geschichte und 
Alterthumskunde dieser Provinzen in Riga, durch Geschenk des Herrn Colle- 
gienraths und Ritters v. Blankenhagen, gehorige Handschrift, die fruher dem 


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VIII 


General-Oeconomie-Director von Livland, Weinhold Georg v. V6Ikersahm, 
zugehort hatte, eben keine bemerkenswerthe Verschiedenheiten darbietet, und nur 
bis S. 406 des Abdruckes reicht (Z. 8 von unten "Schaden zufiigen konnten"). 
Der Zusatz des ersten Dorpater, friiher Revaler Manuscripts, ist also ein Uni- 
cum, dessen Entdeckung leider zu spat gemacht worden, ala dafs es dem vollstan- 
digen Abdruck der Hiiirn'schen Chronik gleich hatte beigefiigt werden konnen, 


Riga, am 19. November 1835. 


Dr. C. E. Napier8ky. 


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Ihr Kónigl. Maycstiitt abcr, oachdem Sic die Polnischc Stiicke von deo Wiillen abnell- 
men, an dero Stelle aber scholle Scbwedischc Stiickc legell, imgleicben die in wiirender Bclage- 
rung gebliebene Of6eirer, worunter auch dcr Obrister K I o o t gewessn, begraben lallcn, sctztell 
Sie beneben Dero IIrn, Bruder und bey sieh Ilabcnden Kriegl-Volck iibcr die Diilla, und zogen 
folgenden Tages, 14000 Mann starck, auf lU i t a u, da Sie den 3 Octobris anlaogeten, und einen 
Trompcter aufs Scblofs l!Iandten, solebeB aufzuforderu, welcbes sich auch bald darauf' ergeben 
miilte. Dcr FurlIt von Cularłand war kurtz zuvorn nach dem PolnilIchen LBgcr ab
ezogeo, 1!W\ 
hatte ,-ielc Sacllen 118ehgclaslleu, so den Schwedillchcn Solda ten zur Bcute gcdicn. d 
. Wie die Poleli ,'eruahmcn, daCs dic Sehwediscbe Armee iiber dic Diina ulld in Cuhrlalld 
gegallgell, kamen ihrcr 6 Falmcn Cofsacken den 3 Octobril unverschcns vor Riga, bracheu in 
dcr Scbwedcn alte Lager, woselbst noch viele Kranckcn łagen, diesel be machten sic aUe nicder, 
bracbten auch etliche Burger-Sohne, so Ilinaus gegangcn warcn, das Lagcr EU beschen, geflinglicb 
mit lIich d8von, kehreten damit alrllbald wicder ins Land nach L e m b u r g, und ferner in L e tt- 
la n d mit Rauben 1Ind P liindero. Den] 2 Octobri. kamen siC' vor Wen d e o, da alles V oJck in 
die Kirchen war, ticlen unvermutlalich die Stadt an, bekamen die Pforte ein uod eroberteu also 
die Stadł, welehc lIie auspliindertell und mit Frauen und Jungfrauen iibel bauseteo.. Die iibrigen, 
so sicl. lIiclat auC dal Schlofs salvircn konneII, hieben sie oieder und zoge eiligs arłUJs, tla d'c 
Schweden die Stadł wiedcr einnahmen, IInd hernacher berser verwahreten, D!t(.!tdha"l bau 
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Nachdem Ibrc Kónigliche Mayestiitt Mitau mit gchóriger :Besatzung Ulad Munition be- 
8etzt und verschcn, auch den Feld-Marschalck Wrangel da geJofsen, giogen Sie mit der Armee 
wiedcr nach R i g a, und verlegten das Kriegs -V olck im Landc deo Herbst iiber in Quartire. Be- 
vor aber Bolehes gcschahe, Baodten Ił\r@ Konigliche Mayestiitt etliche hundert Mann defBwegeB 
nacll Kokeohauscn auf Kundschafft. Diese funden 2 Fahneu Polen ill eiocm Dorff uoweU 
Kokenhausen ganta sicher, steckten dcrowegen dic Katen an, und was nicM, verbrandte, \\'ard 
aUes oieder gemaclat. Wie die Polen auf Kok e n h a u B e o solches erfuhreo, tielen sie heraus' 
und aetateo deo Scbwcden, ao hio Ulad wieder zerstreuet und sicher warco, oach, derer sie 
140 Mann uod uoter andero ejJaen juogen Herrn, Erich Tott genaont, Konigs Erici dCi Vier- 
Mon, Liv, ant, II, 2 


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zehenten Toehter - Sohn, erlcgtcn. Derowegen gcrieth der Obrister C o b r o n, weil er die VOIeler 
niebt berller zUllammen Ulad in Ordnung gehalten, bcy nar Konigliehen Maytt. in Ungnade; wel 
chcr kurtz darauf aU8 UnmuUa gestorben. 
Im Winter, da dic Wegc wieder gut, um1 dic Baehc zugefroren waren, riickten nar Konigl, 
MayU. mit der Armec vor W o I m a 1', welche sic h den .. Januarij dcs 1622 Jahres ergcbcn 
mustc; z\Vcy Tage darnach hm der Obrillter Korff mit 1
 Falmen Polen, gedaehtc Festung zu 
entsetzen; wic er abcr dic Ucbergabe vernahm, kchrcte er wicdcr umb, Ulad gcdachte nach 
Smilten hinzugehen, traft' aber unterweges an den Feld l\larschalek Wrangel mit etlichen 
Troppcn Sehwedischer Volckcr, dic cr tapfer gnug angricf, abel' nach einem harten Gefeeht 
mustc cr endlich dic FIuclat gcbcn, da viele Polen Ton den Schwcden nicdcrgcmaeht, und et- 
liche Polnische Officirer gcfangen nach W o I m ar gebracht wurden, die iibrigen flohen iiber die 
Diina nach Cuhrland, da sich Obristcr Korff mit dem Obristen Recke eonjungirte, dazu sie 
etliche tansend :Bauren versamleten, 1111d mit solchem V olekc M ił a u bclagcrten, 
d narc Konigl. MayU. abcr, nachdcm Sic dem Hcrrn Graffen J a c o b d e l a G ar d i e das 
Kriegcl-Wescn anbefohlen und den Herm Reiehs-Scllatz-Meister Jespcr AndcrCson Krusen, 
alfl Goubernatoren in LyffJand verlaCllcn, begaben sich ncbst Dero Herrn :Brud er , Hcrtzog C a rl 
p h i I i p, auf dic Reise nach Schwcdcn, weil daselbst eiaa Reichstag ausgcsehrieben war. AlCe abel' 
der Hcrtzog nach N a r v a kam, flel er in 'eine sehwere Kranckhcit, und da er merckcte, darl ihm 
seinc 'Codea-Stunde laerannahetc, sagete -Ęr: Soli ich denn in Lyft'land sterbcn, alwo ich geboh- 
ren bin, so gescbehe, Herr, dein WilJe. Nachdem er sich darauf zu einem Cbristlichen Abscheid 
bcreitet, entschlicf er den 17 JalłUarij sanfft und seclig. sb o. aa I .JI' flU.d 
_1,,,1 Indefscn .etzten dle beden -obriatcn K o rrr und R e ck, M ita u hart EU; da sic aber 
Sturm lieffen, wurdc ihr mcistcs Volck davor geschlagen, Emllich kam der Polnische Feldherr 
Rad ziwil mit mehr Volck davor, und brachte im Februario etliche 100 Bauren mit Axten aUI 
Littauen, welche die Pallisaden, so dic Scbwcden umb l\litau gesctzct, abhiebcn; nachdcm sol- 
chce 
cllchehen, Hefs er den 14 'fag gedacbten Monathe stiirmen, kam abcr darubcr En kurb, 
und muste einc gnte Anzahl seiner' bcsten Volckcr im Stich laCscn, so gar, daCe er sieh wieder 
aufe neue zu stiirckcn genotłget wurde. Wchrender solcher llclal;'crung strciffctcn dio Polen 
fast tiiglich umb Rig8, und vermeinten, dergestalt der Stadt aller Zufuhr zu benehmcn, kamen 
abcr seUen ohne Vcrlost wiedcr zuruck,' wciln die Schwedischen mchrcntheils gluckliche AUI- 
fiille und Partheyen thiiten, und nicht allein gute Beutc, ilondern auch viele Gcfangenc zu Iliga 
elnbrachten. ' fJ D ł ft'!ł i d II _ H Ił{ U.' at_Hl e,błl
IIIÓX cnili . ! 
Umb diese Zeit hat sichs zugetragen, daCs ein Cuhrliindiscber von Adel, U ii r genandt, 
seineo lcibIichen Vatcr durch ZutlłUn .einea Dieners ermordet, wic aber diesel' die TJaat nicht 
goug nach seinen WilIen vollbracht, illt dcr Sohn lei ber zugellprungcn, und seinem alten Vater 
die Gurgcl abgeechnitten. Solchee hat er nur darumb gethan, dafs cr Icines Vatcrs viclf8ltige 
Giiter und iiberaus groCllen Reichthum desto ehcnder be8itzen mochte, so gal' bat ihm der Geitz- 
Teuffel besefsen, d.fs er aUli vcrfluchtem Verlangen, die Gutter, so ihm doch nicht entstchen 
)mndten, habhaft zu werdcn, nicht alleln ein Morder seincs Vaten, londern auch Beiner Seclen 
wOl'den, indem er nach veriibter 'Chat slch zu den Jesuitern 8emacht und vorgegebcll, darli e. 
r .i tq ,yj.J DO 


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diese That defswegen verubet, weU sein Vater cin Lutherscher Ketzer gewesen, Er aber wolte 
sich ZIl dcr heiligen R,omisch-Catholischen Rcligion bekenneu. Dahero ihm die Jesuiten dcs PabstR 
Ablafs ausgewirckct, damit er ,'on seincn Sunden absoh'irt und 10Cs gesprochen, auch frey und 
unmolcstiret die Viiterliche Giiłer besitzen mochłe. Nachdem cr IłIIII diesclbe uberkommen, ist 
er dcnnoch von jedermiinniglich geJaasset worden, und hat kciner von Adcl von ihm wifscn wol- 
ien, viel weniger der Furst von Cuhrland ilan leyden konnen, dcrowcgen er seine Guter den Je- 
suiten aufgetragen und sich naell Polen begebcn, wo er aber hcrnacher gcblicben, hat man nicht 
erfahren konnen, 1 i 
Im Martio waren 40 Soldaten aus Riga auf Kundschafft nach Cullrland ausgc8andt; wie 
diesclbe vernahmen, dafs sieh deI Hertzogen in Cuhrland Marschalek S c h e n c k i n g auf scinem 
I10ffe T u c k u m anfhielte, welchen er wieder einen schleunigen Aniauff mit Stacketen und Gra- 
ben ziemlich befiisłiget, dahero auch viele von Adel ilarc SaellCll dahin gebracht, berandten sic 
den Hoff unvcrschens, bekamen den Marschalck gefaugen, den !Sie nach Riga brachtcn, und 
machten so grofse :Bentc, dafs sie das Geld mit den Stnrmhutcn getheiIet, ohnc was an Gold, 
Silber und schouen Pferden ihnen zu Theil wordcn. b II. 
Naelldem der Reichstag in Schweden sich gliicklich geeu(1iget, begaben Ihr Konigl. MayU. 
sich mit 120hrlogs-Schiffen und einer Anzahł Krieges-Voleks na ch Lyffland, kamen dcn ISJnnij 
zu Diinamuude an, nnd hatten lhren Einzug iu die Stadt Riga den dritten Tag damach. Im- 
miUelst wurdc das Kriegcs-Volck aus- und uber die Diina gcsctzt, zu welchen der Feldtherr 
Graff Jacob de la Gardie und der I'eld-Marschalck Wrangel mit melarem Volcke aus Lyfl- 
laud slch geselJetcn. Alfa aber IIlr Konigl. MayU, dcn 27 mit dcr Armćc aufgcbrochen, erhielten 
sic Kundschafft, dafs die :Bcsatzung in M ił a u, so nur in 40 MaIlII gesunden Soldaten bestund, 
die Fcstung den Polen ergcben, die ubrigen warcn theiłs gestorben, tJaeils banck. Demaoch biit- 
tcn sie sich nicht ergeben, wo sie noch Pulver und Lunten gehabt, denn in Ermangclung der - 
Lunten haUen sie ihrc I1embder zersehnitten uml sielI al80 ctlielae W ochen beholffen. Derowe- 
gen hiclten Ihrc Konigl. lUaytt, noch 2 Tage still und zogen endłich mit der Krieges-Macht den 
2łJ JUllij fort vor Mitau. Alfs man Im daselbst in vollem Wercke war zu schantzen, land ten 
dic Polen ehaela Troml)eter ali Ihre Konigl. MayU, und bcgehrten, umb einen Stillstand zu handel n, 
welches ihnen auch ,-erwiIligct wurde. Naelulem man aber etliche 'fage vergebcns tractiret U1ad 
beederseits starck gesehantzet wurde, mercktcn Jhr Konigl. MayU., dars die Polen nur Zeit EU gc- 
winnen suchtcn, woIten derohalben von fernerer Handlung nicht wissen. 
-Ił Inzwischen hatten die Polen vom Schlofse mehr Geschiitz auf ihrc Schantze gcbracht, 
und da dcr Stillstand sampt den Tractaten den 19 Julij aufborete, suchten die Polcn mit unauf- 
horlichem Schiersen die Schwedcn an Verfcrtigung der Schantze, so sic gegcniiber dcr Polni- 
schen aufgcworffen, zu hindern, es ward aber selbige dennoch des Naehta vollendct und den drit- 
tcn Tag darnach grobe Stucke darein gebracht. Vie Polen gedachten die Schweden mit List an- 
zugreiffen, licCsen Bich dcn 2-ł Julij im Felde sehen, Ulad hatten im Walde 6 F.Janen ihres V olckell 
verstecket, damit, wann dic Schwedcn an sie wolten, dieser Hinterhalt unł'ersehcns entwcder daR 
Volck, oder das Lager anfaIlcn kondte. Es ward abcr ilar Anschlag ,-erkundscJaaffet, derowegen 
sandten Ihr Konigl. MayU, 000 Reuter uud 2000 Fusknecbte, dcn Wald zu berennen, selbst aber 


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mit dem iibrigcn TheH begaben sie sich ins Fcld und setzten tapffcr in dic Polen, auf wclchc 
mau imgleichen aus dcm Lager mit grobcn Geschiitz gespielet. UnterdeCaen wurdcn die, so sich 
im Waldc ycrstccket, melarentheHs erleget, wie mm die audern, so im Felde warcn, vicl Volcks 
verlohreo, mustcn lIic cndlich biCs ulIter ihre Stiicke weichen. Die auf der Polllisehen Sehantze 
feireten auch mit ihren Stiickeu oichł, ad die Sehweden zu spielen, so kamcn auch Polen wie- 
der ins Feld, also dafs es abcrmalaleu cin Icharffes Gefeeht gab, dars von beden Theilen viel 
V olcb blicbe. Die ScllwediBchen abcr mach ten sich mit StrauClien uud Boteu an die l'ohaisclac 
Schantze, und wie sic diesclbe erobcrten, mus ten die Polen das Feld raumen, welcheu die Schwe
 
den DQ.£hsctzteu, und viclc GefaDgcnc sampt andere neute ins Lagcr braehtcn. I 
Folgendcn TagcI fielen die Polen ilare verJohrnc Sehantze wicder an, in MeinulIg, sole 
zu iibcrraschen. wunlen aber nicht ohnc mercklichen \' crlust der ihrigen abgcschlagen, 
Dcn 27. Julij begehrten dic Polen abermahl, umb einen Stillstand zu handeln, wclche. 
ilmen dcr Konig anfiinglich abseblug, endlich aber, wcil die Polcu hocla bctheurten, dafs kein 
:Betrug darunter wcre, bewilligte, und nacladem beederscits Commissarien etlicJae 1'age mit ein- 
Blader gebandelt, wurde ein Stillstand auf 10 Monathcn, ncmlich bis zum l Junij 1623, geschloCscn; 
unterdefsen solte man umb cinen bcstiindigcn F'rieden handeln. Darauf gingen beederseits Ar- 
meen von einandcr, und begabcn sieb lIar Konigl. MayU. wieder Dacia Riga. woselbst mim dcn 
4 Augusti in S. Peters-Kirebe Gott KO wol wegen dcs Fricdens Anbliek, alrs auch daCs I, K. 
MayU., naeladcm Sie etliehc Tagc Ullpiirlilich gcwesen, zu voriger Gesundheit geholfftm, gcdancket, 
J Auf dieses schickten sich Ihr Kouigl. MayU, zur Abreise Dach Schweden, und weH der 
lIerr Ueichs-Schatzrneister Jasper AnderCson KruuCs wege.. sęincf groCsen UUIiifslichkcit 
gcnoUaiget wordcn, .etn Abllcbied von dcm LyffJiindischen Gouvernement zu begehren, verordne- 
ten I. K. Maytt. an delicn Stelle den IIrn, Fcld-Marschatckcn Graff Jaoob de la Gardie zum 
Gouverneuren, ihme dabey so wol :Ehst- und Lyfflandcs Defensiolł, alfs Buch die Tractatcn mit 
(len Polnischen Commissarien anvertrauend, II 'I ł 
ł. Ob wol obgcdachter Stilllitand, wie crwelmct, mehrenthcils zu dem Ende geschlofscn. 
dafs man mittler Zcit umb cincn liingern Frieden handeln lolte, bemilhete siela dcnnoch Konig 
SigiałUundus Ulob Volck zu werben, welchea :Er in der Gcgend bey Dautzig he rumb hat Ic- 
gen laCsen, willens, alda einige Schiffc aUizuriisten, und in Schwcden einzufallen, zu welchcm ł.:nde 
Er sieh beneben dcm jungen l'rintzeu Uladislav nach Dantzig bcgeben. Wie solehcs der 
Konig in Schwedcn vcrnabm, macbte er sich mit vielen Scbiffeu eiligst Buf nacla D a n b i g, wo- 
selbst er einen Trompeter an den Kouig iu Polen abfertigtc, und ihn zu sich auffs Sehiff crhit- 
ten licfse. Was abcr darBuf fUr Antwort crfolget, ist leicht zu erach ten, Wie dic lIerren von 
Dan tzig beraus schiekten, vom Konige zu vcrnehmen, aU8 was Ursachcn Er aMa mit so "ieleu 
Schiffcn ank.ommcu. lieCse ilmen der Konig durch lIeinen Secretarium, den Er mit iu die Stadt 
IIchickte, die Ursach entdeckcn, und dabey warnen, wofern lie dem Konige in Polen zur Ausru- 
itun, sur See llulłfe leisteu und ihre Schiffe folgen lafsen wiirdela, so wolte Er nicbt alleiu die 
"el"Jaandenc Dantzigcr Schiffc mit sich hinweg nehmen, lIondern auch die ubrigen bernach holen. 
J)arauf sieh die D a n t z i g c r Neutral erkliiren, und dcswegcn eine Bchrifftlichc Obliga 'on von 
sieh ge mufsen. Dahcro dor Konig in POICD unverrichteter Saehen wie der ahgezogen. 
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l\achdcm aber der wiihrende Stilltltand au ł;nde schreiten woIte, hmcn beedeneits Deputir- 
ten bey D a I c n zusammen, und vClliingerten denselbcn bies Ao. 1624 mld nachgchenda wieder biCIiI 
an den I, Junij des darauf folgcndcn 1625 Jalares, doda daet! man wiirender Zeit einen bestiindi- 
gcn Frleden zn 8chlief8cn bcmiihet seyn soltc, od er wClm es nieht gesclachen kondte, derjenige 
,TlacH, welcher alr8dann nicht liinger den Frieden haben wolte, denselben dem ande1;n 2 Monath 
,-or den Termin aufkiindigen solte, damit keincr unvcrsehcns iiberfaUen wiirdc. t 'H ib ' 
Ao, J(;23 im Augusto fillg die I)est zu R i g a an zu gl assiren, und webrcte biCs auf lUar-- 
tini, davon vide Tausend jung Ulad alt in- und auCscrhalb dcr Stadt sturben, und tii6lich bifs 
16--20 mld mebr begraben wurden. '(} I 1 ' . r 
Folgenden 162-łten Jahres auf den Sommcr urgirten die Sehwcdische Commissarien auf 
weitere Tractaten, dic Polen aber bcgunten, in iłaren Schreiben von den .. Octobris des Konigell 
in Scbweden Titul zu disputiren, sagten aueh, sic kOlaten zu keinen Tractatcn sich verstehen, che 
sic desfalls auf den Rciclastsg dcliberirct Iaiitten. Also wurde cinc Zeit lang nidat wenig hin 
mld wieder dispotiret. Endlich seJarieben dic Polen: Es soltc der Konig in Schweden nach 
Ił i g a koromen, der ihrigc aber naeh W ił d a, so konten sie desto fiiglicher handeln. Abcr die 
l)olcn sucbten immcr dic Sachc zu confundiren, indem sic die Schwedischen Reichsbiindel mit ein- 
mischen, und ilU'es Koniges Krbgerechtigkeit praetendircn wolten, Dahillgegen wolten dic Schwe- 
dcn die Sache separiret, und crstlicb von Lyffłand, hcrn8Chel" aber von Schweden gehandelt ha- 
ben. Versprachen aueb, dnt"s Uar Konig siela zu Riga eiJafinden wolte, abcr mit einem gutcn 
Krieges -Ileer, dieweil er sahe, dal's dic I)olen amlers nielat zur DilJiehkeit zu bringen waren. 
Dahero bereits Commissaricn vel'ordnet, so in ter anna tractiren soltcn, -II 
Mit solcben Brieffweehseha brach ten sic ein gantz Jahr zu, bifs die Polen vermcrcketen, 
daft! der F c1d therr und Gubernator Grałf J a c o b d c la G a r d i e aUe notige praeparatoria zum 
J\.riegc mach te, und ilmen den ,Friedcn aufkiilldigte, daCs aucIa bald darnach der Konig aos Sehwe- 
den mit 76 8chiffcu Ulad "000 wolgeriisteten Kl'icgs-Voleks den 30. JUllij ]625 3U Riga ankam, 
da gab der KOllig ill Poleli nebst den siiml)tlichen Stiindcn dem CasteUan von Wen d c n G o tt- 
hart Johan von Tysenhausen und dem Starostcn auf Doqlt Krnst Donho1'fe Bub dato 
den 6 ulld 7 Julij ]625 vollcnkomliche Volhnacht, mit dell Schwcden zu handel II. Doeh Ilrotc- 
Btirtcn die Polen wieder dcr Sebweden Kricgcsriistung, weil ilmel,a nicht nach letzten Abscheide 
der Krieg 2 l\1ouath zuvor angekiindigct wordcn, Ulłd begchrten, daes man wehrenden Tractaten 
die Krieges-Expeditioncs abschaffcn soltc. Wor.uf die Sehweden zor Antwolt gabcn: dars sic 
zcitig genu g ihnen solchcs dureh Schrciben angcdeutet Ilatten, daCs abcr der :Bote wegen der 
Jahl'cB-Zeit Bcsehwerligkeit etwas wire aufgehalten worden, kom1tcn sic nicht endcm. Der Ko- 
nig S ł g i B m u n d u Bund die Polen liefscn so \ iel Jahr bey so offt wiederholtcn Stillstaml der 
Waffen mit Wortcn den Fricden, in der Tlaat abcr den Krieg sehell: kamen aucla nich t, Buf 
rechtmiiCsig
 Ahrt eiue billigc uud auCrichtige Ji'rcundscha1rt zu stifften, Die Abgeordnetell, wel- 
cbcr man iiber ein JaJu vcrgeblich erwartet, salldten sic spit zu dCl' ł'ricdens-lIandlung IInd die- 
selbc nicht mit gnug8amcr V ollmacbt ,'ersehcn, dcssen docłl tlie Polen so ,;roflJe 1I0ffnuIIg ge- 
machet, DaCs sic aber, dic Sehwedcu, Zeit wiihreuder Friedeus-lIandlllng sich der Waffen cnt- 
h lIollclI, kOlldle ,on dell I)olcn auf keinerley "-eise bcgch..et lIoch ,-on den Scbweden zu- 


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elaC8en werden, weil der Konig in Schweden 80 offt hintergangen wiirc, sich auch bey dieser 
Zusammenkunfft nicht. 
tes zu vermuthcn, sondern vielmehr vorzusehen biitte, daCs, ob ihm 
zwar wiireD.den Stillatande. niehts feindliches wiederfahren, Er dennoch bcy dcCsen Ausgange 
dergleichen etW.8 leideo miiste. Und wai wiire wol thorichter, alCs daCs ein łJnbcwehrter mit einem 
gewaflileten umb den Frieden handcln wolte? wcnn man nicht gewis versichert, dafs der Gegen- 
tłaeil dic Waffcn imgleichen niedergelcgct hattc. Zudem, wenn man die Geschichte aUer Zeiten 
durchsuchete, lolte man bcfindcn, daCs es oichta ocues sey, auch unter den Waffen mit dcm Fcinde 
umb Fricde zu handeln, ja die Polcn selbst haUcn fUr 3 Jahren bey M ił a u, Zeit wiircnden 
Stillstande8 olane Ursach ihr Kriegcs-Macht iiber die Duna gcsetzct, und vor der Schweden An- 
gesicht ihr Lager geschlagen, davon sic auf keinerley Art und W cise abgebraeht werden konnen. 
Dazu kame ooch dieses, daCs keiner die Zeit, alCs das kostIichste unter allcn Dingcn, und dic ein- 
mahl aUB den lliinden gelaCseue Gelegenheit, etwa8 zu verrichten, Baml)t den angewandten Unko- 
.ten erstatten wurde. Es wiiren auch vicl Miingcl in der V ollmacht alCs VerJaindernis im Wege, 
denn der Konig Sigismundus fiihrete darinnen dcn 'ł'itul des Koniges in Schweden: Er gebe 
vor, daCs der Krieg we
n seinclI 80 genannten Erb-Ucieh8 und der Lyffliindischen Provintz rccht- 
miiCsig sey: Er riihmetc, daCs der getroffene Stillstand zu dem };nde geschloCsen wire, damit die 
Schweden Zeitcn hattcn, sich einel andcrn zu bedeneken: Der Scbwedischen Abgesandten erwch- 
uete cr allcin, ohnc des KOllige., von wclchem sie doch ilare Vollmacht hattcn, zu gedcncken. 
So kondten sie auch nicht gcstattcn, daCs Konig Sigismundus sich ciniges Recht In dem Ko- 
nigreich Schwedcn und dem Gros-Fur8tenthum FinnlalUl vorbchalten wolte, weil solchcs den 
Friedens-Handlungell eutgcgen lieffe und alle Hofnung eines gutell Ausgallges ab8ehnitte; woraus 
dann gougsBm cfschiene, d.r. der PoloilicheH Abgesandten Vollmacbt nicM auf 80lchen Glauben 
und Sichcrlaeit verCaCact, daCs sic die Macht der koolgllchell Schwcdlscheo Waffen hemmen kond- 
ten. Dcnnoch haUen sie (die Sehweden) ilaren Konig beredet, daCs er seine Abgesandten mit 
den Polnischen 1I0ltC ZU8ammen tretell laCsen, llievon weiter zu handeln, und ilare erueuerte VolI- 
macht zu iibcrsehen: damit, wenn solche nacll der Scbweden W unsch IInd keine heimliche V 011- 
macht und Inatruction dawieder warc, keine Gelegenheit versiiumet werden mochte, fernerc Ver- 
gicfsung Menschen - Blutes zu verhuten lIIad den fi'ric(len zu bcfordern. Wenn ilanen demnacła 
belicbte, an einen gewifsen Ort mit ihnen zusammen zu kommen mld die Saehe zn iiberlegen, 
so woltcn .ic an denselbcn 'ł'ag, welchcn sic be8timmen wiirden, bey der Diina nahc bcy R i g a 
erscheinen. I1iergegcn wandten die Polnischen Gesandten cin, daCs vom Frieden nichts fried- 
lichell konne gchandclt werden, el lIey dann, daCs die Waffen eingestellet wnrden, denn was 
kondtc mao wol fur eine lIandclung wcgcn des Friedens anstcllen, wenn oicht Krieg, Raub ond 
Einfall, alfs wclchc den Grund des fi'ricdcns umbstoCscn, mittler wc ile Bufhorcn solten, Iłierauf 
Bntwortcte der SchwcdiscJae Reichs-Cantzler, alfs da8 I1aupt dcr Lcgation, dafs man die Waffen 
BUl obangezogcnen Ursachen nicht niederlegcn kondte, bevor man vcrsichert wiire, wo es bey 
der Znsammenkunft dcr LegatcIa hinau8 wolte. Dahin abcr were der Konig geneigł, dafs er 
IIcinc Waffen, die cr wicdcr LiUauen zu fiihren gcdacht hitc, woUe aufschicben, bifs beederseits 
Ge.andten zo Ende dea Aogusti zusammcn kommen, und sich verglichen hiitten, welchcr Gestalt 
die Sachen kiinfftig soJten abgehandelt werden. WeH man aber bifs hieher kommen 8cy und
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groCse Unkosten angewandt laiitte, zudem die Soldaten in eiuem feindtJichen Lande ohne grofsen 
Sehaden nieM kontcn mursig gelafsen werdcn, so woUe er erstlich Lyffland unter dem Still- 
stande nieJat begriffen haben, weil er bcreitll viel Orter daselbst belagert hattc, derer Eroberung 
man auf einen uugewifsen Ausgang dcs Vertragcs nieM unterlaCsen kondte: Darnacb, daCs man 
die Schwedisehe Armće aus .lem negsten Theil Littaucn mld Cuhrland mit Proviant versehe, so 
lange man umb Fricden handelte; und endlich, daCs die Polnischen Kriegs -Volcker nicht nahcr alCs 
10 l\lciłen ZłI dem Schwcdischen Lager zu Ra tz o w i li tz ki 90llen gefiihrct wcrden etc. n 
l' lIierauf ist aber von dcn Polen anders nicht geantwoł'tet, alCs daCs sic woltcn, dcl' Stil- 
stand sollc, so Jang die Tractaten wiireten, gehalten, mad die Waffen unterdessen niedergeleget 
werdcn: Wie man aber Schwedischcr Sciten gnugsam versl)iirete, dafs zu einem bestiindigen Frie- 
den, oder Jangwirigen Stillstand keine Hoffnung seyn kondte, wie aus den offentlichen lIandlun- 
gcn des 1624 und 2:Jten Jahres, welche auf :Befelll dcs Koniges von dem Iłeichs-Cantzler publi- 
ciret worden, mehrcr Liinge nacll erscheinet, und Konig Sigismundus durch den Stiłlstand 
anders nicM, alfs seinen Vortbeil suehte, IIntertlcCsen abel' aUcrhand Schmiih- Worte wieder den 
Konig nnd das Schwcdische Volck ausgoCs. AICs hielten nar Konigl. J\laytt, es fUr riihmlicher, 
sciuem Feinde mit Wehr IInd Waffen, alfs mit Scllimpfworten zu begegncn, bracben also mit der 
Armće auf, und ruckten vor Kokenhausen, da8 sich den 17 Julij lhrer Konigl, Maytt, ergab. 
Welche des folgenden Tages aufs Sehlos gezogen mld daselbst eillcn UebcrIiiufler gcfundcn, den 
Sie befolllen scin Recht zu tbun, dicser aber batb umb Fristung seines Lcbens, weil er etwas 
wicbtigelł zu erofnen laatte, zeigetc darauf in chlem Keller 36 TOllllen Pulfwers mit beygelegter 
brennenden Lunten auf 2 Tagc, so die Jesuiten eingcbracbt, ill Meluuug, den Konig sampt deru 
Schwedischen V olcke damit in die Luff t zu sprengcn. 111,.1' 1 j 
 
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Auf dieses sand ten Ihr Konigl, MayU, den Obristen d e I a B a rr c mit etlichen Tauscnd 
Mann nach Ił u n n e n b u I' g, lIelblgc Festlllag einzunchmen, W cił er aber kein grob Gesclaiitz bey 
sich hatte, gaben ilam die Polen kcill gut Wort. Da er endlich ctliehe Stiickc zu sicb bekam, 
und zu sclaidsen anfinge, gaben sic dic FCStllllg den 2 Augusti dcn Sehweden iiber. Gleicher 
MaCllcn wurden innerhalb 3 W ochen aUc andcre umb Kok e n h a us e n liegende Festungen von 
dcn Schwedcn erobert. Ihre Konigl. Maytt. aber ruckton mit dei' Armee in Littauen, und Jagcr- 
tcn sicla den 10 Augusti in cincm Stiidtcllen Radziwilsky, daraus sie etlicbe Compaguie Reu- 
ter auf Kundscbafft anssandten , welche 2 Fiibnlein CoCsakcn antraffen, dercr sie 40 Mann erJeg
 
ten, 6 Gefangcne einbraclaten, und die iibrigeu in dic FIuclat schlugen, Den 18 wurde Di rsen, 
de. Fiirsten Radzewilen Residentz, von lhr KOlIigl. Maytt, belagert, und selbige biCs den 27 Au- 
gusti dabin gezwungcn, daCs sie aecordiren mld sich ergeben miiCsen. Es waren auf .1ieser Fe- 
stung, olanc andcrer statlichen MUlaition, Sechzig scbonc Metallene Stiicke, \voruntcr cines also 
gegofsen, daCH man es nicbt anders onllcben kom1te, olCs werc es gantz in Stiicken uud mit 
Strlcken umbgcbunden, welchcR allcs dem Uebcrwinder heimgefallen. Mitler weil alCs dleses 
mit Kokenhauscn und Birsen vorlief, zog der Feldtherr Graff Jacob de Ja Gardie eine 
andere Armee iu LJffłand zusnmmen, und coujungirte sich bey O b c I' P a h I e n mit dem Gencra- 
len der Fiuniscben MiIice, Herrn Gustav lIorn, also l1aC8 sie ZU8ammen 4000 Mann zu FUR 
Ulad 1100 zu Pferde starek waren, mit d n el igcn belagerte Br dic Stadt D o fil a t, welchc sich 
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dco 18 Augusti mit Accord ergeben mU8te. Die Polniscbe Besatzung wurde entlich nacla R i g a, 
und von dallllcn weiter nach LiUauen sicber bcgleitet. Darnach thcilte der Feldtherr diesc Ar- 
mee in zwey Tbeile, cr selber ging mit dem einen Thcil vor Ncucnhaufsen, dcr Geueral 
1I0rn aber nach Maricnburg, mit wclcben bcdcn Festungen sic auch bald fertig wurden und 
darauf die andere daherumb liegende Hiiuser erobcrtcn. ,a ) "liII a.b 
Ungeachtet solchen gIiicklichen Fortgangcs, lieCsen Harc Kouigl. MayU, zu Sehwedcn den- 
noch nicht von Friedcns - Gedanckcn ab, sondcm weil die Poluischc Commis$arien, wic obgcdacht, 
umb Stillstand dcr Waffcn, so lang man umb Fricdcn laandclte, angehalten und sich erbothen, auf 
solchen Ji'all obcr die vorigc noch mehr und bohcrc Commis8aricn gcgcn Augusti MonatJl bcyzu- 
bringcn, Ihr Kouigl. MayU, solches so weit bewilligct, daCs, wcnn Sic siehcr warcn, dars dic Com- 
mis8aricn wiirdcn zusammcn kom men, dcr St.illstaud darauf crfolgen soIte. Alrs untcrdefscn eill 
Thcil der Polnischen Gcsandtcn aukommen, !lchickctcn dic Schwcdischc Lcgaten IIrn, Ar vid 
H o r n und D, S al v i u m an dic Polnisehen, mit dcnscJben umb dic Zcit, OIart, Ahrt mul Zalal zn 
laandcln, diesc gcriethcn in dcro Rockreisc an einc streiffcndc Rotte Corsaken, mld weil sic Ge- 
fahr beCiircbtct, licfticn sic dcn Trompeter ein 7.eichen 
ebcn, dars sic Legateu waren. Die 
CoCllaken dcfscn ungcaclatct sctzten auf !lic zu, nallmcn sic gefangen Ulad bracbten sic dcm Fiir- 
sten R Ił d z i wiJ, woselbst sie iiber 4 W ocben aufgchaIten wordcn, Wic dcr Hr. Rcichs-Cantzler 
solcbes durcIa Schrcibcn den Polen vcrwiefs, andeutend, daCs sic wicder all er Volcker Recht ge- 
handelt haUcn, tricbcn die Polcn nur ihrcn Sehiml)f damit, woriiber Ihr Konigl. MayU, zu Schwc- 
den sehr altcriret wnrden, daCii ais o alle gutlicbe I1audluug zerrunncn, . 
m' Nachdcm abcr Ibr Konigl. MayU. vermeintcn, daCii wcgen ihrer so lange Jabr angewandte 
Kricgc8 - U nko8tcn Ihrc Anforderung nunmchr so hoch gelauffen, dars, wenu Sic scbon dic er- 
obertc Oertcr erhicltcn, dcnnoeh nicht kontcn conteutiret wcrden; Aueh iiber das vermcrcktcn, 
daCII die Polcn sich zu keincr Gutc vcrstchen wurdeu, wo man ilmcn nicbt nahcr kiime, IInd da- 
mit IIntcrdeCsen der Feiud von Lyffland mocJatc abgcbalten wcrdcn, haUcn IIlr Kouigl. MayU. 'hr 
Absehen auf PrcuClicn gcriehtet, Ulad zogen, nacladcm Ił i re e n mit gutcr llcsatzung vcrsehcn, dero 
Armec zuriick und zwar crstlicla in Semgallcn, woselbst Sie den 10 Sept, dic FcstUlag llauskc 
belagcrtcn, und den sicbcnden Tag darnach mit stiirmcnder I1and croberten, und wcil dic mei- 
sten Cuhrliindisehc von Adel ihrc bcste Mitteł zu\'or dabin gcbracht, iibcrkamen die Schwcdischc 
Soldaten cine unglaubliche Bcutc, so dafs sic sich mehrentheils auf etlichc laundert, ja' etIiche wol 
auf 1000 Reiclasthaler bereichcrtcn. Darauf galt es I\1i ta u, welche, wcil sic sicla eincr 80lchen 
Macht zu widerstehcn nicht starck genug befand, sicla den 23 'fag ncgstgedaclU l\-lQJIaths mit 
Accord lIaro Konigl. MayU. crgab, D łł Iii Ił Hau 
" Nun fingen dic Polcn abermahl an, von Frieden zu sprechcn, worzu I1lr KouigJ. MayU. 
auch nicM ungencigt waren, und gingcn, nachdem sie dic in SemgaUcn croberte Oertcr mit gnug- 
samer Bcsatzung versorgct, mit dcr Armec im Anfang Octobris iibcr dic Diina lIacb Riga, und 
schicktcn UareAbgcsandtcn, ais Hrn,:Burg-Grafen Johan UJrich nnd D. SaJvium, zn den PoJ- 
uisclaen, mit ihncn die pracliminaria abzul1andeln, wclches aber unfrucbtbarlicb Bblief. Mitler- 
wcile IicClc/ł sicb dcnnocl1 etliehc Polniscbc strciffcllde Itottełl in Semgallen Ulad Lyffiand sebell, 
da es ulltcrschiedliche Scharmiitzcln zwiscbco ihnell Ind, e 
chwediscłaell, wclche wcgen der 


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obstehenden Fricdenshandlong sicher lagen, abgab. Da aber die Polen algemiihlich stiircker 
hcrandrungcn, in l\leinung, etliche Lyffliindische Ocllfter zu iiberziehen, gerieth der Gcneral G u- 
staff Horn mit dem Polnischen Generalen Gonsewsky, unwcit voo Kokenhausen, in einc 
Action, trieb ihn auf die FJucht, und erlegte scinen Obrililten - Lieutnant und bey 2;)0 Pohlen, 
Dennoch mchrcten I!ich die Polcn in Lyffland fast tiiglieh unter dem LiUauischcn Ober-FcJdtherrn 
Stanislao Sapieha, wclchcr mit etlicheu Tausendeu 2U RoCs und Fufs dcr Stadt Riga nii- 
herte, der Meinllng, diesclbe, weil er mit etIichen der Stadt Einwohucrn einen heimlichen Vcr- 
stand hatte, 2U iiberraschcn. Wie abcr solches offenbar wurdc, riiekten I. K, MayU. mit etlichcu 
Troppen ihm entgegen, Die Polen haUen an einem Pars eine Schantze aufgeworffen, Ulad solchc 
mit grobcm Geschiitz bcsctzct, vermcincnd, den Schweden daraus den Durehzug zu verhindcrn, 
Aber Ihr Konigl. MayU, gingen, ungeachtet der Polen Schiefsen und Widerstand, dcn 16 Novem- 
bris den PaCs vorbey, setzten tapffer an die Polen, erlegteu ihrer iiber ), iiberkamen ihre 
gantze Pagagie, und trieben den Rest in dic FIuclit Ulad iiber dic Diina. 
In diesem Trcffen wurde lIar Konigl. Maytt, das Pferd mit einer Falckneth:n unter dcm 
Lcibe erschoCsen, da die Kugel die IIiilfttcr sampt die Pistolen 
itgcnommen, lIar Konigl. MayU. 
aber bliebeD sclbst unbescJaiidiget. . 
Nachdem ais o die Polen wicder aus Lyfflond getrieben worden, verlegten Ihr Konigl. 
MayU. Ihre Volckcr im Bcrsonsehen bis den negstfolgemlen Januarij dcs 1626steu Jahres, da sie 
vernommcn, dafs der LiUausche Obcr-FeldUaerr Sapieha sich im SemgaJ1ischeu gestiircket und 
uahe bei WaIJhoff gelagert, derohaJben niiherten r. K. MuyU. sich mit den bey !lich habellden 
TroPIJen bifs auf 3 Meil zu dem Polnischen Lager, Ulad sandtea den 6 Januarij zu ihm, \1mb 2U 
vernehmen, ob cr mit ihm Friedc mach en, oder sich ins Feld begeben und dic Waffen versuchell 
wolte. Da aber Sapieha, das łebte erwehlend, antwortcte: dafs er des Kouigs mit Verlangeu 
erwartcte, und der 'ł'rompetcr mit solchem :Beschcid wieder kam, schickten r. K, Maytt, Ilcgstell 
Tagel, in der Friih-Stunde, etlichc hundert Schlitteu, wclchc sic auf solchen Fali fertig hatten, 
mit Solda ten , 3 biCs 4 auf jeglicheo Sehlitten, dcm Polllisehen Liiger niihcr zu, lIIad folgeteu 
selbst mit der Reuterey naeh, also daCs sie noch vor Tagc 1 Meil Weges "on dem Feinde zu 
stehen kamen, Wic Sapieha deCscn Nachricht erhiclte, saudtc cr 2 Fahnen CoCsaken hillaus, 
durch Niederflillung eincs Stiick Waldcs dcr Scllwedell Andringen 2U hemmen , und schrieb au 
den Unter-Feldthcrrn, Hertzog Ch ris toff Radziwilcn, der nur 3 Meilen mit etIichen l0001\1ann 
von ihm lag, dafs, wcil die Schwcdischc Armec so nahc, cr mit den scinigcn eiligst iii m zu Hiilffe 
kommcn soltc. Solch Schreiben wurde vou den Schwedischen intercipiret, alich die im Wal tle 
arbcitendc CoCsaken von Magnus von der Palcn Compagnie Reuter zcrtrennet I1\ld biCs au 
das Polnische Lager verfolget, welche I. K. MayU, dic Zeitung zuriick brachtcn, daC8 die Poleu 
bereits in voller Schlacht-Ordnung stiinden, dahero siiumtcn auch I. K. lUaytt. nicht, mit dero 
Armee niiher anzuriieken und dicselbc in OrdnulIg 2U bringcn, Wie nun von bcdeu Seiten tlie 
Losung gegeben wurde, ging das Treffen ano Die Finoischc Reuter set. ten auC das Polnische, 
hinwiedcr die Busaren auf das Finschc Fus - V olck, diesc lieCscn dic Busaren sich gnug uiiherA, 
gaben darauC Sałvc aus dcn Mos'lveUeu, dadurch sie ihren Gegcntheil in Unordnung brach ten. 
Darnach lOaeten .ie bcy ihuen verborgene Feldtlitiicke, wcJche die Husaren dergestalt getroffen, 



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dars ihrcr vicl bcllegen bUeben, und dle ubrige zuriick weichen miisten. Obzwar die Polen 
mit ihrem gro ben Geschiitz auch nieht gefeyret, so hat es dennoch wenig ausgcrichtct, mafsen 
sic allemahl fehl schoCsen. Immittelst hielten sich dic Finsehe Reuter gegen die Polnischcn FU8- 
Vólcker auch selar wohl. Endlich setzten die Polen mit 
anzer Macht zum andern Mahl auf 
das Finsehe Fns- V olek mit grofscm GC8cbrcy, abcr der Schwcdcn Fcld-Stiicke ncbst den Mos- 
qveten nabmen sie dergelta1t entgegen, daCs sic sich abermahlen wenden miifsen. Darauf ver- 
folgtcn sic die Fin8chen Reuter, und zertrenneten also ihre Ordnung, daCs sie die FJucht nah- 
men, Dorgleichen geschahe dem Pohaiscben Fus - Volck mit den andern }4'inni8chcn Reutern. 
Unterdefsen hatten Ihrc Konigl. MayU. mit dcm aUBerlcsncsten Teutscben Volckc noch still gc- 
halten; da Sie aber dazu kamen, war auf der Polllischen Seiten weitcr kein Wiederstalld, son- 
dern cin jedweder suchte dureh die Flucbt seinc Sieherheit. 1600 Mann von den Polen sind 
auf dcr Wab1statt gcblieben, ohne dcnen, so in der Flucht entwedcr gescblagcn, oder in der 
Ekauschen :Bache, da sie die Kahnen zu schwer iiberladen, gesuncken und ersoffen. 2 TeutBche 
Compagnien dcr Polen zu Fura legten ihr Gewehr nieder und gaben sich gcfangcn. Die Schwc- 
dcn crobcl'tcn bey dieser Victorie 600 Wagen mit IUunition, Proviant und andern V orrath, beka- 
men untcr andern auch viel vornchmc I1erren gefangen, und warcn dabcy so gliicklich, dors auf 
ihrer Seiten wenig Sebaden geschehen. b 
Wie der Fiirst R. d z i w Ił solchcs vernommcn, brach cr mit den leinigen eilends auf, 
und Hcf8 aUc seine Pagagic im Stich, welche dennoch nachgehends algemiiblich crreUct wurde. 
Wie aber kurlz darnach von seinem V oleke 4 Fiihnlcin sich scheD lafsen, sind Bie von dcn Sehwe- 
dilchen umbringet und fast allc nledergemacht worden. Q. 
Kurtz vor dleser Zeit war die verwitbite Konigin C b r iB ti n a, Ibrer Konigl. MayU. G u- 
B t a v i A d o I P h i Frau l\'Iutter, mit Tode abgangcn. Welche eine Tocbter war des lIertzogl 
A d o I p h i zn HolIstein, und ein Encklein F r i d c r i ci I., Koniges in Denmarcken und Norwegen, 
Ao. 1573 gebohren, und im ]9 Jabre ihreB Alters dem Konige Carolo IX vermiihlet. Dieser 
Todel-FaU veruhrsachete, dafs I. K. MayU, lich wiedcr nach Schweden begeben muste. Dahcro, 
nachdem Sie dic Direction des Krieges - Wesens dem Feldtherrn, Graft' J a c O b d e la G a r d i e n 
anbcfohlcn, gingcn Ihr Konigl. MayU. den 15 Januarij mit wenig bcy sich habendcm V oJckc von 
Bauske dnrch Lyffland auf Rcval, Uład so von dannen nacll Stockholm. Dcr Fcldtherr 
zog die Arml!e nach Bauske in Qvartire, und ging mit etlichcn Troppcn in Littauen, da er die 
bedc Stiidtchen J a n it z ki und S c i m e I auspliindern licfs, und kchrctc mit dem Raubc wieder 
nach B a u s k e. Da die Polen umb eincn Stillstand Bnblclten. dafs man unterdeCscn von weiterem 
)'riedcn handcln konne, wurdc eila Anstalld birs an den 12 Junij getroffen, derowegen brach der 
Feldtbcrr mit der Armt!e von :B a u s k e auf, Ulad verlegte die Kriegs- Vólcker BO lang in Lyffiand. 
Dic Polen abcr haUen dismahl nicht!! weniger, alf8 den Friedcn, im Sinn, londcrn "iirenden Still- 
staudes riistcten sie sich mit allcr Macht. Dem vorzukommen, samletc dcr Fcldtherr. Graft' Ja- 
eob de la Gardle, gcgen Ausgang dCl Stillstaude8, da8 Kriege8-Volck, und lagcrtc Bich zu 
MUau. Die Polcn Ichlugen auch ihr Lager nieht weit davon, u,nd "eU lie den Schweden mit 
Macht nicht ankommcn kundten, gcdachten Bic auf List, und rerUgten einen Bauren an den 
Schwedischen Feldtherrn ab, dcr die Zeitung brach te, daC nicht weit davon 3 Compagnien Polen 
.11 .lq ....iJ .IIOM 


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in einem Dorfl'e 8antz lichel' Jagen, bath umb ein Trinckgelt, und erboth sich dagegen, die Schwe- 
den dahin zu fuhren. UnterdeCllen haUen dic Polen rund umb die 3 Compagnic, so im Dorffe 
lagen, etliche 1000 Mann verllteckct, die ankommemle Sehwcden :.EU umbringen. Dcr Feldthcrr, 
welcher dcm :Bauer trauete, sand te die Obristen Graff von T h u r n und P la t e r mit 4 Cornct Reutcr 
ł\lad 3 Compagnie Teutsche Soldatcn auf die Polen, doch liers er die PaCse von hinten \\"01 be- 
setzen, Wic sie nun an die im Dorff Jiegende Polen ansetzen, \\'isclaen die andere aus ihrem 
llinterhalt von allcn Ecken hervor, und ob wol die Schwedischc Reuter sich eine Weile tapffer 
gilu g wehreten und vi cle dcl' Polen erlegtcn, musten sie dcnnoch der groCsen Macht der Polen 
clldliela wcichen. In der Flucht \Vard dcr Graff von T h u r n gcfangen, Ulad wie ihn 2 Polnisehe 
Rcuter davon bringcn wolten, kam ein Schwedischer Reuter dazu, um} erschoCs eillen von den 
Polen, ward abcr von dcm andcrll wiedcrumb erschofsen, immittelst IlOlvirte sicla der Graff, wie- 
wol sehr hart verwundet, Der Sehwcden blieben damahl 200 Mann zu Rofs und 130 :.EU FuCs. 
Der Obrister Plater starb des dritten Tagcs an seinen Wunden, und wo dcr Sclnveden iłlre 
IliCse von hinłen nieht so \\"01 bcsetzt gewesen, were derselben kein Mann entkommen. 
Den 15 Julij selbigcn Jahres sind Ihr Konigl. MayU, zu Sehweden mit mehr aUs 80 Kriegl- 
Sehiffell, daranf 26000 wolversuehter Solda ten, nebenst aller zngelaoriger Mnnition und Krieges- 
Instrumenten, bey dcr Pillau allkommcn, das Volek ans Land geleget Dnd in geschwiuder E)J 
folgende Oerter und Stadtc in PreuCsell, alCs: Braunsberg, Franellberg, Maricllburg, 
das gantze grofse Werder, Diuchau, Pap el n, lIindenland, Wermet, Stum, Elbin- 
gen, das CIoster Olivc, MeJda, Nauenburg, Putske, und andere melar ein
eBommen. Wir 
aber wollen dcn Preusischen Krieg, weil dcrselbe nich t laierher gehoret, auch von unterscJaied- 
lichen ausfijhrlich beschrieben, jetz vorbey gehen und uns wieder nach Lyffland kelaren, woselbst 
der Fcldthcrr, nachdem er seinc Armee von M ił a u abgezogen, dic Krieges- Volcker ill Qvartire 
geleget, sie musten abc I' bald wieder hcrvor, denn die Polen hatten sich iiber dic Diina gemacht, 
und etliche kJeincOerter, alfs: :Bcrson, Sefswegen, Lcmburg und Creutzburg, weil die- 
selbe kciner groCsen GewaU wiederstehen kondten, verraschct und eingenommen. Dahcro braclt 
der Scltwedische Feldtherr den 31. Augusti mit der Armee wieder anf, den Feind zu verroJgen. 
Wie er EU Kok c n h a u s e II anlangte und Kundschafft erlaielte, daCs dic Polen jcnseit der Duna 
80 Rustwagen nebst den Raub, so sie ans Lyffłand gebraclat, stehen haUeR, welche 300 Hey- 
duckclI bewachten, beorderte er alfl!bald etlichc laundert Manil uberzusetzen, nnd dic Heyducken 
anzuj;rciffell, welches auch so gliicklich ablier, daCs sie diesclbe mehrcntheils niedermachten , die 
¥ferdc aber und Rustwagen nebst der :Beute nacla Kokenhausen brachten. Der General iiber 
die }'innJandiscJae MiIice, Hr. Gustaff Horn, war dazumalllen zu Reval, "on dannen er mit 
2000 Mann EU FuCs sich nach R i g a begeben woltc; alCs solehes den Polcn verkundsehaffet, 110- 
gen ihm 2 Fahnen Husaren, 2 Fahnen 'l'eutseher Ueuter, 2 Fahncn CoCsaken und l Fahne Hey- 
ducken entgegen, die Pafse :.EU verhindcrn, da sic den 23 Septembris an einander gerathen, hat 
.ie der General H o r n so tractiret, daCs ubcr 300 auf dcr Stelle geblieben, mehrentheill Hu.a- 
ren und Heyducken, welche am tapfersten angesełzt, die ubrigen Bind mit der Flucht davon kom- 
men, doch haben die Finl\en auch ziemlich eingebuCset. . II O: 
1l l 'aJ 


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Eben auf denselbigen Tag wurde einc anderc Parthey dcr Schwedi8c1lcn bey Kok c 11- 
laausen, BO einige Stucken bey sich hatte, von ctlieben Fahnen Polen angefaHen, da sich dic 
Schwedischen in 2 Tbeilc getheilct, und die Stiickc, 80 mit Schrot gcladen, auf die Polen 10Cs 
gcbrandt, welchc sehr wol, do cia mei
tentheils dic PCerde getroffen. . Wie nOlI die Polen daruber 
ha Confu8ion geratben, Betzten die Schwcden an, und machtcn alle8 nieder , wa8 nicht entflichcn 
kondte, da blieben dcr Polen 200 Mann und bey 300 alle schonc Pferde. 
Wie dic Polen dergestalt allenthalben geschwiichet wurden, ersuehtcll sie abcrmahlcn den 
Feldtherrn umb einen Stillstand, wclchcr ihnen nicht traucn wolte, da sie aber hoch betheurten, 
daCs der altc Sapieha Konigl. Vollmaeht hattc, einen Frieden auf etIichc Johre zwischen Lit- 
tauen und Lyffland zu machen, bewiłłigtc der Feldtherr einen Anstandt auf etJicJac W ochen, und 
wurde der lO 'I'ag Octobris zu weiteren Tractaten bcstimmct, abcr da beederseits Commissaricn 
zu Sclburg zusammen kamcn, suchten dic Polen dcn Stiłłstand nur auf etlichc Wochen nocb 
zu verliingcrn, darau8 der Feldtherr nar Absehcn bal d mcrekcte, und wolte sieh fcrncr nicht au f- 
halten lafscn. Untcrdefsen hatten sich dic Polen wieder gC8tiirckct, fielcn derowegcn wcitcr in8 
Land, und erobertcn das lIaus S u n tz c I, worauf ein Lieutnant mit einer geringen Besatzung lag, 
dahcr er ohne Wicderstand mit den Polen accordirte und ihnen da8 Hau8 aurgab. 
Den 11. Novembri8 belagerten die Polen dali Schlos Birscn in Littauen, welebes sic 
etIichc Tage damacb 2 mabl nacb einander, doch mit ihrcn grof8en Verlust stiirmeten, und ilarc 
bestc Manuschaft davor verlohren. Dem Belagerer eine Diversion zu lUaclaen, streiffte der Obri- 
etcr AsfersCon andcrseits in Littauen, verbrandte dali StiidtclIen Rakischct, nebst etlichen 
adelichen Hiiffen daherllmb. Dergleichen thatcn die Polen i.-- 
Ly I d it L ł' (D b u r g, naclalłcm 
sie dieselbc aU8gepliiudert, und zogen mit dem Raubc duon, J' 
łndeCsen haUe der FeldUacrr ncbst dcm Gencral II o r n sieb bey W o I m a r gelagerł, 
welchc Gonsiewsky den 24. Novembris zu vcrraschen vermeinte, wurde aber von den Scbwc. 
di8chen iibel empfangen, dafs er 9 Compagnien seines bestcn V olcks verlohr; mit den iibrigen 
begab er 8ich na ch S u n t z c I, welchcn der Feldtlaerr dcs andern Tages lIachsetzte, aber die Po- 
Icn wolten seiner nich t warten , sondern mach ten sieh bey Zcitcn davon. Kleinc Weilc bernach 
Ilattcn sie sicla wieder bey L c m b u r g gesamlet, wurden aber von den Scbweden abermalaJ ge- 
schlagcn und in dic FIuclat gctrieben, I}W 
") Wiirender solcher Zeit hatten 2 Compagnien Polen fast tiiglich unter Riga gestrcifft 
und viel Sehaden gethan. Wic sich aber eelbc den 6 Dccembri8 in eincm Dorffe, 5 Meilcn von 
der Stadł, geleget, wurden sie von 000 Finnisehen Rcutcrn berandt, und bif8 auf 40ffieirer, alfs 
2 Lieutnanten und 2 Foorichcn, aUc niedergemaehł. łmgleichen wurde bey 'I' r e y d c n dC8 G o u- 
wansky Leib-Compagnie, 80 auf, Kund8chafft aU8gcritten, den 19, Novembris von eioer Partbey 
Sebwedcn, dic aueh allfKundsclaafft aU8waren, iibereileł, und bifs auf 5 Personen, so davon kom- 
men, und 2 Gefangcne erleget, da die Sehweden iiberaus statIiche )Jeutc bekommen. Eine an- 
dere Schwedi8ehc Parthey traff S e c kI e rs -110ft" den %7. Deecmbris etliclae Compagnie Polen 
erlegten ihrer I
, und bracia ten 30 Gefangene naeb łUga. t 
Alfli nun dic Polen sieh also bedrenget 8aben, dafs sic 8ich olane VerJust nirgend durff- 
tell schen laCsen, fingeo sie ,,'icdcr an zu tractiren, da der Feltlaerr mit ilanen den 9 Junuarij 


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1627 einen Anstand der Waffen zwiscben Lyffland und LiUauen biCIJ an den negetColgenden Junij 
getroffen, worauf :B i rs e n, in Littanen, den 18 Januarij dcm Hertzog Ch r i s t o re R a d z i w ił ab- 
getreten ulld wiedcr eingelliindiget wurde. Der Obrister, dcr darauf commendirte, bieCs J o h a n 
nenri chCson, wclehcr sich mit gar wcnigem Volcke so tapffer gcwehret, wie obcn gcmclde' 
wordeu; deun da die Scbweden abzogen, waren lIicbt mehr alCs 28 Mann gemeine gesund darunter. 
Gegen Ausgang des Stillstandes begclarten dic Polen denselben noch auf einen Monath 
zu verliingern, weil aber der Schwcdische Feldberr solches abscblug, flel G o n s i e w s k y bey D u- 
ncburg mit 16 Fiilmlein Poleli in Lyffland, und bclagcrte den 8 Junij das SchloCs S cI bur g, 
welches dic Schweden Jahres zuvor den Poleli abgenommen hatten. Ihm folgete im Julio der 
Littauschc Feldherr Sapieha mit 6000 Mann, und lagcrtc sich zwischen Kokenbausen 
Ulad Riga, 
lUitlerweile kam frisch Volck 8US Scbweden, imgleichen der Hr. General Horn mit 
15 Sclliffen und etlichen 1000 FiJmen aus RCV81 zu Riga 8n, dcrowegcn woltc der FeUherr 
auch nich t liinger siiumen, sondern riickte dcn 18 Julij mit 7000 Mann zu RoCs und FuCs nach 
L c n war d c n, da sie eine W cilc still lagen, und brachtcn immittelst durch Hare Parthey-Giinger 
viel Bcute aus LiUaucn Ulul Cuhrland naell dem Lagcr, 
Den 29 Julij gcrieth Gcneral Gustaff Horn, welchcr mit 6 CornetReutcr und 3 Fiilm- 
Jcin Draguner ausgeritteu war, unversehens an ] 1 ComlJagnie Polcn, die ihn mit grofsem Ge- 
sclarey zusetztcn, da cr Anfangs ctlichc Mann verlohr, eudlich aber die Poleu iu die Fluelat 
brachtc, ibrcr etliche, worunter ein Ritt-Meister mit Namen N a z, 1-& vornebme vom 
Adel, erlegte, und 9 Gefangene da't'on brach te. 
Zwey 'fage darnaeh sand ten dic Polcn eil1en 'frompetcr ius Schwedische Lager, uud 
begehrtcn, daCs der Schwedischc Fcldtherr sich im! Feld zu eincr offentlichen Schlacbt stellen 
moclate, Der Feldberr begehrte, Ort, Stelle Ulad Tag zu wiflien, alrsdanu er sich einstellen woUe. 
Wic aber die Antwort ausbliebe, schickte der Feldherr einen Trompeter zu den Polen, sich 
desfals zu crkuudigeu. Abcr au Statt der Antwort brachte dcr Trompeter Nachricbt, daCs die 
Polen ihr Lager angcziindet, und sicb zuruck nacb S c I b u r g, wcłclaen Ort G o n s i e w s k y kurtz 
zuvorn eingenommen, gczogeu haUen. Dcrowcgen brach der Fcldthcrr mit dem Lager den 
I. Augusti auf, dcn Feind zu verfolgen, Wie er abcr den 10dcn Tag darnach dem PolniscJaen 
Lager geniihcrt, Ulad siela bey S c l b u r g iiber dic Duna setzeu woUc, und der Obrister Kor ff 
solclaes mit 2000 Mann zu hinderJl traebtcte, gab es wie der einela starcken ScJaarmiitzel, in wel- 
chem die Polen viel V olcks verlohren, und dic Scbweden 2 Fahl1en iiberkamcn. 
Selbigcn 'l'age8, wie der Obristcr A s C e rs C o n 8uf Kok c n h a u s e u veruommen, daCs dic 
polen auf ihrer Schautze bcy der E was t 60 Teutsche SoJdaten aU8commendirt batten, machtc 
er sicb in der Naclat auf mit 'l'eutschcn Soldaten , und wic er ala die Schildwache komt, lagte 
er, sic wercn aU(lcommendirtc Volcker, eilet alim der Schantzc zu, ersteigt die Wiille, bevor die 
Polen 80lcbes recht gewabr wurdeu, und erscbliigt alles, was ibm vorkombt, In 80lehem Scbrek- 
kcn spruugen vielc illll WaCser, darinnen der Capitcin Dumnoai neb8t hundert oder mehr Per- 
10Uel1 ersoffen: :mO Mann sampt dem Capi te' Zoli d erbach wurden nicdergcmacht, Ulad bey 


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Tast! Doch 100 Teutschen lebendi« 
eCunden, die man geCaogen genommen. AIso sind die Polen 
dlelcr Schant.e nebst 500 Mann vcrlultig worden. ł 10 
Der Feldtherr .ber Ichlug sein Lager gegenuber der Polen und das lIaus S e I b u r g, 
welchel er mit stetem canooirell wehrlofs machtc, und den dergestalt znsctzte, dafs sie den 
18 Augultl, nachdem sie das Haus angezundet, ihr Lager riiumcn und sich nach Semgallen bege- 
ben musten. :Bevor aber solches gcsclaah, sandten lilie einen Trompeter an den Feldtherrn, mit 
Bericht, daCs liIic das Haus S e I b u r g dem Hertzoge von Cuhrland iibertragen, vcrhoffeten also, 
die Schweden wiirdeo solchcs ungehindert larsen. Darauf gab der Fcldtherr zur Antwort: dafs 
diese Festuog dem Reiche Schweden abgenommen word en , selbige mustc er wieder haben, Ulad 
gestiindc weder den Polen, noch dem lIertzoge von Cuhrland das geringste davon. 
Nachdem die Poleo von S e I b u r g weg warcn, belagertc der Schwedischc Feldtherr D u- 
n e b u r g, welche er den 29 Augusti mit sturmender lIand eroberte, darinnen 300 Polen ersclala- 
geo, 9 Ritt-Meistere und 60 andere PoIclI geCangen word en , viełe sind ills Wasser gesl)rungcn 
und darin ersoWcn, denn die Bcsatzung bcstund in 500 Mann. Glcich denlIciben Tag bckamen 
die Polen das lIaus Daleo ein, nachdcm sic es 2 mahl gesturmet, und bey 300 Mann davor 
verlohreo. Die Schweden aber streiffeten in Littauen biCs auf 2 Tagereise von W ił d a u. 
Den 8 Octobris Iiefsen sich unter Riga 2 Fahnen Poleli sehcn, und hintcr dem Vogcl- 
IItang-Bcrgc laielten 1000 Rcuter und 3 Fahncn Tcut8che M08l}Vetirer, von welcheo der StaU- 
halter kcinc Kundscbafft haUe, sand te also den andern 40 Teut8che Rcuter und 200 Mann Smaa- 
liinlilchcr VOIkcr entgegeo, die sich Anfaogs woj hielten, aber da der Polnische IJinterhalt dazu 
kam, wurdcn dic meiste Fus- Volckcr nebst 6 der Schwedischen Reutcr erlegt, der Statth8lter 
diirWtc ihnen kcin Succurl!l l!Ienden, weil nlelat obrig Krieges- Volck in der Stadt war, und man 
vernommen, daCs diese unerwartcte Giiste durch einige Verriither alłgelocket worden, derowegen 
auch die gantze Biirgerschafft biCs an den 24 Octobris im Gewehr war, und die Wache auf dcm 
Marcktc hogatcn Fleifses versahen. 
Ao.1628 den 22 Januarij gab el abermahl ein 'l'reffen unter Treyden zwischeo Gon- 
siewsli und Gustaff IIorn, wclclaer our 1000 und etliche łmudert Mann Schweden und Fio- 
oen bey sich hattc, da bede ParUaeyen unterschiedlichc Mahl tUIIWer an einander gesetzt, rete- 
rirłen sich dic Schweden unter ihr GescIaii tz, und die Polcn behielten das Feld. Es blicbco 
damahl eUiche hundert dcr Schwedischen, und die Poleo brach ten , laut ilarer eigenen Officirer 
AuCsage, welche darnach bey N e u e r m n h I e o die Gefangenc austauschten, nicht wcniger alfs 
120 SchIitteo todte und verwundcte davoo. Diese bekandteu auch, daCs die Polen bereits im 
Sin n gehabt, das Feld EU riiumen, lO fcro die Finnen ooch elnmahl angesetzt hiitten. Nicht 
dcsto wenigcr machte G o n s i e w s k i diese blutigc, doch geringe Victorie In seinem Schreiben an 
die Littansche Stiinde Bchr gros, indem er gar Zn ruhmriitig berichtet, dars er nunmehr die Schwe- 
den biCI aufB Haupt erlegct, womit doch die befser wlfsende ihr GeBpott trieben. Und wie nichts 
verdriefslichers, alCs ein Feind, dcr nur Sclaliige EU empCangen gewohnt, wenn er Im wenigsten 
Luff t Bchopfet; so durffte er auch, da der Littausche Feldherr an ihm geschrleben, dafs er mit 
den Schweden ein Stillstaod treHen 80lte, vermeClenUich antworten, dafs soJchel nunmehr, weil 
e d' Schweden gantz erJegt, unmiiglich wirc: Und da der Schwedische Feldherr auf dCl Lit- 


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tauschen Feldherrn Anleltung ihm, Gon8iewsld, einen Anstalt der Waffen angeboten, diesen 
ungcreimten Bescheid geben: daCII solches BO unmiiglich geschehen konne, alC. wenn man Abo 
und S t o e 
 h o I m an einander fiigen wolte, weil ihm nunmchr da. gantze Land nieht entstehen 
kondte. Nicht dcsto weuigcr Hef8 der Littausche Feh1herr dem Schwedisclaen Feldherrn mel- 
den, daC., weU Ihr Konigl. MayU. in Prcufsen mit dcn Polen eineo Still.tand auf 6 Monathen 

etroffen, darinnen L,ffland auch benandt were, alfa Bolte mao auch denselben in Lymand hal- 
ten, Worauf der Feldh
rr zur Antwort gab: dafern die PoJen aus LyffJand ziehen wolten, 80lte 
dcr Stillstaud auch gehalten werden. Gonsiewski aber haUe sich bey Kirchholm gelagert, 
in Meinung, deo Rigischen die Zufuhr zu benehmcn, mad weiI General Horn nach Ehstland 
,'erreiset war, mehr Volekcr alda aufzubringen, vermeinte Gonsiewski, Er wire gantzlich ent- 
wichcn, sandte dero\Yegen etliche 'fausend Mano onter den Obristen Korff, Snanky und 
L a tz k Y bin mld wieder ina Land, dafselbe kahl zo machen. Inzwiaehen .kombt Herr G u s ta fr 
Horn angezogen, onderhiiltvondemObristen Allfersfon Kundschafft, daCs derObriater Korff 
mit seinem V olcke sich bey E r I a aufhieUe, commendirte alao den Rittmeister A d er k a es mit 
400 Reutern dahin; dieser traff den 26 Februarij des Obristen Korff Lcib-Compagnie ond eioe 
Falme 'feutschcr Reuter, 10 Rittmciater Wiegand commendirtc, im Erlischen Hoffe, erlegt ih- 
rer 220 Mann, Ulad bekombt die iibrigcn mehrenthcils gefangcn. Rittmeister U n g e r n aber, so 
mit seiner Fahnc im negsten Dorffe lag, alfs er das SchieCseo gehoret, warll sich auf dla ftiich- 
tigc FiiCsc, und entlicf alao lein Ungliick. i 
Untcr dieaen Verlauff trifft lir. Gusta ff lIorn den Obristen Sn.nlcy bey Wendeu 
mit 400 Mana in einem Dorffe an, dic sich aua den Kahten mit SchieCsen zu webreu .ucbten; 
wurdcn abcr mit Fcur belegt, daCs sie sich herausbegeben miisten; da gab es elneu kurtzen 
Sclaarmiitzel ab, in welchcm 300 Mann Polcn niedergcmacht wurdcn. Der Obrister Snanky 
uebst ctlichen Offlcirern und andcrn Gefangenen wurdcn Dach W olmar gebracht. 
Zu LemIlei lag der Obristcr La tzky mit scincm Regiment; dem wolte Hr. GushU 
II o r n auch zusprechcn; Er hatte sich aber mit :Bauren versterckt, und erwartete seinel Felnde 
iu guter Ordnung, welche abcr von den hart ansetzendcn Schweden bald gctreamct wurdeD, darober 
die Polen, nacladem sie in 520 Mann eingebiifset, und der Obrister sampt viclen Offtcirern auf 
der Wahlstatt geblieben, den Riicken kcJaren und die Flucht nchmen miisteuj die Schweden brach- 
ten viele Gefangelłe, :) lIchone }'almen mad andcre gutc :Beute davon. Diesem nach salłdte G o n- 
siewaky den 7 Martij elnen Trompeter an General IIorn, mit :Begehren, dafs man erlauben 
lDochtc, die Todtcn bey E r la, We Ił d e n und L c m I e I zu begraben; \Yard abcr mit dicser Ant- 
wort abgcfcrtigct: daCIlee nicbt geschehen konte, in Betracht, darli lolchel dcn Sch\Yedillchen, 
80 bey 'l'rcyden gcbllebelł, von Gonsiewsky gewegert word en, wclcher gesagt, daCs die Tod- 
ten zum IIpectacul auf dem Felda miisten bclicgen bleiben. t 
Folgenda fcrtigte er 2 Trompeter ab an den Schwedischen Fcldherrn, omb der 'fodten 
Beerdigung, imgleic:hen umb ' n Stillstand anzuhalten. Wegen der Todten ilt ihnen, wie ob- 

edacht, geantwortet worden. Aufe .ndere aber, d.Ce ihm were Zeitung kommen, .UII soUen 
die Schweden, 110 G o n II i e w a k I aIJe erschlagcn, wleder lebendig worden seyn, ond die lebendi- 

en Polen verschlullgen baben. Er kondte wegen der echweran Belagerung nicbt da.u kom men, 


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mit ihm umb Friede zu handeln, und were dieses ja, seiner eigencn Aufsage nach, so unmiiglich, 
alf. Abo Ulld Stockholm an einanrler zu fiigen. 1 j u 
t t Dcnnoch hielte Gonsiewski weiter umb einen AnstaIt der Waffen an, be&elarte aber 
bm
 zu deCsen Ausgang im Lager vor Kir c h h o I m mit seincm Kriegs- V olcke zu bleiben, wclchea 
ihm der Feldhcrr giintzlich abscblug. Endlicb, nacbdem er das Land an den Oertern, wo er fiir 
den Sclaweden siclaer seyn kondte, auspliindern larsen, brach er mit sciner Armee den 20 Martij von 
Kirclaholm auf und zog in Semgallen, wosclbst er daa Haus :Bausie bclagerte, welches ein 
Major, so darauf commendirte, den 7 May, aus Mangel dcs Pulvers, iibergcben. 
Inzwisehen starb der Gouverneur, lIr. Swante :Banier, zu Riga den 1 Aprilis; ilam 
folgcte durch den zcitlichen Tod bald darauf der tal)fere Obrister Christol)h Asfersfon' den 
16 May, Ulad wurde zu Riga begrabcn, dei IIrn. Gouverneurcn Leielmam aber wurdc nacla 
Schweden gcbracht. So ist auch in sclbigen Jahre Hr. Philip Sclaeding von Ihr K. MU. zum 
Gouverneuren iibcr Ebstland vcrordnet. 
ł Gegcn dcn Herbst wurdc der Schwedische Feldberr, Graff J a c o b d e I a G a r d i e, von Ihr a 
Konigl. MayU, aus Lyffland abgefordert, weH Ihm die Direction dcs Kricgca-Collegij anvertrauct 
worden, derowcgen er auf Konig!. Order das Commando iibcr die LyOiindischc Milice dem Hrn. 
Gencral Gustaff Horn iiberlieCs, ging den 27 Scpt, zu Schiff, um] segclte erstlich nach Preu- 
flen Ulad dann wcUcr nach ScbwcdeD, 
Mitlerwcil laaUen sich die Schweden in Lyffłand sehr gesterckt, Dud bey Lenwardcn 
iłar Lager geschlagen ; alCs sich aber der Funt von Cuhrland befiirchtet, dafs es \vieder zu ei- 
Den blutigen Gefecbte gcrahten mocbte, Ulad seine Liindcr untcrdcssen hcrlaalten miisten, braeJate 
Er CI durch Oeifsige Interp08itlon endłic:h dabill, dars ein Anstalt der Waffen zwischen bcden 
Partlaeycn von den 24 Decembris lauffenden birs den 4 MatUj darauf folgenden 1629 Jahres g - 
schloCsen, lacrnach aber bifs an den 4 Junij, und abermalaJ den l Augusti verliingert worden. 
1. Da man nun im selbigen Monath die Friedenshandlung zwischen beden Cronen auf Untcr- 
handlung dcr Frantzosiilchen und Englischen Gesandten in Preufsen wicder vorgenommen, ist 
endlich dcn 16 Septcmbris cin Sechsjiibrigcr StiIlstand zwi8chen Schwcden und Polen gcscblorsen 
wordell, da Ilu Konigl. MayU, zu Selaweden dem Reiche Polen eha TheH Prcursen wicder abge- 
treten, und die Scckanten, alfs Pili au, Mcmcl, Elbing, Braunsberg, Fischhausen etc. 
nebst Lyffland (ausgcnommcn Cuhrland und Scmga1Jen) behaItcn, 'Die Gesandten Schwedischcr 
Seiten waren: lir. Axc I Ochscnstern, des Reichs Sclaweden Cantzler, Hr. Herman Wran- 
gcl, FeldmarllJchalck, und Hr. Johan Banier, Obrister. 
In dielem Jahre ist Hr. Johan Skytte, Freyherr zu Duderhoff, der Rciche Schwe- 
den Rath, zum General-Gouverneuren iibcr Lyf- und Ingermanlalld sampt Carelen verordnet wor. 
dcn, und weHen Ihr Konigl. MayU. diese Oehrtcr in geruhigcn Bcsitz bekommcn, auch nicM wc- 
nig Hoffnung zum bestiindigen Frieden sich blicken larsen, babell Sie, unangeselaen dcs Ichweren 
Krieges, damit I, K. MayU, behafftet gewelen, sielI dcnnoch der gniidigen V orsorge fiir des Lan- 
des W olfarth und Aufnehmen niehtl hindern laCsen, sondern zu D o r p a tein Konigl, Hoffgericht 
verordnet, imgleiclaen cine Trivial-Sebulc von dreyen Collegcn, ncbst eillem guten Gymnasio "on 
8 PrQf.essoreD lufgerichtet. Aber "eH I. K. MayU. iD alle Wege dJbin getracbtct, wie sie ie 


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obgedachte Provincien erbeben und in WolIstand bringen mochten ; alfs haben sie das Gymnasium 
mit 16 Professoren zu eincr Universtitiit gcwidmet, und den 15 Octob. 1632 solenniter introdu- 
circn lassen. Dem Introductions-ProceCs baben nachfolgende bcygcwohnet, alCs ,-ornemlig8t der 
lIr, Rcich8-Ratla und GeneraI-Gouverneur, lIr, Joban Skytte, der Ur. Reichs-Rath und Pracsi- 
dent im Dorptischen 1I0ffgericht, Hr. Petrus Sparrc, nebst den 8iimptlicben 11m, Asscssorcn; 
von wegen der Eh8t - t1nd Lyfliindischen lłitterschaft, B e r n h a r d T a tI b e und M a g n u 8 N i e- 
roth; wegen der Stadt Riga, Gotthart Wclling; von Reval, der Bllrgermeister Georg 
Wangcrf8en łIIad Andreas Stampchl; wegen des Revalschcn Ministerij, M. Ludovicu8 
Dunte; imgleichen die :Burgermci8ter von Doq)at, Niclas Taschen, und von IJernau 
, 
Friedricb Peitman; anch von Narva, dcr Stadt-Secretarills l\lartinus Hendosius. Der 
crstc Rector MagnificlIs war Hr. Jacob Skyttc, Freyberr zu Dudcrhoff, um1 Pro-Rector, 
Doctor Audrcas Virginius, Thcologiac Prof, Primarius. 
Welcher Gestalt Ihr Konigl. lUaytt, inzwi8ehen und absOlIderlich des Jahres 1630 mit 
I dem Teutschen Kayser in Feindschafft geralaten; imgleichen was in dem achtzeheujiihrigeu Kriegc 
vorgdauffcu, ist "on viden dcrgestalt bcschrieben, dafs ich solches anzufiihren fUr unnotig erach te. 
Und ob ich zwar anfiinglich dcr Mebmug gewesen, dicser Lande von Adel ruhmlicbe Thaten so wol 
im PreuCsischcn, alfs Teutschen, und darauf Ao.16-&3 erfolgten Diinischen Kriegc, anzuziehen, hat 
hat es sicla dCOllOch also nicht scllicken wolIen; angeschen, daCs die Erzehlung vide zu dicsem Lande 
gclaorige Gescbichte lłacJl sie ziehen, und also dicse meinc Arbcit, so mir iiber Verhoffell untcr 
den lliindcn gewachsen, Iłoch weitliiuftigcr und dem Leser also verdrieflilicher werden rnocbte. 
lIare Konigl. MayU, abcr, nachdem Sie Cast in anderUaalb Jahreo den grostcn Theil 
Tcutscblaudes sich bemiichtiget, unglaublichc viele Stiidte mld Festungen erobert, die vcrtriebenc 
Fiirsten łIIad die bedriingcte in ihre Landc und ,-origc Frcyhcit eingesctzct, da sie in der Sclalaeh- 
tung vor Lii tz c n wehrcnder Action ein wenig von der Armće abgeritten, ihre V ortbeil abzu- 
sehen, geriethen unversehens den Kayserlicbcn zu nabe Ulld wurden dariibcr in den linckcn Arm 
gcsclaoCsen, und wcil dic Wunde bcfftig blutcte, von Hertzog Frantz Albrecht, der bey I. K. 
Maytt. war, gerathen, sicll an eincu sichercn Ort zu begebcn und sich verbindcn zu laCsen; un- 
terdcCscn abcr, wegcn cines eiugefallenen dicken Nebels, wozu auch der R.uch vom Pulvcr Ilalffe, 
,'erirreten sich Ihre Konigl. l\bytt, Ulad gerieUacn nebst zweyen Sattel-Kneclaten an eine Parthey 
Kayscrliclacr KiiraCsierer, lIar Konigl. MayU. haben zwar beedc Pistolen gcloset und sicla dar- 
nach mit dem Degcn deCcndirt, wurdcn abcr von zweyen todtlichcn Wunden, alCs durela den 
KOI,ff und dureII dcn Leib, getroffen, daCs sie alsobald todt d.niedcr tielen, und die groCsc Tren 
und Eyfcr zu Errcttung Dero Reiche , wie auch der Teutschen Freyhcit uod Religion, mit Ih- 
rem Koniglicbcm nIuthe versicgelten. Nicht dcsto wenigcr gab dcr hochste Gott durch I1ertzog 
:Bernhart'8 von Weimar vorsicbtiges und tapłreres Verhałten dcn Sieg, also daCs łbre Konigl. 
MayU" wie dcr tal)fferste I1eld dcr Wclt, siegend gestorben, allermaCscn Sie bey lIarem Leben 
eiocn solchcn Tod ołft gewiinschet baben. Dic KoniglicJae Leichc wurde nach erhaltenem Sicg 
aufgcsueht, umI nebst beedcn Sattcl-Knccbten, deren einer noch gelcbct, und wic es zugangen, 
erzchlet, ge{unden, Ulad erstłicb Dach N a u m b u r g, deun durch \V i tt e n b e r g nach W o I g as t, 
von da aber den 15 Junij 1634 mit gebiihrendem ProceCa naclł Schwedcn abgefiihrt, welcllc den 
Mon. Liv, ant. II, 4 


--, 
;.id."!'., 
(Wf -4 
",'lir. , 


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21 Junij vor Stockholm angelanget, und bald darnach daselbst in der Ritterholms-Kirchcn be- 
gr
ben worden, Aur dem Grabe stehen folgende Worte: . J I 
(J 


.cJu 


In angustijll jntravit 
Pietatem amavit . 
1I0ltel proltravit 
Regnum dilatavit 
Svecos exaUavit 
Opprellol liberavit 
Morienl triumphu.vit. 
Ihr Konigl. MayU. bogstruhmlicbeu 


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116 


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Andcnckcns folgcnde V crse 


In 1'eutscbland wurden 
zu Ehren gemacl1t: 
Dal Scllweden- und Teutsehland, der lIimmcl und die \Vclt, 
Der Kricgcr und Scribcnt, dic hobcn unscrn IIcId 
Glcich unter lich gcthciU; denn einen lolchen Riellen 
Kan nicht ein eintzig Grab in lIcinem Circk belchlier.cn. 
De. Sehwede hat den Lcib, weil er ihn erst gebahr, 
Der Teutlch' behiHt dal lIertz, weil el ihm gunltig war, 
Der lIimmeI hat die Secl, die Welt den Ruhm bcrohtcn. 
Der Krieger Ren und Leyd, der Schrciber leine Thatcn. 
So Ilot an diesel Grab ein je der lein's gewcndt, 
Schwcd, Tcutscbcr, lIimmcl, Welt, dcr Kricgcr und Seribcnt. 


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II 


Grabs chrifft. 


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o forlche nunmehr nicllt, wo Ich 
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t bin hln 
Gnug ist mir und dir, dars ich gcwelcn bin; 
Wcnn aber mir ein Grab dem Muhtc glcieh IOIt wcrden, 
So 'Were viel liU klein dal clritee Theil der Erdcn, 
Nacb hogstgedachten Koniges Todc wlIrde Dero eintzlge Tochtcr, Friiulein Christina, 
welche damablcn noch unmundig war, gleich wic Sic bey lIares hochst8chl. IIrn, Vaters Lebeu 
zum Regiment erkobren, al80 jezt dazu von allen Stiinden des Rcichs einlaelliglich bestiitiget. 
Wehrendcr ilarer unmiindigen Jabre abcr stunden dic {) Konigliche V ormu.nder dem Regiment in 
Schweden vor. {1 
Anno 1635 im Anfang Julij, alCs der Scehsjiihrigc Stiłlstałlłl mit Polcn zu Endc war, 
und der General-Gouverneur, Herr Bengt Ocheenstern, sich keine. Ueberfal. von den Polcn 
be8orgcte, sintemahien beeder Cron Legaten in Prcufsen mit einander im yollen 'ł'ractiren stun- 
den, und dahcro dic Grentzc nicht mit Volck besetzet, den feindlichen Einfall ZłI hindern, setzete 
dcr Littauschc Feldhcrr, Christopher Radziwił, mit 6000 Polen und 1000 'feutschen iibe.. 
die Duna bcy der Oger, uud Iiefs daselbst einc Briickc von Strausen machen, damit er freyen 
Paf. nach Scmgallcn, Cuhrland und Littauen haben mochte. In ScmgalIen abel', gegen seinem 
Lager iiber bey der Oger, liers er eine Sclaantzc allfwerffen, und eelbige mit Volck und Ge- 
sch\itz ",ol verschen, ruckte darauf wciter ins Land, und iibcrraschete die scbwiichste Hiiuscr, alf. 
S o n tz e I, L e m b U r g uud and er e mebr, Jier. da. Getreyd einerndten, und flngcn die Polen an, 
.11 la. ,vi.1 


, 


--
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alCs weren sie in ilarem eignell Lande hauszulaa1ten, biCs endlich das Schwedische Kriegs- Volck 

ich zu R i g a versamlete Ulad bey der O g e r sich lagcrte, da der Ritt - Meistcr O tt o von 
M c n g d e n das lIaus S u n t z c I mit Petarden ofnete, Ulad darinnen iiber 100 Mann Polen erlegte. 
So gcschahen au ch unterllchiedlich andere Sclaarmiitzel zwischen bceden Parthcyen, doch mit 
geringem V ortheil der Polcn, derer eigncn Bekiindtnis nach, wchrender Zeit, bies in Lyffland der 
Friedc geschlossen, ihrer 650 Mann, auf Schwedischcr Seiten aber keinc 100 Maml geblieben. 
[mmittelst waren die Schwed- und Polnische Gesandten offt zusammen, da die Schwedi- 
schen denen andern gnugsam demonstrirten, daCs ein dreyfsigjiihrigerStillstand zu Stumsdorff 
den 1 Julij geschloCsen; abcr dic Polen stelleten sich, alCs wustcn sic nichts davon, damit sie 
mitler Weil Zeit haben mochten , ihre :Beutc aus dem Lande zu fUbren. Endlich wurdc (len 
21 Scptemb. der Stumsdorfłische Friedcns-Schlus von bcedcn Thcilcn angenommen, und qvittirten 
die Poleli das Land. 1 b I I 
ł Obgedaehter Vertrag ist auf Unterhandlung des Koniges in Franekreiela, L u d o v i ci XIII" 
und des Koniges von Gros-Britannicn, C ar o li, welehc ihre ansebnlichc Legatcn bcy den 'fracła- 
tcn gehabt, geschlossen worden. Die Legatcn Schwedischer Seitcn waren Gratf PetruI Brahe, 
Graff zu Wisingsburg; lIr. Hcrman Wrangel, Rcichs-Rath, Fcldtmarschalck und Ritter; 
lir, Akc AxelCson zu Gocksholm, Reichs-Rath; lir. Johan Ochsenstcrn Axclfson, 
Konigl. Maytt. Secrct-Rath; Ulad Hr, J o h a n N i c o d e m i, Konigl. Secrctarius und Commissarius 
der PreuCsischen Armc!e. Polnischcr Seiten abcr Herr Jacob Zadzick, :Bischoff zu Culm 
und Pomezan, Hertzog zu Sewericn, Gro8-Cantzler in Polen etc.; Ur. Raphael, Graff zu 
LeCsno, Woiwod Biclsky und lIallptman auf RubieCsowo; Hr. MagnuI Ernst DOllhoff, 
I1auptmall auf Wiirtzburg; Hr. Remigio zu Otack Zalcsky, Reichs-Rcferendarius; Hr. 
Jacobus zu Sobiezyn Sobjesky, Reichs-Vorschncider und Hauptman au CrafsJlutaw 
etc. Die Stillstands-Puncten sind folgende: 
l. Es sey nunmehr von heut an ein Stillstand der Waffen zwischen dem Durchlcuch- 
tigsten Fiirsten und Herrn, Herrn Vladislao dem IV., Konige in Polen, Grosfiirsten in Lit- 
tauen etc. etc., unscrn aUcrgniidigsten Herrn, Ulad I, K. MayU. Nachfahrcn, (len Konigen in Polen 
mld Grosfiirsten in Littauen, und der Cron Polen nnd dem GrosfUrstcntJaum Littauen an cincr 
Sciten: Und zwiscJaen der Durchlcuehtigsten Fiirstinnen und Friiulein, Friiulein Christinen, der 
Schwcden, Gothcn und \Venden bestimmten Koniginnen, Gr08fiirstinnen in Finnland etc. etc., nnd 
Utrcr MayU. Nachfahrcn, die Konige in Schweden, und der Cron Schwedcn an der andern Seiten, 
dic nachfolgcnde Sechs und zwantzig Jahr iibcr, von dato dieses an zurcchnen biCs auf dco 1 Julij 
aUcs Styls des 1661 Jabres. 
2. Alles, was von beyden Seiten feindlich gchandclt, sol in Vergellsenheit gestellet wer- 
den. Insonderheit sol KOlligl. Maytt. und deCsen Nachfahren, die Konige und das Konigreich Po- 
len uml Grosfiirstenthum Littauen, bey wehrendcn Stillstand aUcr Feindthiitlichkeit wicder die 
Konigin Ulad die Cron Schweden, Ulad denen durch Mittel oder ohne Mittcl uotcrworfenen Pro- 
vincien, SchliiCser, Stiidte und Gcbictc entbaltcn, und nicMs, weder fUr sich oder durch jemand 
andcrs, sieh unterfangcn, fiirnelamcn oder fiirnehmen lassen, zu Dcro Naclatheil und Priijuditz. 
Gleicher Gestalt 1I01len die Konigin und deren NacbCabren, die Konige Ulad die Cron Scbweden 


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bey wehrcndcm Stillstand aner Feindthiitligkeit willer dcn Konig und die Cron Poleu und das 
Gros-Fiirsteuthum Littauen, und denen durcb Mittcl oder ohne Mittel untcrworffencn Pro\'incien, 
ScblOfser, Stiidte und"cbiete enthalten, uml nicIats, wcder fiir sich oder jcmand andcrs, sich 
unterCangen, Ciirnelamen oder fiirnelamen laCsen, zu dercr Nachthcil Ulad IJriijuditz. 
3. Dem Durclaliiuchstigen Konige Ulad der Cron Polen sol die Durcbliiuchstigc Konigin 
und die Cron Scbweden wicder einriiumcn daCselbigc Tlacil Prcursen, welches sie birll ania ero 
eingcnommen nnd bcsitzet, jedoch also, daCs dic P i I a w dem Cularfiirsten zu :Brandenburg und 
Ilertzogen in PreuCsen obn Mittel wieder zugcstcllct werde, dieselbige mit dcm Redate zu bc- 
8itzcn, wic er fiir diesem Kriege gchabt. ł-ł ' (. 
r. 4. Ju Ucbergebung abcr derselbigen Oerter sol dis in Acbt genom men werdcn, daCs, 
nadadcm den Schwedischen Commissarien Ihrcr Konigl. MayU. in Polen Ratification Ulad Geneem- 
laabung, lIIad der Pohaischcn Commissarien, welche dureh den Reiclas-Abschied an des Konigs Sei- 
ten von der gantzen Cron vcrordnet seind, cingewalldte V ersiclaerullg, daCs der gautzcn Cron 
lłati6cation uod Versicherung mit clacstem sollc eingebradl t werden, wird eingelaiindiget seyn, 
sol Maricnburg mit dem grofsen Werder, Sturn, Braunsberg und Tolkemit mit illrem 
Gcbiete, nachdem die Besatzung abgefiilaret, iiberlieffert werden in Hiindcn dcr Commissarien (Ies 
Koniges und dcr Cron Polen; das JJaubt aber und Junckertreil (1) sol in Gegcnwart beyder Par- 
ten Deputatcn geschlichtct werden, uud der Grund und Bodcn ill ren zugelaorigen I1erren Ileim- 
fallen, und sol das Kriegs - V olck von beyden Thcilcll abgcfiihrct werdcn innerlaalb derselbigen 
Zeit und mit dersclbigen \V eis e Ulad Ordnung, deren sieh die Generalen bcyder Tlacilc vercini- 
gen wcrden. E I b i n g aber mit aeinem alten Gebiete und dem kleinen W crdcr Ulld Sclaantzen 
darauf gebauet, also auch P i II a li mit demselbigen Theil dcr Narung, die dazu gcboret, 80IJ Ko- 
nigI. MayU, Ulad dic Cron Sehweden iulaalten, bifs die Ratification uud Gcneembabuug der gantzen 
Cron Polen folgt; wann aber diesclbige wird cingebracht seyn, so sol sie alsdann auch diesel- 
bige Verter innerlaalb vicrzchen Tagen, nachdem die llesatzung olan der Inwolmer ScJaaden wirda 
abgefiihrct seyn, wieder einriiumen, dabey dieses in Acht zu nehmen, daCs alle :Befcstigungcn und 
Schantzen, so zu E l b i n g aufgcriehtet, in cbcn demselbigen Stande gclarsen wcrden, da in sic 
ietzund sind, uud mit dcr Verwahrung. wie fUr diesem Kricgc. 
5, Nacla Einriiumllng allcr Oel'ter sollen die Zoile in denselbigen Stand und zu dem 
Itechtc ałsobald wicderumb gebracht werden, darin sic fUr diesem Kricgc warcn, also daCs eine 
Glciclaheit in allcm gehaltcn werde, wie. es fUr diesem gewesen. 
L I I 6. AlIe Actcn, Urtlaeil Ulad Decretc, es scy wiiCserley lalstantien oder Gericlate, Ver- 
schreibungen, Contracten, Vertriige nnd alles andcrs, was dem gemcinen Statui oder Stande, wie 
derselbigc fiir dem Kriege gewescn, nicht benimbt, oder durcIa diesen Vcrtrag nicIat allsdriieklicll 
ansgenommen ist, cs sey zur Zcit des Kricges od er Stillstandcs, durclI der Obrigkeit Authoritiit 
Ulad gericlatlicla oder au filer dem Gerichtc gehandelt, soIJ seinc vollige Kraft haben, nicM andcrs, 
alfs ob .1ICi bey \'origem Zus tan de gehandelt wcre, und 
einc Veriind uUg der Uegieruug und 
der Obrigkeit jc dazwisclacn eingekommcn were. I 
7, ha Lyfflalld sollen beyde 'l'lacilc, wie sie bei verflofsenem Sec:lasjii rige
 Anstande in 
llesitzung gewesen, alfll aucla dic ts Jahrc ha :Bcsitzung v bIciben. 


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8. Dcr Konig und die Cron Polen soli die8clbigen Stiidte und Liindcr, welche sie wie- 
der unter ilare Bothmiifsigkeit ncllmen, sampt deroselben Obrigkeiten, Communcn, :Biirgern, Eill" 
wohncrn und samptlidaen Untertahncn, bester maCsen fiir Sehaden bcschiitaen, und mit vorigcr 
Clemcntz und Gnaden umbfangen, bcrgen und ,-crtlliidigen, Uład sollen dieselbigen aUc und jede 
genjefsclI ihrcr Giiter, Jł.cchtc, Prh'ilegien und lacrgebrachten Gewohnhcjtcn, sowol Gencral und 
gemeiner alfs spccjalcr, ohne einjgc Ausnahmc, deren sic fUr diesem Kriege gcnoCsen. Insonder- 
hejt abcr sol dic Stadt Elbingen bey dem Gebrauch dcs Sigeis der Lande Preufscn und dcr 
gcwohnlichen StelIc im Sitzen crhaltcn werden, nachdcm sic Ihre Konigl. MayU. den gcbuhrcn- 
den I1uldjgungs-Eyd wird geleistct haben: dabey in den wieder eingeriiumtcn Ocrtern die Uebung 
der Evangelischen Religion, wic sie ,'or dicscm in Brauch gcwescn, sol frcy gelaCsen werden, 
wic dann auch die Uebung der Catholischen Religion frcy verbleiben sol, insondcrhcit in der 
Pfarr-KircJacn dcr aUcu Stadt Elbingcn, wie es vor dem Krieg gcwesen. 
D. Allc Klagen wicdcr dieselbigeu, welche dcr Konigc und Kouiginnen in Schweden Par- 
they auf irgcnd ciue Weise gcfolget odcr damit beschuldigct wcrdeu, wes Standcs und Ordcns 
sic aneh seyu, sie habcu eiu Pri\"8t-Lcben gefUhret, oder habcn offcntliche Aembter vcrwaltet, 
und seyn dcr Konigl. MayU, und der Cron Schwellen Dicnste verbuuden gcwesen, sie mogen an- 
gestcllet \Vcrden, oder seyn schon angcstellet, sollen biemit aufhoren, und da sie schon angc- 
strenget, sollen sic aufgehoben seyn und zu keiuer Execution nimmermehr gclangen, Ulad sol nie- 
mand wegcn deCsen, was in wehrendem Kriege odcr Austande durch Gelegenheit des Kricges odcr 
dcs Anstandes fiirgelauffen, jemande zu antworten schuldig seyn. Da auch dem zuwider etwatl 
fiirgcnommen oller gcschcheu, Otler etwa cin Urthel odcr Decret in Abwesenheit dea Parten er- 
haJten, daCsclbige sol nielatig nnd keiner Wiirdc seyn. 
10. Da cinem odcr mchren nidat gefaUen mochte, in dcn eingeriiumten Stiidten oder 
Gcbietcn zu verbleiben, SOlIdem vielmehr seine W ohnUllg zu veriindern und sich anderswohin 
zu bcgeben, so solł ihm frey scyn, inncrhalb drcye Jahrcn, von dato dieses an zurechnen, dal 
seinige zu verkauffen, odcr andern zu vermieten, od er nacla seincm Gefallen zugelaCsen, olm 
einigc V crhinderung oder Auflage, UIlter waC8crley Schein diesclbige auch moge darauf gczogcn 
wcrden, jedoch den alten Redlten Ulad hcrgcbraciaten Gewolmheitcu der Stiidte nichts benommen, 
11. So einem oder dem andern aus dcn exulibus Ulld fliichtigen, wclchc auC8cr dem 
Rcicbe Schwedcn sich bey den Polen aufgehaltcn und der Konigc in Polen Parthcy gefolget, in 
ihr VatcrJand umb irgeud einer Ursaehen .willen wiederzukchrcn geliebeu mochte: dic 80llen umb 
ein frcy Gcłeit anhaltcn, wclehes, w nn sic rJanget, so mogc sie der Ge etzc und Statutel in 
Schwedeu W olthat genieCscn. b,')w 1 hm 'I 'I 'I 11m 'I 
. ]2. III denen Oertern, welche Jaut dieses Vertrages, zu was fiir Zeit es auch sey, wie- 
der einzureumen 8eyn, soUcn alle Kirchenmobilien aufricht also gclaCsen werden, wie sie jetzUlad 
gcfundclI wcrden, alfs da 8ind geistliche Gefiis und Klcidcr, Glockcn und was sonsten zum Ge- 
brauch der Kirehen dieuet; imgleichen die Cantzelcy -lIucher, Privilegien und offcntlichc Acten, 
Im Fali aber durch def Leułfte Gefiihrlichkcit eiucs oder daa audere ,on dcn Soldaten wegge- 
riC8en, od er aus audercr Lcutc NacbliiCsigkeit vcrdorben were, sol kęjge ferncrc inqvisition odcr 
Nachfragc gescheJlcn, Uład niemand zur Erstattung gezwungen werden. Imgleichen die Stiickc und 


4 
. 


....... 


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Geschiitze, wclche zur Zeit der Einnchmung gefunden word en, und in dencn Stiidten und Oertcrn, 
welche da lollcn elngeriiumet werden, noch Ciirhandcn. sollen daselbst gclafscn werden. 
13. Wegcn deCsen, was in wehrendem Kricge durch das Fiscalischc Rccht jemand ab- 
genommen, und entweder in die gemcinc Kammer eingebraeht oder jcmande gescbcnckct, hat man 
lIich also "ereiniget, dafs die unbewcgliche Giiter, sic seyn dcm Konige und dcm gcmeincn Regi- 
mcnte oder Privatpcrsonen zustiilU1ig, dercn VerscJaenekung von beydcn Scitcn gcsehehen, so sie 
den Donatariis schon iibcrlicffcrt, ilaren alten Besitzeru wieder zugcstellct wcrden, so sic aber 
nicht iiberlieffcrt, bey ihren Herrcn "crbleibcn: dabcy gleichwol alle Nachfrage und Klage wegcQ 
der Einkommen, sie scyn aus gcmeinen oder Privat - Gutern genommen , sol eingestellct wcrdcn. 
Dic Verschenckungen und Vcrehrungcn der bewcglichcn Giiter, so sie fur dicsem Anstande nicht 
zur Elecution gebracJat, lIollen bierni t eassiret seyn; wclche aber sehon eingelaiindiget und 
iibergcbcn. sollen bey den jetzigen Besitzcrn gelaCsen werden, Es sollell auch derenUaalbtm alle 
Klagen und nichtige Obligationen aufgchoben seyn, welcbcn die Quittungen glaubwiirdig entwedcr 
von der Konige Statthiiltern oder Koniglichen Kammer-Beambten, odcr auch von den donatariis lIeJ- 
ber ohn arge List gegeben. da nur "on dcnselbigen Versehenckungcn durch glaubwiirdigcs Instru- 
mentum einigc GewisJaeit ist, der geschehenen Zahlung konnClI entgegengcsctzt werden. 
14. Dic "origen lIandiungen zwischcn beyde Konigreichen Ulad untergehorigen Provin- 
tzcn 10llcII wiedcr aufgerichtet uneJ in ihrcr altcn Uebung erhalten werden, und alles wiederkom- 
mcn in denselbigen Standt, darin es vor diesem Kriegc gcwcsen, und aIler Neuigkciten und Be- 
Ichwerungcn, so durch den Krieg eingcCiihret, bcfreyet werden. 
15, Die Abftof8un8 der Wahren aus dem Gros-Fiirstenthum Litthaucn 1101 auf dem Flus 
Duna keinerley Weisc verhlndert werden. und soli es auf gemeldtcm Flus mit dcn Zollen gchal- 
tcn werden, wie cs fiir diesem Kriege gewesen. 1 
16. Alle entłauffene Untcrtbanen aus dem Gros-Furstenthum Litthaucn und IIcrtzogtlmm 
Cuhrland, welchc in Lyffland 8efunden wcrdcn, soIlcn ihren Herren wieder iibcrgeben wcrden; 
welehes bingcgen auch mit dencn aus Lyffland in das Gros-F.iirstenthum Littaucn und lIertzog- 
t.hwn Cuhrland enUauffenen Unterthanen geschehen sol. 
17. Alles Kriegs- Volck, ausgcnommcn was ill :Bc8atzung "crblcibet, sol illllcrhalb obbe- 
stimmtcr Zcit von beydcn Theilen aus dem Landc abgefiihret werden, und zwar das Scbwedisehe 
iiber Mcer. Jcdoch, 80 dic Reuterey inncrhalb obgesatztcr Zcit gnugsamer Schiffe, iibcr Meer 
ZU 8etzen, nieht habhaft werden mocbtc, 80 soli dcrsclbjgen ein freyer und unschiidlicher Durch- 
zug dcn kurtzen Weg zu Lande in Dcroselben Gebicte ohn Schadcn dcr Einwohner, so der Cron 
Polen mittelbabr oder unmittclbałar unterworffen, zugelafsen werden. Welches auch in acht zu 
nehmen, da etlich }'UI- Volck obgemeldten Schwedischen Kriegl-Volclr.s lofsgelafsen wurde. De- 
Den abcr, welchen Sehadcn und Unrecht zugefiigct, 801 durch dic :Befebliehshlłbcr zur Gerech- 
tigkeit unverziiglich und aufrichtig gebolffen werdcn. . b I. 
18. Die Injurien, sowol personales alfs reales, welche untcr djesem Anstandc Ciirfallen, 
1101 kein Theil an dem andern riichcn, jedoch die ordentliche Jurisdietion einem jeden ThciJe 
fiirbehaUen: 80ndcru es soli die Gcrcchtigkcit bey den Beampten um} dcr Obrigkcit gebuhrlich 
gelucbet und olme Verzug verwaltet werden, und scharffe Straffe iiber dic Brecbcr dCl Fricdes, 



 


.......
>>>
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23 


welcher durch offcntliche 'freue und Głauben bestii.tiget, ergehen, und sollen keine RepressaIieo 
und Arreste, so wenig zu Lande alCs zu Wafser, wegeo ciniger Jnjurien und Rechtes, es sey 
dałlll, daCs dic Gcrechtigkcit, nacladem sie mehrmahl rcchtmii.fsigcr Weise gesuchet, nicM sey 
verstattct wordcn, zugelassen werdcn; so auch fUr dies
rn Kriegc oder in wehrendcm Kriege 
einige zugelaCsen worden, die sollen cafsirct und aufgehoben werdcn, jcdoch also, dafs denselbi- 
gen, wclchen sie vergonnet, dic Gerechtigkeit vcrwaltct werdc. I ;Ib.. 'I ;mil 
. 19, So abcr etwaR wichtigcs fUrficle, dadurch es schicne, daCs dicser V crtrag zcrriiUct 
wiirde: 110 sollen von beyden 'fhcilen Commissarien ausgesetzet welche an einem Orte, der ao 
der Griintzc LyIDandes zu bestimmen, zusammenlommen, und die entstandcne Streitigkeiten bey- 
legen und erortern soli en. d 
r. j 20. Zu mehrer Sichcrheit, und damit diesen Vertriigen in wehrcndem Anstande nicM. 
. 
von jcmalld zuwieder gehandelt werde, so Bollen die Stiinde des Konigreichs Polen und des 
Gros-Fiirstcntbums Littancn verlleiCsen und gcloben, daCs dcr Konig in POIClI und deCsen :Briider 
und dercn Nachfahrcn und Kinder wehrendem Anstande aus dcr Cron Polen und dem Gros-Fiir- 
stcnthum Littaucn, und aUen ihren untergehorigcn Lii.ndcrn und I1crrschałften nichta sich un- 
tcrfangen, viel wenigcr etwas feindlielaes Ciirnchmen wcrden wider die Koniginne und Dero Nach- 
Cabren, die Konige Ulad das Konigreich Schwedcn und Dcro untcrgehorige Hcrrselaafften und Liin- 
dcr, Stiidte, SchloCser, Fcstungen und Gebiete, und der sich deCsen unterstehen wiirdc, sollen sie 
liolches zu bindern und solchem vorzukommen schuldig scyn. .. 
21. Ihre Konigl. MayU. und dic Stiindc in Polen sollcn wieder die Konigin und dereo 
Nachfahrell, die Konige. und dcs Konigreichs Schwedcn. und deren untergehorige Herrschaffteo 
und Liindcr leinc Schiffe odcr Schiffs-Armada gebrauchen, odcr andcrn, wer sic auch seyn, zu 
lIiilłf schicken, so lang der Anstand wiihret: und der Hertzog in PreuCsen, der I1crtzog in Cuhr- 
land und die groCscn Stiidte aus den Stiinden dcs Konigliclaen PreuCsen sollen gelobcn, daCs sie 
nieM wollcn gesteben, dafs aus ihrcn Haffen ctwas fcimUiehcs dcr Koniginn ulld dem Konigrcich 
Sehwcden, uod dercn Ulatcrgchorigcn IIcrrsehafft- und Landen directe oder indirecte zugemutet werde, 
22, Weil dieser Anstand noch wiirct und einen Lauff hat, sol von stetswiirendem Friede 
gchandelt werdcn, an Ort und Zeit und durch Unterhandlung der Fiirsten, die sieh ins Mittel 
8chlagen moclatcn, wic Jaicriiber die Parthen durch Fursorge Ulld Fleirs des Durchleuchtigen Fur- 
sten in Cuhrland sich werdcn vcrcinigen. Jcdoch also, so die lIandlung fiber den stctswehren- 
den Friedcn das einc oder anderc mahl keinen gliicklichen Ausgang gewinnen mochtc, dafs den- 
noch dcr Anstand fest und unverbriichlich gebalten werdc biCs zum Ausgang, welcher in diesen 
Vertriigen bestimmet ist. 
Ao. 1639 erregte sich in Lyffland einc neue Unruhe; den n es hatte ein Kayserlicher 
Obrister, Namens :Both, durch Preufsen, Littaucn und SemgaUen 2000 Mann practiciret, so sich 
an eioen gcwifsen Ort, doch durch UllterschiedIichc Wegc, auf cinen bestimmten Tcrmin bey der 
Duna gesamlct, und sicla D l\leile von Riga nach Groa-Jungferhoff iibcrsctzcn JaCsen, da 
lIie den AmptJnan ermordetclI, den Hoff in Brand stcckten und die Zii.unc mit Erde bcwarłfen, 
machten auch daselbst einc k1einc Schantze, und erwartcten noch durch Preufsen 2000 l\-Iann. 
Solches wurde bald im Lande ruchbar, da die Ed
lIeute, welche sicll 80 bald an einem OIlrte. 


.......
>>>
24 


da man sich eines solclacn Ueberfals am wenigstcn versalac, kt:iner lIulffe vcrmutl1eten, Jliitlffig 
zu ftiichten angefangen , welcher Gelcgenhcit sich die Dauren bedienten, Ulad viele Hoffe ausplun- 
derten, dadurcla das Schrcc:ken im Lande desto grofser wurde, biCs man den l Julij zu Riga 
davon Kundschaft't erhielte. Worauf der Hr, General.Gouvcrneur von dcr Gvarni80un 600 Mann 
hioau88andte, dell Feindell Vorhaben, bevor er Bich gestiircket, zu l1indern. I1iczu waren dic 
:Biirger der Stadt wiIlig zu hclffen, versorgten in gros ter Eyl die Soldaten mit Pferden, SaUel 
und Pistolen, damit sie desto ge8c:hwinder auskommen und bcCser geriistet seyn mochten. _ Diese 
traffen den 4 Julij 800 Mann von dem Feinde, so sicla im Felde zur Gegcnwchr gestellet, und 
erlegten sic aUe ingesambt. Wie solches Obrister B o t h e gewahr wurd, nam er mit dcn iibrigen 
die FIuclat iiber die Duna, doc:h wurden ihrcr vlel erschlagen und tbcils versiiufft , auch 13 Mamł 
gefangclI zu Riga eingebracht. DcrgeBtalt endigte sich dicscr Krieg, den die Kayscrl. nicl1t .n- 
gcfangen hiitten , wo il1ncn nicht zur See von dcn Spannisclaen Hulffe vcrsprocl1cn, Es bt pUltn 
aber der AnseJalag miCsgelungcn. 
Wciln .ber niclat zu vermuhten, daCs eine so grofse Mcnge durc:h so viełe Polniscl1c 
Provincien ohne der l.olen Wislcn und Willen hiitten konncn durchkommcn; alC8 bcscl1wcretcn 
sich die Schwedische lIerren Reic:hs-Riithc bey denen Polnischen, wic auch des Fiirstentlaums 
Littauen Riihte dariiber sclarifftlich, bekam en aber keinen andern :Besclaeid, alfs daCs sic nicl1ts 
davon wusten. MaD gab auch vor, die Lcute waren in untcrschiedlichcn Hauffen alfs I1andwerck8- 
Leute durcllgezogen, daher man keioen Argwolm ihrentlaalben schopffcn kOlłllen; hingegcn wird in 
dem Ao. 16M ausgegangenen Sc:hwedischen Manifest dariiber geklaget, daCs solches nielat allein 
mit WiCsen, besondcrn auch auf Antrieb dcr Polen geschehen, absondcrliclł weil zur selbigen 
Zeit die Littaucr einc Kricgs-Armc!e !lur Hand gchabt, damit sie, wenn B O t h c n sein Ansclalag 
gelingen wiirde , das unbesetzet Dnd Dnbcwchrtc Lyffland wieder an sicla bringcn mocIaten, 

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Seite 5. Zeilcl. V.o. .rtatt: "worinncn," liut dasDorp.M.rcr.: "w o Rin
cn," - Z,3. v, o. 
. statt: "Ohrt - Karkus," lit:.rt das M.rcr.: "Ohrt zwischen der Aa Ulad Salis," .001 - 
12, Z. 13, v, u. .rtatt: "so laocla" - "so freeh,'" 
ł'u \1. .0.1 , [ 
 
14, - 11, " %'wischt:ll: "gekommen waren- was nllll weiter," ist im M.rcr. t:i"gt:schaltt:t: 
"Iars aber diese Lyven so wol ais dic Ehsten eine gar geraumc Zelt von ihren Vorfahren, 
"dcn }'illnen, miissen abgesondert gewcsen scyn, davon kalin Keiller befser lIrUaeiIen, ais der 
"illł'er beider SI)raehen Mllndarth kiindig 1st; denn viełe W orte, so eines Lautcs, sind zwar bey 
"allen diesell VOIckcrn nocła in Gcbrauch Ulad fast gleichen, dennoch nicM ałlcacit einer l\lei- 
,,111Ing , ,,,clehes zu erweisen eiue SOlldcrliehe weitliiuftigc Tractat forderte, Ulad uicht hicl'- 
.In '"her gchoret," , . 1)110 . I U tł, ,y ...
 1- 
30, Z, 13. v. o. llac},: "welin eiue," ist im M.rcr. eingeschaltet: "Sonncn- oder" Mondfill- 
. sterllifs. \ 
 ł\. :)\. 91. n .o. ł.
. I 
31, Z. 2. ,,:. o. llach dell J-Portcll: "bel dem nofc II i o h o f r," enthalt da.r 1J:I.rcr. fol gt:lldt: 
Allm., d
e alI dell Ralld gt:schriebt:ll i.rt: "Einell solchen heiIigen Wald haben dic Jcrwen 
"mad \Virliindcr ill oder rast bcl dcm Wirischcn Walde mld darimaen viel.e von 1I0Ja ausgc- 
"hauene Gotzen stchclI gelaabt, von welchclI &lic I1eyden bcsagt, dars der Oselcr Gott T a r a. 
,,1) i ta soli geborell und alsbald durch dic Luft geftogen sein..' - Z.8. v, u. llach: "verspii- 
I"ct,.. i.rt im Mscr. eillgeschaltet: "nur darli sic die Namen ill ilarer SIJraclac anders gc- 
"geben, aJso kann ich dic Lctten auch nielat aussclalicfseu." '" 
_ 4". Z,12, v, u. 1lach: "gebriiuchlich," jil1det sich fol{!,'e1lde Ral1da1lmerhlwg' im Mscr.: "wo 
"eiue MIltter ohne Tochter gcstorbell, laabell nielat ihre SolaIle oder ihr 1\1anll, sondern die 

 hł1 "l\lutter-Schwester odcr uiiclaste Verwandtel1, Wciber odcr lUiigde, abcr kei n l\l8uues-Pers 
ul ."iIlre Kleider. Silbcr und Gcschmcld erbclI mógen," , .. "lo . 
-&8. Z,8, v. o. 1lach: "gebrauchen," jilldt:t sic h im Mscr. Jolgt:ndt: Ra1ldglo.rse: ,.rut allr 
_

 "dic Weise, wie DUllbcck im ca'stell Sendscbreibcn (ler tilrkisehen BOlhsehaft \'on den 
I ,.1\l.
gden ilU Scnia, u

d :Bu ao ia (BoBniell'l) erwiihnet, derell Nacbbafll sie auch ,'or Alters 
ub "mugell gewesell 8eua. . .d ..,;" 1.) . 1SJ.Or. I.b 1bdoD thn3" 
Mon, Liv. ant. 11-. :; 


-- 


...I
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26 - 


-- --- 2. Ducll. -- 
S.57. Z,lO. v. u, statt: "einlaeimiecl1 Volck," im Mscr.: "Wendiech Volk," 


pi 


3. BucIł. 


S,78. Z.10, v. u, nach: "gewesen," ist im Mscr. hill'Zugif-ugt: "derlaalben Włlrde ilmcn von dem 
"Bisehoffc auferleget, solclacs zn tlaUla, mld hernaeber in allen Provincien Stifls- Viigtc bcstel- 
"Iet, dic das Rcclat solltcn handhaben. Dics gefiel dcn Lyvcn 'anfiiul;licla wol;" l1acbdem aber ctc, 
- 70, Z,3, v, o, nach: "ertlacilcn mochte," ist im M.rcr. hin
ugef;i.gt: "Der Disclaoff abcr sagte, 
,,
r konntc von dem, was er noela niclat hiitte, ilancn nichts geben, von den eingenommenen 
"Ohrtem aber iibcrlieCs er ihuen dcn dritten TłaeH" mit dem Titnl ctc. 
- 81. Z.15 1'. o. die Worte: "sondern suchte - umbs Leben braelate," sind ill dem Mscr. 
durchgestricheTl, 'Und statt derselheTl folgende Yerhesserullg all dell Rand geschriehell: 
"sondern suchte zu seinem bOllen V orhaben einc gelegenc Zeit, da die Scbwertbriidcr auf 
"cinem FesUage zur Kirche gegangen waren, Ulul er den 1\Ieister saml)t der Scbwcrt1briider 
"CapI)ellanen, J o h a n n c m, zu sieh in seincr obristen Kamrner berief, unler dem Seheine, 
"alll hiiUe er Hmcn cine IIcimlichkcit zu offcnbaren; wic siela IUm diese ohne Argwolm ein- 
. "fmadcn, ubcrficl er sie al8 ungewehrte, und brachtc sie al80 mordcrisehcr Weisc mit einclłI 
"Hell)arten, dcn er stets zu tragen pUegen, IImbs Leben." . 
-- 84. Z.13, v, o, nach: "Soontaggana," findm sich im 1I1.rcr. 'lOch die Worte: "wo jctzt 
"dic Kirchspiele S. M i c la a e li s lIJad F i c II: e I Jiegen," kamen, 
- U2, Z. 11. v. u. .rtatt: ,,34ttm;' hat dos Mscr.: ,,300 Mann... 
- 04. - tł. " .rtatt: "Bald darnBch," liest da.r M.rcr.: "Folgendcn 1210 Jahres." 
- UO, - l. v. o. nach: "darauf" folgen im Mscr. die Worte: "zog selber nacla Sehweden Ulltl 
"befabl seinem VoJck," das lIaus ctc.'- Z,14. v. u. statt: "Birgern dcs crsten," steht im 
M.rcr.: "Woldcmari dell entcn," , \. : . 
- 100. Z, g, 1'. o. staU: "llodo v. 1I0cnbllrg,"fiTldetsich imM.rcr.: "Rodo v, Ilomburg." _ 
Z,I!-!. V.o. .rtatt: "NBugartcn;' steht im M..-or.1 "Nouo
rotten.'..- Z.D, 1',11. st'att: 
, "bald darnach ... lugermanuland;' steht im M.rcr, corrigirt: "bałd darnach streiften die 
"Delltschen mit dcn Letten Ulad Sackalcr weiter" in Jngcrmannland, welchcs damais etc. 
'- 103. Z, 12. v. o. statl': "verlanglen," .rteht im Mser.: "crlangten." 41"1 'm ,n'jIlIli'1J aob,. 
Ut4, -15. v. u. statt: "Leuten," hat das M.rcr.: "Lenten zn Dorpat." L' -ł . 
10d. -17. v. o. stątt: "wie den - widcrfal,ren," .,. e .'TU Mser,: "wi de weiUg ge- 
schehen auf den eingenommcuen Haullern." .--, !JaI:! J" . lUli 
106. Z, 5. v, o, Ilach: "Dorpt," set%.t da.rMscr. hill%.u: "und zwar 1'00& ' ".-;,Z, ]0. 
-II v, u. .Itatt: "Sorkaba," liest da.r JJf.rcr.: .,Sorka'a." 
I' -"'um .0.1 ,,1 _
 _ 
111. Z. 4, v. o. nach: ,.gelcgen," jilldel: .lich im M.rcr. folgemler verlJessernde Zusal:%.: 

bi\ ..welcbcs ilmen vordcm der niichllte Bisclaoff vcrlehnet, confirmiret uud bestiitigt." - Z.7, 
a:J v. u. llach: "a\lsweillet," jilldet sieh im M.rcr.fotgellder ZlLsat
: "Zu diescr Zeit odcr et- 
"wall łaęrnacb hat der OrdcR iu Lyftand A d z ę ł auf.)aucn lassen. ., ui 1:Jhn;. ,I'R bm... 
.n. 'I' .Hun 'IJlJt() J b 1a.b ,tli. 
d n
bv',H' U 
lhL, 1101 .tdaił 3 II
ubł a"JsłiiD 011:111.11,. 
-lłq81''#.. : ""3I1i\ .0." 
,
 - ".ni ne
oll..' Duch &I:)1I,b bl.d la bilu ti'lOdS8 
Io. . ł i q . 
81:.bna 9d3.1CJ 'I91di uł 9 l.li . " IUÓ., :

"\\łu\n
 \\1': .'\'n\rl. ł\" 
I.i ",IS1 
S. 117, Z. 4, ". u. statt: "Wall)ot," findeI: sick im M.rcr.: "Wal p olt." JI O I. .0:)lJ9 . 
- ]18.- 4, " statt: "Le bali" - "Li ba u," 1\1\ ",1I:1I111.)U' .J '.:,"'UIU. ,"f .rl,
 .łł 
- 122.-14.'" statt: "nomino" _ "Ilomine." II .Q..łd,oł 
:łJlból 901ło ,.dll/fll:'1 . 
124, -10, '" .rtatt: "aufwełsen" - "auswelsen," - Z, 11, v, o. llach: "befestlget," findet 
sichfolgellder Zu.rat
 im IV/scr.: ,,
oru...tcr aucla Dondangen uud lIasenpotła 
ezelet 
1n ..werden," 
,I\I\n.' Ul ,\ .' u\L uH \ J\ .. )\,1 ," d "11c1

.. . ,,'um _u. . ,
. _ 
- 127. Z,O, v.o, nach:. "zeblen woli en," jilldel: .lich folgender Zu.rah au! eills1IJ eii'gekleh- 
n J teJl Bliittchell: ,,
8 ist glaubwiirdlger, dafs Hertzog A b eJ auf "eines Bruders, des Kouigs 
"Ericl, Gel1eiCIi das CIoster angefangcn zu baucn, maCsen er Jabres zuvor qit Gehiilf der 

 .u .lal ..i..! .guM
>>>
27 - 


.. "\,Grafen.u 1I0llstelll einen Krlef; wieder gedacllten Konig erreget, abcr darinnen iiberwun. 
.. ,., "dell word en, und 11mb Gnadc bittcn, auch zur Straffc auloben musscn, ein CIosier in Elast- 


.I "land auf cigenc Unkosten auffzubauen, daclurela (lie armen Heyden des .Ohrtcs zu Christo 
"fcrucr bcJc.ehrct wiirdeu: NacIIdem abcr Hertzo/; Ab'cJ sciuen Bruder umbringen lalIen, 
:

 "mad all dcsscn StelIc Konig in DennemarJc.en word en, mit dem Bao zu seinem Sclaimpf nicIat 
..fortfahren wolleu." onll ,
..:III II 81J 'IdIII. m IUI nł oJJ:#oad 119'1"1:)(1 119b'l{) 1(1.. 
S, 
2o. Z, ]0. v, o, s!at
:" ,,1253," filldet sich im Mscr.: ,,1252,'
 - Z.9. v. u, muh: -"Jur- 

 I,ł',,
ensburg," ut lm IV/ser. el1lge%'oge1l: "und Sclauln." ł:Jł 'j [9U hj. l:Jdltł 
- 13U. Z.8. v. o, llach: ,.gefiihret," ist -im Mscr. arii Ra1lde hill%.ugifiigt: "und A un e n b u r g 
"in Cularlaud erbaut." - Z.IO. v. o, statt: ,,11 Jahre," liest das Mscr.: ,,2 Jahre." _ 
Z,20. v, o. llach: "hat, " ist im Mser. "dieser" ausge.Jtrichen Ima statt dessen itherge. 
- , . schriebe1l: "dcr Ertz-Bisclaoff das Ilerliclac lIaufs Ił u n n e n b u r g, dcr lIerr Meister" et.:. - 
"Z,21, v. o. l/ach: "Grofs-Roop," ist im Mser,jolge1lder am Ralld hefilldliche Zusat-z: 
"auch folgemlen Jalarcs Hermannus, der erstc łłisclaoff zu 08el, das IIaus Fclix im Wi- 
..ckischela gebauct... . (' 
132. Z. a, v.o. statt: "Sambiria," im lI-Iscr.: :,Sambina,"- Z.7. v,o,statt: "Hohcn- 
.) "rejch," - "IIechonreich." n Q łł !łl u .I.ł- .
. ':4" 
133. Z.10, v. o, llach: "zerstoret," fi1ldet sich im Mser. der Zusat%.: "AucII lIelmed hl 
"Lettlalld gcbauct,'. - Z,4, v.u. 1laeh: "Lo u don," filldet sich im Mser. der Zusat:.: 
"Auch eincr von den Roseu das HauCs Hoch-Uosell," I : ,
 .M - .t

 
- ] 3:;. Z, ]0. v. o. "Samoitjschen" i.rt im Mser. durchge.rtrichell ulllI daruher geschriehell: 
"Scmgallisclacn odcr 8amoitisclaell Grcntz" ctc. - Z. 13. ". o. .rtatt: "S a m b' i 11," - "S a m- 
"bina." 
14U, Z.7. v. u. "in dicscm Jahre," ist im Mscr. corrigirt; "im Aufang dieses Jalares." 
142. -3. v. u. statt: ..Esgcr.' - "EsgclI". - LetzteZeile V.II, hei: "FcrjaRem.... ist im 
-1 M.rcr. a11l Rallde him.ugefii.gt: "war d. 13. Martii," (Nicht richti , SOllderll deń 
5. Dlar:.,) .' no, )\01\... 
- 1
3. Z,10. v. o. statt: .,Sewoldc," filldet sich im 'Mscr.:

,Lewoldc,'" .H,
.ł.. 
- 145, -12. " statt: "Hu cis" - "Iluls." 
- 1"6. -20. " ist 1lach "DemuUa..jolgellde Ralldglosse im IV/scr.: ,,111 selbigcm Jahre hat 
'I' der lIerr l\lcislcr M e)"sotcll in Semgallen crbauet." 
- H7',Z.13.. ".
, i,rt llach: "l\1atthaci," jol'I
I'
e Ra1ldglosst: im lI-1.rf:oJ "'Y
r I Sep t." 
. I
 (Nlcht rlchUg, sonderll de1l 17. Septbr.) -- ł , .
, 1,1 J 
- lłli, Z.16, " statt: "Florke" - "Flocke." 
 '.. .. .1 \')1- 
- 150. - 10. v. u-o "dcn 17 l\lartii... Dies Datum ist im lI-1scr. corrigirt: "elen 30. l\lartii." 
152. - 9, v. o. 1lach: "ZII llichaffen," fmdet sich VOll spatcrer Ha1ld im Mscr. Folgelldes: 
"In diesem Jahrc sollcn auela die Hauscr Sclawancnburg IInd l
cbalg, imgleichen VOl. 
"dem Edelll1allll Gotthart von Toclwcn llingcn crbaut seju," "u . .'
 ,u.. - 

 la7, Z.5, v. II, "der 8c1lte llisehoff," Im Mscr. hat e;"e spiitere Halld es dahill verbes. 
-b sert: "der sicbeute I!:rtz-Hi8choff," · I 1 . I I " : n 1'.0.., J .
 
163. Z.2. v. o. "fUr siela fUlIde," ai.r Ergiill%.U1lg steht am Rallde des Mscr.: "nahm er 
.i:t "die Iyflandiscbc OrelclIsbriidcr zu Hiilff." -z, I
, v. o, "Creutzherrcn," im Mscr. corrigirt 
durch: "Orclenlilacrrcn," - Z,5: v. u. llach: "antraffen, lIieder," ist im Mscr. in d,m 
'3'
 Text eillgeschaltet: "ZlIrsclbenZcit ist Lcmbllrg von denOrdenslaerren erbauetwortlen," 
- 166. Z,8. v, o. "elas Schlofs E r la, wie es," eille spatere Ha1ld l1at im Mscr. him..1l8'efiigt: 
"wic es Von IIru. Thobias von Tiescnhauscu" augefangen, " ,\
 "
".J

', 
-- 6fo-!. Z.5, v, o. /lael, : "cinzllfiihrcu," filldet sich im Mscr. jo/gemle Ramlglosse: \,Ao,1399 
-.. "hat tlcr Ertz-Bischoff das Haufs S efaw cgen mld der I1err l\'JeiNter Lu tz en aufbaucn lassen." 
- 170, Z.l, v. u, "gebauct habeu," im Mscr. fehlt das Stuck his :tu deTl WortB11: "Im obge- 
dachten Jalu" (8.171. Z.U. v. o,), jedoch ist dit: Lucke durch eill Zeichell (W) allge- 
aeutet wordell, __ 
172, Z. 8, v. II. .rtatt: "lIIavcrschmabt" - "un\"crsclaambt,cc 
17
. -17. v. o. .rtatt: "Eccłeus 3" - "Zcilerus." 


--
>>>
28 - 


S. 17;). Z D. v. o. Ilach: "PreuCBen," jilldet sich im lI-lscr. folgemler Zu.rat%. VOll allderer 
-I II Halld: "Dieser Herr l\Ieiliter hat Im .elbigen Jahre Lais auffóhren las8en." - Z.16. v. o, 
o) i "ibm folgctc der XIII Ertz-:Bischoff," i.rt im Mscr. corri{Jirt wordem "der XIJ Ertz-Diselloff." 
- 176. Z.7. v.u. .rtatt: ,,8chanlJfliig8" - "Schonpf1ug..".. blli" )!t"l' J.. n 'ł" 
_ ,1
4, - 4, " Ilach: "zugefiihret werdeu," hat das IV/scr. von spiiterer Halld dell Zusat%.: 
"Die Ordeu8herren bauctcu iu sclbigem Jalar das HauCs Schonauger.", ..... ł . 
l
, Z.l;), v. o, nach: "erwehlct," ist folgelld8 Ralldglo.rse im ]I-l.rcr.: "Zu Reval war zur 
"selbcnZeitdesIlcrrl\leistersBrudcr, :Simon von der Horeh, Hischoff, wclcher dic bcide 
'I "Hiiuser:B o r k la o I m IInd F c g e f e u e r in diesem Jahre gcbauct. ". ..- Z. l
. v. . statt: 
'"Troja" ....,.. "Tropp." 
on ,o ,I .nr 
 - h,łd.dl'J f"l 'Ilfu. ", 
100, Z, a, v. U. statt: "melit" - "melar." . \11." ,. ...1__ . " 
_ ,un, -14, " statt: "dcn sechszehcuden," jillClet sich im lI-l.rcr. XVI corrigirt ill XV.- 
:.:1 Z.IO. v, u. "d,23 May:' Die.res Datum ist imll-lscr. corrigirt ill: ,,13 Juuii," ulld dieses 
lViederum ill: ,,3 Junit" &1$"80 . ,Ii. fi II 'ł. ' s 11 l I IQ1 I.JII',. 
1'J 


..,., n.: H,O".r
 .. IIld"l 5. BucIl. '.hi p 
S, 19;), Z.14, v, o. "Mcssiug-Stein," ist im lI-l.rcr. corrigirt wordę l 
III I nen Sehieber "on l\le8!iillg,"'1 l' . 1 Ił . 
:-- 219, Z.II. v, u, .rtatt: "zu Pohlcu" - ..zu Pfalldc." 
_ 22.), - 8, " statt: "dem dritten," filldet sich im 
: 11 
 . rer .II alld: "dem audern," 
238. Z.20. v. u. statt: "Uugehor8am" - "Gehonam," 


,. , 
 r 
ill: "untcr eluem gegossc- 
\\ .n .1 .łn.N ( - 
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DI.rcr. eille Yerhe.rserullg VOII amle
 
'.... '" '.. ". J. .n I,
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mi '1 1 .. .m?Jł I'T? I !I -' , ,.. 
8. 2;);;. Z,2, v. u. "Furst \'on Cuhrland," i!.t.im ,M.rcr. VO!' speł:rerJ!alld corrigirt. ill: "Uer:. 
"tzog von Cuhrlaud." \.ni. 
,
 
- 304. Z.}ł, ", o, "Stiimmcn," isl: im JlJ'
 corrigirt ill: "Steinen." I. r .Ol.
 'ł-I- 
u _ .. .rt-. t- 
,.fI .r l D dh LII,,:. 1. ,. Du
l1. r 
8. 4Of', Z.14, v. o, 7lach: "vcrlegte. u silld im lI-l.rcr. die Warte: "Da dic Sc!awedischen - ,-er- 
stiindiget wordcn," durchge.rtrichell, lmd am Rallde VOIl verhesserllder Halld hillzllge:' 
schriehen: "Konig C a rI abcr ging mit etliehcn 8chiffen lIach P c r ua u, mld von dor (dort) 
n '"zu Land lIacla lleval, die ubrigen 8chiffc bcltaben sicll," soudcr ctc, - Z.17, v. o. nach: 
:1.,. ,,80 sich," i.rt VOll verhes.rerllder .lIalld am Rall£le hill%.llgefugt: "olanc dcn, dic 
uf den 
110' ..8cbiffcn bei dem Konige war en," lIah aut' etc.' 11 .. - ....{
l - 
_ 4CH, Z. D. V. o, "von ihren Seitenwehren." Im JlIscr. i.Jt "von" corrigirt ill "und." 
_ 406, -20, " .,Diinaburg," ist corrigirt VOII spiiterer .lIalld ill: "Diillamunde:' 
Z,14, v. u, 7lach: ,.VOII der StatU,.' jiildet .rich im M.Jcr. die RalldB'lo.rse VOII spaterer 
'19 mHalld: ,.bei einem Dorfe, R i s t i - K ii III 
enandt'" gcscblagcn. - Z.10. v. u. "und c,ines Stad- 

,. : halterCs-CalJitainen "on L o d e:' Diese Worte silld im M.rcr. dllrchgestricheu, lwd statt 
n
b derselhe1l jilldet .r
ch am Rallde' II .spiiterer alld: "St,jtbaJters von Lo
e Rittrnci- 
G I d L .. ., J .r . ,h " I 
 łł' .ł" 
", '"ster er aar t von owen. .. ".. ' 
_ 417, Anru, Auch ill dem Dvrpt.Jcheu JlJ'scr. fehlt das Geschlech rregister, fii. che.r 
jedoch eill leerer Raum gela.r.Jell 7Vllrde: '. " . .t y'o. , .L . 
_ 421. Z,4. v,
. "werdclI moehten,,' im Mn'r.:""gesclalagen"werden mochten:'" 9 
I ,. 
442. -O, ,,- Im Dorpt.Jchellll-l.Jcr,jehlt der gl;lIlze Sc lup: "Schli f'li Ił wollen E, F,II,- 
-.... Gott emllfeh.'n tlaun,
 ..... . 
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Ji'rtJn= Nyen61ótlt'., 


weilaod rigischcn :Biirgermeisters nod koniglichen :Burggrafen, 


LIVLANDISClm 


łJHB o NIK, 


.. 


lIebllt dcssen 


" 


:II fi 'Ił II b u c h
 
erstere Dach liltern und Deuern AbschrifteD, letzteres Dach dessen 
Originalhandschrift hcrausgegeben 


von 


G. TIelemaDO, 


Mitgliede der IlUrlindi.chen GeleU.chart rii.r Literatur und Kunsł, uad der AlIerhóch.t hestlitigten Gelellschart 
riir die Gelchichte und AlterthumlkuDde der ral.ilchen O.tlieeprOViDzen: 


M.1t elaer Tafel In Steindruek. 


I 
1- 


- 


M'Jn, Liv. ant, Ił 


......
>>>
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Der Druck iat unter der Bedingung geitattet, dar. nach Vollendung .deB8elben die geBetzlich .orgeBchriebene 
Anzahl von Exemplaren an dic Cemur - Comitit abgclicfert werde. 


Dorpat, den 7. Mai 1837. 


Cen80r ll'rIedr. 
rdtnGłI".. 


(L. S.) 


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.... 


Druck von W, F. Hiicker in Riga. 


... 


--
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v o r r e d e. 


, 

 I ' 
rJ Franz Nyensttidt oder Nyenstede, wie er sich selbst in seinem 
Handbuche nennt, war am 15ten August 1540 in der Grafschaft H o ya im 
westphalischen Kreise geboren, und kam 1554 nach D'orpat, wo er sich der 
Handlung widmete. Von bier au s machte er in der Folgo bedeutende Geschafte 
nach Rufsland, und wurde dadurch oft veranlafst, Reisen l1ach M o s k w a , N 0- 
wogorod und Pleskow zu unternehmen, und mit dem Binnenverkehr dieses 
grofsen Reiches genau bekannt zu werden, WRS denn fUr ihn die erfrculichsten 
Folgen hatte - er legte 
adurch den Grund zu seincm nachherigen W ohlstande. 
Im Jahre 1571 zog er nach Riga, und word e dort den 2lsten August Biirger; 
om 9ten Scptember desseIben Jahres vermiihlte er sich mit der Wittwe des 
Kaufmanns Hans Krumhausen. Hier hatte 
r kaum ein!ge Jahre gelebt und 
war eben im Begritf, sich auf seinem Landgute S u n z e I ein bequemes W oh n- 
haus, und auf dem benachbarten 8t, Annenberge, wo ehemals eine von den 
Russen im Jahrc 1577 nicdergebrannte Kapene gestanden hatte, eine kleine 
Kirche fiir sich und seine Gutsleute zu bauen, um seine letzten Tage in land- 
)icher Stille sorgenfrei zu beschliefsen, ols er den 22sten SepteJll.ber 1583 zum 
Mitg1iede des Raths erwahlt wurde. 80 unerwartet in seinem LebenspIane gestort., 
war er anfangs, aIs er diese Nachricht auf seinem Landsitze erhie)t, entschlossen, 
da zu blcibcn und sein Biirgerrccłtt aufzugeben; er łam indessen nach reiferer 
{Jberlegung zur Stadt, um zu versuchen, ob' er sich nicht davon frei machen 
konne. Ałłe seine V orstellungcn waren fruchtlos, selbst sein Anerbieten, er 
wolle tausend Mark zum Besten der Armen geben, wenn man ihn mit dieser Biirde 
verschonte, wurdc zuriickgewiesen. 
Ian betlcutete ihm, es konne sic h Nie- 
mand davon loskaufen, sondern jeder Burgcr sei verbunden, sich in den Be-
>>>
n- 


t!lchlufs dcs Raths zu fugen. Er nahm es endlich on. Zwei Jahre waren kaum 
verflosscn, aIs man ihm, dem jiingstcn Mitglicdc, dcn 15tcn Octobcr 1585 dic 
Biirgermeistcrwiirdc iibcrtrug. Wic schmcichclhaft ihm au ch durch dicsc Wahl 
dic Ancrkennung seiner Talcnte und RcchtIichkcit scin mufstc; 80 konnte es ihm 
doch nicM ontgchcn, wclchcn Miihscligkcitcn und Sorgcn cr in dicser unruhvoIlen 
Zeit cutgcgcn giug. Er Icrntc sie iu jcncn bcriichtigtcu Kalcndcrunruhcu im voIlcn 
Maafsc kcnnen. - }
ndJich schwicgcn dic Stii.rme; dic Ruhe, durch den scvcrini- 
schcn Kontrak t hcrbeigcfiihrt, kehrte wieder; allein es wardie Ruhe eines Vul- 
kans, in dcssen Innern die FIamme im StiIJen loderte. Die Anhanger der Aufriihrer 
warcn noch immer nich! besanftigt, und zur Oberzeugung ihres gesetzwidrigen:lle- 
tragens gelangt, dic Hinrichtung ihrer Oberhiiupter, und zum 'fheil wohl auch dic 
iibermarsigc Strcnge der Obrigkcit hatten vielmehr cine grorsCl'C Erbitterung 
hervorgebracht. 8cIbst uutcr dcn Mitgliedcrn dcs Raths herrschte nicMs wenigcr; 
aIs Eintracht. Da brachen gegen das Endc des 16ten Jahrhunderts die Streitig- 
keiten zwiscłlCn dem Syndikus Hilchen und dem Vicesyndikus Godemann 
aus, weJcher letzterc cincn ThciI des Raths, vorziigJicb aber dcn lliirgcrmcistcr 
E e c k auf seiner Seite hatte. H i I c h c n wurdc citirt, war abcr nich! crschic- 
nen. Da nun Nycnstiidt, aIs Hilchcn.s Schwiegcrvater, fUr ihn dic llii.rg- 
schaft gelcistct hattc, dars cr sich stclIcn wcrdc, so wurdc cr in dicsc Handel 
mit hineingezogcn und sogar gcnothigt, sein Amt niederzulegen, und sich von 
der Stadt zu entfernen. Er zog 8ich dcn 10ten September 1600 auf sein Land- 
gut zuriick, von wo aus cr den Procefs mit seinen Gegnern fiihrte. Diesc 
gabcn zwar vor, cs gcschehe im Namen des Raths; aber dic eigentIichen 'rrieb- 
fcdern waren, wic Ny
nstiidt bcmerkt, nur der Bii.rgcrmcister Ecck und 
scine Anhiiuger. Ganzer fUnf Jahrc wurdc er von ihnen in Warschau hinge- 
halten , murstc aIlc Rcichstagc bcsuchcn, und noch im hohen Altcr hochst bc- 
schwerlichc Reisen deswegen unternehmen. Obgleich seine Gegner drcimal ihre 
Sache verlorcn hattcn, so konnte cr dcnnoch nicht zum Ziclc kommen. End- 
lich gelangten sciuc Angelegcnhcitcn im Jahrc 1605 vor die konigliche Beh6rdc. 
Hier wurdcn sie in ciner zahlreichen Versammlung aus allen Standcn, und in 
Gegenwart der Abgeordneten der Stadt Rig a verhandeIt, Jedermann sah nun 
die Rankc liIeiner Gegner, und nicht nur dic Rich!er Jiefsen sich's merken, wic 
sehr ihm Unrccht geschchen sei, sondern auch der Konig selbst gab, wie 
Nycnstiidt nachhm' erfuhr, sein hochstes MirsfalIcn dariibcr zu erkennen. 


-
>>>
Jetzt sah die Gegenparthei ein, wie mifsJich ihr gewagtes Spiel stand. Go d e- 
m a n n selbst erbot sich, er wollc es in R i g a dahin bringen, dafs N y e n s t li d t 
restituirt nnd vollig befriedigt werden soli te. Auch der Kanzler und W oiwode 
von K raka u schrieben an den Rath nnd warnten ihn, dos konigliche Decret 
nicht abzuwarten, N Y c n s tli d t e n wieder in seine .Amter einzusetzen, nnd die 
streitige Sache mit ihm auszugleichen. Nicht minder dringend waren die Bitten, 
welche die beiden .Alterleute der Biirgerschaft, E b e r h a r d O tt i n g und B a rt- 
h o I d B e c ker, von vielen MitgJiedern des Raths unterstiitzt, an ihn richteten 
und ihn ersuchten, die Sache nicht weiter zu treiben, sie wollten Alles auf- 
bieten, ihn seiner vi elen Unkosten wegen zu entschiidigen, wenn er nur wieder 
in seine .Amter eintreten wiirde. Wie nngern er Buch nach so vielfachen unan- 
genehmen Erfahrungen daran ging, die Liebe, welche die Biirger ihm zu er- 
kennen gaben, und die ehrenvolle Genugthuung, die er fiir seine Kriinkungen 
erhielt, siegten - er willigte ein, und wurde am 11ten October 1605 wiedCl' 
in seine vorigen Wilrden feierlich eingesetzt. Allein die Jabre driickten; die 
Schw8che seines Gesichts nahm zu. Er ersuchte daher im Jahre 1607, aIs die 
.Amterversetzung war, den Rath angelegentlich, man mochte ihn entIassen, und 
ihm seines herannahcnden hohen AJters wegen erlauben, der 18ngst gewiinschten 
Ruhe zu geniefsen, Seine Bitte blieb unerfiiUt - nnd so beschloCs denn der rast- 
los thatige Mann, im treu fortgefiihrten Dienste der Stadt, 1622 im 82sten Le- 
bensjahre seine wirkungsreiche irdische Laufbahn, nachdem er in den Jahren 
1590, 1594 und 1598, und wahrscheinlich nach seiner Wiedereinsetzung noch 
einige Male, das Amt eines Burggrafen bek]eidet hatte. Seine Oberreste wur- 
den, wie eR schcint, in der von ihm auf seinem Gute erbauten Kirche auf 
dem St. Anncn berge beigesetzt. Aufser seiner Stieftochter Ka tharina 
Krumhausen, die an den Syndikus HHcben verheirathet war, hinter]ieCs 
er keine Erben. 


'" 


'" 


'" 


W enn religioser Sin n , Patriotismus, gemeinn-otzige Thlitigkeit, Gefiihl 
fUr Recht uud Wahrheit, WohJthiitigkeit, Muth nnd Entschlossenheit in Ge- 
fahren, wo es dem Gemeinwoh] gil t , einem Sterblichen gegriindeten Anspruch 
auf die Achtung der Mit- und Nachwe]t geben; so muCs diese um so mehr dem 


-- 


v 


..
>>>
VI 


Manne werden, der jene Tugenden selbst unter Verkennung, Hafs und Verfol- 
gung unerschilttert iibte. U nd dieser M ann war N y e n s t ii d t.. Durch den Gang 
seines Schicksals unwiderstehlich in jene stiirmische Zeit der Kalenderunruhen 
hineingezogen, die mit blutigen Zilgen in den Annalen Riga's verzeichnet stehen, 
wirkte er mit einer Kraft und Desonnenheit, die seinem Verstande und Herzen 
Ehre macht. Sem Eifer, die Ruhe wieder herzustellen,: sein menschen- 
freundlicher Sinn, mit welchem er das Schicksal einiger, in jene Emporung 
verwickeIter und verurtheilter Bilrger zu mildern Buchte, die Warme, mit wel- 
cher er sprach und handelte, um. seine unglilcklichen. AmtsgenOf
sen,. T as ti u s 
und Welling, noch in den letzten Augenblicken, wo die tumultuariscbe Menge 
sie zum Richtplatz fi1hrte, zu retten , wilrden aUein schon hinreichen,i ihm 
eine ehrenvolle Stelle unter den Patrioten anzuweisen, wenn er auch nicht noch 
anderweitig des Guten so viel geschaffen hiitte. łf
,JB
 
Wie vielfach seine Verdienste um die Stadt waren, davon giebt uns sein 
Handbuch umstandliche Nachricht., Schon in den ersten Jahrcn seines Bilrger': 
Verhaltnisses, aIs die Russen 1575 im LamIe umherstl'eiften;. unterhie}t er 
2-5 Soldaten einige Monate auf seine Kosten, Dasselbe geschah spiiterhin,- 
in welchem Jahre und wie lange, wird nicht gemeldet - wo er zum Besten des 
Landes drei Reiter , Mann und Rofs, ausgeriistet hatte. Er gab nicht nur seine 
Leute zur Wallarbeit her, sondern er arbeitete auch selbst mit. Auf seine 
Veranlas8ung und unter seiner Leitung wurde d as, neue Zeughaus erbaut; in 
der Stadtwage ordnete er eine Schreiberei an; machte bei dem Portorium, der 
Kornmessung und den Wraken eine solche Einrichtung, dafs die Einkilnfte der 
Stadt nicht nur besser gesichert, sondern auch vermehrt, und die Bilrger ni-cht 
mit ijrtern Abgaben belegt, wurden. 'Veil bisher die Aschewrake mit grofser 
Un1Jequemlichkeit, und zum Nachtheil des Handels unter freiem Himme} statt 
fand, so beschlofs er, diesem -obel abzuhelfen, und brachte cs mit Beihilfe 
dreier andercr Manner dahin, dars auf ihren Verlag ein bequemer Aschenhof 
erbauct, und mit gehorigen Anordnungen versehen wurdc. Er half kraftig dazu, 
dafs die Stadt cincn Anfang machen konnte, sich allmahlig einen Kornvorrath zu 
sammeln. Ais der crste Oberwaisenherr, brachte cr die vorigen Unrichtigkeiten 
und Verwirrungen bci dem.W aisengerichte in Ordnung. Aur seinem Gutc S u n- 
z el liefs er auf dem Annenbergc eine Kirche erbauen, ond versah dieselbe mit 
Glocken und dem nothigen Kirchcngcra!he, Ums Jahr 1594 bauete er einen .. 


.. 


L 


-
>>>
VII 


. 


Theil der WeberstraCse, der in einen Steinhaufen verwandelt war, auf seine 
Kosten in dreien W ohnhausern von neuem wieder 'auf. 
 Weil nun eins von 
diesen auf dem Platze des ehemaligen "Bur mann s Elend" stand, 80 besti.mmte 
er anfanglich dieses Haus ZUl Erneuerung einer:solchen frooimen Stiftung. Auf 
den Vorschlag des Raths aber kaufte er einen Grundł)]atz am Rising", uod liefs 
daselbst das Armenhaus bauen, welches noch jetzt unter dem Namen des Nyen- 
stad tschen - Wittwen - Ko nven ts fortdauert*): Soviel denn von -seinem 
offentlich
 Leben und' Wirken. ()V , t::.tuood n
m. J sdA ł:HA '1ł' .,,
 1'Jnio 
n o, . Schriftlich hat er eine Chronik und sein Handbuch hinterlassen. A r n d t 
erwiihnt, er .habe auCserdem noch Anmerkungen fiber des Dr. Lore nz Molier 
septentrionalische Historien geschrieben, und fuhrt im zweiten Theile S. 3. Ei- 
niges daraus ano Die Originalhandschrift seiner Chronik befand sich noch um 
die Mitte des vorigen Jahrhunderts im Besitz des Lieutenants Ton Ceumern in 
Nurmis, der sie dem Bi1rgermeister von Schievelbein zum Gebrauch mit- 
theilte, allein es hat sich seitdem jede Spur davon verloren. Sein Handbuch 
kam im Jahre 1807 mit der Bi1chersammlung des Burgermeisters J oh. Ch ri stoph 
S c h war t z in die hiesige Stadtbibliothek. Es ist von N y e n s t li d t s eigener 
Band geschrieben, und enthiilt auf 108 Quartseiten, BuCser den Nachrichten 
von seinen Familien - uud Handelsangelegenheiten, Buch die offentlichen Stadt- 
ereignisse seiner Zeit, untermischt mit vielen Bibelspruchen, die er zu seiner 
Erbauung niederschrieb. V orzuglich aber theilt er hier von S, 26-74 Nach- 
richten fiber die Kalenderunruhen mit, Aus diesem Buche sind au ch die oben 
'Bngefiihrten Lebensumstande dieses verdienstvollen Mannes genommen. 
łr
i ,Man wird freilich an seiner Darstellung Klarheit und Anmuth vermissen, 
Eigenschaften, die von einer guten Schreibart unzertrennlich sind; sein Zeit- 
altcr und der Umstand, daCs er aIs Dilettant seine Geschichte niederschrieb, 


.. 


1 


, . 
') Noch Nycnltidh Anordnung lolltcn dort zehn arme Biirgerwittwen versorgt werden; da lich jedoch 
I 
.... dos Kapitol dnrch milde Gaben Ipiterer Zcit vermehrte, lO ist gegenwiirtig die Zahl auf zwjjlf felt- 
, geaetzt, Diese erhaUen freie Wohnung, 1I01z, und vierteljiihrig zUlawwen 83, Rubel S, M. zu ihrem 
I UnterhaUe, nebst freier iirztlicher lIi1fe und Arzenei. Von den Renten dreier Legate. welche die 
, ł. Kauficute A I be r s. R u ff lInd Ilu rt W i c h vor mehrern Jahren dieler Stiftung beltimmten. be- 
;Uł,)' kommt jede jiihrlich 10 Rubel S. M. Ehewals besars dielCl Wittwen - Konvent einige liegende Grlindc 
in der Stadt und VorBtadt. diClle wurden im Jahre 1690 Eum Aufbuu des neuen Stiftsgebiiudel ver- 
wendet, nachdew dal f
uhere in dcm Brande, wel(,her den Z3, Juli 1629 eincn grofsen Theil der 
Stadt zentorte, ein 8aub der Flammen geworden war.
>>>
Vlll 


moge ihn entschuldigen, und die Zuverliissigkeit seiner Nachrichten, wo er aIs 
Augenzeuge spricht, fiir jenen Mangel Entschiidigung geben. Die friihern Er- 
eignisse erziihlt er theils R u 8 S o wen, theils Andern nach; auch scheint er filr 
die friiheste Zeit eine Quelle gehabt zu haben, die gegenwartig fur uns verloren 
gegangen ist, wie man aus dem fUnften, sechsten und siebenten Kapitel sieht, wo 
er von der ersten Ankunft der Deutschen und ihrem Tauschhandel Umstiinde 
anfiihrt , die man sonst nirgendwo lindet. - Ich habe bei dieser Ausgabe 
seiner Chronik sechs Abschriften benutzt, von denen indessen ein alies Manu- 
script, welches ich der giitigell Mittheilung des Herrn Pastors Dr. B. von 
B erg mann in Rui en verdanke, die wichtigste ist. Es entha)t 93 unpaginirte 
BUitter in Folio. Die zwoi ersten sind von einer spatern Band; in der Mitte 
und am Ende fehlen einige., Das Exemplar ist von der Zeit sehr mitgenommen, 
aber unstreitig dasjenige, was das verloren gegangene Original am treusten 
wiedergiebt. 2.) Eine Abschrift aus der Sammlung des Biirgermeisters J. C. 
S c h war t z auf der 
iesigen Stadtbibliothek, 150 Folioseiten starko ,Sie ist von 
einem alten Exem l)lar , aber sehr fehlerhaft, copirt. 3.) Die B r o t z e s c h e, 
109 Seiten in Folio. Sie ist abgekiirzt, und enthlilt S. 11-26. acht Blatter eines 
alten Exemplars, die hi er eingeschaltet sind. Die iibrigen drei, worunter eine 
dem Henn Pastor T rey gehorige-, sind aus neuerer Zeit. Sprache und Ortho- 
grapbie sin d , mit Ausnahme der beiden ersten, in allen iibrigen geiindert, auch 
haben diese sich Abkiirzungen und manche Weglassung, wiewohl nicht ohne 
Grund, erlaubt. Dasselbe murste indessen auch an vielen Stellen seines 
Handbuchs geschehen , wo Worter ausgelassen waren, WiederhoJungen vor- 
kamen, oder die, Ideenfo)ge verworren war. Die beigefiigte Lithographie, 
Nyenstiidts Wappen und Grabstein darstellend, ist aus dem ersten Bande der 
Brotzeschen Sammlung verschiedener liefliindischer Monumente, 
Prospecte etc. entIehnt. Nachrichten i1ber Nyenstii.dts Leben enthalten: 
Arnd t, s livl. Chronik, Th. II. S. 2. - Gade busch Abhandlung von 
li,,). Geschichtschreibern, S. 81-91; - de ss en liv). Bibliothek, Th. II. S. 
298. - H u p e )'s nord. Miscellaneen St. XXVII. S. 397-408. - B r o t z e 's 
Riickblick in «lie Vergangenheit St. V. S. 12-14. - Rigaische StadtblaUer 
1825. S. 133-136, und v. R e c k e 's und N a p i e r s k y '8 Schriftsteller- Lexikon, 

rh. III. S. 333 und 334. 


Der Herausgeber. 


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Denck\viirdige Sacllen und Gescbichte 
von der ersten Erfindunge der edeln Pro- 
yintzen Liefl1andes, \vie dieselbige von 
den Deutschen el.funden, und die Volcker 
seyn darein bezwungen, auch aus der 
Heydniscben Abgotterey zum Cbristen 
Glauben gebracht \vorden, auch sonsten 
von etlichen Hiiudeln u. Geschicbten, 
so sich in unterschiedenen Zeiten 
darillnen zugetragen und ' 
verlauflell baben. 



loa. Liv. ąnt. II, 


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Es hat zwar der liebc M08e8, J08ua, Samuel, David und alldere heiligePropheten 
und Mianncr Gottes nicht alleillc, som1ern auch dic IIcy(1cn es vor lObIich gehalten, wie im H e
 
rod oto, P linio, S tra b onc, Ptoloruaco und andcren zu sehcn, so 8ich hochlich bcftis- 
sen laaben, daCs nich t aUein dic gr oC sen Magnalia Dei und Wundcrthaten Gottcs, 80 sic h auff 
Erden zugctragcn, mochten in Schrifften vcrfassct und auff dic Postcritiit im GediiehtniCs bch al- 
tcn und verwahrct werdcn, 'sondern auch, was in alldern politischen Hiindcln und Sachcn je in 
der Welt vorgelauffcn, in Vcriinderungco wahrer Ulad falscher Rcligionco, wie dcaan auch in Auff- 
nebmen und Waehsthum, sowohl ais in Abochmen und Verwustuog groCser MOllarchien, Keyser- 
domen, Konigryckcn, Fiirstendomco, Landcn, Stiidcn und Stiindcn um der Nachkommcn 
illen 
lich darilUlc zu bespicgelu, das :Bosc zu meidcn und allen gutcn Tugenden zu folgeo, wic ma n 
den n aus allen ,wabrhafftigen Iłistoricn befindet, dafs Gott der IIcrr allezcit bey 8einer wahrcn 
)- Kirclac, da man seln Wort geliebet und darnaeh gclebct hat, selbst gewarnet und Gcdeyen und 
Wachsthum nebst seinem Segen und Friedcn gegebcu. Wiederum da man verkchrter W ci8e in 
schiindlicher Abgottercy, im gottlosen El)icuril!lchen mld Sardanapalischen Lcbeo und allcn Siinden 
IInd Schanden gclcbct, von schrecklichen Verwiistungen und Verstorungen gantzer MonBrchien, 
Keyscrdomcn, Konigrycken, Landeo, Stiiden Ulad Stiinden lieset; ja wic offt hohc Potcntatcn und 
groCse Lcutc vom Stulalc #;cstiirtzct und Niedrige erhobcn sind, wic Maria in ihrcm Cantico 
singet, Derowcgen denn auch Gott dcr Herr alłczeit solchc theurc Miinncr crwcckct hat, die 
um der Nachkommcn wiIlen soJche lobliche Historien bcschricben haben, und der Postcritiit EU 
Gutc nachgclaCscn, aodem zum Hcstcn; 
ic aueh d('r weise Konig Alphon8us in leiner fler- 


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sten Schwachheit sich nirgend berscr womit gewuCst zu erquicken, denn dars er sich die beschrie- 
benen Historien von dcm Konige Alexandro Magno vorlesen laCsen. Derowegen uns die ver- 
lauffenc Gescbichte nicht allcin ergetzlicb, sondem auch nutzbar und dienlic:h zu wi£sen, damit 
wir durch wahre Rcue und rechtschaffene Bufse mit den Ninivitern dem brennendcn Zorn Gottel 
entlanffen mogen, Dcrowegen wcHen ich nun fast in die 50 Jalar her in dicsem Lande Lieffiand 
von Jugcnd anff mehae Zeit hingebracht, daCs ich Ursachc habe, el nicllt wcniger, ais fUr mcin eigen 
Vaterland IEU haUcn, und dann in denen verflofsenen 50 Jahren nicht wcnig Veriinderungen und 
Muhseligkeitcn darinnen erlebct habc: so habe ich mir also vorgenommen in dicsem meinem 
Exilio, von der Antiquitiit der Deutschen in Erfindunge diescr Provintz Licffland, und von da- 
bcy vorgclauffcncn Hiindcln und Gcschichten etwas auffs kurtzeste zu beriihrcn, denn ich mir 
von allen ergangenen Geschichten weitliiufftig zu gedcnckcn nicht vorgenommen habe, iu Bctrach- 
tung, dafs andere vor mir mit mchr Gaben Ulad Geschieklichkcit nach Nothdurfft davon geschrie- 
ben haben: derohalben ich solches in der Kiirtze zu iibcrgeben bedacbt, mad allein was in dcn 
Ictzten hundcrt Jahrcn, bcsondcrs was ich selbst darinncn in dcn jiingsten verlauffenen fiinfftzig 
Jalaren crlebct habc, . nach Nothdurfft En bcriihren, gemeyuet, so viel mir nach mciucr Eiufalt 
moglich, nicht ais ein tuchtiger Ilistorienschreiber, der scine Kunst und Geschiekliehkcit an den 
Tag gebcu wolltc, sondcrn weilen ich Dun in meinem hohcn Alter etwa miissigc Zeit lłabc, 10 
habc ich mich diescs nicIat vcrdriessen larscn, eincn kurtzcn Summarischen Bcrieht davon ZIł 
schrcibcn, wie die Deutschen zum ersten in Lieffland angelandet, sich darilmen gestiircket, die 
Heydcn darinnc bezwnngen, und sic zum Gehorsam der Christlichen Religion gebracht und welt- 
liche Recht Ulul Polizey herein gefiihrct, mannichen harten Strcit mit den heydnischen Volckern 
darinne gehabt Ulad viel Dłuta vergosscn und d8sselbc nun .fast 400 Jahr ingehabt und bescssen: 
und ob ich nuIi wohl weiCI!I, daCs von vielcn meinen Mif
i;onncrcn, sonderlich, die ich mit der 
Wahrheit Tubren mtiehte. mir nicbt allcjn wenjg Danck geschehen wird, sondcrn auch iibcl auff- 
gcnommen und zum.. eigen Ruhm wird ausgedcntet werden, und viel dariune nach ihrem Sinn 
mustern . IInd meistern werden;' das lasse ich atles mich nicht irren, habc alich 'for dicse 
nicMs gcschriebcn, somlern 8chc gcrnc, dar. sie sich uml mir ein besscres machcn, der Wahr- 
heit gemiirs. Uład so ich zu wentg, oc'cr zn vlel ani anderm Bcricht hierinnc t;ebracht hiit
e, will 
ich mich gerne eines bessern weisen und bclehren lafscn, und solehes nach Gebiihr corrigiren: 
denen aber, die meinen gutfoldigen (1) FleiCs erkennen, und vorlieb nebmen, hiittc ich gerne ein 
bcsseres zu Gute machen wolIcn. weun el! in mciuem Vermogen gewescn wiire. Ich zweiffeJc 
aber nieM, 'ałłe gllthertzigc Leser werden an dieser meiner .geringen Arbeit Ulul gnten Willcn 
ełn GClliigen tragcn, 1łnd thue dicselbigen mit mir Gottes gniicUgem Sclmb lIIul Schirm bcfehlen, 
Datum ,-If Sontzell Auno 16ft.j, 1 ł 
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Von der GeleM'enbeit. 'WIe 'Welt slch Lleffland erstrecket In dle 
Lange untl In die Q. veere. 



 


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Lieffland fangt am ex tremo seiner Liingc an an dem Narvascben :Bache, da das SchloCs 
unter der Stadt Narva liegt, neben dcm hohen WarserfalI, 110 aus dem flschreichen See Peipus 
fticCst, welcher :Bach sich crstrecket von der Mundung des Peipus herunter 8 Meilen bis zu dem 
hohen WaCserrall, woselbst dal WaCser iiber 12 Ellen hoch hcrunter fallt, so daCs man cs ub er 
eine Viertel Meilwcgc8 rauschen hort, Eine halbe viertcl Wegcs von diesem FaU herunter Iiegt 
dic Stadt N a r v a mit dem Scblofs an dem Uffer des Bachs und erstreckt sieh die8er :Bach llU- 
tcrwcrts von Narva bis in die Ostsce, welchclI' eine Weite von zwo 
leilen Busmacht, , Vor der 
Mundung flilIt lłOch in dicsen Bach die Lubeckc, wclche aus dem Moscowiter Laude von Gro fa- 
N o v o g o r o d herllnter liiuft, da das SchloCs G a m a 3 Meilen von dcr Narve im Lande gelegen 
(zu warser iat cs weiter, 10 Meilen). V 011 N a u g a r d c n bcy cincm :Bache , die T c s t a u gc- 
nannt, laden dic Kauffleute ilarc Waaren in Schiffe" und fubren solche damit bis nach J.\arva. 
da der Moscowitcr cine Niederlagc und den Stapel zur Kauffbandlung gelegt, wie er Ao, 1
 
anfing, Licffland zu bekriegen, und da die teutscJae NarvB, bcydes SchloCs und Stadt, crober- 
ten, da begnnten zum erstcnmal die Lubeckschcn Sclaiffcr dabin ilU segeln. Diesen foIgten der andern 
Stiidte Schiffer, Buch dcr HoUiindcr, EngelUinder, Sehotten und Fronzoscn Sclaiffe sehr hiiufig; denn 
ans gantz ReuCsland scblugen aUc Waaren dahill, dieweilen auch die Schiffabrt uber den Peil)IJ8 
VOD der groCsen l\loilcowitisclaen Stadt Pleu:au sieh dohin crstrecket; denn Plescau liegt nur 
zwo 
1.eilen vom Peipus cntfcrut, worin ein laerrIicher :Bach wcit hcr aus ReuCsland Plcscau 
voruber flieCst, so dafs vielc Waaren aus dcn Moscowitischen Liindem den Bach heruntcr zu 
Plescau angehracht we..den. und von dort mit andcrn grof8en Sehiffen uber den Peipu8, der 
.ieh ila die Liinge erlitreckct VOIl dcr Plescau8claen Bachmundung bis an die Mundung deM Nar- 
'\'ischcll Baches bey 20 l\leilweges Ulul 8 Meilen den Bach herunter bis 011 die Stadt Narva ge- 
brach t werden. da denn der Kanffhandel selar bCI)."cm id. Vorzeiten bey volliger Uegicl'ung der 
lieffliindischen Stiinde, ehe der M08cowitcr 1558 N an B eroberte, 1st die Anfahrt dcr Schiffe 
au N a r v B nicht verstattet worden, auCser nur oUein mit kleinen Fahrzeugen einige Waaren bis 
Re"al zu bringell, damit die grofsell Stiidtc, ais Riga, Rcval ond Dorpt dadurch nicbt an 
ihrem Waclastluun uu(1 Nahrung abnehmcn uud gesclamiilcrt werdcn mochten. Es II at ouch dcr 
Moscowiter 14D"l auf der ando:rn Seite des Narvischen BacIas rcclat aufs Ufcr dicllt gegeu N arva 
iiber eill starckca Sclalofs erbauct, da man fast eillen Stcin von dem Narvischell SchloCs iiber 
deo Bacla in die Stadt werffen mochtc; denn der 
arvisclae Bach und der Peipua-Sec .claeiden 


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Lieffland von der Moscowiter Lande an der Siid-Osten-Selte Liefflandeil, und an der Nord-We- 
Iiten-8eitc sclmcidet dic offenbare Ostsee Lieffland von Schweden, wclche Ostsee zwischen LicO'- 
land und Schweden breit ist an etlichen Ortcn 13, an andern ] 2 Meilen, und oft mchr odcr 
wcniger von einem Landc zum andern. Dic Peipus zwisclacn Lieffland und ReuCsland abcr 1st 
am breitesten Ortc etwa D Meilen brcit, hinauf naela P I e s k a u winI sie allgemaeh schmiiler, und 
i8t dasclbllt nur 6, 5, 4, 2 Mcilen brcit. An dcr Peipus Munde liegt lieffliiudisdaer Scit8 an dem 
Ufer des Bachs cin SchloCs, genannt das neue Schlof8, Wcnn ich mich \'ccht bCllłnne, so hat 
CI in dcr Friedenszcit mit den MOlcowitern Ao. 1500 P I e tt e n b e r g, damais Mcister von Lieff- 
land, dahin bauen larscn. Um diesc Zcit hat auch der Moscowiter auff sciner Seite, 3 Mcilcn 
von der Miiudung der Peipus, eln SchloCs mit eincm KlosteJ' b.uen lafscn, weh:hes SchloCs Wo l- 
o o w, in ihrer. Spraclac aber O ff d O" heiflleł. '. ł 'ł li.,,, fi .. m' ł 1 si 
Der Peipus-8ee i8t so tiscbreich, diars er gantz RcuCsland und Licffland mit Fillchen ver- 
lorgt, So fallgt lich nun dic Liinge VOI) LiefflaDd an zu rcchnen von der deutscheu Stadt 
N a r v a, und crstrcckt sich in 8iid- Westcu bis an dic' Stadt D o r p a t lang8ł dem Lande SO Mei- 
len Weges: von Dorpat aber flicCst ein gr'orser :Bach, der leinen Urllprung aU8 dem Fellillschen 
See nimmt, we Ich en man nennt dic W e,rII c hj e r, w *), 10 Mcilen von D o r p a t, und liiuft die Stadt 
Dorpat vorbey, da sic denn 6 Meilcn von dort inSiiden, oder et"as ostlicl) in dcnPeipuI fiiUt. 
AJ) diellem Bach haben 28chlOCller ge1egeD;, eines Alten Torne geDannt, Iiegt an der West- 
leite am Uf er des :Bachs, 2 Meilen von D o rp a t, das andere an der Ostseite, nahe am Bach, 
4 Meilen von Dorpat, genannt Werenbeck. Auff diesem SchloCs hat aUezeit ein verordncter 
Burggraff residireł, der von dem :Bischoff von D o r p t dahin gelletzt wurde, "clcher die Inspcc- 
tion mad das Rccht gchabt hat, zu belichtlgen alle Schiffc, und zu Laude ab-: und zugehende 
Fohren im Wintet und Sommer; denn es war daselbst cin Schlagbaum iiber den :Bach geilpannt, 
daCs weder zu WaCser noch zu Lande etwas heruber kommen konnte; es miiste denn scinen Pars 
haben; denn ell war keln Kom .frey aus Lieffland nach ReuCsland zu iiihren, es wiirc denn, dafs' 
aus Gcwogenheit dcs Bischoffs von Dorpt ihm in de\' Noth etwal zugclltandcD und vergounet 
wurdc. 80 war auch bey.Straffe verboten, keinerlcy Kriegll-Ammunition, Pulver, IIarnische, Me- 
tali den Moscowiteru 8uzufiibrcn. Ell illt mir erinnerlich, daCs cin Gesell, Namens Hans Feh- 
r i II g, ctzłiche Palltzer aus Lieffland durchlltahl und nach ReuCsland einfiihretc: da dieses aber 
offenbar wurde,. wurde cr aus Lieffland verbannet, und durffte in seinem ganłzen Lcbcn 
nieM wieder in dicsC8 Land kommen, sondern er muCste in Reursland sterben. So hat der Burg- 
graff auch die Inspection ober die ZufuJar der Fischc; dcnn von allcn Fischcn, so aus dcr Peil)UI 
ond dcm Bache gefangen wurden,- davon hatte dic Obrigkcit den Zehenden, Sie hat auch zur 
Zeit des Hechtfangell' vielc Zuge in dcm Dorptschen Bach, ",clchc man 80nst die E m b a c la ucn- 
net.n Es werden aus demselben alle vorjahr etzliche tauscnd słuck e IIcchte gefangcn, die aus 
der Peipu8 im' vorjahr nach dem frischen Wafser in den :Bach streichen, Es giebt in dem PeipuI 
mancherley Art schone uud wohlschmeckende Fischc," Der Peipus hat auch viel EinOiifse aUI 
RcoCtiland mad Licft'land: aber i» dem einen AusftuCs bey der Stadt N a rv a, wie oben gedacbt, 
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*) Da. Schwartzl.
iae Manulcript bat Wenjerw. f Ił . 8 Ił b 


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nemlich im Narvischen Bache werden 8ehr vlele- Aale den ganłzen Sommet' gefangen, desgleichen 
bey dem erwehnten F.lle auch vleJe Lichse nnd .ndere schone Fhlchc, dic aus der Ostsee strciclacn. 
So gehet nun die Liinge von Lieffland fortan von der Stadt D o r p t liingst Lieff lamł VOII 
Nordosten in Siidwesten bis an die Hauptstadt Rif;., welches 40 MeiIen .ind. Da id die grofse 
Niederlage von Kaufmannswaaren: denn diese Stadt hat eioe 
roCse Zufuhr von allerJey Getreyde 
und Kaufmannswaaren sowohl im Winter ais Sommcr, zu WaCser und zu Lande. Zu Wafser den 
groClen Duo.strom lIl!runter weit aUl ReuCsland bringt mali mit FlofleD, Loddigen *) und StruCsen 
allerhand Waaren, viele grofse Balken, Bau - uud Brennholtz, Asclac, Thecr, Getrcydc, Hcnpf, 
Flaehs, Hiiute, Wachs, Talg, I1enpfol
 Henpfsaamen und 10llst allerJey. So geschichet auch viel 
Zufuhr aus Littauen, Curland, Lieffland, dic allc zu R i g a ausgcladcn, auffgesehlagen und allda 
vcrhandelt werden, denn der Dunastrom unterwerts dcr Stadt Uiga 2 Meilen hcrunter flcufst 
und sich daselbsł iD die offeubare See ergieClt. Dey der M iindung des DiinaDuIses kommen die 
Schiffe jiihrlich aehr hiiuffig aUR allen- Orten an, und bringen mit sich nach Uiga ałłerley Waa- 
ren, ais S81tz, IIeringe, kostliclae Lacken, seiden Gcwand, allerley Metali uml Kramgiitcr, Weine, 
Bicre, Victuałieo, Gewiirtz, allerley Specerey,' Ei8en, Kupfer, Ziml, Blcy, Summa alle8, waB lIur 
Menschen notlaig habcn, bringen lilie genug. Hingegen werden mit FelIen uod andern den Kauff- 
leuten &}ienlichen Waaren ałłe, Jahr hinwiederum vielc hllodert Sebiffe. bcfrachtet, vor welche 
Gnade und Woblthatcn Gottes dic Stadt Uiga dem hochsten Gott viel zu dancken hat. Auch 
gicbt der Diinastrom den Sommer iiber so viel berrliehe Liiehse und Fische, al8 bey keiner Stadt 
au der gantzen Ostsce lIieht gcfangen werde.. Dazu bat man die seltsalDen treugen **) :Butten und 
Wemgallen. Wciter geht dic Liinge von Riga iib den Dunastrom durch Curland in der Liio
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ill Siidwcsten nach Goldingen, etc. oli 1 


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Cap. II. 
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.}ł'Udł.UUUU ( ( 

 .iI,', ,ib I 
O$" .du:,. 
...\I I &:.. ,11 'I I -. *f (,1.:: 
l,) Dic Stadt NarYa lIod das SchloCs, 7.) Die Stadt Wolmar und das SelaloC., 
2,) Die Stadt Rev al uucI da. SehloCs. 
 8.) Die Stad t Wendcn Ulad dal SchloC., ł 
 
3.) Die Stadt Pernau und das.Schlof., . ( t-- D.) Die Stad t Fclłin uml das Sch!oCs..' (: 
 
4,) Dic IStadt Uiga .Uliel das SchloCs. H ',ł ł 10,) Das Stiidtgen Lemsial'n6bat Schlof" ( . 
6.) Die Stadt Dorpt uad das Schlofs.' (.1=) 11,) Das.Stiidtgen Habul nę..1Jst S.hloCII. (.
p 
6.) Die Stadt Kok e D la u s e n lIod c}.as SchJofl, Jdl., It:tb j" n l) 
 
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.) L o d di g e II Billd gror.e. zum Walll'elltranBI'Ort eingcricbtctc Dule. . DiM '\Vdrt f
l "łl.luhe", 1Jrlrill:lł.i
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blU..er obne Stadte, wovon etllebe denen Herren Im I..nde lf
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be denen von Adel ZUl!ltiindllJ, etll
be nUDmebr de.trulret I I ił t
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J t t o fi * t and vel'
ąJ.leDo.. , h DIIO ł.. ,
o 
l,) Das neue Schlor. an der Peipus Miindung. 31.) E r m i s. . I( ł 
2,) Das SchloC. E t z im Narvisc:hen ist verfal- 32.) H e I m c t. 'I to'Lu 
len und gchOrt dellcn Taubela ZU. i1 33,) Tarwcst. i Ido o 
3.) Das SchloCII Lais und du. Sc:bloC. Talk- 34.) Karku' gehort dem.:Woywoden Farenl- 
offen, ł' -o bach. h " · 
4,) Daa Schlofs Oberpahlen, Ehtfer, gc- 85.) Ruy.en. 2 I I" 
hord Hermann WrangeJ. ł 30.) llurtneck. [
 
6.) Werenbeck. łl ł 87.) Rin8en 
chort Todwen. h'ł'ł 
6.) Wittenstein. CI . 38,) Ran den gehort den Tiesenhausen. 
7,) Wesenberg. 
 II- 39.) Congotba gehoret deoselben. 
8.) llorckholm. 40.) Cawelecht gchorct densełben. 
9.) ACs, denen Gilsen gehOrig, .n.) Altenthorn gehoret Stack'elberg, 
10.) Tolsberg. . ..42,) Kyrrempii. II fi 
11,) Das Klostcr Padis. 
 I 43,) An.en gehoret den Schenckingen. 
12.) Das Kloster Fegefcucr. 44.) Odenpi, b..1 
18,) Das Kłoster Lode. 46.) Neubausen. . b I I łZa b ł 
 
14.) Das Kloster Leal. 46.) Marienburg. ł lo 
15.) Da. Kloster Fickel, den Uxkullen ge- 471) Adzel. J 'J. j l QI:J I 
horig. 48.) M ar i e n b a u s en. -ł i · 
16,) Das ScbloCII Felix, dcn Uxkullen ge- 49,) Rositcn. 
horig. 00,) Liitzen. 
li.) Daa Kloster K o I c k gemauert. M.) D ii n a b u r g. 
18.) Das Kloster S. Brigltten gemauert. 62.) Creutzburg gehoret CJaua Kort'. 
19.) Das Kloster Falckellau gemauert, 53,) ScCswegen geborct Tauben, 
20.) Das SchloC. Nabbclł gchort den Tie- 64.) Bersobn geboret 'fJeunhausen. 
senhauaen, auch die Sali.. 5:),) Ronneoburg. 
21.) Piirckel gchort denen Ungern, auch 56.) Trikaten. 
Eckenangern. 57.) Pebal gehoret den Drebiusc:hell. i \.1 
22,) Cr emon.?J, IQ {)8,) Arll {Er la) gehóret Tiese nhausen. 
23,) Treyden. II r 1(1 'ł 59.) Smilten, .Ił l '(' 
24,) Ropc gehoret den en v. ROBen. (.UJ 60.) Jiirgensburg gebort den CI od ten. . 
25.) Klein-Rope gehoret denen v. ROBen. 61.) Nictau geboretdcnenBarons v.Brabeck. 
26.) Mojan geboret denlelbcn. (;2,) Secwaldt (Segewold). łb tI I. n 
%7.) Hochrosen geMrt Plettellberg. 63.) Sc:huyen. 
28.ł.-Lude gehorct Kriidener. 
 64,) Serben. 
... Ą.) Roaenbeck gehoret IIorflclI. 65.) Lecmburg. lb 
aO,) Neubof gehoret (orflcu. 66,) Suntuł. 


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87,) Lenneward. 71,) Dahlen. 
68,) -oxkull. 72,) Aschcrade. 
69.) KircJaho Im. 73.) Ro d enp o iB. 
70.) Neucrmuhlcn. 74,) Dunamunde. 
Aufl dem Eylaml Oescl, wclchc8 U Meilen Jang und D breit ist (besitzet jctzund der 
Konig von Diinnemarck), 1st vormals cila :Bischoffthum gcwesen; es Iiegcn dasclbst 2 ScbloCser 
Arensburg IInd Soneburg, alwo dcr hohc Thurm stehet, wornach die Schiłfer ihrcn Cours 
ricłlten, welchen 'Churm vormals die curischen Dauren mit ilaren Oehscn an eincm starcken 
Anckcrtau laaben umrciCsen wollcn. Sic Ilaben das Tau an den Thurm festgemacłat , Ulld sodann 
viele Ochsen vorgespaRnt. Wic lłUD eben die ,'ordersten angezogcn habcn, sind dic hintcrsten, 
weil sic bcy den Hornern angespannt gewesen, in die 1I0hc gezogen. Da haben die Dauren gc- 
rufen in ihrer Sprachc: Otes, Otes fad.er I1erge Icx I-limmelrych ber fatler, Va- 
ter, die Ochsen fabrcn gen lIimmel. Diefa haben sic darumb gethan, Ulld den Thurm umrcifsen 
wollcn, damit sic, wic vor Altcrs, dic :Beutc von den gestrandetcn Giitern crhaUen moclaten: allein 
sie haben zur Straffe das Schlofs Su nc b u rg erbauen miiCsen. Dagegen Iiegt dabey cin Eyland, 
worauf in diescn Krieges-Zeiten dic Schweden einc Schantze gemach t, Jur g e n s b ur g gehieCsen, 
dieses EJland ist 7 Meilcn lang mad 5 Meilen breit. Es sind Edelleute darauf und Schwcdi- 
sche Ulltcrthanen, Nocb ein EJlaDd, Mone gen ant, 2 l\1ejJen lang mld l breit, selbiges ist dii- 
niscla. Noeh cin Eyland, Worms genannt, 2 Meilen Jang mad l breit, ist Sehwcdiscłl, hat gu'tc 
Dorffer. Noch cin andcres, Nuck gcnannt, l Meilc lang und l Meile breit, ist Schwedisch uod 
sind Dorffer darauf. 


(J łł p. III. 
Von dem Zustanile der alten l1eydniscJten Volcker in Lieffland, 
litrem Glauben, 
itten und Gebrauchen, so sie gelulbt, ehe und 
bevor die Teutschen in das Land kommen sind. 


Es scheint zwar ans denen aUen Scłarifften, daCs dennoch ub er die heydnischco Volcker 
in Lieffland die M08cowiter vor funftehalb hundert Jahr etlichermaCsen zum .beil die Oberherr- 
schafft geluabt, zum Uaeil habcn sic auch einigc eigene Konigc zu Hiillptern gehabt, wie denn 
noch jetzo eillcr \'011 ihrcm Gescłalccłlt in Curland 5 Meilen jenseit Hasenpoth wohnct, genant 
der kurischc Konig, Dicser hat ehl Hauffen Gesindes mad Katen noch diesc Zeit untcr dcm 
I1crtzog von Curland, woriiber cr Kurischer Konig gcnant wird. Zum andern ist in dem Gebiet 
Kir c h h o I m au cia noch ciner, der Konig genennct wird, dcr vom Keyser und Papste von AUers 
laer. bcsitzct 7 Hacken Landes, woriiber er mit 8tattlichen Siegcln mld Drieffen verJehnet 'ist. 
-. 
Es sind au ch noch !Debr Frcybauren bis auf dies«: Zeit im Lande gewcsen, dic ohnc Zweiłfel' 
ł- . den GeschIechtern hcrgesltrofsen, DaCs aucla Lieffland dem Muscowiter zilasbar ge\\"esen 
Ml)n, Liv. ant. 11. 8
>>>
. 


10 - 


leyn muCs, erweiset sich daraus, daCs er .ich in allen mit den Heer-Meistern und Bischoffen in 
Lieffland beschwornen Fricdena-Brieffen niemal a abhalten laCsen, somIcrn allczeit darin expresse 
""orbehaltcn dic Zinae dea recbtcn Glaubens, dahcr der Muscowiter es noch allemal fiir scin 
rechtes Vaterland halt, auch den Titul davon fiihret, ein Hcrr iiber Lieffland, besolłders von der 
Zeit hcr, da ihme Ao. lM7 von denen Herren der Lande die Zillse dca recllten Glaubcns spe- 
cificirt und nahmkundig gcmacht wurde, auch zn
e
eben, verbrieffet und versiegelt IInd von je- 
dem Mcnschen 10 Dcnningc 
e
cben wurde. Auch weisen es die altcn Ilauser, Stiidte, Schragen 
des alten Comtoirs zu N a u g a r d e n aus, daCs die Liwen, so in diesem LamIe gewohnct, nnd ""on 
denen Volekern noch vorhanden sind, davon auch Licffland den Namen hat, mit ihren Waaren 
auch naeh N a u g a r d e n in ReuCsland gefahren sind, daselbst damais die Nicderlagc gewesen, ehc 
dcnn dic Teutschcn in LieWland gekommen sind; denn in den gantz alten Sehragcn stchct, daCs 
die KauWleutc ihre Straffe Uaren Elterleuten und BeYlitzcrn gegeben, wenn sie wal vcrbrochcn, 
3U =- Liwische Pfund Wachs (dicses werden dic jetzige LlcCspfUlade noch seyn und daher ihren 
Namen haben). Ob nun die LiUauischcn IIcrren, so damais auch noch in der heydnischen Blind- 
heit gewelcn, auch mochtcn ober dic liełl'liiodischen heydnischen Volcker ein Theil der lIerr- 
sł:hafft gehabt haben, kann ich so eigentlich nicht wiCsen , abcr zu glauben ist es; weiIen der 
LiUauische Kónig Mcnd ow IlIld auch die Samayten den Hcyden oftt gegen die Christen :Bey- 
stand gclcistet haben, che das Land unter den christlichen Glauben zum Gehorsam gebra(;ht ist, 
Ibre hcydnische und abgottische Itcligion ist gar tcufflisch gewesen, denn sie haben von. 
Gott nichta gewufst, sondcrn sich hcilige Biische erwehlct, lll\J'illOcn Steine, Biiume, Thiere, 
Schlangen und dergleichcn Ungezicffer augcbetet und greulichc Zauberey gctrieben, wie leider 
(Gott crbarm es) noch nicbt ausgeloschen, sondern gar gemein bey ihncn ist noch bis dielie 
Stunde. Die heydniseheu Konigc sin d auch ihrc abgottische Pricstcr gewesen, haben auch ihre 
nccrc angefiihrct, wenn sie Krieg unter sich, oder mit den Naclabarn gchabt habcn, Wie sie 
ihrc Abguttische Dienstc Ulld derselben Cercmollicn gchaltcn haben, ist fast dem gleich, wie es 
die preuCsischen alten I1eyden geJaahen, wie man .olchel lieset in den 
edru
kten alten preufsi- 
.chen Chronickcn. Wunderlieh abcr habeu sie el mit dem Welbernehmen .der IIcyrathen ge- 
halten, Wer etne Dlrne 8U1lerlehen.. dia ibm 
efal1eft hat, lO hat er slch gerilstet mit flcinen 
Freunden und sie armata l1łanu geraubet und heimgefiihret, nnd den Frcunden alłzcigen laCsen, sie 
much ten hinkommcn und nausholulIgc besauffen helffen. Bisweilen, wen u cs der Dirnc Freunde zci. 
tig genug erfahren, daCs sie sich zur Gcgen"ehr anschicken konncn, lIind gute Seharmiitzel da- 
bey vorgefal1en, wenn ilmcn dcr Freyer oder der Briiutigam nieM gefalłen hat; sind sic abcr mit 
ihm zufricden gcwesen, 80 silili lie wohl gefolgct, haben Geschenckc mitgenommen, wie auch 
Bier und Victualien Dnd haben sich mit einander tractirct, darnach sind aie begifftigct mit Hen- 
Ichcn, Dwelen *), und damit zuriick nach Hause gczo
en. Solehel wird noch bill 8uf dics6 Zclt 
b I 


") lIeoechen, lJandechuhe. Dwelen, Jlandtiicher, Servictten, In dieeer Bedeutnng Jeommt dal leta
 
tere \Vort in dem nIten Inventariumebuche der Schwarzen-Hiiupter vor. So heirsł el beim J.UU: 
,,"yn beneyet Tafl'lnken, dat he.' vppe dee.Olderman. Taffelen ".. vnd ij beneyede dwehn, dar 
mea dat krudt mede vullaC drech&" . " ' . , eia benihełel '.fiIChtuch , du auf dCl AeltermanPI Til'Che 
.n I 


,
>>>
- 11 


bey viclen im Lande getrieben und also gchalten. Ihrc Todten haben sie an londcrlichen PJitr;en, 
10 mit Steinen umleget, begraben, und liie mit Frefsen und Sauffen zu PCerde bcleitsaget, Weno 
el nicIat geregnet, .0 haben sie an einem Orte, wo liie eincn hciligcn Platz gehaltcD, etwa einen Rock 
und eine Tonne Bier gebracht mld da vcrzehret mit Creutzigen und Singcn, mld dabcy geglau- 
bct, daCs sie dcnen Gijttcrn einen Regcn abCrefsen und absa1łffen wolltcn. Und dielie Manier 
hal ten noch ihrer "iele bis auff jctr;ige Zcit. Sic gcben "or, und machen es auch .ndern vor- 
oehmen Leutcn weiCs, daCs die IUenschen mit iluer Zauberey andere Menschen zu Wolffen ma- 
chen konnten, da sie zu besondern Zeiten in einen Wehrwolf verwandelt werdcn, zu llusch und 
Briieken hinlaufen und Schaden tlmn, ohnc anderc vielfiltige grculichc Diugc, die sie noch tii
- 
lich aus ihren abgottischcn Zaubereyen treiben. Sie haben dennoch ihr Kopffrccht gehabt, daCs 
sic etliche Zauberer, die es gar zu grob mit Schadcn thun gemaclat, gestraffet haben, und habcn 
eine Probe gchabt, die bcriichtigte Zaubercr zu crkenneu, haben denlelben Hiinde lIIad Fiifse 
creutzweis iiber einander bey dem grofsen Daumen zusammen gebunden und sie so auffs WaCser 
geworffcnj wenn er unschuldig gcwesen, 80 ist er stracls zu Grunde gC8uncken: ist cr abcr 
schuldjg gewesen, so ist er auff dem WaCser schwimmcml blicbcn, wie ein :Bund Stroh. Diese 
Probe haben die meisten Riclater von ilanen gelernct Ulul den Gcbrauch bishero behaltcn, wie 
ich denn selbst viele l\lenschen auff der Probc habe sincken Ulad sehwimmen gcsehen. Sonsten 
haben t;ic auch, wcnn eincr cinen Lindcr- oder Grentze-Streit mit einem andern gchabt, und 
die Grentzc von den Aeltestcn besichtiget wordeD, demjenigen, welehem !Sie am nachstcn das 
Land zu behaltcn erachtet, auff sejn Gewifsen zugesprochen, und weilen sic nicbt Siegel und 
Brieffe, noch Merckliteine gehabt, so babeu sic ein Eisen ganz gliihend heiCs gemacht, selbige8 bat 
er in sejne 
eyden bloCsen IIiiude zur Probirung seine8 guten, rejuen GewiCsen8 nehmen miiCsen 
mld hat es miifsen so hejCs 7 Schritt iiber seinc Grentze trageR, damit ist die Wahrheit bey ih- 
nen bclitanden Ulad hat er seine Grentzc behalten und allda eincn Mcrekstcin "erwahret. W enn 
aucb einer den andern hat um einen Immcnbaum bestoblcn, so bat man den Dicb mit einer Li- 
nic an einen Immenbaum festgcbunden, darauff ihm den Nabcl an dem :Bauch losgesclmitten, und 
ibn so lange mit Feuer um dcn Baum gejaget, bis er seinc Eingeweyde um den Baum ausge- 
wunden und nicdergestiirtzet ist. Diescn Gebrauch haben die Heydcn nicht verJaCsen, sondern 
haben viele Ricbter bey der tcutschen Uegierung sich dicser ProeeCsen gebrauchet, 
Vestungen fłnde ich zwar keine mehr beschrieben, so sie vor Ankunfft der Teutllehen 
im Lande gehabt baben, ais das SchloCs Leal in der Wyck. Leal heiCset in der Sprache des 
Ortl ein Fleischerhacken; ich halte daCiir, wcil es ein wehrreicher Ort ist, daCs cs davon den 
, Na)lmen habe. Ich fłnde, wie Biscboff Al b ert in Lieffłnnd gekommell, ist der Konig von Schwe- 
den Johannes I. mit fleinem Kriegesheere 120S aus Sehweden In I.ieffJand zu Reval an
e- 
kommen und hat die Ebstliinder bckrieget, ilmen .He Vestung Leal abgenommcn, dic Ehsten er- 
Ichlagcn Ulad dal SchloCs mit einem Hałlptmann und Bischoff besetzct, Namens Caro I, der 
U8' 
. 
gehort .ł. ..1, . und 2 benihete Servjetten, damit man du BrUltkraut (die Confitiiren) herumtriigt. _ 
Hiermochteenl'ohl Handtiicher, oderauchiiberhaupt Tucher bedeutea, Nochjetdbezeichnea die 
Letteo mit dem von den Deułteben entlehoteo Wod d w II e le eio Haodtueh, B e A' ifftig e D, betchenli:eII,
>>>
. 


- 12- 


500 Mann unter sich gehabt, worauff dcr Konig wieder nacll Selawcdcn zuriick gegangcn. ,NacJa 
scincm Abzugc abcr haben sieh die Ehstcn "iedcr gcriistet, die Ocselcr zu lIulffe genommen, 
dic Vestung L c al wiedcr angcfallen, gcstiirmet, eingenommen, verbrannt, Ulad dcn :Bischoff und 
lIauptmann Carol mit allen den Seinigcn erschlagen. So sind diesesmaJaI dic Schwedcn wicder 
aus Lieflland vertiIget worden, Hare Handthierung ist gewescn, daCs sic si eh dcs Ackcrbaucs 
und Garten-Gcwiiehses bedienet, und von dcr Viehzucht, von }'isehen, Vogelu, Thicren und der 
Bienen-Arbeit, ais vom 1I0nig, sieh crniihrct laaben, mit dcn Fcllen Ulad der W olle von Sclaaafen, 
auch Hiiuten von den 'fhieren, wie auch mit Wandt aus lIenlJff und Flacłas sich geklcidet. Ihr 
Getriinckc ist von Roggen und Gerstenmchl, bisweilen, wenn es am bestcn zugerichtet worden, ist 
Milch od er 1I0nig darnnter gemischt gewcscn. Eisernc Instrumentc laaben sie zwar gehabt; wei- 
len abcr in Lieffland kcin Eiscnfcld ist, so halte ich dafiir, liie wcrden solclaes aus ReuCsland, 
ctwa aus N o w o g ar d e n, crhaltcn haben und davon Pftugeisen, Beile. Sensen, McCscrn, Hackcn, 
Schwerdter etc., dic sie zum Strcit gebrauclat, gemacłat haben. Sic haben im Lande seclassedcy 
Sprachcn gcbrauchct; jhrc lIauptsprachc i8t gewescn Liwi8ch, hernach Ehstnisch, AlIentackisch, 
Rcursi8eh, Curisch, Littauisch und Wierisch, wicwolal ctlichc Sprachen sieh fast glcieh, dars sic 
einander verstehen. 


Cn p. IV. 


., 


'Vas es Tor einen Zustand onlł GelegenJłeit mit dem Kaoffltandel 
an der Otoitsee ge"abt "abe, ehe Liełfland erConden 1st. 


Es i8t im Landc zu Pommern vor 800 Jahren an der Seclieite cinc liebr bohe und weit 
beriihmte Stadt belegen gewesen, die V i n e t a gehciCsen, darinne aus allen Orten zur Handlung 
groCse Niedcrlagen sich gezogen, dadurch denn dielIc Stadt zu so gror8er Auffnahmc gcsticgen, 
dars auch in Europa zu der Zcił, bcvorab an der 08tsce, keinc ihres gleichen gewesen, 110 daCs 
auch ihrc Stadt- Ulad allderc Thorc von łautcrm Kupfcr gemacht gcwcsen, durch welchen Ueich- 
thum liie so iibermiithig gcworden, daCs sie cinc liolchc offenbare Gewalt Ulad Seeraub verubet, 
daCs Buch Gott der lIerr liolche heydnische '1'yranney, indem sie niemais in dicser Stadt dcn 
christIichen Glauben gelaabt, nicht liinger mlgestrafft larsen wolIen: derowe«en dCllla der Konig 
von DiinQemarck diese Stadt bis auf den Grund zerstóret hat
 lIIad hat es Gott durch .einen 
mii4Jhtig
n und grimmigen Zorn alllo gCllchicket, daCs dal Mcer' darubcr gc!;tiirtzct ilit, wie łDan 
denn noch heutigclI '1'age8, wenn das Wettcr IleIle ist, die Rudcra der alten Gebiiude im Meer 
UQter dem WaCser schun kann, Es ist zwar nach Untergang der Stadt in Pommern cine andere 
wieder erbauet word en, dic mit Nahmen J II Ii a n a gehcifsen, dic auch ziemlich zugenommen hat, 
aber nicmalen der vorgedachten Stadt V i n e ta 8n Vermógen gleich gekommen ist,. 
ie ist cndIich 
auch wicderum verfallen und untergangen, sintemalen die Gotlaen mit ihrem Kiinigc W i s b oa den 
ZulaCs vom Kó li« von DiinnełDan:k erląngt hBben, daCii er ilmen dic Inse! G o t la la n d ZI1 bewohneł}
>>>
. 


- 13- 


eillgcgeben hat, da denn ilar KOllig nach seinem Nahmcn angeCangen hat, die Stadt und dBs Schlor. 
Wisby aulf Gothland zu erbaucn, und weilen um dicsc Zcit das groCsc Comtoir zu Nowogar- 
dcn in ReuCsland im Standc gcwesen, und zu der Zeit ein Rcursiscber Hertzog mit dem Stad t- 
Aeltcstcn die Stadt regicrct hat, iit sie in grofscm Flor gcwcsen, so dars die I1ansee-Stiidte 
dalaiJa ilarc Falart zur Kauffhandlung und Niederlagc gcbabt; sic babeh dahin aucJa Wintcrs IInd 
Sommers ilarc Fahrt gchaltcn, wie aus dcn alten Comtoir.Schragcn zu crschen ist, imlem sle bcy 
Sommertagcn zu Schifłe Jiingst der Nuc, ",elchę von No\Vogardcn hinab ins Mecr fiiIlt, ihre 
Fahrt gehaUen babcn. Bey Wintcrzeit, haUc ich daCiir, baben sie ihre }t'abrt gehaUcn mit Schlittcn 
Ulad :Botell, wic manjctzo aus Sclaweden zur Willtcrzeit die Botc bcy den ScJalitten iibersEis schlcppct, 
da man sich da, ",o es gcfrorcn, mit Schlitten, wo cs aber offen, mit Boten fortbringt, bis man iibcr- 
J..ommt; denn eigcntIicb wie die Stadt W i s b y auf Gothland so vortrcfflicla zugenommcn, und der Zeit 
noch keinc IIoffnulIg odcr Anfuhrt auff Lielfland gewcsen, so habcn dic Hanscestiidte daselbst 
zu W is b Y einc gl"ofse N icderJagc gClłommcn, dabin den n auch mit ScJlilfen dic M08cowitcr ilare 
Waaren aus Reufslalld gebraclat Ulad verhandelt haben, wie denn auch aDS Schwcden sehr \'iel 
lIan dcl dabila geschlagen ist, Ulad dadureh dic Stadt allmiihlig immcr mehr und mehr in Wachs- 
thum gekommen, so daCs auch daselbst sehr ,-iclc Ulad vortrelfJichc lliillscr crballet worden, da- 
hin sie von der zerstorten Stadt Vineta viele kupffcrue Pfortcn, eiseruc Riegcl Ulad Thoa"e ge- 
ruhrt haben. Aber wie' alle Dingc unbc8tiindig sind, so ist os dieser hochgcwach8enen. reichcn 
8tadt aueh crgangcn. 'Wic iclls gefulldc,!l, dafs cille solche hcrrlichc Ticffc in dcm I
ande zu 
Mccklcllburg vorhanden, da man groCse Schiffe ohnc Anckcr und Tauc im Sturm bcrgen und da- 
selbst einJauffen konntc, so dars nach und nach die seefahrenden Leute dcr guten Bequemlich- 
kcit wegen iJare Fahrt von Gotlaland dabin genornmcn laaben, (la man von dort auch mit den 
Waaren auff die Elbe kommen kann, dars man darni t in der grostcn Gefalar, die man damais gro- 
. 
Cser gcacJatet. ais nUII, nieht durfftc dureh den Sund Ulld den krummen weitcn Weg segeJn, de- 
rohalben ist an gedachtem Odc angefangen, die Stadt Wismar zu bauen, dic dcnn auch vor- 
trefflich zugenommen bat, wie man noch jctzo an den hcrrlichen schol1cn Hiiuseru und Kirchen 
Bcben kann. Aber wic gedacht, daCs allc Dinge in der Wclt vcrgiinglich sind. so isł es dicser 
Stadt auch ergangen, Wie Lieffland crCunden ist, wic fernerlain erfolgcn soli. so hat diescStadt 
auch allmiihlig 80 abgenommcn, dafs auch viele Jahre die mcisten Hiiuscr. so noch da steben, 
Ulad Cast 80 groCs wic Kirchen erballct sind, Jedig stehen mufscn, wic man dcnn noda bcy mciner 
Zcit cin trcffłiches Haus, 80 mit ctIiclaen tallscnden nieht erbauet war, fUr 12 bis 15 Thalern 
zur Heucr jiibrlich bewolmen konntc; aber nUlllnehro unter der Joblicbcn Regicrung de. Fursten 
ł'o
 l\lecJdenburg ehvas wieder zugenommen hat.
>>>
. 


-l-ł- 


C a p. V. 
Von anfiinglicher Erftndun
e nod Auffsegelung der liiblichen 
Provintz I...ieffland. 


Anno 1148, etliche Ichreiben aucb 1158, ist ein Schitf mit Kauffleuten und Waaren aUI 
Bremen ab
elegeJt, ill der Meynung, nach der Stadt Wisby auff Gotlaland anzukommen: wic 
sie aber dUl'Ch Gottea Wetter mld Wind im groCsen Sturm vertrieben, lO dars sie bey Gothland 
nicht ankommen konoen, lind sie mit einem West- und Nor(lwest-Sturm gantz versegelt, bis sic 
unter Curland kom men siud, Wie aic mm durcIa Urkunden (1) dem Laude anzulauffen !!lich nicht 
getrauen konnten, fiigte el Gott lO, dar. sic eine Sehiffcr-Sclaiite vor lich bcr segeln salaen, die 
ihren Coors naeh dcr Duna gericJatet; da lic delUl gcdachten, daCs dieselbc cndlich in einen lIa- 
fen einlauffen wiirde, da aic el deon auff Gottel Gnade wagen, der Schiitc naclazufolgen, woraui' 
sic aucla in dcn Diinaltrom gelangcn, Wie nun die wildeo beyduiscbeo Volcker lelacn, dafs ein 
solch grofses Sehiff, wie lic iłar Lebtag nicht gelcben, daselbst aukommt, da lind die lIeyden 
darauf mit grofsen Hauffen zugelauffen, ihre Ankuufft angeschauet, die ilmen von ferne sehr 
fremdc anzulehen 
ewelen ist, Sie haben lich dariiber aller.ey Gcdaocken, wal sie mit diesen 
augckommcncn Leutcn, von denen sie eben s
 wcnig, ols von iłuen grofsen Schiffen niemais et- 
was gellehcn oder gehorct haUeu, machcn oder anfangen 80llten,' Die Christen ober Bind die 
erllte Naclat auf dem Strolam in ihrcm Schiff verbliebcn, und haben !!lich berathschlaget, was sie 
weiter vornebmcn mocbten, Des Morgcns aber fahrcn einige von ihnen ans Land, und nehmcn mit 
(lich ledigc Tonuco, setzcn solche ans Uffer UlulIegen darauff Brodt, Bier, Victualien und anderc 
Sachen, wovon 8ie geglaubet, dafs es dCII Heydell diencn mochte. Sie habcn den Heyden dar- 
auff gewinckt uud etlicbc bewogen, daCs sie ibncn niiher angctreten sind: da habcn die Christen 
den Heyden dic Hand geboten und ilanell dargereicht Zucker, Fcigen, Rosienen, Weirlbrodt etc. 
zum Gelchencke und mit ihncn geliebk08et, lIIad wie sie nicbt mit ihnen habeo red en konnen, 
babcn lic sie dasma. wohl tractiret, und wicder beim geben Jarsen , da sic dema ihrcn Frcunden 
und Verwandten Rclation gcthan, wie giitlich ihncn von dcn Christell begegnet wordcn. Des 
dritten Tages sind die Heyden hiiuffig wieder gekommen Ulad haben den Christen Verchrongen 
und Geschencke gebracht, alI Honig, Milch, Huhner, Eyer, Vogel und Hascn. Darauff sind sie 
von den Christen abermal tractiret ond bcsclaencket mit I1utcn und Hutbiindcrll, Hosenbiindern, 
SpiegcJn, Giirteln, rotheu Senckelll, (1) MeCsern, Kiimmen und Niihnadeln, wodurcll die Freundschafft 
grors geworden, so dars die I1eyden dcn vierten Tag wiedcr gckommen, und mit sieh gebraclat 
habcn Scbaafe, Fische, FJachs, Honig, Wacb8, Eyer, Vogcl, Wildwerck von wilden Thiereu, wel- 
chcs alles sic zur Erden nieder gesetzct, und dabcy mit Winckcn und Zcigen, weił sic mit ein- 
ander nicht redcn konnen, lO vicl zu verstehen gegeben, (Iarl sic mit ilmen einen 'fausch be- 
gchrten. Wic nun die Cbristen ihren Sin n und Meynung verstanden hattcn, lO haben sic etIicbe 
\'on ihren mitgebrachten Sachcn Btiickweisc aU8gclegct, und danebcn bey jedem Stiick gewirsel 
Gcld geworffen, in der Meynung, damit die Sachcn zu kauffcn: weil aber den Hcydell die Muntze
>>>
- 1
 


noch unbekannt «ewesen, lO haben sle gewincket, daCI Ihnen diesel nieM anstiinde, londern sle 
auff ihrc Waaren, welcbe die Christen ausgelegt, tauschen wolIten ; wie denn auch dic Cbristen 
Waaren dagegen geboten, ab- und zugeleget, bis beyde Theile zur Geniige gebabt. Darauff ba- 
ben sie einandcr dic Band gegeben, einer des andern Waare genommen und sind davon gegangen. 
So baben sie mit einander zum Anfang Kauffscblagen *) gelcrnet. Wie nun des niichstcn Tagel ein 
armer :Bettler angekommen ist, habcn sic ein 1\'leCscr, ein lIutband und etliche Sacknadcln aus- 
geleget, dagegen dcr BcttIer einige Eyer dabin gelcget, vermeincnd, die aU8gesctztcn Perselen da- 
gegen aU8zubeuten: allejn es baben die Christcn ibm gewjncket, dafs der Eyer su weni88 wiiren, 
Ulad die Waaren dafiir nicbt ausmaebten. Dar.uff er aus seinem :Bu8en zwey Grauwcrck - Ohreg 
gcbolet, worinnen kleioe silberne Stiffte gebcuget gewe8en sind; diese hat er bey dcn Eyern 
gcleget, lIIad au v
rstcben gegcben, daCs die Waaren nun wohl bC:l8blt wiiren. Ob nun wohł 
dic Cbristen dieses geringc geacbtet, so baben sie den Kauff doch lIugescblagen, um dadurch ilU 
veranlaCsen, daCs die Hcydcn ihre Art der Muntzc mitbringcn mochten, und man biiłt C8 dafiir, 
daCs dahcr bey den Alten die 3 ScbiIIjng und 2 SchiIIing Miintzen den Namen bekommen baben 
auf IJnteutsch: AuCs und Nagat, davon dje 3 Schillingstiicke noch Ore heiCsen. Wic lic 
mUl 14 Tage mit ihncn den Heyden ganta freundlich conversirct, Waaren um Waaren getauschet, 
und ihre Sache 80 eingeriebtct baUen, daCs sic Hoffnung baUen, dars sic, wcnn sie ubers Jalar 
wic der kiimcn, ejncn beiscrn l\larckt baben wiir(1ell, haben sie von ejnandcr ejncn gantz freund- 
licben Abschjcd genommcn. Damit sic aucb kunfftig der beydnischen Spracbe miichtig wcr- 
den mikbten, baben sie cinen Knabcn 8n sich gclocket, denselben allc '}'agc beschcnckct mit 
Zucker, Fejgen, Rosiencn, Wcifsbrodt etc., und die Eltern daMn vcrmocbt, dafs lie den Knaben 
mitnehmen mochten, dagegen einen von den lbren da gelaCsen, um die Sprachc zu erlernen. 
Wie sjc nun durch Gescbencke die Eltern des Knabcn gcwonncn baUen, baben sic denselben 
beydnischen Knaben von 15 Jabren mit sieh gcfiibrct, und ibn zu :Brem en t8uffen Jassen, 8uc:h 
ibm fleiCsig die teutschc Sprache bcygebracbt, daCii er ibnen das nacbste Jabr tolcken "'*) mocbte. 
Da sie aber zn Bremcn gliicklich wieder angekommen sind, bat der Sehiffcr und die Kauff- 
leute von allen Sachen Bericht getban, und obwohl alim Gcwinn und Nutzen der Anfang in Be- 
tracht der groCsen Gefabr nicM gar au groCs gewesen; lO h.ben sie sicb doch das niichste Jahr 
dazu ange8chicket, wie sie mit aUerley dahin dienłicheo Sachen mit 2 Schiffell wieder hiD- 
r.hren mochten, 


-) J.andeJn. 
f') dohnetuhen. 


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>>>
- 16- 


Cap. VI. 
Von der andermahli
en Anknnfft der Bremer Kauffleute in ' 
Liełfland mit zween Schi:ffen. 


Anno 1149 Biml die :Bremer Kauffleute mit zween Sehiffen wicderum von :B re men ab 
nach Lieffland gefahren, sind auch dasclbst mit Scbiffen und behaltencm Gut in den I1affen des 
Dunastrohms gliickliela angekommcn, und habco den vorm Jabr mitgenommenen hcydnischen Kna- 
ben, der ounmcllr schon gut teutsch gercdet, mit sicla gebraellt, auch einige ','on alJerhand 
JlBndwcrckern, und ciocn Goldsehmidt mitgcnommen, defs sicla dic Heyden sehr verwulldert hB- 
ben, und wie sie nun ankommen , sind sic zu Landc gefahren und haben den Knaben mitgeoom- 
men, Da sin d sic von dcn Heyden mit Freuden angenommen und emllfBngen, haben einander 
Gutthat erwiesen und gehandelt Waarc um Waare, laaben viele IIiiute, Flachs, Ilenff, Wachs, 
Talch uud Wildfellc gcbeutct, Wic sic nun ihrc Selliffe wieder zugcladen, habcn sie 30 der 
vornehmstcn IIeyden zu Gaste geladcn, sie wobl tractirct und zum AbscJaied Uarc NBllmcn auff- 
geschricbcn, freulldlich Coutract auffgerichtet, daCs sic allc Jahr mocbtcn bey ihncn frey lIIad 
sichcrlich ołmc jemandes Verllinderung handcln, sie wollten allezeit freundlieh lIIad wollthitig 
gegen cinander seyn, und lIaben dicfsmahl die Kaufflcutc 4' Person en der I1arcn mit den iibrigcn 
Waaren da gelaCsen, damit sic h gesegnct und sind wieder DaciI :Bremen gesegelt. Die 4 Pcr- 
sonen sind den Wintcr uber bcy ihnen geblicben mit ihrem WiIlcn, auell gliicklich wieder nacll 
:Brcmen mit behaltcnem !\Iann mld Schiff und Gut nach lIause kommcn, woselbst sic von den 
mitgebraehten Waaren eincn gnten Profit gemaclat. Da ist die Sachc fUr den Bischoff in n re- 
m e n kommen , dafs solch ein heydniscla Land auflgesegelt worden, dcr es an den Papst gelangcn 
JaCsen, der hat illm ungcsiiumet befohlen, auch ordentJiche Mandatu erUaeilet, er sołJtc zum drit- 
tcnmabl mit den Kauffleutcn einen goUfiircJltigen und frommen Priester verordnclI, in Lieffl8nd 
dic Gclcgenheit ftciCsig zu erkundigcn und soviel muglieh zu befleifsigen, die ChrisUichc RcJigion 
darin zu pflalltzen, Wozu er auch einen tiichtigen Priestcr, genall.1t lU c i n la a r d u m, gefunden, 
der .ich Gott zu Ehren willig dazu beqvemet laat, l1nd sich dazu fertig gemach t, mit eillcm jun- 
gen Chor-Schiiler in das heydllische Land zu begeben, 
7 


Cap. VII. 
'Vie die Bremer .Kauffłellte ZłUD drittenm.nlłl in Lieffland 
gesclłiffet nnd einen Priester mit ełngeCiiltret lłaben. 


Anno 11
 auff l'hili('(li Jacobi Tag sind zum drittenmahł etliehe Kauffleute nach Liefl'- 
land gcsegelt und mitgeuommcn den goHfijrehti
en I'ricster 1\1 e i n h ar d u m, den hernach dcr 
Papst ZUI Bischofl gemacJat mOt 8cinem Claor-Schiiler Johanncs lIartmann, und Doch einem 


" 


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>>>
17- 


l 


Gelellell, den er zum Kiister.mpt 
esetzet, geheirsen T li o m a 8 S t e 
 er, wclche den 248ten 
May in Licfftand an dic Diina gliicklich angckommen. Da haben sie etzliche Boden (:Buden ) 
sm Diillstrohm 2 Meilell von der Sec gcmaehet, da sie vnter Dach wolmcn \'Od ihrc Wahrell 
laalten .komaen, au ch elne Noht-Wohnunge vor ilaren Prie8ter Mcinhardum ,-nd seinen GeseI- 
len , da er ihnen Ilum Anfange geprediget, .Denn eine ZeiUaug Ilat er alleiue den Kauflłeuten 
vlUl dem Sehiff8 - Volck gepredigct, bis er vnnd scine Gescllen die I.icffliindisehc Sprachc gelernet, 
da hat er alłgemiihlich mit Glimpff auch den IIey(len ans Gottcs Wort angcfangen zu berichten, 
doch mit Sanfftmuth \'lad GIimpff, aucJa mit Guttllat vielc gewonnen, so sieh zum Christenthumb 
bekehret. Diese Priester- \Vohuunge vnd Kauffleutc-:Boden nld Wolmungc seynd am Vffer dca 
Dunc-Strobme8 erbauwet an der Stelle, da itzuud die Stadt Riga lieget, vud man meynet, 
darumb, daC. 8ic am Vffer nach der niege (lłeihe) her gebauwet, lO habcn sie den Ort Riege 
genennct. Dabero dcnn die Stadt Riga ihren Nameu haben soli. Allgemach haben sich .lie 
Fischer-Lellte, Arbeiter, welche die WaJaren hanttieret, Zimmcrleute \"Ild andere, so sich bey 
ihnen erneJarct Ilaben, angcbauwet. AIso 
cyml die IIeyden mit der Zeit von wcitern Orten 
mit ihren Wahren zu ihnen gelommen vnd haben mit eillander gehandeJt ,-nd kallffsclJlaget, haben 
auch alle mit der Zeit dcr Kauffleute Jungen vnd Dicnere mchr dic Spraclle gelernet. Diese 
Schiffe h.ben mm in den dritten Monalat da gelegeu, ehc sic wieder geladell vnd lIuriieke 8efala- 
ren, aucla viele Wahren mit etzlicllcn Lcnten dicCsmal da gelaCscn, welclac Hare Lcute, so da 
geblieben, nacla ihrem Abezuge mit guter Gele,;enheit verhandclt laaben. Ihreu Prielter mit sei- 
nen Ge8ellen habela sie da gelaCseu vud mit glltter Nohtdurfft versehen, J 
Im selbigen Jahr 1\101laht8 Juuy' seyml noch zwey :Bremisclac Sclaiffe nach LieffJand 
abgcsegelt, Die haben ihre Reise gellommell bis in dic Diine, ilarc lIantticrunge da gctrieben 
\"ład vmb 6 W ochen ihre Schiffe wieder zugeladcn. Dicse haben einen Glaser mit seiner Frauwen, 
auch cinen Schmidt mit seinem Weibe vnd Gesiudc allda zu wollllcn mit in das Landt gebraclat, 
auch Maltz, Mehl vnd viclc Kcf8ell mit sieJa cingefiillret, denn die lIeyden sicla zuvor wenig 
KeCsell, SOlldern erdcne Potte*) zum kochcn gcbrauchet. Mittler Wcile; ais diele wieder zuge- 
ladell , hat Prie8ter M e i n h ar d u s sich fast (Jes LalIdes Gelegenheit erkundiget, vnd laat allcn 
Umbstand dei LalU1es, den Wandell, auch VOII ilarem Glauben vnd Leben der heydniscJlen 
Volcker dcm :Bi8Choff vermeldet, aucla wie er ge
ehen, dafs es ibm schwer fallen wiirde, den 
abgottischen ,'nd zauberischen "eyden dic Christliche Religion vlld die TauWe Christi eimm- 
ł,fłantzen, hat er au den Bischoff von Bremcn gesehricbcn vnd gebeten, er sollte den gautzen 
Handel an den Papst gelangen Jafsen, daCs er die Verselmnge thnn mochte ,"nd ihme ctzliche 
Dieuerc aur J
eibeswarte mocllten zugeorduet werdcn, aueh ein Canouicus mit el nem Vlcario 
,'ud CapeUau noch ills Laudt gesaudt werdcll, die mit nohłwclldigem UntcrhaIt mocIaten ver- 
Behell weł'den, er woUte es an seinem FleiCse uiebt ermangeIJa lafsen, "nd er sebe es duor an, 
daCs daB Laudt ciue herrliche, fruelatbare Provintz ware "nd mit Gottes Hiilffc wohl konnte IIlIm 
ClaristIichen Glanbcn gebraclat wcrden, So \\'ollte auch die Zeit crf'ordern, daCs mal1 die Vnko- 
sten dara"jf wenden mochte, Kalck 1'Ild Steinc in das Landt zu scbaffen, daCs mau elue Kirche 


.) irdenr Tiipre, 
Mon. I.h-, an'. II. 


9 


- 


,
>>>
- 18- 


I: 


baawen 'ł'nd n.ch Gelegcnhelt irgend eln Kloder stiCten mochte 'ł'nd dal befestigcn, damit' man 
lich d.rinne schiitzen mochte, wenn die Heyden entriistct wiirden, wie liu .esorg
n, wenn man 
ihre Abgotterey vnd Zaubcrcy werde beginnen mit dcr :BuCae Predigt zu str.tren. Wie nun diese 
Sclaiffe wiedervmb gliicklich zu :Bremen angekommen, vnd des Priestera M e i n h a r d i lehrifftli- 
cher :Bericllt dem :Bischoff vbergeben worden ist, ist der Bischoff ob des Priestel's :Brieff seJar 
erfreuwet geweaen, vnd hat bald mit dieser Rclation eincn vel'8tiindigcn Mann an den Papst 
abgefertiget. Wie dersclbe bey dcm Papst id angelanget, ist der Papst gar froh worden, vnd 
hat ihm die Zeitungc so wohl gefallen, daCa er bald eine Bet-Mefse angestellet, damit Gott 
mochte zu dicacm V orla Bben Gcdeyen geben, vnd dic Christliche Religion in dieaer Provintz ein- 
gepftBlatzet vnd auClIgebreitet werden. Dazn hat der Papst 1'erordnct zwey Commirsariol, 
welche allczcit die Vorflille 1'nd Noht des Landes, die vom Billelaeff in :Brcmen angebracht wer- 
den, IIchJeunig einnehmen vnd referiren aollten. Er hat luch befohleR, dcl' Bischoff iu Brc- 
men lollte Vorraht schaffen auf's negeste Jahr, in Lieffland eine Kirclac zu bauwcn zu Ehren 
dcr heyligen Jungfrauwen M aria e, die er der Kirchen vnd der Provintz Liefflalld zur Patro- 
nin vnd Schutz wollte verordnct habela, .uch hat er dcn Pricster M ci n h a r d u m zum :Bischoff 
verordnet, vnd ibm Bischoffs-Habit mit anderen herrlichen Geschenken ztlgeacndet, d.ncben 
dem Bischoff in Brcrncn gesclaricben, er sollte ibm geben etzliche andere Priestcr zu GetaiiłffclI, 
.uch Honlten reichliche Nolatdurft zur Vntcrhaltunge, vnd dafa er auch einen beqvemen Ort 
aualeaen mochtc, da man ein bemaucrt Kloster hinbauwell m9c1ate zu einer Abcdeyen*), vlld 
der Biachoff M c i Ił h ar d a s aolltc leinen Eyffet in Fortpftalltzunge der Christłichell Religion 
ftcifslg aehen larscn, der Papst wolle dazu allc I1ulffe vnd Nohtdurfft beweisen'-"J L 
Ił 


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, Cap. VIII. 


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Wie der Bis
hoff von Bremen die Antwortt vom Papst 
-I'" eml)Cangen. vnd seinen BeCe111 Cortge8teUet. 
II ł -łI "It 
Ił .,. I 
 I 1101 II, 
I Wie nuu der Abgesandter \Com l)aplit i
t In dem Bischotf in Breme.H wicdergekommen 
mit stal'ckem nad fel tern .lłefehl, die Sachell mit Emst ohne SIJarunge einiger Vnk08ten zu 
treiben, hat dcl' llischotr sich von allererste geschicket zu Kalek, Steiuell nad l\lauermeisterll, 
wic luch anderen W crckleutell, ; wel..hcD V,Qrrath er mit famt dcn :Bau - Leutcn das negeste Jallr 
mit (lcr Kauffleutc Sclaiffen basLBudt ge8endet mit ctzlichen gewapueten Leuten, die mit ihncn 
vora ente, alI waren sie Kaufflcute, hinein gezogen , seynd auch glucklich in Liefflaudt auge- 
kommeu, habcn bald zwo Meilen ,'on R i g a da bernach daa SchloCs Kir c h h o I m Iliugebauwet, 
Dnd iodann in der Duua angefangen von Kalek vud ZicgcIl ciue Kirche auff dem 1I0lme zu bauweo 
Dnd h.ben sieh sclbst nad den Baulenten aUmiihlich. anff deme Holme lliittcu nad, lIeurller ge- 


, 


.) su einer Abedeyen, zu einer Abtei,
>>>
- 19- 


ballwet, weleJae lInbekandte Gebellw den IIeJden wohl sehr fremde gewesen, insonderheit weilen 
keinc steil\ernc Gebeuw bey ihnen vorhin gesehcn worden. Jedoch weilen sic auff dcm Eylandc 
angefangen, da cs ihncn nicht ge8chadct, haben 8ie e. gcrne ge8chchen lafsen, mocbten auch 
nieM GC8Chenck, sondern habens mit gutem Willcn machcn laCsen*), AUlo ist ersilicla die Kircbc 
Duff demc IIolme verfertiget Ulld darinnen Glockcn vnd AItarea - Taffeln uDlI andere Kirchen- 
Gcriihte gebrncbt, und offentlich angefangen zu predigen wider den schiindlichen MiCsbrauch der 
heydlli
ehelł Abgotterey łIIad. Zaubercy, und obwohl aorangs dic IIeyden heufti
 hiueingelaufltm, 
wie ohnc das der gemcilłC Powell begierig ist, Dach Nculichkeit zu aehen, 80 hat es doch mit 
der Zeit den Vornellmstcn, die der Sachen n8chgedacht, allcn Vcrdacht vnd Verbitterung 
e- 
bracht. So langc, abcr dic Heyden gegen sie keine Wehrung oder Emporung angerichtet, haben 
lIich elle Christen noeh eingezogcn gehalten, Hld hat dcr Bischoff allmiihlig eyfleriger widc, die 
heidnische Abgotterey begund t zu predigen, dieselbc BU Itraffen, Vlad die BU tauffen, 80 .ich 
zum ChrisUichen G
aubcn bewegcn larsen. So hat dcr Bischoff Meinbard auch angefangen su 
miintzen, auff dcr einen Seiten dal DildniCs dcr heyligcn JUlIgfrauen Mariae, vlld auff der aB- 
dern Scitell die neuerbauwete Kirthc, davon ich noch cinen PfClmig Ilahe, welehe BildniCs der 
hcyIigen Jungfrauwen Mariac dic ErtzbischOffe in Riga, vnd auch dic Bisehoffc zu Dorpt aUe- 
zeit auff den silbcrncn vnd giildencn MUlItzen behalten h.bcn, vnd zu l)regen gepfteget, bis 
daCą Liefflandt ist an die Krohn Pobleo kommen. a, 'I ł 
Etzliche rneynen, M c i n h. r d u I sey selbsten zum Paplt gezogen im Jahr 1170 mit ewem 
vornehmen heydnilehen Printzeo C o b b c odcr C u b b e genandt, der sich mit allen leinen V cr- 
wand ten hat tauffen larsen, "nd welchcr alle Vmbstiindc dcs Landcs dem Papsł erzehlet, vnd 
der :Bilchoff ist gliicklich wicdcr Iłach Lieffland kommen , vnd hat geprcdigct bis Anno 1193, 
da ist er aeliglieh clltlchlałfell, ,'nd von den Cbristen lehr beklaget worden, ut 24 Jahr Bi- 
..cboff gewesen. Sein Słuell ist zu LiefflaDlI in R i g a gcsetzet, wosclbst er auch in Fricden be.- 
graben ist. Er hat Ichr viel Heydcn getauffet und zum Christen-Glauben gcbracht. Aber die 
Heyden seyn sehr crbittert gcwesen, daCs sich C o b b 
 mit seiner gantzcn Frcundschafft mum 
Christlichen Glauben bekchrct hat, ib ł 
I lNach Meinhardi Todc iat zum Bischoff in Lieffland verordnet BartholdUB. Dieser 
fing an Riga zu bauwell, abcr die IIcyden versammleten sich aus allen Orten, vnd zogen auff 
RIga, dic Christcn zu vertiJgeo. Da kahmcn vicll der Cbristen .dem :Bischoff su lIiiłłfe, vnd 
geschahe einc blutige Schlacht, Der Bischoff blieb mit C o b b e vnd 1100 Christen. Dic Ch.iaten 
,aber crllchlugen 6000 lIeyden wul d.ie Christen bchieltcn du Fcld, .Anno 120
. BartJaoldu8 
hat 'regieret "ier. Jabrc. I I 1 


II 


II 


b 


Ił 


.) mochten Ruch' nichf Geschenck etc, In B r o tz e' I Ablchrilt hei.st e. hier: '"mochten auch wohl mit 
. "Ge.chenc:k dallu Kebracht IeYU, dar. sie es mit gułem Willen machen HeC.en," MochłeR l. ,,; .' 
.J: II) bercbrten, 111
1' 'ł k.tll. j ł' 
a 'I I .t H , ) 
 Ił. 
...,Ibl łI[ 'ł'ł,hi 
 J' ') .. ... Ił 
l' tli , łł I u b 


-
>>>
- 20 


Cn p. IX. 


Nach dem to(lIichcn Abgange :Bischoff B a r t h o I d i id vom Papst I n n o c e n ti o Anno 
1204 zum Bischoff in Licffland verordnet ciucr genandt Albertus, der ist mit ctzliehen "on 
Adell \'nd andern RittermaCsigen Leutcn -ł'nd Solda ten hereingekommen in Liefflaud vnd bat die 
S.che mit Ernst angegriffen, allerley Vorraht zum Dauwen Ulad Kricges- Waffcn mit laereinge- 
br.cM, darzu dcnn auch der Papst mcrckliche I1ulffe und :Beforderllnge gcleistct, nad die Kaufl':.. 
Jeute haben Buch grorsc Zufuhrcn nach Liefflaud niell t alleinc von Bremen, sondern aucla aus 
andern Stiidten ,'nd Orted gctban. Etzliche seyn mit Weib vnd Kindern hereiugekommcn, woh- 
nend blieben vnd haben groCse lIanttierungc angcfaugela, Dcr Dischoff A I b r e c h t hat flcifsig 
laCsen Ichrcn, predigen V1ld die IIcyden tauffcn, vnd hat zu V x k u II angefangen eiue Vestung zu 
. bauwen fud ł'orber einc soJche Schantz au der Diina gemachet, daCs cr der Heyden Zona nicht 
geacbtet, somlena mit Macht fortgcbauwet, und die hcydnische Volcker mit l\1aclat mit zur Ar- 
beit genothigct, die. Vestung erbauwen zu helffen, Da babcn dic I1eJdell vernommen, daCs ea 
auft' eine Dienstbahrkeit allgcsehen wire, vnd habell sieh vt!rsammeU vnd zusammen rottiret, 
baben auch etzIiclae :Bcrge auscrsehcu, die beq,'cm gewesen und selbige bcfestigct, wie 
lie besteue gekomat, "mb dahjn ihr ltefugium ZII Ilehmcll "nd der l:hristen J\!olimiua zu 
vuterbrechen. Wic der Bischoff solchea vernommell, hat er Dacia TeutiChland vmb Hiiłffe ge- 
IchriebcD vnd dem Papst gerahten, einen rittcrlichell Orden zu stifften, nehmlich die S cia w er t- 
bruder, ,dencn mail ba Licffland von den bezwungcnell heydnischen LBndcn vnd Leuten vor ihre 
,ritterliclae. Thateo zu belolmcn vcrsprechell mogte, DieC. bat dem Papst wolal, 
efallen', ,-ł'ud er 
hat bałde' dar.uff dem Dischoff :Bullen und Privilegia ,zugeschicket, solcheli mit allem Fleif. 
ins Werck zu richteu, wic sich denn auch der llischotf nicbt davon abbaltell lafsen, sondern 
allee besten FleiCsce fort8etzte Ulad in die Wcge riehtcte. Die IIeyden ha ben auch nicM gcfeyret, 
denn wie .ie gemercket, daCs es ihnell gcltell sollle, haben sie zu K o c kc Il h a u s e n alL dem DUlla- 
- Strohm eillClI Ort befestigct, und auch im S o n t z e I e c h e u eilłcn Berg, 80 uocła vorm K a 118 e r lie- 
get, grewlich befestigetvnddic VestulIggcnclłlact Gcrsicke, da die SOl1tzeJlach
 Becho her- 
unter ftier.et. Dicscn hohen Ber8 h.bcn łlic mit nalcken vnd Stackitten obcn vbcrbauwet, d.rs 
lie mit Steincn umhcr wcrffen vlld abwchren konntcn, dars mali gewiCIi dieCsen Berg olane Blut- 
vergierecn nicht hat gewimaen konnen, Darzu haben sie vmb den Berg her mit starcken Slaekit- 
ten eine groCee Weydc" v.or Hare Pferde vnd Vieh bcziiunet, daCs .ie damit ihr lIaab vnd Vieb 
beechiitzen mocIaten. Dcnn sie habcn allhier eille besoudcrc :Bchendigkeit gebrauchet, weHcn 
von V xkull Dach Riga liiaagst dcr Diina der Weg gehct, ,'nd alsdalłla dureh dic lIeyde vnd Wildnir. 
derWeg herau. schligct bey der GerCsburg, wie auch auff der andem Seitendcshohen Kan- 
gerberg., so durch dcn Morast gehet aUB dem Ił.odenpeyischcu in dal Sontzelsche, .Ich 
Buch aD die G e r r s b u r g 8trecket, ais laieltcn die Heyden auff beyden Scitcn sbarc:ke Wacht VOII eillem 
hałben viertel Meile weges steta cinen KerU auff eillem hohen Baum mit einem Schrey -lIorn. 
Sobald er vemahm, daC. die Christen sich zum Anzugc rii8tcten, den lIeydw niilaer zu kommen, 
błieCeen .ie eiDander die Feld-Loflung dcn Allarm in kurtzer Zeit iiber 10 bis 20 MeiJen :lU, 
denn lie hatteD in allcn Dorffcrn lolche Homer. D. nun die LofslUlg gebłasen, war ein jeder
>>>
- 21- 


mit seinen Waffen bald fertig zu Pfea"de und zu Fur
 nacb dtr Bur81 Ruf dem gedacbten Ber,e 
zu kommen. Da oun die Cbristen aukamen, .0 gillg es auff łJin FeClhten \'nd Streiten . los. Die 
IIeydcn haben wahrlicla 'for ilłI'c Freyheit :Blut. genug. Vel'goClI8n, I ehe, sie vberwuodełl wQfde . 
h · , " ,Jł ;tinr eł'I,trL l 
n fun".," ., J I., 119 "8' 
 fi " II fi" Ił i 1
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I , II" C Ił 'X 1 II' '.h,,1! o, ,,8"'
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 J" 
"l t l ' a p.. . lf "'U fi ,1, j' .. I f.,' 
DeCsgleichen haben die lIeydeu die Ve8tung Kockeuh au sen aufł'gerichtet und sich da.elb.t 
in einem ziemlich festen Zustand vcrwahret und laiiuffig versammlet, auch andre Sehantzen vnd 
Berge hin vnd wieder zu' ibrem Vortbeil'e1ngeaommcn, auch Ordenunge mit glłter WacIat zum 
Streit nach ihrer. Art ,sicIa zu webren angestcllct, Wie aber der :Biaelaoff;AJ brecht roehr Leute 
ins Landt einbekommcn, hat ec uach dcn erlangten piipstUchen PriviJegien uud Bł\łlen deo 
Orden der Schwerdt-:Briider gestifftet nnd eingeweylact, die sich denn gar rittcrlich habeo 
gebrauchen larsen (die Schwerdt-Briider habcn'gctragen wciClc Miintell mit einem rothcm Krcutz). 
Diese Sclawerdt-:Briider habcn bernach zn ihren1 Haupt erwehlet einen Heermcister, der lie 
fiihren konntc gegen die Fcinde. I Der entc. 'der.. hier.u e
nennet worden, ist Meister V i o n o 
geweseu, dcr ein frommcr uud streitbarer Mann war, nnd der auch ritterlłcla fUr den Chrilłt-- 
licheo Glauben gefochten bat. .m.ł "I. 'lItU 9łJ ' I .'1, II ł 1 , J JrJł II . 
Wie nun Billchoff Albrecht die Vestung IJxkell erbatawet hatłe, ist mancher harter 
Straufs mit den Heyden gehalten wordcn. Wie abcr dic Heydcn in der Wie ck e dic Schweden 
aus der Stadt Leal geschlagcn "nd dic :Burg mil Hiilffc der O seler verbraont laatteo, ha' 
der Dischoff A l b re c h t . sicb gerii-stet vnd' ilt in die W i e c k e gezogen, hał- dic Ehstnis,chen lIe,deo 
nebst den Oselern wiederumb bezwungen, 80 darli ade die :Burg Leal wieder habeo aufbauwen 
miif8en, und hat dcr Bischoff allda einen Discboff verordnct, Herrmann genandt. Auch id 
damais angcfangen dcr Tbum zur alten P.eroau zu bauwen, welcher hernach nach Habsal 
trallsferiret ''11d verleget ",orden. . Man. oget y I 'der. :Bisehoft' ,A I b r e c h t. laabe Ruch dal 
Scblofs Dahien erbauwet. "ila" ullłr.n 11dL II!; 11," ih ,Jłł t' IM C lfi rlJ lm 
_. .t" J'
' ' ,nuln,.13 I II II .1 ibn 'I',h iill\' 't. l 


Cap. XI. 


Wie nun der Konig Waldemar c1er..Ande.'v.cm Dinnemark vernommen, daCs Blselaotr 
Albrccht der Wieckischen miicIJtig word en, hat er .uch an denen Heydcn in Harrien und 
Wierland scin Gliick versuelact lind ein Krieges-Heer nach Licffland 8esaudt, welelles gedachtel 
Hanicn und Wicrland bezwun
en" Kurtz darniach istKonig Waldemarus mit dem Bischoft' . 
von Lunden selbst nach Lieffland gekommcJi, und liat -Alino 1223'abgefangen die SUadt R
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n Ulub' dicle' Zeitł da, dcr Bisdhoff Albre,ellt ia der Wie.ckc die Oicle1ibez\Vlłłlgcn, hat 
de;' f-rmnme Menter Vihno in' LiefflaRd erbauwd Segewalll. Wendcn und A.a.,ł..er,alle, 
d.fauff ht, er von einea moroel'lleben łJuben neblł Iclaem Callellan Auno 1223 et'mordet. Ulad 
battc regierct 18 Jahrc mit Rulam ym' .L0be
_Der Morder aber ist gcrihlert wordcn, D
r 
Meister Vinllo hat Koekenhansen und Gcrscbllrg gcwonncll und der łłcllrsen Konig nebst 
600 Mann Reufsell ersehIagen. Naci. ilam ist erwehlct wordenMeistcr Volquinus, welehcr dic 
Stadt V e II i n gcbauwet hat, woriiber sich' dic Hl!ydert mit Macht geriistet, solehes zu verhindern, 
uhd baben vlele Chtisłea' eNehlagell, : da dann auch aUc :Brodcr. bis auff 10 nach, Beyn gefangen 
"orden. llierauft' 11ft ,der Rilehoft' A I b rec: h t .elbit ,na ch Deutsehland gereiiet uml bat dcn 
Herzftg' Alb..e
h t In SBohM1ł' darau bewogen,., ..f8 er mit cincm Krie8es-lleer, mit ibm is' ins 
Land' kom men ł '"nd' hat balll-.8er Heyien 1300 'et.ehl.gen und selbst nur 60 Y
rlorel), die iibrigcn 
Heyden '8Iber.l
 .u' BU8(Jhd gelanffen. ',ID. "ulI.ton O8el1 diew -vemommen. h8ben sic sicla weiter 
mit dcnen Jerwhchen a!ld andern Eh.lm verllaJDlllłet, ...mme den erlittcnen Sehaden an dera 
Jlertzog Ałbreeht au ri.chen,aber Hertzog Albredlt "(jnSachlen iit ihnenł'reudit;ń1ter die 
Augen gcriicket "Iuł hat' Ile ber, C u n d ł: ł ,;Jd J8rwli
n .;an

iffCld Ulld' ;erschlagen, nDd ilt dar.uff 
wlederumb mit Ruhm 'sd" ' tłem" Lande 8eaog
n." Eli 'haUen. ałal1aondie Chrilten .eine Zeitlun. 
Fl'iede. Da aber 'dle Heylell'die AbWWillenheit .łes 'Hertzog. Al brech L ,"erllommell h8tten
 da 
thatcn sie den ClariBten so vlell Leydes, alB sie nur Immer kOllllten. Es łun dar.uff der Gr.W 
Albreeht aOI (rbnd ..it vielen PiIgrimmeh Ulad Soldenem in LleffJand .n, ..ul Z4)
, mit dem 
Meietet V o I q'u ł n wider dle Ekaten, und 88mmlete sieb 'in dcm Felde bey V e Hi n, 11a ward 
elne grof8e Schlaoht gelaałtC1ł,li so . daCs bey.l408 HeydeJi ,auff dem PI8tZC blieben
 wobey die 
Christeh, nieM libet .100 Mann Mriohren,' EndlIch Icairt 'Hcrtzog B &rui D ',"on Wełłdtl...d.) mit 
,.-Iell Ritttersclaałftl1l,- wOraułJ maneh ritł-łielael 
'reffeD mit .eła }j;hstelł g
ehala6. Wic aber 
die Lłtfauwer 'łnd Redlleo ,.-ennerekten, daf. dle Cbrisłlen wlder die Ehstniscben Heyden vberhand 
nahmen, I nrdrof. Ihnen .błebe8 selar, ...d «cdacłden sołehem vorzubeugen, verismmleten daher 
eln grofs88 Ueet-lJittauwer. ,Illerauff t:og'd" lIeermeiater 8uff aie IG8
 traff sic an be)' J u n II o k li I J 
und erschlu« ihrer 1900 im Streite, die iibrigen aber nahmen tlie Flucbt,. wekJaell ,der "eer
 
MeiBter mit den ausliindiachcn "erren umi Soldenea:p,. bł-.. .. o c k c n h a u fa e n nachgesetzet, Da 
wurden wieder 600 Reufsen crlc8ct. 


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HlłfiHI "G.p..,.XII. bł .. ił 
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 ., I, 'II. . ł " . '.., . ." '., , , 
b Darnach kam 
e.r Graff 
on A rn s tein aus Thiiringcn mit viell Soldepern iu UefflulIll 
an., Der Heermeist,er zog :mit -den. Gii8ten i
 Winter iu dali Lalll' Ollel ein, ł'nd sic crsehlllgclI 
.11 Mannern, Weiberll Vlad Ki adern bey. 2
OO. HCfllaeh zo der .lIcermeister V o ł (IV ha Illit 
u ' . 'o, . ." r II., I 'J n ' u lal :I 'U
 '4: 
J j;" . ". ,.- "I:, . , .. . 't: f, '1' I . JI ' ł. I'" .. . 
.) So die B r
 tz i lI,ch e und T rey
ch e Jtan
lIchrift. nie andern haoen: -
,Eni11icJi laDl Herr
. 
. mit vieJen 
RiUern all!' 'E' dmrldlier indellaen Uarnim hełta"". .tR1\.ro
 iic!łllił'ihn
o Bar'dimu
 ein F
'rll& 
yth Pamern', BBrnim ein Fiil'll.....on Poromer".- Welld1t:larnł, iall'ILu-nc1 .erWc
n, Diete haUIIA 
im MittelaUer iD Ile. La..iI. u'" la dienr, Gegeaj, an tiar O. . en., ....lŃt r I"" I tł. t 


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aleiRCm Volck iD' ,Se m
 IiUe _; w-08Clbsł: auch dbe Stlllac:łlt 'fJ08CIIIII1C, worio fiOł) He)"den nad 
300 Christen blieł.en; die aD
" ChristclI segdtu Illit łhnmSchiffen wiedcrumb anlaeim. Aber 
bald daraufl zogen dic Sem'galler zuLandd;lWł'er'delł,:lłeermeisler, da geschahe abermahJI 
cin hnte. Trcffen,. wo bey' aOO 8em
łłeo und, 300 ehristen auff dem Platze blicbclJ. Nach 
diescm kamcn dic Liitauwcr .mit grorum Volcł: widei' :
u I1eermeister V olqvin. Dicser zog 
ihnen abel' mit' seineD Chrislcn 'mld des Ga'Afł
" Leuten ł'itlerlich elJ
t'gen, da denn ein groraes 
Ulutvergic'sen geschahe,' tło dar..ib"ff.dcm Platze:iJey 2000, LiUauwer, und auff der Christeo 
8citen-':;OO bliebeli..' Ilierauff..zo
 dtłl' Graff wiellłer ./l:ul'iitks; in sein Landt, 
Der IIcermei8tcr V o J q '.,i n hat abel' muflIen, in '
rł!ófst'.l' Gcfahr unter den verbitterteu 
Littauwcrn und IIcyden zuriickcbleiben, Denn CI' hatte lIunmełll
O viele Fcillde wider sieh, nichł 
alleiue dic heidnischcn Volcker in Lj.etrlalld, sO'Dech, IIjeM ałłel'dingil.,bezwun
eo waren, sondern 
auch die Littauw6I', die Reufllen !md daEu .lie Scbw
deH .nd deD Kini
 W oldem.r von Diinemarck 
wcgen dcl' Stadł!' RevaJł; dle er' ihneri abgenommen \Ind ..OH, Sleinell stiircker hatte bcfeltigeo 
lafscn, welelac Stadt au ch die Ordens-lłriidcr so' langc ioncbchieltell, bis .der Papat aua GUllat 
CI befabl, sie dem Konigc "on Diinnemark wicder zu vbergeben, wclchc8 den n auch gcschahc. 
Vnd al80 bchieU sic (lcr Kouig von Diiullemarck, lIiłJ 
I' łJic selbst, wie vorgcdacbt., Ao. 1347 
dem OrdelJ vor 19000 Marek verkauffle. AUso murstc der fromme lIeermeister V o J q v i n mit 
grofscr Gefahr sciucs Lebens mit vielen Cbilsten - Fejn4cu irnmer streiten, daCs er auch einsahc, 
dafs die Christcn oh Ile mehr IIillJfe Ulul llcYlitalld. e, gegeu 110 ,'ieU Feillde in der Liillge nicht 
wiirdcn aufshaUen komlen, und derowegen mit dell Brildem Uahts geworden, dafs aic sich, d
cll 
mit :Bcwilligunge des Keysers und Papstes, vmb so ,'icl mehr_ lIulffc IInd Beystandes willen, dem 
IłohemeiBter Ulad :Teutschen Orden in PreuClSe
a 
invcrlcibcn woIlten, wie sie den n aueh solclle 
Tractaten bcstelJs angcfangen, auch dahin verhandelt łlHbcn, dafs aiesieh dem 1
eutsehen 
Orden ,pure eillvcdeibct, worauff dcl' Papst ihren Ordells-Habit. mulirct laat, und ihnell ill 
dem weifscn M
ntell das 8clawartzc Kreutz zu fiiłaren confirmh'ct" n' . 
In wchrendell TrBctat.cn abel' ist dcr lIeermcilitcr V o I q v i n auffgczogen in LiUallwell, 
nad sieh niedergeIafscn aufl ein grofs Feld, da ilune die Littamvcr sehr starck begegllet, vnd 
iat eill vberaus hartcr 8tr«:it gewesen, dafs auch dcr fromme II
crmcister, der 15 Jahr sehr 
,\ohl rcgieret hat, mit }.8 @ciner Ordensbriidcr ill dicser Schlaclat EU der Ehrc Clariliti gantz 
rittcrlich auff dem Platzc geblieben, , Da iat .nlch der Graff B r e 1111 p neb vieIl tcurcn He den 
.. - .11 
gebliebcn. 11th r"u "
,i\ tł' 
' Wf f1 ...,..,; .
'l n'ul ilf,j. ł II i-Ih I .' t. 
n Wie liliO (ler 1I0hemeist
r Hcrr II erm a lin V,
,
 ,S
Jt,z!-'..i.n rreuCscn_ nacIIdem vom KeYlier 
nad Papst der lłulld mit .dell Sl)hwerdt-:Briid.cr,a 't811J!1 Lieff1alld ,,\'lId dem PreuCsischcn Orden 
. I . 1 " . 
vollzogell war, vernommcn, daCs V o I q II i n der lIeermcilitcr todt war,- hat er eillclI anderen, mit 
Nahmell II e r m a n II B a I c k e zum Heermeister in LieJflandt gesendet, ,velcher, da er in LieJflandt 
angckommen, ,'on allen Christen ,'nd Ordcns. Jłriidcl'l1 mit Frelldell vnd groCscn Ehrell entgegen 
gcnomn1cn vlld cmpfangen, vnd war cin groCs Frohlocken v,lter allen Christen wegen diescr 
ge8ehdaell
łł V creiubahnlllgc, \' ud dCl' KeyslU jlcl\ickete ib,łCP ,.u Iłulffc bey dem neucu I1cermeister 
fUllffzchcn' h"ndcrl Marck, vnd der lIohemcistcr .scndclc ihneo iD .Lie-Jflalld zn IJjjłJf 60 Briider 
mit "iden RiUcrn. " ł. ub .fI all J ruil 'I. .
>>>
- 24- 


, 


bil' I Bey dieses neuen HeermeilJterl Hel'r Hermann Balcken Zeiten 
chAhe dem OrdeR, 
"na insoncJerheit dem Bieehołf 2-D D o rp t von den Reuflen viell Leydes, dero

en 30g er ,'or ein 
Schlofs h e b o r 
, da begegneten ihme die Reuflen vnerschrockcn,: 'Ivnd gelcbabe eine Ilarte 
Sclalacbt vnd blieben der Reufsen bey 800, die iibri
en gaben die FIucM,. ;vnd wurden vieU 
gefangen: Dariaach zog er vor P I c s c o w in Reurslandt, .tellete d. an mit lIeinen Brudem VIII" 
Rittern das SehloflJ vnd die Stadt .zu sturmen. Da begcJaretcn die Reufsen Frieden zu mach en, 
"nd es wmde behandelt,. darli ihr Konig Goupoldt*) verwilligte, beyde.'SchloCs vnd Stadt 
vncł allcs, so darvmb ,I.
, lIollte dcm Orden zukommen, vnd sie wollten Chriatełl werden
 Der 
Heermcister beeetzete Schlof8 vDd Stadt mit zweyen lIeiner Briider "nd .nderem V olck, vnd 
h)beten Gott;., ud zógcn wieder In ihr Landt..1I I ł fi 
J no AnRo 124:) «Ja kam KonigAJexander von Nowgarden' mit Heerc8-Maclat ,.nd 
gewann P I c 8 C o w wieder mit Gewalt, ob ais .ich ..ohl ritterJich webreten, vnd wurdeo dasmahl 
In P I e s c o w ci'sclaJagen 70 Ordell8 Herren. .II Vod wie II e l' m a n n B a I c k e 6 J.hr regieret laaue, 
1st cr 124d gestorben vnd laat manchł:n Streit wicder dic Feinde Gottej 
eCiihrt. 'P I ęU9 w 
war nur 2 Jahr ha der ChriBtcn Hinde, · ł n ,. ..III ';"JI) t 
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C a p. XIII. 
I Anno 1200 1st die Stadt Riga, vnd Anno 1230 die Stadt Renll angef8ngcll zu bauwen 
vnd in der Zeit ist auch vor dem Port der Duna angefangen ein Kloster zu bauwen, Da ist 
eine Abbedeye gestifftct worden, vnd mit der Zcit ist da ein groCs V ol'werek hingebauwet, da 
viell Ordells-IIerren haben Wolmung gebabt, Vnd wic dic Stadt Riga aUmehlig bat selu 
zugenommen, da ist der Ertzbisclloff zu Riga vnd die Heermeister mit ihreu Ordensbriidern 
Ulad Gcbittjgern zwistig wordcn wegen der Oberherr8cbafft der Stadt Riga. Da hat der 
Papst einen 8chr gelahrten 'Vlad vcr8tiindigcn 1\laun,1 den Cardinal Mutinensi8 mit 
-foUcr Plenil)otentia inll Land gcsandt, daCs er aUe Dinge in gute Ordenłllagc brjngen sollte. 
Da baben die Rigisclacn ein geschriebcnes Reclat vou' Gothland gebracht 
 vnd sicla solehes von 
bemeldetem Cardinal confirmircn lafscn, defs sie slch 'noch diese Stunde gcbrauclaen,; Es 
hat alich (łcr8elbc Cardinal der Stadt Riga bcsondere Grentzen gemaclat vnd ilmen die8cłben 
conrirmiret vnd befestiget, al1ch dem Abte zu Diinamiinde rernere VoIlmacht gcgcbelJ, dje 
Stadt mit nohtdurfftigen vud leidliclaen Privilcgien weiter zo wiIlfahren, sonderliela \t'egen der 
Holtzunge im Diincmundisclaen vnd der Viehcwejden, wie denn auch wegen dcr Fischerey im 
Duneatrohm. Darnaeh łst auch verordnet, daCs 'der Ertzbischoff allff dea :Biselaoffs lIoff:1.11 Iłiga 
sol1c sejncn Sitz, vnd zu eincr Pforten im Stlehte den Schliiftiell haben, die anderc l'roa'ten- 
I. ' hmlt 'J n . ," II 


I ... 


I 1" 


'.) Dcr Namc Goupoldt i.t .ieber\'er.tiimmclt, Gadebu8ch ThI.l. S,238 Illit Gerpolt, .ctzt jedoeh 
hinzu: wenn e. anden derrecbteName lit, Aueh lłu8low nennt ihn GerpoH, E. hei..t dortFol.8: 
".-\ller8t de Riill8en in der PleC.kow hebben einen }'rede be8'eret, "nde .iek dem Orden thoel'geuende 
'I erbad/JD, welek.,. denn mit beleuinge Gerpołh dCl lliilli.ehen Fćirden ock ge.c:hehen y.." _ (;erQde 
.0 nennt ihn Arndt, Sollte .ein wabrer Name nidlt Jaropol.k .ein' .J
>>>
- 25 


Schliifllell 801lten allc bey dem Ralate der Stadt vnd ihren :Biirgern seyn, vnd die Capitte)s- 
lIerren soli ten im Stiffte vmb die Thumb-Kirchc her ihre cigene IIeufser und Wollllunge haben. 
Der I1eermeister aber solle seinen Sitz vnd W ohmmge zu R i g a auff dem Sehlofs haben, vnd die 
Stadt sollte beyden Lalades- Herren. aIs dem lIeermcister ,on d dcm Ertzbischoff, huldigen vnd 
8clawercn, vnd eill Thcil dem andern hclffen vnd beYI)flichtcn, den Heyden Abbruch vnd 
Widerstand zu tlmn. Dashaben beydc, der EltzbiscłlOff "nd IIeermeister zugesagct vnd die Stadt 
Riga allewegc zu ihrcm Auffnchmcn vnd Wachsthumb zu beCOrdcrn vud zu beschiitzen versllfoclaen. 
Ell seJnd auch etzliclle Kloster vnd andere 1I0spitalen vnd KircłaclI folgends gebauwet, ais: 
Sanct Jaco b, Set, J oh a n uh, Set, Magd alenae nad Set. Marien, Dic Thumb-Kirche oder 
lUarienkirche ist des Ertzbisehoffs Iłaupt-Kirche gcbliebcn, Die Kloster, ais dcs heiligen Gcistes, 
Marien Magdalenen vnd andere, darinne sind Abedeyen, MUlłchc- "nd Juugfrauwen-Kloster*) 


u 


.) Nyen.tiidt erwiibnt wobl de.wegen der iibrigen Rirchen namentlich nieM, weil die.e zu lei ner Zeit 
lehon eingegangen waren, E. waren folgende: j ..a ':1 
l,) dlc Kircbe ond da. [Ho.pital de. heiligen Gei.tel. Bełde lagen der Petrildrcbe gegeniiber an 
der aIten Stadtmauer, von der man noch Spuren liing. der Schmiedestrarse lindet.. Die l{irehe 
ging zur Zeit der Reformation: ein, 'Vo? dem 1I0spital i.t gegen\ł'artig. n e der Com'cnt de. 
lleiligen Gci.tel iibrig.  
 · · I. I 
..
 2.) die Katharinenkirche neblt dem Katharinenldolter, Dielie lagcn rC('htoi an der Stra, r.e die 
liU den GHdestuben fiihrt, und gingen nach dem Tode dei Erzllischotr. S ch ii n i n g ein. 
8,) die G e o r g e n - K ir c h e nebst dem lIospitaI. Beide befanden .ieh anfang. in der Stadt, in der 
Gegend de. crlten herrmei.terlichen Schlorsel \V i t t e n I t c i n, nieM weit von dem Coovente dei 
heil. Geiltes, und wurden zur Orden.zeit aurserhalb der Stadt verlegt. In den Krieglunruheo liU 
Anfange des vorigeo Jnbrhunderłl wurden beide zcrstórt, dal lIospital aber 1721 wieder in der 
Stadt bei der Sandpforte von Hol
 und nacllher 17M bei der Kilrlspforte von St. aufgefiihrt, 
Endlich murs hier noch ,n. :t 
, J.) die Kapelle dei heiligen Andreas lIemcrkt werden, dic am Schloflgrallen lag. Sie kommt in 
Il:t einer Urkunde 'Vom Jahre lJał vor, ond Itand Jiirgen Padel'. Collectaneen zulolge noch 15&3. 
:.J"uti I El hcif.t dort: "Anno 1M3 den 14. Meywortbegrallen lIer Job. Storbeke Domprauest tho Rige, 
iłem Her Joelt Brockbusen Dr08te tbo l{erkholme, wort vam Slote atrgedragen "nd vI' Sunte 
Andrei Kerkhaue ,-or der .Kcrkdore (Kirchcnthiire) in der Vorborch be.ch"rret vn it IHoeken 
in Sunte Jacob belutt (lIeliiutet)." 
Auch erwihnen die handlchriftlichen Nachricbten einer r o flhch e n Kirche , die zor Ordcnszeit am 
l\lorkt in der Gegend de. jetzigen Ref.ourcen - Gclliiudel lag, and wo noch jebt die beiden Gafl!en 
zwilIchen der Siinder- und SchaQl.traf.e den Namen der groClen und kleinen reuCsi.chen StraC.e fiihren. 
Diele Ii:irche Icheint in der Mitte de. 16ten Jahrhundcrtl eingegangen zu .ein. Dal damal. .rhr 
lIaufillige Gebiillde wurde vom Kónigc von Polen der Stadt geschenJd, und 1582 erhieJt L u l o f 
HoJler von dem Biirgermei.ter Nicolnu. Eke die Wei.ung, zwci Glocken nellllt anderm Gerithe 
RUS dicler Kirche nach der Johanni.kirche BU nehmen. Einel rufsi_chen Kirchhofs erwiihnt dal aJte 
Denkclbok de. rigi.chen Magi.tratl beim Jahre 1393, wo el S, 87. heif.t: "Conradul lIaese re.ignauit 
(hat Bufgetragen, verkauft) hinrico de Icheidinghen domu m lIuam Ilitam apud cymetcrium 
Ruthcnorum retro chorum beati Jacobi" - al.o in der Gegend dei gegenwirtig dem Creditsy.tem 
gelaiirenden lIaulel. 
MOli. Liv. ant, 11. 


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26 


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f{cwesen. Etzliche Elendc- vnd Armen-lIenfser, dariiber haben etzliche :Biirger von besondern 
Geschlccbten dal J u s P a tr o n a tu s gehabt, die die verbef8crt vnd administriret haben. Dal 
Gerichte in der Stadt 1st 1'on dem Ralat vnd ihren Stadt- Vogten in peinlichcn vnd biirgerliehen 
Sachen geheget wor
en, vnd dic ApI)cllation ist vom Rahte an die Landes - Hcrren in gewifsen 
Sachcn verstattct wordcn, Anderc Ampter auch, ais vber die Commercien, Weddc vmłlnspection 
ilares Marstalles, Fleisch-Schrangen vnd Weggc-Sclaarnen*), Wagc vnd Wrade, Arckeley**) 
vnd Bordinge, Land - V ogedey vnd andcrc. scynd vom Ralate bestcllet wordcn, 


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.Ii ._ 
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. Ca p. XIV. 


,:)1 


Es seynd auch zwey :Biirgerlichc Aml)t - Heufser , dic man die grofse vnd kłeinc Gilde- 
Itubcn nennct, erbauwct worden, da dcnn auff den grofsen Gildeltuben die Biirger, so den 
Kauff - Handel getrieben, ilarc Hochzeiten vnd andere Gclage gehałten, auch .11d. ihre belonderell 
Ampter vnd Ordenunge bestellet vnd vnterhaIten haben. AUI ilarem Mittell haben 'sle AItcrlcute, 
Beysitzer, vnd 8ndere vornehme Biirger zu Eltesten erwehlet, wclchc ilare Ampte.. bcy iha'cr 
Kiimmerey, Schałfcrcy, Gildestuben, Biirgcrlichen Vergchunge, so 8icla in den Zcehen allda 
verbrochen, Allmosen vnd milden Gaben, auch Vntcrhalt des IIauscH, administriren ,-nd einnebmcn 
miiCsen. Sie Jlaben ihrc besondere Vastelab des - Zeclae, V ogelsclaiitzerey im Pfingsten, "nd 
Tafłelgilde - Truncke auff Miclaaelis gchaIten, vnd andcre nothigc Zusammcnkunfftc auff Zulafs 
des Rabts gehabt, vnd durch Ab- "nd Zutritt mit dem Rahte nolatdurfftigc IIandcll allezcjt 
vereinbaret vnd festgestellet. 
AIso vnd auff die8elbe W cise vnd Manier haben dlc Ampter der lIcinen Gildestuben, da 
lie ihrc Briidcrschafft gehabt, ais: die Schnehler, Kiirfsner, Klein- \lad Grob-Schmjedc, Dccier 
vod Fleischhauer, Sehwcrdt-Feger, Sattler, Schnitzchcr***), vnd andcre Ampter, wic die Kauffłeute 
.uff den grorscn Gildestubcn, ihre Zusammenkunffte auch gcJaaltcn. die Bber von Einem Ehrbaren 
Rahte ihrc besouderc gegebenc Schragen vber Speciał. Ampter gebabt baben, etzlichc auch ihrc 
eigene Handwercks-Schcnckheufscr habcn, aIs Schneider, Schustcr, Kiirfsner etc., die aucJa ihrc 
besondere Amptel AIterlcnte, vnd zur Jnsl)Cction vbcr aIle Ampler vom Ralate Amptll-IIcrrcn, 
h.bell. delie n sie .lIc halbe Broke t) gebcn miifscn. 
, 


. (I a 
'hl"" 
') Brod/aden; Bed:erladen. 
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..) -"- r c II eI e y, Artillerie. 
...) S c h n i t z c h er, von dem 
icderliichilchen S n i t ker, ein Tilchler. 
t) broke StrdCe, Strufgcld; brokehaU Iyn Itraffiillig lein. 


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Cap. X
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Es haben alich beyde lIerren der Landc, ais der Ertzbischoff au JUga, der fiinff andere 
Biachoffe ais Suffragane ,-nter sich gehabt, nehmlieh den llischoff zu Dorpte, der solclae 
Regalien gchabt, dars cr sich ein guldcn Sehwerdt hat vortr.agen laCsen, den Bischoff zu 
Reval, dcn HiscJwff zu Ihpsal, den Hisclaofl zu {)aelJ md dcn Disehoff 2U Curlandt, nad 
der Meister alle SclalOCscr vnd Lande vnter sicla getheilct, wovon ich hernachst hintcn in diesem 
Duchc wilI gedeneken, wic die Laudc -rnd SchlOCser getheilet scyn. Die Bischofle llaben alle 
ihrc besondcre Stiffte gehaIten, wie gemcldct. Der Ertzbisclaoff BU łliga hat die SchlOfser vnd 
Lande, so ihme zugefaUen, mit seinen Capi tul aren nach Standcs - Gcbiilłr gethcilet, wie den n die 
anderen Hischoffe alich solehcs gcthan habeo. a 
ImgleicJaen hat auch dcl' Heermcister in Lieffland mit seincn Gebittigcrn, aJs dem Land- 
marschalck, dcn Commentorn vnd Vogten gcthan. Es hat abcr bey dem Ertzbischofl' vnd 
den Heermeistern gestauden, wenn man zu der I1eerfahrt hat auffziehen wolIen. Darnach laaben 
sic daH galltze Land, alle Stande vnd Stadte auffgcschriebcn. Dicse habcn einhcllig auff den 
Zug fort miiCscn, ein jeder nach der Ordemmge -rnd seincr Giiter Vermogcnheit seinen Uitter- 
tmd Rofsdienst tlmn, sowohl die Stadte ais Haufslcute mufstcn nach ihrer Gelcgeuheit ihre 
Hiilffc und Zulage dabey cinstellen, damit man zu jedcr Zeit in Dereitschafft geweljen, dcm 
Feinde unter Augen &U begegnen, 



 
n IJ... 


ni 
O, lut' I HI. 
L1
 J1JI. i I hitu. U
Jd9£'1 C a p:. XVI. u.;, J f , .U 
,1 ' Nach lIermann Balcke ist ein andererHeermellter von dem Hohemcister'aol Preursen 
gesandtwordcnmitNaJamen Heinrich v.lIomburg; er wardaber krankvnd danckete 1247 ab. 
Nach dicsem folgtc der dritte IIeermeister Di
drich von Groningen. Dieser bezwang 
dic Heyden in C u I' I a n d t vnd bauete G o I d i n g e n. Da ergaben sich viele der kurischen I1eyden 
dem Ileydnischen Konigc M e n d o w, der eiit Ertzfeindt der Christen war. Diesel' Konig zog 
mit 30,000 Mann von versammleten Littauwern vnd Kuren vor die Burg Amboten im Stifft 
C u rl a n d t, Wic' er nun mit Macht die Burg zu durmen anfing, da wischet der lIeermeister 
mit seinem Marschalck vndKriegcslcutcn aus einem verborgellen BU8Ch hervor in sein Lager, 
vnd Bchluge
 der Littauwer Konig M e n d o \V da'fon in dic Flucht, vnil viele wurdeo gefangen; 
 
da bliebcn 4 Herren dcs Ordens ,-nd 10 Mann, der Littauwer blieben 1500 Mann. Wie nun 
dicser Heermeiatcr hatte regieret 3 Jahr vnd ritterlich gcfochten, !log er ab in des Ord en. 
Sache 2um Papst. . .(1 J) t) 
, Anno 1250 ward abcrmals vom Hohemci8t
r ein Iłecrmeister nach Liefflaml gesamIt, 
Nahmen8 Andreas ,,"on Sta!l,verlari-ł1t (Si('ic'rdand),' wc)c
i(jJ 6 ,Jahre regic'ret hat, In 
wiihrender 
eit schlu
 er die S
mayi(m'\ 
eriigalłen dnd 
łt
a'ne'
, \\'eleh
' \\:łder ilan zu FcM'e 
gczogcn waren; verheereten 
lIes Land, s
lalugc,,'lnd 

i,geł-ł viełY'VolC


""'verbraJłdten au cia d
;. 
Littauwischen Konigcs Mendow eigenes Schl
rs
' .' er !lU wohnen pftegte. Damit zog de;! 


-
>>>
J 


- 28- 


Hcermeister mit seinem Hauffen mit groCscr Beute zuruckc vnd kalam zu R i g a an mit groCsem 
Triumphe, thcilte die Beute aus zu dcr Ehren Gottes, vnd gab vieles den Armen, das Vbrige 
theilete er dem Kriegesvolcke, 


11. 


1 


, 


C 8 p. XVII. o, L Ij 
II ' II I 
Darnach bey Zeiten des sechstcn IIohemcisters in PrcuCsen P o l) I) c v o n O s t c r n a 
Bchickctc der Konig M e n d o w zum Hecrmcister in Lieff lam1 A n d r c a s, daCs er auff einen bestimmten 
Tag ibn mochte beluchcn vml in cigencr Pcrsolm Sl)fcchcn, Das verwilligtc I1err A n drcas 
mit seincn Brodern vnd Ritterschafft vnd zog in Freundschafft ,zu dem Konigc, da cr denn von 
dem KOlłige lU c n d o w in fiirstlichen Ehren iilt empfangen wordcn, herrlieh Ulld IJriichtig, vnd 
mit einer kostUch zugericlatcten Malalzeit tractiret itit, Nach gellaItener Mahlzeit hat der Konig 
dem Hecrmeistcr. hochlich gedancket, daCs cr zu ihme kom men were. Der lIecrmeister hat 
durch vide freundlichę Vntcrrcdunge ihn bewogen, dars cr ge\\'iIIiget hat cin Chł'ist zu wcrden, 
jedoch daCii der Heermeister gewilligct, ihme seinc Lande wieder zu gebeD, Buch nach erlangter 
1'auffe zu bearbeiten, daCs er mochte ais ein Christ zum Konige gekrohnet werden mit seinem 
Gemahl. Damit Icheidcten sie freundlich, Diesę Sache Hefs der Hcermeillter ao den Papsi 
gelangen mit allen Vmblitiinden, daru ber der Papst sehr frohc ward, vnd gab dem IIeermeilitcr 
V ollmacht in dićser Sache zu tbun vnd zu laCsen, den Konig mit seinem Gcmahl zu tauffen 
vnd zu kroimen. - - ----- 
Darauff lieCI der I1eermcister machen zwcy herrlichc Bchone Krohnen vnd zog mit Bischoff 
A I b r e c h t II. von R i g a vnd vielen Commentorn vnd Praclaten sampt viclen Rittermiifsigen 
Leuten in Littauwen zu dem Konigc, da sic gar herrlicb empfangen worden. Da ward ein groCs 
I I Ul 
Freyboff gebaltcn, dcr Kouig vnd sein Gemahl, Frau Marta, wurdcn gctauffet, vnd der 
Heermcistcr krohnete sie aIle Beyde, vnd ward daselbst viel V olcks, getauffet, vnd aus V ollmacht 
dCII PapstelI gab dcr I1cermeil1tcr dem Konigc scin Land wieder ein, vod zog bernach mit dem 
. . .... "I" 
:Bischoff vnd scinem Committat wicder in sein Land, gelchahe Im Jahr 1255, . . 
III . o r 
Nach dicser Krohnunge baM sich lIeermeister Andreas bey dem 1I0bemeillter IOr8 'vnd 
danckcte ab von dcr Heermcistersclaafft in Lietfland vnd segnete sich mit dem Konige M e n (lo w. 
der ihme dBS Gcleite gab ein grors Tlacil Wegc8, vnd Herr Andreas zog in Teutscłilandt, v0l1 
nahm da sein Gemach, da ihme d r I err Hoh meister ein ebrlich Gemach lebaffele. m t : . I 
r. I".. .n .. ,.,U H3 łUf
 
,nnlł [,I'lIh:' '1 ", . I ,0 lI
b m 91J lI!td")ild r, 

 f ,,tllh l .hih"Hn u 'nl£ł. Ił , 'I d 'I:lł "Im' Jf 'f 
C a p. XVDł. .PIJ'! mn:! tJof9 
 
t . II" 1 I II
 ł U' . t 
lNach Aurszuge des Heermelsterl Andreae ward gesetzet ein frommer lIeermeister 


nandt Eberhardt, der regierte nur 2 Jahr. Er zog wider dic Samaytcn '-
Id andcre 
un
liiubigc Heyden, ersehlul: vnd f1ng ihrer viel, boletc gror_en Raub vnd kahm mit Trium lae 
.11 I. II" . 
nach Ri g a, ward krenek, liere eich in Teutschland fiihren, "ud starb daselbst. CI ..- 
.. ' II' D tłlł.l 


[ I
>>>
"" 


- 29- 


. 


'(I Darnach 8andte der I10hemeister ill Lieffland ,-erordnet zum Heermeister II a n n o y o D 
Sallgershauscn, ist gezogcn mit \'ic1en guttell Lenten in Lieffland, reginte :i Jahr from 
vnd Torsichtig, vnd zu RigB crbarlich empfangen vnd wobl gehalten. Anno 12a8 Hers er ein 
Sclalofs bauwcn wegcn des telitschen Ordelis in Samlandt, das wolłten die Samliinder gewinllen 
ulld zogcn mit grofser Macht davor, alłein das Sellłofa war besetzet mit viel :Briidern 't'nd andern 
guttell Lcuten, "n d II a n n o riistcte. sich balde Im Wafser vnd zu Landc und eutsetzte das .schloCs, 
zog darBuf weHer in ,Samiandt" erschlug Tiel Feillde vlld oahm viel Raubes, . vnd zog zuriicke 
durch Co rIan d t nach Riga, In diescm 8treite blieben 30rdens-Herrcn \'nd 40 alldere Miinner. 
.. Nacla diesem ward gcsełzet..zum Hee.rmeister iłłLieffland, Herr :Burchardt von 1I0rn- 
.. h.usen, war ,-or diescrn Commclitor zn Koui/;sberg,. rąierete 3 Jahr. Er verebrte Konig 
1\1 e n d o w mit Kleinodien vnd andercn GeWchencken. ' KODig M e.n d o w verehrete ihme zwar Buch 
wieder , aber sein Hertz hing lichota wiICder den Ileyden zugethan.. 1
 '"II 
 bl' nb.. 
Dieser IIecrmeister n urchard t zog dureh Cnrl an d t das Seblofs Memcl zu besichtigen. 
Wie er hier ankam, lagen die Heyden da iu chlem :Busche versteckt. Dcr Heermeister hattc 
bey sieh 40 Ordells-Herren, und sonsten bey 500 ManII, abcr der IIcyden waren viel mehr. Da 
ward einc SchlacJat gebalten, dcr Hcermeistcr verwłllulet vnd 12 Ordens-Herren crschlagen. 
Doch blieben von Seitel,( der He,Yden auch lIehr .vic
c,. Der 
Ieermeister zo;; mit seinem V olck 
auff!! I1aurs zur M e m c I J liefs sieh wicdca' hcileu, darnach zog er durch C u r I a n d t ",ieder nach 
Riga, Nun wollte sich der IIcermcister auffmaclten, ,ąeinen Sehadcn zu rcelien an den Samayten. 
Da sie das verllommen, sandtcn sie ilarc llohtschafter an denlIcermeister vnd begclarten Frieden. 
, , "" 
'Da vllterhandeltc,. der Ertzbischoff zu Riga aulf 2 Jahr (lcn }'rieIIell, meynellde ob mali sic 
'vielle'cbt in der' Zeit zum Christ . liclaell Glaub
n bekełłl'
1I \-nd daril t ae vllterweisell' 
o$:We l ""'1J. 
. I I lL 'u' 'J IJ II . oJ l 1I:Nlll:l8 lU." ";\1"" II 3 ł.I' .,. ..t. li 8 't. 
II, ,I di lar, .t. b., 
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 .Im a.łbt.o u' 1ł6l, 
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iifłBd11'1I" 1 ill ..I\II9b, . " '.... oH '1U:J II (13 ł 
J 'wld., AI
 nun diese' z
eeń Jahre vmb' 
a
enJ rUstete sich der Konig von Samayten, zog wider 
die Christen mit groCscr Macht, łhat ein Geliibde dcn GoUern, wenn sie ihme den Sieg vcrleihen 
soUtcn, den drittcn Theil zn gebcn von allen, das er gewinnen wUrde. Wie der Heermeister 
solches erfahren, .schickete cr den Obcrsten B c r e n d t von Z a wen mit seinem V olck dorch 
Cur lan li t gen ,Meme 1., Die Bruder, so zu Memeł vnd G o I dingen łagen, waren wobl gemuthet. 
NUII crmahnete:dei IIauptmann :Berendt von Zawcn die Sebligen, mit Stamlhafftigkeit die 
I1eyden nmb der Ehre Gottes willen anzugreiffcn, vnd sctzcte damit sofort all die Feinde. Da 
ward eine grofse Schlaelat ,'n::1 wurde viel V olckes VOII beiden 'l'hcilcn ersclalagen, Es blieben 
bey 43 Ordensbriider, aber zulcłzt behielten dic Heydell das Feld vnd gingen wiederumb zu 
"anse. Die Christen Zo&;cn Iłach G o I (1 i n g e n. Sobald der I1eermeister dieses vernahm, bracbte 
er viet Volckes auff, "nd zog wider dic Feinde in Curlandt; die Littanwer \'Ild Samayten aber 
zogen sich heimlich von dem DUilCh, hinter welchem sie lagen, zurucke und kamell nieM zusammell. 
DarlIach zog dcr Heermeister wciter iq d nd SemgaUcn vo ęi.Iler Burg, eroberte .ie mit 


-
>>>
- 30 


) 



turm, erballete darauff da. Schlofs D o b b e l e n, welche. er wohl besetzt lainterlaCsen. Diesel' 
Heermeister Burchardt hat mit dem Kiinige der Samayten, dem Konige aus Littauwen vnd 
dem Kiinige dcr Reufsen "iel EU thUB gehabt, welche elle drey einhelUg beschlofsen batten, 
Lieffland an die IIcyden zu bringen,. "ndden teutschen Orden mit den Christen zn vertreiben, 
Er w8rd auch nacłlher verrithlłrisch
r ,WoiBe in der Schlacbt EIł D o b b e I e nerschlagen, vnd 
blieben in selbiger allff]OO OJideo8herren-;' der Marschalek aus Preufsen vnd viele Edelleute aus 
Teutschland; dazlł wurden '.ł4 . Ord
ns-lIerren zu Gefangenen gemacht, 
'Oll welcben 8 den 
heydnisehen Gottetn zur Ehre "erbrannt, die anderen 6 aber gemartert, Umell Hande vnd FiiCse 
ab
ehauen vnd die Kifller gcvierteilet wlIrden, Da "berkamen die Heyden beyde SchlOfser 
Kersall vlld Dobhe.len. .DieBer 1łecrmcister regierte 3 Jall1'. Ehe er 11tarb, hatte er einen 
8nderen Brude
 Jordaał von Erbsta:dt in seine ,Stelle geletzet, welcłaer ein gautzes Jahr an 
seiner Stele nacll 8einem Tode den Cnren rnd Samayten viel Abbr,uch vnd Verdrufs that. 
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Anno 1208 wa
d zum Ileermeister v
rordenet Uerr Werner v. D a:ey d tlaausell*).ł Dieser 
.. I 
regierte 2 Jahre, III diesell Zeitell schieketen die Samayten eiueulIaul)tmann genalllat T r a m m a t e 
mit allderen mchr, sich mit dem KOllige 1\1 e II d o w zu beredell vnd 8einer Koniginllc, daCs sie 
die Claristen sollten fahren laCsen vnd wieder IIcydcn werden, denn sie mit der Christelllaeit 
betrogen weren, v'nd was .lie Briider de
 Ordells zugesaget bettell, ł-ł were eitell IJetrug vnd 
Vnwahrheit, Sie baben euch von euren Gottern gebraeht, cuer Vater war cin grur8mecbtiger 
Konig, vlld ihr wollet enrell Kindern diHe Schallde ,nawlaCsen, daCs ihr vnd eure Kinder noch 
vllterthan werdet. Ihr miiCset gantz blind seyn wordcn, da ilar docla ein weiser KOllig genennet 
werdet von allen. Sehet die Samayten vnd,Semigallęu an, die euch mit Treuwe meynen, ynd 
baUet euch an eure Gotter, 80 eUl'e Eltern gebabt
' denn wir w8hrlaafftig berichtet, so ihr 
wieder IIcydell werdet, so wird sich Littauwen Uład Liefflau(ł vuter cuch begeben, vnd ilu" bleibet 
. ..I I , t.. In . I 
eiu 1Ierr "ber beyde. Laude. I,' , ii1' t. r::', , . 'ii" . 
ł ,Da der Kiinig solclaes horete, ward er zornig allff dic Christen vnd fol g ete dem lIau p t- 

.u . . 
mann aus Samayten; ber die Konigiune war 8chr betrubet 
lId crmałmcte ihme d
r Ehrc vlHl 
groClicn Freulld
chafft, s
 der Meistcr aus Lieffłaud ihme vnd nar getlaan '.I
tt
, daCs 
"'.8ich 
al.o von dem llaUl)tmann lic file, ycrCiihren, sotches sęy Gott geklagct, J 
ber. der, I\
uig ,'-el'ha
l'cte 
d,abey, \"Ild wollte nicbti da\l
!1 
iCl!en. Da Ii
Cs dcr Konig Mend ow in ałIcn 
eincn Lauden 
Clariliten faangen l . etzIielae dav
n er8elalageu; schicJ.cte aueh an 
::II Kouig 
on 'ReuCslamlt vlld 
I.bete ilarne kuudt, daCii er von den Chl"iliten abgcfaHen were
" lilii, war es dcm Koni
e aus 
JC.euCslalUl &chI' lieb, thcte ihme 8nbiJtcn groC8er lIiilIfe vnd lleystalldt wid er dic (;hrilitclI vnd 
. . ,&. '-' ... .
" . R I1n' ,u. 
den Onlen 
u, tIaul
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"łU. lU ił . 16.. hll') ,d 6ftili
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Ił fi I CUp.' 'XXI. ,1f9'1"łi ."., 'ł Ił 
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l' , :, , ,"t n .." ,',. . ; . 
Konig M e n d o w der Mammelucke 8IImmlete DUla cill grofsl's lI
er auff di
 Uitter Gott£8 
von Lieffland. Da solUe ihme entgegen kom men der Konig aus Jłeufsland mit seinem Volcke, 
desgleiclacn der KOJlig \-on Samay ten, nld ,wIJ ten LieffJand zerstiihren md den Orden 
\'ertreiben. M en d o w kabm vor Wenden, vermerckete aber, daCs die Ueufsen nicht kommen, 
ward zoroig auff den Hauptmann 'fr.mmate, daCa er ihne bctrogen hatte vnd (Ue Reufsen 
gelogen, vnd zog wiederumb in sein Land, :. .fI R 
, Der lIeermeister We r n e r besetzete lIebae Lande wolal, ihm ward auch grofse Hiilffe 
auS 'feutscJaland vnd Preursen zugeachi(:ket., Der ReuCsen Konig zog nun mit seiner Maclit in 
dei Ordens Landt, verheerte vnd verbl'indte 4ie Stadt Doq)t, .aber da8 SclaloCs, dąrauff der 
Bisclaoff gewichen, ward durch starckc Gegenwehr auS dcl' :Bcsatz1uJg von,den :Brudero erhalten. 
Da der lIeermeister dieses erfular, machtę.er,,sieh a
ff,'.die Dorptisclaen zu entsetzen; aber wie 
er ankahm mit seinem V olck.e, waren die Reuf
D acbon abge
ogcn in ihr Landt, Da besetzete 
der I1eermeister Dorpt wobl vnd zog in Rcufslandt, verheerete. verbrandte, vnd erschlug viele 
Reufsen, vnd zog wieder nach R i g a. :Balde dRrnacla sehiekte er sein Volck in C u rI a n d t vnd 

ewann darinne eine Burg. die verbrandteu sie. Wic IłIIII dieser lIeea'meister viel Guttes gethan 
laatte, ward er sehwach, zog in 'feutselalandt vnd starb daselbst.. . 
AnnQ 1269 wurde I1e
JDeister lIerr C o Ja r a d t von 1\1an d e r e n, Derselbe fiilarete viele 
Kriege wider die Ueufsell, Curen vud SaQJayteu, thete auch eille SchlacM mit den Semgallen, 
da viele todt blieben von beyden 'fheilen, Er' Hefs auch eine stareke Burg in Liefflandt bauweo t 
gen ut WeiCsenstein, vnd bat sicla bernach ab "om Amł)te, nacbdem er 3 Jahre regi ret. ' 
Anno 1272 scbickete der Hol1e-Mclster einen andcren Heermeister in Liefflandt, llief. 
Herr Otto von RQtenstein. Diesel' regierete 4 Jahr vnd hielte eine groCse Sclalacht mit den 
ReuCsen. Auff der Cbristen Seiten blleb todt Hischoff A I cx an d er von D o r p t, aber die Reufsen 
gaben die Fluclat. Da wurden bey 500 ReuCsen erschlagen vnd gełaJlgen. Darnach versamlete 
lIeermcister O t t o ein groCses Heer bey 18,000 l\1ann 
u Rors vnd Fufl!e, dazu 900 zu Schiffe, 
verbeerete, verbrandte, vnd eroberte alJde '
lciIł8 Burg,'genalllat Iseburg. vcrbrennete sie im 
Grullde vnd llgerte lIich vor P I e. co w, welvIae Iclu' reste wart Der Konig \'0 a..N w g d ell 
.chickete liwar den ReuCsen lIiilffe; dcnnł)(:h, halff es ihnen nieMI!. 
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....klln . Ił fi hit al I). . ," . .. 
End lich kam ein Reursischer lIertzog gen ant lIerr Jordan, lter war des Koniges Statt- 
baUer. Dieser tlnterredete sich freundlich mit dero Oa"den, also dąfs eiu Fricde gemlł..clat ,..ard 
vOla beyden 'I'heiIen, II. ł I[ n.,. '1' 

 Des anderen Jahre. darnach stritte lIeermcister O tt owider die Littau\\'cr vl)d Scmi 
galler. ' Da blieb der Hcermcister O tt o todt Illit 20 Ordens-Herren, dcsgleil.-bcn wunlcll 


. 


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- 32 


Buch "iele Heyden erschlagen, vnd also scłieideten sie von einander, Die Bruder maeJaten zur 
Stunde einen Stattllalter, ł;enannt Herr A n d r e 88. Dieser ward in einem Scharmutzell "on den 
Littauwern mit 20 Ordens-:Brudern ersclalagen,l l 'JII'\,QI"' 'J , ,11 'J U 

, ' i .1], 1 


, .. Ul . 'd. 
,I 0111 I b ' J'I
:l1 n
 I . II b I 'Ił 
n 111" ...IJ ':Jd 'Ir I '1T n ud Ił 11JI" 
rll' 1, 
Ca p. XXI;II. . u'., I' dCl"J'
 . . 


U Wie sich nUD nach Erfindunge Liefflandes bis hieher, vnd also in Zelt "on 120 Jahren 
vnd daruber "iele Kriege "ud Blutsturtznnge zugetragen, hat in denselbigen Jahren die Claristenheit _ 
iD Lieffland wola I zugenommen.' Die Bischiiffe haben fleiCslg die Heyden vntcrrichtet vndgetauffet, 
Kirchen vnd Klaster im Lande Ilin vnd wieder ge8tiffteł,
 'dle Leute 'ha ben' auch, mildiglich ZłI der 
Ehre Gottes gcgeben, der Pap!!t ist mit, Bulleu "nd ahtłerer l Forderlluge 2U Hiilffe kommen, dle 
Christen seynd auch in der ersten feurig geweseJ1 in ,Beforderunge solcher Wercke die ,Christenheit 
zu vermehren, darvmb denn ao viele Fiil'8ten, Ritter vnd Graffen mit Beysetzunge Jlares Blute8 
reichliche I1iHffe gelei8tet. '2 bW;) ,1I
Uł ł l' :JjN bil", "" H 
II So hat au ch die ScJaiffahrt ,-n d Kauff"8l1łlelł 8uff Liefflaudt' aus allen 'Set',-Stlidten seln 
zugenommen, davon die Stiidte grofsen 'VachatJnunb gel1'ommen', ala Uiga ,nd nevall, dahin 
viele Kauffleute vnd Handwereker aus Tcutschlandt mit Weib vnd Kind sicla niedeł'
l!etzet vud 
eingepflantzet, dadurch denn allmehlich die Kauffahrt "on W is b Y auff Gottlnnd ist Behr gC!1chmiihlert 
,"ud sicla endlicla gantz verlohren, dafs aucla die Stadt W itr! b Y ist in solch abnehmen gekommen, 
dars die groCsen kostlichen Heufser, wie noch vor Au
e\ł tliud,... 
ar verfollen, da mit der Zeit 
die Lieffłiindischen Stiit1te wieder11mb an der See- Kaute mea'cklich gewachsen vud zllgenommen 
"nd im groCsen :Flore gestiegen ; doda ist da8 Comptolr zu N o w g a r d e n bishero noch im 
guten Stande geblieben, maaCsen die Kauffleute aUli den IIanfse-Sliif1ten' noch ihre Fahrt nad 
Niederlage ais einen Stal)ell zu ihrer Kauffhandlunge dalain bebaIten auch noch. zu der Zeit, da 
der Grol"sfiirst Anno 1479 Nowgarden einbekommen, indem diese Stad t vorher'eine e'gene 
Herrachafft gelaabt, wie aber 1494" wo vi ele Kallffleute mit, ihren teaer-bahren Wahren, deren 
Werth man \ber drey maili laundert tausemł Giilden' geschiitzet, da 8Uft' ciem Comptoir gewe8en, 
vnd von den Rcufsell aus geringen, liederliclaen Urs8chell ilmcn alI e ihre Guter genom men vnd 
die Kauffleute gefiinglich in den Tburm geworffen worden, da sie vber 3 Jalar iuue geseCsen, 
vnd end lich auff viele Deschickllnge der Hanfse- Stiidte ihrer wenige 10li1gelaCsen, die meisten 
8ber in dem Thurme .terben miifsen, sind die Gemutlaer vnd aucla der Handel, weil sie \'011 
allł:n clen kosUiclaen Wahrell uichts wieder bekommen, von N o w ga r d e n abgewendet. ))a haben 
die Reufsen an kostlichen Wahren, Lacken, Seyden . vud Sammit, Vntzengoldt, Perlen \"Ild 
Edelgesteinen, Zucker, Gewurtz vnd Kreutern so "iele beraubet, daCs e. manchen elarlichen 
Manu hat arm gemaclat, Wie nu n die Kaufflcute seiud kala I md bios gemadat wordeu, vnd 8US 
dem Thurm gelafaeu, seind sie lIach lł.eval gezogen, aIłwo ilarer nur vi er Persolmen geblieben, 
darvuter lIerr Lodwlg Burstel gewelen, welchernaebgehendlJzu Dorpt sicla mit SdJrickel- 
mann.s TOICl1tef befreyet vud hernacl zum JłalaL,ist. a'J..ohrcn word en,' die audern..baben sicla 


. 


. 


-
>>>
- 33- 


oachher auft' Gerdt Offenoorf aUI Liibeck seinem Schiff von Re'val wegbe
eben, lelnd aber alle 
durch einen harten Sturm mit dem Schiff in den sclnvedischen Scheeren gebliebeo, dafs weder 
Katze noch Hund davon gekammell, wie ihr Gedechtnif8 noch 8U Reval bey dem Haft'en an 
der Briicken in einem Epitaphio gemahlet zu sehen. Naehgehends i8t N o w g ar d e n 8U keiner 
Hantticrunge mehr gebrauchet, obwohl bisweilen noch Kauffteute dalain gea:ogen, wie Ich denn 
auch selbst nach Anno 1570 da 
ewe8en, vnd auff dem alten, verfaUenen Comptoir-Hoft'e 
Hanttierunge gehabt, woselbst damałs noch ein Stiick von Set. Petera Kirchen stund, welche 
die Kauffteute ehemals 
ebauwet haben von Steioen. Die Zcit*) war darvnter noch eio klein Gewelbt, 
da ich Getriiuck vud VictuaIie inne verschlieCsen komJte. Sonsten war auch nicbt8 mehr da zu 
fiuden, ais eine holtzerne Stube, da ich nebst meinem Diener vnd Jungen Ablager inne hatte, 
'f'od eine andere dergleichen vor den Reufsi8chen 1I0ff- Wiichter, der den Hoff auff- und zumachte. 
AI80 bat das Comptoir zu Nowgarden seinen VIItergang genommen, vnd seiud die Reuf8ischeo 
Wahren lIachgehends aUe nach R i g., R e v a I vnd D o r p t gefiihret worden. Dadurch seind 
die8e Stiidte in Lielflandt vnd auch andere an der Ost8ee in Auffnahme vnd Wachsthumb 
gestiegen. 
, I I Es ist aucJa zu Płescow an dem :Bach, der bey dem SchloC8 durch die Stadt vnter 
der Stadt-Mauren durchleufft, noch ein GasUaoff vor die 'feut chen gewe8en, da aie Ablager 
gehabt haben, wenn Kauffleute mit WaJaren dabin gekommen, nehmIich zur Jlnckcn IIandt an 
dem Bache gegen dem SchlaCse vber, da ich offt mit Wahren gelegen bis Anno lMO. Da war 
in P I e s c a w an dem Orte ein graCs Feuer, vnd der Gastholf brandte ab. . 
Hier muCs ich nun gedencken, wall vor eine Vrsache vnter andcrn gewesen, wodurch 
der Handel nicM allein zu Nowgarden vnd Plescow, den Lieffliindischen vndandernStidten 
in ReuCslandt zu mercklichen Schaden ge8chmiilert worden vnd abgegangen. VornehmIich 1st eine 
Vrlache, daCs Anno 1554 die Eugelliinder aeind in Norden bey N orwegeo vorbey ge8egelt, 
bis biuter der M a a c a w in des Moscowiters Landt sie eine Haffunge entdecket, geheifsen 
Colmegorod, dahin sie aUe Jahre gekommen, vnd haben mit den Moscowitern gehaodelt, 
die es gantz gerlle gesehen, dafs ihnen eine Schiffahrt da angewachsen, vnd hat der Moscowlter 
Ihnen stattliche Privilegien gegeben, Buch einen stattIichen Gasthoff in der M o s c o w mit 
steineroell Gcmiichern gebauwet, da sic ihre Wahreo, einheimische vnd frembde, jallr aua jahr 
ein vereufsern miigen; auch alle Wahren, so ihnen dienlich, wiederumb da auffkauffen, vnd 
Ihrer Gelegenheit nach zu WaCser vnd zu Lande nach Colmegorod zu ihren Schiffen mhreo _ 
laCsen, Sie ha ben ihre Fahr' dahin je Jangel' je mehr gestiircket, weiłen sie aua deo Mosco- 
witischen Landeo allerley kostIiche Wahren bekommen , ais Wachs, Tajch, Heute, gegerbet vnd 
,"ogegerbet, allerley k08t1iche Peltzereyen von Zobelo, Martern, Liich8eo, Fiichsen, Grauwercke ete. 
Die allderc Vrsache ist diese, vnd sm meisten, dafs die Stiidte in Lieffłand, insouderhei& 
Reval vnd Diirpt, auch ein groCses Theil Riga mit Cambt den andern Stiidten an der Osłeee 
den Handel dahiu verlafsen miiCseu, weilen der Moscowiter Anno 15:)8 aufing Lieffland zu 
bekriegen, vud dle N arva elnbekahm. Da begunten die Lubschen RevaIJ vorbey zu segeln 
II 
.) Die Zcit, mit dem Accent auf: cli e, .u deI al.: damal., Ein Pl'ovłnaiali.maJ, 
łlo.. Liv. anł. II. 11 


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na cia der Narve, da. ihllen vorhin nieM frey war, vnd .chicketen an den Keyser, ,'nd beworben 
.ich ZUlar8 der freyen Zufuhr Vlad freyen lIandelII auff die Narwa vn
eachtet des Verdcrben. 
der l.ieffJiindischcn Stidte, sand ten auch einen, J o banne. W agener genaot, an den M 08CO witer 
vnd erworben IIicli da freyen Handel vnd WalldeU, ohne aUen Zoli ab- vnd einzufiihren aUerley 
Wahren. DR sie nun andern den Weg gewiesen, da scge1te
 dahio durch den Sund t ,'iele Schiffe 
von Hamburg, von Antwerpen, aUI Engeland, aus Brabandt, aUli Hollandt, SclloUlandt, 
,Franckreich, welche so heuffig hingefahren, daCs sie viele 100 Last Saltz mufsten vor die 
Fracht liegen larsen. Lacken, Seyden-Gewandt, Sammit vnd andere Stiick-Wahren, SIJecerey 
vnd Gctriincke mufsten sie wohlfeiler geben, ais sic selbst eingekauffet haUen. Ich mag mit der 
\Vahrheit reden, daCs ich es von den Moscowitcrn gehoret, daf8 .ie vieJe Pfundt Untzen-Goldt" 
da. Pfumł vmb 10 Rthlr. gekauffet, welche8 in Teut8chlandt 15 Iłthlr. bezahit stundt, sclaone 
Damal!chen in gantzell Ballen, die lange Brabandtsche Elle vor l Rthlr., die vor 2 lUhlr. nicM 
eingekaufft worden, Engelsche Lackcn vor 3Ct la 36 Rthlr. zum bochsten, die docla 45 Rthlr. 
kosten. Du beiCset: Grabe einem andern eine Kuhle, vnd faUe sclbst darein. Da8 war dem 
Grorsfiirsten ein gewiinschter Handel, vod er hette keine bersere Gelegenheit Liefflandt zu 
verderbell gehabt, ais durch diesen Weg; denn es war IIchon 80 weit kommen, dars ein Lpfd. 
Saltz galt l Rtlalr., vnd aIler 8einer Lcute Wahren hetten muC8cII verderben; abel' 'da ihme 
die8er Schat. von den LiiblIchen łJeoffnet ward ł da gioge sein V orhaben im Spriogen fort, vnd 
die Liibschen Factoren zur N a r w a warell ha eben 80 hohen vlld mehr Ansehen , wie ehemalals 
der Hanse Factoren zo N o wg a r d e n, aJle W oche mufste sie der StaUhalter zur N a I' w a zwey 
mahl auff das SchloCs zu Ga.te laden, wo lIie gar herrlich tractiret wurden, vnd wie die Kinder 
geliebk08et. . 
Wie nun der Konig von Schweden diese neue Fabrt 1'ernommen, wollte er selbige 
verhindern, vnd lIahm ihnen in zwey Jahren vber 60 Schiffe mit teuren Wahren beladell weg, 
darvber dClłll reiche Leute, .0 dic Fahrt erst angefangen, arIO worden, vnd VOr Schuldt die 
Stadt riumen muCstell, das heiC.t recht, wie jencr saget: dir nieM, mir nicIat. Dem Konlge 
von Denllemarck abel' wal' diesel 61 in seiner Lampell , "nd wie die Schiffc so hiufOg durch 
den Sundt der neuen Fabrt we
en segelten, steuerte *) er den ZolIen, vod trug ihm ein GroC.ell 
eill. Audi schickete er einen mit Nahmell Doctor ZacbarfalI in dfe M08COW, einen Zular. 
bey dem Grofsfurstell EU bewerben, dafs er zur N a I' w a mochte den Zoli einnehmcn. Der 
GroCsfiirst ,
i1ligte 8uch zuerst d.rein; wie er aber die Schiffe in Ilelnem Lande begunte BU 
rechtfertigen, vDłI dcn Zoil da einzunehmen, muC.te der Doctor von lwanogorod ",eichen, 
vnd moclate der Konig im Sundt den Zollen beeren **), In N a r v a woUte er von !lelnen ZoIlen 
nicht wiCeen. .. 


0) .teigerttl, erhiihete. 
U) beeren, bekommen ,erhalten, Vnbeeren nic:ht erhaUen, entbehren. So heiliot e. in den iltellten 
Schragen der Schwarzen Hiillpter \'on 13
: "Vortmer, weret dat ymnoi den andenn blllt ,,'unde vi 
vnller ({umpanie de wiło 'ł'nlle ghedrenc'ke waret, de lIal linen broke beteren 'ł'nde der K,'mllanie dar 
to" nbeeren." I 
l, .t1 n..
1 


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r AU8 erzehlten Vrsachen liC set sich nun leiehtlich abnehmcn, woher dle Stadte in LiefOand, 
Buch andere an der Ostsee, Abbruch in ihrer Nahrung erlitten, andere ais: Holliinder, Schotten, 
Brabander, Frantzosen vlld Engelinder hingegen gewachCell, Summa, wcnn cin Ding auffs laocllste 
gestiegen, BO filit es doda wieder. AI80 
ehet es alich jetzt mit der Stadt Wismar, Es filit 
Wisby nach; vnd was es mit der Stadt Liibeck werden will, nun sich Hamburg "nter den 
Konig von D e n n e m ar c k geschlagen , wird die Zeit gcben. Ungelegte Eyer ką-n.,p man lIicbt 
zehlen. 


- 


. II '...ł 


Ol 


.f" .1 C a p. XXIV. "'1 Ił Ił 
Der Verfasser erzii.hlt hier znerst Einiges von der Reglernng und 
Tyrannel des Zaaren Iwan 'V as si Ijewits ch, was aber gar 
keine Bezielłnng auf den IivlAndischen Ordensstaat hat, ansge- 
nomnłen, dass er Narva pliinderte; '"jedoch die Teutst'hen in 
Frieden sitzen Iiess.'
 Es 'iiberl;'ehen daher alle vor mir Iiegenden 
A.bschriften diese Z-wischenerziihlnng. Nnr das alte Dlanuscript, 
-welt'hes der Herr Pastor Dr. Denj. v. Dergmann in Ruien 
besitzt, Ilat sie an"g
nonunen. Auch die Heermelster, von Otto 
von Rotensteln an, -werden mit der 'Veisnng i\bergangen: 
"liii llic non enumerantur, 11108 igitnr alibi legere licebit," nod 
nnn "eht die Erzahlnng :folgender :Maassen weiter: 
eT 
 lA 


Alino ]330 da ist in Liefl'landt I1eermeister gewesen Eberlaard t von M onheim*), 
welcher mit dem Ertzbjschofl'e in Riga Krieg geCiihret. Man findet in etzliclaen Schrifl'ten, daCii 
von etzlichen des Ordens Brudero vnd ihren Verwandten, wie denn auch von den Capitularen 
vnd den ihrigen den rigischen Burgern vnd Frauwen, wie Buch ilaren Kindern Bey viel SelaimpfcB, 
Iłertzeleidt vlad Vnglimpff zugeriiget ,,"ord en , dafs sie keinen Wandel haben erlangen konnen; 
derowegen sie sich gegell solche Gewalt etzliche malal zu rechen vnterst8l1den, bis es zlIm 
ofl'enbahren Kriege gekommeu. Da seind die Rigischen ausgefallen na ch Diinamiinde, da sie 
etzliclae gewusst von denen, die solclae Gewalt vnd Vbermulat in der Stadt getrieben, vnd haben 
die VOrBtadt 'vor Dunamunde verbraudł ,'nd "iele erlclalagcn, auch viele von des Ordens Volck 
gefangen, . 
Dieses 
eI'droCI nun den Heermei.ter 110 sehr, daCs er die Stadł belagerte, also, dar. 
fhnen elle Zufuhre benommen ward, ,'nd sie keine Lebensmittel bekommen mochten, "nd grofllen 
I111!ager md Kummer ęrli
t
n, bis lIie zuletzt bewogen wurden, dnrch des Laudmeisters**) 


0) Der N'lImc crs.:heint in den AblChrif'ten Ił!hr verltiimmelt, Einige nennen ihn Y, J\I o n" o u e. andcre 
lognr: Ton I\liinchen, T. l\liinchlheim. I 
U) S,,1ł -.rohl heir"en: LaDdmarlchall. vie ihn Ruch RUllo-.r nennt. ,II 11 


I 


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- 36 


Vermittelunge vmb Gnade zu bitten. Der Heermeister aber war auft' die Stadt gar ycrbittert, 
doch lieCa er .ich bewegen durch Vnterhandlunge. al. sie kahmen vnd dem Heermciatcr :lU 
Fufle fielell vnd vmb Gnade bahten; abcr aie mursten ihme 'fnd dem Orden die Stadt Riga 
"bergeben mit aUem ihrem Gute, "nd mufsten ihre PCortcn vnd Mauren zo 30 Fadcn wegbrechen, 
vnd den Heermeister mit den Seinigen einziehen JaCaen, aucb ihme zudem aUc ihre Privilegien, 
Rechte vnd Freyheit vbergebcn. Diefs geschahe Anno 1330 am Tage Set. Gertrud, ,Wie nuo 
dieles aUes gescheben , da gab ihnen der Heermeister andere Privilegien vnd Frcyhcitcn mit 
:Begnadigunge vnd IicCa allda ein starck vnd feat SehloCs mit Maureu TIUl Thurmen sctzell, 
Bey diesel Hcermeisters Zeiten fielen die Jnsulcn vnd alich OseIl vom Ordcn in Liefflandt 
ab, auch machten sich die Samayten starcI. allff. Derohalben ersuclate der lIeermeister dcn 
Hobcmeister R U d o I P h U I K o n i g, darl er iluen EinCnlł verhiudcrn. vnd mit den 17000 1\Iaun, 
lO er bey sich hatte, d
n Samayten OOgegnen mochte; er woUte derweile die vcrlohrelle InsuIen 
wiedervmb be:zwingen. Diesel ngte ihme der Hohemei8ter IEU, zog auch, mit allem Yolek nach 
Samayten; aber indeCs Iwmt eine :BoIat8chafft, ala 'wolItcu die- Samaytcn auff Samlalldt ziehen. 
Er kehrete derohałbeu wieder vmb, beaetzete Samlandt vnd wartetc allda dcr Samaytcu; aber 
diese waren nach Lieffłandt gezogen , zerstoreten das Schlors Kar k u 8, zogen bey 50 
lci n 
"mbher im Laude, Wd teten daselbst viel V olcka 
nd fiihreten \'iele mit weg. .... 
Darvber belJagete sich der Heermei8ter, da
8 der I1ohemeistf:ł: ilm nld leiue Lande 
verJaCsen vnd verderbet hctte, was ihme alich von fre
bden lIerren md. seinen eigencn Da'uderu 
lehr vbel gehalteo w.ardt. Er wurde darvmb hanck von Sinncn, sclllug sicb eine Wunde in 
den KopC. vnd atarb darauff. Er war 80n8ten ein frommcr, gotte8fiirchtiger ManII, ,vnd battc 
nicbt groCsc Lud zu Kriegcn, darvmb er anch bey seinem Leben Anno 1341 mit dem Konige 
vOIa Poblen Casimiro, cincn ewigen Friedeu machte, vnd hette den Konig zu Thoren :) Tage 
zu Gute. , 
'" 
Der I1eermeister E b e I' h a r d t von 1\10 n h c i m zog darauft' in ReuCsland, verhecrete 
,,1111 verbrandte alles, was er vor sich Caud. crschlug vnd fing viel V oleks, vnd zog wiccJer heim. 
Darnach kahm der Konig von Littallwen mit einer groCsen Macht in Liefflandt, vnd der lIeermci8ter 
mach te sich auff vnd stritte mit ihm in einer groracn Schlacht. Da ward der Konig lellr 
verwuudet, vnd 000 von den vornehmsten LiUauwern vnd ReuCaen er8cbłagen, die ,-brigcn gabcl; 
die Flucht. Der Konig aber beschuldigte die Gotter vnd sagte: Sie haben vna verlaflcn. Von 
den Christen blicbcn zwey Ordensberren vnd 40 Mann. Hierauff that der Hecrmei8ter E b e r- 
Ila r d t eineo Zug nacll Samayten mit einem grofsen Heer gegen D o b r i n g e n vnd C i c u't e n, 
welche dem Orden viel Schaden getban hatten. Er erschlug vber 1200 Heyden. nahm Weiber 
vnd Kinder geCangen, verheerete VIIII verbrandte viele Dorffcr, vnd :log mit groCler Beute 
wieder heim, I". .Ct 
Nun machte der Konig von Samayten Frieden mit dem lIeer
eister \'od . d
m 'Orden, 
"nd lebeten olane allen Zwist. Zulctzł that der Heermelater noch einen Zug wieder dic lIeyden 
nach einer Gegend P u P i II e n gellalldt J welehe dem Orden viel Leides zugefiiget batte. V mb 
tliele Zeit war ein lO barter Winter , al. man bey Mcnschen Gedencken nicIat erlebet h.Ue, lO 
d.CI viele Chrilten vnd Heyden erCroren. ,-nd die Kiilte war lO 8 rof ., daC. ein Rittcr agte: 


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wiire ich l'omischer Keyser, ich 
ebe die Helffte -meinea Reichea vmb eine warme Stube, vnd 
10 Thaler vmb ein paar lIandt8chue, d. man denn auch viele Menschen im Stroh todt gefundeo. 
Der 1\1eister kam zwar ..18 Vberwinder mbeschiidiget wiedcr heim, aber viele Briider dei 
Ordens blieben toc1t von (Ier Kalte, vnd andere mehr, denen Hiinde vnd FuC8e abgefroren 
waren. Diesel geschahe 1341. ' II .) II I T.H" ., łI .. 
o rI Wie nun Eberhardt von Monlaeim alt vnd schwach wurde, balat er sich loa ,.om 
I1eermeister Ampte, vnd uahm liein Gemach zu Collin in Preufsen, vnd Uefs Lieft.laudt vud 
8ndere Lande de. Ordena in groCsen Ehren vnd Wiirden zoriicke. . , 
Anno 149:» iat lIerr W olter von P I e Uen b erg zum lIeermeiater in Liefflanc1t erweblet 
vmt auch vom KeYlier Ca r o I o V. zum Fiiraten dca Romi8chen Reichs angenommen, auch bat 
er es bey demselben erworben, daCs die Heermeister in Liefflandt nieJat mehr (1urfften daa 
I1eerrneister-Lehen vom I10bemeiater in Preursen eml)fangen. Er ilt gestorben Anno 1:;3:) 8m 
Sonntage O c u li, vnd hat regieret bia ina 41ste Jabr. I Clił 1 
Wie lłUn die Ordenaherren, wie alich der Er.izbisehoff vnd die anderen Capitularen vnd 
Gebittiger eiue Zeitlang im ziemlichen Friedeu vnd Ruhe gesefaen, h.ben sich die :Belichwerunge 
vnd aUcrley Vbermuht gegen die Burger in den Stiidten wieler angefangen, dahero die Verbitterunge 
in den Stiic1tpn wider die Priilaten "nd ibr vbermubtiges Gesincle auch je Jiingcr je grofser 
geworden, bis endIich die Stiadt Riga sich empohret, Vlad die Priilatcn mit ihrern muhtwilligen 
Gellinde znr Stadt 8usgetrieben, auch hel'nach 14S5 daa SchJoCs Riga bis 8uff den Grundt 
niedergeriCllen vnd geschleiffet. Die Priilaten aber haben sich mit dem Orden balde auffgemacht, 
die Stadt Riga belagert, vnd sie gezwungen zum Vertr8gl:, 80 daCs sie Auno 1496 haben 
anfangen miiCsen, .da8 SchloCs mit groCsem :BelicJawehr wieder 8uffzubauwen, vnd haben miiCsell 
zu der Stadtpforten, die nach dem SchloCse hinau8geJaet, dem Haufa-Cumtor auff dem SchJofse 
wegen dea He.rmeisters den einen SchliiCt!cl geben, der andere ist bey der Stadt geblieben *). 
Zu dieser Zeit id Ertzbiachoff gewesen M i c h e II H i II e b ra n d t, einel Biirgera Solm 
aU8 R'evall, "nd der Heermeister ist gewesen John.., Freytag, der die Stadt_belagert hati 
n 
 1 ", I .IU "tri I "111 I,n bill", 11'0 "f 1 I,J. hllłł lir ., 
I' d'l "ł I 41 o 'f. łbl T "'II,łf1J/Ij , ..II 
O) Da. rigi.c:JICl Schlor. war !'ur lIeermei.teneit durch einen Wall und Graben VOIl der Stad t getrennł. 
Die.e Iiden von der jetzigen Citudcllbriicke, hinłer dem Gymna.ium und dem Pełer.burger Ga.thaulle 
bil su der JmtholilChen ({irche binab, wo lIie IIi ch an den Diinawall IIchlor.en, Ein" prorte und , 
Briicke fiihrłe i, der Niihe jener Kirch" Duch dem SchlorBplatze. So .telU dali ulte; aur der hie.igeD 
Sładłbibliołbelc befindliche Gemiilde die.e Gegend dar. ErBt am Anfang" dN I8łcn Jahrhunderb, 
nachdem die' Citadelle erbauet war, wurde die Beft'.tigung de. Schlof.e. an der Dunalleite zwar 
beibehalten, abel' alle. 'Obrige nach der Stadt abgetragen und der Graben au.gefullł. Die Gegend 
"b behieU den, NameD d.. Schlor.grab.nB. - Sehon die Kiinig:in Clui.łina wun.cbte die.e ""eriindUllng; 
alleiu die Denkuag..rt der t1amaligen Zeit hieU .ie fiir "eiu grorllell Ungliiclc, da. der Sładt wider- 
. rahreD kónne,.. und ,man trug 16-.&1 den Duch Stockholm al'gefertigten Stadt-Deputirten au f, '.01'- 
.tellungeu dageg en su .Dlachen, "weilen ,0IchCl" - 110 IleiC.t el in ihrer Inllłruction, - ,,8roC", 
"Diffidenz in der liimllichen niirger Hertzen cr1l'e.:ken 1011te, aucll wohl bey den PobJcn nnd audn" 
"su un.erm groCsen Scbimpf und Unelu-e da. An.ehen haben. all wenn die Ihrer Kiinigliehen Majc"tiit 
..in dielen 2D Jahren geleilltete Devotion nun in ZwcilTcl lollte gezllgen werden." Ell unterblicb_ 


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- 38- 


. 


aber Herr Wolter von Plettenberg Heermeister, Beio SuceeCsor. hat die Stadt bezwungen 
.nd den Krieg gcendi
et, deCsen :BildniCs auch noch im SchloCse 110 RI
a "ber der Schlofspforte 
..tehet mit dem Schwerdt vnd dem Kreutze. ,t 3" ,t"nl1 ntl! et 
Balde nach diesel' Verllolmonge 1st der' auffgerichtete Friede zwischen Liefflandt "nd 
dem Moscowiter exspiriret, Da hat der Moseowiter den Gerueh In dip. Nase gekriegt, daCII 
.olch ein jiimmerlich Zwisł vnd Greuwel In Liefflandt gewe.en, '-nd gedacht naeh dem Evangelio: 
dal Reich, so vnter .ich vneillll worden, kann nielat lange bestehen. Derowegen wollte er leineo 
Vortheil in acht nehmen, vnd hat hefftig gedrungcn, die Lieffliindet lollten ihme Zinse geben. 
Abel' wie man aUli allen Vmbstiinden .piihret, dars er bereita dal Comptoir zu Nowgardeo 
gestraffet, so hat er auch hier eine Vrsache gesehaffet, darli ein Moscowiter zu Revall in 
Sodomitischen Siinden betroffen vnd verbrandt, wie auch ein anderer, der falsche Muntze 
gesclalagen, vnd hat dassclbe, daCs solche vnleidliche VbeIthat gestraffet worden, recllen wollen. 
"nd hat einen offenbahren Krieg angestellet gegen die Lieffliinder, vermeynende, dars itzo seine 
recbte Zeit were, Liefflandt zu bezwingen. Er verIJammlete c1erowegen ein groC. Heer vnd zog 
lu Liefflandt, raubeł, mordet, brennet, vud komt bis zu M a la o I m, 3 Meilen vou We a e n b e r g 
vnd 12 MeiIen von der N a r v a, auff einem freyen Felde, allwo eine Ueine Kirche stllnd. die 
Kreutz-Capelle geheiCsen, ist wolal2 MeiIen von der Seekallte. Hier kahm nun der Heermeister 
Wolt e I' von P l e tt e n b e r g mit seinen Ordenaberreu vnd Kri
eaheere von F e II i o dem 
MOlcowiter vnter die, Auge.. Er JieCs sic h erstlich ejne llehtmesse in diesel' Capelle haIten, 
vnd das Kriegesvolck fiel rund vmbher auff dem Felde bey der Capelle auff die Knie nieder, 
"nd rieffen Gott vnd dic heilige JungCrau Maria an "mb Sieg, Wie das geseheheu, hjeU der 
MOllcowiter auff dem offenen Felde lich zur Sclalacłat geriistet mit einem grorsen Volck" .Da 
lieCII der lIeermeister lIeiuen Banner fliegen vud ermahlaete leine Briider vnd Kriegesleute, vnd 
erhob lich zum blutigen Kampffe. Sie setzten darauff an 'die Feinde mit tapfeJ'em Muth, Tnd 
lO ging die Schlaclat des Morgena vmb l) Vhr an, "ud daurete bis gegen Ab.end, da denn ein 
.olch BlutvergieCaen gescJaahe, ,dal die kleiuen Deche "on diesem Tage an nocla verlchiedene 
Tage hernach mit Błut gefiirbet ge\vesen sind, vnd sind dnumahl 6 Ordensbriider einer nach 
dem andern vmbkommen, Ais der theuerb8hre Heldt Wolter vou Plettenberg mit seinen 
tapfferen Rittern vml Iłclden miinnlich in den Feindt ge!letzet, so daCs da manchem lIoren vnd 
Schen vergangen 1st, da haben (lie Moscowiter 'das lIascli- lianner 'genommen', vUd wer nicht 
entftiehell konnte, der ist; ersehlRgen worden, vnd, Jaat der lIeermeister dort groCsen Preif8 vnd 
Ehre nad viele Beutc erlanget. Hernach hat er nieht wcit von gedacbter Cal)elIc zum ewigen 
GediichtniC8 Gott zn Ehren, eine Kirche erbauwell larsen, Set. M a r i e Ił genandt, welche daselbst 
Iłoch heotige8 Tagcs zn Behen ist, da man .Ue JaJu Gott dem Herl'en Danek geopffert 'Vor cliele 
groCse Victorie. Der Heermeister isł, an dicsem Orto clrey 'ł'age 'lie
en '«ebłieben, vnd hat die 
Er8chlageneu, so von den Seinigela im KampfTc gcbliebeu, mit Cbrist1ichen Cerenlonien bestettigen 
laCsen, vnd die Verwundetcn in guter Warte zn laeiIcn nach Nohtcl..rfl't veraehen. Dieses blutige 
Treffen ist gesehehen Anno 1001. In dicsem Kriegc hat dcr Moscowiter greuwllche TJranneJ 
"lId V erhcer..nge in gantz Lieffland gciibet, 110 dar. ill di
 40,000 l\lellllchen erachlagen ,'nd 
weggefuhret 8eynd, 
i _ 


. 


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39 


, 


Nach die8er herrlicben, denckwiirdigen Victorie riistete lIicb der lIeermeistel' W o ł-t e r 
von P I e tt e n b e r g wiedervmb mit seinen Ordensbrudern, dem M08cowiter entgegen au gehen, 
in Ausehunge daCs er Kuud8chafft haUe, der M08cowiter rus te sicb wieder mit aller 8einer Macbt, 
den erlittenen 'Schaden zu rechen. Aber der Heermei8ter machte vorher ein JłundtniCs mit den 
Littauwi8chcn Stiinden, daCs sie ihme IIiiIffe vnd BeY8tandt Jei8ten soli ten. Diese ver8prachen 
es auch j sie blieben aber aus. Nicbts desto weuiger baben die Christen, ob",ohl der Moscowiter 
mehr denn ze
len Mann gegen Einen gebraclat haUe, 8ich mehr auff die Hiilffe de8 allmicbtigen 
Gottea, dean auff ibre Macbt verlafsrn vnd dermaaCsen ge8trittea, daC8 aucb nicbt Eiuer darvnter 
war, der e8 nieht wehrt gewesen wiire, zum Ritter geBchlagen ilU werdeo, de_III sie 8ich so 
rittermiiC8ig gewehret, daCa sie lIuletzt auff den Knieen gefochten. Hier hat Gott def Herr 
augenscheiulich bewieaen, daCs Er aueh durch wenige gegeo viele den Si
 geben konne, den n 
die Moscowiter nicbt ander8 in die Flucht davon gestaubet, ais ob sie der Doruaer geschlagen, 
vnd haben offentlieh gesaget, das muCsten Teuffcl vnd leiue Menschen licyn. So mufste die 
Majestiit Gotte. von 8einen Fcinden nocła gelii8tert werdeu! 
u Wie nun der M08c8witer diese andere Schlacbt auch verlohren, hat er begchret sich 
vor P J e I c o w mit den Christen in Friedenshandlunge einzulafsen. VieC8 bat der neermeister 
verwilliget, vnd mittlerweile .eind die Verwundeteo verbunden vnd mit etzlicben der Vornebmsten, 
so vmbgekommen waren, zu Waf8er nach Lieftlandt abgesandt, vmb die Erscblagenen alIda zu 
begraben, worvnter aucb ge\fesen meiner GroCs - Mutter einiger Bruder A r e n d t WoJ c k e II h.. r, 
ein Orden8-Herr, der auff mebae8 Vatern 110ft' gebohren war, vnd zur Narva in der KircJaen 
hinter dem Altar begraben Heget, wo sein Nahme noch stehet auff' seinem Grabsteiu. 
Ais nun des Moscowiters Gesandten mit voller Macht von P lescow bey dem lIeermeister 
Plettenberg leind angekommen, haben lie angefaogen zu reden: e8 bette zwar ihr Herr, 
der GroCsfiirate. leine geringe V,sach gehabt zum Kriege, weUell ihme gegen die vorigen alten 
Creutzku8sunge vnd Friedensbrieffe der darinne enthaltene ZinC8 nicht auCłłgekehret worden. dazu 
noch solcher de8pecto8ihme widerfahren, daCs seine Leute zu R e v al verbrand t wordeu, dahero 
denn nun so "iel vnschuldigea Blut wcre yergoCsen worden. Damit abel' der Heermeister sehen 
ynd Ipiihren moge, daCs auch der GroCsrDrat vmb Vcrmeidunge mehr Chri8ten-:Blutes ilU vergiefseo 
in eiuen leidtlicheu Anlltandt vnd Frieden ilU willigen geueigt, docb mit Vorbehalt lieine8 
lIu8tandigen Rechten, so weren sle mit genugsahmcr VoUmlcht vnd gegenwiirtigen Creditiven abge- 
fertiget, gutllcbe V'OTBllhlage aum Frieden zu versuchen. Nach aogeboretco V orschliigen hat der 
Heermeister wiedervmb !lur Antwort anbringen lafsen: DaCs viel' vnschuJdigen Blute8 vergoClen 
worden, da wird derjenige miiCsen Rechenschafft vor geben, der dazu nsach gegeben hat, so 
baUen ea auch Tiele bereits Dach dem gerechten VrtheU Gotte8 mit ilarem Blute biiCsen miiCileo; 
dar. der GroCef'urst auch vermeinete aU8 Liefflandt jenigen ZinCs 8ich aU!lueignen, lolches wero 
man ihme ilU leiner Zeit ge8tiindig seweseR, .obwohJ in den alten Frieden8brieffen d.nn 
edacht 
were, weiIen er nicht daau beCuget, es auch nicbt erweilen konnte, daCs er lolcbel recbtmiiCsiger 
Wei8e fordern konnte, vnd d.r. ihm jemllndt in Liefflandt dienstpftichtł
 were; derohalben 80Jche 
Vrlacbe aum Blutvert;ieC8en leine Vnache were. DaC8 er vermeynete, el \fere ihme darvmb 
eln delpectul wiederfahren,-' daCs .oJche Sodomiti8che Siinden, die Gott 8eJblt an S odoma, 


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Gomorra, Adama vnd Zeboim vom Himmel mit Feuer ge8traffet, vnd daCs lolche Jieber 
vngeltraffet geblieben weren, wollte er t;lauben, weilen Gott ibn auch io den IIweyeu gescheJacnen 
groCsen Niederlagen darvmb 
estraffet hette. Es werden alle vor einen Ricbter kommen , dem 
sie Rechenscllafft geben miiCsen; wie er hier gehandelt, gut oder bose, das wollte er an leinell 
Ort stellen. V nd damit der GroCsfiirst Behe, daC. er :lU mebrem BlutvergieCsen lO wenig vrBach 
geben wolIte, wie vorhin, ,o wollte er gerne in einen Christ1ichen Frieden verwilligen, der 
leidt1ich were. .tI "" ,d Ar I 'I I i 
Darauff hat der Heermeister mit seinen RiilJten laCseo die Friedenl - Conditionel conclpireo, 
vnd lelbige den Abges8ndten in 54 Puncten laCsen zustellen, da er dergestalt darinne verwilIigen 
10Ute; wo niclJt, so wollte er in 6 Tagen Ja oder 'Nein Ilum Bescheide haben. Da haben die \ 
Abgesandlen dem GroCsfiirsten diese Puncta zugeschicket, die er mehrentbeils bewllliget hat, 
Einen PUllct, den man in den alten Creutz-Brieflen gehabt, hat er vor allen Dingen wieder 
biuein haben wollen, weilen aucb seine V orfahren denIleiben 8ich niemabis nehmen lafseo, 
nebmlich, daCs er sich vorbeJaaUe den ZinCs des rechten GJaubenl. Da bat man denn dabey 
erwogcn, was es denn fUr ein Zin£. were, so haben die alten Pacta vnd Schrifften davon uicbt 
mehr Naehrichtunge gegeben, denn alleine, daCs an den Moscowiti8chen Grentzen lollten eblicbe 
Bauren gewohnt baben, die etzlicJle HOllig-Biiume vber der Grelltze gebabt, wovon sie denen, 
welchen der Grundt zugestanden, jiihrlicb nacb der Anzabl dea Honigs, so auff jedel Jahr 
sefallen , gegeben haben, Andere woli ten aueh meynen, daCs er von den Lieffliindischen Heydeo, 
ehe lie zum Cbristeutbumb bezwungen, mocbte aus etzlichen Orten eine Erkenntlichkeit gehabt 
haben. Deme sey nun wie Ihm wolle; vor dieses mahl ist der J!
riede also beschloCsen vnd 
'ł'erbrieffet wordeu, Da bat der Heermeister der :Brieffe zwey ver8iegelt vnd bekreutzkiiCset nach 
alter Gewobnlaeit der Friede-:Brieffe vnd von den Geaandten zwey zu Gi£sell
n (Geiseln) behaheo, 
vnd mit den Brieffen zwey Ordenlllaerren mit de8 GroCsfursten Gesandten zum GroCsfiirsten 
gesendet, die :Brieffe ilU bekreutzkiiC8en. Das bat der GroCsfiirste gerne getban, vud hat den 
einen Brieff bey sicla behalten, deo andern den Ordensberren zuge.tellet, darnach ihnen die 
Hand gegeben, "nd deme Heermeiater ein lang Leben gewiiuschet, hat lie wohl tractlret vnd 
wiedervmb zum I1eermeiater leitsagen (begleiten ) larsen. Da id groCs Frohlocken vnd Vergnugen 
von beyden 'l'heilen gewe8en, vnd hat der lIeermeister dei Gro£8fUrsten Ge8andten, so zu 
GiCsellcn geblieben, laCsen wohl tractiren, ilanen Verehrunge getJaan, vnd lilie gesegnet zuriicke 
:liehen laCsen. Da laaben sie aus P l e s c o w dem lIeermei.ster allerhand an Proviant vnd Getriincke 
aur Verehrunge geschicket, aucla aus der Stadt allerley Zufuhre gethan, bis er nach dreyen 
Tagen ist allffgebrocben mit seiner gautzen Macht, vnd nach Liefl'landt, gezogen mit gr C 
Rulam, PreiC. "nd Ehren, so ge8cheben im JaJar 1002. I I .,J:łi d 
 
Nacla die8em Kriege vnd be8chworenen Frieden mit dem M08cowiter iat Liefllandt in 
zielolich guten Frieden geltanden ha die 35 Jawą, ją J"clcber- Z it beyd
 Stidto vnd L.ode in 
groCsem Wachathumb gar trefftich zugenommen. i 11 ". 3Iat, hJ:1iu "J ł, 
Anno 1523 da hat lich in LieffJandt die L\łUersclJe Lehre auft'gethan, vnd seind die 
Lutterschen Prediger ala Tegetmey er, Ster bell, Aodreu Knopken vnd anderę mehr 
in den Stiidten vnd 8uff dem Lande e..ffgetreten, die mit Ifol.em Eyffer de.. Papl te wjd .p etteQ 


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1Znd leine Lebren nach Lutberi l\leYDunge aUI der Bibel verdammt haben, dadnrch denn in der 
Gemeine allerley Zwiespalt vnd VerbiUeruHge entstanden, bis die Lutterschen die Kirche eingc- 
nommen, 'Ynd die Piipstliehen daraul vertrieben haben. 
Anno 1527, da .ist vo. Capittel zu Ri
8. erwelalet worden aum Ertabischoff Thomas 
Schoniag, der Sobn des Biir
rmeillters Johann Schoning, Diesel' erwehlete aum Coadjntol'en 
den :Brnder de. Hertzoges Albrecht in PreuCsen, MJlrggrlł ffen .01l.randenburg Wiłhe Im, dars 
er ihme luccediren soIJte. La.Jł 
I' ,soJche Wahl łaat der Heermeister Heinrich von Galen vnd die 'Stad t Riga, auch 
etzlicbe von den CapitteJs-Herren vor einen gefabrlichen Eingang geachtet, d.r. solches alJeiue 
bey dem Ertzbischoft'e vnd etzlicben der Seinigen stehen soli te , aU8 solchem hohen Stamme 
einen Coadjutorem zur succersion deI Ertzbischoffes ao erwehlen; derowe
en der IIeermeister 
mit den Stiiuden lich deCsen belchweret, aber vmb des Friedens willen, diersmahl auch ihren 
Consens dazu gegeben, weilen sie gemeynet, .Iafs dennocb dem Lande nicIat vbeJ mit dem 
Marggraffen gedienet, al. einer Hochgebobrnen Person vnd dazu des Koniges in Polen Sigis- 
mundi Augusti Scbwestersohne, daQJit Hoffnunge were, daCs zwiselaen der Crone PoiclI vnd 
Lieffland desto bersere Einigkeit vnd p;ute, V crstiindnif8 bleibell kouutc, bevorab. weilen die 
Jabre des Moscowiter8chen ł
riedcns mit der Zeit abJallffen wiirdell. Sie Ilabell sicla aber damebell 
expresse, der Heermeister mit leinell Gebittigern vnd der 8tadt R i g a, darinne bewalaret vłlłł 
vorbehalten, dafs lIolche vorgreiffliche WaM ohue ilareu Couseu8 nieM mehr 80llte zugelafsen 
werden, zumahlen aus einem so Iaohen Stamme, damJt kiiufftig keiIle vn ęitige WeiterulIge 
daraus erfolgen mochte. 
Abel' Marggraff W ił h e I m, wie er zum Ertzbischoffe bcstettiget war vud mit der Zeit 
alt ward, IuaUe die gescbehcne Bewahrung vergcCsen, oder moclate Holche auch nicbt achten, 
"lId erwehlete abermahl aUli dem Fiir8tlichen IIau8e Mecklenbllrg sęiuen Verwandten den 
HertZ'og Chri8.opla lEum Coadjntoren, daC. er ihme succediren lIoJlte, liers ihn aoch nocll 
be)' seillen Lebzeiten in daH Land kommclI,' vnd gab ilam ein fe8tes lIaus von dencn Stiffts- 
heuCsero, das Haus Treyden. Hierauff sł1cbte der IIeermeister mit seinem Anhange vnd dem 
{łaUI der St,adt Riga, wcU'.ie besorgeten, dielle g.ror
ell IIcrrclI moclaten ihnen zn miichtig 
werdeo J ..od den Orden ganta; vertreiben, bcym l\larggraff W iI la e I m an, darli er den Hertzog 
C Ja d."t p l) h mochte aUli dem Lande scbaffen. Wie er solches zu thun sicla \veigerte, habcu sie 
nait d
 Ralat \'on Ri
a Knechte 8ngeworben, .vnd den Marggraffcn Wilhelm auff Kockenllausen 

elag
rt,. wel4lher sich 'auch Anno 1556 gefallgen geben miif8en. Sie zogr;n darauff den Hertaog 
Clarhtol}h auch gefiioglicb ein.. Wie nuoderKolli
/Sigi8mund in Polen, ais dell\farggrllffell 
W.illaelm, MutterbfudeI:, . diesel vetnommen, riistete er sicla zum Kriege, vmb beyde fU1'Itliche 
P
Mn
1I wieder aUI! i1łł'er Gefan
en8thafft zu el
Uedi
en. Da IItUł der Hcermeister W i J la e I m 
von Fii-rden,bers nebst'denl:" vJJrigen die gfoCse Gef8br vorau8sahen, 
arinne sie 8
hwebeten, 
1ing
D sic ali b
 F reu 4łdllchafft mit dęm Konig von Polen zu tractiren, wozu sicla auch der 
Konig doli
r8, vnd dem, I-Ieel'meistcl'; .eilł.en Tag nd Ort iiI LiUauwen, ..ubmlich zn p o CI o I d e, 
deiwegen anietzte., I I . b. . In' I' , u
' w ,?ho, sł. oe. r 1310" h . 
Wie diesel' DUli mit seinen Committirten 1a:ł7 dabin ,gekQJD.IDeD, hat ibn der ł'on
 
Mon. Liv. Bnt. II, 12 
. 


. 


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>>>
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r, 
łlcharft' beecbuldiget, d.C. nebllllich, sein Antecesłlorfuret1ichen Perlonen 101cM" Delpectoer"iesenol 
Es ist aber diese S.dte naelłvieler Eni8Chaldiguoge vnd Tract.ten 'd
rgeetalt b
,
eleget,: d.rll. 
der HeeJ'meister mit eilaem FuCsfaU dem Konige die.eiI' abbitten y" vnd darch eiiJcri DłfeatlichflD' 
Landt.
 in Lieffland. beyde fiir.Uiche Personen wieder ein8fltzeil _.Csen, welcłwa deow aueh zu 
Wolmar gescbebe.., wor.uff der Krtabiachotr' 'sich alich aiga Ii.e
en, \'nd Dach g.ł:odi

r. 
Predig' sicb im 'l'bumb auff eluem hoheo Chor ««'8etzet auff'seinen Stuełl y da . deliA der a.th ibń' 
zuerst vmb Vergebung gebetell. Selbigem hat er litzeud die lIand. ge
elchet, ,vi1
 mit wenlgen 
W orten geantwortet: Sie hiitteD 68 "obł anderl maehen m08en, ete; r 'WIe nuia 4er: Rdh abgetreteu, 
hat der Altermauo der groCseu Gilde' Jasper Ronberg mit deJII,'.AlwI'IDIIIłD;'dor,.kleillen,Gihłie' 
gleicJaCalls sehac Anrede gemacht, vud geheten: Ibro FiirsUichen Gnaden iIIih:htfm dew. @lIteo: 
Stad t ferner in GIl.den gewo
en bleił.ea, vod dei' Vergegaogellen ha-łbulhill',V.n.gna4eR nich. 
entgeltell laClen, sondem nach wie vor ib.. Gnidiger,'Fiir.' 'ł"nd He... 'leJ" ' "ndbleiben. 
I Siei 
wo'Uteo wiedervmb alli 'getreu"e V nterthanen lich gegell' Ibro' Fiir8t1jcl
e Gaaden' aUe_t" iri1I 
billigen voterthiinigen Gcbonam bezeigeo vnd verltalten. f "!
, .Ii J 81n ,J
 ,. h 
 l' f);;" 
 
Da ist der ErtzbiBChoff auffge8tanden, vnd hat den Elterleuten! 'l'8bie Raud gegeben ólv.lłd 
geantwortet: Lieben Elterleute vlld Gelreuwen, wir nehmen l1ie. Eotscłauldigunge "egem . der 
guteo Gemeine in Gnaden all , wir kennen auch die doppelten Hertzen . "ohl, 'Es lollen lich 
Elterleute 
nd Elteetcn vnd die gantze Gemeille zu' vii. nic
t., anden ali .Iłe viterliche' Gniade 
vnd Gutte au verseben haben. Damit hat er einem jeden, besondcrs l den Elterlei1too vnd 'aUen' 
Elteeten die "and gercicbet; vnd id hernach vom Chor ah
egallgen nech dfJII. ErtzbischoffllłIbffe. 
Damit Ich wieder zu den lliindeln des Landtages komme, lO war enłf, 1łł-8.łłreft 'I
andtage; 
eiuer gellchicket vom Konige vOla Schweden Gustall'o; dur vbergab óse1ue,;Creditlvell den Lieff- 
Jandiscben Stiindeo zu W ol mar, vnd łegete seiu Gewerbe"ab, defs :,btr N
oewite.. ihme"werQJ 
in Fin'nJand eiagefallen, "nd hette ihn1e lIeine Land.el'Ferlłeeret vnd vCJlbr.n4łt; vieł 'n\8chuldi
 
Blutes obne Vrsacbe vergoCaelł. viełe .MeulcheD "od: Vieh IDU alulern. -grol',,,,, 'B.dhe 'hm
i 
geta:łeben, Er wm8te, daCs der M08cowiier lich mit ałłer MiM:bt . zum Krlege-. '
dstei:' 'lrette;J 
vnd d.Cs ihre Friedensjahre abgelauffeo 'WCt'CII, vnd so hełten sie '-'lHc
ts gewif
re8, .Is deń 
MOłlcowiter vud lebae gantze Macht anff dem Halse, - wenn er mit' thme Friedea ł8aeben wurd9. 
Derowegen, damit dieser miichtige Feindt mOchle abgewehret \łcrdeta, ,Wblłte ler sltlh erboten 
- habep, weOlI der Heermeilłer mit aUBo S.oden in Liefflandt licH w-olJtełł mitdhme v.erbinden; 
110 wollte er mit dem Moscowiter keinen FrieMn ,machen; woli ten Ile dłC!sefll' sber ;niclIt', 
o! 
mocbte der Konig Gus tavus lich mit ihm vMtnagen, vnd dano wiirden die Lieffłiindf:i' 
en
i 
"al -(Ue Mosc:owiter im 8childe fiihreten;' 'vl1d..ocł..e. 4:8 mchh
'" "ieUeieh1 b
ltlwgen;: '\ł88" ..9\ 
jetzo augesclalageo baUen.' Wiewohl DUD von den 8tiiłłd..n ihter 
i
łe ,mit delł' I Stildten dłeies 
geltea liersen, vnd deher diesCII, Anerbi
teA nieht. so."lH1łaleehterdings"81I
zułJełtIBgen . anrl
łhen
 
jU800derheit hat der Syndic.... "on R e VII; I": Nahmens' CI'o ł- t 
. mit eirie-t 'łlclaiUieh" '()Irałiow den 
Schwedeo zum FreuAde au behahen ang
athen; so waren dennoch die' "brigen :elner: andern 
Meynułłge, nld lief.eo dlesen Abgesendten vnverrichieter-Sache wieder abżiehen,' BUCh- '...lI'Cketeat 
sie da! Kriegesvolck, 110 lie vorher wider den Hertzog Wilhelm vnd Albr'echt gebnuche't, 
hatten, wieder ab, vrad Uef.en sie au'- dem Lande gchen,' ) 19 JI U' 1 ib :1111 
. 
I I 11.1 . JJ lIorll 
.. 


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48 


" 


Nun wollte man 'cinen neuen J4'rłeden mit d.,u Grofllfiirllten behandeln, vnd es wurde 
-c1arauff angeordnet, daCa:Jacob,.Słeluwe8 ein Geleitte vor die Abgesandten bewerhen sollte, 
mitllwełcbęm Stein-weg.icb'.e.Ibn bin nach Moscow «ereillct. D. leind wir vom Grofsfilrsten · 
'giitIioh "od wohl eJIIl)f8'ilg ea ':yad tractiret,1 vrid wie wir 7 Wach en in der M08COw "ns .nfł'ge- 
łaalten, bat er vor' dieAbge.uadten 'ein gut vnd sicher Geleitte gegebftl, darni t seind wir gliicJdich 
In Liefflaod wieder angekolllmen
 Ze di6leaGe..ndtenwordenverordnet: Dlrick Kou.er ...,..) 
'wekhe de.. Befeh' hatten, bey dem Grofsfiirsten I w a n Was ił e w I c. anzuhalten, den ab
elauffenen 
Frieden wiedervmb auff 60 Jahre ... verJiingern. Ob sle nun wohl in der ersten giitlich eml.fangen 
'Worden,-slł hat m..., docJa ,lte;y. Anf8n
 deI' Vnterhaltunge balde vermercken kiinnen, . was er im 
Słnne gehBbt,hBhen es vlłterwegel .uch wohł abnehmen konnen, da ihnen dei t81lllend Schlitten 
mit ilHerley Getreyde, Prav,iaRt,. Kraut, Loht..) vnd Geschiitze vnter die Au
en gekommen, 
-vnd 8n die Grent!l
 
ef'tihret worden; auch alle Post-Hoffe, lłO nur 8Uft' 4 od er 6 Meilen von 
'eln.nder belegen, mit llooen doppelten Herbergen -ł-nd groCsen Stellungen, da man zu 50, auch 
100 Pferden vnd 'mehr"lItellelt kOhnen, von heuen gebauwet, .uch alle Iłriicken, von der Moscow 
bil P I e 8 c o w zn, neu: gemacht worden, daCII man augenschłJinlich gesehen, daCs er niclat8 
anders; alll Lieff18ndt zn bekriegen, entfichlofllen gewe.en. :Bevorab alich, wełłen Konig GustavuII 
In Schweden Ihme 'ei1łCn st8tt1ichen ver
uldeten 'fisch mit allerley Schenck-Gelchirr vnd 1'isch- . 
geriihte, 110 "lei ant\' dem ,(,isehe stehen mogen, dem GroCsfiireten verchret 
nd Frieden zu 
machen begehret, .welchel er auch .n
enommeo, "nd den Frieden mit dem Konlge GUlltavQ 
gemacbt \'ład' 'Yerwllligełi 
'Sb tllt es ihme auch zu Ohren kommen, daCs in Liefflandt solch eiR jiimmerIich Zwist " 
swłschen denen Iłerren der. Lande vnd Praelaten gewe&en, erstlich \Vegeo der veriinderten 
Religion 
 som audern 
--egen dM eingefaUenen Zwist8tl zwi.chen dem OrdeR Tnd dem ErtzbischofF, 
Boeb hat er daneben erfahren, daCs der lIeermelster vor dem J(ijnige EU Polllen Slgismundo 
lIich demułigen, 'Ynd ihme einen J'ufsf.U thun miifllen,
 'Yad gedauchle ihme, dar s er wohl 80 
miieMig 'Were, alll der 'Kolłig zu Polen, .lie Stiwdi! in Liefllandt au bezwingen, So wllfllte er 
Buch wobł, daCs dat! Kriegsvolck enturlaubet, vnd 811s dem Lande gel8Csen war, vnd dafll man 
BO gar Ilicher auff den Frieden sich TerIicflle, daC. 
r keJłle Anrustungc in Liefflaudt Tor einen 
N obłe.n da war, l!iondern jedermann Jebete .0 sicher, wie man tIIget, alll in Priester J o h a n n h 
Lande, vnd war- recht eine Blindheit, daf. man nieM 1'@ł";łeben konnte oder 
ollłe, wal der 
M08cowlter im Stone haUe, da er zu Plescow Jiefll offentlich ałlsruffen, dafll sUe Kauffleute 
1'nd .odere Rel1fsen, so sich in Liefflandt auffhielten mit Wahren, Bollten mit ihren lIaabe vnd 
Q. 91 '. II 'tUJ 
1.1"" (, 
"),Ilitlr f
laIeD im Mst:. die iibrigen I\"amen. Ił u 8 Ul W fii
ut 
ie Fol. 36 an: "Daru p ..ioth 'Itracka 
Uundertl Ll'gołen 8n den 1\108Cowiter nrordent't, !\"iimlh:ł.en J,
ban Bo':lIhorlll vnde Otto Grot- 
la u II e n "RII "'..gen des n..ermeisterl, vnde Wo I Dl er" ł' a n g e l ,-nde D i d c r i c ł. K a f e r van "'egen 
Idei BillChol'pel van Dilrpte, welciere Lcgatcn Anno 155ł '-p OClili in de MUleow ,'crreilet lint" dar 
Iti nielałl Ruders, denn ydcl vobillicbeit dCl MUlCowiter vornahmen h«,bben. u Zu dil'l«,n Abgcordoełen 
lełzł Gadebułlch noch einen, B l. I i u I B e c Je e, Mnzu. 
o.) KralIt und I.ohł, Pul"er und BI..i. 



 


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... 


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G ii tern autflJrecheu, vnd bey Vedust Leibes vnd Gutes Bich aU8 LicH landt weg machell in 
Reufslandt. Diese brac:hen 80 gesc:hwiude .uff, daC. lie ihre Wahre vmb halb Geldt verworHeu. 
.Darzu horte mali, wal, an den Grentzen vor eine AnriistulIge war, vnd wie die Bojareu zu 
_WaClier vluł zu Lande UIICsell V orraht Złljp Zuge in LieffJandł voraU8 fiihreu; aber noch war 
JUall 10 bliud, daCs man mehr 
edac:hte, wie' man priichtige .Hochzeit vl1d Kiudelbier ą{łsdd!teo 
,mochte, al. dafs mali lich zu eiuiger Gegenwehr sollte gellChicket. habell. .. .t I 
. Wie 88 nun in der Mo.cew zu den, Tractateo kalam;.;' vnd man vmb den Frieden au 
erJallgen vnd zu verliillgern anhielt, da' liefs der Mosc:owiter -ihnen lIowohl den letzten AII.ło 15trl 
mit dem Heermeiliter Wolter von Plcttellbe.r« auffgerichteten, alli allł:h die.vodA'en,Cre
tz- 
vlld F'riedeIł8-Bri
ffe, ais ill weJchep er allcmal dell Zinla dei recbten Glaubeus sicła vorbehaUen, 
vorlegen, vlld bat damit ZD verstehell gegebeo, wie er sQlchell Zinfli mit grofser Gedllldt bis anbero 
en1.behret, vnd nun Ilehe, daCs lIolche. vom I1eermeister vnd allell LieffJiindern weuig ,rkandł 
wurde, derowegen kOli te er, den Frieden zu verliingerll, nie b t . wilIigcn, es wer
 delin, dafs zuvor 
den Creutz -llrieffell die Folge gegebeu, \-ud ihmc deI-! lauge, voreuthaltene Zinf. erstatte$ vnd 
bezalalet wiirde. Da 6el dem Faf8e der Dodeu aU8, ,\'lad die Gesandteu wlIfsttm niebt, was sie 
antworten lollteu. Endlicb liagten sie, . sie wuCtitcu nicIat, ,was das vor ein ZinCs werc, alich 
. Iliitten lIie In ihrel1 alteu Scbrifften nicM gefunden, daCs dem GroClifiirsten jeuige",*) ZinC. 
gegeben "orden were, baten derohalben, er wollte .el bey dem Vorisen beruhen laf8en, \'nd 
den Frieden weiter verliingern. Da ist der Grorlifiirst eyffrig wordem vnd hat ge8aget, ell gebe 
ibm Wuuder, daCs sie nicbt wifsen wolIten, dafl!! ibre Viiter vbera lUecr in Liefflandt,gekommen, 
_ vnd .ich folgend8 io lIein Land gednmgen, worubel' delHł .0 viel Bluts vergoClen worden; 
lejbigelI zu ersparen, hiiUen seine Ver- Viiter iłmen VOl" ".iel launderł Jahren verstattet t --łas Land 
zu bewolmen, jedoch mit deme :Belicheide, daf8 liie ihnen die rechtmefsige Ziufse aus
ehren 
lIoJlten; dennocb biittell sie gegell ilu gegebenell Versl)recheu gcbaudeU vlad es nicM getban, 
.ie lolItelI .Iso nunmehro mit volliger ZhaCłle vou..vQrigen' Zeitell, he...' sicb ein8
elleD, 
1f dars sie 
ibme nich t Vrsache geben, die Mittel zu geb
cłum, weJehe sie dazu zwillgell wurdell, "iewohJ 
er e. lIicht gerne thete. Da haben die Lieff limdischen Ge8lłndten bcteuerł, vnd wieder JJefchlig 
die W orte sicla entfaUen lafsen, sie .wiifsten in der Wabrheit nieM, woriłllae deaUł der inC8 
bestuude. Da bat der GroClifiirste JQsgedrucket vnd ge8aget, er muCs,te darali erleunell, daC. 
lie ihre eigene JJrieffe nld Siegell weuig achteten, daCa si
ill Imndert nad 80 viel Jahre
 nicM 
gedacht hetten, liich zu erlundigen, vud kei ue SQrge getragen, 
te si" ihreu ,Nachkommen mit 
ihren Kindern mochten den lieben Friedeu erben. Weileu. aitSes./ilbcr niebt .wuCsteu, oder wifsell 
woli ten , so mufste er es iJuaen IBgen, der Zinf8 wiire von jcdem Lieff liilldiscben lUellscheu 
jiihrlich eine Moscowitische Marek oder zebu Dellnigc. Da liind den Gesaudlcn die Augen ,'ber 
die Marse ,!eit geworden, "nd haben nieM gewuCst, wie den Sacl1ell zu tllun were; łlierauff zu 
bicten od er zu dillgen haHeu sie keillcn llefchl, durfftell luch vmb LinderulI
 uicht bitten, 
DarvUlb ist guU Raht bey ihncn diefsmahl schr thclIer geweseu, habeu aber losscblagen miifsen, 
wei1
n sic Bedencken gehabt, des GroCIiCiirstell "r ort eiu' Vuwahrheit zu straffeu. Dero- 
Ił II ł 'a18 
 ta 
I"IUI . J 'ł.1 e.1 .nlJ 1.., 


. 


OJ irgclld eincr, 


l
>>>
4:J - 


'wegen haben Bie gelagct'l' . weiłen lie daCselbige, was der GroMu..st nahmkiindig ,gemachet, nicbt 
gewurst vo.. ibrelll Abzłlge, so' weren sie auch diarauff zu haodeln von den lIe..reo der' 'Lande 
nicht befehliget, baten derowegen,: der Grof.Ciirst woJlte den a.ndel 1erschreibeu, dals' eie si(:h 
desfalls weiteres' Bescheides erholen. mochten, . OJ n :n Is'ł" h fi 1) .ft. 
'b Da i.t der Gror.fiir8t aUBgetiahrelł VJad hat gesaget,. er. 'woł-lte. Ilicht g)auben" dafll .ie 
meyneten, sit! hetteo mit Kindern.H thun, sie hetten. ihren, Bescheidt :vnd 'sollten 'ihme deq 
Zinfs, so er ihnen nahmkiindig gemacht, binnen Jahresfrist uhzulegen versichern, jedoch auff 
Ratl6cation' \Ind mit WilIen des ,Heermelsters vod des :Bischotfes. Woli ten diese es dann nicht 
'-erwilli
en; so wollte er ;ieii1e etgtne Gesandten in Lieffla,ndt mit ih..er Versiegelunge schickeo, 
damit de.. Heermeister. ynd der Bisdaoff der Gesaudten Siegel absehneiden, vud die ibrigeu 
wieder an den . Brieff anhiiogeu mOchte" Diese. haben die Geu..dten ,vbcł' Befehli3 ,g,eth"l" 
nd 
dem', G..oCsCU..sten den Ziurs dergeatalt zugesaget vnd versiegelt, doeh auff łłatiłicatiou der Herren 
der ;Lande, Nun weIrIl ich nicht eigeBt)ich, ob der ZinCs von Aantz Liefflaudt, oder von einem 
The1l.e aollte gemeynet acyn, will mich deCsen erluudigen vnd hernach hiebey 8etzen. r 
Wie uun die Abgesandten wiedcrvmb zu Dorpt ange::lange
, vud ihre 'Relation abge)etjet, 
haben sie gerhltjen Danek' verdienet, daCs sie den Ziurs auff die zeheo Dcnnige von jedem 
Meoschen :lngea.get vnd versiegelt hatten, vnd ist dafselbe bis auff die Aukunfft der Gesandteo 
I 
de8 GroCafursten in Bedenekeo gezogen, "lU .Ił ., rJ . 
 , 
Da l1U1a de. Grofsfii..den Ge.andłu K e la l' '}' e q) i g o r r e mit der Ges.ndten Zinf.briefl' 
ilU Dorpt angekommen, hat man ibn in des lIerrn Audreas Watermaus lIaufs amMarckt 
einlogiret, vnd folgends a\lff .dem Schlofs vor den Bischoff su Ablegunge seine.. 
ewerbe 
gefordert, imgleichen wnrdcn hinauff beschleden alle Landriihte, der Aus!!chof8 vom Rahte vnd 
Gemeine vml ełzłiche Notarien, die seine Gewerbe in8trumentiren sollten, vnd was iłwa.".:ił 
:Be.c:beid gegeben \II'iirde. on I ; 
Da łing der Gesandte an vnd aagte: der GroCsfiirst, sell lIerr, liefse dew Hi8£laoff VOII 
D o q) t vnd dem 116ermei8ter seinen Grurs vcrmelden vnd allzeigen, dars ilare .Gesandt_en weren 
in der l\'1osco\V bey dem Grofsfiirsten vnd Keyser alle.. Reufsen gew.t:sell, 
nd laetteo vmb 
einela Frieden zu verliingern angchalten, den hatte sein Herr verwiIligc
 auff den versiegelten 
:Brieff, den die Gesalldten niter ihrem Siegeł dem Grofsfii..steo gegebcn hiiUela, mit welchem 
sein I1err ihll laeUe abgefertige& mit dem :Begehren , dars der Bisclaotf vnd lIeermeititer der, 
Gesandteri Siegel lioIlten absehncidell VOII dem :Brieffe, vod de8 Bisclaoffes vllt) des lIeermcil1ters 
Sicgel wieden'mb daralI, hiillgen; J!,u£h laiiUe er Befeb), . dąC. ' II, ,ooht błOgo sich solte auff- 
halten larsen. ł b . I" . . I, Ił :') n. 
..,t " Darauff want kurtz durc_h den alten Jacob Krabben, dela 'fołekell, geantwortet, de.. 
lliscboff hiitte gcrne des Grofsfiir!!ten .Gesllladheit vernommcn, der Gesandte mochte' sich in lIehae, 
IIcrbcrge begt'bcu, er soIte zufordcrst mit gutcm nesclacide bcgegnet werden, l) n',I. - 
'1 I Wie cr, 111111 ahgetretcn war, ,\ard die Sache in den Iłaht gc'zogcn, aber da war walulicb 
g\ltt RaM thcller,: nad Oelcn allcrley natiunes, wenn dal! Geld nielat folgen wurdc, da duch 
der nrlcff ver
iegclt war, Hłd ea '-er8tund manch ehrlit:h 
lałUL 'obi, dafs nian dcn Strick "ber 
den Kopff haUe. , 
In" f) l łł .tj'uIl i- .J 


. 


.. 


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... 


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- 46 


, 
21 1)a man nun vbel der Sachen eios werd
n Iconnt-e, was zu thuD wel'e
 .umahlen da der 
GeIIlttldte'eyligenBescheid haben wolIte, vnd zuletzt 
anb vlIgeduldig ward, 8agende: wo er keiuen 
:Belcheid haben I!ollt!!,. wolIte er ebell lO, wie er gelcommen, ohne denlelbigen auriicke ziehen. In 
dieser Bedriingnifse lagte der alte J a c o b Kra h b e zum HleclMff vnd den Ribten: Gnadige Herren, lO 
diel!er Zinf8 fłergestalt dem Grof8fiir8ten versiegelt wi.,d, 10 kolbfDeft wir iDit Weib vndKindt in die 
i!ill'Iierttlłj'Dlenstbahrkeit. FVnd 10lInet ihr den Zinfl wohHobea'l Er muf. gehalteo vnd gegebeo werf 
den, oder da8 Lamłt wlrd verheeret vnd verbrandt. Duu hat lich der GroCsfurat vorliillglt. mit .Uer 
. Macht geriistet, dafs weifs ich gewifl. Diese Rede mlclato wohl manchen bestiirtat vnd kleinmiihtig, 
ł . Abel' des :Bischoffs Cantzler, Herr JiirgcA 1I0lhchiir, hub an vnd lIagte: obs wohl 
wahr, daCs dleler Handel ein wichtiges :Bedenckcn erfordert, lO murlen wir vns dehnoch In die 
Zelt Ichicken;.. wir woli en den Gesandten dei Grofsłiirsten wleder auffordern, vnd etzliche 
N otarien vnd einen Oratorem dazu nehmen ,vnd ihm anzeigen, dafs wir vns diele
 Vebereilung 
\tom Grofsf'tirliJten- nielat vereehen hetten, d.CI wir ohne ConseJł8 der Romilch Keyserlichen 
Majelltiit solcłten Zinfs zu verwilligen alleine nleht macbtig, derowe
o ley der Orator laier, 
rndproteltire im ,Nabmen der Rom. Keyserlichen Majestat ali oberBten Lehnherrn dei Lande8, 
Wider solche vngebriiuchliche, auffgedrllngenen Zinse, -vnd dafs wir .olcha. .n die Rom. KeYler- 
liche Maj. miiCsten gelangen lafsen. In mittler WeiIe wolIelI wir, so viel wir el! vnserl Theilel 
machtig, den in der MOlcow von vnBern GeBandteo auege
b'
nen Brieft' mit ..-nlerm Iosiegel 
beglaublgen; Diese Meinung behielt den ScJalufs, vnd ward damit eine Post an den KeYler 
abgefertiget, dafs er mochte eine Legation an den Grofsfiinten senden, darni t diesem Uoheił 
mochte \1orgebauwet, vnd in der Ze!t mit Raht begegnet werll«n, h ł II 
." Darauft' ward" deS' Grofsfih'@tłm Gesandter wleder auffgefordert, in Gegenwart liweyer 
Notarien der Brieff versiegelt, vod der Gesandten Sie
eI .bge!;clmitten. Wi-e abel' der Orator 
den Notarien befahl, die Protestation zu instrumentiren, da frllgte' der Gesandte Kelal' 
Terpi
orre den Tolcken Jaoob Krabben, was da 
eredet wiirlle, dis die Notulen ver- 
.chrieben. Da berichtete der Tolcke ihme die Meymmge, Darauff .agte er gaatz trotziglich: 
was bllt mein Hen hierinne mit dem Ileyser zu 8chaffen? Mao gebe liliI' den Bricff; werdet 
ihr ,meinem Herm den Ziofs oicht brin
en, lO wird es ihn wohI holeu. Damit wurde ihm der 
Brieff hingegeben, '"nd er wieder nach .einer I1erberge beglcitet. Ais er nun hier ankam, 
Icbenckte er den Hofłjunckero, so ihn VOOl SclaloCse beglcitet haUen, den Hrandtwein nach ihrer 
Gewolmheit, vud .prunge auff den Tilch, KOg die Brieffe aUI dem Bursen , gab sie. leinem 
Diener, dafs er sie in einen se,den i;leycr wlckeln, "ud in eine beschIagene I
ade Jegen lollte, 
"nd sagte: lafs mir dasKalb wohl verwahren vnd laegen, dafs el gro fil "nd feU werde. 
Da rItlIch ward er besehicket durch deI Hi8choffel Diener mit Fisch, Fleisch, Wildbrett, 
Eyern, Gew
rtze "nd allerlcy Getriincken, wie denn der Grofsfiirst in der M O" c o w au ch 
lJfteget deu GesBndten zu thun. I 
, Alich ward er vom Rahte belchiclret mit allerley Sachen vod Getriinckr.n, vnd lief. ein 
RaM etzłiche Gerichte durclI ihren Koch bereiten vnd ihme IIu.chicken iu leine Iłerberge, "od 
ihmc anbieten, wenn ea ihme gefiele, woli ten lic ihm zwey Penolmen zu.chicken, die ihmc 
.olltco Gelell.chaflt lei.ten IIur Malalzeit. Da. war ihme lieb, vod lO wurde er vnd 8eine Dlener 


, - 



 


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- 47 


wohl tracUret. ' Nach .łem Ersen t ..wo .der Tołcke mit "g
eR war,; _ he
ehrete er noał; 1I0lt 
seinem Aballge bey dem RaMe IiU .rswinen,.. Wcł6en er .'oeh eilrbeson'dues Gellferb"alł.ubiii1
" 
hette. Er wllrde dcrowegeu am folgenden Tage dahin gcładen, vnd vorerst mit Krude*) iia..der 
Cammerey tractiret; I vud .łar.auffin dem Reveoter**) einpf8n
n. AIłd. 'br8chte er mit sicb 
auff das Rahthaurs eiu.n MoscOlWiter.,'
 -dem war ,auff dem. Ple8cowBchen' Wegll Bein :Brlłder 

rscbla
A, vml er haUe beJ dem: :Bischoft' angehalten vmb sGvłeł hondart 'I'haler, die, wie er 
t!B
te.ibm dabey verlohren gegangen !We ren. Nu", łst in ,don Cł'elltz'-' Drieffear enthalteri,l 'WeDll 
eiuer in Reofsłaudt ode... UeH-18mU erschłagen wiird6 von Mordcrn
 sollten aUczeit die Benach- 
bahrten den Fl'eu, nd'CR des Ertlcła.ł.genen dic beraulleten Guter 
r8t8ttell, 'ocler den 'l'biter ser 
Straffe einsteIleu. .Weileu cr nun lO lang-e vmb clie E:Jlecution ..bey Iłem Blschoffe angehalteD
 
vud glckh\vohl' die Gebiihr nicht, ler
łten konBen, so' miit:hten : sie' doch: die - ihrigen .mit. ihma 
Ilum Blsclaoff 8chickeJI.,' dar. er i-lim daB 6eht w(llIte gebel. lal8ell, d.mit 
r mit ihme (dem 
Gesandten ) miiclate abgefertiget werden, er wolte' Eilłen Rallt '"nd die IhrJgen wiedervmb bey 
dem Grof8fiirsteu 'COIIIłIIemł'refłoł defs' sie .mit ebenmiir
 8chlelJlHj
er ExeC1łtion in allen }'iilten 
beCOrdert wurclen.' Da sand te ein Rabt mit ihme einen Herren 'ł1es.'RalttB 1'nd elnen Secretarium 
mit ihrer IlIterceft!jon, kahmell aber 
ald wjeder ...nd braeblen deh 'Besclteid: er sollte mit dero 
forderIicłast.en IiU Rechte 
ehołffen \verden; ..ber dje Benaehharten,- Ił. der M ord t 
esehehetl 
were, wobneten e.zllcbe, Meilen wegee von Do'rpt; die'mufsteu zu die8
r'Exeeułio... versehrieben 
.... werdełł, 481'aoff miitste er' ",erten, l 'M. ł 
Da t,..t fto .wieder,mit ihm"vor den Rabi ,.lIIi lIagte, weił(,łI er "ehe, .1afs, er ,4ł.raufł' 
nicht warten konne, so sollte ein Raht wohl thun, vnd d-ein' RełlCsen das Geld TorscJaierseQ,. 
.vud es wieder . von' dcnl!tJ nebmen, diti es. zahlen murstcn,' dafnit er mit 'łhme abreisen. kom..te, 
Der R.ht lierB' darauff'lIritworten, dafs in der E
le .u de'l\1 Gełderli 'niellt Kaht żu schllS'eh "re: 
. II. Darauft' lIaf;t-e,kr.'iGelllń\dte,"
"ehn lIie. dem Reurlle'n' 'nuJ" den' g1iten Willen, (lelchel 
aU811Ulcgen, beaeigen "olIten, 80 mocbten sie wohl Raht dazu wif.t:n, delin es ihm l'Iicht heimJjck.' 
werc, daCs sie wohl ]2 Tonnen mit Gelde vntcr dem Rahthaufse Istchen hiitten.' Ob ihl\en Dun 
wobl d
868"liieherlicb zu hł)ren wa;; BO' antw6rtete ihme doda elu 'ałter' Dnrgemclster im "'-orte, 
Hen Johann Dor8telnhtn l , 
erade ans dem Stieg-Riemen...), "je- man ł'agt, ob!!lcholl' da 
GeJiI d. seyn fł1ochte,' s(theUen sie aUeine dazu keinc'Schłiirsel, dema'd!re Stadt Riga betk 
einen, dle Stiadt, Re'" aj 8u(!h' emen; da8' Unnte ohne ihreli Willeh nlCłat angeruhret werde., 
Wie, er nUn merckete, dafs ibme nach Gebiihr geantwortet' worde, liers 'ers beruhen, vlHIsegte, 
sie mOcbten m.r deR Biscboff erlrnaern, da fI! dle Gebiihr in' aeht genommen , vnd ihren Siegeh..,.. 
. ,,' _ '0' 
Ił y, I!).J. ".,11 I .,1 :tlili ł ,ub :tUL£! » s.i11 oJ..) ':I , 1 . : ił I 'J .. ł 19 


.) K r u d, Confitiiren, eingemaclłte Sachen. Dar. e. Buch Schier...ul'f"cr beir.t, ilt hereit. fruher Iłnge- 
i IDUkt. 11ftlal . 'ni...I'n. 11..l1i'uhll 1I'ł'1dii,;1 ..,L Ił' Ił ......-.fbi. 'h.. :ol..., "h JII.I ) al ...a I I 
..) Rs'uu,ter, .uch Reft1l'Wlr,I,tlllrrhlłn,t ein groF.eI'Suoł, Mer:' der Rllth.Baal, Se heiIWt ",in der 
_n' .irigi.c:hea Kimllłerei-R
chnubg ,'on' U6ł: "Dem 811ytller 1'01' dat Reuenther to 'hemlDdndell;'
 Dem 
illlł...TiKltler fur di
,-ltcDllhł Rath...ale' su matheD."' BeJcamit1ich wn..deu die' Dee.en damal. mił lliin.t- 
licher Ti.chlerarbeit verziert und QUIgemłl.hlt. .1iS ł ...a, "' . II tI 
...) Stegereif. li I' lo. .. 


.. 


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- 4S ----... 


TIld :BrIeffen ,beClere Folge mit Erltattunge der ZinCsc gegcben 
GewiC.erea alll gr.ofs VD&lUek ilU erlebea.-.. Damit'8e.l
n .er 
zuriicke.. . bu IIł Ji ł- , , .. 1 
Anno 15:»6 da enchien in Nord -Ostell eln grofIler Comete, .ein klarer -Stero mit einem 
lalIgen Schwantz wie cln dicker Helen, da mit G-ott die kiinfftigen Straffen angezei
et. 

 " Wie nmł der versiegclte ZinCI uielat erfolgete, da versammlete der Grofsfiirst zu F l et c o w 
ein 8 rofs Heer, vne! lIetzete Ilum obersten Feldlterren eillen Tartariselaen lIerren mit Nalamen 
Zaer ZigaJIee*)..' Dieser war ein anselanliclaer, grofserMann von Pel'sohn, \"Od auch verstiindig 
vnd belcheiden. Er zog Anno 1558 den 25. Januarii mit 40,000 Mann in Liefflandt t vnd theilete 
dali lIeer in drey Hau(fen. .Sobald lIie vber die Grentze kahmen, da mufstcn dic SiibeJ vnd 
:Beile bleuclu!o vnd schneiden t da ward lIiedergehauen beyde Meniehen vnd Vielae, alle lIoffe 
vnd :Bauerkahten verbraudt, ,'nd mehrenUaeils das gantze Landt durchgestreiffet vnd verheeret. 
Danaacl. .og er wieder zuriicke naeh P Jes cow.l..s ..:j . 
Von der PIes co w sclarieb er eineo :Briefl an den Bischofl' Herrmann .u Dorpt, vnd 
be.chuldigte ihren Unverstand, dafa lIie lich ao vbel 
orgeleben, vnd den Grofsfiirsten ilU lolchem 
Zoro bewogen hetten, wodurch so grofser Schaden den Landcn geschehen were, vnd da sie doch 
'lelI en , daCII sic mit ihrer Macht dem Grofsfiirsten keillesweges widerstreben kOOlltell, \tolIte er 
ihnen wohlmeynende 8erahten haben, się 80Uten noch bey. Zeiten grofaerem Vngliicke lIu'Vor- 
kommen vnd ihre Bohten an den Grofsfiirsten je eher je lieber sen den , vnd ihr lIaupt vor ihm 
sclalagen .*). Er wollte gerne mit seiner Fiirbitte ilU Hiilffe komD1en, damit der o1i.fiirs& 
m.ochte versollllet wcrden vnd sie wieder Friedeu erlangen. f'
J Ib ł19h 
Nacl,dem dielier Brieff eing
kommen t laiclten sie einen .Landtag vnd sandteR eili«st elne. 
grof8e pCMan,Jtsehafl't :ilU bewerb
n, die' wegen des vorgeschriebeuen ZiuCsell lIaudlunge pftegen 
mochte. Dieses. Geleite erfolgete auch, vnd wurde «Jen Gesaudteu die gelwr.i«e InstructiOlI mit- 

ctheiIet. _Mittlerweile lIollten sich alle Stillde vud Stiidte rustell, , vm
 mit delJl ę)'lton Gr.se 
dem łIeermeister bas Feld zu folgen. lO li'IJ nr"t')' r ., 
I 4 Wie nUla die Gellaudten in M o s c o w kamen, wurden die Tractaten IIcbJeunig vorgeuommen, 
vnd lieCI! lile" der Groflifiirst zum Frieden behandeln vor 60,000 Tła.ler. Nun soli ten lIie das 
Geldt zablen; aber das baUen sie nicbt bey licla t was al\GJa 
er Grofsfi.irst wohl ,,'iJ,'lieu mochte. 
Die Gesandten aber verlieCsen Bich darauff, daCI sie von etzlichcn reichen 
eufliiscben Kallffleutel', 
80 in LieffJandt Zll handeln pflegen, ł Ver
rostunge hatteu, wenn lIie zum Frieden gelangen 
konnten, wolłtcn sie ihnen die Gelder auff Weclasel vorstrecken, vnd in LicffJandt die Gelder 
wieder empfangen; aber der GroCsfiir8& hatte den Kaufflełlten bey Leibes Straffe verbietcn 


wiirde, oder sie hettcn nicht. 
.c, ynd lIog mit leinem 'Kalbe 


. . 

 i .11 h iaJ". I ,II J II
' I' 
.) Wie vielfach entltellt der Name die.e. Feldherm in den friihcrn Schriften er.cheint, lann DlaD IlCim 
Gadebulch im 2100 AblchniU dei er.ten Theill S, Gl-ł lehen. AI;
d,t l14łnnt ibn Tli. 2. s. 129. Czaar 
Cigl1hy. GRdebu.ch behauptet indeClen, er habe Schig Aley, d. i. Herr Aley, gehieflen, 
und lei tin NaehkomP1e von T o k ta m i . . h gewel lit velcher ZMf. de, gqldneJl Horde war. So nennt 
ibn audi Karllml'in Thl. 7. S. ,ł08_ . III b .. ... ł" f..il 
..) uud ilan UID Gnado biUeo. J 


..
>>>
- 49- 


larsen, den Gesandten kein Geld zu leiłlen od«:r vorzustrecken. Da mursten sie. sich bloCs geben, 
crboten sieh ais GeiCseler da zu bleiben, vnd wolIten das Geld aus Llefflaudt holen laCsen. 
Der GroCISCiirst ward nun zoruig vnd besclauldigte die Gesandten , daCs man ihme aUezeit mit 
W orten vnd Ungrullde vorgillge, vnd liefs ihnen sagen, daCs sie sicla schleunig von seinem I10ffe 
packen sollten, Da mufsten sie eilends vnvcrriclateter Saclac fort. 
Diese Post kam iu wenig Tagen aus der Moscow zu Dorpt an, "nd es wurden mm 
andere Gesandten verordnet, vnd das Geld zur Handt gebraclat. Die Stadt D o q) t Jegte 10000 
1'haler aus, welelae ich selber habe zehlen helffen. Es wurden also auft' der Sehreiberey 60000 
1'haler eingepackt, wobey ich sclber geholffen, Der lłerr Durgemeister zu D o rp a t, itzo meiner 
J1ausCraueu Vąter, IIerr Detmar Meyer Jelmete dazu 500 'I'haler. Die Gesandten gingen 
darauff mit dem erstell offenen Wafser zu W.Cser fort nach Plescow, damit sie ja eilemls 
fortkommen moclateu, dClln sie sahen wohl, dafs der Grofsfii.rst nieht siillmbte, sich mit seiner 
Arckeley vnd allem V orraht zum Kriege in BewegulIge zu setzeu. Der Heermeister vnd der 
Bisclaoff von D orp t zogen aueh auf m;t ihrer MacIat, (lie gar nielat starck war gegen des 
GroCsCiiriiteu IIauffen zu rechllen, vnd lagertcn sich zu K y r i m p e e, Auno 1008 im Majo. Aber 
der GroCsfiirst lieCs sich das uicM irren; sondern zog mit 2 lIaoffen vud grobeu Geschiitze fort, 
da Kraut Vład Lolat geuug bey war, zog mit dem eiuen vor die N a r v a, mit dem audern vor das 
Neuelaaufs, das uur:) Mcilen von Kyrimpe,e lieget, I.ebt cs fługs an zu besclaicfsen, vnd 
nimmt es ein. . Die teutsche N a f\' a war noch IInbescJaoCsen, es entstund jedoch durch Gottea 
\'erJaiingnifse ein Feuer iu eines Barbierers Haufs, Cordt Volcken genandt, Vlad nahm 
vberbandt, weiIen da viele Jaolzerne Gebiiuwe vud Diicher waren. Wie die Moscowiter im Lager, 
das jeuseits der Beche lag, solchcs gewahr word en , begaben sie sich mit :Boten vnd :FIOCsen, 
wie ein Immeu-Schwarm vber die :Beche, huben an vber die Mauren zu klimmeu, vnd weilen 
dic i:a der Stad t nieht zu gleicher Zeit den Feind vnd du Feuer abweJaren konnten, so mufsten 
sie die Flucht geben auff das Sehlofs, vnd die Stadt dem Feinde rBumen. Da beguuten die 
Feiude mit Gewalt das' Feuer zu li:isehen, damit sie sich vmb so leiclater an das SchloCs machen 
L.onuten, welclaes von aufsen zwar ziem lich fest, naeła der Stadt zu aber nicht eben so gut 
verseben \\ar. NUII salldten die auff dem ScJaloCse einen rigischen :Befelalshalber an des damah- 
ligen Iłeermeisters ł' ii n t e n b e r g s Coadjutoren, G o t tI. a r d u m K e tI e r ab, welcher verordnet 
war. mit den IIarrischen ,-nd Wierischcn Laudsaflien, vud den rigilichen Knecllten, dic er al. 
Desatzullg in die Stadt Narva gelegt hatte, dielielbe zu beschutzeu, daCs er sie entsetzen sollte; 
aber eli war vergebens., Er durffte es uicht wagen; zog aus dem Felde 3 Meilen von N arva, 
vnd da mufsten die auff dem SchloCse sich ergeben, docla so, dafs sic sich das Leben vnd 
freyen Abzug bedungell. fI I 
, Wie unu aUI:h das N e u e h au fa weg war, da trauete sich der IIeermeister nicht liinger 
mit dem Bischoff von D o r p t zu K y r i ID P e e . zn bleiben, sondern sie vereinigten sicIa, der Bilichoff 
lIollte mit (lem Adel vnd den LandsaCsen in die Sta(lt D o r p t zur Besatzunge riicken; der 
Heermeister Fiirstenberg aber wollte mit des Ordens Leuten, dem Adel vnd den Landsafllen 
aus dem Stichte von ICiga "nd Curlalldt bey Dorp
 im Felde Jagem, vmb die Stadł 
zu bCłiichutzell, ) l Ił" I i 
11',n, Liv, anł. II, 13 


. 


-
>>>
- 50 


..1 Wie nun dic letzten Gcsandteo in dcr M o s e o w anfingen mit dem GroCsfiir8tcn zu 
tractiteB, liefs sicla der Handel wohl an, ais woli te er noch vor die 60000 Thaler den }'rieden 
yerwilligeu, wud dali Geld empfangen; aber vnter wiihrcndeu Traetaten , so kommt ihme einc 
Post wbcr die andere, daCs die Seioigcn solche Victorie in LieffJandt erlanget, Narva ,'ud 
Neuehaufs einbekommen, da wollte er keinesweges das Geld oehmen, sOladem Narva md 
da. NeuehauCs behahen, so er Ichon mit dem Schwerdt hette gewonnen. Da sie das uicht 
verwilligen konntelJ, so wei.ete er die Gesaudten unvcrrichteter Sachcn mit ihrem Gelde zuriickc, 
vnd fuhr fort mit dem Kricge; richtcte seincn Anzug auff Kyrimpec vnd crobertc cs. Da 
oahm dcr lIeermeister F u r I t e o b e r g mit seinem Kriegcsvolck den Weg uach Wal c lI:, vnd liefs 
den guten Bischoff in grofser Triibseligkeit. Der Moscowiter aber ruckte vor die Stadt Dorp t 
mit .chwerem Geschiitze, sterckete das Lager tiiglich zu Wafser vnd zu Laude ,-on P J e s c o w 
mit vielem Voleke, grobeu Geschiitze, Kraut vnd Loht, vnd allerley Victualien, schlug zwey 
SchalJtzcu auff, vII(I fing an die Stadt zu beschieCsen. Da die von Adel das wernahmelJ, rucketen 
lie aUli der Stadt bei NachtzeitelJ, vnd liefsen ihren lIerrn, den' Bischotr zu Dorpt, im Stich. 
Da IIchickete ein Raht au den :Biscboft' vnd licflt anzeigen, lie siihen, dars der lIeermeiliter 
F ii rs t e n b e r g were weggezogen, sie spuhreten auch, dars die won Adel abritten vnd liefllen 
den Herrn Bisclaoff mit ihneo in der NoM stcckcn, so wiiren sie auc
 gar schwach, dic wcite 
FClltung zu bCletzen, weilen, wie Ihro Hocbwiirdigen Gnaden wiirsten, in der vorjiihrigen hitzigen 
Brustllllcht uicht alleine "fiele junge Durger, sondern auch von den 200 Soldaten , welehe sie 
gchabt, fast ctzliche gestorbelJ, 80IJstcn crbieten sie sieh bey 1I1ro FiirstIiclaen vud 1I0chwiirdigen 
Gnadcn Ehre, Lcib vnd Gubt auffzusetllen, wie solches treuwen VntertJaauen wohl alJstunde; 
.ie 8iihen aber, daCs ilmen Tag vnd Naclat zu wachen, bald schwer fallen wiirde, baten dero- 
halb en den DiIChoft', er mochte benebenBt ihneo an den lIeermeister 8chreiben, den Zustaml 
nad dic Bckiimmernifse dcr Stadt ausłiihrlich vermelden, Vlad wmb Hulffe vnd Entsatz bittcn, 
odcr sie muCsten sich in kurtzer Zeit einer betrubten Veriiuderung zu verschen haben. Sie 
heUen dazu swey Daurcn erkauffct, die wolten sieh da3lu ebentheuren vnd ais Boten gebrauehen 
laClen, vnd lich in der Nacht mit einem Bolate die Beche hinauff, vnd folgends d,urch deu 
Wald davon machen. 
Da antwortete der gute fromme :Bischoft' Hermann mit betrubtem Gemiihte: Lieben 
Getreuweu, wir haben der bestiindigen Treuwe einel ehrbareu Rohts vnd der Gemeine gar keinen 
Zweiffel, haben vns auch des treuwen Erbietens in dieser Nobt zu gedencken: [forttJ: bedanken] 
wolite Gott, daCs wir deo Tag erlcben mochten, es sollte in allen Guaden erkandt wcrden; beklagcn 
muf8en wir CI aber, daCII vnserc Ilitterschafft vnd die von Adel vnl in dieser grofstcn Nolat widcr ihr 
Gebiihr so vcrlafsen vud davon rei ten ; derohalben wir vnl denn au ch mehr ais zu schwach 
befindcn, vnsere Wehre Tag vnd Nacht naeh Nohtdurfft zu besetzen, vnd gebiihrlichc Gegenwehr 
lolclłem miichtigen Feinde EU thun. Wir findcn el daher wobl gllt, dafs maił dem Heermeister 
dureh Boleh Schreiben die vorstchende Noht entdecken, vnd vmb Iłulffe vnd Ent88tz bitten 
mocbte, vnd \\'ollell zwey Brieffe cil'eel
autenll, einen nIch dem Indcrn, abschicken, wnd daCselbe 
lollte aueh E. E. Raht je eher je lieber thun. " I II 
Darauff wurden beyde Boten in eioer Nacht ausgelafecn, vnd einer dl ey Stundcn nacll 
; 
.Q 


....
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dem andern mit solchen Schreiben abgefertiget, beyde :Brieffe wurden auch dem Heermeister 
zugebracbt. Der erste :Bote kabm in der dritten Nacht mit eioer Antwort wieder, d.rinne der 
Heermeister den betrubten Zustandt der Stadt bertzlich bekjaget, . vnd die :Besteodigkeit dea 
Herrn Biscboffs vnd der ehrbahren Gemeine hoch lobet, vnd daCs el aehr zu bedauero, daf. 
die von Adel vnd die Lands.rsen ibren Herren so verlarsen hetten, welche. ibnen kiinfftłg gar 
vnriihmlicb seyn wiirde. Er wiinschet, die iibrigen mochten elnen Heldenmuht farsen, vnd 
soviel menscblich vnd mugIich, die gute Stadt beschiitzen. Denn wie gerne er au cia wolIte, so 
sehe er doch nicht, dars e. ibme miiglich were, wie er aus allen Kundscbafften abnebmen 
konnte, einer so groCsen Menge von VoJckern, ais der Feind im Felde bette, in der Eyle 
Wlderstandt zu thun, sonsten wollte er den lieben Gott treuwlich vor sie bitten laCsen, vnd 
Tag vnd Nacbt darauff bedacht seyn, wre er sich mit mehr Volck stiircken moclate. 
Wie nun diese Antwort zurucke gekommen war, vnd mittJerweile der Fehad im mer eille 
Schantze stiircker ais die andere gemacbt hatte, vnd die Wiille oben mit (lem Geaooiitze begunte 
ilU brechen, alle Leute auch vom vielen Wacben vnd Auffwarten auff den Webren fast mude 
vnd małł geworden waren, lieCs der Feind abermabls die Gnade des Grorsfiirsten vnd den Frieden 
allbieten , wenn sie sicb ergeben wiirden; wo nicht, so sollte .uch das Ucin8te Kind nicht 
lebendig bleiben. b 
Hierauft- schickte der RaM vnd die Gemeine wieder EU Hoffe an den Bischoff, vnd 
lieCsen sicb die Antwort vorlesen, so vom Heermeister aus 8einem Feldlager von WaJ ck e 
allgekommen war, daCs kein Entsatz zn hoffen were, dar
-ber denn Jhro Hocbwiirdigen Gnaden 
vnd die galltze Stadt sehr betriibet wurden, vnd wie man je liinger je mebr des Feinden Macbt 
vnd Ern8t 8abe, vnd (ler :Bischf\ff seine Fe
unge durcbaus nicIat zu besetzen vermochte, rieth 
er dabin, man 80llte mit dem Feinde Spracbe halten vnd eine Friedenshandlunge begehen, 
Nun war der Moscowitersche Feldherr ein sittsamer vnd frommer Maml, mit Nahmen Knii8e 
Peter Iwanowlcz Szusky"'), der Bchlug dem :Bi8choff vnd der Stadt 80lche glimpffJicbe 
Conditiones vor, vnd gelobte bey seinell Ehren, dar. aUe die Puncta, 80 er ihnen geloben 
wOnIe, soli ten ihme vom GroCsfiirsten in stattlichen Brieffen vnter seinem grorsen giildenen 
Siegel aUlgegeben werden. Das wollte er ihnen schaffen. 
Darauff Jiers dcr Biachoff einen Stillstandt begebren, damit er sieh mit allen Stindeo in 
der Stadt bcreden mochte, Dielcr ",ard ihme auf zwey Tage verwilliget. Nun liera ein Rallt 
verbieten *"') den gantzco Ralat, vnd die Gemeine vnd ibre Seelaorger .uff den beyden Gilde- 


0) Er bicrs eigentlich Schuhky, und stammte aue dem Geechlechte der abgetheilten Funtea ,"(JD 
SlHIdal und Niilchnei-Nowgorod, ""elche den Fiirsten Andrei Jaro8lawitu:h, eiaen Bru- 
der dCl beriihmten Alexander Jaro8lawihch NewBky, zum Ahnherrn haUen, SeineLinie riihrte 
ihren Namen von dem Stiidtehea Schuja im FiirBtenthum SUBdal. Dieler Peter galt liir den 
edabrensten rUlliechen Feldherrn leiner Zeit, und kam 1:»63 bei Ula lIms Leben, S. Gadebu.ch 
Livl. Jahrbiicher ThI. I. im Złen Ablehnitt S. :»29. 
..) nach dem Niedersicb.i.cben: vo r b a d II., I:ulammenrufen, eioladen, 


--
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- 52- 


.tuben. Da ward die NoM der Stadt entdecket, auch der Vorschlag des 
Ioscowltischen Feld- 
herrn, Kniise P e t e r I w a n o w i c z S z U B k y, vnd WBS vor trost1o!ie Antwort vom Heermeister 
eingekommen were, lO ward auch von der Kriegsleute Defehlshabern ihre, MeynulIge vnd 
Gutdiillcken eingezogen, welche denn 8agien, dafs lic viel zu wenige Leute hetten, "mb da. 
SchloCs vnd die Stadt zu besetzen. Auch sand ten dic Prediger aus ibrem Mittel nocb 2 PerliobneR, 
obne die, so verorduet waren, dio Conditioncl zu fertigen, "nd baten md ermahneten E. E. 
RaM, sie wollten es nicbt vor "bel uebmen, ob sie \"ohl nicht ,z",eiffelten, E. E. Raht wiirde, 
da,sie die betriibte Mutation "or Augen sehen, ihrer Kirchcn "mI Schulen mit der reinen Lehre 
vor allcn Dingen wohl wifsen in Acht zu haben, so hetten Bie doch vmb der Posteriłat willcn 
nicbt vnterlaCsen konnen, ihrer Vorsorge auch darinnen ihrer Gebiillr nach, mit freundlicher 
Erinnerunge zu gedencken. Solehes jst mit gebiUarlicher Dallcksagunge allgenommen. Aber alle 
",aren der MeYllunge, dars man sich gegen eine so groCse Maeht nieht bal ten konnte, "nd da 
war kein ander Iłalat, man mufste sich mit der Stadt auff sic:hea"e Conditiones dem Feiude ergcben, 
Da man aber noch uieht gantz einig ",erden konute, was zu thun were, so bat mail "mb einen 
dritten 'fag Frist, der auch "om Feiude zugestandeu wurde, EndIich IIIIch vielfiihiger Vberleguuge 
mit allen vmł jedcn Stiinden sahe maD sich gCllothiget, am viertell Tage dem Feind die COIl- 
ditioncs zuzustcllen, VII ter wclchell lIIaD die Stadt vbcrgebcn woli te, I 
Zuvor aber trat der Burgemeister von D o r p t, I1err A n t o n i u B T h i ł e '-or den Bischoff 
nad sagtc: " 
( Erlcuchter, Hocbwurdiger Fiirst vnd Herr, weilen wir leyder! diese hochbetriibte Zcit 
erleben, wo wir armcn Leute diese Mutation sehen vnd I!Ipiihrela miirsen, dafs viele gute clarliche 
Lcute in dicse elcnde Dieustbarkeit gerabten, wir andem zur Vermeidunge derselben Haufs, Hotf 
vlld unsere Wohlf8brt verlarscn, vnd da. ExiJium mit Weib vnd Kiud wchlcn miiCscn, vnd nicht 
wifsen konnen, wo ein jeder mit :Bedruck vnd KummerniCs Bein Lcben enden wird; vnd damit 
wir des hoehsten KIcinodes, sO wir auff dieser Wclt haben, Ilielat mogen beraubct, "nd kiiufftig 
Doch gescbmiihet nad gescboIten werden, dars wir anders', ais zu nasern Ehrcn bcy Auffgebunge 
der Stadt D o r p t gehandelt Ilaben, welcbe zu retten ich gerue AllcB, vnd lielbst roeh., Leben 
bingcgeben hiitte, so woUte ich deme zuvorkommen (so hier Jcmaudt noch were, dcr da meynete, 
daCs die Stadt Dorpt durcIa Welłr md W.ffcu nocla kOlllate erhaJten werden) vnd bitte Ew. 
Uochwurdigen GnadeI!, mir eine schl'ifftliclle Erkliirunge zu thun, wer diese Vbergabe veranlafeeł, 
.ollcn das Ew. 1I0chwurdigen Gnadt'n gctllan haben, oder die Ił.itterschafl't, odcr das CapitteJ, 
oder E, E. Ralat, oder die Gcmeine, odcr T o n n i 8 T Y I e, daJllit ich "or vnnutzcn Verliiumbdern 
mich konnte reebtft'rtigen vDd meillen hergeba'achten gutcn Nahmcn bewahren. - 
Da stecktc dcr Bischoff mit seincn Iłabhm Tnd CalJittels-lIerren die Kopffe ZQsammen, 
vnd gaben zur Antwort durch einc Per80lan: 
Ehrbarer I10clawciscr I1err, auff diese. Fa'age larljen lIaro I10clawiirdigen Gnaclcn mit ilaren 
lIerren lłiilaten vnd Cal)itularen antworten: 
DaCs es mit nich ten einem odcr dem audel'll lIolle ,"orgcworffen, oder zum Verweifs 
auffgerucket werdcn. dafs einige Pri"at-l-el'8ohnen an der AuffgcbUllge der Stadt Dorpt Ic:huld
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h.ben, Rondem maR habe el geth8D aU9,unvermeidliche
 hochdringender NoM. , Solches zu erweiseo, 
wollen Ihro "ochw, Gn, nicht alJeine E. E. Weifsheit, sondern einem jeden, dem daran gelegen, 
gernc mittheilen. . lnu .ł9tabh 
 e
J3jj 


. 
l! C 0 1 0 d i t i O n e s
 
'? · ."JI1' -ł , D ;h-"ł"' I ao, t11" 
80 der Biscltoff von Dorpt 1111t auffsetzen lassen, wOl'auff er dem 
l'-Ioscowiter die Stadt iibergeben wolIen. 
l1"Jłhłor.Juu..1 J I II 1"t ol 
Ił!b łhflBUrJl 'Nf!O 
 I ')I, J . 111.:ł.b...... Ił- łaJ 
Zum Eraten Ilat er begehret zu seinem L
ibgedinge das \Vohlgebauwete Kloster zu Falckenau, 
liegt zwei Meilen vber Doqłt an der Embeche, mit allen Landen, Leuten vnd Gerecbtig- 
keiten, so von Alters her daEu gehorig gewesen, dafs er daselbst sein Leben endigen 
mochte in Frieden, vnd nicM aus Lieffland in Reufsland gefiihret werden. 
Zum Andern, dafs cr noch ein Gllhtgebiete dazu haben mochte, welches er begehren wiirde vom 
'I GroCsfiir8ten, so ihme am besten nacla dem Kloster selegen were. i f" 
Zum Dritten, dafa das Kloster nach eeinem . 'ł'ode in l)erpetuum den Monchen der piipstlichen 
Religion bleiben mochte. tl I 
Zum Vierten, dafa die Capittels -lIerrcn die Thiimbkirche zu der piipstlichen Religion vnd ihre 
Heufser vnd Gjjter behaUen moelaten vnter des Bischoffes Jurisdiction. ( 
Zum Fiinfften, dars (lie von Adel, welche \"lIter dem GroCsCiirsten begehreten zu bleiben, bey 
ihren L8nden "nd Leuten "nd alle dem ihrigen bleiben mi:'.chten in LieffJandt, vnd nielat 
mochten in RCllfslandt gefiihret werden, soudern vnter des Bischoffes Jurisdiction bleiben. . 
Zum Sechsten, dafs sie mochten mit ihrem Koro, Wahren, Victualie ,.nd Getriincke
 Holtz, 
, vnd ,wie es Nabmen haben konte, zollfrey aeyn, bn, fb 
Zum Siebenden, daCs vbcr die Caplttels - Herren ,-n d Kloster - Munche, auch vber die "om Adel 
niemandt richten moehta, ais der Bischoff vnd seine lł.iihte. 
Zum Achten, dafs 'er"ln 'der8u.dt allezeit 'ein frcy lIaurs fIalten mochte zu leiner Nobtdurfft, 
wenn cr ein- vnd ausziige, vnd daCs ihm kcine Moscowiter weder in seiner Gegenwart, oder 
wenn er abwesend, mechten eingeleget werden. 
Zum Neunilen, wen n er zum GroCsCiirsten Bohtschofft schicken wiirde, oder auch, wiirde el 
-Dl eine Gclcgenheit gebeu,. seibst an den Grofsfiirsten ZII rei8en, dafs er allldann mochte 
, . 
d:t,f1 mit łJoviel Podwodden, ala er. b
elarelld, gcfordert werden, ohne EntgeltniCse VOII vnd 
nach IIaurse. 
Zum Zehenden, dafs er einen Garten vor der Stadt ",nd ein 1I0ltz-Raum am Dune-Strohm (1) 
Ja frey laaben mochte. ) Ił 1,ł., 1 
Zum Eilfften, dafa alle die Seinigen aUezeit v-łłbehindert in der Sładt aUI vod ein gebeo 
; łJ mochten. h'J ,. 6 Y' ib:llr '1' M'Uli J; 


---
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-M 


Zum Zwolfften. Wo die Seinigen sich in der Stadt 
egen deI Grofsr.irsten Leuten, oder sonst 
verbrecbcn, vnd defslaalb ins Gerichte ein«ezogen wiirden, daCs die Sacbe aUeioe von seinem 
MarscJaalck mochte gericbtet werden. 
 t et .. 


. 


c O n d i t i o n e 8, 
& " . ') . - 
80 der Baht von D fi rl)t un
 die Gemeine begehret haben. 

 
 U. .. jłor 
.nd. I
.tn 'rl n ..t · 


..,-.. (" 
Zum Ersten. Sie bey ibrer Rdigion der Augspurgiscben ConfeCsion oder Lutterschen Lehre 
zu laCsen, vnd darinne keine Enderunge zu machen , oder Jemandt davon zu zwingen, 
Zum Andern. ilare Kircben mit aU Owamenten ZQ JlebaIten, nebenst der gaDtzell Administration 
nach dem Altell. . : -r' (I tmłf 
Zum Dl'itten, ihre Schulen vor ihre Jugendt Dach dem Alten. 
Zum Vierten, daCs sie ihreo teutsclJłW Rabt nach dem Alten mochten behalten mit dem 
RahtlaauCse vnd allell Einkiinfften., was sie von Alters - dazu gelaabt, ais die Gefiingnifse, 
Korn-Heufler, Brod.- Scb r.gen, Fłeilcla-Schragen, Milntlłe, Apotbecke, Schreiberey, Pre- 
diger-, Selaulmeister-, vnd aller Stadtdienere- HeuCser, Marstall , Muhlen, Landgiiter, 
Fiscbziige, Wage, Wracke, Gerichte-:Broke, Wedde-:Broke, Armen- vnd Kirclaen-Heufser, 
Zccła-I1euCser mit ibren Renten vnd Einkiinfften, vnd alles was sie von Alterl her gehabt 
(an Abgaben) von Wein, Bier. Mebt, vnd von allen Geti-iincken vnd Wahren, daCs man 
el bey dem Alten erbalten wolle. 
Zum Fiinfften. Ihre ProtocolIe, Erbbiicber vnd Rentebiicber, vnd aIle ilare aIte vnd neue 
Privilegia, von weme sie .ucb gegeben seyn, moooten conflrmiret we rdeu mit allen thren 
Siegeln vnd :Brieffen. Ił 
Zum Sech8ten, Dafl vber 'l'eutscbe vnd Vnteutscbe kei ner moclate au richten haben, ais der 
Stadt- Vogt, aucla son8ten von den Reufili8chen Vogten kelner einen Eingriff .haben, weder 
in geistIicben, noch weltlichen SacbeD, beyde in peiDlIcben vnd biirgerlichen. III 
Zum Slebenden. DaCs sic mit dem Scbwerdt mocbten ricbten łaCsen nach dem Alten. 
Zum Acbteu. Ihre alte Bauerspraehe vnd alIe alte Gebriiucbe in Proeefsen. Wehlunge der 
Ampter, Schragen, Korn-MaaCs, Ellen. Gewicbte, allell nach dem Alteu. , 
Zum Neundeu. Der Gemeine ihre beyde Gildestubeu, eine vor die KRuWleute der :Biirgenchaffi, 
dic .ndere vor die Ampter, wie sie von Alters gewesen,- da ihre Hochzeitell vnd, Zusam- 
mel1kiinffte zu baben, vnd aus ihren Brudern au Amptern zu wehlen, Buch. ihre Zeche nach 
dem AIten zu laaben, wenn sle zusammen kommen. ("fI 
Zum Zehenden. Der Scbwartzen Hiupter, ais der frembden vbeneeschen Kauffleute Complgnie 
oder Gesełlschatfts - Haufs, da sie ilare Verkehrllnge vnd Gesellllchaffł.. - Driincke hal ten 
mocbten nach dem Alten. Tfr n .. Ii ! 
 
Zum Eilfften, daCs lIie mit ihreD Wahren, wie dle Nahmen h.ben much ten , rel.en konnten, 


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M- 


auCser- vnd ilmerhalb Landel, iD gantz ReuC.landt, Teotschlandt, wo ihnen solche. nutzlich, 
auch mit keinerley ZoU besch
eret werden mochten i vnd auCserhalb der Stadt Dorpt, 
auch in gantz ReuCslandt vnd Liefllaudt. l hl Ił Di I :)111. 1.:, - :"11 .. 
Zum Zwolflten, daCs sie aucla frey mochtell' braueo:Bier, 'Mehde vnd :Brandtwein ,"nd verscheo- 
cken, vnd von allerley frembden Weine keine Accise geben, ausbenommen, wa8 ein Rabt 
zu Erhaltunge ihres Iłegimeuts darauff setzen vnd anordenen wiirde, 
Zum Dreizchenden, dafa sie mit Haren Kindern mogen heyrahten, ihre Sohne vnd Tochter, vber 
See in 'I'eutschlandt. ihre Kinder dahin geben,- Buch die Vber-Seesehen wieder in ihre 
statt ihre Kinder zu jederzeit. lo 
Zum Vierzehcnden, daCs sie ihre HeuCser vnd Jicgende Griinde, ais Garten. Scbeunen, Acker, 
Landgiiter, wie es Nahmen haben mochte, frey andern ,-erką-uffen mogen. vłld JlJme Ent- 
geltniCije mit den Geldern wegzielacn. 
Zum Fiinffzehenden, daCII allen Diirgern vnd Einwohnern itzo bey Vebergebunge der Stadt 
D o fi) t, auch h61'oachmahla frey stehe, weg ilU .ziehen mit iJarem I1abe, vnd WB8 sie nicht 
itzo mitnehmen konneu, bey ihren gutteu Freunden. oder in ihreu eigcllen HeuCsern mogen 
in Verwabrunge bleibcn lafsen, bi8 sie es mit anderer GcJegenheit bolen laCsen konnen. 
Zum Seclaszehenden, Da aucb kiinfftig jemand ,"ou jhren :Biirgern begelarełe \viedcrvmb zu 
kommeu, vnter dem GroCsfiirsteo ilU wobnen, oder auch ibre Kioder, dAf.s ilmen jederzeit 
solcheB frey 8tehe. . 
Zum Siebellzehenden, darli aucla ihrcn Kriegesleuteo moge mit ilarer IIabe ,-od "nter vnd oben 
Gewehr eiu freyer Abzug gegonnet werden mit eiuem siehern PaC8. 
Zum AchtzeJaenden. Wo lliirger weren, die ZJ,} Dorpt nicllt bleiben wolIten, "nd in der Eyle 
nicht abziehen komaten mit ibren Frauweu; Kindern, Habe "nd Gesiode, daCs die mochten 
vmb eln 8 'I'age od er etzliche Wochen uach ihrer Gelegenbeit wegzieben, vnd mit einem 
,sichern freyen Geleitspafs veraeheu werden. 0'11 
Zum Neunzehenden, DaCs auch die ausheimischeu teułscllen Kauffleute aUezeit sowohl ais dell 
lA GroCsfiirsten Leute bey den Biirgern in ihren Heufseru vnd SteiiłleuCsern mit ihreu Wahren 
mogen zur Herberge vnd Niederlage liegen vud eimdeben, ł-Uch 't ihnen handeln vod 
wandeln, so lange ein Rabt lIolches zuliefse. 
Zum Zwantziglten. DaCs kejo Gaat mit Gast soli Ilandelu zu Dorpt von Teutschen oder 
ReuCijen, sondern alleine mit den :Biirgern der Stadt nacll dem Alten. 
Zum Ein vnd Zwantzigsten. Dafs aucb ein Rabt durch ihre Amptspersohoen die Inapection vod 
dus Gerichte bchalte oacll dem Alten vber aUc Ampter. sie seynd Teutsche OIler Vnteutsche, 
au ch vber die Compagnie od er Gesellijchafft der Fiscber, die man Kraumeninge nennet, 
ibneu zu jeder Zeit ihre Sclu'ageo vnd Ordenunge nacla Gelcgeuheit der Zei' moge miodern 
"od mehrcn, '-od aUe Zwiste draufsen ,'od biooeu riellten vnd straffen. 
Zum Zwey ,"od Zwantzigsten. DaCs Buch die gewohoIiehen Jahrmiirckte nacll dem Alteu mit 
verkauffell nad lauffen mit allerley Fłscben, Koro, Hopffen, Hooig "nd allerley Victualie 

 
lId \V ahren mogeo auff die gewohnIiche Zeit gehaUen \\'erdeu, vod cill Rabi darvber die 
lospection vnd dali Gerjclat behalte. 



 


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Zum Drey ,"nd Zwantzigsten, dafs Buch ein Raht in. zuliifsigen Fiilleo PerlollOeo moge \'orge- 
leiten , ('/) die lJich im Gerichte verbrecheo. I.') J' 
Zum Vier vnd Zwantzigsten, daCs auch eill naht ihre Piifse moge mittheilen, wenn sie wollen.t 
aUI vnd ein zu ilmen zu kommen vnd zu reieen au jeder Zeit. , , b . & I 
 
Zum Fiinff vnd Zwantzigsten, daCs auch die Burger in ihren "eufler mit keinen Kriegesleuten 
mogen beschweret werden, .."U bu, A. ..I .. :n U I. 
Zum Sechs vnd Zwantzigsten, daCs auch der Grofsfiirst kiinfftig keine :Biirger oder Einwolmer 
aus 1 o rp a t moge verCiihren in ReuCslalldt oder andere {)rter. ' IIi 
Zum Sieben vnd Zwantzigsten, Da auch Jemandt sich gegen den GroCsfiirlilten oder sonst biir- 
gerJich oder heimIich \'erbrechen wiirde von Teut8chen oder V nteutschen, 60 in des Rallts 
Grentze begriffen, 80 8011 er von niemandt ais dem Rahte nad ihren Vogten nach lJeiner 
Verbrechunge gestraffet werden. d 
Zum Acht \"Jld Zwantzigsten soli auch aller derer Leute, 80 von Ausheimischen zu Dorpte 
sterben , ilare Giiter ilaren Verwandten vnd Freunden gefolget werdclł, 'auft' dars an andern 
Ortcn mit den unsern es Buch al80 in giciehen Fiillen mocllie gehaIten werden." 
Zu
 Neun vnd Zwantzigsten, Wo Jemandt versturbe, vnd seine Freunde binnen JBbr vnd 'rag 
seinen Nachlafs nicIat abforderten, dafs denn na
h dem Alten der NachlaCs an den Raht 
t verfallen sey. 
Zum DreyflSigstell, Wo neue Burger sich in kunfftigen Zeiten setzen werden, die sollen nach 
dem Alten vor Iłem Rahte iłar :Burger-Reclat gtJwinllen md werben, 
lId dem GroCefiirsten 
nebet dem Rabte ihren EYI1t tlaun, vlld die Hurgerschafft auff den Gildelituben gewinnen 
nach .dem Alten. ",I I Ił b q-,I 
Znm Ein \'nd Dreyfsigsten begehret ein Raiat, dafs von lIaren gesprocbenen V rtheilen die Appeł- 
lation moge naeh dem Alten gehen an (lie Stadt vnd den Ralat zu Riga, sintemalll ihr 
Recht aus den Rigischen Recbten, so ihn
n vom Keyser vnd Pap t gegę\
!I, .\fonacb lie 
vrtbeilen vnd sprechen...ił j{ lud h,.,ł II. la "ł"G..l1 ł b-,I 
 
Zum Zwey vnd DreyCsigsten, . daCs in Reufslandt kei nem Dorptiscben lliirger odcr Kauffmann 
moge hl seinem Abwesemle Geld oder GuM arrestiret oder bekummert werden, auch leine 
Persohn da gehemmet ,verden vmb Schuldt, die zu Dorpt gemacht ilit, sondern daCs der 
Kliiger mit solchen Sachen moge all des Rahtes Gericllte nacb Dorpt verwiesen werdcn. 
Zum Drey vnd DreiClligsten. , Dafs in allenZeiten den en Iorptischen Burgern uII\'erbohten aller- 
ley Getreyde vnd Victualien aus Reufsland zu boleli, auch IIopffen vnd 1I0nig, walii I.,W 
solches bedurffen. l I 
Zum Vier vnd Dreyfsigsten, dafs auch alle Kauffleute aus Reufslandt vnd 'l'cutsclllaDllt ihre 
freye Niederlage zu jCller Zeit haben mogen zol rey, ,nad alleine deI Iląbt die Gebiih 
\"Om Gewichte,. Wage vnd Wracke gcben. I 'lit f . N8 
1łfl '.1 
Mit den vorgescbricbenen Punctcn seynd die V oIlmiichtigell deI :Bischoffs, des Adels '"od 
der Capitularen, ais auch etzliche Persolmen, so vom Uahte vnd der Gemeine ais V olhoiiclatige 
verordnet, an den Feldherrn des Grofsfiirsten KnBse P e t e r I w a n o w i c z S z U s k y atrgelendet 
worden, damit cr alle tlie Puncta m GroCllfiirsten m' seinem giild Icn Siegel. confirmiJ-et 


. 


-
>>>
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verllchaffen moehte, "nd lO sollten den niichsten T.g im Nalamen Gottes die PCorten geoffnet "nd 
der Feltlberr mit selnem Comittat eingelaCsen, \'Od ihme Anno 15:)9 den 10. Julii die ScbliiCsel 
zum iichloCse '-nd der Stadt \- berreichet werden. 11(' II n I ... " J 
Im., 1'1 Sie bahten"aber, dafs sie mit dem Krie
svolck "mb ihrer Frauwen vud Kinder willen, 
die des frembden Kriet;esvolcks vogewobuet weren, mocIaten verschonet wcrden, daCs sie nieht 
zu ilmen in ibre HeuCser dringen mochten.' - DieCs ward strackB zugesaget J auch so geJaalten. 
IIierauff begehrete der Feldherr Knase P e t er, weilen der Puncte fas t viele, vnd ihme 
in der Eyle allciue mundlich aus der teutscJaen Spracbe vertoleket weren, weilen er solche so 
schleunig in der Memoria nicM faCsen konnen, darli wre Dolmetscber nehenst etzlichen Persohnen 
der Seilligen dieselbigen Puncta aus dem Teutschen in die reuCsisehe Spraehe vbersetzen mocIaten ; 
wurde dann was befunden, da er grofs Bedeucken inne linde, da wollte er mit ihnen vber 
sprecben, "nd es so steli en laCsen, wie es ihme leidłich seyn mochte; belinde er ea auch so, 
daCs er Hoffnuug l1aben konlIte, der GroCsfiirst wertle allet! verwilligen, so wollte er ea ihnen 
nrsiegeln: denn.er wufste auch wohl, daCs er bey dem, GroCsfiirsten so viel gelte, daCs er 
erbaUen wiirde, was er ihnen zusagte. II j b 
Darau:łr sind stracks die Persolmen ,'erorduet, zu welchen der Feltlherr auch die Seiuigen 
gesendet, um die Puneta in die reuCsische Spracl1e zu setzen, 
&11' j Daneben hat der Feldherr Kuiise P e t e r befohlen, dem Bischoff nad allen, so mit 
ihme abziehen wiirden. anzumelden, daCs sie sicla fertig machen solhen , eben so 
uch die 
llurger Vlad Kriegesleutc, Da wollte er etzliche ,-on des GroCsfiirstcn :Bojaren mit etzlichen 
Jłeutern verordnen, die den IIerrn Biscl10ff mit den Seinen nach F al c k e n a u beg lei ten 80llten. 
So woli te er aucl1 die andern Burger mit ihreu Frauwen vnd Kindem, ,-n d die Kriegesleute mit 
allen ihren bey sicla habenden Giitern etzłicbe lUeileu weges begleiten laCsen, damit sicla leiner 
auft ein Ha ar Leidea sollte zu besorgen baben. j 
Da lIun die Abgeordnetcn mit diesem Bescheide in die Stadt kahmen, da ward zum 
ersten ausgeruffen, alle Kriegesleute, die noch von ihrer Besoldung bey der Stadt was riiek- 
stiindig wcren, sollten zur Stunde I\ommen "nd Geld vnd PaCs bolcu. 
. Daueben alle, welche uieM vnter dem GroCsfiirsteu bleiben woli ten, sollten sicb schicken 
zum Abzuge, Vlad morgen, wen n die Gloeke 8 were, solltcn sie abreiaen vnd "on dem Feldherrn 
sicher begleitet ,,'erden. Da ging e8 au ein Trauren nad W 
heU8gen, eiu jeder sackete vod 
packete, huffte Pferde vnd Wagen, fiilarete mit Pferden vnd Ochsen, was sie in der Eyle mit 
uelamen konnten; was sie nicIat fiihren konnten, liefsen sic zuriicke. Da mufl!ten viele, ,'iele 
gute Freunde von einandcr scheiden. 
Der Bilichoff lieCs etzłiche Ka8ten ,'nd Zeug zu warser Ilinauff briugen, etzłiche lieCs er 
auft' Wagen :lU LamIe wegrJihren. 
Den andern Tag, wie die Punda "bersetzet waren in die ReuCsisclae Sprache, damit 
der Feldhert mit dem Besprechen die Zeit uiclat vcrliercu mochte, verwilligte er alles aufl 
Ratilicatiou des GroCllfiirstcu, \-'nd versiegelte nld naterschrieb es, vlld vbergab es ihnen mit 
den Worteu, sie sollten sieh aller Guade Vlad Beforderunge zum Grofsfiirsten verseheu, er wolhe 
lJelbst ihr eigener Forderer bey d m Grofsfiirsten seyn, da sollten sie sich giintzlic:h zu ,-erlaC8en 
J\lon. Liv. ant. U. 14 


-
>>>
\t 


- 58 


, , 


haben, Wie sie nun die Caution empfangcn hattcn, der :Bisclaoff die .l!Iciuigc, . niil ,eill RaM vnd' 
Gemeine die ihrigcn, 
a wurden die StadlpfoTten geofłnct;i:,'nd' zog' zllm:ers&en der: Bisclaoff' 
, mit den Seinigen nacla Falckenau, vnd ward mit 200 Pferden btgleitet: '/-Auch lieCs ilłme der 
Feldhcrr ansagen , er wollte da beJ' dem Kloster ihme Eui GewBroe
) einClł-lWoyewoden von 
des Grorllfiirsten I10ff - Bojaren legen, so lange das Kriege8 - Volck ,'mb dic St:adt her Hege,. mit, 
ctzliclaen Reutem vnd Schutzen, damit ihme nich ts Leide8 bcgegnen mochte, DB8 .iahm der. 
Bischoff mit Dancksagunge an. I, I
' J 11, , i'l'tf "ł Tuf d 'tI,!a'!,,;1. 
Darnach zogen die Burger Tlad Kriegeslcutc, so nicht bleiben 'wolIten , anit nilem, so si.' 
mitfuhrcn konnten, alich ąU8, vnd wlIrdcn \-ou cbcn 80 viel Dojaren und Reutern bcgleitet, vnd 
ward ibncn kein Leid gethan, 'Wie nllJa diese weggezogen waren, so begclarete der Feldherr 
Kniise I' e t e r S z u s k y, dafs ein Raht solltc etzliehe von Burgemeistern, lłahtslaerren vud aU8 
der Gcmeinc zu ihme aussclaiclen,. die ihn in dic Stadt begleiten moehten, Er wollte einen 
Woye\\'oden mit etzlichen Leutcn ,varan schieken, welche die Friedens-Fahne einfiihren, vIIII 
gute Ordellunge bestellen solłten, die nurger soli ten sicla illIle halten so lange, dafs gote Prdc. 
nunge bestellet were, van1 solltcn sich im gcriugslen nichb Zll beCiirchten haben, f}1ii" II U81h!ł 
Darauff gingen Jlinaus zu dem :Feldhcrrn ins Lager ctzlichc ,'erordncte Persolmcn aU8 
dem Uahte vnd der Gemeine, BUCIa ctzIiclac Cal,ittels-IIerrcn, zwcy wegcn, dCi Bischoffes. 
Dic8e empfillg er giitlicla, gab ihnen die lIand mit AubietulIge der GBade des Gl"of.fiirllten vnd. 
sciner grol'ticn BefOrderunge. nR  h..l I n 
Da v
erreiclaeten zum ersten die Capittels - "enen, daFnacla di
 Abgesehicketen des 
Iłalates dem Feldherrn die Pforten -SchliiCsel zum Schlofs6 nad zur Stadt. Da liers er' sie sich 
sctzen im Zelte so lange, bis er eiusandte etzliche 100 seiner Leibschutzen, "I »arnach zog ciner 
von den W oyewoden auff das Sclllofll mit etzliehen lłeutern. I
in andercr \V oyewodc zog iu die 
Stadt nad besetzte mit den Schulzeu den MarcU vnd die GaCl!1cn, darnacla zog der }'eldherr 
Klliise P c t e r I w a n o w i c z S z u s k y lelbst ein, vnd die vom Capittel, "om Rahte nad der 
Gemeine abgeschicket waren, gingen vor ibme her vnd bfgleiteten ibn in das Sehlofs. 
Darnacla HeCą er aU8rllffen-, dafs keinem Elnwohner der StucIł solIte irgend ein Leyd 
zugefiiget werclcn bey Leibes Struffc. Alich lief. er ausruffen, durs die Burgerleutc den Krie- 
,;esleuten keinerley Getriineke iu illren lIeursern verkauffcn soli ten , "mb Vnlaeil Zll vermeiden, 
Nun wurden sie Buff dem Sehlofse, im Tbume vnd in der Weggezogencn HeUCllel" ,'crleget,- docła 
bielte er gut Regiment, dafs kcinem Leyclcs geschahc, vnd die sich scJauldig geroaeht, Uefs er 
\Vahrlicla schiindlich prugelu vnd peitscheu, BlIcla wurdeu Bojareu ,-erordnet mit elzIichen Schiitzen, 
die tiigIieh hervmb ritteu iu der Stadt, die li
Csen 811e truuckClIC LenIe, vud dic sich vnge- 
buhrlich vcrhiclten, 1Iugs nacla dcm Gefangui('1! bringeu. Da die :Biirger das sabcn, gabcn sie 
liich ha ilarcm Vngliick zuf'I'ieden, hetten sich auela kcines VberfaIles \'Ild leiner Gęwalt zu 
beklagen. ' . ;.1' "I r 
Damach sclaickte ihme ei.. Ralat vnel Gemeine zur VereJlrunge cinen Korb mit Wein, 
Bier vnd W8S sie vermoelateu, frische F'ische \"lad Kraut, das zu gutem Willen ward angellommen, 
II 


...... 


., 


') GcwBrdc, Garde, Scbutz. 


&.t 


.. 


\ I 


'J 


I
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- 59- 


vnd er crboM lich 1I0cbmals, wo der Allergeringstc zu klagclI hettc vber seine Kriegesleute, 
cIem solltela seine Stube vnd Ob ren offen stellcn, cr wiirdc wiCsen zu straft'cn vnd einen jcden 
au Icllutzet.; i I "I' I . 
Nach ctzlichen wenigen l'agen lieCs er den RaM, die Gemeinc, Ałterleute vnd Eltcsten 
zu Gastc laden aułfs Schlofs, vnd tractirte sie wohl. 
.ł Wie Ilun dio,ausgezogenen Hiirger vndKriegesleutc zu Rcval ankahmen, sowar daeinc 
groCse 'Traurigkeit vnd Kleinmiihtigkeit, denn dic Wille waren da noch vngebauwet*), vnd die 
Burger waren del'6Cstalt betroffen, dar8 sic alle das illrige in Sehifl'tm aus dem Landc 8chieJeeten. 
r Nicht lange nach Auffgebmagc der Starłt Dorpt sandte der Feldherr Kniisc Peter 
Iwan owicz Szusky einen Hojaren alI die Stadt Reval, vnd liefs sic auffordern, daCs sie sich 
all den GroCsfiirsten ergeben: sollten, wie die ,-on D o rp t gethan hatten , der GroCsfiirst wolltc 
sic begnadigen mit griiCserer Freyheit \'Iłd beCsem Privilegien, ais ale jemahl8 gehabt hiiUen. 
Sie durfften au ch dcs Grofsłiirsten Kriegesleute niemahis in die Stad t nchmen, sondcrn er woHte 
da allciue JIIeinen Stattbalter, auff das Schlofs setzen, Wiirden sie abel' sich nicht vnter clen 
Sclautz cles GroCsfiirsten begeben, so wolltc er sic hiemit vor des GroCsCiirsten Zorne gcwnrnct 
habcn. Darauff gRben sie ihme drauCsen vor der Stadt auft' dea nahtcs 1I0ff, zwey Meilen von 
Rcva I, cia au ch 8eine Werbung cingenommen worden, den Belicheidt, daCs sic ihrem Herrn, 
dem I1ecrmeistcr, mit Eyden vnd Pł1ichten verwandt, vnet bey demselben Leib vnd Guht Buff- 
zusetzen schuldi
 weren, deme sie nicbt ais leichtfertige Leute trelll08 werden, vnd ihrc Stadt 
weggeben konuten, ,Er mochte diesc Antwort 8einem Herrn zuriicke bringen, sic woli ten sich 
in den ,Schutz de. Allerlliieh8ten bcfelllen, Aber viclen in Reval waa' hey (Heser Aufforderunge 
,-bel zu :Muhte. ,n 
UnterdeCsen kahmen clie Gesandten wieder aus der M o s c o \V iu Riga an, va\d. brachten 
clie 60000 'ChaleI' wieder , welche in J o h a n n V x Je ul von 
I e n tz e n seinem lIat1se in der 
MaCselstrafsen (l\'Iarstallstrafse) deponiret wurden. Dic gutep I
eute, 80 in der Stadł D o r p t 
von Rahtsllerren md Burgern 10000 Thaler dazu geleget, davon mochten etzliclui, 80 HauCs 
vnd Hoft' verlaCsen vnd weggezogen, etwas wie der hiegen; die andcrn abel', so do geblieben, 
da 8chlug der I1eermeister ein, \'lad nahm all es weg, weilen es der }i'einde GeM war. Das war 
vor illre Wollltllat - lie gingen cs ..uit, 
,So. wurde auch f was diese armen Leute sonst aus D ii r p t geschaffet Ilatten, von dem 
Heermei8ter ,'nd seinen Gehulłfcn, al8 Wilhelm Wiffcrling '"nd andern seiues Gleichcn, auff 
dem Wege gcraubet \'lad wcg genommen. 


- -) Die Stadt war IIchon friiher befestigt; allein die neucn Felltnngllwerkc, welchc mon damaIs in all CI' 
'I .EHe anlegtc, um den Ort hRltbarer zu machen , waren noch nicM vollendet. R u III o W bellehreibł 
Fol. ,", diellen BRU {olgender Maafsen: "Do bebben de Rcuelllcben ere StRdt mit grotem Ernllt ange- 
fBngcn łho bcfelłigcnde \"lilie dcth geweldige Itundeel vor der Lcemporten lampt velen Wellcu, 
Iuren, 
Grauen vnde Stryckwcrcn in der J-Ie vorferdigct, dar se siek nl'geet Gadce bUlpe wat vp vorlaten 
miigen, an wclckerem Arbeide Rlle B,irger vnde Gesellcn de Jlende oek anleggen muten, '''cnn auer8& 
de Moscowiter (1omHlii nbc he Diirpte erauerde, ylich vor Reuel gcrucket were, 110 hadde de Stad t 
em nicbt lHnge vorentstalm konnen, denn Ile wal to der tydł vo r g ew a Ił n i (; h t g I' o t g e b u wet." 


I!. 


, 


... 


.
>>>
- 60- 


Nach Eroberunge der Stadt Dorl)t verIieCs der Vógeł "on Jerwen (lIis Haufs W csela- 
ł.. e ł' g, \'nd liefs es stehen v01l gutcn Getriinekcs an Wein, lłier.. 'ł'nd,..l\leladc, vncł a1l0rley 
Victualien. DaCselbe thaten aueh die von Lais \"lad Oberpahlen, imgleichen die auff dem 
lIaufse Ringen nad Caweleclat \'nd andere mchr, ., l 1'" VI ł l! 
In diesem 1558stcn Jalaro vor AuOgebungc der Stadt D o r p t bab e ich auft' dem SOllnt
e 
Misericordias Domini mit einem Iłurger zu 10'1lt Valentin KruBe vor der Drenfsllfortcn 
auff dcm Iłerge geslaudcn, \-nd zwiscJaela 7 nad 8 Vhr bey hellem 'fage 3 SODlaen .01 Ilimmel 
neben einander 8eseheu, die da ohne Z\\'cifl'cł bedcutet hał..en, dafs 'sich drą\ Potentaten \'mb 
Liefflaud reirsen wiirden, der Mosco\\'iter, der Kouig von Polen \'nd der Konig "ou Schwedcu, 
Ier Kniise l
eter besetzte nun die Sladt Dorpt vmI die verlaCseuen SchloFser sehr 
starek mit Kriegesleutcn, daCs sie die Grelltzen sclaiitzen soIJten, vIIII ver.orgele sie mit alIer- 
band Nohtdurfft auff Jahr \"lIcI Tag. Aucla Hers dcr GroCsCiirst. von Plescow einen grof.en 
Vorraht von Mehl vnd allerley G
treyde, 1J8beł', Gerste; KralJt nad Loht in groCser D'Ieuge zu 
\VaCser naeh D o r p t komme" , Vlad nrlehnete danebcn \-iele nojaren in Liefflaudt Illit ,Land nad 
Leuten, die alIe mager hieher kabmeu, abel' baJde recht fett wurdeu. 
 aj . 1 
Anno H,60 am Ileiligen drcy Konigetage nahm der 1\10scowiter das Schlors M a ri e II b u r g 
an der reuCsiscllen Grcntze ein, ł b I 
Auno laiJD hat der alte I1eermei8ter W i ł h e l m von F ii re t e Ił b e r g vom lUeillter Ampte 
abgedauckct \'od ist Gotthard KettJer, sein Coadjutor, zum lleermcister erwchlet, 'ł'nd ihm 
aueh in selbigem Jahr in R e v aJ gelauldiget. Dieser versetzet
 das Haufs G r o b i u dem Hertzog 
von PreuCilen vor 40000 '('haler, "nd den Hoff zu K e g e II, lIicht weit "on Il e v a I gelcgcn, 
versetzete er dcr Stadt R e v a l "01' 300(JO Th8ler, auch hat cr \'011 einem alten Gesellen zu 
Ił ig a, genandt Ił i II er b e ck, an gutem alten Gelde bey 30000 1\larck gegen eine Verscbrei- 
bunge auffgenommeu. Der gute altc Geselle hat cs mit dero Lande wobl gemeynet, aber in 
seinem Leben uichts wieder bekommen, Imgleiclacn zog dieser lIeermcister "on den zuriick 
gebr8chten 60000 Tbalern den Nachrest cin, mit welchem Geldo er nachgelaends Kriegesvolck 
angeworben. 
Amao 15::)8 im lIerb8t hat Gottbal'd Kettler mit elzlicbem Volck, soviel er damabis 
zusammeu bringen konne", im Stiffle Dorpt das Schlofs Uiugen, so vormahls den 'fodwen 
zugchorig geweseu, 6 Meilen von D ii rp t gclegen, belagert \'lad wieder VBn den UeuC.eu erobert 
\'ud sind darauff vber 4CHł Ucul'scn erschlageu, Er Jlat daraufl' lias HauCs ge8cllleiffet, vnd 1st 
wiedeI abgczogen. 
 
Anno ]559 aufT l\lartini maclate sieh .lieser I1eermeister 8uff, nad zog mit den Land- 
saCsen nld dem Coadjutoren dcs ErtzbisehoO'cs zu lłi
a, lIea'tzog Claristopb vOla MeckJen- 
burg, nebst den LandłiaC8en aUI dem Stifft Riga fort, nad schlu
en aufI nar Ldger bey der 
Kirche zu Nuggcn, 3 l\leilen "Ola Dorpt, Der l\108cowiter baue auch einen Hauffen Krie
el_ 
,"olck versammelt, die łagen 6 Meilen von ihuen, vermeyneten, mit den and er" Reursen, so in 
Dorpt hl der nt'8atzung waren, dem lIeermcister einen VorUaeil abzuschen, vnd ihme Abbruch 
zu tlaun; aber die Teutschen siluI ihmc inl Lager ge
'alJen, laaben Ulrer viele ersclal.asen, vnd 
etzliche vornehme Bojaren gefangen weggefiihret. .,,,... dllł '1¥' I Stl-o.d 


..
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- 61- 


Anno 1558 im lIerbst, wie der I1eermeister K e t tI er ,"or Iti n g e n zog, 8eJud alle 
Biirger aus Dorpt, ,-nd was wehrhaffte Gesellen waren, ans der Stadł nach der Plescow 
gefiihret. Da wurden sie 'bey den 1
leseowschen Burgern eingeleget, bis der lIecrmeister wieder 
von Ririgen abzog naeh dem Stifl't zu Riga, da wurden sic wieder nacJa DOł"pt zu ihren 
Ji'ranwen "nd Kindern gefiiJaret, welchen in illrem abweselJlle iibrigens kein Leyd zngefiigct ward. 
Anno 1559, da abermahls der lIeermeister zu N ii g g e n sich lagerte, "nd (1ie lleufsen 
gellclalagen worden, da wurden die Biirger nicht wcggefiilaret't aber sie wurden auif das Raht- 
haufs, eingeleget ,vnd wurllen ge8peifset aus illren IIeuCsem, ihnen war d kein Leydes gethan, 
vnd da der Iłeermei8łer abzog, gingcn sie wieder vnbehindcrt "om llahtbauCse ein jeder in 
I in lIallfll. JJtj 
Wie abel' diese Schlaclit gcsclachen war, so riickete der lIeermeister '"nd lIertzog 
Christoff von ]U eckell1burg beyde mit ihrcr lUaeht ,-or die Stadt Doq)t, theten etzliche 
Scbarmiitzel, sclaafften abcr auch niebt8 mehr, 80mlt:rn zogen wieder ab, der Hertzog C h ri- 
stoffer giug nach demStifł'te lł.iga. DerIlcermeister Gottlaard Kcttler zog nuumitseinem 
IIaulfen '"or das lIaur8 Lais, bescboCs daCselbe "nd sturmete es zweymahl, wurde aber beyde 
malale abgeschlagen, vnd verlohr daselbst viele Leute "on guten Knechten. Da blieb der Reva- 
lisehe I1auptmann Wulff von StraCsburg, \-01' Doq)t war d auch von den Tormen der I1aupt- 
mann Luckning ge8ehorsen. \Vie nun nicIats konnte ausgericbtet werdeu, zog der lIeermei8ter 
mit Schiml)ff \'lad Spott von Lais wieder ab, vnd iiefs die Arckeley nach Fellin bl'ingell. 
Abel' das Geld war veł'l)olterł "nd die Knechte maulctcn, weilen kein Geld da war. Sie zogell 
also von einander, vml der \finter scheidete sie mit. So gebet es, wenn mon die Rosen ilU 
Selmee will brecheII, Hans Hau kann den Licffłaudiscben Winter nicht vertragen mit dem 
durchgeschnittenen Ko1łer, aucb war das Bier aus. 
Anno 1560, wie der 1\loscowiter die lU a r i e n b u r g eiugenommen, hat er einen Vberzug 
geUaan dureh da8 gantze SHift von II i g a vnd C u r la u d, \'nd daselbst greuwlich "auCs gebaUen 
mit Mord vnd Brandt. Da se)nd die rueisten I1eufser vcrlafsen, ud ihruc ohne Sehwcrdtschlag 
vbcrgebcu wordeu. 
. Auno ]560 in dem Pa8chen-Feste*) ist I1ertzog 
lagnus ,-on 1I0lstein, ein llruder 
F r i e d e r i c la s II, Koniges von Dennemarcken, zu A r e n s b n l' g auif O 8 e II angekommcn, deme 
ist "ou dem Bisclaotr J o b a II n 1\1 fi u la i n g h a II 8 e n vbergebcn wordclI dos llischoifthumb () s e II 
\'Ild das Stiffte iu Curlandt, dator er 300fHJ Thalcr gcuommen, "mI damit zum Lande lainaulI- 
gezogen, wie er gelelaen, daCs es in Liełflandt 1I0rne gebram1t bat. Diese 30000 Tbaler bat 
Konig S t c I) h a n n I in Polen, nacb lIertzog l\-Ia g n u ił Tode, wie er dal Stifft in Curlandt 
lieCs durch deu I1crtzog iu PreuCsen, Auuo 1:J84, einnełlJłaen, dem Konige von Dennemarcken 
wiedcr ablegeu lafs.en, obwobl 1\10 n n i n g h a u s e II nieht mechtig gewe8en, also die Stiffte 
108Zusclllagen \'lad zu verpfiindcn. Aucb hat der IU
claoff "on fi e l a I, 1\1 o r itz W ra n g e I, dal 
Di!choffthUlub Ił c, a I, wie auch II a p s a I, ihme autrgetragcn. 
Alino 1560 "mb Pfiug8ten hat dcr l\loscO\
itcr in II a I' ri e n einen groCsen Vberzug 
-- ..'" 


.) in dem Ollternretłr,
>>>
, 


. . 


- 


- 62- 


gethan, vnd al1e8 gantz kliiglich verheeret vnd verbrandt, was ihme vorgekommen darnicdcr 
p;ebauwen, viel McnlicJaen nld Viebe weggetrieben, viele Edclleute-Hoffe, auch dali bischoffliche 
HauCs zum Fegefeuer verbrandt. Auch bat er das Stifft von Riga durchgestreiffet, vnd obwohl 
die Ordensgebittiger, ais lIerr Sclaall von Bell, Land-Marscbalck auff Segewald
 IIerr 
Jobann von Dell, Cumptor zu Goldingen, lIeinrich von Gablen, Voget aur Bau scbe, 
Herr Cbristoph von Syburg, Voget zu Candau, vnd andere mchr sicla nacla Vermogen 
geriistet, dem Feind zu begegnen, vnd bey der E r m i s ein Treffen getban, vnd ritterlicla 
gefochten, seynd sie docla gegen, dęB Fein
es l\laclat zu scbwach gewesen, "mI haben Nied.!:J'lage 
erlitten, vnd seynd "ber 500 Teutsclae erschlagcn, alle die obgemmdte Hetren gefangen, vml 
in dic Moscow geCiilaret, woselbst sie getodtet worden. Dieser VIItergang vnd .Niederlage 
solcber vornehmen Heupter des Landes la d vbrigel,S"nden in Lieffland groCs' Schrecken 
gemaclat. , J.e 1 
In diesem Jabr haben die vbrigen StomIe in Liefflandt, ais der 'ErtWjsc]loff Marggraff 
Wilhelm, sampt seinem Coadjutoren, dem Iłertzo
 von Meeklenburg" der lIeermeister 
Gotthard KettIe.r vnd lIertzog l\Iagnu8 im J:.'Ily einen Landtag zu Perał8u gehalten, vmb 
zu berabtschlagen, wie doch dem Lande in solchen betriibten Vmbstiinden mochte geholffen 
werden. Wie sie nun in soJchem Uahtsclalagen gestanden , da komt der JUoscowiter cbcn auff 
Marien lUagdalenen 'fag vor dalii SehloCI! vml die Stadt Fellin vnd bclagcrt el. Er bescbieCaet 
erstlich das Stiidtgeń vud hringet es in Brandt, dars nur :; Hcufser unverbrandt bleiben, vnd 
nimmt das Stiidt1ein ein. Da wicIlen sie aUe auff das feste HauCs Fellin, wo damahis der aIte 
Heermeister W ił h e I m von F ii r8 t e n b e r g persolullicb auff war, Vlad luaIten das SchJoCs nocll 
vier Wochen, heUen es fortan aueh wobl halten konnen, dema es war mit Victuałie, Kraut, 
Loht vnd stattlicher Arckeley ganta wobl vcrachen, abcr dic Knechte mocllten ctzlicbe l\'Ionnht 
Besoldunge binterstellig seyn. Dabero baben diese Bubcn V rsaehe gcnommcn, au maulen, da 
doch der fromrne aIte lIeermeister ihnen doppelte giHtlcne vnd silberne Pfiinder, Ketten, Kleino- 
dien vnd Geschmeide angebohten, sicb daran zu haIten, bis er Muntze scblagen lafsen konnte, 
sie zu bezalalen. Aber die Ertz-Schclme vnd Verriiilter haben das nicht tJaun wollcn, sondern 
gemeynet, !lie woli ten dem l\Ioscowiter die Fcstunge vbcrgeben, wie sie aueh getban, vnd sicb 
einen freycn Abzug bedingen. baben sie dem I1eermeister seinen Scbatz gel)liindert" viel 
ebrlichen Leuten vom Adell, den Oa'densberren vnd Burgern Kisten Vlad Kastcn anffge- 
scblagen vnd gepliindert, Vlad was cin jeder hat mit£iihren konnen, davon getragen, wovon 
sie sicla noch wohl ein gantz JaJar, . wo nieht :; oder 10. Jalar, biitten bezahien konnen, 
vnd die Festunge baItcn mogen , wcilen es an keiner lUunition vnd Victualien gemangelt. 
Aber das hat bey den ScbcJmen nicht hafften mogen, derowegen sie den frommen Herrn mit 
seinen treuwen Dienern sampt der herrlieben ArckeJey vnd dem starcken ScbloCs F e Ił i n dem 
Moscowiter vbergeben; aber vnser Herr Gott, der solebe grofae Vntreue ,nd Meineydt "iebt 
vngestraffet liifset, hat solcher Diisewichter Anschliige offenbahret, dafs die Moscowiter bal d 
erfahren Jlaben, wie sie mit des lIeermcisters Schatze vnd anderer frommer Leute Guter baben 
davon ziehen \Vollen , die haben sie im Abzuge rein ausgepliindert, vnd haben sie nackct Vlad 
blofs p;elaCsen, vnd ais .ie nun au II i g a oder wo sie 80nst angekommen, Ilaben tlie ilarcn 


. 


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- 


- 63- 


,-erdienten Lohll empfangcn, vnd. sind 8n cHe Biiume gehencket word en. , Alsq habcu dia Mos- 
cowiter Anno ]560 im l\'lonaht Augusti d8S gcw'altige Sclllofs Fellin mit der besten Arekeley 
des Land es einbelwmmen, "nd dat! lIallpt des gantzen Landes, den frommen, altcn lIeermeister 
Włllae1lafn Fłirst-enberg in die ,Mosco'Y"1I-cggeCiihret, \'tld gaben ihm "nd seincn Dieneru zu 
sciuen Lebenstagen ein SchloCs, geuanllt L n b I i II trectius: Lj u b i n], ais Leibgediuge cill; wf\selbst 
er ,auch 'selig gestorben ist. Wiire der l\lo!lcowiter damallls, Fellin ,'orbey. straeks vor Per- 
u a u gezogcn, so Iaette er da allff dem Laudtage aHe I-1iilll)ter nad Stiilldc des Lalldell wie im 
Sac:I!e gehabt, so' abel' siud sie dnrcla 'fag nad Naeht zerstreuct, und vnverrichteter Sachen 
auli einandcr gegangen, tur..
 i 1 m j 
b Nach 
roberulIge der }I'e8tung6 }I' e Iii n laat der Moscowiter das V olck in 3 Hauffeu 
getheilet; mit dem einen zog er vor das stuch Sehlofs \Ve if s e n s t e i n , nul hat dafselbe 
,Anno 1560 im September bclegert, vncl ,'ber 5 W ochen duor gclcgen vud gesturmet, J
s laat 
sicb aber daselMt ein junger behertzter lUann, Herr Cupar 
'on Oldenbockem, ohne ałłe 
1I0ffllunge jeuiges Eutsatzes. so rittermiiCsig geJlalten, daCs der Moscowiter mit Schauden wieder 
ruiirsen nbziehell, Den andern lIauffen hat er nach Wen d e n vnd Wo I m a r abgcschicket, dort 
aIles II:U ,-erhecren vnd zu verdcrben, Die W olmarschen aber sCJnd mit dl'ey Iłott Schutzen 
ausgefałłen, in Meynuuge ihr Vieh zu .etten, scynd aber vom Feinde ,'bercJlet. fast alle 
umbringet vnd gefangen nacla der Moscow geCiihret. Der dritte lIauffen erwisehte in dcr W y c k e 
der Harrisehen hingefliichtetes Vieh vnd Giiter, \Velches sie benebst dcn l\lenschcn iu die M 08- 
c: Q w wegCiilareten, ' 
, Iłertzog M a g u u s dllrffte uun nicM liinger zu II a b s a I ,'el'wcilcn, denn cr fiirclatcte 
den Zorn des Grorsfiirstcu, "eHen er zu P e 1'118 u mit auff dem Laudtage gewescn war. El' 
lieCs sicla also mit eincm Bobte Buff die hlsel O s e I vbersetzen, vmb da sieherer zu seJn, 
N.cladem nllla der Moscowiter in der W y ck e dermaarsen gel)łiiudert haUe, ist er mit 
dem Raube die Stadt Reval vorbey gezogen, vnd hat 2 l\1cileu von cłer Stadł auff dem 1I0ffe 
II a r ck e sein Lager auffgcschlagen, ' Da seJud etzliclle aus U e v al. l\1orgcns frobe vubesonuener 
Wcise ausgeCaIlen, vermeynende,. dem Fcinde Abbruch zu HillU, vnd des weggetriebenen Viehc8 
miichtig zu werden, laaben auch dcn Iłallb aus der W y c k e ihnen abgejaget 
'nd nach dcr Stadt 
treiben larsen. Es wurdc aber bald in des Moscowiters, Lager ruchtbar, so dafs die Ueufsen 
auff sie zugesctzet, sie gesclalagen. nld ihllcn das Feldgeschiitzc mit des Rahtes von RevaJ 
Pferden Bbgcllommcn, nld seJnd 
'iele Leute 
'oan Adel vnd lliirgem dort crschlagcn, "ornehm- 
licla: J oh an n ,'on G ale n, J ii rge n von V n ge rn, L o ren tz E rOl i", Herr L uy tke von 
Oyten. RałJtsverwBmlter der Stadt, vnd Blasiu8 Hochgreffe sampt andern :Biirgerlł vod 
Kauffgeselleu, Diefs geschaJae Anno ]560 dcn 2ten SCI)tcmber, 
Denselbigell Herbst haben sielI die Harrischen nad W yckeschen Baurcn bey lIauffen 
gerottet, ",eUcn lIie von ihrer Obrigkeit nieht bcschiitzet \Vordcn, vnd haben sicla de8 Gehor- 
8ams vnd der Dienstbahrkeit elltbrechen woli en, \"Ild ctzlieher Edelleute lliiffe gel)lundert, auch 
etzliche von Adcll, ais Jacob Vxkul von Lummat, Otto'Vxkull von Kirckela, Jurgen 
R y fs b y t e r ,'nd D i ri c k L Y ,- e '-mgcbracht, Ilabcn darnach ,-mb Friedcn vnd Freundschafft 
bcy der Stadt Ił e v a I angel18ltell, weIche lIie aber von ihrem bOIClI V orhaben abgemahnet. 


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Das hat aber bey fhnen nicht bafften mogeu, vnd sind In llarem Vornehmen fortgefabren, vnd 
haben das HauCs Lode, da viele von Adell 8uff geweCen, belagert. Da bat sich Christoff 
von Monninghauaen mit etzlichen von Adel auffgemacht, hat die Bauren vor Lode auge- 
griffen, vnd ,"iele erschlagen vnd die Capitaine gefangen genommen, von welclaen ein 'fheU vor 
Lode, der andere vor Reval ist gericbtet worden. tt J 
Wie es nun ha Liefflaud so BcJaleclat bestellet gewesen, 1st von den Stiinden vnd Landen 
der Konig in Polen Sigismundus Augustus dahin vcrmoebt worden, daCs er des Landessich 
Bnnehmen, vnd daCselbe besclaiitzen wolIelI, jcdocla sollten Ihme "or dic auffgcwandten 
Vukosten fiinff I1eufser ais Karkus, lIelmet, Trikaten, Ermes od er Ruien, vnd Burt- 
n e ck zum V n terpfallde gegeben werden, bis entweder vom Romischen Uciche, oder "on den 
Stiinden in Liefflaudt die auffgewandtcn Vnkosten wiedervmb ausgekelaret vnd er8tattet werden 
konnten, welche auch des Koniges Befehlshabern eingeriiumet, vnd daraufł' dem Heermeiater 
Kettler etzliche Praesidia wider den Feind ins Land gesandt worden
 Diese Pfandt-I1euCser 
sind naclllaer Konigs Sigismundi Augusti Sehwester Catharlna, wie sie den Hertzog Jo- 
b a n n von Finnland heyrathete, al8 Mitgabe gegebcn worden. 
Wie aber die Stadt Reval vnd etzliche ,-on Adel sich bedacht, daCs ilmen ih;es 'fheUs 
mit dem Schutze des Kouiges von Schweden berser vnd gelegener were gediellet, so Ilaben sie 
sich getrennet von iłarem Landeslaerren dem IIcerrneistcr, vnd den andern Stiinden nad Stiidten, 
vlld haben sich geschlagen \"lIter die Krone von Schweden, ,'ngeachtet sie selb8t den polnischen 
Schutz-Handel consentirct Vlld verwilliget, auch pohaisehe Heiducken oder Scbiijl
n ala Praeai- , 
diarios eingenommen, "elche sie aber nacJagehends, ais sie Schweden erwehlet, wieder abge- 
achafft, vnd ihrem Erbherrn, dem Heermeister, "ie ilare eigene Chronica meldet, durch eiuen 
von Adel Reinhold Lode vnd einen Rahtslaerrn von neval, Johann Winter, ilaren Eydt 
offentlich aufsagen laCsell, auch mit des KOlIiges von Selaweden Hiilffe fortgefahren, da8 SchloCs 
zu Reval zu be8chieCsell vnd zu sturmen, welches der Statthalter Caspar von Oldcnbocken 
Inne gebabt, vnd sich gantzer OWochen ritterlich gehalten, bia ers endlich aUli lIungersnóht 
den Scbwede:ł Anno 1501 auff Johannis 'fag vbergeben miiC:,;en. 
Nacłulem nalam (1er Kiinig "on Schwedcn aucla die W ycke, vnd Anno 1562 P e r n 8 Ił ein, 
ver8uchte auch sein Gliick vor W eifsen litei n, aber der Statthalter J ohan n Gro Ił hat es ritter- 
lich gehalten, bi8 ers endlicll aU8 Hu
gersnoht Ą.nno 1562 im Herbste vbergeben; allein 1573 
8uft' Neujahr hat der l\Ioscowiter ea wiedcr erobert. 
Wie nun dł:r KOllig in Polen '"nd die Stiinde aahen, daCa sie Lieffland vermoge Buffge- 
riehteter Schutzhaudhmge nicht alleine vor dem Moseowiter, sondern Buch vor dem Sehweden 
bescbiitzen, vnd defshalben schweren Krieg fiilaren muf8ten, so liefs der Konig den lieffliindi- 
Bcben Stiinden den SchutzlaandeJ auffsagen, oder lie sollten sich ihme gantz vntergeben, wie 
die von Re v a l (1em Kouige von Schweden gethan, al8dallll wollte er beyde, Jlen MOBcowiter 
, "nd den Konig von Schweden, vertrcibel\, nad nach der Wiedereroberuuge cinen jeden in da. 
Seine wiedd einsetzen, 
Darvber seyud nun viele Raht8chliige gepflogen; endlich 1st ea dahin gekommen, t!ar. 
der Heermeiater Gotthard Kettler zum Lebnfiiraten von Curland "nd Semgallen ,-on der 


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Krone Polen .belehnet word en, ",od gantz Lieffland 1st der Ka'one Poleo ,'on den Stiinden cedireł 
worden. Auch die Stadt Riga hat lich der Krone Polen einverleibet, jedoch mit die8er Condition 9 
daCs man sie ilarell Eyde8 vom Romischen Reiche befreyen moehte. Wie nun dieser Handel 
vollzogen war, da ging der Krieg mit dem 1U08cowiter vnd den Schwcden erst reclat an, 
Hierzu war gleichwohl keine andere Vrsache, ais dafs die Stadt Re,-ał sich von ihrem 
Lande8berren md den .ndern Stiinden in Liefflaudt trcnnete, d.durch denn die bcydcn Poten- 
t.ten, der Konig zn Polen vnd der Konig in Scbweden, einander In die lIaare gerahten 
eynd; 
ware lleval, wie die Stadt Rlga, bestiindig bey ilarcm Lamlesherren geblieben, 110 hette der 
Konig in Polcn mit den Licffliindern allcine gegert den :Moseowiter streitcn, "mI dal Land beCs(,Jf 
vor ihme beschiitzen konnen. 
Anno 1562 hat tlich der Hertzog Chrhtoff von l\-Iecklenbllrg an den Konig Erich 
In Sehweden gewendet, ł-Crmeynendc, mit schwedischer lIiilffe die Polen aus dem Stiffte Riga 
zu vertreiben, abcr wie er mit etzłichem Volck in das Stifft aukam, ward er balde auff dem 
OauCse D a h I e n gefangen vnd nach Polcn gefuhret, wosclbst er 5 Jalarc gcblicbcn, 
Anno 1563, den 28, Julii, habcn dic Scbwe(len dem I1crtzog M a g n o das HauCs II a b sal 
gcnommen, dic KircJaen spoliret vnd ber.ubet; ,lie zogen auch im September vor das SCblOr8 
Lode mit 6 groben Stiickcn, da kahm der Hertzog von Curland mit ctzłiclaen poluischen Prae- 
sidiarli8, 8chlug die Schwcden, vnd entsetzte die Fcstunge, 
Im Sommer 1563 ist d
r Krieg zwischen Konig Friedrich dem audern zn Diinnemarck 
mit Hiilffe der Stadt Liibeck wider den Kouig ,on SC}lwcden zu Wafscr vnd zu Lande ange- 
gangen mit groCser Dlutsturtzunge, "nd hat gcwchret bis Anno 1570, da ist die Sache zu S te tti n 
beygełeget vnd "ertragen worden, haben 811e bey dicsem langwierigen Kriege keine Seyde 
gC8ponnen. 
Anno 1563 im Anfange .lel diinisclaen Kriegcs hut Konjg E r i c la in ScJaweden den 
Hertzog J o h a n n seinen :Bruder in Verdacht gehabt, wcilcn er des Kiinigcs zu Polen Schwester 
gełreyet hatte, daCii er mit dem Konige zu Polen gegen ihn im Biinduifse 8tundc, derowegen er 
ihn mit einer Kriegesmacbt zu A b o gefangen oehmen larsen, in wclcher Gefangenscbafft er so 
lange gehaIten worden, bis der Konig Erich mit'leinem Kantzler Jiirgen Person zu tyran- 
ni8irell begunte, da habcn lieh leine beyden :Briidcr, IIertzog C ar I \'Ud lIertzog J o h 8 n n, mit 
einander 'ferbullden, 'fud den Konig E r i c h ha S t o c k h o I m bclagcrt, ihn gefangen gt:nommen, 
nad in ewigcr Gefiingnifs verwahret, worauff der Hertzog J o h a n o wiedcr an seiuer Statt zllm 
Konige gemacht worden. So geschehen Anno 1568 auff Michaeli! Tag. 
Wie nun lIertzog J o h a n n die PfandheuCser vom Konige In PoJen empfangeD, vnd Aono 
156-& den 4, Dccember von R e v a I oach Finrilandt segelte, liefs er ,ber selbige einoo General- 
lIauptlUann od er Administratorem In Liefflandt znriicke, den Graffcn Johann von Artze. 
Dieser war ein verstiindiger Mann In Forderuuge gnUcr Fcstunge ,-od anderer Krieges-Anschliige. 
Er hat aueh "id guten RahłeM beygebraclat, wie da8 Schlol'li R e v a l '-nd die Stadt_ mit Wiillen, 
Graben vald al1erley Wehrcn ist befesti..et worden. .. 
e 
Wie er aber gesehen, da£s sciu IIerr, I1ertzog J o h a n n ,'on Finnlaud' vom Kouige 
E r I c la in Sclmeden ist gefaugen gt:nommen, vnd in gefiingIicber Verhafft verwahreł, daCs Buch 
Mon. Liv, anł, II. Uj 


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KÓllig E ri c h ihme der PfandheuCser einclI, ais Kar k u s, IIchon eillgenommen, auch 'erfahren, 
dafs der Moscowiter sicla an die neuCser mach en woli te , welchem miichtigcn Feinde zu widcr- 
streben er uicht 'im Stande war, 1!i0 id er zum Konige in Polen S i g is lU un d 11 m A 11 g U s t 1110 
gezogen, hat demselben beriehtet den Zustand seilles nerrn, dafs er in gefiillgIicher Vcrstrickunge 
were, vnd der Konig von Schweden aueh nach dcn Pfandheursern stundc, so hette er au ch die 
Kundschafft, daCs der l\loscowiter sich rustcte, vud ihme diesel ben Pfandhenfscr nehmen woli te, 
vnd daCs er sie mit seiner Macht nieM wurde IIchiitzen konnen; derowegen hat er den Konig 
\'on Polen gebeten, er mochte ihn sehiitzen hCllfen, bis er mit seincm IIcrrn beCsere Gelegenheit 
gewilłlaen wurde. Er hat zwar gute Vertrostungc vnd Zusagen VOIO Konig bekommell, aber der 
Schutz ist in der That nieM erfolget, vnd der Moscowiter feyerte nieM mit scinem V orhaben, 
daCs er der HeuCscr mochte miiehtig werden, Da er nnn in dcr Noht saCs, tractirte er mit des 
Moscowiters 8taUhaltcr zu Do'rpt, KnBie Andrey Kurpsche, dafs er bey dem GroCsfiirsten 
verhandelte, dafs er dic PfandhcuCser ruhig moehte besitzen, bis sciu Hcrr, nertzog J o h a n n, 
,sciner gefiinglichen Bestrickunge erledigct were, \"Illcnlefscn wuHle er von cieli I)fandheuCscm 
ihm das HauCs Hel met eillriimnen, bis sein Herr frey kiihmc, da sie sieh denn darvbcr weitcr 
\'crgleichcn mochten, Wie clieser Hanclel vollcnzogcn war, da hat ers ctzlichen von dcn Sei- 
nen vertrauet, welche e
 auff das lIaufs lIelmet bcscłaieden, wo cr des Dorptischen 
8tatthalters Kniise A n ci r e y Kur p s c h e Ankunfft znr EinriiumulIge des I1allses crwadcte. , Die
e 
abcr haben vnter sich dawider I)ractisiret, sieh cinen hcimlichen Iłinterhalt bestellet, \'Ud auff 
den Abend, wie sie mit dem Graffen J o h a n n vber Tisclac sitzen , so fallcn lIie ihme an, crwi- 
lIchen ihn bey seiner guhłeuela Kettc, dic er am nalse trug, nchmen Hm gefangcn, nad bringen 
ihn bey Seitc. Daraułf stełUen sic alles GescJaors" so aulf dem lIaJ-lfsc war, "mb dcn KUBsen 
feindIi(:h zu cmpfangen, vml lieCsen ibn ruhig mit seinem Volek allkommell. Wie sie JUm nieht 
weit von der Pforte waren, da flogcn die Kugcha ihnen entgegen, dafs sic sich ciligst aulf die 
Flucbt machen, vnd zurucke ziehcn muCsten. Das hat dcm Kniit!en so hart vcrilrofscn, daCs er 
gcsaget: so wahr dcr Grofsfiirst lebet, 80lche V ntreue 8011 nicht vngerochen biciben ! delin sie 
haUen selber bey dem Handel gehollfen, vnd mit Hand nad 8iegel darinne gcwilliget, Den 
Graffen J o han n von Artze haben si" hernach dem Hertzog von CUI,land zugefiiln-et nach Riga, 
der ibn zum 'l'oclc verurtheilen laCsen. Da ist er MiUwoches vor Weyhcnaclaten 1;}63 zu Iti g a, 
mit heiCsen Zangen zerrirsen wordell, vnd in vier Thcile gehauwcn auff ,'ier Riider geleget. So 
hat er sein Leben cndigen mursen , aber auch seine Verriihtcr, die ihn gefallgcn gCllommen, 
haben mchrentheils cin boCs Ende genommen , etzIiche von ilmell sind bald darauff stockblind 
goworden. Aueh scymł, wic er hingericbtet worden, vlele Zeichcn geschehcn. , Ein Rahtsherr 
Vincent Clau(lorff siehet, dafs er cines 80 crbiirmlichen 'rodes sterben muCs" gchet nach 
Hause, leget den Rock ab, vnd bleibet 80fort toclt. Eine Frau gehet auff den Dotlen, die 
Marter allzusehen, wic er auff cinen Wagen gebunden, die Gafsen cntliingst gefiihret, "lId mit 
Zangen geriCsen wird, fiillt von oben herunter vnd stirbt; ebl vnteutscher :Bauer sicM aUch die 
Ichreckliche Execution an, schliiget ein Mcfser in scine :Brust vnd 8tirbt; des Buttels Knecht, 
der die Kohlcn a
geblasen, die Zangen zu heltzen, steiget nach gcschchener Execution vom 


! 


Ił..
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., 


Wagen, leget den Kopff auff den :Blafebalg, md stirbt zur Stunde*). Wie wunderbar sind doch 
(lie Gerichte des I1erren! 
, 
Der Kniise A n d r e y Kur p s che ward auch bey dem Grofsfiirstcn dieses Handels halber 
vcrdiichtig, aIs ob er mit dem Konige von Polen gegen ihn practisiret, dars er bey sicla be- 
sehlofsen Ilatte, ihn auch durch einen schmiihligen Tod zu wiirgen; aber dieser kuhm in der 
Nacllt vber die Mauren, vnd rettete sich zu dem Konige von Polen, welcher ihn zu Gnaden 
auffnahm, vud ihme "iele Giiter in Littauwen vereJarete. ' Der Kniise scluieb darauff dem Grofs- 
fursten seine V nscllllld \'ber, vnd dieser hiitte ihn damahis gerne zurucke gcllabt; aber er wolIte 
nicIat, sondern begehrete seine Frau, welche ihme in seiner Abwesenheit eineo Solm geboJlren 
Jlatte, alIein der i\1oscowiter wollte sie ihme nieht folgen larsen, gab aber dem Sohne des Vaters 
Giiter wieder, So hocla achtete er seine l\'Ieriten, denn er war ein wal:kerer Kriegesmann, vnd 
in \'ielen Schlachten Feld-Obrister gewesen. Der Kniise nahm aber eine andcre Frau in Littauwen, 
mit welcher er eine Toclater gehabt, nad ist daselbst in Ruhe gestorben, Alexander Konig, 
der itzt noch cin J;Uester in Iliga ist, vnd 80wohl bey dem Graffen Artze, ols aucla naclaher 
bey dem Kniise Andrey Kurpsclae gedienet hatte, erzeJalete, daCs der Kniise den Grafłen 
offtmahls mit Seuffzen beklaget laabe, weilen er vnschuldig sey, nad solela einen schmiihligen 
'('od nicllt verwircket habe. Ein Schrciber ward aucla mit dem Graffen geriehtet vnd enthauptet. 
Anno la6a im Som mer , hat der 1.\'1oscowiter allc DorptiscJae Diirger vnd Einwohner, 80 
nacla Eroberunge der Stadt Dorpt ihrer Armuht halber da bleiben miirsen, mit Weib "nd Kind 
wegfiihren, ,-nd sie in die entlegenen Moscowitischen Stiidte, aIs \Volodimer, Nisen-Now- 
garden, Costro-ma "nd Vglitz vertheilenlarsen, Siehabengehabt einenPastorcn zu Dorpt, 
mit Nahmen Magister Johann Wettermann, einen trefflich gelahrteo 1.\'1ann von sanfften "nd 
demiithigem Gciste, ein ecJater Apostel des Herrn, der ist mit ihnen in da8 Exilium gezogen, 
hat seine lIeerde wie ein reehtschaffener lJirte seweidct, Tnd wenn er nieM Pferde gehabt, id 
er zu Fnrse von einer Stad t zur audern gegangen, da seine Schaaffe .verstreuet gewesen, hat sie 
bClłUchet, vnd aUezeit zur Furclat des Herren ermalmet, auch ihren Kindern Sclaulmeistcr, 80 
gut er sie haben lonnen, Hrordnet, die ilmen auch in allen Stiidten an (len Sonntagen aU8 'den 
PostiUen \'orlesen miiCsen. Dieser ist, ais ein gelahrter Mann, auch von dem GroC8fijrs
n 
aestimiret worden,lwelcher ihm seine Libcrey**) zu Moscow zeigen laCsen, so aos Buchern in 
hebriiischer, griechiseher vnd lateinischer Sprache bestanden, welehe der Grofsfiirst in aUen 
Zeiten von dem Patriarchen zu Constantinopel empfangen, ais die IUoscowiter den Christ- 
lichen Glauben nach der grieeJaischen Religion angenommen. Diese :Biicher sind Jange Zeit wie 
chi kostlicber Schatz in zweyen Gewelben vermauert gewesen. ' 
Wie nun der GroCsfiirst von diesem trefflicla gelahrten Manne Johann Wettermann 
80,'iel Gutes, aueJa von seiner Tugend vnd Geschicklichkeit gehoret, bat er die stattlicbe Liberey, 


, .) S, Mitlłuiscbc MonahBchrift, Juni 1781. S, 263-273. 
..) Libercy, Biicherlammlung. - Vgl, bey dem Folgenden F. CIOlsiu iiber dic Bibliothek dei Grof.- 
fiirlten Wanilij IV. Iwanowihch und des Zoren Iwon IV, \Vauiljcwitsch, in den Dor- 
pater Jahrbiidacrn, III. 289-301, (183-1..) 


.. 


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die lonstclł in hundert vnd mehr Jabren nicht geoffnet gewesen, autrbrechen, vnd durch seinen 
oberstcu Cantzler ,ud Diacon Andrey Solckan vnd 
ikita Wynowata, vnd Funica ge- 
meldeten Johaun Wettermann vnd mit ihm etzliche der vornehmsten, die der Moscowitl- 
.chen Spracbe kundig waren, ais Thomas Scbroven, Joacbim Scbroder vud Dauiel 
B ra c k e I fordern, vnd in ihrer Gegenwart etzliche derselben Diicher hervorlangen larsen, Dicse 
sind dem "erren Magister J o h an n Wet t e r m B n n zu besiehtigen in die "and gegeben. Da Ilat 
derselbe etzliche stattliche Autores da befunden, da sich viele Scribenten bey vns auff beruffen, 
ab2r bey vns nicht mehr in rerum natura vorhanden, weilen sic in den ehemaligen Kriegen, wie 
des Ptolomaei nld andere Libereyen, seynd \"Crbrandt vnd abhiindig geworde!J, nad hat We t- 
termann gewiinschet, ob er gleich arm were, wollte er doch alle das Seinige, ja auch alle 
.eine Kleider darvmb geben, daCs die Ducher mocbten in Evangeliscben Unh'ersitiiten seyn, er 
wollte hoffen, dafs sie in der Christenheit viel niitzen sollten. , 
Es haben aber des GroCsfiirsten Calltzlcr nad Diacon begebret, dafs er eines von den 
Buchern in die Reufsische Sprache vertiren wolltc, sie wollten Ihme zuordneu die gemeldetell 
drey Manner vnd audere dcs Grofsfiirsfen Leute, auch etzliche gute Scbreiber, vud wollten 
beschBffen, daCs sie VOIII Grofsfiirslell mit reichlicher Nohtdurfft alł Victualien vnd guten Ge- 
triincken, guten Logementen "nd elulicher Dcgnadigunge vnd Verehrunge liollten ,-ersehen werden, 
sie soli ten sich dem Grofsfiirsten hlerinne beqvemell, es lollte allen den Ihrigen zum Desten 
gereichen. Sie habens an dem niiclasten 1'age in lledencken genom men vnd erwogell, weml sle 
, ein Buch geendiget, wiirdcn sic: dBs andere wieder annehmen muCsen, vnd also die 
rbeit mit 
ihrem Tode beschliefsen miiflien; so wiirde auch der fromme We tt e r m a II n hiedurch alle seine 
PCarrkinder vergeCsen vnd verąiiumen miifsen, lO wie alle vbrige Ihre Hantierunge. Derowegen 
sie diesen Raht gefunden Jaaben, vnd deme GrofsfUrsten zum :Bescheide gegeben: Wie der 
I10bepriester Onaniu dem P tolo maeo von Jcrusalem nach Egypteo die 72 Jnterl)retes zuge- 
88l1dt, da haben die allcrgelahrtesten Leute, die der Schrifft Art vnd Verstaudes kiindig waren, 
miifsen dabey sitzeR;' wo' also dieses Werck. lollte aus dem Grunde recht vorgenommen werden, 
lO miifsten nicbt blofs Ichleebte Leyen, sondern die allerverstiindiglten, vnd der Schrifft erCahrnen 
belesenen Leute dabey seyn. Da die Antwort 10 ausfiel, da stecliten S o I c k a n, F u n I c a vnd 
Wysrowata die Kopffe zusammen, vnd bedachten, wenn man die Relation dem GrQClSfiirsten 
so wiirde anbringen, so mochte er ihnen die Arbeit auff den Hals werffen, da wiirdeo keine 
fetten Braten fallen vnd sie miifsten, die es treffen wiirde, wie an der Kette bey der Arbeit 
sterben. Derowegen wollten sie einbringen, die Teutschen sollten auch nicbt anders sagen, der 
PCaffe wer,e allzu schlccht, die Spraehen weren ibme so weit nielat bekandt, dafs er tucbtig zu 
dem Handel were, so wiirden sie der Dienstbabrkeit alle Jos. 80 haben sie vmb ein Buch auff 8 
Wochen ihnen zu vertrauen gebeten; aber Solckan bat geantwortet, wenn der Grofsfiirst das 
erfiihre, so weren sie mit ibnen vmb die Halse, denn der GroCsfiirst wiirde daraus abnebmen, 
dafH sie die Arbeit gescheuet hiitten, Diefs hat mir nachher lIerr Thomas Schreffer vnd 
lIerr Jobannn Wettermann selbst berichtet. Die Bucher sind dickc bestaubet gewesen, vnd 
wieden'mb in die (Ireydol'pclte Gcwelbe verwabret worden. . 
Anno 1567 Ilat der Grofsfi1rst in Moscow deo gewesenen vnd jetzt gefangenen alten 


, 


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lIeermeister W i I h e I m von F u r s t e n b e r g, in Dcyseyn J o h a u n T a li b e gewesenen Mannrich- 
tcra im Stiffte Riga vnd Eylerł Kruse gewesenen Stiffi-Vogets, vor sich be8chieden, vud hat 
ihm vorgelaaIteu, wenn er den Eyd, so er dem Keyscr gethan, verlafsen \\'ollte, . vnd dem 
GroCsfiirsten vud seinen ordentliehcn Nachkommeliugen im Nalamcn alIcr Licffliiudisehen Stiinde 
vnd Stiidte ais ihrem recllteu Erbherrn Jmldigen vnd '8chweren, 80 woli te, cr ihn wiederumb 
auff leidliclae Conditiones in LieffJandt vollkommen restituiren vnd ein8etzcn, Dar8uff forderte 
der Grofsfiirst des Heermeistcrs F u r s t e n b e r g s Erkliihruuge. 
Nach genommenem Bcdcnck liefs der I1eermeister hierallff dem GroCsCiirsten zum :Bc- 
scheide geben: er Jiefse dem GroCsCiirsten laochlich dancken, daCs er ihn seiner Zusage nach 
bis daher mit solchem V nterhalt ,'crsehen hette, der scincm Stande gemaCs were, ,-erhoffete, 
dafs solcJaes aucla hinfiihro gC8chehen wiirde, DaCs er aber sollte seines VnfaUes halber, darinne 
er gerahtcn werc, bruchfiillig au scincn Ebren vnd Eydcn, damit er dem Romisclaen Reiche 
verwandt werc, erfUladen werden, mit solclaem konne er sein GcwiCscn niellt beschweren, bat 
derohalben , der GroCsfiirst wolle ihn mit solcher Anmllhtunge verschoncn, deun er licber mit 
vnbeschwerter Conscientz in seinem Exilio sein Lcben cndigen wolIte, ais mit besclawertem Ge- 
".iCseu sicla deCsen entbrcehen; worauff ihn der Grofsfiirst fas t erzuroct wieder nacla L u b li n 
(Lj u b i n) Ciihren laCsen, allwo er auch nachgellends verstorben i8t. 
Johann"'l'aube aber vnd EyJert Kru8e haben sich vor dicGnadc, so der GroC8fiirat 
den armen bedriickten Lieffliindern hette spuhreu laCsen bedanckct, vnd obwohJ der gcwelene 
lIeermeister F ii r s t e n b e r g lolehe Gnade, sejn es laollen verlebeten Alters halber , mit "einer 
Danckbarkeit erkennen komacn, so wolltcn sie dennoch gebehten haben, daCs dcr GrofsfUrst 
darvmb die angebohtene Gnade von den Lieffliindern nicM abwenden wolIte, sondero in Gnaden 
darinne geruhen, daCs sie mocłaten an deI\. Hertzog zu ClIrlandt 8chreiben, wie auch an den 
Coadjutoren, vnd wenn ers nicht annehmen sollte, an den lIertzog, Magnus auff Osel; der 
wurdc, wje njcht zu zwciffcln, es mit allen billigen Conditionen ZII laohcm Danck annebmen, 
wen n ,der GroCsfUrst ihn mit Liefflaudt belelmen wollte,' dem aIle vbrigen Stiinde "nd Stiidte in 
Lieffland willig zufallen wurden. 
Dieser V or8chlag hat dem Grofsfiirsten 80 wolał gefallen, daCs er sie bcyde zu Frey" 
herren gemacht, sie Buch mit Btattliehen Lamlen "nd Leutcn begabet, "nd ihnen befohlen, 
_ . dlesen Handel mit allen MiUcln, 80 daEu beqveme, fortzusctzen, dazu solI ten alle des GroCs- 
fiirsten Ampter vnd CantzeJeyen ilauen behiilfflich seyn. Da haben sie gebehten, daCs sie beydc 
nach Liefflsnd ziehen kounten, vmb dort in der Niihe den lIandei zu fiihren vnd zu treiben; 
worhane auch der GroCsfiirst gewiIliget, sie mit grorsem Gelde vml Gute begabet, vnd nach 
Dorpt abgefertiget mit dem Befehl, einem jcden von ibnen eins der beBten lIeuCscr daBelbst 
einzugeben. 
Wie nun Jobann Taube vnd Elert Kruse mit groCser Pracbt in Dorpt angekom- 
men, da beginnen sie fluga in dem lian dei zu practisiren, vnd schreiben zuerst an den I1ert:log 
in Curland vnd an etzliche voroehme Leute Im Stiffte, daCs sie mochten den Iłertzog bewegen 
helffen. diesen Anboht anzunehmen; allein das war vmbsonst. Dieser war echon der Krone 
Polen belehnter Hertzog von Curland. Nun versuchten 8ie ibr Gliick bey dem Hertzog e MagD UB, 


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bracbten e8 alich dabin, dars der GroCsfiirst ibn zum Konige vber gantz Lieffland maebte, vnd 
lIeine Blutsverwandtin, deI Kniise Wolodimir Tochter, ihme vermiihlen woli te. 
Inzwisehen bemuheten sie sieh, weilen der sehwedische Oberster Claus Kursel das 
SehloCs Reval Auno ]570 eingenommen, vnd den scbwedischen Gubernator Gabriel Chri- 
stienson daraus vertricben haUe, dars sle das Haufs Reval in des IIertzogs Magni Gewalt 
bringen moebten, welchcs auch wohl ge8cJaeben ware, wen n sich das :Blatt nicbt gewendet, vnd 
Gabriel Cbristienson das Haurs Reval nicM noch in demsclbigenJahre am stillen Freytage 
in der Nacllt wieder eiubckommen hiiUe. lIiedureh ward dieser Kunstgriff hintertrieben. Sonst 
hatte es das Ansehen, daCs Claus Kurseln vom Hcrtzog Magnus 200 teutsche Knechte von 
Arensbllrg auft. das HauCs Ilcval soli ten geschickt werden, weswegen er au ch schon mit den 
Gesandten des lIertzogs, die er von Leal mit 100 PCerden begleiten laCsen, allerley Vnterband- 
lunge gel)flogen t). . 
Die Tractaten mit dem Grofsfiirsten vnd dem Hertzoge M a g n o seynd abel' (1urcb J 0- 
hann Tauben vnd Elert Kru8en mit den Uiihten des I1ertzogs l\1agni vnd seinem I1offpre- 
diger C h r i s ti a n li m S c h r a re e I' immer fortgetrieben. Auch riistete sich lIertzog M a g n u s 
zur Reise, vud ist Anno 1570 am griiuen DOImerstage zu D o r p t angekommen. nad nachdem er 
dort wohl eml)fangen worden, ist er alMa bis am Donnerstage nach Pfingsten still gclegen, da 
er Bich denn auff die Reille nach Moscow begeben. Er ist vnter Weges allentbalben hcrrlich 
empfangen, ,-n d sobald er in der M o s c o w angelanget, von dem GrorsCiirsten einige Tage 
pracbtig tractiret worden. Auch wurde er mit seinem Comittate mit stattlicher Verebrunge, mit 
łaenlichen Peltzen, Zobeln, Mardern, Grauwercken, mit giildenen vnd diamantenen Stiieken, Sam- 
mit vnd Seide, auch alłerley Silbergeschirr vnd viel Geldes begabet, vnd bat ihn lafsen vor ehaen 
Konig in Liefflandt ausruffen, vnd so nach Lieffland zuriicke geschickt, vud ihme OberpahJen 
eingeben larsen, Das war das gantze Konigreich allzumahl! Diers war abcr wohl das Deste, daCs 
bey diesem lIandcl ,-iele arme gefangene Lieffliinder aus dem Exilio losgegeben wurden. 
Anno 1:70 den 21. Augusti, hat Hertzog Magnus mit 3 oder 4 Falmen teutscher 
Reuter vnd einigen tau8end ReuCsen, so ihme vom Grofsfiirsten zugegeben worden, die Stadt 
Reval belagert, vnd mit allerlcy Ge8chor8 vml grofsen steinernen Thummelcrs auff die Stadt 
geschoCsen, aber damit nicht Grofse8 aU8geriehtet; auch hat er an die Stadt ge8cbrieben-, sie 
lIollte sicla ihme ergcben, mit Erbietunge grofser Gnade, oder mit Bedreuunge groCser Gewalt 
, , 
wenn sie solchelI nicM tlaun wiirden; abel' sie laaben wed er scine Guade, noch seinen Zorn viel 
geachtet, 
Anno 1570 den 16. October ist vom GroCsfUrsten nocb mehr Volck vor Reval ange- 


.) Diele. .onderlł8re Ercignifli batte offenbar lIeinen Grund in dem Einverstiindnifile mit dem lIerzoge 
M a g n u., wiewoM K u I' II e I behaul'tete. er Dnd lIeine Anhiinger hiitten e. gethBn, wei) .ie IIchon 
lange um ihren rucbtiindigen Sold bei dem StattbaUer angeha1ten, abel' immer eine Fehłbitte gethan 
hiitten; .ie wiiren andern Leutcn Icbuldig, und wurden von diellen gedriingt; eI lei ihncn daber nitlat. 
auderell iibrig geblieben, al. dali Schłof. einzunelamen und alI Unterpfand zu beba1ten. - 1\18n nahm 
indeC.en lIeine Entllcbułdigung nielał fUr zureichend an, und er wurde bałd ,darauf am 3ten Juni 1570 
enthaupłet. 


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kommen, die ArriCsen *) genennet, die haben greuwJich mit den armen Leuteu lIauCs gella!ten 
mit Rauben, Morden vnd Drellnen. 
Anno 1571 den 12, Januarii ist das Lager' abermahls vermehret mit einem IJautren 
Volcks, grorscm Gesehiitze vud Feuer-IUorsern. Da bat mali bey harter KiiIte niiher der Stadt 
gescllantzct, Vlld den 13. JallUarii vicl grorser Steillkugeln "on 16 vnd 25 Pfulld in dic Stadt 
gesclaoCsen, aber wellig Schadell darnit gcthan. 
AllIlo 1;)71 den 22. Februarii seynd :Brieffe von Hcrtzog J o h a n u aus Pommcrn iu der 
Naeht vber die l\Jaurcn iu dic Stadt Reval geworffen, Hutende an dic Stadt, vlld sie darinne 
getrostet, vermeldcllde, daCs ihrer in dem, gesehehellcn Vertrage zwischen dcm Konige von 
Denllcmarck vml Schwcdell zu S t e tt i n im Desteu gedacbt were, mit wclclaem Trost die Reval. 
sehen sehr erfrcuet worden, 
Anno 1:)71 den 2. l\Iartii seJlld die Revalselaen an zwey Orten zugleich aus (ler Stadt 
gcfaUen, mit hartem Seharmiitzel auff den Feind gesetzet, Ilaben iluD
 auch eillell ziemlichen 
Abbruch gethuu; da ward erl;chorsen dcl' junge Eylert Kruse, eiu llu(ldenbrock nld einer 
,'on den W r a II g e lu nnl allderc mehr, Es seynd abel' mehre Scharmutzel vor vud DaciI ,.or- 
gefaUell. 
lu dieser Delagerunge Ilat der KOllig RUS Schwedeu vmb l\licJaaeli zwei Schiffs - FlotteD 
auff die W y c k e gesalldt, die eille von C a I m ar, die alldere aus Fiulllalld, ,,"ciche auff der ReJde 
( Rhcde) vor R e v al Hegeu geblieben vnd verhiudert Jlaben I darli der Feind delt ltevalschen die 
Zufu)Jre nieht 8bschuciden konnte, Ais nUII die Delugerunge 30 Wocheu gewiillrct JlaUe, baben 
die llelagerer deu 6. l\lartii das Lager angezuudet, vmł silld iu (ler l\lorgellstullde davou gezogen, 
die mehresteu uCllrseu Iłach der N a l' v a, der IIertzog 1''1 a g II u s abcr lIach O b c r p a la I e u. 
Anno 1:)63 hat der 1\losco\\iter dem KOllige iu Poleli die Stadt \-lId das ,Furstellthum 
Polotzko weggellommell, vl1d dazll seine gallze Macht gebrauchet, vlld seynd die Vrsaehell 
dell Krieges gewesen, .weilen man iłune d8s Friiulein Ca th a ri na, so dem Hertzoge vou Finu- 
lalldt vermiihlet ",ard, verweigert hat, wie er danmb hatte werben ]aCsen, vud wcilcn der Kouig 
zu Polen sieh Liefflalldt allgemaCset. _ 
Anno 1571 auff I1immelfahrt hat der 1'artare die 1\10 111 c o \V aU8gebralld t, vud seynd 
damahis viele tauselld l\Ielll'chen verbramlt. 
Anllo 1570, wie I1ertzog lUagnus aus der l\IOllcow kahm, wąrdcu die Dorptiselacn 
weggefularten llurger geurlaubet, aus den l\IoscowitilScJaen Stii(lten wieder ill ihr Vaterlalldt nacJa 
Dorpt zu ziehell, zu iIuem groCsen Vngliick, moclaten lieber da geblieben seYII. Denn Alino 
1571 wiQ dieDelagerunge vouReval miCslungen, vn(ł sicla Jolaallu Taube vnd Eylert Kruse 


0) AI,ri8len waren cine Art Trabanten, die den Zaareuumgaben. Gadebulch nennt lie AprYltna, 
Kar a m s i n: O p l' i ts c h n i Je y. Sie waren die treuen Diener bei den unerhorten Grausamkeiten, die 
damuls von I w a n in M o I Je w a veriibt wurden, und dic uns K a l' a m li n in seiner Gelcbicbte 
dei russilebcn Reichs Thl. 8. Seite 127 ff. Ichildert, Bei diesor GclegenheU {anden Buch die 
beiden S, 67 und fiS angefii.hrten Manner, der Kantzler W i s Je o wat y , und der Schatzmeister 
}'unicow - Nyenstiidt nennt lie Winowała und Funica - ihren IIchmachvollen Tod, 


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_. I 


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nieMs futes von dem GroCsfurstell VerSI)racben, vnd seine Vngnade befUrc1aten muCsten, weilen 
sie ihme zu gro
se 1I0ffllnllg "on Ergebunge der Stadt Reval vnd LiefflBndt gemacht laatten, 
baben sie von Dorpt ab,;cCertiget cinen von Adel, mit Nahmen Dierich Kall, der es mir 
sclbst gesagct bat, mit llrieffela an dcn Konig zu Polen mit der Versicherunge, daCs, wellll sie 
bcy dem Konigc glciche Dignitiit vnd Gutcr bcsitzcn sollten, ais sie bey dem GroCsfiirstcn gelaabt, 
aie mit Leib nad Lebcn darnach strebell wurden, dafs sie die St,dt D o r p t mochten erlaBsclaen 
v
d crobern; es sollte aber der Konig von Polcn cine Anzahl Kriegesleute im Stiffte vOIa Riga 
fertig halten, damit sie ill dcr E,yle lIiilfle zu ErbaHunge der Stadt laaben mocIaten. Diellel 
Begehren wilIfahrcte dcr Konig, vnd sendcte ilanen das Geleite zu, schickte auch den I1erren 
Kotkiewicz mit Lenten in das Land, auff dic Schantzc zu warten, Darauff sandtengedaclate 
beyde, T all b e nld K ru s e, unvermercket ihre Saelaen vnd :Bahrschafft aus der Stadt auft' ihre 
Guter vórher weg, vnd richteten da ilare Practiqven an, daCa die Bauren hauffenweise kahmen, 
groCse Klagcn vor den StaUhalter zu D o fi) t vnd die 'Bojaren bringen. vnd DescJawerde fuhren, 
daCs der Kriegesleute zu "iele bcy ilmcn Iiegen vnd sie zn Grundc verderbcn, vnd daCs sie 
mochten anderlJ wobin \Crtheilet werden. Unter diesen im Lande verlegteu lageu im Stiffte \'on 
D or (I t Reinlao Id \-on Ro sen vnd Ha ns von S eitze mit zweyen Fiihnlein, 
Es hat daranff der Statthalter den JobanIl Taube vnd Eylert Kruse forderu laCllen, 
Vlad ihnen die Klagen dcr Bauren, wclcbe sie docla selber ausataffieret hatten, vermeldct. Dar- 
8uff baben diese be.ldc es vors beste' angeschen, daCs die gcdachtell zwey Falmen moclaten auff 
die andere Seite der Stadt Dorpt vb
r die Beche vcrleget "erdcn, Worauff dcr Statthalter 
gesagt, maił sollte sie nicIat zugleich, sondem crst eine Falme vberfiihren laCl!en, denn sie 
muCstcn vber dic llriicke, die recht gcgen der Stadtpforten vbcr die :Bcche gehct, welche Deche 
mit dcr llriicke nieht vber 12 od er la Sehritte von l\er Stadtpforte lieget. Wic nun dieCs 
bescbloCscu war, bcschiedcla sic den Reinhold von Itosen zu sich, bracia ten ihn auff ihre 
Seite, ,-nd entdeekten ihm ilaren AnscJalag, daCs sie eincn AnCall auff dic Stadt wagen wolIten, 
. 
. gaben ihm auch lacimlich Geld, Krauł vnd Lolat, vmb dic 1I0ffleute *) willig zu macben , auch 
wurdcn die vornehmstcn von der Fahne, dencn er trauen durffte, gcwołłlaen, vnd ihnen der 
. 


, 


.) Um die Mitte dei l6tcn JahrllUndcrtll, ali liela der Iivlindillche Ordcnll8taat auflóllete und Lidond der 
Krone Polcn unterwlłrf, entlltanden nach Kelch'. Bcricht die livlindillchcn Ooflente, Der 
Meiltcr war mit den vornchm8ten Ordel!8herrcn in den weltlichen Stand getrctcn, leincm Beilpicle 
folgtcn aUmiihlig die obrigen Rittcr, und tratcn thcill bei dem Kónige von Polen, thcil. bei ihrem ehema- 
ligen Obcrhaupte, dem nunwchrigen IIcrzoge von Kurland, in Dicnlłe, Einige von ihneo erhiclten Land- 
gutcr, Rudera Jabrclgehalte; diejcnigcn IIber, die lecr aU!lgingen, vereinigten lich mit dcn Edel- 
leutcn, wc":he dllrclł die rUl!silchc IlI'I'alion allell Ihrige vcrloren hatten, wih]ten unter sich Offiziere. 
und bcgaben lIich in lehwedilchc Dienllte. Um nun nieM zur Klalle der gemeincn Reuter gezihlt zn 
werden, nannten sic 
idł 1I0fleute, untcr wclclaem l\"amen lie im 16ten Jahrhundert lange bekann' 
waren. - Dielc BCllcnnung war indellBcn Icbon im laten Jahrh, gebriiucblich, und bczeiehnete iiber- 
haupt einen Kriegcr zu Pfcrdt!: So IRgt RUlllow BI. 126: "Do hebbcn o"k de lIaue1iide edder 
R ił t e r I, bcyde Schwcden vnde Diidescben sick tho dilBem Storme geschi"ket." N Y e n I t e d t fuhd 
bcim Jahre 1602 pcrnaulche 1I0flcute an. 


. 


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" 


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73 - 


lIandei mit annrtrauet, md ilmen gesagt, sie sollten ihre Rohre Tml Patronen wohl fertig 
laaUen, vnd Hare Sacben in guter Acht haben, indem sie den '" oJwodcn ersehieCiien wollten, 
wema sie "ber die Brucke riicken wiirdcn; es 
sollte. aber keiner ein Uobr zueken, elae der 
Rittmeister Ił. o s e n 10sschieCsen wiirde. 
Darauff haben nun T a u b e vnd K r u s e nacll des Seyers Stunden Haren Anschlag einge- 
ricbtet, so dars sie alle drey ei
ltreclatige Seycrs *) gelaabt haben, vnd gerade auff den ScJalag 
12 auff einen SOlllatag, weilen alsdann die ReuCsen nacla der McCse ihre lUahlzeit gethan, ,'nd 
geme ihren Mittags-Schlaff haIten, 80llten sie fortrucken nad den Anschlag ins Werk richten. 
T a u b ewolIte ebcu "mb diese Zeit aus seinem 110fle kommcn, iu der Thumpforten am ScbloCse 
mit seincu Dienem stchen bleiben, vnd sich daselbst mit dem Dojaren mit Ił.eden auffhalteD, 
bis er die Losung von R e i n h o I d von Ił. o s e n sclaiersen laorete, alsdama woli te er aucla losfeuern 
Tnd die Pforte einnehmen, "nd aufl den N obtfall offen halten. E y I e r t K r u s e haUe ein groCseM 
HauCs in der breiten StraCse innen, \\elclaes. vormahls dem vornehmeu Durgemeister, seeligen 
{(erren Ebedaardt von Neuellsteden, gehorig gewesen, welehcs IIauCs eine wcite IIoffJ)forte 
gehabt, aus
eheud recht bey der reuCsischen Pforte. Dieser hatte etzlicJae Reuter iD das HauCs 
bey wenigen eingestohlen, welche fertig wareu. K r u s e war aber ein trefflich bchertztcr Krie- 
gesmann , dcr seinen Feiud wobl selaen mochte, welches er offt bewiesen hat. T a u b e war 
ihrne darinne nicbt gleieh, Tud er Ilatte deu Anschlag, daCs er die Wache, 80bald Ił.osen die 
Losunge schiersen wiirde, in der reuCsischen Pforte niederhauen wolIte, die Pfort
 seJbst be- 
setzen, vnd aufl dem l\larckt Rosen vnd seinen Leuten begegnen, ,-pd die Stadt so Jange zu 
erhalten sucben, bis der andere Rittmeister IIans Ton Seitze, lIach (lem sie auch gesaudt, 
sie entsctzen mochte. Wie nun dergestalt der Anschlag berahmet ward, \Vurde die Zeit bestimmt 
auff den 12. October la71 SOllntags. Da kommt R o s e n vber die :Briieke vor der Pforte aD, 
reitet vor an die Waebe, giebt dem :BojarclI, der das IIaupt "ber die \Vaehe \Vor, die lIand, 
vnd redet ihn freundlich BD. Er hielt aber eine Biiehse im Stieffel fertig, dcsgJeieben Buch die 
endern, deuell der AlIschlag anvertrauet war, die kurtz hinter ibme ritten; indem giebt er die 
Losung mit einem Umbsehen vnd driicket damit 108 vnd ersehiefset den :Bojaren , daCs er zu 
Doden filIt. DarRuff setzen sie mit IIauffen an, schieCsen die Wache auff die Plunden, daCs der 
Raneh davon auffsteigt. Wie nun 'f a u b e vnd K r u iii e den SchuCs horeu, da sie fleiCsig Aeht 
auff geben lieCsen, da siiumen sie Buch nicM, erschieCsen die andern Wiiehter in den beyden · 
Pforten ebenfalls, insonderheit hat Kru se feurig drein geschmiCsell, vmI Ilat seine Pforte zu- 
getllan vnd besetzet, iMt baJd darauff dem Ił. o s e n auff dem l\Iarekt zu lIiilffe kommen, vnd hat 
tapffer in die Reursell geseta.et, die GefiingniCse larsen auffschlagen, alle Gefangene ausgelaCsen, 
welche der Erschlagenen Gewehr8 ergriffen vnd damit 80 viel geholffen, ais ilmen nur moglich 
gewesen. Er hat auch an der Burger lleuCsern ausruffen JaCsen, sie soli ten sich hervorthun vnd 
laelffen ilare Freihejt vertreten; aber die Burger batten vor Sehl'eeken Hare IIcuCser 'fersehlorsen, 
leyud ohne das auch mit kcinen Waffeu versehen gewesen. Rose n hat zwar vber zween Stunden 
die GaCsen inne gebabt, vnd WBII auff den GaCsen gewesen, nie(IergeschoCsen; aber die Bojaren 


.) eintrechtige Seyerl, gleicbgeltelUe Uhren, 
MOli. Liv. nnt, II. 


16 


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,
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,-nd Schiitzen, 80 in der :Bc8atzung geweBen, habe!1 erst dic lIelICser vcrl!lchloCsen, vml darein 
l!Iich zu den Waffen geriistet, auch selbsten die Weiber haben mit Ziegeln aus den IIclICsern vud 
Fenstern gcworffen, ,-ud viele Hoffleute besehiidiget. Zuletzt haben die aus der Vorstadt, wo- 
selbst "icle Sclaiitzen gclegeu, nebst den V orstiidtischen vnd ReuC8ischcn Kauffleuten mit .neilen, 
Spief8cn vmł Keulen zugefullen, vmł auff die Pforten gedrungcn, die niclat na ch NohtdlU'flt 
bcsetzt ge"esen, haben diesel ben auffgebroclaen vnd sind bey HalIffen hinein gj:(lrungen. Da 
der U o 8 C n da8 gesehen, ist er gantz geschwinde vnd e) fferig denen Eindringenden voter Augen 
getreten , hat zwar ,iele ersclaofsen; aber durcJa die l\Icnge haben sie ihme so zugcsetzet, dafs 
er mit viclen von den Seinigcn daselbst in den Pforten das Lebcn hat larsen miif8en; denn dic 
aU8 den lIeufsern haben sich hervor gethan, vmł cin jeder sein llestes gebrauchet, \rorauff sie 
genothiget worden, die Stadt zu verlafsen; vnd seiml die, so davon kommen konnten, zur 
'fhuml)forten hinausgelauffen, die J o h a n n T a u b e offcn hielte. So behielten die uCllrscn die 
Stadt \'Ild den Preifs. IIetten Taube vnd Kruse die andere Fahne de8 Han8 von Sei tzen 
lIIogen zu I1iilffe haben, 80 were ilmen viełłeieht ihr Anseblag gelungen; abcr das hat oicM 
seyn 80llcn, 
Wie diese lIun lainaus ge8chlagcn worden, 80 haben es dic armcn vuschuldigen lliirger 
mit Haren Weiberu md Kindern entgeIten miifsen, dCIIII die ReuCsen fielen darauff zu den Diirgern 
ein, die da angetroffen wurden vnd sich oicM in einen Winckel verkrochen hatten, diese wurden 
gar jiimmerlicll danieder gehauwen, Manuer, Frauwen vnd Jungfrauwen ihrer lIabseligkcit 
8claiindlich beraubct, Kleider "nd Gescłameide, alle8 waB gefunden wunle, \rard weggenommen; 
der gute Jacob Schroder, deme es sein Hertz wohl gesaget, "ie er zu Nowgarden mit 
mir geredet hat, wal' vor der Pest aUB der Stadt gewielaen, da ward er aber gar jiimmerlich 
mit Weib Vlad Kind vnd alle seinem Gesimle vU8c1mldig ermordet, vnd aller seincr Habe beraubet. 
Auff diese Weise ging es aIlen armen :Burgern, dic in der ersteo lIitze i:J. den ersten zwey oder 
drey Tagen angetroffcn wurden, die wenigen aber, 80 vbrig blieben, wurden wieder nacket vnd 
blors oach der 1\1 o s c o 
 in das ExiIium geschleppet. T a u b c vnd K r u s e haUen Hlre W ciber, 
Kinder ,-nd Gesinde oebst ihrer lIabe auff den Fali, dafs ihr Auschlag felał schlagen sollte, vor 
weg au. der Stadt ge8amłt, vnd begaben sich uun zum Konige von Polen VIII] bewarben siclt 
darvmb, daCs sie mit oeuelł W uppen, Helm vnd Schilden begnadiget, zu Freyherren vnd konig- 
lichen Riilaten ernennet wurden t aueh Schlofser vnd Durgen , Liinder vnd J
eute einbekahmen. 
Dem Johaon Tallben ward eingegeben da8 Haufs SeCswegen, Vxkul vnd Kirchholm; 

ylerf Kruscn da8 fe8te nauCs Treyden, da sie 
icla lIacll Harem Stande erhaIten konnteo. 
Wie nun nertzog Magn II 8 von diesem lJaudel "nd defselben Ausgange berichtet wordeD, 
da besorgete er sicla eines Argwolm. des Grofsfiirsten vnd seines Zornes, ,'nd schrieb ihme 
derowegen seine Entschuldigunge, dafs ihme von diesem Vornchmen nich ts bewuCst gewesen, er 
aueh vnsclmldig an dem Handel were, vnd damit ihme_ -auch leine Gefalar gefc1lehen mocłate, 
weilen bereits dic Falme des J ii r g e n T i e 8 e n h a u s e n dermaafsen erhascJact ,'ud auffgerieben 
were, 80 woIlte er sielI in beCsere Sicherheit vnd auff weiteren Bescheidt des GroCsfijrst
n, auff 
Oliel nach Aren8bnrg begeben, Da ist er diefsmahl hingezogen. 
Dier Jafse ich Dun eiDem jeden das Vrtlaeil vber J oha nn Ta uben vnd Ey lert Kruscn 


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frey; man hałt es da,'or, wie sie auch deCslaalb vor Konig Stephano Anno 1582 angeklaget 
\Vorden, daCs sie dem GroCsfiirsten viel amleres weifs gemacht haben, ais im Grunde wahr 
gewesen; aber sic haben sich damit entsclmh1iget, dafs sie es ilarem Vaterlande zum :Besten 
gethan, aueh hat sie Konig S t e p h a n us darnit entselaułdigt -genommen , ais soli ten sie dadurch 
vi el feindliehen Yberzuges auffgchalten. vnd beJaindert łaaben, vnd daCs sie im Grunde wie 
gefangene Leute damalals nich ts amleres hetten thun konnen. , 
Was aber den versuclaten Handel, die StalU D o q1 t zu verhaschen, betrifft, sagen sic, 
dcr GroCsfiirst laabc zwar vorgegeben, daCs er Liefflandt dem lIertzog M a g n o Ilabe abtreten 
wolIen; aIlchl das sey ihme im I1ertzen nieht Ernst gewesen, sondern habe ihme nur zur 
Bl'iieke dicncn sollen, darvber er siclaer rahren konnte, gantz Lieffland vnter seine Gewalt zl1 
bringen. Derowegcn, wie sie solche List nul V orbaben vermercket, laaben sie sich mit gutcm 
GewiCsen von Hune getrennct, vnd iJar Vatea'land nielat weiter wollen bctriiben heUfen, sondern 
bey dem Konige "on Polcn lIulłfe suchen mufsen; der wie eha Christłiclaer Potentate das Land 
mit einheIligem Rahte der Stiinde zu retten sich unternommen, dabey sie aucla ihr Guht vnd 
:Blut auffsetzen wolItell. 
Vnd ob es nun wohl mit der Stadt \'bel geralaten im Ausgange, so lonnen es d ocia alle 
vnpartlaeyiscbe l\Iensehen nieM anders sagen, dars, wen n es ihnen dnrnabls geluugen ,,"ere, die 
. Stadt aus der Gewalt des Grofsfiirsten zu befreyen, so wcre kei n Zweiłfel, es ,"'iirde jederrnann 
darvbcr frohlocket, nld den Handel hocla gelobet haben; daCs es abcr nieM nach illrcm "Tillen 
gerahten, das haben sehon ołft viclc Fiirsten vnd lIerccn erfahren, cHe doeh die beste Saclae haUen. 
Alino 1:)70 den stillen Frcytag haben die Schwcden dali Hada R e v a Iwieder einge- 
nommcn vnd vberraschet, vlIIl Clau. Kuucl den 31. :May zu Reval verurtlaeilet, \'nd den 
Sten Junii mit dem Schwerdt gerichtet sam t seinem Schrciber :Baltzer Ile II er, wie aueh 
From hold D iieker "lId I1einri ch lIa cke. 
Darnach haben die Sclawedcn das lIauCs L e a I, welclaes C I a u s Kur s e list verlchllet 
gewesen, etzliclae W ochen belagert Vlad cingcnommen, vnd daselbst den lJaul1tmann N ils 
D o b b e I er, der des Kurs e l Verrahter gewesen, verlolaren. Daraułf scynd die l\loscowiter, 
vmb das lIauCs zu entsetzen, mit zwcy Falmen IIoffleuten, weIche zu ihllen ,'bergegangcn warell, 
in die W i e e k e gezogen , aber sie kahmen zu spat, vnd hestreiffcten das Land, \"Ild ersclalugen 
vicle Schweclcn vnd Hołfleute. 
Alino 1569 den 9. Julii seYlld zu Reval "ber 30 Diinische vnd Lubeeksche Schiffe auff 
die Reyde gekommcn, vnd haben daselbst "ber 30 schwedisehe Kauffalart - Schiffe vnd Schiiten 
gepliindert, vnd mit kostliellen Wahren ihre Schiffe gefiiIlet, habcn auch viele Schiłfe verbrandt, 
"nd weren sie behender gewcscn, hctten sie die Stadt bey dem nebeligen 'Vctter wohl crha- 
8chen mog ell , 
Auff diese Zcit den 10. Julii ist Konig J o II a n n CI in ScJaweden gekrohnet worden. 
Wenn man mm bier alle die fcrneren Particularia beschreibcn sollte, so vmb dicse Zcit 
verlauffen scind zwischen dem Konige von Polen vnd Schweden, auch hinwiedervmb was sich 
mit dem Moseowiter vlld dem I1ertzog Magno zugetragen;' ferner wie die Sehweden mit den 
Schotten das SchloCs W cscn b crg belagert, nld sich davor vntcr einander gemetzclt, 1500
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Schotten crsehlagen worden .), "nd sie mit Schiml)ff abgezogen, wie das Gliiek illI1cn darnacll 
Roch gewordcn, dars sie das SchloCs mit Drandkugeln angeziindet vnd einbekommen; item wie 
die Sehwedcn O b e r p a la l e n belagert, vnd darvbcr dcr Moscowitcr W c if s c n s t e i n gcnommcn; 
darnach wie die Schwcden naeh der Wiecke abgezogen vnd der I\loscowitcr illI1cn gefolget, 
da sie aUli Nolat habcn Stand hallen miirscn 
 vmł durcIa gottliehe lIiilffe vber die l\'1oscowiter 
cine Victorie erhalten; item wie der M08cowitcr dcn Sehwedcn das lIaus Ka I' ku 8 genommen, 
vnd lIeinrich Clallfsen im Winter 1577 bey der l\1iihlen zu Runafel' von den Polen vnd 
Pernauschen 1I0fflcuten im ticffcn Sehnee gesehlagcn wordcn, auch wie die Sclawcden das 
Klostcr P a d i s cilabekommen ete" - solcJaes allc8 bicr zu erziiblen, sollte fa8t lang werden, vnd 
wcilcn man cs in der Rpvalsehen Cbroniea ..) findet, laCse ich es Kiirtze halber (labey bewenden. 
. Anno 1571 im Martio ist der l\foseowiter in Finnland eingefaUen mit 1\1orden vnd 
:Brcnnen, hat das Land vcrhcerct, vnd viel tausend Mcnschen daraus 
eggefiibret in RellCslBndt 
"od Tartaricn, vnd 8eynd auch vber 600 von den strciffenden Hauern bey der M u d d a s c h e D 
:Beclae von (lcm M08cowiter erschlagen, 
Anno 1:;'72 bat sicla Jur g e n F a h r e n s b a c la vom Moscowiter mit etzliclaen Hoffleutcn 
gegcn die Tartcrn zu gcbrauehcn besteJlcn larsen. 
 
Anno 1573 auff Jubilate Ilat IIertzog Magnu8 IIoclazeit gehalten mit Kniise Wolodi- 
mers Tochtcr, dcn dcr Grofsfiirst nebst lIeil
cm Solme vmbringen Jafscn. 
Anno 1575 dcn 9. Julii hat dcr I\10scowitcr die P e I' n a 11 eingenommen, lIachdern sie 
ilame ctzliehc Sturme abgeschlagcn "nd nicIat mehr vermocllt, sieh liinger zu haltcn, 
Anno 1577 habcn die Polen im Wintcr zu Runefcr auff der Wieckeschen Grentze 
dcl' Schwedcn Maebt nicdergeleget, da denn 2000 Schwcdcn im ScllI1ce geblieben, 
Anno 1577 den 27. Augmui haben die Schweden mit etzlichen Scbiffen an der Narwi- 
scllcn Bccbe Mundnnge 3 stnrcke BlockheuCser in den Brand gebracht vnd verniclatet, in dem 
ciucn Ilollen 7;) ReuCsen verbrandt seyn. 
Anno 1581 kriegten die. Schwedcn die tcut8clae N a r v a mit sturmendcr I1and ein, "nd 
erschlugen daselbst alIe Moscowiter mit Wcib vnd Kind. Auff dieselbe Zoit kriegten sie auch 
I w a n o g o r o d vnd J a m o g o ( o d ein. 
Anno 15S2 lieCs der GroCsfiiret die N a IV a wiedcr belagern, "od mit groCsem Ernsi 


.) Diell gelchah, wie RUIlOW BI. 8-& anfiihrt, den 17. Marz 1574. Diele Sc:lloUen - eigentlich 3000 
Sch.oUen und 2000 Engliinder - waren von Mor n a y angeworllen, und kamen hu Augult 1573 RUI 
Sehweden zu Revul an, Sie bl!obacbteten anfangs, 10 lange ibl' Sold hinreiehtc, den lie in Sehwedeu 
empfangen lłaUen, cinc litrenge l\lannszueht; ali ihmm abel' dnll Geld aUIging, Imnleten sie iiberalł, 
1'1'0 lie hinkamen, iirger ali die Feinde. Dem guten R u liS o w machten indessen - ihre Feldprcdiger, 
aIs Calvinilten, die meiltc Besorgnirs. Man hnttc diclen niimlieh ein Biirgerhau8 in der Stadt ZUlU 
GoUesdienlte eingeriiulDt, vnd da letzt er denn hinzu: "yd wn. auerllt eine liunderige gnade von Gott, 
dnt de SchoUen der diidelchen Sprale vnerfarcn weren, Ilunit hedden le mannigen Miniehen mit erer 
Schwermerye belehmittet, abe denn ock ere wille nieM alleinc dartllo, Iundorn oek tbo vclen b\ilien 
dingen mehr, gantz geneget geWClCłł 1 rl ." 
..) R UIIOW 'II Chronik. 


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I 


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bcselaicfsen, da tratcn dic Sehwcdcn lwanogorod wicdcr ab, bclaieIten aber dasmahl (Ue 
teutscbe Narva. 
Anno 1577 dcn 23. Januarii bat dcr l\loscowiter seinen Feldberren I \V a n Was s i I i e- 
wic z Zelemiitin s8mt cincr groCsen A!'ckclcy nad 50,000 Mann vor Reva) geschiclet, an der 
Stadt sein Hcyl zu versucben, vnd hat mit duor gcbraeht "ber 50 grofse vnd kleinc Fc)dstiicke' 
vnd Fcuermorscr, da man mit Stcinkugclrl ","nd Fcuerbiillcn darau8 werfrcn konntc, "nd siml 
dabey gewescn vbcr 2000 Tonncn Pulver, nad zu den Feldstueken zu 700, 800, 900 vml 1000 
Kugeln, so cr in die 8tadt ges(lrenget hat. Er hat łier gcwaUige Sclaantzen, mit festen :Bloek- 
JleuCsern vml Graben versehen, vor der Stadt aufTgcfiihret, auch Untcrgriiber (l\linircr) gehabt, 
in Summa ea' hat davor mit SchieCscn scin Deste8 gethan; allein die in der Stadt haben sich 
tapffcr gewehret, vnd sCYlul "iele Sebarmutzel mit ihme gellaltcn wordcn, llaben zuletzt auch 
cine groCse Seh8ntzc eingenommcn, wclche ihncn der Feldhcrr mit scincn Reurscn lauge dispu- 
tirlich gcmachet, NacIIdem sic UlUa in die 7 W oehen davor gclcgen, vnd dnrch das Gesclautze 
von dcn WiWcn ,ud Thurmcn bey ,'iertehalb tausend Mann verl.Dhrcn, haben sie mit aIlcm ihren 
groCsen vnd viełcn Geschlitz docb nich ts ausrichtcn mogcn, vnd laobcn miiCscn Anno 1577 den 
lI. Martii mit Sehimpff wicder abziehcn, In dcr Stadt simll nieht vber 200 l\Icnschen geblicben. 
Wie nun dcr l\loscowiter vor ReTal wicdcr auffgebrochcn, da hat man allen schwedi- 
scben Kriegeslcuten, Burgern vnd Baucrn frey gegcben, aUe Liinder, 80 dcr JUoscowiter vnter 
Mich gebracht, zu verhceren. Da seynd sic in alle vm8liegende Gcgenden in verschiedcnen Hauffen 
,'mI Uottcn gczogcn, vod haben so vie) Viehe vnd Raub nach Reva) gebracht, dars sic cnd- 
Jich zu R e v al nieht ein SłUck Viehc melar vor Geld haben verkauflen konnen. Dieses haben 
Bie den gantzen Sommer getrieben, haben da8 lIackelwerk vor Pern!łu, WeiCscnstcin vnd 
Lea) vcrbrandt ,'nd vcrhceret, aucb vicłe Reufscn dasclbst crschlagcn. 
DarDach. wie ich nacllhcr mclden wiIJ, wic der Moscowiter das Stiffte Ri ga Anno 1577 
eingenommen, vnd wiedcr aus dem Lande gezogcn ist, hał sicb ciner vom Adcl, J o h a n n P la t e, 
ein Rittmeister, vermannet, vnił durcIa gewisse l\litteł dic l\loscowiter auff D u n a b u r g sich 
voll sauffcn lafsen, vnd bat darauff das HauC8 bestiegen vud eingcnommen, vnd die l\loscowiter 
allc darinne erschlagcn. 
Nachgchcnds hat der MaUlaias Dembinsky da8 verbrandtc I1aufs Sontzcl wicder 
eingenommen vnd bcsetzet, img)eichen hat cr ArJ erhaschet, ,"ud darauff stattliche Beutc bekom- 
men, aueh sonst vicle amIerc I-Joffc eingcnommen dadurch, dafs sicJa viele vom Adcl zu ihme 
gcseblagen, wodurch er dcma dcm Moseowitcr grofsen Abbruch gethan. 
Imglciehen hat J o b a n n e s :B li r i n g, ein Kouiglicher Sccrctarins, einen Muht gefafset, 
etzliebe Dursche an si cia gezogcn, vnd mit List einigc łIeufser, ais Rope, Trcyden vnd 
:Burtneck, WOra uff Tcutscbc ge1Vesen, erobcrt. Alich laat er nacbgehends sicb vCI'stiirckct, 
vnd mit seinen Burschen, dic gar grofse WagehiilCser gewcsen, durcb einen behcnden An8chlag 
das SchloCs vnd die Stadt Wendcn cingenommen, vnd alłe l\ioscowiter crschlagen, die bc,
cn 
aber zu Gefangenen semacht, 
Dic8es bat den Moscowiter hefftig verdroCsen, weilen er CI 8clbst pcrsonlich eingenom- 
men, daCs er stracks einel1 IIauffen Kriege8volck abgefertiget mit eil1er starckeu Arckelcy, die 


) 


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- 78 


Stadt vnd das Schlofs wiedcr einzllnehmen. Dcr Konig von Polcn sandte hierauff den Herm 
D c ID b i n s k y ,-nd A I e x a n d e r K o tk i e w i c z mit etzliehem polllischen Kriegesvolcke zu II iil Ife. 
Wie diese allgekommen, vlld die vertriebcncn Licffliindcr mit zu dcm I1auffcn gezogen warcn, 
vmb dcn Feilld Tor Wen d e n anzugreilfcn, bricht er łn der Naclat das Lagcr auff vnd retiriret 
sicla naeh Ił o n n e b u r g, worvbcr der Moscowitcr noch zornigcr geworden vlld gcsaget: "Sollte 
mir denn ein 8clalcchter Schreiber die Fcstunge nchmcn, so setze ich ihme eincn Schreiber 
entgegcn", vnd sand te sogleich seinen Cantzler Andrey Zulkow nebst eincm Woywoden 
mit mehr Volck Vlad Gesehiitz ab, die Fcstuuge zu erobern, Wie sie nun selbige besetzten, 
sammeIte D c m b i n s k y , dcr vormahls in der erstcn Belagerunge die Fcstunge crhieIte, vnd 
PfcrdeReiseh dariune frefscn muCsen, alle Polen vnd TeutscJae, so cr immer aulfbrillgcn 
konnle, bcy G r o Cs - R o Ił e zlIsammen, vnd weilen die Sehweden eben damahis mit etz- 
lichell Falmen Rcutern, vud eben so viel Fiihulein FuCsknechtcn das Laud durehstreilfeten, 
vereinigte er sieh mit deuselbigen, vnd schickte den Rittmeister CIalIs Korff l1ach Tarwast 
an sic ab. welchcr sie dahin vermochte, dars 8ie von da zu ihmc nach II o I) e zogen. Da- 
selbst 8chlicfsen sie eiuen kurtzcn RaM, nad schlepl)en etzłiclae Feldstiicke durch die Aa, 
nehmen alich die Fufskllcchte hinter sicb auff die Pfcrde, fuJaren sie mit dureh (He Aa, nld 
setzcl1 also in Gottes Nahmen eillhellig auff dcs l\loscowiters lIauffcn. wclehen sie frcudig vllter 
die Augen giugen. So tra (fen sic riUcrlich auli' dcn Fcind, schlllgen ihn in die Fłllcht vnd nahmen 
seine Schantzen vnd 26 grofse Fddstucke wcg, wdche nacla D ii n a m ii n d e gebraclat wurdcn. 
V 011 den Polcu vnd Teutschen blieben wenige; nur wllrden 200 Mann Schwedcn von dcm Pulver 
der 1\loscowiter bcsehiidiget, ,'ud ein vornehmer Kriegesmann lIa n s W acla tmcister, welchcr 
viel Gutes in dieser Schlaclit gethaQ. todUich verwundet. Dcs GrorsfUrstcn Cantzlcr Zul k o w 
ward au ch starek beschiidigct *). 
Anno 1a77 nach dcm todtliehen Abgange des Koniges in Polen S i g is m u n d i A u g U III ti, 
tielen bey der neuen Election eine!! Koniges etzliche Stimmen auff den Uomischen Keyser M a x i- 
milianum, etzliche auff dcn Sicbenburgischcn Fursten aus dem :Batlaorischen GescJalecht 
aus U np;arn S t e p h a n u m, der ais ein hochgclahrter Weltweiser vnd erfahrencr lIerr, seine 
Scbautze wolal in Acht nahm, Dach Kra k a u kam, ałlda (lcs seeligcn Kouigs Sehwester A n n a m 
heyrathete vnd sicb kronen licfs, darauff mit Kricgesrustuuge glcich vor D a Ił t z i 
 zog, selbiges 
in seinen vnd der Krolme Polen Eyd zu brillgen, damit ihm dcr Keyser kcinen Eindraug thun 
moclate, Dieses verdrofs den Keyser so, dafs er sicla uDternahm, Stephanum wicdcr mit 
Gewalt abzusetzen.'" Er sand te derowegen scine Gesandten , worvntcr D a n i e l P r i n tz von 
Buchau war, nach Moscow, daCs der GroCsfiirst ihme hiezu hehiilfflich seyn moclate, welche 
nach wohlverrichteter Sache wiedcr zurucke auff R i g a kamcn. Dies
n Gesandtcn folgte der 
Groft;fijrst sogleich in eigener Person mit eiller groCscn Mac:lat auff Plescow nach, in der 
Mcynunge, daCs es nun die recbte Zeit were, gautz Lieffland In seine Gewalt zu bringen. 


.) Kar a m I i n giebt Th, 8. S, 230 die ZahI der do£t umgekommenen RUIleD auf mehr, ali 6000 an, 
nennt auch einen Golitzin ol. den m08lcowilcben Oberbcfeh1shaber, In den Ablchriften der Nyen- 
Itidt.chen Chronik wirli der Befehl.baber Zulkow, 5ulko,,", Buch Solkan genBDnł, WRr dietler 
vielleich& ein Unterbefchlihaber'l 


.
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79 - 


Eben wie Konlg S tephan UR vor Dan tzig Jag, verschrieb er dcnlIcrtzog M agnu m nacla P leskow, 
daCs er dellselben auff allcn FalI zu seinem V orthcil mit. gebrauchen kounte, sandtc voraus durch 
Licffland '-Oli P I e s k o w bis in Curlam] etzliche 1000 Tartaren , die ihme KUlldsehafft briichtcn, 
ob auch einige lłiistunge ill Lieffland wider ihn ,'orllamlcn wiiren, welche Tartaren eiuige Hoff- 
]eute nebst cillcm lłittmeister Ton M c d c m niederlcgten; bcrnach begegncte ihnell auch in dem 
Gebiete Sontzel dcr Obriste in Licfflalld Matthias Dembinsky mit einigen polniscllcn Tnd 
tcutschen lIoffłeutcn, Dieser war aber zu selawach, vnd ward auff die Fluelat geschlagen , hette 
auch sclbcr dcn Hals ]afsen mufsen, wie ihme ein tartarischer Kniise eincn Dogen mit der Scbne iiber 
den lIals warff, wenn nicht meila DienerSteffen Weinhartz ihn gerettet, vmł dcm Kniise 
dcn Kopff auffgespalten: er wurde aber sclbst darvber in Stucken zerhaucn. Wie KUli diese 
Tartarcn dcm Grofllfiirsten Bcschcid braelaten, daCs kcine '1\]acht in Licffland vorhandcn, die 
ibm Widerstand tImll kounte, brach er von P I e sk o w im Junio 1577 mit seiuer 1\IaeM auff, 
Tud zog weitcr fort, nahm seinell Weg vber Lutzen, Rositten vnd Diineburg nad nahm 
diese Heufscr cin. MiltIerweile zog lIertzog 1\1 a g n us voraus, demselben ergaben sich etzliche 
Iłeufller in der 1\leynuuge, dcr IIcrtzog werde sie gcgcn 'łJ.en GroCsfiirsten bcschiitzcn vnd fUr 
sich vertheidigen wollcn, ais Wolmar, Wcnden, Kockenlaausen nld audcrc. Der GroCs- 
fiirst aber achtcte es nicM, zog vor Kockenhausen Vlad begcbrcte eingelafsen zu werdcn. 
Da . war l\Iuhe ,'orhaudcu; sie wolltcn durch Tractaten mit illm handeln; aber die Reufscn 
drungen gerade hinein, Tnd nahmen Stadt vnd Schlofs in :Bcsitz. Der Grorsfiirst folgete darauff 
dcm lIertzog lUagno nacIl, vnd liefs seine Leute alIe jiimmerlich ,-mbringcn, Tnd die vbrjg 
gebliebenen gcfiinglieh wegfiihren. 
Auff Sefswegen waren von Johann Tauben Dienere vnd etzłiche Landsafsen, die 
muCste er besehiefsen \'Ild bestiirmen ]afsen. Darauff bckahm er es Cill, Tnd liers die Leute 
alle 
efiiuglich wegfiihren, etzliche "on 'l' a u b c n s Dieneren aber hinrichten. A s c la e r a d c n 
Iłahm er auch ein, daselbst liefs er den aUen MarschalI C a s p a r von M ii n s t er, der iiber 80 
Jahr alt Had kindisch war, ])eitsclaen vm] hinwerffcn, daCs er da\'on starb; seinen Vctter, den 
versoffcnen Dompfaffcn J o h a n n vOla 1\1 ii n s t e r, IicCs er gefiinglich nach 1\10 s c o w fiihren. 
Dieser kam noch mit dem Leben wieder los, vnd mufste nachher in dcl' Elbe ersauffcn. Nach- 
gehends' zog er Tor We II d e n, daselbst waren mit dcm lIertzog lU a g n o viele \'on Adel, viele 
Frauwell vnd Jungfrauweu hhlCill gcfliiclatet. Wie sie ihm diesen Ort nicM vbergeben woli ten 
vnd bcfiirchtetclI, es moehte ihuen gehen, "ie denen zu KockellhauCsen, so bcschantzte 
er sich, vud bcschlofs sofort zu stiirmen, Wie nma die Dclagerten gesehen, dars sie dcn Ort 
nielat liiuger halten konnten, ist der IIertzog Magllus selbst zu dcm Grorsfiirsten Ilinausge- 
zogen, vnd haben ihn etzlicJae von Adcl vnd andere Dicncre begleitet. Da der IIertzog dem 
Grofsfiirstell einen Fuf!lfall thun woli te, schicCst einer zur Unzeit aUR der Festunge aus einem 
Slilcke, daCs die Kuge] dem Grofsfiirsten niclIt weit vorbcy fliegt. Dariiber ,\'Orde er sehr 
grimmig, liiCst alIe, die mit Hcrtzog Magno aus Wcndell gekom men waren, niederhauen 
vnd ctzłiche auff Pfiihle spiefsen; den lIertzog l\-lagnum aber hat er mit dem Leben begnadiget 
vnd gesagt: "Wenn Du nicht eiues Kiiniges Solm wiirest, 1I0lIte es Dir billig ergehen, wie 
diesen; ich woli te Dich lehren, wie Du mcinen Bcfehl iiberschreiten, "nd Dich rotten vnl!
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- BO- 


, 


widcr mich setzen 80llest, vnd mir SchlOCser Tnd :Burge Torfanglich einnehmen," Darauff hat er 
befoblclI, ihll in ein Zelt ZII bringen vnd zu bcwachcn. 
Wie nun die in der Fcstunge Wen dco von dcn Thiirmen Tł)(l l\laoeru gcsellcn, wie mit 
lIertzog l\'I a g n o vnd den Scinigen. umgcgangcn, auch bctraclltct, wie mit dell Kockcnhausenschco 
vcrfahrclI ist, da ist Angst vud Jammer gcwelieu, dic Frauwcn vnd Jungfrauwcn simł aIle auff 
elnen Thurm gegangcu, baben das Puher vntcn anzunden laCscn, vnd sich also in die Luff t 
gesprcngct. So hat dcr Fciud dic Fcstunge einbekommcn, vnd alle Leutc, die ihme wegzu- 
riihren nich t gedienet haben, niedergcmacht. Da baben sich die alldcrcn Fcstungcu, die er 
aufgefodert, ergeben, ais. Maricnhausen,. Smilten, Wolmar, Tricaten, Segewald, 
Cremon
 D II rtu eck vmł wie sie aIle gebeiCscn, wenige Heurser ausgeuommen, die cr nicbt 
bat einnehmen konncu, wcgen der Zcit. Der IIungcr lad ihn wic der aus delD Landc gejagct. 
D ii n e m ii n d e besetzten die Rigiscbcn mit etzlicben Kncchtcn, dcr l\'loseowitcr abcr 
kam nicllt dahin; so liersen die Uigiscbell aueh Kir c b h o I m scblciffen. Der l\loscowiter besetzte 
Lenwarden, Ascberaden, Koekcnhausen, Ronneburg, Arie, Weudeu, Wolmar 
vnd andere mchr. Den lIertzog l\lagnulI aber lieCs er auff KarkulI bleiben, vnd zog im 
Scptember wiedcr vor lIungcrs Nobt aus dem LamIe. Jenseit Walck muCste er eiue Zcitlang 
die Arckclcy im Feldc JaCsen, bis cr mehr Leute nachschickte, die sie zuriickbrachten. Es 
waren "olał Littauwische IIerrcn jcnseit der Diina auff (len Beinen, sic durfften sicla aber gcgell 
diellen miichtigcn Fcind nich t wagcn. Diescsmahl stand Licfflandt iu groCscr Gcfahr. 
Wic abcr der Kcyser M a x i m i li a n u s starb, allff wclchcn sicla dcr Moscowitcr vcrlaCscn 
hattc, Ilidtc Konig Stel)hanus eincn Reichstag in Polcn, wo bcschlorscn wurdc, daCs er scine 
gantze Macht widcr den IUoscowiter, 110 dora. er Lieffland nicbt cillmal beruhre, ius Feld mh- 
rcte, machtc Frieden mit den Tartaren, daCs sie deul\1oscowiter ,'on hilaten zu angreiffcn soIJten, 
vereinigte sich mit seiucm Schwager, dcm Konig J o h a n u c IJ von Schweden, daCs er den M08- 
cowiter auff dcr anderell Seite antastete, erueuerte auch noch vorher mit den Tiircken den 
aUcn Friedcn. 
Er zog also 1579 im May von dcr W ił d a zum erstcnmahl mit scincr Kriegesmacht 
durch Littauwell aulf P o l o tz k o ab, wełchen Ort der l\-Ioscowiter fest erbauwet vpd wohl besetzt 
hatte, Hels da Schautzcn vnd Daffcr auffiibrcn, er hatte aber viel' Wercks, ehe er etwas aus
 
richten konnte, dellll dcr l\loscowiter hatte mit starken BaIcken die Festunge 80 verknupffet, 
daCs er mit dcn grobell Stiickell wenig 8chaffcll kOlllate, er Jag davor 12 Wochen, weil ihm da8 
DaCse Wctter vnd Alles zuwidcr war. Der Konig lieCs den Moscowiter zu verschiedencn mahlcn 
aus Polotzko ins Fcld niithigcn, um cine Dataille mit ibm zu halten; allcin er hatte \vedcr 
Ohren noch Hertz dazu, Der Moscowitcr laucrte mit aller seiner Macht vnd dacllte, er solIte 
vngescbaffet abziehcn, 80 woJlte er durclI Littauwcn dcn rothcu lIahncn haben hintcr ihme her 
ftiegen laCsen. Zulctzt brauchte dcr Konig diesen Kunstgriff vnd. liefa Feuerkugelll aur langen 
Stecken am Ende macJaen, all dem andern Ende warcn 8charffe eiserne Pinner (Spitzeu), da 
vermocllte er von den Ungarischen Selliitzen ihrer 300, weJche diese StackclI ill die holtzerne 
1J0llwercke, welche veJrher wegen des fcuclatcn Wetters leiu Feuer farscn wolIen, eiustofsen 
vnd im Aniauff die Feuerkugeln anziinden muCsten. Da gerieth es in :Brand, vnd die groben 


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- 81-. 


Geschiitze waren gerichtet, dll8 :BoUwerok zu apaUen. Dicsel! ging tapCer Cort, dars dle Funcken 
oben ausstaubcn thiiteu. Dą Aecordirten dic Moscowiter vmb einen Creyen Abzug, vud vbergaben 
die Festunge, welche der .Ku n i8 ..bts.etzte nad darauff Cortriiekte vor das Sclalofs Z o k o Ił a, auff 
welcbem sieh dcs Fcindes 1łeąte, Kriegesleute md Iłoff - :Bojarcn ncbst zween seiner vornehmsten 
IIcrren, NahmClls Emstillowsko vnd :Bogdan Belsky, aufhielten. Diese licCsen die Pfortcn 
auffthun, etzliclae Knech te ejuriiekcn, aIs wolltcn sie das OauCs vbergeben, darauff lieCsen sie, 
wie etzliclae hundcrt Kneclate Ilincin wareo, dle SchloCs-Pforte aiederfallen. Da ging es an 
ein Schlachteu, vnd wu.rde.n die Solda ten jiimmcrlich erschlagen. 
I Wie die Ungarischeu vlld Polnisclaeu Kriegesleute diłlsell Zettcr-Geschrey boreten, brach ten 
!f ie das holtzerne SchloCs in Braud; weilcn IIUII die Belagcrten entweder verbrennen, odcr heraus- 
lauffcn muCstcn, resoh'irten sie sich durcIa die polnisclae Armee sich durchzusclalagen, aUein sie 
wurdcn aIle nicdcrgemacht, die vornehmstcn W oywoden aber gefangcn genom men. Da war eio 
Kern von dcn Moscowitcrn ersclalagcn. Nachher laat der Konig noeh 2 IIcuCser auff dcr Grcntze 
eingenommen, vnd wurdcn die Kriegesleute ius Durgerlager. gcgen dcn Winter verlegt. Der 
Konig hielt uunmehro einen Reichstag, der Moscowitcr aber begchrete den Friedcn, wclehen der 
Kouig uielat chcr eiugehen woUte, ais bis er Huu gantz Lieffland abtriite. Dieses war dem Mosco- 
,viter ein fiaurer Apffel, darinne er nielat beirscn wolUe. . Also rustcte der Konig sieh wiedcr 
gegen den }'ruhling, vnd zog im May lasO durcIa einen ullvermutbeten Wcg Vlad groCse WiJduif. 
auf Welika Luka; daselbst war ein fcUer Ort, iudem die Leute allda an kcinen Krieg gcdach- 
ten. Die Kriegesleutc bekaJamen dadurcla guten lUuth, vntergruben !licla vuter die IJoltzerncn 
Pasteyen der Stadt, brachtcn Feuer dareiu, legtcn die Stadt in die Aschc, ,-nd mach ten in 
sclbiger ncbst Wcib "nd Kindern alles nieder. Der Konlg aber lieCs wieder bauen, Wiille und 
Graben auf
erffen, besetzte die Stadt, tbeilte seine Armee, zog in Ucurslluad, raubte vnd 
branntc, kam auch ohne allcn Widerstand uahe an M o 8(: o w. 
DicCIi sehmertztelden Grofsfursten sehr. Darauff sagte ,ihm sein iiUester Sohn, wie lange 
er sein Land wolle vcrderben larsen, er sollte Friedcn machcn, odcr ihn ais IIaupt der Armee 
dem Feinde entgegen fichicken, oder auch sclbst dem Fcinde begegnen. Das verdroCs den Vater 
dermaafsen, daCs er ihn mit seinem Stabe, daran eine eiserne Spitz
 war, durchstieCs, worali 
dcr Sohn starb. Da wurde er vollends zornig nad vngeduldig. 
Der Konig Stcphanus vęrlegte das Kriegesvolck auff die Grentzen, die nun offen 
waren, vnd zog ab, riistcte sieh wieder auft' dcn dritten Zug mit Consens aU er Stande auff dcm.. 
Reichstage. Der Moscowiter schicktc dahiu, bot ilam abermahls dcn Frieden an, vnd eiuell 
Theil der Liinder abzutreten; aber der Konig S tephanus wollte Lieft'land ganz haben. Dcr 
KOllig besteJlte neues Kriegesvolck, scJaickte dcn Obristen Jurgen Fahrensbach Dach Teutsch- 
lalld, IIUda Volcker zu werben. Di
ser brachte 3 }'iihnleila auft' Riga, selbige wurdcn Jiings 
 
dcr DUlla vor P lescow gefiihret. Sobald lIun der Konig im l\lay dahin kam, beschantzte vnd 
be8choCs er die Stadt an zween Orten, vnd Hers sofort einen starcken Sturm ania uff en. Die 
Seincn hatten scboll einen Thurm inne, abcr illwcndig war 80lcbem eine FaUe von groben 
Staeketell vnd Stra,!cbwerek vorgebauet, daCs sie wieder abziehen muCsten. Dicses maM wurde 
Im Sturm vnd Abzug viel V olekl ersclalagen, vlld die Stadt zu be8chieCllen, mangeJte dem Konig 
M90, Liv, ant, II. 17 


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- 82 -' 


I. 


Pulvel'. Er scbickte darauff an die Stadt RIga vnd begehrete, 'ł1ars man ihm etwas Phivel' 
leihen vnd eyligst zU8ehicken mochte mit einigen Schiitzełł. . E. 'ward auch solches aułfs geschwin- 
deste bewercklitelligct, vnd mit 200 Schiitzen dem Konig 8O.1
0Iłnen Pulvel' zuges8ndt, wOOuteh 
ihm damahIs cin grofser GefaUon gesc:haha,u wie er 'dcnn auch id verscbiedcnen Brieffen h'etmd- 
lichst dafilr gedancket, mter andcrn bey dem, Stadt - Dolmetscbei- J o a t)a i m, der mit dcm Pulvel' 
hin
esandt war, welcher Dolłmetscher bey 'dem Moscowitischen łieWtau
rten Kloster P i t s c h u r, 
8 Meilcn von P J e s e o w, gefangen wurde, daran dem Konig .olches Leid 
eschahe, daCs er den 
Obristen Fahrensbach mit etzłiehem GesClhiitB vnd Kriegesvolck: 1 dabio Bchickte, vod I obwohl 
der Sturm angelauffen ",ard,- 'auch 3 der vornehmsten von Adel, ais Reinhold von Tiesen- 
hausen von llcrilohn, Caspa.. -V0R-. 'rieeenbauBen von dcl' Otzem nebst Wilh'clm 
K e tt I erauff ciner Lelter in elnen Thurm gestłegcn; so murste doch, weil die Lciter brach, 
Reinhold oben das Leben Jar.cn, W'ilhelm vnd Cupu abel' wurden in lIelbigem 'l'hurm 
gefangen, Ululob es 
leich nur Gin' Kloster wal', 80 wehrten sich doch die Monchc md Krieges- 
Jeute in der bIltern Kilte 8US dem WHłRoo: Kloster gcgen 'die:'erfrornen Kriegesleute also, 
dars sie niebts schaffen konnten, sonde'JIn ,mit 8chlmpf vnd 8pott davon abziehen mufsten. . 
V or II I e 8 c o w wiihreta dla Bclagcrunge lange, das Volek IlaUc kcin Saltz vnd Brodt, 
eine groCsc KrancUlCit kam unter Ile, so dafs viele Knechte sturbeu; da zog dcr Konig ab, um 
dali Lagcr mit Nothdurfft BU veAohen,"\'nd dcn Kriegelileutcn Geld zu vcrschaffen. Mittlcrweile 
liers er dcn GroCs-Cantzlcr Johannvon' Zamoisky, General-Kronfeldherr, mit gcnugsamer 
VoUmacht im ł'clcllagcr, zu tlłUn vml zu lartjcn, was er wolIte; dcnn es war eiu Legat vom 
Pal1st Gregorio nach Moscow gts.audt; mit Nabmen Antonius PosscvinuB, dcr handelte 
vmb den ł'ricden zwiscben clen beyden Potcntatcn, dem Konig von Polen vnd dem Moscowitcr, 
welcher ł'dcde auch endłicla gesclllofeen wlfrd AU:lO 1
2 am Uj, Januado dergestalt, dars der 
Moscowiter allcs, was CI' seit 1558 bcr ,( wcn 'Im Jalłliario, vnd 'also seit 2.. Jahrcn hel') einge- 
Iłommen , mufste innerholb 4 W oeheJtabt\'etcn
 DUPI1ach wiiJd.cn aUe tcutsche Kriegesleute Dach 
Iłiga bcschieden nad volIig bezohłt, ifłll
ichcn clie UlIgarn, die l'reufsisehcn 1I0łfłeute nach 
Maricnburg der Zahlung wegen verwiescn, die IJol en vnd Liltauwer bekamen Zahlungs-Tcr- 
mine aus dem Polnischen vnd Littauwischen 8chatz. J lU: al ..) 
Der KOllig Stephanus kam Anno 15S2 den 12. Martil ,,"or Riga mit etzIiclaen Polni- 
Helaen vnd LiUauwischen SenatoreD, wie der Moscowiter das Land abgetreten' hatte, cine richtige 
Ordnung mit clcr Stadt vlld dem gantzen Laude zu machen. .ił( I':.i . 2' , 
Eratlich Dałam er die Stadt-lliilldcl vor, dicweil der - 118udel mit dcr Stadt in dcr 
Subjcction in einem Puncte war ausgesetzet wordcu wegcn dcr geisUiehen Giiter. Da begeJarete 
er in der Stadt zu dcr kleincn MagdaleIlen Kirche vnd dem dazu gehorigen Jungfrauwen-Kloster, 
d8rinnen er noch die papst1iehe Rcligion fand bey 2 alten Nonncn vnd ihref 'Abbedifsill, noch 
eine PCarrkirche fur sich v.id die PiipstlichclI; doch sollten uieht mehr ais eln PfarrlJricster ocler 
Plcb8nus vlld 2 Capcllanen dariamen seYII. Dicscs fiel den Uigischcn sehr 'sehwcr, weilCII sie 
dic LuUaerische Ueligion bisher aUein in dcl' Stadt gehabt, SUIJpIiciretenzum iiłftcrclI, vmb da- 
mit versclaonct zu werden, aber es verechln!; nicbts, 80ndcrn 'sie riiumeten ciem Konig endlich 
die Jacobi - Kirclae Anno 15
2 den 7. Aprilis ein, Es versicherte dar8ułf der Konig mit SiegeJ 
rI .,11 . I 


li
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. 


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vnd Brieffcn dcn Thumb ("11111'&.n iusonderbeU' der J(Dnt
 tin jl1s,zu hahen vermeinte Vlad urgirte) 
vntl 811e andt\"re 1I0spitiileł', Kirćhen, Kloster,' K-irobcDgittar in der Stadt, aus,;cnommcn 7 Heufser 
liir dar St. Ja

bi-Kir@e Prielloter vnd Dienere, imgJeiclum dali. achte gegcn dcm Kloster iiber, 
vnd dapn die -von de.. Stadt 'den Priestern we
en der Tbumbl.ircJaen Heufser jiihrlich zu zalilenden 
100 Polnischen, Gulden, ....ovon aUemahl 5
 auff Ostern vnd ił) auff Martini erleget werden. Hie- 
mit 11 Ue der lIandei wegen d:u' Kirchen vnd geistlicheli Gutcr eeine Iłichtigkeit. :tłO 
l'! [I Zum andcrn liers der .Koni
 ,wegeu. dCl al1geńfseneo lIauClles Kir c h h o I m vnd des Block- 
hauaes vnd der Vorbur.

 ,Buch wegen der Stadtswiille, 110 auff "('Ii SchloC.es Grund flollten zu 
oahe gesetzet seyn, 1 1Il łtersuel)en,.. hiagegen 1Ieł8 die Stadt illfe Nothdurfft durch dcn. SyndJcum 
We I J i n g einbringen. Darauff ward cin Hccrct abgesprocłlen, daCII die Stadł vor die Abreifsunge 
dei Schlofses Kirchholm vnd dcs Dlockhaose8'f" 80 auff., dem Diina-Strohm gcsclllagen war, 
vnd dafs sie die V orburg , 
illreiCscn lafsen, vnł) den Wall eines 1'heils auff des SchloCses Grund 
geleget hatten, dcm Konige 10,fN.O Gulden ,belahien 80lltcn. Dicse wurden aucb ,-on dcm \-or- 
gestrcektcn Purvcr vud dem Gelde, so den,F,.hte.
łlbachsch"en Knechten war \'orgeschofsen 
'Wordcn, '8ekiirtaet, vnd hiemit waren diese Puncła .Buch: ,ricbtig. 'Idu' I 
Nachher ward wegen eines HischofftllUmes. benatłJscbl8get. Defscn Sitz wurde zu Wo 1_ 
mar geordnet, vud wurden daa:u gelegct das Schlofs ,'I'rikaten. Burtneck vnd Uodenł)ois. 
O d e n p e e im Dorptllchen, dazu wurde ein Capitel von Thumbherren vnd Canonicis verordnet zu 
'\Ył\D.Jlen, vnd noch ein CSI)iteJ zu Kockeohauseó, .', 
 ," o 
Den Jesuiten ward !luff der Stadt Vousens wiede"ge
eben mit=ieW eines Privilcgii, daCs 
sie IDochten zu Riga eine Schule haltcn, vnd von, dem Jungfrauwen Kloster zu Dorpt ein 
Collegium machcn; denen Jcsutten zu Rjga wurden dcl' Jungfrauwen Kloster-Guter au der 
Dune, genandt Dlumenthal, ein Gubt im Ascherades.cheD; vnd noch einel im Lcmb- 
sahche.. eingegeben. , ,
 r . .,1 '" Ił :t I T 
li Dencn Jesuitcn zu D Q r p t ward gegeben das Gebiete 81t Uli Y e n vnd die Kirche zu 
Ruyen, darzu noch andcre Gater, ,im Stiffte Dorpt Sct, Jiirgens IIoff. ,1 tt'/ l: 
Dem Bischoff ward aoch im S1iffte D o r p t gegelten das Gcbiete O d e n p e e vnd W ra n- 
gels 1I0ff. HI 9,11 . "ftł L tn-b8d 
 tu lo 
Darnach vcrordncto Koni
 S ł e p h a n u. zu lIeiner 'l'affelcn drey vornehme Oconomien, 
ais: die erste zu D o r p t, Darzu Jcgte er folge*1t Giite.r, nehmlicb:. den Hoff mit dcm Gebiete 
Techelftlr vnd d,s Gebie&e Cawel,echt, das Gebiete Raiłden
 da8 Gebiete Sag nit z, das 
Gebiete Vltzcn, das Gebiete Rappio.,.. da. Gebiete ,AYB alich Hrind:enhoff, den Hoff 
Trielma. da8 Gebiete Werenb
cke. 'dsa Gehie.te, so voracitclI des Raht. I10ff zu Dorpł 
gewesen., der Hoff EU Ił.uddyn, dei Talckhoff. ,,
 !J r I .L JJ
 
a Die aodere Ocon.wnie id H MlI;riełlłbhl'
 gcle,;et, darzu ward geleget' dBS ScbJofa 
Marienbłlr
,. da8.Gebiete Rositł.ien: vlld,dasl Gebietc Sch waseo burg.i Ił ' łr 
1 t"'
 II Die. drUte Oconomie warlI geleget zu K o.c k e n h a u 8 e n, darzu soli te gehoren das Gebiete 
Kockenhau8 en, das Gebiete Ascherade vnd das Gcbiete Lennewarden. 
Die amlern SehlOrser vnd Hoffe, so der Moscowiter abtreten mufste, verJchnete der 
KOllig deneJl Poleli, Lieffliindern "od Lltta:uw.rn" so lich in dem Kriege wobl verdient gcmacbt haUen, 


I 


- -
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.. 


- 8&- 


Dcm "crren Obristen Jilrgen Fahrenllbach ward erbIich gegeben" das lIauf. !rnd 
Gebicte Kar k UB. Dem "erren M a tt h i al D e m b i n II k Y ward erbUch gegeben dus 'lIauf8 \'nd 
Gebiete P e b a I g e n. J o h B n n :B ii ri n g warci gegebcn der Hoff zu l( o It z e ft.' Dem IIerren 
Thomu von Embden ward ertheilet Sa lis. Diescs aber' war 'ihme sehon, wie ich daf'iir 
haIte, ,vom Konige Sigism und o A u
ust o verlcbnct, Cia us KorCC ward gegcben Kreu tzbu rg. 
Die andern lIeufser wurden in Starosteyen od er 'lIauI.łmannschafł'ten vcrlehnet, ais 
Diinamiinde, Neuermiihlen, Lembl'lel, Ruy-en, Tar w-ut, Feniu, Lah, Oberpah- 
Jen, Neuenhausen, Kyriempe, Marienhausen, Lutzen, Dunaburg, Sefswegen, 
Smllten, Ermis, Helmet, Niełau, Ark"), LeAiburg, Jiirgensburg, Sontzcl, 
Kremon, Treyden ,vnd Segewaldt. U 'lo 
Im Stiffte Von D Cir p t wardcn dorch veJ'ordnete Persohnen alle dasmahl in ilare viiter- 
liche Erbgiiter gesctzet, ais:, Eyl'ert, Krusc,- 'IIcrrmann Wrangel,' Conrad Taube, 
:Bertram IIoltschur, Wolmar Dumpian, Jn'rgen Vóte, Reinhold Harling, Wolter 
Tiesenbauaen zu Halche, . Wilhelm 1'odwen, mehr weir. ich nicht. J1ł 
Es supplicirten wohl vicle von dell Alten vmb die lł.estitution lIuft die geschehene Zusage 
weylanJt Sigismundi Augusti, ais: dieTiesenhausen, vmbihr viitcrlichesErbthcil, das Ge- 
biete CaweJcch t, Ran den, Congen tba I, Vltz en, Wi ttensec, Zerem uise, (Saremo łse). 
'I Darnach auch Johann'łh:kull vnd Otto -oxkull von Mentzen vnd Antzen, Jo- 
hann WrangeJ von Rugelcn, die von Todwen vmb das Gebiet Ringen, Jurgen Tie.nn- 
hau sen, von "utrer, die Brackeln. Fcrner 'alle die Diicke.., die Stackelberge, die 
Br ineken, Dietrich Tie. e nhaus en von Co"ngethal; die Me:x:enkl cin ..), CUIJar 
Ticsenhausen, Peter Tie8enbaosell', Caucrn,-Johann Tiescnhausen von FoC.en- 
berg, Joliann Scge (aliBI Soye). 
Es waren sonst noch viele Supplicantcn, die nielatskriegtcn, ais auch der von der D unckc, 
Fabian Wrangel von Kurremegge, Ref-nho'ld Engedes von Wiuust, die Vietingc, 
die Maydei, Luggenhausen, Wesel er, 'Kosknls ete,."I 
Im Stiffte von Riga wurden lonst die meisten re8tłtuiret, die Anno la77 bey Konig 
S t c P h alł i Zeiten ihre Gilter verlohren haUen, aIs der Moscowiter das Stiffte R i g 8 cinnahm; 
ctzliche aber bekahmcn ihr., Giitcr nieht wieder zuriicke,- ais die von der E r I e, von der J u m- 
merdenc, :Brabecken zur Nietau, elie Fiirstcnbergc, Schwarhboł'e 'etc. 
Diese, .welche nicht reltituiret worden, 8bpplicirten aU., eintriichtig' mit der gantzeo 
Ritterschafft an den Konig Stephanum -vnd die anwesemle Stiinde, vrob dic allgemeine vollen- 
kommene Re.titution aller ihrer Giiter, wo sie auch immer belegcn seyn mocbten, vermoge der 
gethanen Znsage vnd der beschwornen Padcn, so sie mit dem Konig S i g i'lI m u n d o aufł'richten 
lafsen. El lierB aber der Konig Stephanus mit den aDwesenden S'tiinden ihnen zum Bescheide 
geben: lhro Kon. Maj. wiircn im Stiffte D ifrp t kernem eimlił;th eine Verl
hnung (dss war die 
Restitution aller ihrer Giiter) ge8tiindig, delin er hette el dem Feinde mit dem Schwerdt 
flin 
 Jt f; Ił- Ił 
.) Erla. r,. II 
..) Vielleicht: Metdackea, l: Cllumern theatr, livon. I. .U, N: nurd, IUillc. XIII. XIV, 554. 


)
>>>
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I 
I 


-- 


-85- 


genommen; es niihme ihn daher Wunder, daCs sle 80 elnhelJig vmb die allgemeine vollcnkom. . 
melle Rcstitution supplicirtcn, denn sie wohl wuCsten, wie einige an ihrer Trcue bruehfiiIlig 
geworden, die nicht uJJein propter crimen laesae Majestlm wre Giiter, .undcrn auch dIs Leben 
verwirckt hetten, I tf1 
Auff diesen Bcscheid berahtllchlagete sich die Ritterschafft Anno 1582 in Hans :Bau- 
manns Hause, da eben auff dafselbe sich etzliche StorcJae, die in viclcn Jahren zuvor, auch 
nach der Zcit in Licffland nicht gesehen sind, setzten, welches manchen W under gab, Sie besclaloCsen 
aber eiucn Ralat dahin: sie wolltcn noch einmahl suppliciren, ynd sich auff die beschwornen 
. Pacta mit Sigisroundo beziehen, vnd ricJateten ihre Suppliqve folgendcrgestalt ein: 
"DaCs lIaro Konigl. Maj, dcn Vcrjagtcn im Stiffte Riga vnd Dorpt, wie auch sonsten, 
Ihre Gutcr nicht wicdergebcn wollten, wii.;e nieht nach den Rechten; denn daCs sie der Konig 
wieder mit dcm Scllwerdt genom men , solehcs wercn lIaro Konigl. Maj. vnd die Stiillde vermoge 
habendcn Zusagen nad PriviIegien schuldig. Sie sprcchen nicht vmb die Gilter, so der Landes- 
lIerrschafft von AUers her zustiindig gewesen, sondern "mb die, so ihre Viiter "nd sie mit 
ihrem Blute er\\'orben, vnd mit iJarem baarcn Gelde erkauffet vnd bezahlet hetten, vnd eines 
Theils an arme Weysen "nd Wittiben noch grorses Geld scllUJdig weren, die ebenmiiflJig gant. 
demiihtig "mb die Rcstitution bitten. Wenn auch lIaro Kon. Maj, etzliche wiiCllten, die ihrc 
Gutcr oder das Leben verwirckt hetten, so biUen sic gantz vnterthiinigst, I. K. M, wollten mit 
dencn nicht ab e:xecutione procediren , sondern einen jedweden in daR Scille setzen, vnd hcrnach 
dieselben ordcntlich vor dal Gericht lad en larsen, anklagen, vnd nach dem ordentlichcn Rechł 
IItraffcn, wie sie es mocllten vcrdicnet haben; vor diese woli ten sie nichł bitten etc.; ,'brigens 
bitten sie nochmals in allcr Vnterthiinigkeit, ihnen die Restitution nicht zu versagen, sie wolIten 
es in bestiindigcr Trcue mit Leib, Guht vnd Dlut au verschulden wiCscn, sie hcttcn auch ver- 
nommen, daCII Ihro Kon. Maj. Vorhabcns wiiren, eillige Privilegia, so von dcn vorigcn Landes- 
herren wcrcn gegeben worden, zu cafsiren, dal I. K. Maj. ohne Unterschicd nicht mit billigen 
Rechteo unvcrhorter Sachcn thun kODlaten; dannenhero bitten sie auch, daCs das, was I. K. Maj. 
hierinne moelaten verbiingen, solches ebenmiiCsig nach den ordentIichen Rechten, vnd nicM hio- 
terriicks geschehen mochte, damit eill jedcr sich mit ordClatlichell Redaten defendiren vnd ver- 
treten konne, indem I. K. M. "nd aIle illre AllteceCsores vermoge allen Rcdaten vlld Constitutioneo 
bey der Kronunge beschworen vnd cavirct, aHa Hare Vntertllanen vnd jedweden insonderheit bcy 
ihren Siegeln, :Brieffen Vlad Privilegicn zu erhaltcn, wie denn Rolehes insondcrhcit deneo Lieff- 
liindcrn in der Subjcction vnd Vntergebunge an die Krohne Polcn were st.Wich vcrprivilegiret, 
versiegelt vnd YCrbrieffet word en mit Bewilligunge aller Stiil1de; dahero wolltcn sie aber vnd 
abermabls vnterthiinigst vnd demiihtig vmb die Gerecbtigkeit gebeten haben. FaIls aber widcr 
ihre 1I0ffnunge solches nicht lIeyn solltc, vnd sie nicht sollten gchoret werden, so wolIten lIie 
aUI bocbdringcnder Noht hiewider offentIich vo,.. Gott im Himmel vnd aller Welt protestirct 
haben, daCs ihnen Rolchea mit keinem Fuge, sondern wider aIle beschriebene Rechte vnd die 
BilIigkeit verweigert worden etc." 
Auff di
se Supplication vnd eingelegte Protestation hat I. K. M. die Sache bis auff den 
Reichstag verlchoben, da sie denn Cerneren :Be8cheidel 80nten gewirtjg le}'n. Wal nun darauff 


.
>>>
- S6- 


"nd auff aUen folgenden Reichstagen 1st gesucht vnd verabscheidet wordcn, wciCs jch ęigent- 
lich niebt. I' 
.. "I Dcr Konig verorduete naclaher mit dcn anwelenden Stiinden einige Revlsores von Polen, 
Littauwern vnd Tcutschcn, die das gantze Land, alle Guter, ScblOCser vnd Burge, wie aucb der 
von AIlel ihre Giitcr, Bricffe vnd Siegel revidiren vnd beschrcibcn solltcn. I 
) b 
Hicrauff verordnete er fcrner zum locum tcnente od er Statthalter in Lieffland den 
:Blschoff zu Wilda, Georg Radziwil, dcr nacJaber vom Papst zum romisclaen Cardinal gemaclat 
worden. Er wal' ein hocbverstiindiger Hcrr, dcr gerne die B iIIigkci t 
or Augcn baUe, vnd 
einem jeden Gerechtigkeit ertheiltc; so fiibrte er auch ein ebrbarcs Leben vor ,dcr \lelt. Er 
war in Liefflandt bis 1
, Ebe er von R i g a wieder abzog, liefs er ausblasen, dafs, weun er 
oder seine Dienere in dcr Stadt etwas schuldig weren, ein jeder zu ihme kommen, '"nd seine 
Bezablunge ablaolen mOI:hte. 
Der Kónig S t c p la a n u s IIchickte aueh an den Konig J o h a n n e s von Sehweden, vnd 
beschwerete sich, darli er in pracjudicium seine8 Reicbc., wie er In ReuC
landt mit dem Mos
 
wlter 
e8tritten batte, ,so hette der Konig Jobannes in Lieffłaud die Stadt Narva
 
Weifscnsteill, Wesenberg nad die andern I-IeuCscr in dcr Wiecke IIabul, Lode, LeaJ 
"nd das Kloster P a d is cingenommen, welche. ihm zum V orfange gescbeben were; cr lIollte 
sich in ReuClilandt wcgen des in Finnland V Ola dem lUoscowiter erlitteoen Schadens gerochen 
haben, in Liefflandt were ihme dicscs kcinellwegcs anstiindig; begchrcte dcswcgen, cr soUte ibm 
dle eingenommenen Ortcr gutwillig abtreten, oder er thete dawidcr protcstiren, daCa, wcnn mcbr 
Vnheihl daraus crfolgcn wurde, er dazu keine Vrsache wcre. 
Darauff IicCs der Konig von Schwedcn Ihm ais seincm Schwager ZUl' Antwort geben, 
dafs Llefflandt ,-or dem Moscowitcr zu beschiitzen, ihm vlel :Błutt vud Geld gekostet hette, 
wen n ihm solehes bilIiger Wcisc crstattet wurdc, hettcn sie sich schwiigerlich vnd nącbbarlich 
zu verglcicben etc, J ' 
Wie nun der Konig S t e p la a n u s meistentheils seine vorgenommene GelcJaiiffte zu R i g a 
wegen Liefflandt verrichtet haUe, liquldirte er mit dcr Stadt, da er denn der Stadt noch eine 
Summa Gehle. scbuldig blieb, davor gab er nar th:kull vDlI Kirchholm :» Jabr zu besitzen, 
bis er ilmen die Summa alsdenn ohne Abkurtzunge erlegen "nd bezahlcn wurde, gesegnete sicla 
also freundlich mit dcr Stad t, dem IIertzoge von Curlandt vnd der Lieffliindischen Landschafft 
vnd zog am 2, May wieder nach G r o d n o in I
ittauwen. 
Ehe vnd bevor abcr der lIerr Cardinal R a d z i w ił abzog, begehrete er den Eydt von 
der Landschafft, weilen die Stadt schon gellcbworen, ehe dcr Konig zu Riga anka11m. denen 
Herren Koniglichcn Commissarien J o h a n n i D e m e t r i o, der hernach Ertzbilichoft' zur Renfsi.chen 
L e m b er g war, vnd dazu A g r i p p a e, Castellano in Littauwen, , 80 drang der Herr Cardinal 
instiindig darauff, dafs die Landsch.fft den Eydt ao I. K. M, abl
en 80Jlte. Ob nun wohl et... 
licbe dazu willig waren, so waren doch vlele, insonderheit die, so ihre Giiter oicht zurucke 
bekommcn konnten, welche widerredeten, dafs man sich zur Eydeslelstunge einlaCsen lIoUte, 
ehe sie ihrer Giiter miiclatig worden, vnd sperreten sich hefftig, sonderlich die D u c ker n, 
welche. ich daraus spuhrete, dafs der F r i e d r i c la D u c ker zu mir inll HaufIl kahm, wie- Ich
>>>
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der jiing8te im Rahte :war. uod erzehlete mir den Handcl (wie er denn aucJl kein vogcschickter 
Manu war), dafs man die Landsehafft ha den EJdt habeu woli te , C8 łliitten sich iluer ctzliche 
beredet; deneu es fast bcdeucklicJl Hele. sic h olllle ihrc Guter mit Eyden zu ,'erstrickeu; dero- 
wegen wollte e'r' :mich gebcten' haben, ob łcbs nielat vertraulicla mit dem Ilerren DUI'gemcistcr 
bcredcn wolltc, ob sle nicIat ein gutes VurstiindniC8 mit der Stadt haben konnten, daCII eine, 
dem andcm Olocbtc die Band bietcn, mit billigem Recht seine Freyhcit zu vertreten. Ob mich 
nun dicses zwar bcfrcmdetc, 80 bedachte łeh mich doeh gantz kurtz vnd liagtc: Cli wiiren wich- 
tige lIiiudel; ich muCste mich darauff beCBcr bedencken, weil ich I. K. M, mit Eyden verwandt 
were, CI' sollte mir bis morgen Zcit geben; mitUerweilewolJte ich es vberlegcl. ,-mI ibme :Be- 
IIchcid crtbcilen. Ich fragte ibn, ob er solche Saehen auch bcy audem in dcr Stadt gesuelat 
hette, da sagte er: Ja, er hette es mit dem I1errcn CJa,:&s Fiecken, Herren Wilhelm 
Springhausen, Roloff Schriider dem Eltermann, vnd audern bcredet, den en es Ilidał 
miCsfałłcn, wen n nur eha RaUa dazu kcnnte bcredct werdcn. Sie hiittcn gerahten mich zn ver- 
mogcn ,es bey dem łłcrrcn llurgcmeistcr zu nrlescn. Ich liCrB es aber bcy meinem lledcncken 
beruhen , vud wie er wcgging
 moelatcn sie viellcicht Achtung gegeben haben. wo ich Ilinginge. 
Ich ,-erfiigte mich Bofort zu dem damahligen :Burg - Graffen C a s p a r z II m B e r g e n, '\"IId erzeb- 
lete ibm dicse Aumuthunge, vnd bat ibn vmb Raht, wclcheo er mir folgendergestalt ertheiltc, 
vnd der mir geficl. Ich sollte nehmlich sagen: Ich wollte niell t hoffcn, dars der Cardinal 
wegcn l. K. M, etwall anmuthen wiirde, das wider Gott werej wcun 80lches geschchen, sollte 
er es mir in 8pecie vertrauen, demnaeh so woli te ich mich in dic Sache 8chicken. Er kahm 
aber nieM wieder. Mittlcrweile gab dcl' Cardinal frey, wer nicht sehworcn wolIte, mochte C8 
laCsen; abel' er gab ihnen zu bedcnckeu, daCs sic vielmehr mit Fortfahronge des Eydes, ais 
mit Verwcigerunge J. Kon, Maj, Zu Gnadeu bewegen wiirdcn, Darauff schwurcll die V ornclamsten 
vnd bliebell wenige dabinden, al8 die D u c Je e I' n vnd wenige andcre, - welche zum Lande hinaulI 
gezogclI. Fried ricla Ducleer 8tarb in den Niederlanden, vml lieCs seine Frau vnd eiuen 80ho 
in LiefrIaudt zurucke. Ii .. .n 
i ł : 


II 
ł nliJ 
1 Der nene 
aleDder vnd der daranff erColgte Lerm in Bigą. 


111 
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Al 
ID Ehe nun der Cardinal abzog, 80 vbergab er cin Konigliches Mandat, daCs Riga (len 
..eDen G regor iall i lic h en Caleuder annellmell vnd solchcs. publiciren larsen sollte, Diers verllr- 
eacbte wunderIiche Rahtschliige in der Stadt, die Biirger bildctcn sich eiu, diese Neucrunge 
wurde ci ue Mutation der gantzcn Lutteriselaen Lehre Dach sich zieheu, vml wiedenmb die 
Piipstliche lłcligioll folgen, Es kahmen darauff audermahlige l\lal1data helaus, aber die Gemcine 
wollte nich t darillIle willigel1, Darauff liers ein RaM vn(1 das Ministerium wie ein politisches 
Ding dcn neuen Calcnder publiciren, welches eine groCse l\'1urmeley vnter der Gemeine gab, 
insonderlaeit vntebtund sich der Rector der Schule IIcinrich l\loller sełnen Scbiilcrn wider 


-
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SB 


... 
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dlesen neuen Całcndcr za predigen" daCs es dem Papst eine :Brucke were, darvber man da8 
Papstthum wicdcr in die Stadt fuhrcn wolltc. Da ward solcb ei" Murmeln vnłcr dcn Burlern. 
Wenn die Predi
cr predigten in der Kirche, so schnurreten sie durcb die Kirche hcr, daCs- dcr 
alte Pastor vnd Senior lIerr George Niener zu mir sagte: Mich dunckt, die Munsterscben 
Geister werdcn zu vns einftiegen, wir mogcn wobl Gott bitteo, daCs er solch Vngliick ,.on 
vn8 abwendc. . a . . 
Eli. haUe aber dcr damahli
e :Burggraff mit dem Pastoren, der den Calendcr von dcr' 
Kantzel publicirtc, geredet, vnd dieser ihme gesagt, wie dcr Rector wider den Calcnder geprediget 
hiUe, auch er CI ihm widcrrathcn wollcn, solchcs einzustcllen, oder er kOlmte daru ber eine Vnruhe 
anrichtcn, Darauff bat ihn der Rector groblich angefahrcn und gesaget, er woll
 scin GcwiCscn 
wohl zu bewahren wiCsen, ob sie gleich dem Tcuffel oder dcm Papst boffircn woUten. W orauft' 
der Pastor ibme nocla einmahl gcrahtcn, von seinem Eyffcr abzul!tehen, weilcn der neue Ca- 
lendcr nicht die Religion betrcffe, so'ndern solcheli nur eine politischc Sacbe wcre, er wurde 
dadurch nur den Konig beleidigen. Der Rector aber babe darauff noch vnbescheidcl\,ęr geant- 
wortet: 'Wal sollte der meineydige Konig, ich fijrchte Gott mehr, ais seinen Zorn, vnd will 
leinetwegen mcin GewiCscn nicbt bC8chwercn. J.. 
DieCs hat der Pastor Jiirgen Niener dem Burggrafl'cn Nieolaus Eecke angezeigt, 
worauff cr ihn belaebst dem Rcctor vor den Raht gestcllet, tła dcnn der Pastor Jur g e II N i e n e r 
in dcs Ił.ectors Gcgenwart alles refcrircn muCscn. Dcr Rector bescbolligte seine Predigt damit, 
daCs er aUcin seinen Schiilern Lections- Weise vorgeprediget, negirte aber nicM, daCs er wegcn 
der Annebmunge des ncuen Calendcrs mit ilmen vneinig wiire, so hiitte er aueh vor kcinem 
die Thure der Scbulcn vcrschloCsen, dcn Konig aber mcineydig tituIiret zu haben, war er 
nieht gestiindig. 
Der Pastor blieh aber dahey. Daraufl' muCsten sie beyde abtreten. Der Durggrafl' E e c k e 
wurde nunmehro feurig vnd fragte dcn RaM, ob sie ihm, was er Amt8 balber vornehmen wurde, 
die Hiinde bicten wolltcn, oder ob er andcre lIulffe gebraucben solIte. Darauff ward ihm geant- 
wortet: Frembde HiiIffe gebrauchen, were dem Raht bedencklich; er sclae aber jetzo den 
groCsen Eyffer der Biirger wegeo des angeoommenen neuen Calendcrs, daCs etzliclaell recbt das 
Fener in dcm Offen (Ofen) brennete, derowegen wollte der Raht ibn getreulich ermahnet 
babcn, daCs er in diesen Suchen nicht zu eyffrig vnd zu scbleunig verfahrcn solltę, 8Uft' daCs 
nicht ein vnzeitig Feuer in der Stadt erwcckt wurde. I1crr Eecke sagtc, er wiirdc wohl wiCsen, 
wa8 er thete, vnd was sein Amt erfordertc. lIerr G e r d t R i n g e n b e r g fol;te ibm wie er 
abging, weil sie Nachbaren waren, bat ihn hofflich, daCs er nicht schleUlaig in diesem lIandeI 
verfahren mocbte, er besorgete sonst VngIiick in der Stadt. El balfl' dieses abcr nicht; er 
landte 
egen Abend hin vnd lieCs den Rector aulłil Iłahtbaurs setzcn. EH war aucla allda ein 
College von ihm, dcr Conrector R 81 C i u s, zu deme lieffen leine Discil)uli, die grorse
 Priman;, 
"nd begehreten, er lollte Mittel schaffcn, daCs der Rcctor miichte aus der Hafn kommen. 
Die8er nimmt etzlicbe Burger zu lich, Vlad geht zu dem Burggraffcn Eecke, biUet, er mochte 
auff :Burgschałft 10lgelarsen werden, lie wolIten ihl) allemalal wieder stclhm; der Durgga'aff aber 
wollte ni ht darein willigea. Wie się wie der vom Rahtbause kawen, laułft aIlcrley Gesinde
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, ___ S9 


2U mit grofsen Eyfl'cr, 'fOtl erwischen eine Fcuerleiter, Jauffcn das Ruhthauf8 an, słiirmen es, 
bringełl den Rector łacrunter In Icin HauCs 'fnd greiffen zu den Waffcn, bcstellen ihm Wiichter 
vor Gewalt; ander Ioses Gesinde Juufft mit lhten, Beilcn, Darden etc. naell dcm MarcU, erwi- 
8chen dic Trllmmel, 80 vnter dem Rahthaufs war, damit man die Knechte zur Wacbt Iadet, nad 
8chliigt darauff ein Ioser Lumpen-Kcrl, Anc!reas KQute, Allarm. Da fiel der PobeJ gleich 
in dcs lIerren E c c k c n, des Pastorcu N i e n e r ",'mi Doctor We II i n g s lIaufs, die wlIrden aUe 
gcplundert, dcr Pastor schiindlicla ver"undct, der :Burggraff ",'n d der Doctor kroehcn mit Weib, 
Kindern vnd GesilUle aus dcm W cge zu Wiuckcl, vnd gaben all es zum Besłeu. Alle Burgemcistcr r 
vnd Ralatsherrell versperreten ihre I1eufser, imgleichen viele Durger vnd Hefsen Herren O m n is 
seinen Uaht. _ 
Wic mm jedcrmann 2um Winckcl kro ch, saudte ich nach der Kricgcslnechte Licutenant 
II e rr m a n łI \"on S c h e d e n nld bcgehrete, er 
ołlte ctzliehe Kneclate an die lIaud bringen, 
vnd mit mir zu l\larckt gehen, damit wir dem Pobcl vnd dem Rauben Einhalt thun mochtcn; 
der sagte mir aber, er wuCste in diesem Zustaud keiue Kuecbte auffzubringen, besorgete auch 
die Gefalłi', daCs das Feuer groCser werdcll moebte, wen n die :Burger seben, daCs sie es mit dcm 
Raht laielten, So begehrete ida, er moclate BIIeiu mit mir Dach dcm Marckt gehcn; aUcin er 
unterstuud cs sieh nich t zu tlaun. Ich bckam darauff noeh von Burgcrn, meincn Naehbarcu, 
drcy odcr vicr, cHe mit mir aufl den Marckt gehen woUten, -ł-łld nahlDcn "nserc \Vchrcn ,'ml 
gingen lain, so haUe ich aueh cin pa ar Fackeln bcy mir vnd trat natcr diesen rohen, biibisclacn 
nauffen, nad straffete solcla ihr boses Beginnen mit Worteo, vnter andern mochte ich sagen: 
man wird die Riiubcr wohl kenncn, sie schen ZlI, daCs mao nicht Galgen vnel Rad damit zierc. 
Da war cin boser Dube, ein Schlofser, ehl groCser Kerl, biefs K a l} p c n o n c *), der that sieh 
hcnor, Sl)rccbend: Was wilIt du nocla zu straffen drohen, vnd hcttc mir gerne eincn Schlag 
mit einem grofsen morderischen Sclalachtschwerdt gelanget, wen n es etzJiehe :Biirger nielat ver- 
bindert heUen. Icb crmahnete aber die Biirgcr, dars sie mir, vermoge ihrcr Pllicht, wcilen 
ich cin QlIarticr-I1err war, folgetcn. Da IicCs ich die Fackeha vor mir hcrgehen, nad zog nach 
de8 :Burggraffcn lIaurs zu, trieb die Buben vnd Riiuber herau8, \"Ild besctztc das lIauCs mit 
meincr Rotte Burgcr, ",'nd zog von dort nach Dr. Wellings l-IallC8, vnd rcUete dasclbst, was 
"och nicht wcg war. Darauff verCiigtc ich mich nach des Pastor Jiirgen Niener's HauCse, 
der war hart verwundct, ich sandte derbalben zum Barbiercn nld besetztc scin Haufs auch. 
AUmiihlig bekam ich die andcren Quartierc zu Hii.lffc, da sie \'crnabmen, duCs ich ill dcr WChre 
war nad sie auffordern licCs, verdriestctcn sie sich **), bervor zu Iwmmcn. Da zog jcb mit 
dem Herrn Detloff 1I0ller nad etzliche
 :Burgcrn vor des Vogetca Hcrren Johann Tastii 
HauCs; da waren 8ic mit der Fcuerleiter auch davor, klopffeten an vnd wolltcn die Thiire auff- 
storsen. Da ware lleutc gewesen, - denn cs haUe ein \'oł-lłchmer J.\lann eine Kistc mit etzlichen 
1000 Gulden bey ihm stehen, die wir ihm rcttetcn. Darnach schlngen wir sic auch voo dcm 
Jesuiter Klostcr, da wollten sie au ch Beute gcmacht babell; imgleichen von I1crrman
 Schrel- 


I 


.) B er g m a n n im zweiten Theile .einer hi.torilicbcn Schriften nenlIt ibn S. DO. G OB '" i n B o h n e, 
..) erdreieteten eie licla, 
Mon, Liv. ant. II, 18 


......, 


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bers I1aufsc, da der Bisclaoff Sclaenking damais zur I1crberge lag.), auch von Alberdin.gs 
HauCse, da au ch wobI Schmuncken gcwesen wcrc, Summa dic n urger verdriestetcn sich zur W chre. 
Da machtcn, wir Ordnung dcr Quarticrc. Vie gantze Nacllt zogcn wir ein Quartier "mbs andere die 
gantze Stadt auff vnd nieder durcJa alle GaCsen, bis cs l\lorgen ward, Auff einem Sonntage, da bc- 
scbicden wir nach dem Scrmon aIlc BUI"gcr am MarcU aułf das N e u e H a u fs .+), da sprang ciner 
henor, dcr dic Fackel tragen woli te , Nahmcns Martin Giesc, der war dazu bcstcllt, dafs er (lie 
galltze Stadt rcformircn soli te, Der sollta dic-bcste Wcise dazu wiCscn, vnd haUe seine Ohrcnbliiscr 
heimlieh, insonderhcit dcn N i c o la u s F i c c k c n, der denn dcr rechtc Autor dicses Sllieles war. 
DcrRector lIeinrich Miillcr sein College, vnd der Altermann lIans zum Drineke, Dr. Sto- 
pius warcn auch heimlichc Anbliiser, wie auch dcr Conrcctor Rascius, Dicsc macllten sich nun 
8US dcn lliirgcrn, die sie anlciteten, cincn Anhang. Daraułf gillg nun dcr Auffl'Uhr fort, 
J
rstłich muClite denselben Abcnd E. E. Raht hl dcr Accis -nude bcysammen seyn vnd 
gclobcn, gegcn dcn neehsten l\lorgcn des Montags bey dem Eydc V crboM zu tlili n, licscs 
gcschah. Mittlerwcilc besetzten sic allc Stadtpfortcn, dars niernand herauskommen koamtc. 
Des Morgens vmb Glockc 8 kahm ein Rallt zusammen, da Hefs dicser lłeformator G i e s e alle 


.) Folgendei Zeugnirli, wcIchel der BilicIlOf Otto Schenldng dem Burgermeister Nyenstiidt auf 
seine JłiUe gab, bcfindet sich unter den olten I'0l'ieren der hiesigen Stodtbibli"thek. Es loutet: 
"Wir O tt D von GDUes und des heiligen IłDmyachen Stulla Gnaden , in Lien'londt, zu Wenden 
BiscbDłf etc, Vhrkunden mit diellem Vnaerm Dffcnen Briełfe vndt Wohrhaffter Kundtachofft, daCa lich 
Anno l:i85 den li. Januarii in der Stadt Riga ein gefiibrlicher aufflaułfvDm gemeinen Poffell erreget, 
der zu wCbr undt waffen gegriffeD, undt ,,-i el ehl"licher Leutc beleidiget, ilare lłCuBer gel'liindert undt 
lolch ein Scbrecken in der Stadt gemocbt, daCii ouch dic lIerrcn des Rahbl selbat in ihren beuscrn 
VDr dem roben lIi1uffcn vnBicherheit hillbcr Bich verscblieCsen muCsen, wir OUl"b Belbst vor etzlichen 
Buben in unlierer lIerbcrgc in II cr m c II S c h r c i b c rII Hause nieM lIicller gcwesen, wan nicM der 
Ehrenvestc undt wDII weiser lIen F r a n t z N i e n st c d t, RaMs Verwamlter du StOIU Ił i g a lich 
IleUe in dic Wałfen Ebenturet undt gegeben, GuUc Leutc an dic JIondt gezogen , undt olSD negst 
GiiUlkher lIiilffe mit gefohr Bcinel LebenB den aulfruriBchen Piiffell gcdcrnl,fct, unII undt die Sand 
Jacobs Kirchen mit den PutribuB Societoti. Je.u und mcnnigen ehrlichen Mon in der Stadt scin HauCI, 
Leib undt GuU geachiitzct hette, Wie er dan audI die folgendc gantzc fiinff Jahrc in der vnruhigcn 
zeit mit grofscr nutzc IIndt 171ft Lcbcnsgcfobr mr den auffrurischen geiatcrn dal Iłegiment, wie die 
andcrn Henn Burgcrmcistere undt andcrc unsichcrhcit Imlbcr ihr Leben' nicM vertrouen konnen, in 
dcr Stadt erhaUcn, davDr ibme billig allc friedliebendc Leuto Danck wiCsen mogen, Won don der 
Herr N i e n s t e d t VDn unl dcCaen halber Iciner nDhtdurłft Doch "llrkundt undt gezeugnirs gebeten, 
alfl wollen wir IIDlehcl Mcmit Seiner Achtboren vnvorweigcrt gerne mit geteilct haben, undt menniglich . 
bDben undt nicdrigll Stondes gebehten haben dcn JIcrrn N i e n s t e d t, dielc seine WDII VerhaUung 
zum \'Drdcrlichstcn wDllen genieC.en larsen, Vhrlmndllich baben wir dielCli mit unlerm inliegel undł 
SubseriptiDn bcglaubiget, GClehellen zu ni g a den 30. AugU8ti 1591. 
OttD Schonldng, L. S. 
EPU; Vendens. 
Anmerlung der aUcn Ablchrift: VDrlitchcndcs i8t 1'0n dem wahrcn Originol nbgeschrieben word co. 
..) Das Haul der Icbwarzcn Hiiupter. Diclel wurdc in dt:r fruhern Zeit allgemcin: dat nyc hUI, dal 
neue lIaul gcnannt, 



 


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Biirger auff dcn MarcU trcibcn, vnd Quarticr- Falmen fiber sie flicgcn mit Pfeiflen vnd 'l'rum- 
mchl, Da wchlctcn sie 1Iugs HauptIeutc, Fcndriche, Quartier-JUeistcr Vlad Rumor-Meister, es 
ging an ein Bulderu, pfeiffen und Trummcln die cinc Gafse auff, die anderc nicder, vnd wur- 
den 16 Miinner erwehlct, die vor dem Ralat aufftretcn murstcn mit SI)iefsen vnd Stangen; da 
8tund G i c s c vornc an der SI)itzc. Da ging es an ein Capituliren vnd l\Ieistern (was wir sagen 
das gilt gemein ) dcs Ralats. l\lan schricb dcm Ralat eillcn Hauffen Artickel -ł'or, die cr widcr 
lIeinen Willen eiugchcn muCstc, worvbcr Ił Tage tractirct ward. Nolens volellS muCste dcr 
RaM allcs bewilligcn, was sic haben wolIten, so sie die Stadtpforten wieder auff haben wollten, 
denn sie hatten alle Pfortt'n- md Kalitcnschliirsel łlład Protocolle zu sich genommen. 
Da des llurggrafl'en HauCs gcpliindert war, murste er aueh cinen V crtrag mit ilmcn 
machcn vnter seiner iłamI vnd Siegcl; aber da dic PCortcn auffkahmen, wich cr aus der Stadt 
flach dem SchloCse, Hefs Ralat und Gemcinc auff 10,000 Gulden -ł'or dcn Cardinal citircn, wcgcn 
2000 Thalcr, so cr sagtc, die ihmc gcnommen "eren, md sodann wegcn seincr erlittenen Injllrien; 
dic erkanllte ihm dcr Cardinal zu. G i e s e appcIlirtc wegen der Gemeinc an den Konig S t e- 
phunum, 
tto Kanne, des Ruhts Secretarius, dcn mufste dcr Ralat ohne scinen Danek nacla 
der Gemciue Willen ubsctzen, der zog aueh aus dcr Stadt naeh T r e y d c n. Herru J o h a n n 
l' as ti u m beselauldigtcn sie falschcr Rclation, so er wcgen dcr Legation soli te gethan haben, 
,-nd daCs er crimen pcculatus sollte bcgangen Jaaben, ju daCs cr die Gemeinc in scinem V ogetey- 
Amte geschindet hettcj vnd wic cr vcrmcrckte, dars sie mit Gcwalt un ihn wolltcn, wich er 
aus dcr Stadt uuff das Schlors. Da mm dcr Can1inal aus Lieffland wcgzog, wur Konig Sep ha nu s 
zu Grodno, da sollte man die Appellation £egen den :Burggraffcn prosequiren, vnd (len Tumult 
entsclaul
igcn. Da nahm die Gemcinc, odcr -ł-ichnehr G iese, aus der Gemcinc ctzHchc vertrautc 
Pcrsohncn bcsonders in Eydt, die seine gcheime Riilate in dcn Tumult-Sachen waren, Diese 
bcstclltcn einen Licentiaten Casparum Turban, so bcy Nicol. Fiecke im lIause lag, den er 
lange dazu vcrschrieben hattc, vnd den N otarium lU a r t i n von C Ie v c, die wurden mit zween 
aU8 der Gcmcine, ais Gofsen Parbas vnd lIinrich zur Wicge an dcn Konig gcsendet. 
Ein Rabt sand te mich vnwurdigen, wcilcn ich derruahlen 8chon llurgemcister war, den Syndicum 
Dr. Welling und Caspar Drcling nebst dem Secretario David Hilchen (der ward kranck 
vnd blieb zur W i I d a ). Wir kahmcn zu G r o d n o an, wo dcr Konig dum.hls war, mufstcn 
aller alIda ctzliche Wochcn warten, bis der Cardinal von der Wilda kam, ehc \\ir Audicntz 
vor dem Ki:inig huttcn. Wic wir vorkaJamen, fandcn wir vor vn8 dcn Hcrrn Burggruffen N i c 0- 
lau8 ł.:cckc, Johann Tastium, dco Pustor Jiirgcn Niencr vnd OUo Kanncn, den 
Sccretarium. Diese batcn gantz kurtz, daCs sic mochten rcstituiret. die Buben bestraffet, vnd 
die Vnl!chuldigcn verschonet wcrden; die Stadt abcr des Auffruhrs nich t entgelten mocbte. 
Der Lieentiatu8 Turban bracJate ein langcs Klag-Libcll wegen dcr Gcmeinc vor wider 
die Exulc8, vnd der Ilalat wurde vor dcn Konig vnd die Senatorcs getafscn. Dic Exule8 batcn 
copiam, sich zu vcrantworten. Wegen dcs Rahts heUc Dr. W c II i n g rcden sollcn, durffte aber 
nieM wegcn dcr Gcmeine, -ł'ml so muCstc ich telltseh reden, vnd bat COI)iałD, so auch gcgeben 
wurde, Darauff 8tcIletcn dic Exule. einc Vcrantwortung. War die Klagc gC8pickct, so wur es 
die Antwort noch bcfscr. Wir wegen dCIi Iłaht8 verglichen vns BO weit mit dcr Gemeine, daCs 


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wir, da wir das andere maM vorkamen, schlechthin baten, f. K. Maj. mochtcn doch vmb weni- 
nigcr Vbclthetcr willen der gantzcn Stadt solcllcs nieM eotgelten laCsen,' sOlldcrn dCII lIa,ndel 
also erortern, daCs er dcr gutclI Stadt an narclI Privilcgien vnschiidlich scy, 
_ DieCs nahmen nUII f, K. Maj. ncbst dcn 
natoren ais bcschloCse
1 an, vnd gabcn 'zum Dc- 
tlclaeid, wie folgct: Es habcn I. K, Maj, dic Beschuldigungcn vnd Entschuldigungcn angehorct; 
dem scy Ilłlll wic ihm wolle, so wolIclI wir euch auffcrleget vnd befohlclI habell, dars ilar alles, 
was ihr mit dem Tumultc geendcrt habet, ,,,icdervmb ill dcn vorigen Stand sctzet, vnd den 
:Belcidigtcn vod DcscJaiidigtcn ihrcn Schadcn wiedcr ersctzct, vnd verglcichct euch mtcr cinandcr 
lei ber. Wc Dla solchcs gcschehcn, "od cuch Einigcs zu endern nothig seyn ,,'ird, wolIclI ,,'ir, 
wenn ihr solches einhcllig bcy uns suchcn wcrdet,- eueh dcr :Billigkcit nach nicht verweigcro. 
W cHen ihr aber mit dcm Auffruhrc so wcił fortgcfahren seyd, daCs ihr cuch habet votcrstaodclI, 
eure Obrigkeit zu eincr Ordenunge zu zwingen, dic eucll oieht gebiihret, welches aucla nicht zu 
Jeidcn, ais sollcn dieselbigen, so den amłcrn im Auffruhr die FackeIiI yorgetragen, citiret 
wcrden, elaCs sic dcrsen gcnugsahmc Vrsachen anzcigen. Dicsclbigen sollct ihr dazu compclliren 
vnd zwingen, dllrM sic sich einstcllco. W crdet ilu elicscm oachkommen, so 80llet nar unscre 
konigliehe.Gnade vcrspiihren oach wie vor, wo nicht, so wcrdet ilar euch selbst mit aller eurer 
nabe vnd Wohlfahrt stiirtzen in euCserste NoM vnd Gcfahr. 
So ist ohngefehr dieCsmał dcr Inhalt des kouislichen Rcsponsi gewcscn, Diescs habcn 
wir dem Rałat vm} der Gcmcinc eingebraeht, dabey ist ci... koniglicher Sccrctarius bald gcfolgct, 
der 2 Citationes mitgcbracht, wclchc im lł.aht sim} vbergcben wordcn, 
IIans zum Brinckc vnd Martin Gicse sind crimiualitcr citirct, daCs sic dic Fackcln 
dcn Auffriihrcrn im Tumultc vorgctragell, vnd mit frembden Potentatell soli tell llracticiret habim. 
Dicser Sccrctarius begcl
rcte vom Iłahtc VII
 Gemciue einen llcschcid, ob sic cOlllllarirclI wurdcn 
odcr nicht. Eill Rallt hat sich crkliihrct, sie wcrcn IiIchuldig zu comparirclI, Dic Gemcille 
licfs durch dCII aItcn AItcrmann II a II s F r y d a c h cinbrillgen, dic Gcmcille wollc vml konlIte dic' 
bcyden MiilUlcr nieM verlaCscn. Da"on protestirte dcr Secrctarjus "nd vcrwal"łłete sie vor illrcm 
Scbaden, nuł vcrmahnete sie, dafs sie sieh cines alldern bedencken solltell; a
cr da war kcill 
Bcdcllekcn. 
III tcrmillo silld sic vom Konigc S t c II h an o beyde vcrurtJlcilct VOII Lcib vod Gulat. 
Sobaldc abcr dcr Sccretariu8 wcg war, in dcn offcnbahrcn Rechtstagen "or Johaunis, da ging 
dcr Auffruhr wicder ano Wic eben die Partcn ilU'c SachclI vor dcn UaM disputiren, stiirtzct 
der G i e 8 e mit eillcm IIauffcn aUli dcr Gcmeine tumultuaric zum Uaht herein, gcbeut allen 
Partcn silentium, "nd sellwatzet einc trotzigc Klagc witler dcn Burgcmeister B c r g hercin. 
Die Gemcine klagtc ihll fUr cillcn Dicb an, begchrctc sofort mit ihm auff dic Pcynbanck, ohlle 
einigc Probation der Indicicn, sOlldcm dic Gcmeinc wolltc cs vcrantwortcn (ja hilltcrwcrta!). 
Da es dazu kahm, so triebcn dic vbcrmuhtigcn Leute ihrclI Muhtwillcn, da s[c es mcrckten, 
daCs der Konig straffcn wolltc, Es muCstc dic Naclat auch dcr Dr. W cli ill g auff dem IłahtbauCse 
blcibcn. M ittlcrweilc lierscn sic den V oget J o la a II n 'f a s t i li m Bchrccken, ais woli tCII llic die 
Nacht das SchloCs allfallen 't'nd ilm cinlaolen auff dic Pcynbanck, Dcr gute Mann vcrmeynet Zlł 
clltftiehcn vom Schlofsc aUB dcr Gefahr, "nd fteugt dal'cillj dco n sic hicltcn mit Boten auff der 


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Waclat, erha8claten ihn auff dcr Diina, "nd brachten ihn die Nacllt ins Gcfangnirs. Dcs Morgen8 
stelleten sie ihn vor dcn Raht, vnd bcgehretcn, der Raht sollc dcm lIeneker sofort bcfehlcn 
ihn zu peynigen. Wie cin Raht solcJacs nicht einwilligen will, muCstc dcr Hcncker solchcs nacll 
ihrem WilIen thun, \'nd ihn martern bis in dcn Todt, daCs er mufstc alles sagcn, was 8ic 
habcn wolIten, cr hctte Kirchen verrahten, falschc Rclationcs geUaan, vnd was dcrgleichcn 
mehr, das nicht wahr war. I}amit cr von der Marter Ioskcllme, 8agte er zu allem ja" bekamate 
auch auli' Dr, We IJ i n g. Da gingcn sic auch mit dicsem sofort nach dcr Pcynbanck; er aber 
vmb dic l\larter zu mciden vnd Hcber den Tod zu Icidcn, 8agte aueh alles, wie sic es Iloren 
,,'olIten , da er do ch an dcn Kirchen vnsclnłłdig war; dClln der Hertzog VOn Curland bat dcr 
Stadt gerahten, sic sollten ,-mb einer Kirche hałbcn keinen Streit anfangen mit dem Koni
e. 
Aber was halff cs1 sie zwungen den Uaht, dars cr sie muCste auff den gcwaUsamen 
auffa'iilarisehcłI ProceC8 vcrurthcilen t ais ob sie sdauldig wcrcn,' 
Ich habc aber meine Stimmc schrill'tlich eiJa- vnd abgclegt, man sollte dcn Proccfs ,-nd 
darauff crzwungencs BekcnntniCs auff vnllartJae)isehe Univcrsitiiten sdlicken. Da das nicIat seyn 
konntc, bin ich zur Stadt ausgezogcn, doda blieb ich so langc, daCs ieJa arbeitctc, dcn lIerren 
Tastium vnd dcn lIerren Doctor \Velling zu entsclauldigen. Wic \Yclling soli te vor dcm 
I1cnckcr niedcrkniecn, so solltc er das Lebcn behallcn. Ich brachte es aueh 80 weit, daCs cr 
wieder in scin I1auCs gcfiihrct wurde. Danber aber heUen sicla dic Auffruhrcr sclaier 8clbst 
eillandcr gemetzeU. DaraulI' muCste er zum anderaamahl aus dem I1auCse gelaolt vnd nasclauldig 
bingerichtct werden. 
Das hctrieb CI au s Fiecke (Gott vcrgebe es ibm). Da zog ich aus dcr Stal!t, \"Od 
konnte nater solchem negimł:nt nielat liinger lebcn. Hcrr O tło von 1\1 ep p e II nut lIerr E v er t 
H a u s m an n zogcn auch weg. Bald kalam eincr vom Konige nad braclatc das V rtheil, daCs 
G i c s c nld z 11 m B r i n ck c n soli ten proseribirt seyn, vnd bcgehrctc, d
r Uaht ,'nd Gcmcine 
sollten das Vrtbeil exequiren. Darauff .ahc sieh der Raht gczwulIgen zu sagen" er heUc die 
Macht uieM, die Gemeinc arrctirte ihocn das Schwcrdt. Da stulIden nun die Ochscn am Berge. 
Es sdarieb darauff der Konig an dcn General-CommiCsariu.m PekysIawsky, dafs er alle Lalld- 
safsen ałsofort sollte auffschreiben vnd cin DlockhauCs auW der Diina aniegen. Das gillg fort, 
vml sand te dcr Konig Kdegesleute ins Land, seinen Ernst an dcr Stadt zu gebrauchcn, Da 
fłUlden die Auffruhrcr cinen Gl'iff ,-nd vcrmochtcn dcn I1ertzog von Curlaud,' der -versehrieb 
Herrn Otto von Mcppen, den Burgcmcistcr, IIcrrn Evert lIausmann vnd mich auff 
DalIIen, dars wir mit ihm in die Stal1t zichen solI ten , eine Tran5aetion zu \-ersuehen. 'Yir 
begcIarten zwar, er sollte vns erst frcy Gclcitc \'crschaffcn ab vnd zu, wcnn es vnserc Gc1egen- 
beit nicht SCYIl BolIte, in der Stadt zu nrbleiben, Der Hertzog sehricb darumb; aber sie 
wollten es vns nicht geben. Da mcrcktc man gar ,,:ohl, was sie mit uns im Sinnc haUen. 
Aber der I1ertzog gelobctc \"las bey scillcn Fiirstliclacn Ehrcn, wenn kein Vertrag erfolgcn sollte, 
80 wollte er \'ns sieher wieder berausscbaffcn. Da8 weren wir wobl gewabr wordcn, ,,"crc dcr 
vnzeitige Vertrag nielat verfaCset wordcu, daCs neJamlich alles damit ruben vnd auffgel10ben seyn 
80llte. Aber die Buben verstunden es beCBcr, ais dcr lIertzog von Curland. Ich mag mit 
WBhrheit sagen, der Kuritlclte Kantzeler vnd I1err Evert, Buch leine :Wił
te Jebcn alOch, die 


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iJabey warcn, daCs ich dem Hertzoge mit FJeiCs zu Gcmiilate gcfiihrct, daCs er sich \\'ohl be- 
dcnckcn solltc, damit er sich nicbt sclbst mit dcr Stad t in Gefabr setzte. Er seuffzetc zwar 
darvbcr; abel' die Rede giug ibm vbers lIaupt. Der Vertrag ward gcschlofsen, wie ihn dcr 
Hcrtzog sclareiben larscn, vnd so sendcte er ciucn Gcsandtcn damit an dcn Konig. Abcr was 
hicrauff vor cin :Bcsebcid crfolgctc, war scbmertzlich dem IIcrtzog sowohl ais dcr Stadt zu 
horcn. 


Dem Hcrzog ficl zum Bcscbcide, dafs cs I. Kon. Maj. Wundcr gebe, dafs der I1crtzog 
ais cin bclcbuter Funt sicla nieht bcCscr bcdacbt hettc, I. Kon, l\'laj. anzumuhtclI, Konigliche 
Dccrcta, die doch heilig muCstcn gehaltcn wcrdcn, auffzuhebcn, dazu vor solehc lUorder zu 
bittcn, die \'ornchmcr vml wohlvcrdientcr Leute Blut so jiimmcrlieh vcrgofscn betten, nad er 
sollte sich billig cin6S andern bedaelat haben. 
Dic Stadt bckabm den Dcschcid, dars sie keine Gnade spuhren soli te , sie hcłten sich 
dcnn vOl'hero ergcben gantz \"lad gar. Das wollte dcnn olane Dłutstraffe doch nieM abgcbcn, 
Denn so hat der 'KoIlig im grof8cn Eyffcr gcsagt: "Ach der gutcn Lcute! nun, der Buttel soli 
stcl'ben, 80 ich Icbe. Ihl' llIut soli nicht uugcrochcn blcibcn." 
Ehe abcr dcr Besebeid vom Konige bhm, da war der Hube G i c s c mit Beinen Practickcn 
vnd seincn Kammer - niilaten, ais seinem Bruder Ił a n8 dcm Kastcnschrciber, vnd II a n s S e n g_ 
eisen wegen dcl' Uciuen GiIde, md Albrccht Mullcr ais pcr quantzwcisc"') wegcn dcr 
Schwartzen lIiiul)tcr allcwege nach Scbwedcn, daselbst bey dem Kouige Schutz zu suchcn "''''). 
Was er darUlatcr gesuchct, das verstchen verstiindige Lcute wohl. Wic er abcr da ist vnd 
gcfragct wird, ob cr cin Creditiv hettc, hat er "ncin" geantwortet, "diesesmnhl nicIat; aber 
-ricllciclat, da es nothig, konnte man es schaffen." 
Wie nun dcm KOllige in Schweden der Auffruhr der Stadt wohł bcwufst gcwcscn, hat 
er ihn zur Audicntz an seincn Broder dcn Hertzog C a rI verwiescn, dcl' ibm Audicntz gegcbclJ, 
wic mir L a m b e l' t u 8 V ra d e r vud dcr Koniglicbe Secrctariu8 Job. W ił d b c r g c r hcruach bc- 
riclatet habcn. Da habcn sie gesagt, sic wcren von dcr Gcmeinc, nchmlich von 40 guten 1\liin- 
nem, abgcschicket, in dcren Hand nad Gewalt bey gegenwertigem Zustandc die VerwaUungc 
der Stadt stunde, vnd Idageten dcm Konig, wie der Konig in Polen alle Sicgcl vnd Brieffe, die 
Beinc Vorfahren gegcbcn, sowohł bey dcr Rittcrschafft ais bcy dcl' Stadt wicdcr aułfhub, aUe 
Privilcgien von aUcn Zciten der Stadt benahm, die Lułtcriscłae Religion ausrotte, auch gcntzlich 
keinc anderc, ais dic piipstIichc Religion im Lande wifscn wollle etc. Etzlichc Verriihtcr nebst dcm 
Raht vnd Ministcrio hctten mit Einriiumunge der Kirchcn auch dazu contribuirct, wcłchcn sic 
ihren vcrdicntcn Lohn gegeben; mm setzc man ihnen ein DłockhauCs 8uff die Nase, daCs kcine 
Teulsche mehr einkommcn, vnd die darinncn wercn, verschmaclatcn mufsten, batcn also vmb 
Hiilłfe, sie wolIten mit dcr RitterBchafft Gut vnd Blut bey dcm Konige von Sclawedcll auff!iletzen. 


.) quantzweiu, unter dem Vorwande, Ein IivliindilCher Provinzinlilmu.. 
U) G i eHe ilt blol fUr aeinen eigenen Kopr nach Scllweden gereilet, und hat von Niemanden Aurtrag gehabt, 
Schwcdcn zu Hilfe zu ruren, wie er e. .elbat in aeiner noch 1'orhBndenen RelBtion bekeuoe!, die er 
bei aeiner Zuriickkunft der Burger.chaft vorgeleget hat, Anmerkung von Brotze. 


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Hierauff hat dcr Hertzog Car I ihren bedriingtcn Zustand bcklaget, jedocłr 2uvor dcr 
Stadt zur gemcinen Einigkcit gcrahtcn; wcnn cs alsdema die Noht crforderte, wollte cr darch V or- 
sduifftcn vlld andcrc MitteI ilmcn gcrne in allen bchiilfllieh scyn, danebcn abcr pli,'atim den G iese 
wegcn dcs Vorrallts in dcr Stadt bcfragt, "ud ,,'eHcn es ein wcHer Weg "erc, wiirdc erfordcrt, 
dars sic cine Zeitlang sich selbst erhaItcn konncn, Darauff hat der auffgcblasenc, vcrwegene 
Dubc, der G i e 8 e, gcsaget, er wollte Ihro FurstI. Gnaden es ullvcrhohlen anvertrauet habcn, 
dars dic Stadt mit Rraut vnd Loht, gutem Gesehiitze auch andern Handwchrcn wohl versehen,' 
di
 lliil'gcr aucJa Gott Lob guten Vcrmogens wercn, vnd wcre dic Stadt nimmer &0 cntblorset, dars 
nicht ctzlicJae 100 Last Roggen, ja an allerlland Getrcyde wohl 1000 vorJaandcn wercn, zudcm 
Ilieltcn dic ntrger sicla mit "ictualicn allemahl auff zwcy Jahrc n
rsehcn, au ch hctte dic Stadt 
aus dcm Ilortorio, dcr Aecise nad Lalld- V ogctey solche herrJichc Einkiinffte, dars sic in ruhigen 
Zeitcn wohl in dic 411000 Thalcr Eiukommens hcHe; aueJa konntc man in der Noht allezcit ein 
,'ier oder fiillff IlUndcrt Kneehte haIten, darzu kamcn nocla gegen 4-500 Burger 'md Gesellcn, 
vml an starekcn Kcrlcn von Triigcrn 300 vII(I mchrerc Imnilcrt Landbauern, "or weldlc man 
stcts gntc !lohre \"Iul Handwchrc bey 'der Stadt hiclte; in Summa cs solltc nichta ermangcln, 
Vlad sollte die Stadt, weim sic sieh nur auff Riieklelm zu verlarscn hiiUe, nicmand in 4 bis :) 
Jahrcn cinbekommen, so ,iele 
1annschafft wolltcn sic hereinschaffen, Darauff hat dcr I1crtzog 
sie hcrrlieh tractiret, Hld mit ihnen ,-ber der Tałfcl sich ,-on allen Snchcn flciCsig ,ntcrrcdct, 
vml sie ausgehiiret, wicwohl er dic Vcrriihterey in seinem IIcrtzcn nicht 
\'ird gelobct Ilaben. 
Vnd wic der Giesc immer von Vcrriihtercy angeblascn, damit den 1\Iord der ,-nschuldigen 
Leute zu bcschonen, hat I1crtzog C ar I gcsagct: Wenn der Tcuffel zu seinem V orthcil eine 
Sache einrichten wiIl, so braucht er dazu gemeinigIich Pfaffcn oder Schreibcr. Wcr weifa abcr, 
ob cr niclat dadurcla dcn G i e & e selbst ais eincn V crriihter gcmeynet hat. 
Dicscs gcschahc Anllo 158('- Ulltcrdcf8cn kahm Nacluieht aus Polcn, dars dcr Konig 
S t c P h a n u s mit Tode abgcgangen war, vnd die altc Konigin in Polen md andcrc Senatorc& 
schricben, daCs sich dcr Konig in Schwedcn gefaCst mache, mit eincr Lcgation auff dem WahJ- 
tagc den jiingl!tcn Printzen S i g i s m u n d u m (J o h a n n e m, scinen Solm) dcn Stiindcn zu recom- 
mandiren, damit CI' zum Konigc in Polcn mochte erwehlet werden. Wie diesc W nhl eintrat, 
wurdc G i e s c mit scincn Consorten allgcwicsen, dafs CI' scine lIiindcl nachlarsen ,'nd sicla packen 
soli. Da enclcrte sich Ruff einmahl dic Sache, vnd G i c s c mit seincn Gchiilffen murstc abtrctcn. 
Glcicllwohl vcrdreistcte sich der Jłnbe, kalam wicdcr nach Riga, ward von seinen 
Consorten wicdcr empfangcn vnd auffgenommen, ohngeaclatet, ein Raht ihn mit AItcrleuten und 
Eltestcn befragten, wer ihn in Schwcden gcsandt, was er da gcsucllt "nd wieder hergcbracht 
hctte? Das wolUe ein Raht wirsen. Darauff gestund er offentlicla, daCs er da gewesen, weH 
er des Konigs in Polen Zorn gcseJaen hette, daCs man der Stadt ;usetzen woIlte. Er hctte dar- 
vmb in ScJawcden Rahi, vnd im NohtfaU Entsatz gesuclat, Er ward darauff befragt, ob er es 
aUcin aus seincm eigenen Antricb gethon, oder ob er auch "on andern mit :Befchlen were abgc- 
fertiget worden? Hierauff sagtc er, er habe es mit andern zuvor beredet. Darauff begchrcte 
ein Raht er soIlte sie nahmkundig mRchell, er abcr sagtc, ell wcre noch nicht niithig. Hetta 
man damais nur freye Macbt gehabt, man hcttc wohl gewuCst, was 80lchem Schelm gcbiihre& 
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hcttc; abel' wie man von den Alterlcnten vnd Eltesten begehrete, Um in Verhafft zu bcJaalten, 
haben sie darin nicM consentiren wolIen, sondem muCsten dieCs vor die Gcmeinc auff dcr Gil- 
destube gelangcn larsen. Und obwohl yielc chrliche Burgcr waren, die dcn Handel vcrstundcn 
vnd sagten, man sollte den lłroscribirten Altermann Hans zum :Brinckcn vnd scinen bubi- 
fichen CoUcgenden Giesc aus dcrStadt schaflcn; so bcsoffdochdcr:Brinckeninscincm Wcin- 
keller etzlichc Buben, wclchc tumultuarisehcr Wcise ein Gcschrcy machtcn. Keineswcgcs wollten 
, sie ihn aus dcl' Stadt laCsen, sic wol1tcn Lcib Vlad Leben be.y ibm auffsctzcn. Da stiircktc sie 
Dr. Stopius (die Wah..heit gercdct) vnd sagte, wcnn Giese es ,'crantwortetc, so konntc er 
wohl bicibelI, 1'10 wc re ciaa Raht cntschuldigt. AIso blicb dic Stadt ,'nter .dcm Auffrubl' scllweben, 
bis durch Gottcs Sehickungc der jungc Printz aus Sehweden Sigismundus zum KOllige erwclalct 
ward. Da war,gutcr Raht bey dcn Auffruhrem theper, (Hc da ,,-ohl wuCstcn, daCs dasjenige, 
was sie in Schwcdcn gcbrauet, nun ans Licht kornmen wurdc. 
'VcilcII abcr auff dcm Elcctions-Tage Zwistigkciten vorliclen, vnd einige des altcn 
Kcyscrs Maximilialli Solm zum Kouigc verlangten, vngcacbtct daCs die Scnatoren VIItcr 8 
Sicgcln ScJarcibcn nld BcCchlc crlaalten hatten, keinen andcm aIs S i g is m u n d u m, dcn jungen 
Printzcn aus Schwcden, vor einen Hcrm zu erkcnncn vnd anzunchmcn, solehcs auch ,'on dcl' 
Kantzel und mit FreudenscJaiiCscn publiciret word en; so sand ten dcnnocJa die Auffruhrcr ihren 
A(lvocaten Osewald t Grille ohnc dcs Ralats Consells vnd WiCscn Ilcimlicl1.zu Maximilian 0, 
ilamc die Stad t zu recommandiren. Da sahe man., wovor ibllen die lIaut scbiitterte. Mit der 
Stiinde Schrciben, daCs man Sigismundum vor dcn rechten Herm crkennen soli te , kam von 
dcm Eleetiolls-Tage ein scbwedischer Sccrctarius Johanne. Wildbergcr von dcm schwedi- 
schen Gesandtcn an dic Stadt, der bcgchrtc eine Summa (hldcs von dcrsclbell. Da man slch 
nun entscl1uldigte mit dcr Stadt Vllvcrmogen, wuCstc er vns offcntIich vorzuwerffen, warvmb 
man sich so kranck anstelle, da man doch vordcm die Stad t auff 40,000 Tbalcr jiihrliclaer Ein- 
kiinffte reich dcm Kouigc ausgesclariccn hcttc. Nun sahc man, mit welchcn .Lugcn dcr Schelm 
G i c 8 e dcn Konig in den IłamiIch bringcn wol1en. 
Wic nun dcl' Konig Sigismulldus in Polcn angclangt "nd gckrohnt war, auch Maxi- 
milianus, dcr mit scincm Auzugc vcrmcillt
 Sjgismundo nach der Krolme vorzugreiffeo, 
licho n nicderJag vllll zu P r ii t z c n gefaugen war, vnd. da der Konig den ersten Rcicllstag Dach 
dem Krolmunglifcstc aussclarieb, wurdc die Stadt offcntlich vnter der Krobne Sicgcl Vlad I. Kon. 
Maj. eigcnen I1and zur Proscription citirct vnd zwar deswcgen, wcilcn dic Schelmc in Sclawedcn 
die Stadt abfiillig machcn wollcn. Da bckahmen die Burgcr eines Thcils Au,;en, daCs man Ge- 
8andtcn auff dcn Rcichstag schiekte, vnd CommiCsarien nach der Stadt bitten HcCs, damit die- 
selbc wieder aus dem lastcrhafftclI Leben vlld :Betragcn zur RuJae gebracbt werden mocbte. 
Es wurden bierauff zu CommiCliaricn auff dcm Reichstage erweblct S e v e ri n B o n ar, 
Castcllan zu Cracau, vnd Leo Sapicha, GroCs-Kantzler in Littauwen; dicse soli ten dcn 
Auffrubr dcml)ffen. Wie nun dic Auffriilarcr diesel in Erfahrung brach ten , da ging es an ein 
Lermen in der Stadt, da verging manchen dcr Scblaff vnd vbcrlcgten, wie sie ilancn (den 
CommiCsarien) moclatcn die Pforten vor dcl' Nase ZII mach en , vnd es auff Wille vnd Mauern 
ankommcn laCscn, daCs die gautze Stadt mocbte proscribiret werdcn. So gcdachten sie, mocbte
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maD hernach die frommen mit den bosen Dubcn bey dcm Konig versolmen, Aber Gott, dcr die 
Seinen zu bcwabren weifs, gab, daCs der Obrister Jiirgcn Fabrensbach vom Rcicłastagc zu 
Warschau in die Stadt kahm. Diesen vcrmochten wir dnrell den Secretarium David lIilchen, 
daCs er sich, zwar Ilicht ohne groCse Gefahr, mit seincn Leutcn, die er bcy" sieh battc, nad 
der Stadt Knechten, die wir ihmc zugaben bcy 1:;0 Soh1atcn, "nd dann allezeit ein l)aar IlUndert 
Diirger vnd mcbr, anff den MarcU verIugctc. Da rucktcn wir etzliche Feldstiicke hcrbey, "nd 
zwungen sie in eincm beschworenen Contract, daCs sie mursten stille haltcn, mit Hand vmł 
Mund VłlS angelobcn, die CommiCsaricn eillzunchmen, interJ}OJlirten I. K. M, Autoritiit, daCs sic 
dic Justitiam cIcrciren mochtco. . 
, 
Im Jahre 1:)89 im Julio kahmcn die Hcrrcn Commifsaricn in Riga mit illrem Comitatu 
an, "ud wie \'ngern auch etzliel
e sic cinnabmcn, zog docll dcl' Littauwischc IIcrr GroCs- Kantzcler 
gar priichtig vud 'anschnlich mit 1:JO Mann iu die Stadt, vnd ward in des sceligen Herrn T a s t ii 
HauCs logiret, der andcre IIcrr Commirsarius, Scverin :Bonar, zog auffs Schlofs. 'Sic wurdcn 
8tattIicll ,-on der Stadt cmpfangen vnd wohl bcdicuet, vnd 80 lange dic CommiCsion wclarcte, 
von der Stadt erhaltcn. 
Wie sie uun auff dem RahthauCs die erate ScCsion bieltcn, da proponirtcll sie der .Stadt. 
die koniglichc Gnade, vnd zeigtcn dcn :Befelal von I. Kon, Maj. "nd dcn Stiindcn vor, daCs sic 
dcn Zwist ohnc Abbruch der Stadtprivilegien erortern \nd beylcgcn sollten, haUcu zu dcm Ende 
Zwccn koniglichc Sccrełarien, J o la a n n S er it o w s k y ,-nJ Hcrrcn Wo Ił a n u m "') bcy sieli. Da 
proponirtcn sie, weilen zwo Pcrsolancn in dcr Stadt wcrcn, die vor I. Kon, ,Maj, vnd den 
Stiindcn beriichtigt wercn ais VrJacbcr dcs Auffruhrs, auch darvmb citirt word en , vnd ihrcs 
AuCsenbleibens halber iu contumaciam verdammet weren, 8uft' daCs selbe Ilicht mehr Vnruhe 
erregcn moehten, die vorgenommene CommiCsiou zu perturbircn: a]s wcren dic konigl. Bcfcble, 
sic in Vcrhafft zu Ilelamcn. Derowegen sonte dcr UaM dic Pcrsohncn verbafften lafsen; ilmcn 
ilonte abcr, ohngcachtct der in contumaciam gcschebcnen Proscril)tion, zuvor gestaUet wcnlen, 
ibre Vnschuld zu defcndircn; vnd ob sic wobI dagcgcn sich hefftig gespcrret, haben sie docll 
in dic lIafft treten miifseu. Naclalaer ist ein Tag bestimmt worden, daCs dic gantzc Stadt auft' 
dcm MarcU, wie gcwolanlicl;l, dcr koniglichen Majcstiit dcn Eydt leisten sollte, BO aucla gcscheJaen. 
IIernach sind die Exules, aIs dcr Burggraff Nico]aus Eccke, der Burgemcistcr 
C8spar zllm :Bcrgc \"nd dcr Sccrctarius Otto Kanne in ihrc vorige Stencn rcstituirct nad 
eingc8ctzet word en mit dcm Vorbchalt, wen n sic sicla iibcr etwas zu bcklagen bcttcn, so sollte 
a...inllcn cinem jcden das Recht offcn stehen. Nach diesem haben (lie lIerrcn CommiCsarien 
einen Ta!; be8timmt \'mI befoblen, daCs man 6 Persolmen aus dcm RaM, vnd 6 Per80lanen aus 
der Biirgcrschafft Ilellmcll sollte; denselben 'woli ten sie ihre bcydcn koniglichen Secretarii zu- 
ordnen, da sontc der konigliche Filcal Balthasar Schnell den Proscribirtcn iln'c begangenc" 
ExceCsen vnd Vbclthaten ,'orhaUen, man sollte ihnen anmclden laCsen, daCs sie ljIiela zur V cr- 
antwortungc anschicketen. Wie e8 nun in Gcgenwart obgedaclater Persolancn gcsclaclaen, da ist 


') Joh, SknctusJd und AndrcQ8 Volanue, 8. Bcrgm8nn'. hiat, Schriftcn Th, II. S. 211, 

Ion. Liv, ant, n. ol '.... 
 I '1 II 19 


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os 


l 


ZU!ł1 erstcn der G i c s e vorgekommen, dcm sind folgendc Puncta fast sclaarff vntcr Augen 
gcbaltell wordell von dem kouiglichen Fiseal Baltbasar Schnell: 
l) DaCs er sich ohne ordcntIichen :Bcruff vnter den Auffruhrern auffgcworffcn vlld hcrvor- ' 
gethnn, trotzig vntcrstandcn mit flicgendclI Fahncn, W chrc ,'nd Waft'cn widcr scine 
Gcbubr dic Obrigkcit der Stadt zu rcformiren vnd zu cincr nencll Ordnungc zu zwingcn, 
vnd viclcn Pcrsohncn nach Leib vnd Lcbcn gcstandcn. 

) Nunmcbl'o 5 Jabre hcr, da die Stad t in steter, schwcbendcr Vnrulac 
schrcckliehen Auffruhr darinncn vntcrhalten, dadureh der Stadt cin 
Schadc crwaehsen. 
3) Dafs er sicIa vntcrstanden, ciaaen heimlichcn gcschworncn Raht aus dcr Burgcrschafft 
dienstpflicbtig zu mach en. 
4) Die 5 Jahrc hcr, wcnn cr gewollt, bcy Tag vnd bey Nacht, seinc lacimliehc Mord- 
u Consilia gehaltcn, cntwc(lcr mit scinen geschworcnen Camcradcn, odcr dcm gantzcn 
gemeinen Pobcł, wic vnd walU' cs ihmc in dcn Sin n gckommcn ist, scillc Praetiqucll 
, 
fortzusctzcn. 
5) lIat cr der Obrigkcit die Stadłpforłell-SchliiCscl genommcn, vnd die Pfortcn, wenn cr 
gewollt, bey 'fag vnd bey Nacht, geoffnet' vnd geschloCsen. 
6) Ud er dcm Rabtc die Autoritiit gantz gcnommcn, vnd sie fiinff Jahre mit Filfsen gc- 
trctcn, scinclI scbclmischcn Brudcr, H a n s G i cs e n, widcr des Rahts WilIen bcy dcr 
Stadt Kasten gcsctzet, daCs er darvber allcin das Rahten vnd Gebietcn ha ben moehte, 
daCs aueh eiaa Haht nicht einen Grosclaen miichtig gewesen, daraus zu ncJamcn, ohnc 
seinen Conscns darvber zu habcn, da er docla sein Lcbctag kcincn IIcller darein gc- 
braelat II at. 
7) lIat er allcrłl8nd Jose Landstreiclacr bestcllet, vnd GcłdfrcCser der 
all sicb gczogcn, dic ihme denn mit zum Auffruhr haben anfiilarcn 
etzlicbc bicr mit Nahmen folgen : 
Joachi mus Sch ultze 
Martin von Klcffe 
M. Caspar Turban 
Dr. Godclmann, BUS Uostock 
Moritz Marcus Burmester 
8) Hat er dcn Herrn Secretarium O t t o 
gestofsen, olme Vrsache, 
9) So hat er ,ucb vcrlogcne vnrcchtmiiCsige Klagc cumuliret vnd sie mit dem Schein der 
Wahrheit gcfiirbct, vnd mit bcsondcrer :Behendigkeit dcm PobeJ auffll SI)icCs gchangen, 
den Rabt zu zwingcn, damit die vorncJlmstcll aus dem Uahł auszurotten. sic 80fort zur 
'Martcr zu condemnircll ohne einige Jndicicn. 
]0) Wenn dcnn ein RaM sich nicht dazu hat zwingen larsen wollcn; so lad cr mit Spicrscn 
nad IIcllebarden dcn gantzcn RaM auff dcm RahUaaurs offt cincn gantzen 'fag bis vber 
(Ue balbc Nacłat in Vcrbaftt gchalten, Dataus mit cigcner Macht gcuommcll den eltestcn 
I 


gestandcn, einen 
unubcrwilldlicher '1 1 


. I 


Stadt zum Scbadcn' 
hclffcn muCsen, ais 


\ 


Dr. J o h. II o IJ er, aus POIQmcl'll 
Dr. Stopius ' 
J o h. B r u n s 
. Philipp Mittcndorff 
OscwaJdt GriIJe. 
K8Iłlłen aus scinem Dienst vnd Stelle mit Gcwalt 


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:Burgemeister IIcrrn Caspar 2um Berge, Hcrrn J oh, Tastium den Voget, Herrn 
Dr, GoUhard Welling Syndicum. Diese allc nach dcm Pcynthurm scblcppen laCsen, 
wider dcs Uahts Conscns dem Hcncker befoblen, weun er gewollt, zu martern vnd zu 
llcynigen, auch in dem AuffruJar mit SpicCscn vnd Stangcll dcn Raht gezwungen, wcnn 
sie sich nicht allc stracks die lliilsc wollten entzwey schlagen laCl!en, auch dic Land- 
baucm auff solchen Fali vor dali RahthauCs gestellct, Vrtheil zu fiillen nach der Abge- 
rnartcrtcll llekenntnifsc, weilcn sic mchr dellła halbtodt gcpeynigct waren, !,onderlich 
IIcrr Tastius, wełcbc l\larter lIerr Dr. Wclling nicbt erdulden, sOlldern Hcber allell 
sagcn wolIen, wic er es verlangte, vnd dcn Todt leiden, "ehe er sieh so pcynigen vnd 
martern larsen wollcn, wie dcm Hcrren Tastio gcschehen. 
11) lIat er auch mit solcher Tragocdia vnd grausabmer vnd Tlacrhorter Tyranney sic wcg. 
schlachtcn larscn. 
12) lIat er dcn Herrn T at! ti u m vnter frcyem koniglichen Geleite auff dem freyen Diina- 
strobm larsen auffangen mit auffriihrischen biibischcn Heschcrn, Tnd bey niichtIicher 
Zeit ins Gefiillgnifs schlcppen larsen, auch die Pforteo hier eroffnet. 
13) So hat er mit Gewalt dem Rahte dic Arckelcy gcnommcn, vnd (lic gantze Stadt 
ausgcjaget, dali koniglichc Blockhaufs zu bckricgcn, so dafli! viel vnt!ebuldigcs Blut Ton 
Durgern Vlad Gesellen, auch von Kriegel!leuten vcrgoCsen worden
 
1-1) lIat cr alle koniglicben Mandata, Citationes vnd Dccrcta vcrachtet, zur hocbstcn Ver- 
klcincJ:ung lIaro Kon. Majcstiit. 
15) fIat er I. Kon. Maj. Kireben genommen, vnd dic konigl. Priestcr zur Sta(1t hinauli ge- 
jaget, alles der Kou, l\laj. zum Trotz. 
UJ) Wie er nuu dcn kouiglichen Zorn 80 groCs auff dic gute Stadt gefiihret, daes auch, 
wcnn weylalldt Konig S te p h a n u s gelebct hctte, vnd er sodnnn Dach dcs Ertzauffruhri- 
sehen Buben \"Crwirektcr Strafle mit dcr Stadt hette handcln sollen, dic solehcll Schclm 
gcscbiitzct, sie nicht eincn Stcin auff dcn andern hctten lafscn konnen. Das hat der 
ErtzscJaelm wobl vcrstandcn, darumb ist er zulctzt nach Scbwcdcn gclauffcn, bat dic 
Stadt dem Konigc angebotcn vnd ibn zum Sehutz widcr den Koni;; von Polcn auffwic- 
gelu wollen. 
17) lIat er auch die Landschafft dem Konige in Schwedcn angctragen, alt! wcnn sie sich der 
polnischen Vntcrthiinigkcit entziehcn wolltcn, vnd scinem vcrriihterisehcn Anschlag bey- 
płlichteten. Wcnn er nun von eiucm dcr Lalułsafscn hiczu bcvollmiichtigt were, sollte 
er dClIsclben nahmkundig macJaen. 
Gicsc Dun, dcm aus diesem Spiel Herta: vnd Muth entficlc, sagte, er werc dergesta1t 
aller der Punctc Iliclat gcstiindig, die Gemeine hettc ihn dazu getricbcn; were auch etwas zu 
vicl gescheheu, so wolltc er ell dcm Konig vnd dcnen Herrcn Commifsarien dcmiihtig abbitteD. 
Bat darauff, dafs man mit ihm nach der Schiirffe nieht vcrfahren wolIte. 
Auff selbige W cisc ,'nd mit dCllsclbigcn Punctcn ist lIall s z u m D r i n c k c n auch bcschul- 
diget wordeu .nd noch hinzugcUaan, daCs er dic Auffriihrer mit Wein bcsoffcn gcmacht, damit 


... 


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-: 


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L 


I 
II. 


1\ 
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sic dic lIand vber G iesen vnd ihn baltcn mocbtcn, dars sie niehtaus der Stadt gejaget wih'dcn, 
wic Gicse zuriieke aus S8hwedcn kahm. _ 
Zum audern, daCs er auch allc Auffruhrer D;.Iit W chr vnd Waffcn in seincm Hause \'er- 
sammelt, da dcr IIcrr Obristc auff dcn MarcU zog, auch verJaindcrn wollcn, daCs sie nicht 
darein willigcn sollten, dic CommiCsarien einzulafllcn, den Tumult zu erortcrl). 
Dicfs refcrirten dic loniglichen Secretarii den Herrcn CommiCsarien. Darauff kall men 
die lIerren Commirsarii (len andcrn Tag auff das Rahthaufs, md nach gehaltener DeIiberation 
licfscn sic erst dcn G i e s e n, naclahcr aueh dcn D r i n c k e n auff dic Tortur bringcn, die Con- 
siliarios kund zu thun, welche sie auch nahmkullllig machtcn, vnd wurdcn selbige ad notam 
genomlllcn. Damach ntheilten sic, darli die V rhcbcr dcs 'fumultcs solltcn Dach vcrdientcr 
Straffe gevicrtheilct werdcn, abcr dcr Sccretarius Hilchcn bcarbcitctc durcb VÓrbitte, dars 
sie mit dcm Schwcrdte bcgnadiget vnd gcriehtct wurden. 
Damach wurdcn dic audern Consiłiarii vnd Dcchstcn Glieder dcs Tumults citirct, -rnd 
Dach Gestalt der Snchen, fiirwahr gar glimpffłich, cntwcdcr mit Gefiingnifs od er mit Geld 
gcstrafł'et. l\1it Gott bczcugc ich ell, dafs ich viełc vcrsolmet, auch die Strałfgcldcr cinigen 
groCscn Lentcn aus meinem Beuteł vorgcschofscn Ilabe, damit sie im Landc bleibcn, vnd liich 
beCscrn mochtco. 
H a ns S c o g c is e n, cin KanncngieCscr, der allezcit vorn an dcr SI)itze im Auffruhr 
gewt!scn, vnd mit Giesen Dacia Sclawedcn war, dcr ward billig 'gekop ffet. Giesens Drndcr, 
Hans, der dcn Hals wobl zwcy mahl vcrwirckt, auch auff den Knicen bey denen IIcrren Com- 
mifsaricn filr ciaa gniidig VrthciJ sieh bcdancktc, ward auff Jl1hr vnd 'fag zum GcfiingniCs ver- 
urthcilct, Albrceht zur MilhIen, dcl' losc Hube, dcraueh mit Gicllcu inSchwedcngcwcseo, 
ward in perl)ctuulll aus dcr Stadt llohtmiiCsigkcit verwiclleu. C 1 a u II B r o c k h o ff vcrlieff vnd 
ward proscribiret, We r n e r D i c p e n b r o ck vcrJicff nld ward proscribiret, imglcicbcn auch 
C la u II L o s k e. Andcre wurdeu mittelst Geld -rnd Gcfiingnifs gestraffet. 
Darnacla bot sich auff ein gantzer Raht, au ch die Exules*), so jcmand in dcr Gemcinc 
et
as vber sic zu klagcu hctte, dcr solltc hcrvor trcteo, nun sprccłren vud hernachmals sclaweigeD. 
Da trat dic Gcmcinc aus vnd beredctCII sicIa; abcr da war l1iemaud, dcr Fufs haUcn wolIte, 
vnd sagtcn dic andcrn V nsehuJdigcn, sic siihcn Hcbcr, daCs dcr Raht sieh mit der Gemeia1C 
versohnen moehte, ais das schiirffeste Recht gegcn die Verbrccher ausvbcn, damit wiedcrumb 
Friede vlłłl Einigkcit vnd cin gutc8 VcrstiindniCs zwisclacn dem Rahtvnd der Gemcinc moehte 
gcstifftct wcrden; es woli ten lieber dic Vnschuldigen mit dcn Schuldigeu dcn Schadcn biiCscn 
hclffco, auff dafs sic moehtcn zur Ruhc vnd Fricdcn kommcn. 
DicCs hat E. Ehrbarcn Raht wohl gcfallen, vnd habcns denen Bcrren CommiCsaricn 
heimgeschobclI. Dicse habcn vor gut augeschen, dafs cine allgcmcine Amnestie aller begangenen 
ExceCsen moclatc gemach t werdcn, Darauff ist eiu AusscJmCs aus dcm Rallt vnd Gcmeiue gcmacht 
wordco, worauff ein Gcncral-Contract geschloCsco, vnd von den IIerrcn Commifsaricn approbiret 
word en. 


0) Darauff versolllmolte Bich der RaU" Ruch die ExuIe., und macllte bcJconnł, 


... 


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-I.... 


- 101 


Nach (liesem habcn die Commifsaricn vcrmogc ihrer Instruction darauff gcdrllogen, die 
Jacobi Kirche dcnen piipstlichcn Priestern wieder einzuriiumen; aber weilcn die Gcmcinc sich 
dicses mahl noch so begicrig dawider gesctzct, laabcn sie solclacs auff I. Kon. l\Iaj. Ankunfft, 
dic dieses mahl zu R e v a lwaren, vcrschobcn, 
Darnach ist dcr Handel mit dcncn IIcrrcn CommiCsarien vorgenommen, daCs das :Block- 
hauCs, 80 wcgcn dcs 'fumults war auff dcr Iiina gcschlagen, móchte abgcrirsen werdcn, Da 
hat man nach viclcr Vnterhandluoge dic Kriegcslcute miiCscn bczahlen. Der Hen L e rai ck hat 
Uxkull vnd Kirclaholm, worauff die Stadt 7000 Gulden gehabt, bekommen, dic andern Ilat 
man mit Gcld vnd Walarcn, aucla mit Rcstzctteln contentirct, wie man gekonnt. Dafs das 
:BlockhauCs ist abgcriCscn wordcn, laat der Stadt '" bcr 50,000 Guldcn gekostct. Imgleichen was 
dic CommiCsaricn wchrcnder Zcit ihrei Auffcnthalts g
brauclaet, da ist aucb nicht wcnig auff- 
gcgangen. 
Die Exulcs llabcn alich instiindig auff die Erstattungc ihrcs Schadens gedmngcn; aber 
die Hcrren Commirsaricn habcn 80lchcs zu einer giitlichcn Verlaandlung verwicsen, wclche8 die 
Gcmeine alicJa lieber tbun wolIen, ais sicla liiuger mit Zauekc 8clllelJIJcn, "nd also ist dic Sache 
vorgenommcn vnd mit ihncn abgetlaan wordcn *). 
Im Jahrc 1589 den 26. Augusti, war auff den 'fag Se,'erini, ist dcr burgerliche Contract 
zwisclaen dcm Raht vnd der Gcmcinc geschloCsen, vnd von den IIcrren CommiCsaricn vntcr- 
schricbcn, versicgelt vnd óffenUich auff dcm Uahthause in Gegcnwart dcrcr Hcrrcn Commirsaricn 
vcrlcscn vnd von dcm gantzen Ralat vnd EIterleutcn ncbst dcn Eltcsten ,-on beydcn Gildcstubcn 
vnd dcr ganłzen Gemcine vnd allen Einwohncrn dcr Stadt R i g a, eln jcder mit scinem korper- 
lidaen Eyde beschworen \"Od bckriifftiget zu haltcn zu cwigen Zeiten. Und damit ist der Iicbe 
Fricde in Iliga wiederumb laergcstcllet wordcn. Gott erhalte ihn auff Kindcs Kind zu cwigcn 
Zeitcn. Ilierauff ist fcst vcrordnet, Gott vor dicscn Fricdcn auff Severini 'fag in U i g a zu ewigcn 
Zeitcn zu danekcn. 
Darnach laaben die lIerrcn CommiCsaricn dcn Raht vod dic Gemcinc dcr Stadt gesegnct, 
vnd scind wicdcr nacla lIauCsc gczogen, habcn der Contracte drcy gemacht, dcn eincn dcm 
RaM, dcn andcrn dcn Eltesten der groCscn Gilde, den drittcn abcr dcn Eltcsten (lcr I.lcincn 
Gildc in Verwahrunge gegcbeu, '\"Ild sind nacłl Gclegenhcit der Stadt mit Vcrchrungen vnd 
Dal1ckbahrkei
 abgefcrtigct. Gcschehcn 1:»89 dcn 26, Augusti, die Scverini. 


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Umb diese Zcit waren beyde Konige, Vatcr vnd Solm, Konig J O h a o n e 8 III, in Schwe- 
dcn vod S i g i s m u n d us III. sein SOlili, Kónig in Polcn, zu U e ,"' a I bcy einander, vnd IlOfftcn 
dic polnischcn Hcrren, dcr Konig in Schwedcn wiirdc dem Konige zu Polen, vermoge dcr gc- 


*) DeI Biirgermeisters Eec:ke Fordt!rung IJetrug 7998 Gulden und 15 Groilcben, welche in IIcstimmten 
Terminen bil zum Jabre 1600 entrichtet werden lullten, S, Bergmann'. his&. Schr, Thl. II. S.235
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-102- 


sc:bebenen Zusage auff dcr Election, Ehstland mit dcr Stadt Rcval '"nd andern in Licffland 
b8bcnden Fcstungcn abtrcten; abcr dcr Konig von Sc:lawcdcn machte dicscn Handel strcitig, ala 
lolltcn aeine Gcsandtcn auff dem WabItage vbcr ihre mitgegcbcncn Befchlc solchc Zusagc getlaan 
habcn, vnd wollte licbcr den Solm wierler zurucke nach Schwel1en nehmen. Abcr die Hcrren 
Senatorcs brauehtcn indcm ihren Glimllff, daCs "mb des Fricdcns willcn dcl' Konig von Sclawedcn 
Ehstland zu seinen Lebcnstagcn bclaalten mochte, wcilcn doch nach 8cinem Todc aucla das 
KOlligreich Scbwcden an dcn Konig in Polen ficlc. 
AIso sehicdcn bcydc, Vatcr vnd SOlili, zu R e v a I wicdcr von cinander,- vnd kalam dcr 
Konig in Polcn zu Riga an, vnd laiclt
 schr eyffrig vmb die Jacobi Kirchc an, abel' die Gemcine 
war noch wegen Abtretunge dcl' Kirche eyffrig vnd vngehaltcn, derohalben I. Kon. l\laj, mit 
halb CI' Vngnarle von dcl' Stadt abzog. Wcrc doch vi
ler Vrsachen wegcn beCscr vor die Stadł 
gcwe8cn, daCs man dic Kirche damahis abgctrcten hettc. 
Im Jahr 1:'90 wurde die Stadt Riga auff dcn Rcichstag nach Warscllau ciUret, da 
war ich +) vnwiirdig in dcr Leg8tion, Hcrr Cup ar von 1I0ffc vnd dcl' Syndicus David 1Ii1- 
chcn. Da crhnllten I. K, M. dcl' Stadt die Kirchc ab; jedoch ward vns vermiigc 8"p;cbencn 
:Beschcidc. damahis von I. Kon. Maj, gelobet, wic das Ił.eslJOnsum auswcisct, daCs dic Jcsuitcn 
nicht soIlten in dcr Stadt, sondern auff dcm Schlorse wohncn. Da wurde die Kircbe abgctrctcn, 
Auff dcm niich8tfolgcnden Reich8togc wurdc dic Stadt wicdcrumb von den Je8uitcn citirct. Da 
ward von dcm Durgcmeistcr Nicolau8 Eecke vnd d
m Syndicu8 I1i.lclacn dic Saclae auff dcm 
Reichstagc gar hart dislmtirct, dar. wir die Jesuiten nicht wicdcr einnehmcn mochten, aillte- 
mahlen dic Tran8action mit dcm Konige S t e l) h a n o in Abtrctungc dcr ...Kirche alleinc meldct 
von cinem PIcbano , vnd nielat von Jcsuiten. Ea wurde zwar auff (I cm Rei
h8tagc seJb8t nichts 
ausgcmaeht; abel' nach gesclalor8cnem Rcichstagc nahmcn J, K. M, mit den Af
efsorcn p08t aulam 
die Saclac wlcdcr vor, nad crkanntcn, dars wir dic Jesuiten wiedcr einnehmen 80IlteA. . Davon 
81)pcIlirtc dcr Syndicus wicdcr auff den Rcichstag, wcłches der Konig zur Vcrkleincrung auff- 
nahm, vnd daCs ea contra dignitatcm Regis werc, vnd woIlte ihn lafsen incarcerircn, abcr die 
Landbotcn hilldcrten es vnd dcr Grofsk'antzcłer. AIso mufstcn wir die Jcsuiten wicder cinnchmen, 
Anno 1604 MontagI am crsten Fastnacht Abcnd waren die Biirger nacla dcl' Gcwohnhcit 
8uff der GiIdcstuben, einen neuen AltcrmolUa zu wehlcn. 'Da entJllund einc ZwietracJat zwisclacn 
Rabt vnd Gemcine, weiIen dcr UaM einen Altermann aus dem AU8scllUfse, vnd die Biirgcr aua 
dcm lIauffcn dcr Gemeinc haben woIltcn. Dcr RaM muC8te einwilligen, vnd word crwchlct eincr 
Nahmcns E v c r t O tt i n g zum AItcrmonn der grof8cn Gildestube. Darauff folgtc von dcr Ge- 
IUcine eine Klagc widcr den Roht, dafs er 80llte dcn Contract vberschritten habcn, nchmlich, 
daCs man mit Erwcblunge dcl' Burger in dcn AU8sehuCs illllen vorgegriffcn; item es wercn auff 
Privat-Sachen vnnohtig Gclder s[J!'Jndiret; Stadtknccbte wcrcn bcy Rotten niichłlicJacr Zełt olane 
dcr EIt
rleutc WiCsen aus dcr Stadt gesandt; etzłichen im ,RaM alleinc die .Amter gegcben aU8 
Eigcnnutz; ctzliche hełten ihre }i'reunde aIlcin ,'erlehnt mit stattlichen .Amtern, vnd wal solclacr 


.) Der Hiirgermeister F ua n z N y e Dl & ii d t" 


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/. 


I 


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103 


r Dcschuldigllngen mehr waren. Endlich sic wolltcu das Iłegimcnt geindcrt, den Severins Contract 
cafsirct vnd dcr Sladt Einkiinfftc alle in einem Kastcn habcn, 
Obwohl ein Iłaht \'ngcrne hicrcin wilIigcn wolItc, so haC die Gcmeinc d ocia dic Sache 
vor den Feldhcrrn Cad Jolaann Kodkiewicz, der damahis ill Iłiga ankahm, geJangenlarscn, 
(lcr ilu V ornehmt'n gebilliget hat. 
Daraułf hat ein łłaht weichcn murscn!, dcn Contract fallen larscn, allc Stadt-Einkii:lffte 
mufsten det. Gemciuc mit in V crwallung in eiuem Kasten einf1icrscn, dazu jiihrJiehe Ueclmung 
mit dem RaM zuglcicla tlaun, die Sladtsoldaten muCsten auch IliuCiihro zllgldeh dem Ualat Tnd 
dcr Gcmeinc sclmercn. l\ach dicscm hat die Gemciue cin grorses 8ehlors bcwilligct, vnd von 
(łcn I1lrigen mu
tcn von IIcuem ",clelae bey dem Kaslen mit ,'crorduet wcrdcn, 
Wic n Ula diese8 voIlzogen war, kahmcn !'Iie zu dcn lliiclacr
a zllm Kasten, vnd befunden, 
dafs der Bnrgemeister Nicolaus Eccke*) ctzlichc Gelder aus dcm Kaslen, da er den 8chliifscl 
ais ein vertraules lIalll)t ill Vcrwahrungc gchabt, cmpfuugen \"!Id einigen LcutC'1ł geliehen, (lafiir 
I1aodschriftell, so auff seiuen Nahmcn gC8tellet, in dco Kasten 
ł'4tecket, wclche etzliehe Tau- 
send bctroffcu, Dicsc Ilat dic Gcmeine wicdcr in den Kastcn habcn wollcn, vnd cin RaM hat 
ihm dutch die neuen K_ten-lIcrren murscn ansagcn laCsen, dars er dic Gcldcr wieder einbringeu 
801lte; so hat cr aueh illldcre Gcldcr aus dem Kastcn zu ,'ntcrschiedcncn I Zcitcn gcnommen, 
davon Rcdmung tłum wollen (aber nicht gclhan), weleJaes die Gcmcine lur cigcnnutzig vcr- 
slanden, vnd zudcm ilaQJ vorgcworffen, dars cr \ orliingiił ,\on dcm Herrn Scerctario D a v i d 
II ił c h e n werc fiir einen Kastcn - Dieb gesehollclł worden, vlld solhane Sclamiihungc ,'iclc Jahre 
unverantwortct auff sich sitzen larscn; dazu Ilette er widcr die nellc Vercinigungc (lc8 RaMa 
vnd der Gemeine lJrotcstirct; also konnte man ihn aus bemeldetcn ,'od mcllrern Vrsachen im 
Jlegimcnt nicht liinger leiden , er muflStc sicla den n solcher Saclacn entledigcn ..). 


.) Eecke wird in den Abschriften der N'yenstidtschen Chronik Eycke, Eecke und Eck genannt. 
..) Eecke haUe die aUB der Stadtlasse genommenen Gclder bei dem Adcl und andern IJerllonen zu lO-l! 
pro Cent ausgelicben, und dadurch Bo"iel erwuchert, da C" e,., auCser einem bedeutenden \'ermiigen an 
baarem Gelde, 12 H
u.er besaCs. AIs er dielel willkiibrlieben \' erfabrenl ,,'egen zur Rede gestelIt 
wurde, sucbte er Sił:b mit aUerlei Vorwiinden zu entscbuldigen und verspracb, diese Smomen mit 6 
pro pent zu verzinsen. DieCs wurde nicht angenoDlmen; besonders spracb der Altermonn Evert O tting 
heftig dagegen. Eeeke zdg sicla nun auf dos SchloCs zuriiclc, uud wurde neb
t seinen beidell Schwie- 
gersiilanen, den Rathsherren R ii tt g e r z u r II o r st und T la o mlu R o III Dl, die si
1a gleiclafalls bei 
den Biirgern verbaCst gemacht haUen, abgesetzt. Seine beweglichcn und unlleweglichen Giiter wurden 
1606 Ton der Stadt eingezogen, E
 kam zwar im August 1607 JUagntu Nolde nach Riga und maeltte 
Buf der Gildestube einen Versuch, die Zwistigkeiten der Eut,,'ichenen mit der Gemeinc beizulegen, 
besondcr. lieClI E ee Ic e durch ihn den Antrag machen , er wolle sieli kiinftig aller Ralh.chliige ent- 
IlOlten, wenn man ihn wieder in die Stadt aufniillme; nur miichte man ihm \'erstatten, ungehindert 
dem GoUesdienste beizuwohnen, und in den Iiirehen seinen Ehrenplatz zu behalten, ibn ouch, wenn 
er auf Hocltzeiten u. s. w. gcladen wiirde, unangefocbten erscheinen laCsen. DieC.. wurde von viclen 
bewilligt; alIein Otting bintertrieb ell, uDlI so wurde ihm sein Gesuch abgeschlagen. 
Die Entwicbenen ,vaudten sicb nun an den Reichstag in War.chou, und bl"uclaten CI dohin"dólr. 


.... 


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- 1001 - 


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Anno 160-ł nach 1\licbaelis, wic man pflcgt Ampter zu versctzcn, da sle ihn 8m Wortc 
nicbt wifscn wolIten, ist'lIerr Hinrich von UJcllbrock, so das vcrgangcne Jahr .das Wort 
gchabt, beJm W orte gcbliebcn. 
Anno 1592 dcn 2. November, wic Konig Johannes in Sebwedcn, in Gott dem Herm 
von dieser Welt gcschiedcn war, so ward scin Solili Sigismundus, der Konig ha Polcn, auch 
in Schwcdcn geka-ohnet. Da wurden ihme etzliche Puucta von dcn Stiindcn in Scbwedcn vbcr
 
lIaupt genommcn zu beschwcren, dic ihmc etwas Bcdcncken moclatcn gcmaclat habcn; jedoch 
wic cr aus dcm Uciche gC8chiedcn, vnd der Kricg zwischen dcm Moscowiter vII(I Sehweden lIoeh 
nicht bcygcleget war, hałte er inzwischen den Riihten in Schwedcn das Regiment anvertrauet, 
vnd II c r r ID a n n F I c m m i n g mit ctzIichcm Kricgcsvolck in Finnland gesandt, vmb dasclbst die 
Grcntzc zu dccken. Es moclatcn nun die Kriegcslcute den Fim1ischcn Bauern vi ci Schaden zu- 
fiigcn, wC8wegen siela sclbigc widcr dic Sohlatcn emlJorcten, worvber dcnn Flcmming mit 
seincn Kricgeslcutcn vicle dcr Bauern erschlug. So mochtc es auch den I1ertzog Carl, aIs dCl 
Konigea Vatel"bruder, vcnlricf8cn, daf8 dcr Konig ihmc dic Gubcrnation dcs Rcichs bey seinem 
Abzuge Ilicht anbcfohlen, oder was er sonst vor V,sach zu habcn verlll.eynet, dic mir vubcwufst 
ist, dcrowcgcn vnternahm er es, nacla dcs Konigs Abzuge aHe GcwaLt des Iłcichs vnd des lte- 
gimentcs an sich zu ziehen, vnd bracJate von den EingeseCsenen dcs lleiches Sehweden etzliche 
Leutc an sieh, die auff seiner Scitc hieltcn, nahm darauff dcs Reiches SchlOfser vnd :Burgcn 
ein, "nd die Armada dcr Schiffc, versetzte die Ampter in den Stiinden \"Od auff dcn JIeuCscrn, 
wic auch auff dcn Scbiffen nach seincm Gefallen, vnd lIahm alle Arekełey, Einige Rciclasriihte, 
die da verstundcn, dafs dicse AnmaaC:mngc widcr den Konig gehen woHte vnd kiinfftig wurde 
gerochcn wcrdcn, begaben sich licbcr nacla POICR zum Konigc, ais dafs sic de
 Hcrtzoge Carl 
in seinem Vorhabcn folgetcn. Dero\\'egcn ward dcr Konig ,'cranlafset, daf8 cr sieh rustctc vnd 
von Dantzig abging mit etzlichcn Schiffcn ,'nd Volck, nebst den ausgcwiclael
n Riilatcn, kalam 
aucla gliicklich in C o I m a ran, wclehcs Hertzog C a r I mit seincn V crtrauten bcsctzt IlaUe. Ais 
abł:r dcr Konig pcrsohnlicla ankalam vnd cingelafsen zu werden begchrcte, durfft
 ihm der 


der Kiinig die Saehe entschied, und lie den 7ten Mai 1612 wieder in ihre Amtcr eingesetzt wurdeD. 
O tt i n g verlor Ruf luniglichen BeCehl Bcin Amt und murste dal Stadtgebiet verlarsen. 
Die entwandten GeMer lamen indesllen den 9ten Juli 1612 von neuem zur SlIracbe, und es wurden 
in der Kiimmerei E eck II Reclmungen lin tersuch t, Er selbst ging sie durch und zeigte, er sei der 
Stadt nichtB mehr, ali 25 Gulden scbuldig. Man schwieg aus FurcM. Nur der Altermann Zaupe, 
der ali ehemaliger l\'otarius bei der StadtkasIle aUel gennu laDnte, bewiell dal Gegentheil und zeigte, 
darli E e c k e der Stadt uber 70,000 Mark rigilch .chuldig lei. Die.er wurde dariiber hiichst ergrimlnt 
und machte alIerlei Einwiirfe, aber obne Grund, Zuletzt rief er im Zorn dem Zaupe zu: "I h r 
lo.er Gellelle, ich .age e. euch, ich werde el eucb einb ringen!" Der Rath HeCd nun 
aUI Belorgnirl vor neuen U nruhen den Z a u p e von den weitern Ve!handlungen weg. uod verglich 
lich dcn 22sten Juli mit Eecken uod seinen Schwiegerlohnen; die Stadt aber - 'ł'erlor jene bcdeu- 
tende Summe auf immer. Einige Entllchiidigung erhielt lie indeslen dadurch. daCII der lonst 10 eigen- 
niitzige J\lann im Jahre 161a aUI oigenen l\'IiUeln eine Stiftung fiir arme BiirgerwiUwen der kleinen 
Gilde grundcte, die noch jetzt unter dem Namen dei Eec kes chen C 08 V en tli fortdauerł, (Drołze's 
ann alt. Rigensel, nebst andern handlchri{tlichen N achricl1ten ). 


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Statthalter dcs HcrtzQgs Carl (las HauCs nicJat vcrweigern; al80 zog der Konig auff das I1aufs 
Calmar. Da kahmcn nun etzliclae Landsafsen, dcn Konig zu empfangcn, die Finnliindcr warcn 
auch im Anzuge, den Konig ins Land zu beglciten; abcr er schrieb es ihncn ab, damit sie nur .. 
nach Finnland zuriickkehrcn mochten. Darauff kallm dcr Hertzog Carl mit cinigcn geriisteten 
Leuten, sich dcs Koniges bcsorgende, wcilcn er ihme zum VerdruCs das Rcgiment in Sclawcdcn 
umbgckelaret'hattc, mit dcm dcr Obcrstc Jiirgen Fahrcnsbach bcy Cal mar od er Stec kc- 
berg einc Vnterredunge gehaUcn, dars er zum Konige kommcn sollte, worauff er 3 Tage Frist 
bcgelarctc, wclches abei' der Obcrste dem Konige getreulich widerrahten vnd gC8agct: Gniidigster 
, - 
Herr, wcrdcn Ew. Kon. Maj. ihme Zcit gonncn, er hat einen Hinterhalt, damit wird cr. sich 
veriltiirckcn zu Wa-fscr vnd zu Lnnde, vnd Ew. Kon, Maj, nicMs zu Willcn wifscn, derowegcn .. 
8telle er sich jctzt bcy Ew. KOD. l\laj, ein. Will er nieM, lO bin ich fcrtig, vnd will ihm . 
einen Kampff anbietcn, vnd ihn Ew. K. Maj. bald lieffern; werdcn wir abcr wartcn, so sililI 
Ew. Kon. Maj, gcwif8 vom Rcicbe, Dicles habcn abcr damahis die Rcichsriihte dem Konige 
widcrraMeD, cr 
olltc zum Schlagcn nicht 8chreiten, Vlad 4as sclawedi8clac Blut vergicCsen laC8cn. 
Dcr Konig i8t hicrauff den Riilatcu gefolget, vnd bat ihm drey 'l'agc Frist gegeben, MittlcrwciIc 
hat sich dcr IIcrtzog Carl mit Schiffcu vnd Kriegcsvolck vcrstiircket, vnd dem Konige ist aucla 
ein V ngewitter begegnet, daCs seine Schiffe zcrstrcuct wurdcn. Da bat sich Hettzog C a r I zur 
Sache gefafst gcmaclat, vnd dem Konige den Kampff versaltzen; da war es abcr zu spiit, So- 
bal d nun dcr Kaml)ff angin g , Jagcn die Koniglichcn vntcr; seinc Schwcdcn, dic dcr Kouig an 
seincr Scitc battc, wolltcn nicht cin Rohr losschicfscn, AIso wurden sic gcschlagen, vnd mufste Ił 
da dcr Konig nach dcs Hertzogcs C ar I seincr Pfciffe tantzcn, nach seinem volligen WilIen ihme 
Contractc vorschreiben larsen, vnd die llciehsriihte wic 8einc Gefangene ihmc auslieffcrn, auch- 
aUe Festungen, Scbiffe, Arckeleyen in dcs Hertzogcs seiner Gcwalt lafscn. Wie nun der KOJlig 
zu diesem Contract gez\\'łllagcn war, nimmt er vnd besetzt das Schlofs Calmar vnd segelt mit 
etzlichcn Schiffen nach Preufscn, vnd zog wiedcr nach Polcn im Jahr 1598. 
Darauff rustcte sich der Hertzog Carl vnd zog vor Calmar, erobcrte solches, nul 
bC8ctztc es wicdcr, vnd zog in eigencr Pcrson nach Finnland im Jalar 1:99. 
Wie dęr Konig in Polcn dicscs vernommen, licfs er in .Lieffland einige 1I0ffleute be- 
stellen, wie auch bis an di'c 300 Pferdc. Dicse wurden dcn Finnliindern zu lIulffe gescllickt. 
Wie sic abcr in Finuland ankahmcn, da war dic Karte scbon vcrgcbcn; dcnn dic zu W i b ur g 
baUcn scholl ihr VcrstiindniCs mit dcm Hertzoge Carl, worvbcr delin die gcdachten Licffłiiuder 
mebrcntbeils gefangcn wurdclI, bis auff die wcnigcn, die mit dem klcincn J o a c b i m nach RCUC8- 
land t entkamcn, Die Rcufscn abcr bchielten sic bey sich, bis 8ie durc-łł dC8 Koniges Gcsandtcn 
losgemaclat wurdcn; dic andern, so nach Stockhołm gefiihrct wurdcn, kahmcn nachhcr auch 
los, vnd wurdc dell gemeincn Leuten erlaubt, ala vupartheyischc Orter zu ziehę-n, die Vornehmcn 
.ber behieIt er gcfangen. 
Daruacla dach te dcr Hcrtzog Carl dcr Sachc nach, wie er den Kricg mit dcm Konige 
von Schwedcn abhaUcn konnte, vnd besclalo£iI daraaff dcnsclben nach LieffJalld zu wenden. 
Damit cr nUII Scbwcdcn im Frieden crhaltcn mocbte, liers er zum erstcn den Rcichsrihtcn, die 
da urwahr fiirtreffliche Leutc ,-nd des Rciches Stuta:ell warell, die Kopffc abscJdagen. Hierauft' 
Mon. Liv, ant, n. 20 


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... 


saradte cr Anrao l(iOO umb Fastnacht aus Finoland Herrmann von Dureo mit 900 PCerdcn, 
lieC8 die in dem 'fheile von Lieffland, so den Schweden geborete, in das Burglager riicken, 
vnd zog mit eincr Arckelcy vnd etzlichen Icbwedischcn Rcutcrn vod FuCsvolck, so cr aus den 
.. 
Dorffero zusammen gejagct, nach Liefflaod. 
Ais nun dcr Hcrtzog Carl zu Rcval im Junio ]600 aokahm, fan d er eine Armee vor 
sicb von 2300 PCerdcn. AIMa bat er scin V olck gcmustert, ist damit auffgcbrochcn, vnd vor 
des Koniges in Polcn Fcstung in Lieffland, Pernau, so an der See 20 Meiłen von RevaJ 
gelcgcn, gczogcn, vnd hat dieselbe ohne ciraige gethane Ansage belagert, zwar zu kcincm Stnrm 

elcbrittcn, lIondcrn nur mit Wortcn gcschreekct, ais were die Stadt scbon vntergrabcn, vnd 
mit eiraigem Pulver votersetzct zum Sprcngen; derobalbcn sie dic Fcstung, obne grofse NoM 
vbergeben. 
lIicrdurch ist dem lIertzog Carl der Muht groCser gewachsen, vnd hat er etzliche 
Reuter abgcl!chickct, die Oberpahlen vberraschcD miiCscn, wclcbes gantz vrabcsetzet gcwesen, 
wcilcn dcr lIauptmann Rudamin im Sonzelschell gcpliindert vnd geraubct, vnd damahis 
nicM zur Stcllc gcwcscn. Wcrc wohl befser gcwcscn, cr bełte sein Haufs Oberpahlcn in 
acM gehabt, vnd nicht dic armcn :Baurcn gar vbcl tractiret. 
Der Herr Obcrst
 Jiirgcn Faluensbach riickte nachgehends ins Cremonsch e, von 
danraen bis C o It z e n mit dcm "crren L e n e ck, vnd bielten im Fclde RaM, dcnn diescr war 
das Haupt dcr Polen, dcr Obcrste FalłI'crasbacb aber Gcneral-Feldbcrr vber die Tcutscben. 
Sic riiekten hierauff iras li el m e ts c h e, dcm Hcrtzog Car I einigen Abbrucb zu tbun. Wic aber 
Hcrtzog Carl Pcrnau eingenommen batte, nabm Evold v. Mcden ohnc allcn Widcrstand 
S a li s ein. Darnach fcrtigtc C a r I sclllcn gczcugtcn Sohla C ar I C a r ls o n uach Kar ku 8 mit 
4600 Mann, dicsc abcr wurdcn von den Polcn geschlagen. lIeruach zog Hcrtzog Carl vor 
Fellin, das. sich au ch ergeben muCste, imgłeiclacn croberte cr Lais, Cerner nahm er Karku. 
ein, wo er hcrrlicbc Beute bckommen, wcil sie ihmc solclaes olllle grofse Noht vbcrgabcn. 
Hierauff scbiekte er an die andcrera "cuCser, ais: Hejmet, Trikaten, Ruyen, Walnsel, 
B u r t n e ck, L c m b iii a I, N a b b e u, vnd HeCs sic auffordcrn, welchc tiich aucla gleich ergaben. 
Ermes wehrete sich; abcr nieht lange. Auff Kirrempc war I1einrich Falckenberg, 
welcher gut carlisch war, iudem er das Pulver, 110 uach D o r p t geselaiekt wurdc, auffhielt, 
vnd sich darauff ergab. Ein Gleidaes thatcn auch die auff Marienbu rg, 
Der OberBte F a h r e n s b a c h vermochte ncbst dcm Herren Oeconomo, dem Herrn 
Riłtmeistcr Hinrich Ramcl vud dcm Rittmcistcr Caspar von Tie.euhauscn von dcr 
'f i n e n, daCIiI sic mit ihren Rcutcrn in D o r p t blicbcn; cr seJbcr abcr zog nach Wen d c n, wo 
er Dcmbinsky vermutJaete. Der Hcrtzog Carl aber zog gegcn Wcihenacbteu' vor Dorpt, 
gewann es, weilen es nicht gehorig versehcn war, vnd die Gcmiither auch vneiuig wareu, '"cr- 
staUetc eincm jcden frcycn Abzug, abcr hiclt solehcs uicht. Diescs geschabc Anno 1600 den 
27, Decembcr. Nach diesem brauclate er kein Gcschiitz mchr vor kehaen I1euClcrn ols WOłmar, 
Trayden vnd Neuhaus, die andern crgabcn sich allc bis 8uff Kockcuhaus en . 
In Da sandte der Hcrtzog Ca rJ etzlichc 1000 Mann nach Wen d e n, es zu erobcrn, Auil' 
den Sonntag, da ąie binkallmcn, war J ii r g c u F a h r e n s b a c h ebcn nJ!t 00 Pfcrdcn vnd einigen 
4.; 


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107 


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Landsafscn aus Wen d e n nach N ił a u abgezo
en, vnkundig, dafs die Schwcden nahe vorlaanden 
warcn, dic vicllciclat Kundscbafft habcn moc
tcn, dars dcr Obcrste abgczogcn; abcr D c m b i n s k y 
vnd der Obcrste We y er setzen aus dcr Festung gar behcrtzt auff sie Jos, sclalugen sie mit 
wcnig Lcuten auff cHe Flucbt, trfeben sie in die Aa, da etzlichc tausend ersoffcn, vnd viele 
hundert auff dcr Wahlstatt blieben, vnd kricgtcn weg all iłar Gcscbutz, Fahnen etc. Das war 
Gottes Werek. Wic aber dic Polen zu Wen d e n dic Zeitung vernommcn, daCs W o I m ar erobcrt, 
haben sic, aufscr D e m b i n 8 k y, dcr gernc gcblieben were, Stadt vnd Schlofs ..-erlafscn, ihre 
Wagen mit der :Biirger Korn gcfiillct, vbel hausiret. vnd sind davon gezogen. 
Wie dcr W oywode M a tt h i 88 D e m b i II S k Y nachlaer von P e b al g abgezogcn, traff er 
mit lIeincn bey sich habenden 70 bis 80 Pfcrdcn auff die Schwedcn, welche ihn vbermannt Vlad 
gcfangcn nahmen. 
'l' r e y d e n ist mit Sturm eingenommen, vnd dic meisten sind darauff erschlagen worden; 
C r e m o n vnd S e g,c w o I d haben sich stracks ergcbcn miiCscu; denn da war nichtlI zu webren, 
Carl Carlson ward voran gcsclaickct, Ncuhau8 zu bcschiefsen, welchclI sich zwar wohl ge- 
hal ten , aber endlich ergebcn muCsen. 
, . Darnacla ist Carlson fortgcriicket auff Smilten, Arie, :Berson, SeCswegen, 
Creutzburg, Schwanen burg, Marienhausen, Lutzen, Rositen, Laudon, Ronnen- 
burg, Jiirgensburg, Nietau, Lemburg, Rodenpois, Sontzcl, welclac sieh alle obne 
einigcn Schwerdtschlag crgabcn, Endłieh ist cr auff K o c k e n h a u s e n mit der bcsten Macht 
gerueket, erstIicla das StiidtJcin bescboCsen vnd eingcnommen, darauff das Schlofs, vnd sonderlich 
eincn 'l'lmrm hcfftig beschoCsen, vnd ist Hertzog Carl selb
t in eigener Person lainkommcn, vnd 
den Sturm mit laochstcm Ernst selbst angefiibret vnd zugetrieben allc, die anlauffen konnten. 
Wie sic nun Tor cHe eingcscJaoCsene Offnungc kornmcn vnd łlinein dringen woli en , da sturtzcte 
dcr 'l'hurm bcruntcr auff die Schweden, dafs sie bey hundcrtcn mit 'l'rummcln, Biiehst!n vnd 
Spicfsen zcrquetschct, auch dic Graben davon angcfiillet wurdcn. Da entficl dcm Hcrtzog also 
der Mulat, claCs er sicla davon packie, vnd bcfahl Carl Carłson vnd andcrn dcn Kricg, er 
wollte ilmcn noch mehr RaM schaffen, Da blicbcn sie in dem Stiidtleha liegell vnd plickplacktcn 
das Haufs, aber die, so auff dcm HauCse warcn, paCscten zicmlich mit ibren Halbhakcn auff 
dieSehwcden, wo wclche auff der Gafse gingen , vnd erschoCscn viclc, 
Ais nun das V orjahr ankalam vnd die Diina offcn ging, entsetzetc dcr Starost aus Sa- 
maytcn mit etzlichen Littauwischen lIerrcn da! Schlofs, wosclbst die :Besatzunge sehon' groCsen 
Hungcr litte, vlłd C a r Is o n muCste sich nach Er I a rctirircn, wosclbst er abcr auch vbcrraschet 
vnd gcschlagen wurde. Er recolligirtc sich aber auff vngefclrr 8000 Mann, vl1d zog wic der Tor 
Kockenhausen, Da lieferte ihm Kotkicwicz vngcfiihr l- Meile von dcm Stiidtlein eine 
Schlaclat, in wclchcr von bcydcn Seiten vicle blieben, doch murstcn dic Schwcdcn ihr Geschiitze 
verlaCscn vnd davon ftiehen. Nachher nahmcn dic Littauwcr dcn Schwedcn wieder Tiele HcuCser 
weg, bis sic endlich Dach R o n n e b u r g kahmcn. Da hlelten sicla die Sclawcden, bis Hcrtzog 
Carl sclbst von Reval ab, sich wicder has Feld bcgab, etzlichc ScJaiffe mit Volck \"Od Ge- 
Ichiitzc nach dcr Diina abfcrtigte, selber aber mit dcncn zusammen gebrachten Licffliindcrn "od 
Sclawedcn das HauCs R o n n e b u r g entsctzete. Da setzte cr 8uff dic Littauwcr zu, welche ihr 


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- 108 


I . 


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Gescbiitze, Pferdc, Trofs vnd alles verlieCsen, sich vnter (lie Mauern von Riga retirirten, 
nd 
ibre Ilofsc 
ntcr dem Zwenger an die Stiiekc bundcn. Indcm war dcr Ober8tc Jiirgcn Fah- 
rensbach, Wcndcnsehcr Woywode, mit etzlichcn Schottcn, 4 Fahnen Knechtcn, einige hundert 
starck, aU8 PrcuCsen angekommen, lag ZM Riga auf[ dem SchloCs, vnd mochte 50 bi8 60 Pfcrde 
bey sich haben. · 
Den 23. Augusti lagcrtcn sich die Littauwer an dcr Duna zwischen der Stadt Mauren 
vnd der Diina; I1ertzog C a rl aber folgete vnd lagertc sieh mit seincr Macht einc Mcile von 
Riga an dcm M iiblengra bcn. Da 
c8orgten die Littauwcr eincn Vberfall vntcr dcr Stadt l\Iauren, 
bcgchretcn auft (łen NobtfaU ZU8age von der Stadt, daCs sic in dic Stadt wciehcn ł-Iurfftcn, 
welchca Begebrcn ihnen abcr mit dcm hoffclichcn :BcBcbcidc abgeschlagcn wurde, daCs man nicIat 
mcbr....al8 dic I-liiupter einlaCsen lonntc mit zum laochstcn ein paar Imndert Pfcrden, in Ansellungc 
waB man vor Excmpel vor sicla hctte, wcnn die Stadt voll Kriegesvolck gclaCsell wordcn. 
IndcCsen stiirckete sieh dcr I1crtzog Car I lU WaCscr vnd III Lande,. riieketc auch 1601 
den 30. Augusti Morgcns zwischcn 2 vnd 3 Vhr in dic Vontadt von Riga, vnd fiel eiuc Sclaantze 
au, da dcs Ober8tcn ScboUcn illIle warcn, wurdcn abcr 'darau8 ge8chlagen vnd kricgten 3 
Falckencttcn weg. DicseB maM wurde die gantze Vorstadt ausgebralldt, 
nd aebte icb den 
Scbadcn 'wolll auff 2 Tonnen Goldcs, Icla habe damabis vbcr 30 SclumJ1cn vnd W plwungen im 
:Braude vcrlohren. Gott ersetze dcn Sclaaden. 
Den 2. Scptcmbcr nahm der Obcrste auff der Diina dcn Schwedcn ein Scheerboot, be k
bm 
darinncn einen I-Iauptmann H a n s S c h u l t I "ud cwen Fiihnrieb nebcn8t O Mann gcfangcn. 
Dcn 8. September fillgcn die Sclawcdcn an sieh zu vcrschantzclI auff K n i tt e Is h o I m, 
nebcn dcr Fiibre vbcr der DUlla, die Vbcrfahrt lU verbindcrJI, machtcn sic auch gar fcst, vnd 

-ermeyneten daraus .die Stadt zu bescllierscn, scbimpfirtcn auch dic Leute darau8, die auff dcm 
:Bollwerek dicfscit dcr Duna waren. 
Dcn 16. Scptembcr vcrliefscn sie dicic Schantze, vnd ticlcn die SchoUcn mit ilarcm 
Obcr8ten Jurgen FabrenBbach darcin, vl1d rifscn sie nicdcr. 
Dcn 8. Septcmbcr kabm dcr GroCskantzler nld obcrste Gencral-Fcldherr der Krohnc 
PoleD, Johann Zamoisky, Mamt dcm Vlltcr-Fehlhcrrn Zelikomow8ky (1) aus Polen, vnd 
HeCs sicla mit dcm koniglichen Kricgcsvolck vbcr dic Duna sctzcn; darnach zog auch I, K. Maj, 
sclbst hcriiber mit einem I!tattlichen Kricgesheere bcy Kockenhausen, , 
Dcn 17, Septcmber sand ten die koniglicheal' Feldherrcn, cincn Trompeter mit cinem 
:Brieff an dcn Hertzog C a r l, vnd lieCscn ihmc eine Sclalacht allbietell , cr solltc ihrcr erwarten 
"nd eine Malallitiitte erwchlcn im frcy
n Fcldc, wenn cr ein Kł"icgesmann wcrc. Da war bey 
I1ertzog Carl guter Raht thcucr, vnd }'lichenll Zeit zu Wafser vnd zu Lande, daCs niemand 
gcrnc der Ilintcrste 8cyn mochtc. J.:r nahm strack8 scinen Lauff nach R e v al ,'nd Schwedcn lU, 
"nd sagte lU den Lieffliindcrn, dic iiI/De zugefallen warcn: ich habe eucla nun in FC8tungcu, 
Schliifticr, Land ,'nd Leutc gcsetzct, wollet ibr lic nun nicht verthcidigen, moget ihr es laCsen. 
ch Jaabe Land "nd Leutc genug in Schwcdcn, ł 
Da war ein Graff von N a f li a U aus Nicdcrlandt bey ihme in Dienl!ltcn, der sllrach lU 
ihm, er ,chc, es davor an, dafll nicht mchr Frommen mit dem Kriege wiirde geschafft werdcn, 


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dcnn daCs die Lande im Grunde vcrheerct, , vnd die armcn Lcute verdorbcn 'nt! ausgcrottet 
wurden, dcrowcgcn rietlac cr, dafs er seinem "errcn VeUcr, dcm Konigc in Poleli, mit fr\cd- 
liche n l\'littcln vnter Augcn 
chcn mochte, damit sie wieder in gutcm Vcrstiinduifs vnd Uuhe 
mocldcn gcsctd wcrdcn, vnd vnschuldigc8 :Blut mochte unvergoCscn blcibcn. 
ł Da hat dcr Hcrtzog Carl geantwortct, dafs solcher Rabt ihm nicIat gcfiele, vnd hinzu- 
gcsetzct: sollte ich die Ruhte aus der Haud gebcn, das ist mir vngclcgcn; so langc ich den. 
Kricg in Lieffłand halte, habe ich in Schwedcn Friede. llicr hat Ilcinhold Engedes, cin 
lł.iUmcistcr des I1crtzoge8, bcygestanden, dcr es mit angc,!oret. AIso I
at. cr die vornehmsten 
FcstuIIgen, ais Uonncburg, Wolmar, N
ulaałlsen, Dorpt, ,Fellin, Weifsenstcin, 
p c r n a u, R c v al vnd N a r v a mit dcm Kriegesvolck, so er von Selawedcn nad 1'cutsclaen noch 
vbrig gchabt, bcsetzet vnd ist Dach Schwedcn gczogen mit der Vcrtrostungc, cr woUc sich 
wicder in Sclawcdcn riistcn "nd sic entsetzcn. Dic bcsten groben Geschiitze nahm cr mit sicIa, 
vnd Iiefs. die auff den FcstuDgcn mit dcn Polen in den Haarcn licgen. Da dcr Grałf von N afsa u 
sahc, dars cs einen boscn Ausgang mit dcs Hcrtzogs C a r I Kricge nellmen wiirdc, zog er, zum 
LaQd hinaus. DicCs thatcn auch der IIt:rtzog von II O Is t c i Ił vlld. L li n c b u r g. 
() I1iittcn jctzo (He abtrunnigęn Lieffliindcr, da dcr Konig von Polcn selbit im Lande war, 
dellIlertzog Carl vcrlaCscn, vnd des Konigcs angcbotcne Gllade allgenommcn, sic warcn bcy Ehrell, 
Land vnd Leutcn geblicben; abcr weU sic mcłlr Zutrauen zu dem Hertzog gchabt, vud auff ieinclł . 
vcrsprochcllcn Entsatz gclaoffct,' so seind sie auch ais Fcinde des Rdchs. Polcn bckrieget v 
gehaltcu wordcn. liT 
Alino 1001 den 23. Sept. erhob sicla I. Kon. Maj. mit beidcn Feldhcrrell von -O x k u I. 
Dcr Vntel'-Feldherr warvoran gegangen von Kockenlaauscn auff Wchden mit 4000 CosackclI 
durclas Ił. O d e n p o i 88 C la e Gebiet vber die Aa nad so fort auft' R o o p c. Das Gesclautz licfsen 
iie mit dcr Munition folgcn, Dcn 10. October folgcte der Wendcnsche Woywode Jiirgcn 
Fahrensbacla mit den 4 Fahnen Schotten, die er aus Prcufsell gcbracht, dem Konigc. , 
Den 19, Octobcr zog dcr Konig vlld dcr Fcldhcrr mit dcm Geschutz fort, dic Festunge 
Wo I m a r zu belagcrll, In dicscm Zugc ging das Elcnd mit dcn armcn Leutcn an, sie wurden 
von dcn Cosackcn jiimmerlich gcsehrcyct nld gcpe,}'nigct, ałIcs dcs Ihrigcn beraubct, aIle Katcn 
vnd Ziiune verbrandt, dafs sie dcs elendcn I1ungcr8 halben bcy lIauffcn lIicdcrficlcn nad sturbell. 
Sie blicben in dcn Dorfłerl y Id ff d egc egrab' Hcgcn, dafs cs eincn Stein in der 
Erdcn erbarmcII mochtc. ł 
 ł 
Anno 1601 den 2. Dccembcr zog der Kouig wicder żUI'iicke von' R iga ab nacll dcr 
W ił d a, vnd die Kronfcldherren bliebcn in dcr gaf bittcrn Kiiltc mit dcr Arckelcy vnd dem . 
Kriegesvolck vor W o I m a r. Es crfroren ,iclc Mcnsclaen, nichts dcsto milldcr schoCs der Fcld- 
hcrr was er kOlłlate auH: die Festung bis dcn 17, Dcccmber, da cr sie nach ctzliclacn angclegtcn 
Stiirmcn wicdcr durch Accord erobcrtc. Es bcfamlcn sicla darinncn 350 Schwcdcu vnd Teutschc. 
Diescn liees der Feldherr das Gelcite sagen \'nd frey abziehen, nusgcnommen des Iłcrtzogs 
Carl uncclaten Solm, Carl Carlson, Pontu8 de la Gardie Sohn vnd alldcre zwcy sclawc- 
disclac IIcrreu, die wurdcn nacla POIClI geCiihrt *), 
lłfI 
.) Karl Korluon Gyllenbjclm wBrein DBtiirlicberSohn des Herzogl Karl von Siidermannland, 


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110 


Annłi"'1601 den 24. December ward Carl Carlson vnd PODtuS de la Gardie Sohn 
zuRiga durchgefiihrt Dach POiCD. Der Fcldhcrr zog Dach der WolmarscJaen Eroberunge Dach 
dein Stifft Dorpt, umb daselbst etwas auszurJihen, vDd licCs mit den Hcufscrn tractiren, aIs: 
Ermcs, Hclmet, Marienburg, Ncuhaulen, dic sich auffGnade ergabenvndangenommell 
wurden; auff Adsel abcr wareinverlogenel'Mensch, Adam Schraffer, vnd Jacob Roland, 
.. die vermcyn(cn dcn Fcldhcrrcn zu narrcn, daher schickte er 1602 den 12, Martii hin, vnd licfs 
es bcschicfscn. Vntcrdef8cn machte lich der verlogene Fuchs, dcr Schraffer, davolI; da 
ergaben sich dic vbrigc
, Dcr Fcld
aerr lier8 sie frcy abziehcn, auf8er dcn R o lali d , den CI' 
hcrhach hinricbtell licf8. . D,en Herrn Albr, Dembinsky sand te er mit seiner Rotte vnd 
Bndefll Kriegcslcutcn Dach RODncburg, daC.elbe zu bclagern, das sich dcnn aus Noht ergeben 
mufstc. I1ernacb zog dcl' Fcldherr von AntzcD Dach Ringen, vermeynte mit den Dorptłschen 
zu tractiren, abel' vcrgeben8. Sic ticlen aus auff :Bcute, er8chlugen etzlichc Coaacken, letztere 
aber wurdclI bald entsetzct, vnd die Ausgefallcncn mcistcnl erschlagcn. 
Da brach der Fcldherr auff, licf. Dorpt liegcD vDd zog vor Fellin. Diese tielcn auch 
bcrau8 mit lIiilffc etzlicher Pcrnau8cl1en Hofflcutc, vnd vberra.chten 40 Wagen mit Zuruhr, 
Brodt, Weio vnd allcrley Sacbco, so sie davon brachtcn, Der Fcldherr brnchte cinlgel grobcl 
GescJaiitz davor, Dahm ent die Stadt ejn, vlld lier8 UJ02 dcn 7. May den ersten Sturm auff 
_ da8 Schlofs aniauffen, abcr er \\ urde abgeschlagcn, vnd J ii r g e n F a h I' C n s b a c h vnd Wo I m a I' 
von Mcngden im Stllrm vcrwundet, wdcher Jetztere von allen schr beklaget, dcn andern 
Tag gestorben. 
: u..al I Den Tag darauff, den 8tcn May, liefl der Feldherr das Schlofs mit grofscm Eyffer 
abermahls angreiffcn f "011 war bey die8em Sturm grorse Gcfahr vorhanden, denn dle in der 
Be8atzung haUcn "lItcr dem Sturmloch (llrcche) einc Grubc (Mine) gemacht, da hattc man 
Pulver hinein gelcgt vlld Erdc darvber, damit wenn sie aU8 dcm Sturmloche geschłagen weren, 
U 


I 


Ił II 
Dacllhcrigen Konigea ,on Schweden K a d s IX" uud zeiclmete sich vorziiglich durcll die tapferę Ver- 
theidigung Wo l m ar s im Jahre 1601 ous. So scllwach Ruch dieser Ort befestigt war, 110 hielten 
d()i;h der hcldenmiithige J o co b d e l a G a r d i e lInd G y II c n hj cI m hier zwei vollc J\lonnte die ganze 
Macht der Polcn aur.' Die Festung glich zuletzt einem Steinhauren, und dennoch IIchIugen sie mitten 
unter diellen Triimmern den IItiirmenden Feind am 6ten December mit groCsem Verluat zuriick. End- 
licb, da die Polen am 8ten Decembel' den Sturm wiederholen wolIten, ,saben die Belagerten aUI 
Mangel an Kriegamitteln lIich gentithigt, deI) Od zu iibergeben 
 untm: der Bedingung, daCa aie mit 
Obe
- und Untergewebr und fliegenden Fohnen obzieheD diirften. Dief!!. wurde bewilligt, nur lollten 
dle genannten Bcfehllihuber 10 lange in der Gefangenschuft bIelben, bis,lie gegen Derubinlky ulld 
S c h e n k i u g ausgeweehselt wiirden, Erst nach einer zwoIfjiihrigen barten Gefangenschaft wurde 
G y II e n h j cI m nach Schwedcn ent1assen, und beUeidete dod nuchller mchrere hohe \V iirden. El' 
starb am 17ten Marz 1650, und bt in der Domkirche zł!. Słrengnia begraben, wo auch die eillernen 
Furaketten iiber leinem Grube hingen, di,,'el- in'leinbr Gefangenschaft in Poien getrogcn hotfe. Unter 
leinen nachgelalMnen I1ondlehrirten, dle Im iIclnrediaehim Reicbsarehi., aufbewRhrt werden, be6ndet 
"ich auch lIeine "Rclatio de Rokenhullano proclio et obsidione W olmariae." S. G'a d cb Ił II e h Iłv], Jahrb, 
II. 2. S. 26ł-66., Hup eh Rene nord, }Iisccll, St, 18. S. 19-&-96, n. LivI. Schrift,teller-LeJ:, II. l:iii-157. 
ta 'I II ' · 


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vnd dic PoJcn nun auff dem Pulvcr stiinden, sie auffgcsprenget wiirdcn, Abcr Gott kchrte el 
omb. Wie dcr Sturm anging, so stunden .die iD dcr :Bclatzung mit dcm Hauptmann auff dcm 
Pulver, vnd flo
en -.elbst unvermuthct iD die Luff!. Da entfiel Ihnen allcr Muht, vud sic er- 
gaben sich allff Gnadc vnd Vngnade. Da JicCs er den Schwedcn vnd 'l'cutschen frey Gelcite 
sagen nach dcr P e r n a II, dic Lieffliindcr abcr behiclt cr mit W cib vnd Kind gefangen, davon .. 
,,"urdcn etzliche hiugcrichtct. ł 
Vnter dieser Zeit fielen die Dorptiscben aus der Besatzung aUR mit ungcfchr 300 Scbutzen 
vnd einigcn Rentern, des Castcllan Gcorge Schenking Haufs Anhcn, so dcr Feldberr mit 
cinigem Volck besetzt, zu erstcigen. Das erstc mahl .wurdcn sie abgcscblagcn, wie sie abcr 
zum andern mahl anlieffen, croberten lIie es vnd erlangten gutc :Bcute vnd vornehmc Gcfangene, 
Es war ein sehr schon neucrbautcs Haufs, abcr sic ziindcten es an, vnd Verb1'lIndJi:n eR, war 
doch jam mer Schade. fł .h'" " IP I :J 
Wie mm das Haufs F e Iii n erobert war, da war das Krietjesvolck fast unwillig, liinger 
im Fddc zu bleibcn, weilcn sie dcn gantzen Wintcr im Felde die Kiilte erlittcn hatten, v,nd 
fast Geld mifscten; abcr dcr Fcldberr mac1ate el, RO gut er konnte, darR er sie wUlig macbte, 
vnd lieCs sic abCiihren nach dcr Nabbischen Briicke vnd sich da lagcrn bey der St. JohanniR 
Kirche. Vnterdcfscn fielcn die Dorptischen Schwcdeu. wiedcr auff dcn naub vnd erschlugclł 
etzliche Cosackcn, aber die polnischen Reuter vmringeten sie bald, vnd wurden in die bundcrt 
er8cblagen, vnd 12 gefangen dem Feldherrn gebracbt; auch ticleu aos WeiCsenstein zween 
Hauptleute, ais Jacob Uille vnd "Simon PhylJe mit 100 Schutzen vnd 50 Reutern auft dcn 
Raub. Da sandtc dcr Feldhcrr laha vnd licfa sic nicdcrlcgen, vnd wurdcn bcyde Hauptlcutc ge- 
fangeo. Damach holten dic Polen einen Raub von :N a rv a.. MittlerweiJe kahm bey dcm Feld- 
herflł auch frisc1aes V olck an, darauff ruckte er vor W c i.f s:en 8 t e i n. D8Ielbst hatte cr grofse 
Miilae zu 8chantzcn auff Morast, dafs er eiuige tausend Fuder Strau£h einfłihreu mufste, ehe 
man das Geschiitz in der Schantze auff den Morast briugen konntc 
 wonbcr fali t Volek gc- 
8pillct *) wurde. Es wurden wohl 6 odcr 7 Rittmeistcr erschoCsen. Dazu 8chlug ein Vogliitk, 
nchmlich: )1310" hi J n1 Jo .I'
i 
Wie das frische Volck ZD Riga ankahm vod ,"ber die Duoa zog, hatte cio Ralat ctzliche 
Knecbte bcy dcr Stadt
 in den neuen Rahtshoff 4;elcget *"')... Da wolltCD einige Kricgesleute 
hinciubrcchen; das wolltcn die Kncclatc nicIat gestattcn. Darvber kabmcn sle sicla in die Haare, 
,vnd wurden etzliche Polcn erschofscn. Da fielen sic hauffcnwcise zu, bracbtcn Feuer in die 
"II) 1 
.) S P i II e n, v e r l! p i II e n, d. i.' vergieCsen, verlchiiUen, verscJn,enden. Geld ver.pilleo, Geld TeI'schwcnaen. 
..) Der neuangetegte Rathlhof hieC. Heidenho f. Die.e,Soldaten hattell iiberhaupt 'nach ihrer,"'elJebt
 
Art auf ihrem Durchzuge durch dal Stadtgebiet die .iig.}Jo.etten Es:celęe Jiegangen. Die Stndt klagte 
swar; aber ohne Erfolg. C h o d k i e w i t li, dem um diesen SUCCUrI .ehr zu thun 'War, worde durch diele. 
EreigniCs lO aufgebracht, dar, er in der ersten AufwaUung leinM ZWD' nicht nur die rigi.chen Soldaten, 
.ondern auch aUe andere, di., licll aus dieler Stadt in seinem Lager IJefandęn, "",oUte niederhBuen 
larlen. Nur mit Miih., gelang el! einigen Ofłlzieren ibn zu bewegen, die Sach
 dem Kon/ge zur Ent-:- 
.cheldung vorzulegen Die Stadt w1i.rdc Buch 160-1 deswegen vor dos konigliche Trlbnnał c:itirt; maił 
findet aber nicllt angcge1leli, walł darauf erfolgt ilt.. (} lm.,.J
 1". UJJ,1 D
1i 


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- 112 


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Hcrberge t da die Knechte Innen waren, da mufsten sie heraus 'fDll wurden ihrer 15 oder Ił) 
erschlagen. Da ward ein Lerm in dcr Stadt, 80 dars etzliche Polcn auff dcr Gafse "nd vor 
der Stadt erschlagen wurdcn, dcnn die iibrigcn Knechte in der Stadt woli ten lIolchcs rcclaeD. 
Dcrowcgcn licfs ein Ralat ctzlichc FE'ldstiicke dcnselben Dachfolgcn aus dcr Arckcley, damit 
zogen sie aus "nd allcrlcy Volck lieff mit, "nd łraffen sie bey Abend spał bcy der Neuermiih- 
lenschcn Briickc. Wic sie dic Rigischen "crnahmen, Btclltcn sie sich in Ordnung zur Gegen- 
'Wchr; dcr Befchl der rigischcn Knechte abcr war, diejenigcn, so die Kncchte erscblagcn hattcn, 
auszufordcrn:. Aber wie lie gegen einandcr gerietbcn, lieCscn die Rigischcn die Feldstucke 
darunter gcbcn ,,".d drungen 8clb&t nach. Dariiber nabmen dic Polcn die Flucht, vnd wurdcn 
,,,obi 150 erschłagcn, Ein Rittmeiater ward "or R i g B erachlagcn, der andcrc, L u C8 s W o y D a, 
\Yard bey dcr Ncuermiihleniicbcn Brucke geschoCscn, vnd blicb kaum beym Leben. Auch wurdcn 
etzliehc Weibcr "nd Kindcr der Kriegeslelltc erscblagen. Darnach, ols sie sich ihrer Sacben 
beraubct sahen, Iicffen die 1'brigen wieder davon Dach Polen; vncL eJ 
8r Schade, weilcn der 
Fcldberr sic dumahl Beh
 nobtig hatte. '!"J 
Vmb dieae Zcit ",urdcn 80 Persohncn autf eiocr Schuttcn von Re"al abgclandt, "elcbc 
22 von den vnser
gcn ais Gcfangene nach Scbwedcn łiihren sollten. Diese vermuhtctcn aU da 
8chlechte I1erbcrge, deiiwegen sie sicb besprachen, vnd ais sie in die See kahmen, ficlcn sie 
nnvermuhtet "bel' die Schweden hcr mit A.xten, BeUen, Barten "nd Biiumen,- IIcblugcn zu, daC. 
flugs etzliche darnieder stilrtzten vnd den andern der Muht entfiel, Da war ein Schncidcr, (ler hatte 
mit scinem Prefsclsen etzliche nicdergc8chlagen; Buch Handbcilc 'fnd Brodtmefser habell "iel bcy 
der Sache gethan. Summa, die 22 wurden Mcistcr "nd kriegtcn die andern vber Bord, "nd 
licfsen wenige beym Leben, dłe ihncn das Sebift' muCstcn rcgieren helft'cn vnd zwangcn sie, 
dafsclbe nach dcm Straudo bey Salls zu bringcn; voo dannco brachtcn lie dielelbcn zum OroC6- 

antzler Zamoisky' in. Lager, wclchcr sie mit Verehrungc entgcgcn nahm, B. 
_
 Anno 100"1 dcn 27. September erhielten die Polcn Buch dal! HauCs W c H s c n s t e j n, 
nachdcm es sicla lange gewchrct hatte. lIier fan dco sie schonf" Geschutz 'fnd Munition vor 
slch. Wie m1ll Kotkicwicz mit frischem Volck aus Samayten ankahm, dic iibrige Armce 
abcr im Felde lich daa @iantzc Jahrvber abgemattct batte, 
urde demselben das Kriegs-Rcgi- 
ment ais einem Feldhcrrn im Lande "bcrgeben, vnd dcr Grofs-Kantzler mit dcm Unterfeldherrn 
Zelikowsky vnd dcm Graffen Ostrogge vnd andere Rottmeister zogen ab aus dem Ljpdc. 
Sie haUcn "iclc K_ncke vnter sich wegcn des im gontzen Jahr erlittcocn VngemacbB. 
Anno 16O"l im Februario sind "on dcn polnl8chcn C08acken zwischen M a ri e n b u r g vnd 
Autzen Fromhold v. Ungern ,'nd Christoph KorfC mit g Pcrsolmcn crsclalagen, ob sie 
tlcicb cles Grofs-Kantzlers PaCs "nd Schutzbrieft' hattcn; darvber der Kantzlcr hcfftig eyfł'crte 
-ind flcifsłg uac1aforschtc, abel' wenig ausrichtete. D "- 
lIier mufs ich den grausamen Jammcr bcrichtcn, so ich 1601 vnd 1602 in Licffłaml 
erlebet habe:'" · .... .- J \I .łIin : 
J\.nno 1601 ist alI es Korn in Lieffland erfroren, insonderbeit das Sommerkorn, vnd was 
noch von Roggen an einigen Ortcn zur Rciffc gekommcn, das ist von Fcinden vnd Freundcn im 
gantzen Lande vcrhccrct "nd vcrllerbet worden. Auch sind die armen Leute (von dcn Cosacken 


. , 


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113' - 


"od Polen) mit Peyo der Glieder verrecket (ausgespannt) vnd so mit Feuc1' verschreyt vnd 
verbrannt, dars aOB bitterer Marter nichts verhelffen mogcn, sie habcn mufsen solchcs aus der 
Erde hervor geben, was sie vcrborgcn gchabt; ja das Brodt aus dem Offen und aus dcm Mundc, 
die Kleidcr vom Lcibe sind ihuen geraubet worden; sie haben uicht Topff noch Kcfsel bchalten, 
da sic das Kraut vom FcJde hcttcn eiu kochcn konnen,' sie habcn in Mulden vnd Trogen das 
griinc Kraut mit bcirscn Stcinen gesclareyet, 'fIld ohnc Sałtz in sieh gcscblucket vnd das bite 
Warlcr darauff gctrunckcn; uackend vnd blof8 im Schnee Jiegcn miiCsen; nicht ein Beil bcha1tcn, 
da sic eiu Słuck I10ltz hatten mit haucn konnen, Dcrowcgen sind sie wie dic KIOtzer auffge- 
schwollcn, alle Katcn, Dorffcr \lad Hcerstrafscn baben von todtcr Korpcr von Munnern, Weibern 
vnd Kindcrn gclcgen, da (lic Hundc am Wege, die Vogcl vntcr dem Himmcl vnd dic wildcn 
Thiere (lie nicht verzchrcn mogcn; ja wic etzlichc Marl}Q.etendcr zwischcu Riga vnd Wolmar 
bey Hauffen zu 15, 20, 30 Pcrsonen ihncn begcgnct, so nacb Riga gclauffcn, und sie gcfragct, 
wohill sie wolltcn'ł habcn sie gcantwortet: nacla Riga, nach Riga! Wie nun die KanffJcute 
moclaten gcsagt habcII, es wcrc nicht mogIieh, dafs sie da alle konnten erhalten wcrden, haben 
sic gcantwortct, es were ihnen doch gleich, wo sie der Hunger wiirgen wiirde; sic woli ten 
dieses zum 1'rost behaltcn, daCs sie zu R i g a noch bcgrabcn wiirdcn, da sie sonst von Hundcn 
vnd WolJfen miifstcn 
cfrcf8eu wcrden. 
Auff F r i tz K r u d n e r seinen Gutern ist ein Baucr aus scincr Katen gcgangcn, hat scine 
Kindcr dariullcn verscblofsell, um sic lIicbt vcrschmachten zu schcn, hat cins bey dcr I1.nd 
gcnommcn, vlld ist davon gegangell, damit er die sndem nielat mochtc sterben selacn. Wo diesen 
nun mit dcm einclI dcr 1'od ergriffcn, weiCs ich nicht, 
Im Sontzelsclacn hat am Wegc cin,todtes Pfcrd gelegeu. Da bat ein :Baucr daCselbe zu 
seiner vod der Seioigen Speisc ciuCiihrcn wolleu, vnd von eincm audcrn dazu sein PCerd geborgct. 
Wic er da8 todtc Pfcrd Imll auff dcn Schlittcn gcladen, kommt eiu tyrannischcr Kricgsmann 
Tnd nimmt ihm da8 gelichcne prerd TOIn Scblittcn wcg. 
Im Gebict zu Roope bat ein glaubhafftcr Mann am Wege bcy einem todten Pferde 
fiiuff Meuschcn liegell, vnd weilcn sie kei n Mcfser gchabt, es mit dCII Ziilmcn zerrcifscn gescheII, 
Im Lcmbsahchen Hackelwcrck ist eincm Schustcr dllrch sein Vcrsehcn die Kate ab- 
gegebrannt, vnd er sclbst darinncn verscbmauchet vod gebratcn, dem haben die verhungcrtell 
Mensclacn Arm vnd :Beine auffgefrcfscn. 
Im :B c re o h o sehcn habcn 16 Mcn.chen, so verschmachtet, einen ermordet vnd vnter 
sich gctheilet vnd auffgcfreCscn. 
Im Honighoffe, einem dcrer;Hcrren v. Dohna Giiter, hat ciu verhuugerter deut8chcr 
Juoge bey einem todten Pfcrde gclcgen, vod das Flcisch mit dcn Ziihnen abgeriCscn. 
Ein Bauer hat seiu ejgcn W cib geschlachtct vnd gckoehet, vnd ihrell Bruder darauff zu 
Gaste ge1aden, weIeher, wic er es gehoret, "or Angst vlld Zittern sicb er8tochcn. Noch 
hat eio Baucr 3 Kinder erwurgct vnd auffgeCrcfscn, vnd hat diese Hungersnobt, da die Leute 
wohl gar ibrcn eigcncn Mid, Arm vud Bcine auffgefrcCsen, bi8 1603 gcwchret. 
Den 4. Martii hat in D o r p t ein Bauer eines Mellschen Arm offentlich auff dcm Marckt 
gebratcn vlld gefrefseo. Ein anderer vcrlaungcrtcr sehwcdiscbcr Soldat Ilat dal FJeisela von 
MQn, Liv. ant, II, 21 


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- 114 - 


leincm redatcn Arm mit 
en Ziihnen zerriCsen vnd gefreCsen. In derselben llelagerung hat eill 
W cib ihrc eigcncn Kindcr gcgcCsen, vnd darnacłl sich leibit erstochen. 
Anno 1603 den 8. April hat end lich nach langc aU8gcstandcnem I1ungcr O I o ff S t r a h I e 
Dorpt an Kotkiewicz vbergcbcn miifscn, vnd habcn darauff die Polcn vbcl gchal1seł. III 
diescm Jahre waren die Polcn allenthalbcn gliicklich, bis sie die Pest von einander ins Quar- 
tier tricb. 
Anno 160-4 trug sieh8 zu, daCs die :Burgcr in R i g a aufl ihrer grofsen Gildcstubc Mon- 
tags in Fastnachtcn ihrer Gcwohnhcit lIach wolltcn einell neucn Eltermalm wchlcn; do.. griff dcr 
Rath ilmcn vor des Donnerstagl vor Fastnachten, sintemalalcn aU8 dcnen 70 l\lanncrn, die alle- 
maM Jaut dCl Anno 1589 auffgcriclateten Fricdcns - Contracts nebst dem Ralat ill Stadthiiudcln 
pftegtcn zu rath8chlagclI, etzliche ge8torbcn warell, dic Zalal wicdcr voU zu machell, daluit lic 
keincn andern EltermaDla, al8 aUI dellen 70 Miinnern, belonder8 von dencn 40 Malłllcrn der 
grofsen GiIdc8tube, allczeit wehlen 80llten. Diesel nahmcn dic Durger so auff, ais ":crc el 
ihncn zum V orfange gcschehcn, daCs sie cbeR an dic 40 l\liinncr lIolltcn gebunden seyn, darau8 
einen Eltermanll zu wchlen, WClClaC8 sie dcm Ralatc nicIat gestiindig scyn wolIten, vnd baten, 
daCs es ihllcn frcy stchen mociate, nach dcm Alten aUI der galltzcn Gcmcinc cincn zu cr\Vchlcn 
nacb der Briider meilten Stimmcn. 
Der lłaht bcricff sicb auff dcn Contract, daCs nur 40 Miinncr scyn durfftcn, sollte IlłIn 
ein Eltermann aus der Gemeine genommen werdcn, so ",iirdcn dcm bcschworcncn Contract zu- 
widcr 41 wcrden. Da cyffcrten die :Biirger gar schr, daCs mit dcr vorłiinglicb erfiilleten WaM 
dcr 40 MalIner ebcn den Donnerstag zuvor, 8tudio ihnen dic frcyc Wahl zu bcnelamclI, vmbge- 
gangcn lIey, sie wolltcn nun dcu altco Eltermaon bchaltcn, bil sic vom Konigc crIangcn wurdcII, 
lIach dcm Alten zu wehlcn. 
Wie nun der Raht den Contract so hart urgirte, liiCst die Gcmeinc dcm RaM cinbringen, 
daCs sie scit Anno 1589 bis 1604 mit dcm dicIIstbarcn Contract gedruckt weren, Vlld hettcn sicb 
dcnnocla lIicmahlli dawid er auffgclelanct, in der Hoffnung, e8 lollte (lcr Ralat sich au ch scincs 
'J'heils darnaeh dcr BilIigkcit gemiifs gcgen die Biirgcr vcrhaltcn habcn, wic sie gcthall, so wcre 
dcr Contract nicht gebrochcn; sic bcfundcn abcr durchaus da8 COlltrarium, dcr Ralat dcutc den- 
sclbell nicht aUcin zu 8cincaD V ortheil, die Bilr,;er jc mchr vnd mehr von ihrer Freyhcit abzu- 
brillgcn, sondcrn hctte au ch denselbcn 8elb8t in vielen Puncłen nicht gehaltcn, aIs insonderheit 
ha folgendcn: 
l) Dcr lłaht bette vide Gcldcr ohne WilIen ,'nd WiCscn ihrcr EJterlcute aus dcm gcmeinen 
Kasten 8pelldireo laCscn, \'lad zwar zu Privąt-Sachcn, wclchcs dcr Contract nicbt ver- 
moclate. 
2) Wiirden groCsc vnzicmlichc Kosten in den Legationen verspillct, vnd die Instrl1ctioncn 
vnd Rclationcn wiirdcn dcn Elterleutcn vnd dcm AusCchuCs nur stuckwcise vorgclescn, 
vnd ncbenhcr anderc Privat - Saclaen gctrieben, welches widcr dell COłatract. 
3) So wcrcn Gcldcr auffgcnommcn vlld auff dcn Stadtka8tcn verselariebcn word en , darvmb 
Elterleute vnd Eltestel1 gcrn WiCseDschaft hetten, dal ihncn abcr nicht kund gethan 
wilrdc. 


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- lIC) - 


4) Weren versclJiedene Biirger bey einzelnen Persohnen auffs Rabthaufs gcfordert, vnd 
wcre ihnen vbcr ihr Vermogen vielc Kncchte zu halten auffgedrungen. 
:)) W eren Knechtc angenommcn vnd abgedancket, davon mit Elterleutell vnd Eltesten nich ts 
were geredct worden. 
6) So wercn der Kncchte bey gantzen Rotten bey Nachtzeit aml der Stadt gesandt, olme 
dcr Elterlcute vlld Eltesten Wifsen vnd Willen. 
Weilen nun cin Raht, vnd nieht die Burgerschafft, in vorgemeldeten vnd mehrercn Punctcn 
zum ersten den Contract gebrochen, so wolltcn sie nunmehro durchaus denselbcn abgethan 
wifsen. Sie woli ten auch, daCs die MiCsbriiuchc der Kastcnordnung soli ten geiindert werden, vnd 
begchreten, daCs alle Einkiinfftc dcr Stadt soli ten mit der Kiimmcrey vnd wie es Nahmcn haben 
machtc, hinCiihro in cincn Kasten gczogen werden; dabey wollte die Gemcine Ilebst dem Rabtc 
dle ihrigen verordnen, welche dic jiihrlichen Einkiinffte ordentlich einnehmcn sollten, auch wie- 
dcrumb die nothwendigcn Stadt-Ausgaben ordentlich auskchren, "nd 
avon jiihrlich richtige 
Reclmung thun sollten. 
Es sollte aber ein Raht nicM davor haltcn, ais ob sie denen Amttragenden Persohnen 
nicht leidlichc El'kcnntliehkeit vor ihre Versitumbnifs vnd Miihe !;onncn wolIten, auff dafs sic 
dcsto sorgfiiltigcr auff der Stadt Wohlfahrt sehen mochten. 
Es were auch der Gemcine berichtct, daCs cin Raht den Burgemeister E eck e mit seincn 
Schwigem vnd Verwandten allein lierse die vornehmsten Stadtiimter verwalten, welches man 
nicht davor ach ten konntc, dafa solchcs dcr Stadt zum :Besten were; derohalbcn biiten sie, dafs 
ein Rabt darinne Anderungc IIchaffen wolIte. Auch were ruchtbar, dafs der :Burgemeistcr N i c o I. 
E e c k e von dem Herrn D av i d H ił c h e n were ofl'entlich vor dem konigIichen Senat gescłaolten 
wordcn, cr habe aber solchc Schmiilaungc bishero auft' sicla sitzen lafscn, vnd sieh der Laster 
nicbt cntlcdiget; dahcr habe die Gcmeine V rsache eincn RaM zu ermahnen , einen solehcn 
Mann nicht im Rabt sitzen zu lafscn, er hahe sich den n solchcr Laster entbrochen. 
So vcrlangten sie auch, daCs die Kncchtc, so von der gemcinen Stadt besoldet wiirden, 
lałnfort dem Raht nieM mchr alleine sollten schweren, sondern zugleich der Gemeinc oder der 
Stadt Riga, Dazu soli ten Munstcr-Hcrren vom Rath vnd dcr Gemeine nacb dem Alten ver- 
ordnct \verden, naeh deren Bcfelale sie sich zu laalten laaben, vnd nieM auR einzelner :Bcfehle 
gcbraocht werden sollten. So kihme iJanen auch vor, daCs des :Burgemeisterl Ecckc Tochtcr- 
mannc Ratger zur Hont die Arckeley dcrStadt, auch dieMunsterey derKneehteanvertrauet 
were, solchcI w
re ihnen verdiiehtig; sintcmahlen IIcin :Bruder Hans bey dcm Feinde Hertzog 
Carl wcre, vnd Hcrr Rotger seincs :Broders Sohn bcy sich im Hause hettc, die ab vnd zu 
gingen, wic man 8agte, er auch einen Diencr bcurlaubet, dcr sich auff dcs Fcindcs Seite be- 
geben. Daher begehre dic Gemeinc, daCs solche Amtcr andcrn Persohnen soli ten anvertrauet 
werden. Begchretcn auch, daCs die Scbole mit tiichtigern PersoJancn mochte bestellet werlleD, 
auff daCs die Jugend beCscr, ais bishero gcscbchcn, vntcrwiesen vnd erzogen werden moehte. 
Ob nun wohł dcr Raht wegen vorgemeldeter Puncte allcrlcy pro et contra eingewendct, 
so bat er doch endIich der Gcmcinc mcistens in allcn Puncten weichcn miifsen. 
Zum ersteD wurdc der Contract cafsirct, der docb von der gantzen Stadt, beyde vom 


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- 116 


Rałat "nd der Gemeine mit ausge8treckten Armen vnd auffgchobenen Fingern war bcschworen 
wordcn ewig zu halten, dazu auch 80 vicl Bluta vnd viclc 1000 Gulden gckostet hatte. 
Zum andern hat ein Raht seinc V crwaltungc dcr Einkiinffte, dic scine 'Viiter aeit 400 
Jabren alleine gehabt, dcr Stadt-Kiimmcrcy abtrcten miifsen, nld bat dic Gemcinc mit an ibrer 
Vcrwaltung deI gemeincn Stadtksstcns muCscn Tbeil ncJamen laCscn, so dafs er mUl nicl.ts mch\' 
ohnc ibrcn Conscns miichtig ist, daraua zu spendircn. 
Anno 1604 sind im Junio ctzlichc sehwcdisebe Scbiffe auffs rigischc Falarwafser gekom- 
mcn, vnd wartcten auft' dic Kauffalart, so in der Duna vor Riga gcladcn von Holliindern, Lii- 
bcckern vnd andcrer Stiidtc Sclaiffen, die bey 80 Scbiffen zusammcn starck gcwcscn, Die habcn 
sich in einc Admiralschafft vcrmchrct, durchzubrechen vor den Fcind, vnd sind aus dcr Duna 
abgelauffen. 
 
Anno 1604 im Junio haben diese Scbiffe Riga merckHch cntsctzct, nu1 bcsI)eisct mit 
allerley Victualien, MaUz, Roggen, Wein, Dicr, :Buttcr, Kasc, SaUz, 1I0uig vnd allerley 
Sachen, davon sich aueh dcr Fcldlacrr mit dem Kricgeslaecre hat ausretten vnd l)rO\ iantiren 
konnen, wic sic aber den 17. Junii wicdcr zur sccwart gelauft'en sind, da kamen sic (len 18. 
Junii fort gen R u u n, da lagen 14 gcriistete Schiffc, von Hertzog C a rl mit Gcschiitzc vnd 
Volck wohl besetzet, dic wartctcn auff diese Flotte, vnd schhlgcn sicll sclaarff vnter einander, 
bis sic (die Schweden) cndlich dic Kauffabrcr trenntcn, vud driingtcn ctaIichc derliiclbcn, so vbcl 
muniret waren, ala den kurischen Strand vber, da sic ihrer vber 20 machtig wurdcn, worunter 
Holliin der, Bremcr, Rostockschc, Liibsche vnd andere mchr waren, die muCsten lIaar 
Jafscn. Sonsten waren einige Liibschc \'nd IIolliindisclae, so bcCser mit Leuten vnd Geschiitz 
vcrsclacn warcn, die kiimpftcn tapfcr mit ihncn vnd scblugcn sieh, obwohl mit V crlust vicler 
Leute, durcli. 
Anno 1604 dcn 16. Junii ist der Feldberr Joli. Carl Kotki cwicz mit den Kł"iegsleuten 
von R i g a nach D o r p t gezogcn, nachdem cr vorher ctzlicbe Fiibulein dabin gcschiekt, hatte 
auch bcy sich cin paar hundcrt teutsclac Reuter vnd etzliehe Uottcu tartarische Cosacken, Zu- 
dcm wurdcn auch noch etzliehc Fahnen frisehc Kricgsleutc aus Polen vnd LiUauwen zu RofL!l 
vnd zu Furs dcm Feldherrn nachgesclaiekt, darli er bis an dic 2300 Mann starck war. Damit 
zog er 1604 den 0, Sept. v Ola Dorpt fort, vud ła.;crtc siela bey 10 1\leilen davon im Obcr- 
pahlenscben Gebiete etwa 5Meilen von Weifsenstein, da beI{alam er Kundschaff t, dafs die 
S&hwcden aich mit den vbrigcn Lieffliindern zusammcn gerottet mit 7300 1\lann auffgezogen, 
ihr Gliick wieder an We i f s c n s t e i n zu versuchen. Sie babcn auch den Fcldherrn K o tk i c w i c z 
zur Feldschlacht auffmalmen lafsen, in Hoffnunge, weilcn sic ihm mit Volek vberlcgen waren, 
80lltC ihnen dic Victoria nich t fel1Ien. 
Der Feldherr Kotkiewicz ist mit ,einem Volck vnd Geschiitz von Oberpahlcn wolal- 
gemuht ihncla vnter dic Augcn gczogen, vnd sind am 15. Scpt. bcyde Heere an einandcr gerah- 
ten, vnd gcsclaahe cin hartcs Trcffcn, da viclcu dal LacIlen thcucr gewordcn 1st. Endlich hat 
dcr Feldhcrr Kotkicwicz mit seinem kleincu lIauffcn den groClcu, ais dic Schwcdcn vnd 
Tcutschcn, vberwundcn vud auft' dic FIuclat gcschlagcn, dars Uarcr bcy drittelaalb tauscnd auf 
dcm PJatze geblieben, vnd haben 6 Feldstiickc ncbst 22 Jlalmen verJohrcn, 
 


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Wie dlese Scblacht geschellen vnd das IIaufs We ifs e liS t e i n cntsetzet war, zog der 
Feldherr zuruck nacla O b c r p a h I c n, vnd besetzcte die lIeuCser mit FuCsvolck nad etzlichcn Rcutern, 
vnd verlcgtc des ,-brige Kriegsvolck in die Gebiete im Lamle hin vnd wiedcr, da nocla die armen 
Leute etwas laatten, da ward das Volck in Winterlager vcrlegt, nld ibm Proviant aus Littauwen 
zugcfiihrct. 
Anno 1606 bald im Januario schickten die Scllweden etzliclle Kriegslcute, das HauC! 
Wcifsenstein zu erstcigen, da ward darauff im Aniauff der pohJisclae Rittmcistcr Zechansky 
crschofscn; abcr sie wurden abgescbJagen, Wic aber dic Kriegesleute vcrnalamell, dafs dic 
Scbweden sich versammelt hatten, rucketen sic aus dem Burglager der Grcntzc niilaer, die 
HeuCser in Acbt zu nchmen; der Felclhcrr aber zog auff den Reichstag zu Warschau. Da 
ward gerahtschlaget, .b Ihro Kon, Maj, persiilanlich mit einem Kriegcsheer in Schweden ziehen 
solltcn, vnd ward der Feldhcrr Kotkiewicz wieder abgefcrtigct mit mehr Volck vnd Gcld 
nacla Liefflaud. Da er laier ankalam, nalam er seiuen Zug auff D orp t. ., 
Zu clieser Zcit im Jahrc 1600 ist eincr gewesen, der sich 4 Jahr in Polen gchcim auff- 
gehaltclI mit Namcn Kuase Demctric, so sich bey dcr Kon. Maj. in Polen vnd dcm Woy- 
woden von Scndomir angegeben, dafs er des GroCsfiirsten Iwan Wasiliewitz Sohn scy, 
von welehem man gcmcynet, dafs er in der Jugcnd auff Befell} des n o r i s G u d c n o w, der 
sicla zum Grofsfiirstcn ill der Moscow macJaen laCsen, vmbgebracht word en , so daCs man ge- 
glaubet, dafs keill Erbe von Iwan Wasilicwitz mebr vorbanden seyn sollte. Diescr Kuiise 
D e m e tr i c, der sich einen Z a r e w it z (80 bcirset des Kcysers F;rbc) nenucte, gab "or, daCs 
er in eillem Kloster laeimlich verborgen vnd erzogen were, bis er in Polen verschicket worden. 
Uier hat sicla nun der W oywode zu S e n d o m i r seiner angenommen, viclleicht mit V orwiCsen 
llaro Majestat, ihn mit Geld vnd Volck befiirdert, daCs er mit cinem Kriegsheer in Reurslandt 
riickclI konncn, vnd obwobl der eingedrungencGrofsfiirst Boris Gudenow ihm Volck entgegen 
gescbicket, au ch Abbruch gctJum, so ist er doch ais ein juuger I1cId von 27 JaJa ren bestiindig 
in seinem V ornehmen geblicbcD. 
Der altc Boris Gudenow sandtc auch diefsmal auff den Reicllstag zu .Waf8chau 
\'Ud HeCs den Konig Sigismundum III. bart besclmldigen vnd protestiren, daCs er wiecler den 
auffgcriehteten Frieden den Kniise Demetrie, den er nicbt davor anerkennen woli te , sondcrn 
vor cillell auffgewiegeltell Auffruhrer laiełte, mit Leuten vnd VorscJaub bcfiirdert hettc, ihm in 
sein Land zu fallen, mit Begcbren, er mochte seine Vnterthanell von ibm abfordern vnd illm 
alle Befordcrunge abschueiden, wenn zwischen ihuen der Frieden biciben soIJte, 
Hierauff wurde ilam zur Antwort gegcben, daCs I. Kon, J.\'laj. vnd dic Stiincle den Frieden 
zu brechcn uiclat gcneigt weren; wenn abcr etzlicbt' pohliscbe Laudsafsen, ais freye Leute, sich 
bcy D e m e tr iOe eiugelafseo, die wolIten I, Kon, Maj, abmalmen laCsen, I. K, M. glaubten aber, 
daCs es meist Leute von dcn wHelen Cosackcn weren, die sieh zu ibme geschlagen , die dicntcn 
Tiircken vncl Tartaren , \Vcr ibrer noMig hette. 
UnterdcCsen da D c m c tri e im Moscowiter Landc hausete, ohngefehr 1605 "mb Pt'illg- 
sten starb der aIte GroCsfiirst Gudenow. Da ward die Trennunge cler l\lolicowitischcn Volckcr 
grofscr, vlld ward wciter Nachforschunge gcthall vnd offenbahret, dafs der Knase Demetrie 


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J/IJ-
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der Zarcwitz scyn soIlte, vnd weilen bey de8 Gudenow Leben die Unterthanen de8 Gnde- 
n o w 8 Sohnc ge8chworen, ficI eine Ent:lweyung ein, weIchen sie zum Herrn allIIchmen 80llten. 
Da nahmen sic den Kniise D e m c t r i c Bn, vnd cr bcyrathcte 80fort des W oywodcn :lU S e n- 
domir 'l'ochter, die fiihretcn sic ihm mit viclcn Polen nach M08COW :lU, dasclbst biełtc er 
1606 den 8, May Hochzeit, nabm etzlichc Jcsuiten mit, vnd wolltc sich zur piipstlichen Religion 
haJten. Auch sollen die Polcn viel Muhtwillen getricbclI habcn, darvbcr denn die Mosco\viter 
sieh entriisteten, dcn Demetrium am zchnten 'l'age (den 17. May) nach der Hoclazeit in 
sciner Sehlaffkammer erschlagen, ncbst 1700 Polcn, vnd habcn zum GreCsfiirstcn erwchIet den 
Kniise Wasilie Szuisky. Es ist gleichwohI allerley Vnruhe dabcy eingeCaUen, vnd ein alldcrer 
D c m e tr i u s bervor gekommcn, der sich einen groCsen Anhang mach te. 
In diescr Zcit warfł' 8ich auch ciner BUS dem Bathurischen GescJalecht, Nallmens :B u- 
8 o k a y, in V ngarn Buff, vnd lehnte sich an des Tiircken Sclmtz. Dem fielen die V ngarn mcistens 
bcy, nahmell feste Schlofser cin, trieben des Keyscrs Obcrstcn aus V ngarn, vnd sandtell zum 
Grofskantzlcr Z a m o i s k y, vnd begehretcn, wenn er scincn Sohn 'I' h o m a s wolłtc zulafsen, so 
wolIten sic ihn zum, Konige von V n8arn anncbmen, vnd den Tiirckcn zum Schutzherrn bcbałten; 
aber dcr Grofskantzler schIug solchcs ab. 1
' 
Anno 1605 den 24. May starb dieęęf J o h. Z a m o is k Y vmb 2 Jlhr, wurdc den 20, JunU 
zu Z a m o is k Y in seiner Kircbe bcgrabeu, 
Anno 1605 zwi8chcn Ostern vnd Pfingsten sand te der tiirkischc Keyser eine Post an den 
Konig in Poleli, vnd verlangte, dafs er ibm Kriegsvolck widcr den romiscJaen Keyser dem B u s- 
kay in Ungarn zu Hiilffe senden sollte, vermoge der alten Pacten; aber der Konig entscbul- 
digtc siela, er bette Bclbst Kricg mit Hertzog Carl von Siidermanland, vnd Buch dcn Knisc 
Demetrium, denselbcn in Moscow zu IIcincm Erbrecht :lU berordern, vntcr seincn Schutz 
genommen. Mit diellcr Elltschuldigunge wurde er abgefertiget. Aber die 'l'artaren fielen in dic 
polllischen Grentzcn, thatcn vielen Schaden, daCs sie ilare Peltze vom Konige nicht bckommen 
bettcn, die man ihncn sonst aIlczeit von dcr Krobnc Polen giebt, wogegen eic der Krohne 
dicnstpftichtig sind, 
Anno 1605 im V orjahr Hef. Hertzog C a r l au. 'l'eutscbland einen Graffen von M a n s- 
fełd mit etzlichcn teutscben Soldatcn bewerbcn, vcrordnetc diesem aUli Schweden zu cinen 
Hauffen Schweden :lU FuCs, vnd 200 Pferde, daCs sie bey 3000 .tarck wurden, 8Bndtc dieselben 
mit Schiffen vor Riga. Den 2, Augusti 8treift'ten sie vmb sich her Jiinglt der Diina. Am 3ten 
kahmcn lie allff den Sandbcrg vor der Stadt zu RoC. vnd :10 Fuf. an, fielcn in die Vorstadł, 
vcrbrannten die schone St. Gerdrutcn Kirche vnd IUe Windmiiblen nebllt viclen HeuCsern, auch 
vmb dic Stadt her viele Biirgcrhoffe vnd Baucrkaten in dcr Land - V ogetey, vnd raubten viel 
Vicb. In der Land- Vogctey wurden aucb viele Scharmiitzel gchalten, vnd etzliche Schweden 
gefangen eingefiihret. 
Anno 1605 den 13. Aug. kahm Hertzog Friedrich 8UI Corland mit einigen Reutem 
vnd FuCsvolck Bn dcr Duna all. 
Anno 1605 gab Gott der IIerr scjnen Segcn ZU 8l1erIcy Gewiicll' an Getreyde, daC. 
man zu Riga vmb 12 ia 13 Gro8chen ein Looff Roggen eingekaufł't bat, da doch das gantzc 


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- 119 


l 


Land mclarentlaeils ais eine Wiisteney vngepfluget geblieben vnd besiet wordcn, so daCs man 
ein Jalar zuvor in der groCscn Thcurung mit dem Ritter von S a m a r i a aus dem 2ten But:h der 
Kónige, Cap. 7. v. 10, hette sagcn mógen: "W cnn der Iłcrr Fenster am Iłimmel macIate, wie 
konntc solcbea geschcbcn'ł" aber der Herr ist reich an :Barmhcrtzigkeit, ,-nd bey ihm ist kein 
Ding vnmoglich; nld eben so kann er vns auch wobl aus der Hand vnseres Feindes Carl 
eTrettcn. 
Anno 1606 galt der Roggen !lU Riganur 2 Marck, Siehe, was Gott thun kann! 
Anno 1605 den 2. Scpt, zogen die Schweden von dcn Schiffen mit Scheerbohtcn die 
Bulderaa hinauff, vnd thaten auff dcm Babit vnd in Curland groCsen Schadcn, aucla zogcn ihrer 
viel zu RoCs vnd zu FuCs nach TJlckum dcs Wcges, raubtcn vnd.brannten vnd thaten grofscn 
Schadcn den armcn Leutcn, 
Vmb dicse Zeit kahm von Reval ab ein Oberster, Andreas Linderson, durcb die 
Wiecke auW Pcrnau, dem zog von Fellin der Feldherr Kotkicwicz entgegen, ilm nach 
Kricgs-Gebrauch zu cmpfangen, abcr wie er an ibn kam mit seinem Hauffen, Jlatte sieh Lin- 
derson mit den Schwedcn in so cinem Vorthcil verschantzct nad mit Geschiitzc besctzet, daCs 
er ihm niclat ankommen konnte, so batte auch der Fcldberr seine Nachfuhr !lU Fellin gclafsen, 
derohalben muCste er zuriicke. Unterdefscn kahm Nachricht, daCs Iłcrtzog Carl selbst in 
cigener Persohn aus Schweden kiime, vnd seincn Conrs nacla Riga riclltctc, an der Stadt scin 
lIeil zu versuchen, da vnter der Zeit der Graff von Mansfeld mit den Scinen sich aD Diina- 
miindc wagcn wołłte, wo er auch einigc SchaDtzcn im Sandc gcschlagen, aber wiedcr abzichen 
muCste. Derowegen bracia Kotkiewicz von FCllin vber Wolmar naeb Wen den auff, sich 
aus Littauwcn mit mebr Volck zu v ircken, weilcn .lie Kundschafften lauteten, daCs Hcrłzog 
C a r I fast starck von V olck wcre. 
Anno 1605 dcn 10. September kahm der Hertzog Carl selbst mit dem IIcrtzog "on 
Liincburg nebst leiner gantzen Armec an, vnd riickcte den 13. dito vor Riga. Wie nun 
K o t k i e w i c z vernommcn, daCII er vor R i g a angekommen "'ar, riicktc er hin nach th k u Ił, 
zog den lIertzog von Curland Friedrich vnd die lIerren aus Littauwen zu sich, '-mb Uiga 
zu entsetzen, vud den IIertzog Ca rl vor dcr Stadt anzugreiffen; aber dieser vcrlieCs den 16. 
vnd 17. Septcmbcr sein Lagcr in der N.cht, Da fielcl1 die Rigischen aus, verbrandten das 
Lager, "nd pliindcrtcn was da geblieben an Wagen, Riistungc vnd sonsten. Den Morgen kahmen 
auch vielc vom Fcindc entlauffen zur Stadt, die mehrcuthcils verhungert waren, \'Ild in dic 
Stadt auffgcnommen wurden, 
Vmb 8 Uhr kam IIertzog Carl mit seincr gantzel1 Macht 12000 Mann starck, den li. 
Sept, 2 Mcilen von Riga EU Kirchholm vber den :Bcrg bey der Ideinen Kirche, da begegnete 
ibm Kotkicwicz mit vngcfeJar 8000 Mann zu RoCs vnd FuCs, vnd mit ihm HertEog Friedrich 
.us Curland mit 400 Mann, Dicse griffcn den IIertzog C a r I mit seinem groCaen Hauffen so 
ritterlich an, daCs sie bald dic Flucht nahmen, vnd wurden ihrcr bey 3000 Buch mehr, auff. 
(lcr Wala1statt niedergcbauen"'). Carl flohe mit den vbrigen nach den Scbiffen, so er in der 


-) Die Zahl der iD dieser SchlBcht umgekommenen Schweden, die der Rath beg
abeD lieC., betrug
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120 


Duna gleich hinier sicb gelaCsen. 1\lan sagte, daCs er einen SchuCs bckommen haben 80IJ. Der 
Graff Jochim Friedrich v. MansCeld, meynet man, scy auch entronncn, weilen er nicbt 
"nter den Erschlagenen gefullden wordcn. Dcr Hertzog F r i e d r i c h VOII L ii n e b u r g, wic auch 
dcr schwedischc Obcrste Andrcu Lindcrson, blicbcn in der ScJalacht, wurdcn nach Riga 
gef'iihret, nad da ill Siirge gcleget, So wurden auch viele Gefangene nach Riga gebracht. 
VOII den poluischen I1cr
1I bliebell au ch einige; deren zu Riga bey Iii bcgrabcn 
\\"orden, all gemcillcn Krięgsleutcn sind ,'bcr ]00 gcblicbcn, vnd vber 150 nach Riga zu den 
i\a-tztcn verwundet eillgcbracbt. 
Andreas Lindcrsoll wurde zu Riga begraben*), dcn Iłertzog von Liincburg nahm 
I1ertzog Frieddcla von Curland todt mit sich im Sarge wcg, auch wurden vielc Gcfangene 


t;!J83 Mann, diejenigen nicM mitgereclmet, welehe in der Duna und in den Moriisten łodt gcfunden 
,,'urden. Bro tz e'. annale. Rigenllel. 
Karl wire bekanntIicb lIelbllt gefangen worden, wenn nicht ein Lidiinder, Wrede. .ich fiir 
ibn aufgeoprert, und ihm .ein prerd gegeben hiUe. Von dem Ungeltiim dielII'I Fiirsten erzii.hlt Jiir- 
gen Ilelm. folgenden Zug. Ais er dali SclJiff betrat, womit er nach Pernau fliichtete, kam ihm 
sein Diener entgegen und freuto sich, seinen Herrn, don er schon todt geglaubt, go.und ,yieder zu 
schen. VolI \,"uth ziebt Karl den Degeo, uod, sttiret ihn mit diesen Worten nied : "Ibl' Schelm .olItet 
da gewellen sein, wo ich gewe.t:n bin!" 
') L i n d o l' lon I 'Leiche wurdc von den Rigilchen aus lIochachtung den 23lten September seinem Stande 
gemirs in der Domkircbe unter der Orgel feierlich beigesctzt, Im Jahre 1631 lices der damalige Ge.. 
neral- GouTerneur S k Y t t e ibm an dem preHer iiber leineJll GrabI' ein Epitaphium aurrichtcn, Diesel 
bellteM aUI zwei Tafeln von Mel.ing, einer grtirllern und einer kleinel'n. Auf der erstern .teht: 
Fortuna 1'61 ut coelitu. mortalium 
Agitet. viator, disco, Lindenonio 
Doctoro, Martis ductor ilIo fuderał 
Tunnas eque.trei. fortiter Polonica. 
Primum impetentes vi.cera ipsa Syeciae. 
Ductator owni. factu. inde excrcituI, 
Robur deculIquI' Caroli lecptrill dedit. 
BelIatol' audax, providus. felix diu, 
Jnfausta doncc proeliantem gnaviter 
Lugente rege. lustUIit Kirchholmia. 
lIostilis ip.a Riga honelto censuit 
Dignum .epulchro, Marte led ft:licior 
Riga potitus qvando natu. Caroli, 
Felicitatill lnyulI ipsum particcp. 
Vult elle funus vietor, hinc tumulo decU8 
V irtutis aCltimator auget S k Y t t i u s, 
Sibi ip.e adaugen. aelltimando gloriam. 
Vale, viator , rectc agendo quamIibet; 
Moderatu. anlmo dillcc rortunam patio 
Oecubuit in proclio ad Kircllhohn. Anno MDCV. die XVII. Sept, 


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-121- 


gemacbt von Teutscllen vnd Schweden vor Riga vnd Kirchholm vbcr die 1000 Mann. Die 
Erschlagcncn bey Kirchholm liefs der Feldherr allc begraben. So wurden auch erobert 14 
Feldstiicke, 67 sehwe(1iscJac Falmen , vnd wurde iibcrhallpt vicle Dcutc gcmacht. 
Dell 18, Scpt. kahm der Fcldhcrr Kotkiewicz mit scincn Kriegesleuten vnd dem 
Hertzog von Curland mit grofscm Triumph nach Riga, ,-nd muCstcn dic geCaogenen Schweden 
die eroberten Stiicke hinten nach sclaleppen. 
Den 19. Sel)tcmbcr liefs der Feldherr einige grobe Stiicke aus R i g a ziehen, vmb 
mit die Schiffe in dcr Duna, womit Hertzog C a r l geOohen war, zu beschicCsen, aber 
Schweden bekabmcn guten Willd "nd gingen durch, bcsctzten lIachgchcnds die Heufscr in 
Wiccke vnd zogcn vbcrs Mecr nach Schwedcn. 
Dic polnische Armce lag in ihren Quartiercn bis 16CH} nacb Jobannis, da wurden die 
Volcker nacb Littauwen, wegen dcr Irrungen, welclae zwisehcn dem Konig vnd dcn Stinden 
vorgcCallen, verscbrieben. Wie lIertzog C a r I diescs vcrnabm, schickte CI' 30 Schiffc Vlad so 
vlel Schccrbohtc wieder nach Riga, vbcr 2000 Malm starck, von allerband Landsleutcn. Die 
kahmen dell 13. SCI)t, auff dcr Diina all, ycrsuchten ibr Heil all dcr Diinamunde; allcin, wcilcn 
Mangel an Proviant war, fingen die fremden Volcker an, vnruhig zu wcrden: da gingen dle 
Scbweden mit ihrcn Sehiffen wiedcr sccwerts ein. 
Zu diescr Zeit fiel aucll Jocbim Friedrich von Mansfeld, welchcn Hcrtzog Carl 
I:um Feldherrn in Licffland 
elafsen. mit scinem Volck von Pernau aus, nahm Wolmaf Debst 
dem Schlofs cin, riicketc darauff vor Mojanen, ward aber abgewicscn; nałam darauff Ermel 
vnd andere SehloCser cin: abcr die Polcn erobcrten bald allcs wieder, Da zog dcr Feldherr 
olch Riga mit ctzIichen von seinem Fufsvolck auffs Schlofs. Diese veriibeten groflen Muht- 
willen, schiindcten W ciber, vnd diescs all es ungcstrafft. 
Anno UIOO im Februario ward In Polen ein Reichstag angcsctzet ZD W a re c h a u, aus 
welchem abcr nich ts wurde, wie den n aucb vielc Landtige, da folgendl der Adel dem Konigc 
Gravamina vortragen lafsen. kcinen Effect hattcn. Wie nun die Volcker miichtig aus Licffland 
nach Polcn vnd Warscllau gezogcn wllrden der Vnrllhc wegen, vnd Anno 1607 abermahls ein 
Reicbstag zu WarBchau angcsetzet wurde, da hat Hertzog Carl scinc Zcit er8chcn, vnd sich 
zum Konlg in Schwcdcn krolmcn Jafsen, zog darauff nach Llcfflam1, vnd schlug mit dcm Graffen 
won Mandcld dCII Hcnn Zorowsky, welcher blieb; die iibrigen entftohen den 21. May 
Dach Dorpt; 
I 
 
Den 26. JunU nahmen' lie darauff das feste Haufs WełfsenBtein elo, in welchem die 
BeBatzung nicdergcmacbt, vnd viel Geschiitz erobert ward. Folgends haben sie das Stiidt1ein 


da- 
die 
dcr 
, 


Auł der kleinern: 
Generoso nobili et 8trenuo D;; Audreae L i n d e r s o n i o qvondam eJ:erc, Svetici duci &c. moou- 
roentumhocPraelustrlsetGenero8issimu8 D nus D. Johanne8 SkyUe 8enior L. B, in Duderof 
DnuI in Grondo & StroBii Eqv. aur. Regni Sveciae Senator per Livoniam Care1. et Ingriam 
Gener. Gubern, Acad. nsal. Cancell. nec non Finlan. Sep tent, judeI: ter, pOltlimioii hon. & mem, 
c, pOll, . Anno MDC,XXXI MeDl. Sepł. 
Mon. Liv, ant. f L 22
>>>
12"l - 


F e II i n allsgebrannt, vnd die, so nicht allffs ScbloCs geftoben waren, niedcrgemaclat. Wie die 
Sclaweden in Weifsenstein so begierig nBch der Beutc WBren, entf8Ut citacm Soldaten Feucr 
in die Arekeley, dadurch vbcr 1000 zenclamcttcrt, "nd vide beschiidiget \Vorden, Drey oder 
vier der grobcn Geschutze Jiefsen die Schweden nBch R e v a I Ciihren, t!ctzten H i n ri c h F B 1- 
ckenberg, welchcr vorlaer F'iihnrlcla untcr dcn Polen war, zum HauptmBnn auff Weifsen- 
stein. Darauff zogen dic Schwcden nacll Salis, mach ten da eln Blockhuus, Ulld machten die 
LemsBlschen, Nabbischcn vnd vmbliegende Bauern zinsbBr; dafłlach bela
erten sie D o r p t, bc- 
stiirmetcn selbiges, wurden abcr abgcwiesen. 
 ,H Ji 1'(1 , J 
Darauff zogen die scJawedi8chen Commifsaricn, ais Adam SC'lraffer "Iid Hcrmann 
Wrangell ins Stifft Dorpt, raubten viel Vich, 8uchten auch Dorpt zu vntergraben, Wai
 
sinsky contraminirte vnd verderbte die Beckcn in der Minc, ficl auch zu rechter Zeit aus, 
vnd schlug sic aus ihrer Sclaantze. Da zogen die Schweden vor Wo I m ar, wurdcn Bber auch 
weggeschlagen; bcJ..ahmcn jcdoch nachgehcnds B u r t n c c Je., ,-nd \vcileli sie sehwech waren, stcck- 
ten sie es in Brand, zogen sich folgends zusammcn; 8lJfcngteli dic Pforten zu W c n d e n, ,'nd 
nahmen die Stadt vnd das Schldf8' eita; abcr der Hallptmann II a u S I c i n kahm durela cinc s
n
 
der bar.; :Bclaendigkeit davon, vnd wie dłe Schwedcn vcrmeyuten, dafs dieser mchr Volcks aus 
allen Orten zusammcn zielaen wurde, verlier8en sie alI es , zogen sich durch S ali s vnd P e r n a u 
nach der W i e c Je. c, dic ,'brigen zogen wieder nacla Sehweden und Finnland, dic Frantzo8en vnd 
Schottcn lieffen davon. . I 
 JIr . e .II1J!.. 101- .., 
Anno 1607 den 18. D
ccmbcr kala
' zu Uiga. ;01' '
chwcdischer S
itc cin 'f

mJct
r 
mit Mclclaior v, 1I0ffen 801m, so 'mit scinem Vater, da gefangen ist, der ba'achte einen llrieff 
Bn die Stadt R iga "on lIertzog Carl, darinncn cr sclar drolaetc, (1er Stadt mit grofl'lcm Erust 
zuzusetzen, odcr die Ticffc vom Dunadrolam zu verscnckcn ,-nd zu '-cf(le
ocn, wcnll dic Stadt 
sich nicht mit ihm vertragen wollte; dabey war ein Brieff "OlI dem Graffcn J o clli III F r i e d ri c h 
von M an s fc I d, . dcr crbot sich zum St.illstand vnd ricbt zur Friede'ns - UnterhBlUlIulIg, 
cllricb 
darinllc: Der Stattlaaltcr von Reval schiekte in seincm llrieff t:in offencs Pa1luet "011 dCII 8chwc- 
dischen Rcichsriihten vnter 6 Sicgeln, begehrcten sołchc8 an die Krolm Polcn Vlld das Grors- 
fiirstentlmm LiUal1wen zu schickcn, ralatcn darinucn ZUlU FI'ieden dm'cla kcyserlici\er, vnd fijr
 
. · , ..JI I 
rQt} ł IM' 
ne a le furstliclaer Commifsarien V nterhandlungc. _ I 
" , . J ttn O
Ch" liT!' ł Gw 1,-, o 
Anno 1608 dcn 17. Januarii zog er mit der StBdt lłiga Leitsagen, vnd de..... Stad
 
Schreiben zuruck, \'on beydcn 'fhcilen .tille zu baltcn, bi8 auif fcrncr
1l Be8cheid 
om Konige. 
»arnBcla schickten die Riihtc BUS Sehweden Bndcre offClae Patente ,.8n die,.8tiiude in Polcn, vud 
selariebcn, sie woli ten von keinem Stillstande wifsen, es scy dClm auff ]2 Jahr, So
elaes e
kIiirtc 
Bucla dcr IIcrtzog Carl, dcr sieh nun deu konigIicbcn Titul giebt, weilcn er sicla in Schwedeu 
zum KOllige krOlallCU larsen. r (r ł , . " ' ....ł,. 
.... -eJ. . l' .'011"". 
Darauff kam :Bescheid von den Stiinden aus Polen an die Stiiude odcr Riihtc ill 8chwedcn, 
d.Cs sie bis Pfillg8ten 1609 Stillstand bcwilligtcn, vom 12jiihrigen Stillstand woli ten sic auff dcm 
kiinfftigen Reichstagc halldelaa vnd vom bcstiilldigen Fricdcn tractireil.' Auff dcn tcutsehen :Bodco 
des romisclacn Reichs haben dic Stiinde in Polcn den Maricnburgit!cllen W oywodcn vnd dcn 
.. . l.
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I 



 


- 123 


Feldhcrrn Joh. Carl Kotkiewicz, dell Herro Domherrn CasseJan vnd den Herrn Rasky 
verordnct, t1azu mag dic Regierung aus Scbweden Buch ihrc Deputirtcn verordnell, vnd sich 
Zeit vnd WahlstaU erwehlen. J (), 
Diescn Bcscheid 8alldtcn wir mit vnscrm Trompetcr von Riga nach RevaJ, mit dem 
SOIltCR sie Beschcid ertJacilen; aber sie bchicltcn ihn, \"lad Konig C ar I kalam mit seinem Volck 
vnd dcm GraffclI VOII Mausfeld 1608 dcn 17. Julii mit 60 groCscn vlld klcinen Schifłen ano 
Hernaell kahmcn ill derselben Woclae bcy 80 Sclaitfe mit Volck zu Rofa vml FuCs, schwcrem 
Geschiitze. MUllilioll vnd ProYiant beladcn, vud dal KriegsvoJck war von allen Nationen, Engc- 
liinder, FrautzosclI, Sch.ottcn, Ni
derłiinder, Teutscłae, Schweden, lJol cn etc., ,-nd kahmcn 2U 
dem Port der Duna einscgcln, Hld ,setzten sofort alle8 Krie
esvolck anI Land. Carl lieCa 
raubcn, plulldcrn, auch Bfirgcrboffe abbrcnllcn, flel JOlldwcrts eill, maclatc 

!chantzen vor Dii- 
n a m fi II d c, braelate groCse Stiick
n hillein, schoCa Sturm den 20., 21" 22. Julii, aber die d.rinncn 
wehrctcu sicla tal)tfer, daCii er abziehcn muClitc; allein dt:n 26. ward ihm die FestulIg D fi n a- 
m ii II d e von dcm Hauptmann G a b r i e I vbergebell. Anno 1608 den 4, Aug. 8chickte cr einigel 
Volck mit Pctardcn all dic Festung Kockcuhausell, darauff ein Rahtmalln, Gotze geuannt, 
6 Stund
n zu\'or mit 60 Mann auffgckommcn war; wie abcr mit deo Petarden dic Pforten 
auffgcworffcn waren, flcl der }'eind ill (Icr Nacbt herciu, vlld ob sic gleich sich gut gewehret, 
hat doeh dcr Fcind in der Nacht vom Donnerstag Buff den Freytag dcn 5. Augusti solche. 
erobert vnd cingcllommcn, mcist mit frantzo8ischcn Rcutern. 
Vicrtzclua Tagc zu,'or, den 22, Julii, waren bey 80 frantzosischc Reuter vor dem lIauCsc 
SontzeH, darauff war JohaulI NyclIstedt mit Hcincm Dieller Bobreclat Nagel vlld eincm 
Diener Berendt, dcr Wcbcr AJ brecht vnd Christoph Baner, aIle gutc ScJautzen, darnach 
der Eltcste M i c h c I H e rr m a n II, baben sie aber rechtschaffen abgewiescn. 
Anno 1008 den 8. Augusti Hcrs dcr Ichwedilchc Oberster ctzliche Krockc (1) gcffiIlct in dJe 
'fieffe .der Duna sellckcu. baJd darautf cine Schalltze in der Duna, wo die Buldcraa in die 
DUlla ftieCsct, auffwerffcn, mit 2aO Malin vnd einigen FaUkctten *) bcsctzcn, die Ab- vnd Zu- 
fuhr im Port vnd nacla M i ta u zu verhimiern. 
Dcn 23, Aug. kall m dcr polnischc Feldhcrr Joh. Carl Kotkicwicz mit Kriegsvolck 
zu Riga an, vud zog den 31. Aug. von da nach Diinamiinde, den Feind im Fclde zu such
n; 
aber der.elbe wich autfs HauCs vnd in scillc Schautzc vnter dem HauClc \'Ud wofltc nicbt schlagen, 
Dcr Fcldherr liefs Hcrtzog Wilhelm aU8 Curland vnd 2 Fahnco teut8chc Rcutcr, WahJen 
vud Plettcnberg, auch 2 od er 3 Fahncn polnische Reuter vnsern Knccłaten 2U Hiilffc, dic 
sogen dcn 1, Scpt, auff Egh1ien Tag mit 6 Stiicken jenseit der DiiuR fort, ihr Gluck au der 
Ichwedi8chcII Schantze bey der Bulderaa in der DunB zu versuchcn, kahmen den 2. Sept. aUda 
BO, vnd flugell nlcr-e Kucchte .n zu scbantzell im' Sande. Ais der Hcrtzog zu Curland 8ahe, 
daCs der Feiod ibm zu miichtig war, lag er nicbt einc Stundc davor, londern zog wiedcr zuriick. 
Der Fcldherr" wcilcn der Fdnd nicht steheo wollte, er alich Mangel an FuUcr haUe, zog sich 
,I' I . ' ":1 1 'l .". .". 
1\ '. 14. I J. , 
 
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.J Die B..otzil
be AbsclariU hat hilU': FalkooeUeo 
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- 124 - 


zuriick nach der Neuermiihlschen Briicke. Dle Rigischen ficlen immittclst mit :Boten aus, 
er- 
brandten dem Feinde ein Schiff, Elephant genannt, wie sie denn auch den Sehweden den 
22, October ein Proviant-Schift' von 80 Lasten, so nach dcr Dunamiinde gchcn sollte, wegnahmen. 
Da ward die aItc Duna gcsencket. 
Den 28. Oct. muCsten die Schweden das lIauCs Kockenhausen wieder an die Polcn 
vbergeben. Anno 1609 den 26. Febr. nallm der Feldherr Kotkiewicz Pernau wicder ein. 
Anno 1600 im Martio' kahm cinc groCse FJottc vber 100 Schift'e starck 'a uff dcr Diina 
ano Umb dicse Zcit Ilat die Stadt auff Gutacbten des Feldhcrrn recht an der Eckc dcs Mecres 
vor der Einfahrt in dic Duna einc Schantze erbauwct, dadurch man vermeynetc, den Kónig 
Carl mit seincr Armada aus der Duna zu haltcn. Zu diescr Zeit verheyrathcte sich Hertzog 
W ił h e I m von Curland mit dcs Hertzoges von Prcufscn Tochtcr, vnd crMełtc das Gcbicte 
G r o b i n, so vorhin von Lieffland dem Herren von PreuCscn versetzet war, zur Mitgabc. 
Anno 1609 den 2
. April machtc Kotkiewicz bey derSchantzecinlłlockhaus, besetzte 
die Schantzc vnd das Hlockhaus wobl, darł der Graft' v. M a Ił fi f c I d, wic er nachgehcnds im 
Junio das Haurs Diinamfindc cntsetzen "olltc, mit scinen Schiffen zuriickziehen muCstc; 
dennoch nahmen die Sehweden 7-8 wohl beladenc Kauffahrer weg. 
Anno 16f)1j den 11. Julii ist im Lager vor Dunamiinde ein rittermiiC,dger Mann, Ch ri- 
8t o P h G ó tz e, erbiirmlicla hingcrichtct, die V rsachc davon wciCs ich nieM. 
r Jicgt im Thumb 
bcgraben. 
In diesem Jalar hat dcr GroCsfUrst Szuisky die gewaltige, rcichc Stadt p Jescow 
dcswegen, daCI!J sie 6ciocm }'eindc, dem vermeynten Erben dcs Reichs, geschworcn, im Grunde 
\'erbrandt. 
Anno 1609 den 27. JunU ward von einem Polen Zudowsky dcs Rahts Sccretarius 
ChriBtoph Gauncrsdorff, aus der Wilda gebiirtig, anft' der Spilwe auff seinem klcincn 
lIófflein vnverselaen8 niedcrgemaclat. Darvbcr ward vom Uaht bey dem Konige geklaget, vnd 
wurdc der Thater naell Littauwischem Recht in duplum gestraffct, nchmlich er 801lte, da sie 
lIonst vor cincn Mann nur lO Sehock littauwisch geben, 20 Sehock bczahlen. llehiitc vns Gott 
fUr solchem Recht! 
Allhier foJget die Nachricht von dencn, so sich nacla des alten GrofsfUrsten I w a n 
Wasiliewiłz Solmes Tode, aIs dcs iiltesten Feodor Iwannowitz, md des jungsten, De- 
m c tr i e I w a n n o w ił z, zu GroCsfiirsten vnd Reicha - Erben auffgewQrffeu _ha
n. 
(Diese Nachricht fchlt in siimmtlichen Abscbriften.) 
Anno 1609 dcn 27. Septembcr bhm der Graff \'. Mansfeld mit des Konig8 Carłs 
Volcie aU8 der Wiecke, vnd wolUen die Diinamiinde entsetzen, allein der Feldherr Kot- 
kiewicz paCscte ihnen auff, die Schweden wurden grcwlich geschlagen, die vbrigen gczwungen, 
fhr Gewehr von sic" zu gebcn, vnd wurden darauff alle nicdergemaclat, es blicben al80 bcy 
1000 1\lallla. a 
- Darauft' bekahm der Feldherr den 28. Scptember das HauCs D ii n a m fi n d e mit 6 halbcn 
Cartaunen, 2 halbcn FęJ.dflchlangcn vnd sonat viclen. Sturmstiicken ynd allcrley Gewehr auft' 
«ewiC8e Conditione8 eia. Da zog dcr Fcldherr lein V olck BUS Lieflland zusammen, vnd f"aihrte
>>>
- 125 - 


ell Dach Pitschur, allwo sle abel' unvcrrichtetcr Sache wieder abziehcn muCsten, nachdem sie 
vicr mahl davor gestiirmet, vnd wurdcn dergestalt auffgerieben, daCs die mcisten abdaDcketen 
oder au -h verlieffen. 


En de. 


Hier will ich nocll etzliche Wnnderzeichen setzen , 80 slch in 
Lieffland in vnterschiedlichen mahlen zngetragen haben. 


Anno 1230 1st das Sclalofs Dorpt von den ReuCsen abgenommen, da ist der Bischoft', 
II er r m a n n genannt, dahin verordnct, der hat das SclaloCs vnd die Stadt von Steinen gebauet 
,"nd auch das Klostcr F al c k e n a u. 
Anno 15a8 hat dcr Ictzte Bischoff ilU Dorpt, auch "crrmann geDannt, wiederumb 
das Scblofs Dorpt vnd die Stadt den RcuCscn vbergeben miiCscn, ,'nd ist ihm zu FalckenaD 
ein Kloster LeibgcdiDg von dcm reuCsischen Feldherrn besehiedcn, ist aber baJd nada M o s c: a u 
gcfiihret worden. 
Anno 154'7 ilt ilU Riga in der Vorburg Feuer )osgekommcn, welchcH so sehr gcflogen, 
daCs dic Spitze dcr Thumbkirchc entzundet word en vnd verbrandt, wełches auch den Schcunen 
mit vielen Wahren auff der Lastadie bcgcgnet. Da fst der Stadt ein Sehaden von einigen 
Toonen Goldes gescheheo. Anno 159-& *) 1st die Spitze auff dem Tbumb wicder auffgesetzet. 
Anno 1556 ist der groCse Comet wie ein Besen erschicnen. 
Anno 1558 am Sonntage Misericordias Domini sin d zu D o r p t zwiscllen '7 vod 8 VIIi- 
drey Sonnen am kła ren Himmel gestandeo. J 
 . 
Anno 1002 hat sich vor der Stadł Reval Im Teiehe das Wafser in Błut verwandeft. 
Sollte man .Uc die Mirach) belichreibeo, so nach dem Jahr 1582, alI! Konig S t e p h a o u & 
Liefflaod dem Moscowiter abnahm, geschehen, wurdc cs viel Schreibens gcben. ' 
Zu Reni ist dem lIahn der Kopff vmbgedrchet auff der St, Nicolai Kirche. 
Zu D o r p t id dic hohe Spitze vom Thumb - Thurmc kurtz zuvor abgefallen. 
Zu Riga 1st vom Schlofsthurm der Halm vnd dic Fahne obgcweJlet. 
Anoo 15'72 1st ein oeuer vnbekanoter Stero Tag vod Nacht ein gaJltzes Jalar vber Liefl- 
land oben der Stadt R i g a gcstaDden vod endlich gaJltz vcrsclawunden **). 
. 


. 


.) Die Brotzi.che A1ł.chrift hat: 15-ł9, - In diesem JBhro war dos beschidigte Gehiudc zwar ID 
"eU wieder herge.tent, dar. Bm Weihnachtsrest der Gotteldienst darin gellalłeo werden lonnte; allein 
etat 1595 "urde der IIBhn und Knopf BU f den neuen Thurm gesetzt, S. n e r g m a II II ' 1 Ver.uch eincr 
leorzen Geschichte der Rigi.chcn Stadtlirchen S, 9, 
..J Diclel merlw iirdige Ge
tirn, da. T y c h o d IJ B I' a h e in dem.elben Jabre im Słcrnbilde der Kaslio- 
peiB iń 'ciner rriiber glłnz ełcrnen10e en Gegend erbliclIte, iibertrar Jupitern und VenQs BO hellem Glan.l', 
Dahm Illlmihlig an Lic:ht I\b, und glich wenige Jahre epiter einer verlii.c:llenden KoMe, Li. ell endlicll 


--
>>>
-126- 


Anno 1(}76 ist ein 
.18 cin krummer Scbel. 
Anno 1578 wie der klare Himmcl mit blutigen Wolcken vbcrzogcn, 
fliegcnde Seuche vber die gantze Welt crgaugen, wiCsen allc Mensclacn. 
Lambcrtus Kcmmcrling schreibet darnach, daCs zu Naua 1580 auch drey Sonnen 
erschienen sind, 
Anno 1500 am 16. Dcccmbel' ist in der Stadt Riga dic ncuc GericlatssiJitzę nocla vnge- 
decU vom Rahtla
ufsc abgeknicket, die S itzc nacla, der Erde gebo,en wurdc aber wieder auff- 
A I .... .. 
gericlatet. 
Von dcr St., Pctri Kirchc zu Iłi g a wurde .lic grofse eiseme Stangc vom Thurm mit 
dem KllOl)łf vnd Halm laerunter gcbogcn, daCs sie bey dcr Spitze lacruntcr laingen,. I JI 
Von dcr S
t. Johannis Kirche ward der vergoldete Hahn von der Stangc hcruntcr gcworflen. 
Das Feuer vom lIimmcl ward iu beyde hohe Spitzen der Set. Petri vnd Sct. Jacobi 
Kirche in zween vnterschicdlichcn malalen geworffco; aber Gottlob wicc1er gclOsclaet. 
Anno 1007 nahm daa groClc WaCscr im Vorjalar 7 Briickcn vor dcr Stadt Riga weg, 
daCs niemand aus dcr Pforte gch.m konntc, vnd wurdc ein grofscli Stuck von dcm dickcn starcken 
Zwingcr vor der Jacobs Pfortc weggeriCscn. 
Anuo 1598 bat den Teuffel auff B e r s o h n in Gestalt des abwellcnden Hauptmannes der 
Laodscbafft Jobann Tiesenhauscn, vnd in lIcinem besteu lIobit in seinena SclaloCsc au gen- 
scheinlicb ein l\llłnn spatziercn gcselaen. Wal sind da. vor grewliclae MiCsgcstalt vnd Geberdcn 
erLcbct ! ł . .. f 
Anno 1598 1st zu Riga ein gar hiifslichea Monstrum von eincr Kuh gefHllen, id von 
Ha08 B e c k cr scincm Verwalter gcsclacn worden. 
Imgleiehen ist b i n n e n Wall c s *) ein vnge!!taltetes Kind ge
!hre
, ha t.. mir di 
mutter Anna von der Lippe selbst bericłatet. 't ...t 
Anno 1601 sind in Curland an dcr :Bulderaa vi
le Geliinder weggeriCsen: 


grausamer Comet lange Zcłt erschienen mit elnem langeq Sc hw.an tz, 
':10711' II! 1 
vnd darauff die 


.' .,.." 
" l 
ganz ver.chwand, AhnUche Erllcheinungen bewerkten ubrigen8 Kepler lOOt im Scblarąrentriiger, und 
Call1ini 1670 im Sternbildc dei Schwanl. VgI. Tiibinger Morgenblft J833, S, 738, 
0) Dia aUe Stadtmaucr RigD'. ging, einem Piane vom Jahrc 1779 zufolge, von deDl rotł.
 Thurm am 
Ende der SanditraCIe liing. der ganzen SchmiedeBtraCle liii zur DiiDa hinDb, A
Cllerhalb dcr.elbcD, 
zwilicben der Konig.- und SchmiedelltraClle, floCI der Rigebuch, der in fruhern Zeiten eine solche 
TieCe hatte, daCs die Strulen dort dnlaufen, und die Waaren zur groClen Hequemlichkelt de&" Handel. 
in die an leinem Ufcr er
au
tcJ:l Speicb
a: Je
chufl't wcrdeQ"konnten, Man war indelilen 80 8'łrgl
 .ge- 
welen, und l18tte ullcn Schutt in den Bach geworfen, wod
rch er en
ich zu dielem G8I?ra
«i
 ganz 
untauglich wurde. Er wurde duber im Jahre 1733 ganz vcrliclliittet und mit Hiiulern ube.rbouct. - 
Ali man die Stadt iiber jenen Bach hinaulI bil zur jetzigen Sandpforte erweitcrte" was wabrlchcinlich 
Ichon zur Ordenlzeit gelchah, nannte man den neucn hinzugeJcommenen Theil den Binneowall 
oder dic Gegend binnen Wallel, Die ebemalige Sandpforte stand am Ende de
 Sandst ar . \0 der 
d . rotben :rhurm6l. Ali die.e eiDging, erhieJt die Kolkpforte ibren Namen,
>>>
- 127 - 


Alino 1602 sind Hagelstcioe im Sontzelschen «erallen wie ein halber Tlaaler groCs. 
Anno 1603 am hcllen 'fage vmb 11 Uhr ist eio grofser Ring wie cin Regcnbogcn vmb 
dic Sonne 
.lIgen, vnd noch ein eben so groCller Ring 1st vber den andcru mitten durch die 
Souoc gegallgcn.- hn ... ,a 
lm Dorptschen Gebict ist aUch W.r.er io Blut verwBndclt worden. 


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Zlisi ze gedenckwiirdiger Sachen vnd Gescllichten. 
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Anllo 1520 hat der Moscowiter dem Hochmeistcr in PreuCsen, Marckgraff A l b r c c II t 
gellannt, zu dem Kriegc gcgcn dic Poleu 4000 Marek lothig reines Silber gcsandt. Der Moseo- 
"itcr nimt VOII :) dcn 6tell zu Relltcn. Anno 1586 sBndte der GroCsfijrst einen :Bojarell au die 
Preufsen zu Konig
berg, ,-nd Hefs dicse ScJauld wiedcr fordern. Dem hat man aber nichts zu 
Willell gcwurst. Da hat er cincn eiserncn Nagcl aus der 'faschc gezogeu,' dClIselbeu zu Konigs- 
bcrg in der Pfortc eiugesehlagen vlld gcsaget: daran soli mcila IIerr sein Pfcrd binden, vnd 
scin Geld hol Cli , ,-nd ihr miifset Rechenschafł't gcbeo, fU.. das vnschuldige Dlut, 
V 011 Licff laud lieset man, dafs es ill ałłen Zeiten, da es nocJl heydllisch gewcscn, dem 
Moseowiter zugchorct habe, daher sic zn N o w goro d habcn muCseu Liwische Pfullde \Vachs 
zur Zillse bringen, dus ist eill Licfsl)fund. Darumb cr Buch sich aus Liefflaud BllcmaJal in allen 
Friedebrieffcla seinell Zins ,-orbehalten, hat auch mit dcm Konigc S t e p la a n o den 'Citul vbcr 
Licfflalld nicbt abhalldelll larsen wolIen. 
Wic Anllo IilD3 *) dcr ri;miscJle Keyser R u d o I P h u s mit den 'l'iircI..cn ill UngańJ den 
Krieg anfing, hat der damais rcgier
nde Groflifiirst :Boris Gudellow dcm Kcyser zuq1 Elltsatz 
geSBlldt 100,000 Rubcl all Gclde, vnd all Pcltzcreyen, wie Tall sagt, 200,000 Rubel, an Zwic- 
bclll auch Ilicht wenig. 
Liibcek ist auff Zulafsung Heinrich dcs Lowcn, Hertzogcs 
gefaugell zu bauen auff der 
tclle, wo es jetzo stehct, im Jahr 1158, 
wie die Brcmer Liefflaud auffgcscgelt Ilabcn, 
Zwey Schu(s Wcges VOII Allasch sin d ein Hauffen :Bergc, worinnen vormallls von den 
Christen crschlagene Heydcn begrabcn sind. 
Ich habc Anno 160.,& dcn 2CJ. Junii "on SOlltzel 2 Meilen ,'nd cbcn IjO weit von Scge- 
w o I d, zu A Ił a s c h auff dem Felde des Herrn v. D o n a gCllcJaen einclI Ilauffcn kleiner :Berge 
an eillander, wohl "ber die hundcrt an der Zahl, dic noeh ein jeder dasclbst allczeit schen 
kann, 'worvber ich mich schr vcrwundert, vnd mich bey dem Verwaltcr des Gutes Jiirgell 
Wulff vlld den iiltcsten Baucrll, wclche noch dasclb'st lebcten, nach deren :Bcdeutuog erkun- 



 


- 


zu Braunschweig, an- 
ist geradc in dcm Jolar, 


.) Die Johrznhl fehlt in eilligen Abschriftel1. 


..
>>>
- 


-128- 


diget, wclche mir bericbteten, daCs sie hinreichenden Bericbt hatten von ihren Viitern , daCs 
an diesem Orte die Christen ehemals mit ihrell heydnischen V oreltern eine blutlge Schlacht ge- 
haUcn, so daCs sehr viele Menschen, besonders LiUauwer, all diesem Orte sollten erscblagen 
wonlen seyn, welche man da, wo die Derge sind, begraben haben soli, vnd hitte ehemals eln 
BU8Cb von bohen Biiumen darauff gestanden , die aber von iJarell Vatern wiiren abgehauen worden, 
wie man denn auch noch etzliche Stfimme darauff stehen sahe. So berichteten auch die altcn 
Baucrn, vnd zeigtcn die Stelle , wo der vorige Verwalter, M i c h e I S c la a c k e, zwey Berge 
hiitte abwerffen larsen, vnd die Gruben eroffnet, darinnen waren noch die Knochen von den 
erschlagenen Menschen gefunden, vnd bey ihnen ihre Waflen, ais Schwerdte, Spierse, Streit- 
hamrner vnd ein eiscrnes Kreutz gelegen, welclaes er all es wieder hiitte cingraben larsen. 
Wer Lust bat dieses zu beseben, der reise den rechten Weg von Son tzel nach dem 
Hoffe Allascb, da findet man es auft' dem Felde, nicJat zwcy Schufs Weges vom Hofł"e. Man 
,,,ird die Berge ais ihren Kirchlaoff daselbst wobł finden bis an den jilngsten 'fag. 


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-129- 


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Des Biirgermei8ters Franz Nyenstełle Handbndl, na
h dessen a.uf 
.1er rigis
hen "'tadtbibliotllek befłndli
l1er Originał- Handsdłrift 
Ileransgegeben. 


, 


. 


. 


ł_ 


Anno 1586 habe łch deme Herrn Secretarium D au ił h H i II e c h e n *) mcyne steffdochter 
Catriuke KrumhRufsen vorlobett, fseligen HanC
 Krumhllfsen doclater, vnd ist Folgendea 
Anno 87 dcn 8. Januwarij ihre laoc1lzeytt geschen auft' dem groCsen gildenstauben. Habe fse 
erlicla erzogen von Anno 71 den 9, sel1tembcr, we myne Hoclazeytt geschach, vnd vnderhaltu. 
IlłJtt Kost, Kledunge ,,-nd Nottrofftt.nichtt we eyn stefff'atter, sonder we eyn vatter syn eigen 
Kintt. Rabe iłar uach ihrem stande eyne statIicJae Rochzeytt aufsgerichtt, "ond ihnen beyde myt 
ilare gesinde ein Jar nach dcr Hochzeytt fry aursgehalten mytt Kost, Kameren vnd Nottrofft, 
Dazu ilame mytgabe geben ffunfftausent marck vnd daneben fseyne Kinder lautll eyner Epacten **) 
2U mytt erben alle myner guder gemacJatt, got der lIere gebe ilmen Csynen fsegen, got vnd 
meyn gewir8en zeuge, we ich hyrvnder der stat wolffart geme,}ntt, so es mynsehen uicM 
erkcnnen wolle, solt beger ich da nieht vor. 
Noch eynen sone s,?1 her Dirick haben zu rostock woIte er waCs tugIiclas studieren, icla 
moelate noch lailffcnde IIandtt lcne, habe von mynen brcmcr rcnten synem vader geschreben, 
ihmc von erste zu geben zheila bremcr marek, odcr ists 10 daler. 
l\leyner swester al h e y tt de mir in eynem schriben ilare vngelegelllaeidt vorwytlichett ***), 
IIRbe ich auch geschriben heren D ir i c h, aurs den gefallene renten sie zu entrsetzen mytt..... 
l\leyncr swestcr Sophia, de den prediger hałt her Dirich von wyde, ihren eltesten 
80nc II i n d r i c h nam ich auch zu mir, war cyn gut Knabe, stub mir Anno 72 In der peste abe. 
Den andern brueder F r i d rf c h nam ich, da er noch junck, zu mir, helU ihne zu 
r e u e II in dcr sclaule, kost mir vertzigk Daler, bestelde (ihn) darna da by einen guten Man in 
cIenste, da leff er wech, quam hy lIackett, ich kledede ihne nye, vorschreff ihne wider ZD 
.synem Ileren, aber Fridrich zoch olllle myn wiCsen nach teutzlont, darnach zu mynen broder. 
h e rm e in den Marck (Diioemark). We er sach, dars es da oiclat beC.er vor ihne war, kam 
er wider, ich nam ihne wider ano We er aber oiclat Kouft'man werden wolte, decIe ich enę 
by eiu fsycIen snyder ('I), leCs Ihne daCs Hantwerck lernen, aber er kam 80 bal de nicht aufs 

 r 


O) lIieJ' hat der Verfa..er FolgendeI an den Rand ge8cbrieben: 
Wo gott den heren Secretarien D a u ił Iii II i c h e n nieM ge.antt 
in deme hochbetrubten auffrueriBchen .tab klechlichen Ku.tant&, 
Ich Borge leI'. YIIde vile erliche burger mitt myl' - Schelm vod buben 
HeUen de Siatt nach łhrem vorhabe vordorbi: in de gruben. 
o.) Ehepaeten. 
...) Mewer Schweeter Adelheid, die mir iD einem Schreiben ihre Gcldł-erlegeDhei& gemeldet. 
I i c h e n bekann. mac:heD, melden, 
MIJD. Liv. ant. II, 


" 


Vorwyt- 


23 


. 


. 


. 


--
>>>
-130- 


, 


. 


der ler, Csetzede rollI auffs wandertt vnd balde in deI} Kricb. Er macbs versuclaen, Desl"inscbcn 
wille ist syn hymelreyche. ł 
Scinen andere Sone J ohann Dam ich auch junck 
on 10 Jaren von ihme, helt iłUJe 
zur sehuele, wolde auch nicht studereu. Gerne hette icb eyn Kouffman von ihme gehaU, habe 
jbe nieht mit ibme vortkomme konnen, kos t mir auch wol hundert Daler, obnc dafs ich ihme 
noeh ff'linff Inuulert marck gedan, Ctiich weiter (zu belfcn) zu vorfslIech de Kost zu gewinne, 
Difs hat er meist bezalt. 'I 
l'Iynen broder Hermen, de in Denmarek wonett, bar geltt gelentt zwey hundert 
Daler. Nocla hefft "he tho al b o r c h entfa.;gen mynent Ilalben zhein Daler. 
lIy kegen eutffangen Anno 79, welehes ilame de broder vlld S\\'ester auCs der Erbsclaafft 
a:u eigeudcn an renten breffen 50 bremer marek, Isł 2.. Dalcr vnd l marek, nocla 10 Daler do, 
alCso 301 Daler. DaCs vbrige sy ihmc geschencket alCs einem brueder. Lcbet scin Sone F ra n z 
vnd will waCs leme, werde Roch bcy ihme thun velicbt, nieht ais ein broder, 8undern mcr. 
GoU erhalte in iiI/ue gesuntheit. .: 
(Do) Stcl)hanłls dafs LanU crfryede, habe h:h mit myncm gełdc bcffordertt, duCs 
;hme, den KinderJl, eJlr noch de eltern auCi! der geffenckniCs entleddigett, iłare guter wider in 
ł;egeben worden. · 
We ich sonsten gedenU Jobane 1'ifscnhaufsen Kindern "on FoCsenberge, 'l'omes 
burken, reynolt von dreben, Cristoff Richter, Sibertt FreCsen vnd andem etc. 
daCs fintt men in myne biiebern, all baben fse mir renten gcben, se. solten andere gesucht 
h.ben, de eCs «etban hetten, all vmb des bestell wiU en. 
F r o m la o It T Y s e II h a u s e n von der a vnd all der m y fs e, noda grorll gełt by benaDnten 
Lutcu Jurgen KlIrfsel, Bartraro Holtscho etc. Mit dem ingefallcnen Cadschen Krigc 
kome ich by vilen groCIe Snmma zu kurtz. 
Den heren des Erwerdigen Ministerii EtzIichen all'se hercn pten (predicanten) lemcken, 
de ich infsonderheit alle Jar auff osłeru mit voreringe an Korn, ber vnd sonsten beschickctt, 80 
woli (aL;) mynem biehtvader, batt mir auch jhe one rume geburen wolIen. 
80 habe ich, 110 lan
e ich eill burgcr gewcfsen, by allcn vrnbgenge der armcn zu sante 
Jurgen mit rogken, Maiz vnd gelde Be bedacht1. 
ImgelicJaen post deme nocJa wo niclat alle, dannoch de meysten Sondage durch alle Jar 
de arme by IIer Otto von Meppen haufse de almoCsen delen laCsen, auch sonsten vngerne 
jcmall! eyneu Minschen vor meiller dore de almoCsen vorfsagett, dann auch offt 8chamelen 
haufsarmen *) trost beweCsen vnd armen Kindem , all Csy es vn!scn Heren got nn-orwetell **), 
dan ich bekenne, dafs Ci gott mitt reieliCla Csegen erstadett haU: 


. 'on 
.) Schomele hauClarmen, venchiimte )Joulorme, d. )1. lolcbe, die lich Ichiimen zu bettcln, 
...) DieCI ist alles unserm Herrn Gott bekDnnt. _ So kOlumt dicser Ausdruck Duch in dem Testament 
eiuel reichen rigiBchcn Biirgers Konrad Vilch vom Juhre U25 ,"or, wo es untcr den vielen Rudero 
Vermuehtnillen, womit er Kirchen und milde Stiftungen bC:dachte, bciC.t: "Item wel iek gunde tbo 
dem gebuwe tho Sunte Kotherincu dat bebben le gode vnvorweten' olrede." - Hem wOlicbgonnte 
zu dem Gebiiude zu Set. Katbarinen, dal hoben sie berdłi, wie Goit bekannt. 11 ,I .. 
I ,łMo. ,.... . 


, 


, 


. . 


. 


..
>>>
... 


- 


. 


lat - 


, 


Hyrnacher wyl ich nun anffaogenn zu schreiben w.Cs mit mir 8um dele vorgelooffen ilt 
in der zeit, 60 lange ich im burgerlichen stande vnd Elitande gelebett, ob wol davon auch 
etzliche ville geschribeo, de Csich in dero zeytt zu getragen haben, wyli ich doch verner von 
der Zeytt anffaugen wider zu gedenken zeytt hero meyneCs Elichen beylltserCs: wo ,.or auch 
@edacht, geschen Anuo 71 den D. September. 
Defse Zeytt hcUe ich alle daCs meynige in eytell (Iauter) b.rlchafft, md war durch 
gotlichen Cscgen iu zymlichen vormuegen, stuntt auch daCs Meyste meiner barschafft by seJigen 
Jochim 'l'onagel Csyoer nach gelaCBene widtwe ilU lubicII (Liibeck) daCs Cse mir an guten. 
dalem richtich auCskerte, gott sy gelobett. 
Anno 1571 dco 21. aogusti habe ieh in Rige vorm fiłde de burgerschop angenhomen, 
aber de !leytt dede keila burger ilU Rige eio Eedt, sonder wart in geschriben vnd ihme vormelt t 
we er Csich \'orhalten sol te. 
,Zwar de zeytt wart mir fry gelaCsen, we ichs dao auch durch hcren Johan gron 
Buuor bereden lefs, vnd mich \'orbeheltt, da meyne gelegenheit es also crffordern worde, von 
rige auff zu breclaen 8m .ndern orde buten oder bynnen landea zu wane t dafs mir solche. ohne 
EnttgelteniCse solte fry Csin, jedocb solte ich noch barlic:he vnplicht d1'agen, lO lange ich hy 
wone wolte. 
Do 'heurde (miethete) ich ein hauCs ,.on deme here Rector in der Kuterstrafsen zwey 
Jar, gab ihme vor aurll de hcur fl'unff hundert marek, in Aursgange dcr fselben wolte ehr 
mir de heur vorh
en (erhBhcn), solchel!l war mir beswerlich, moste der halber in den 
suren affell beifsen, we men sagett, vnd muste meinem swager Ebert Lodderman don auff 
fscin I)aufs ffunff tJmfsent marek, des wonde ich \'or de rente derCselbe, solde jerlich hundcrt 
marek BU gebeu, des verCsicherde er mich, darin zu bJiben vnder deme Contracte ffunff Jar. 
We ich darauff nu ingezogen war, wande (wohute) ich niellt lange daryn, meyn 8wager 
e u e r t beginde Kouffleute zu sueclacn, dars er mich wider den Contract aufs fsetzen muechte, 
"ud de heuCser ware "bel zu bekomen , ,,'cylen ihme Kouffleute vorstunden, moste ich beCser 
anbeiCsen, wolte ich nicbt ,'ordrengett syn, we ich nicht iii der Eyle noch gelegenheidt wider 
8utreffen koute, 80 moste ich kouffen *) daCs buCs, "nd gab fuuH'zhein tauCsent vnd hundert 
marck an ydelen (hauter ) talern, zu Cl!lexte balbe marek eyn dal er, war e y n d u r h a II f s. Aber 
ejn haufs zur lage vnd eyne Frye nach behagc ffilt nicbt alle tage. Ich dallcie mynem gott, 
der mjr bifshero brott darinne bcschertt hadU. Vmb dcrse Zcytt Jedtt ich au ch zur seewertt 
'Schaden an Karn .uff der we fser auch sonsten an Flaxe. Der Here hatt es gegeben, dcr here .. 
haU es genhomen, er Csy gebenedyett. 
Nocla hette ich eynen swager Filips Salenborgk, den wolte icb gerne geholffen 
haben Csich zu erNercn, vorstreckede ihme mytt 00 Daler, vormochte H a n s b ił d e r b e ck, 
de ,-orstreckede ihne aueh 50 daler, de vorscJareff er ,-nrs in daCs alte hurs in cler aIten 
stadtt. Darnach quam Fridrich wuistorff, de wolde ihne herauCs setze, den legte jcJ) 
ab, gab ihme syn geJU, dafs ich ihne darjne behclt. Darnach wachede' allff clc hanCs 


., 


.) im erbbuche folio 301. Anmerkung deł Verfallerl. 


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- 132 


c o r d e s c h e, de bodt daCs huCs auff. Do wort es mich zu viii, weylen ich sach, daCs 
cr nichts dogen wolte, do wolte ich myn geltt nicbU gar myCse. Do ihr de slufsel .geben 
wordt, alCs deme eltesten Creditor, moste ich mytt procederen md gab ihr entlich auch ihr 
geltt vnd bauwede vnd beCserde do daCs bauCs, vnd lefs es mich aufftrage, im erbbuche zu 
zechen (zeiclmen?) allCs beffelich des rades, stcu folio l:) im Nyen erbbucbe. .Es ist ein boCs 
aod't *), ,)a men daes waCser in trage solJ, 
Darnacll balff ich nocla vormyttelst intcrcession guter Herrn "nd Freunde diCsen F ił i P s 
by de aschewrake, aber syner vndankbarlichcn. vorhaltunge vnd gesoffs halber ist er wyder 
entCsetzett, 
l\ach etzliehcn Jaren, we iC,b geCsen, daCs daCs hauCs kegen myne wonhaufse vber, 
· wclcher grulldt dcn Tifsenhaofsen zustendig, daCs angeffangene gebeuw abcr von Cselige 
H a n C s b o p erauff len Jare darauff geCljetzeU vnd icb geCsen, dars es eyn sten boufttm werde 
wolte wegen villaeit der .intreC..enten, vnd also myne hauCse zu schaden solches vorffallen wolte, 
ha be ich lntressenten des grundc8 vnd łenifs (LehIl8) abe koufftt vnd myt viler Moye (Muhe) 
daCs hauCs an mich gckoufftt, vnd mich ins Erbbuch folio. . . . zu Ichribcn lafsen, vnd babe 
vordan drc gibell daran auft' bauwen vnd es decken JaCsen, vnd den ingcffallinen Kclłer wyder 
mache lafsen. Darnach łaabe ichs myner steffdochtcr Man, dem Ileren Sindico, wydcrvmb 
erbIich vorlafsen Tor zhein tausent marek, auch erblich zuschriben larsen, myr Iw8fct es zwar 
wol mer, aber leb (lieb) ist es mir, daCs erCs behaltell batt, daCs Mutter vlld doclater by eip 
andcr wOllen muegen, got gcbe ihme vlld syn en Killdern darin gotz gnade, gesunthcit, langes 
Jebcn vlIIl synen segenn, Er hatt zwar erst ein gut bauCa daraurs gemachet, aber ea 10 t ihme 
auch cin erlichs, Zur gedccbteniCse 1st eyn mcrck in den Fluegelł gehouwen. 
Dcm hcren Sindicus stchct es zu gescłareben in der stadł erbbueche folio. . .. wars 
ich vor geld darauff behalten, steytt in mynem bouptbuche vlld deme Kouff brieffe. 
III myneme gardcn habe ich aucb eyne Herberge gcbauwett, Btett myr wol ffnnffzhein 
IlUndertt marek. Wo ich de lumpstigen hin legel'cn werde, wirt men vclicht in meynemc 
tC8temcnte od er sonstcn fin den, 
Wcylcn auch pyllich, durs Csich cin jeder stedc8 im leben Cscines sterbenrs er Innere, 
alsc habe ich baldt nacla angcnomcncrr burgu8chafft mich eyne grabstede erbIich erkoufft van 
dcn vorstccrn der Dom KircllClI alse piter wyberCIi vor 70 marck, ist geschen vnd bezalt 
Alluo 78 den 2łJ. Martij. Hy licht ein groCs licksten alIffe, darauff myn Name vnd marck, 
.. zwi8dlell dem Kor vnd der ober ten d r uC eme Creutzgallge, vam licksteue ist eill ort t **) 
abegcbrochcn. 


.) Eigentlich: S o o d, ein Brunnen, IJesonders ein Zicbbrunnen. Dovon die spricllwiirtliche Redensort: 
'Tis ccn elcgten Sood, dnar man dnt Water in driigen moot - das ilt eia Ichlechter 
BruDnen, in den man das Waller hineintragen mufli. Sic wird zwar gewiilmlicb von cinem Mcnscheu 
gebroucht, der leine natiirlichen An)ageu, Doch Luli zur Sncho hot; ober mon sieht RUS dieser Stcllc, 
dofll 1\1110 lic auch auf andere Filie anweDdete, S, Versucla ciocI brcmhclJ-Diedersiichsi.chcn 
Wiirtcrbuclu. 
..) Vom Lekłtensteinc ist cine Ecle u.bgebroclJeD, - OrU auch orde die Ecle, dahcr Orthuh, ein 


. 


. 


.-..
>>>
183 - 


. Nocla habe ich Anno 77 an eyne grabstelle in Sancte peterfs Kirehcn hinder deme K9re 
erbIich gekouff& vom vorltheer Her Marten proffc8tingk, dem ich dauor geben habe funfl' 
gude goltgulden.' , \. 
Hierauff eynen licluiten koWt vor . . . 7 daler. Merek vnd Namen darauff zu houwen 
ł daier oder l Daler. 
Im Dome auff den zu houwcn, gcben ist . . . 6 marek rigisch. 
Anno DO den 9. Scptcmber do vcrkoffte my de oucnte vorsthecr zu S. Johanncs Hcr 
Luloff holler eine Kapclle in Saneł Johannis Kirchcn mytt Consens Eyncs Erbare rades lauth 
synea gegebenes bewcyfscs vor 20 daJcr, de ich ihme gaff an reychstalcrn erblich vnd clgen, 
jedoch daCs ich ",nd myne Erben mufsen kllmstig *) dc hinderste Luchtt vnderhalten, dc mich 
itzo dc klenc gildcstaben darin haU vor Ehrett. DeCsc Capelle is vnder dcr Erden gewelbett, 
da man nie Corpcr in fIlette kan, Is obcn in dcr Mytte nur ein Lickaten auffzu hcben we eyne 
luke, kan men wider zu legge, wane dar eyne lick in gclechtt wirU. DaCs se mir id wafli 
wollffeil geben is darvmb, dus icb neben her L II J o ff auch gude fforderinge gedan, daCs Cor 
zu erbauwen. . 
De Liekstene kostcn mich \fol - 15 Daler, in lIer luloff syne Kirchcnbuch stct Ile 
my zugescJareben erbIich : 
We auch diClle S. Johalmis Kirche ist widcrvmb inffc8terett zum got. dcnstc, we leyder 
in der miU Konig S t e p h u n o den Dom 
ewifs ilU machen de Transaction wegen abctridt der 
S, Jacubs Kirchen gescheen, habe ich der Kirchen lin S, Johannis vorertt l sulucrn Kclck myt 
der patenen, im gelichen auch l Kelck myt dcr patenen der Kirchen zu S. gcrdruth, we de 
gcbauwctt wartt, all vnfsern Hern got vnvorwetcn. 
Alino 72 den U. octob. zwisclacn 5 vnd 6 vre in tyt dcr peste wort myne hauCllfrouwe 
vorlosett**) vp myncm hoffe im fsunfsclschen mit eynii junge sone: 
Den neunden october wart he IIur touffe dem hern Cristo in vo..łeibett Frans genomet, 
Jacub Fredrix, gerlich zur hout, Jost reimerfs, Catrinke Molder de Fastedsche 
"nd S o P h i a m c y e r myner Frouwcn Swester were fsine doffpadclI. 
Dcn 10. Noucmb. wart ,he krall ck an der Klemmc vlld starb den 11. in gott. Gott gebe 
ihme vnd my cine froliche auffstandc, wart bcgrubeB zu Sun fscl in de Kirclae. 
Anno 74 dcn 24. Martij wart Ich broder auff dem grofscn gildcstauben, koste mich 
Ił daler, 
Noch lauede (gelobte) ich der milden giffte hundert marck, de h.be ich mit funff Jar 
rentcn Hermen Cautens zu gcstalt mit Jcme bcschcde, he solde den houbtstol***) de 100 


Ił 


Ec]{hauI, Friilter, oli die Biicher bei der Stodt noch in lateinilcher Sprache gefiihrt worden, driiclcte 
man dief8 durch "angularil" aUI. So Jlcifst es in dem Erbzin8buche der Stodt Riga beim Jobre 
1350: "Rolef lortor habeł bodom angularem 8ub vinario od XII. annos, de qoo dabit VI. ferting.'. 
Der Schneider R o I o ff Jlat die Eclcbude unter dem Weinbller, wofiir er 6 Ferding geben wird, 
.) Icnmltig, auch: kumpltig, kiinftig, ., 
..) vOrlolet, entbunden. 
...) dal K0l'itol. 


. 


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11U 


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 wider "mb aufl' rente mynem Name zur gedechteniCse in ewige rente beleggen, ..łar nn er 
wert beIJchett donn: Anno 83 aufl' ostern entffenck Ile harme. CanteD. V_B my. 
Anno 76 d
n Februwarij Ichaffede ich auff deme, Nyen huCse"') wol 70 .łaler auCI 
dem beutell: 
Anno 77 schaffede ich vor 8chriber auff deme groCsen gildestabea!. Kost ock wol 20 d.ler. 
Anno 78 worden mir de sluCsel zur nyen porten befłolen, Do ich auCs dem Lande zoch, 
w-Ortt ieb ihrer enieh **). , .t 
Anno 82 van Michely bełt Anno 83 MicbeJy habe ich z. Sct. Peter .e Tafł'el der arme 
vorgestande ",rad dafs Jar aura gehalten, vonnuege der ordenioge, 20 perBełlell BUCS mei:1cme 
beutell, nacb aufsganek des .Jarfs van den renteo wyder iogemaott,' jedocła im abetritt den arme 
,'orerU, dars ich vorschontt wortt keyne vukost zu don ,auff deme gildestaben, 300 marek. 
Anno 75 in der Nott 8uft' myftem beutel gehaltł- der .tatt :) Klleehte 6 1\1 Jedere 
de Mante 13 marek 12 ilchillinge, is 400 marek ***). 
Noch zum anderen Male 2 Kneclate 3 Mante-zu 13 marek 128chilIingell, is 180 marekt). 
Zum drittcn Mai gcbalten .. Knechte 8 MOłlate zu 13 marek 12 schillingell, .is 426 marek 
'ł'od 24 schiUinge. l 
Zum verden MaI gchalten 2 Knechte 3 Monąte zu 16 marek deitt 06 marck. - Summa 
ist my auff Knechte gallgen 1100 vnd 2 marek. 
WaCs i8t groCs SchoCs, vorscboCs, heubtgelt, schorsteogeltt, aoe de Iwere arbeyt im 
wałe, de ich fllelbet mytt myoeo eigen handen ohoe myn Folck mit gedragen . . . . . . tt). 
Nach allgenhomenem burgerlichen IItande bleff ich by lIIyncm gewoulicheD Kouffhandel, 
vnd hoff eyne fsclscbuff handelingettt) an mit deme Erbarell gefsellen faebolt Ilu b berfsen. 
der ein trllwe auffricJatich man ist. Darnacl1 zoch ich hin aufs vnd klarde myne gebabte handlinge 
myU ihme, es war goU Joff eyn zimliches gewunne, I1claededen vns auch we broder. v 
Ich hette aber byheudel daneben vor mich, er auch vor ClIich. We icb aber in betrachtullge 
des, d.C. wir alle sterbliche Minscbeo synU, de gefferliche zeite auch bey einea Minschen 
abegange grofse Ilmclering rseyner guter, beuor ..be (besonders) by den Factorll auch by lebe 
einem bringen, alfie zooh ieb aura dem Lande. machte beyde zu I u b i ck vnd westwert myne 
sachen allenthalben rh:htieh, vnd OOslofs do bey mir, kelle guter mer ,bers Mer KU I!chiffen, 
Ilonder dafs ich mich befłeyfsigen muechte by im Lande my" brodt zu gewinnen, aber Mynschen 
TorsaU is Nichts. Ich finck derhalber hy auff der gafsell vncl bynen lalIdes mit den vam adel 
handelunge zu babell mit soltz, Kom, Engelsehe lakea, ter (Theer), alche e.tc. .ber es traff 
sh 


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.) auf dem Sehwarzen Hiiupter - łlau8e. 
"0) ani ch .ellen 101 .erelen, entbehren. 
...) Ilior ist die Ilark zu 36 Sc:hilliogen gereehnct. Mante, Moua&, 
ł) Diers ist eu Schreibfehler, denn et be&riigt nur 80 Mark; die ganze Snmme aber 1102 Mark und 
Zł Schillinge. 
tt) lłier bricllt der Texł mit einem Male ab. Es id wahrleheinlich: "wjll ieb Mer _niellt weiłer um_ 
ItindIich beriihren" oder doch etwRs A.hnliehell ausgelulen. 
. ttt) fing ich eioe Gelellschaft8 - Handlung an. 


-. 


.
>>>
135 -, 


C.ich balde Anno 77 C.olch ein vngeluck,. we de llweyege waU"') in polen geschach, daC. de 
KeyCserlich Majestet* Mas:imiłian Ulł :lum Iloaig in polen erwelt warU Tnd a1lch der Furste 
au CI Siebenbergen in vngeren Steph
nuB Bathur, der de Krone erheltt nd myt der 
stadt.DanCshe eynen Krigk vornam. :By der gelegenbeydt fil der 
Ioschowiter in 1ift'lant vod 
Dam daCs stic1at van rige in, biCs auff de statt van Rige VIII] weynich heuCser vmb de Btadt oa**). 
Do kuam"''''''') ich bey dem eiubrueche by den um adel, da ich by infliede, aucb vast iD schaden. 
Ich dancke aber gott vnd der Konichlichen Majcstett Stephan., Tnfserem goedigsten hereu, 
da fsich de statt auch by Csyner regerunge vnder de Krane polen :lU slocb, de daCs Lant deme 
Moschowjter durch Csynen KonichIichen ernsł wider vmb myt dem swerde auCI derne racheBD 
reyf8ete vnd den adel restituirłe, dafs ich gott lob zu deme erlyttenen &chadeD mereudel 
( mebrentheils) wyder gekomen vnd (mich) erholet habe, "10 
Hyby muC. ich noch Einr. gedencken, daf. vmb defse .eyt bey fscligen Heren Johan 
zum berge Leben de Konigliche Majc8tett ilU DaDnemarke keyne Hamborger schift'e dorch deo 
Sundt geltadede, so kame by eiu Hamborger mit Name Hauh Mekelborgk, dem koffte der 
rselige Her J o h a n z U m b e r g e vnd ich "inu Bchitf abe, war eyn alt boyert, vor verbundert 
Daler vod lefsen ihme hir rigesche fsebrene (Seebriefe) machen , bC8Woren vnd Csebedcn dea 
scbiffer vor eyne bure t) wyder darauff vnd vor8ch.tfeden ihme eyne hoge Fracht autf Flanderen, 
daCs er dahin au ch de reyfae bynne 3 wochell gewane vlld schyr sołte daf. schiff gefryet haben, 
aber Hanfs mekelenborch, de .olta da vofsem beft'eJlch nach dafs 8chiff vor de vordente 
Fracht fful Saltze. genhome, vnd nach rige damy t seajegelt haben, aber er fsetzede fsin KorC. 
nach der elffe nach Csyner berttstedett), do er gelt hedde. Summa wy richteden jhe vor, . 
daCs wir da auch leute hedden, de ihme Itracks eYDe Fracht lO weyf.eden naeh Mutrande, 
vnd 80 von dar in eoglantt. De reyfse' lechte er, auch balde abe, vordent gntt geltt, loum 
wyder vIICsem 'ftillen abermals nach hamborgk Rach C8J'ne weibe. Da hette wir abermal. vnfseo 
Factorn, de kouft'te da dafs IcJaift' ft'ul Soltes, .1. moste er mit wyder ft'Ol'łt bifa in dco Buntt, . 
dar schreff er vnfs 80 vii recheninge ein 600 gulden in de Ilryłte (in die Kreide), bletf .ulueat 
dar 'fnd JeCs dafs schiff her loufł'en, myn 8chifłer solJ er nicht mer fsin, dar 'ferlaC8e',er Csich su, 
Er mach Cslch auch wol 110 gewarmett babe, dar8 erCe nieM notigk hat, er ffar hin. D.C. achifł' 
lefse wir wyder beffraehten, 8etzeden eyn HoUander d.rauff nach reterdam, der braehte 
belaolden 8chifl vnd gut dar in de haft'en, Tnd wolda da daCs sclliff bragell. Da wart daCs schiff 
vmb Tbcrholen, byne Kele bor8tigk l'nd fBanck In de grunU, vnd wart daCs Wf Bek im grund. 
vorkouft'u, daf. reachop ttt) daoon geohomen vnd ein nye h<. dazo geseu,;eC, . de eine buefs8 
iti Bb ,ł..,i ,I'" llUO U' lit n"ul 
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.) Die zwidoche, doppeUe Wabł. JIn/ 
.') bi. Buf die SIadł Ri ga und wenige S(;bliifser, 
...) leuam, auch: CI u R ID, leOID, 
t) bure, Heuer, Miethe. 'I 
tt) Rber er nRhm lIehIen Cour. DO ch der Elbe, nach Iciner Heerdlti&ttę (Heimatb). 
ttt) Reschop oder ReepHbop, Touwerk, 


die in der Nihe der Stadt lagen. 
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kOBtede woli ein 6 ofł' 700 guide.), "nd qoam II:U rige, wart wider befł'rachtett, mitt a8cbe 
seladen vor eyne zymUche Fracht, "nd Bpringet in der Cle eyne planke 10CI vnd Csinket daCs 
Bchifł' zu grunde, daCs nur de mynschen fsich bergeden. wir kregen vnfse lebe keynen heller 
dauon. Na diCser lieytt 101 ich' geIW (keioc) schifle mer redenn (rheden): aU mochte ich Cse 
"mb halft' selt haben **). r:Ń Ił I. U et . 
Hy wił ich noch gedencken, daC. ich auch, we ich 
eCsen, de Konichliche mayc8tet 
S t e p la a n u s Hochloblicher gedechtenifse Csich des Landes zu erretten we eyn vatter ann genhomen. 
ich auch zwar daCs myne gerne diThy getlaan, daCs ich woli nicht sclaułdig geweCsen, habe ane 
alle EntgelteniCse "nd besoldung deme landezu gute, 3 roC. vnde reiter zudeme ZUlU streyte 
jegen den erbfyentt gehaUen, da auch Etzliche ihr blot "or dem Fyende gesturtzett vnd ritterlieh 
geltorben, . wie ich nieht alleyne Solches mytt stattlieben Zeugen der obersten vml ryttmeystem, 
by welcber syten Cse nydergeaJła
en, "or der Konichlichen Majeltett bewcfsen, sonder es haben 
myr ilare Mayestett damach nieht allene eyn crkenncut bezeigter ttuwe vnd denste, sonder 
auch mytt belonunge getreuwer 't'orhaUeuifse 't'nde denste ihre gnade spllren laCsen, haben mir 
de Cseiłfte Konichliche l\laje8tett royne guter, de ich sou8ten zwar gckoufft, aber obne vordenste 
wol hetten Caduca ",erdcn muegen nach der 8cherffen .reui8ion vlłd COlłstitution, dannocll myner 
vordenste halber in len rechte gelaCsen erbIich auft' menUcIa gesleclate nicM aUeYlłe, sOladcr auch 
deCselbe auC8 Koniclalicher gnaden gemerett, ob wołl.swere geltspildunge*.*) mytt dazu gcholffen, 
lO war doch ihre Majestett so geCsinnett, daCs de auft vordelłste vnd vor HaltelłiCse Csegen 
(lalaen) vnd sonsten nicht licht wafs vorgeben '"nd lefsen mir ihre Mayestetten by vbergebunge 
myner priuilegien .diCs6 wort anziegen durch den heren Canzeler, es hetten ihre Mayestett myne 
treuwe vnd dienste erkandtt, vnd mich ex gratia by den gutern erhalten, leCsen mich ermancn, 
icb wolte by erkanten treuwe beharren vnd ihrer, Mayestett vrsache geben, mir weytere 
Konichliche gnade zu bezcigen, de mir ihre Mayestett hy mitt wolte vorbehalten. 
Im Jahre Iłach Cristi voCserfs heren vnd SelicJamacherCs gnaden reychen mylt8chwerdung 
lasa den 2"l. September, we ich mir zwar hette "orgefsatzett, daCs ich in gotte. Fruechte 
(Gottesfurcht) meyn lebcnt ohne groCse sorge "nd Moye endigen muechte, byfswileo beuor 
abet) bey somer tagen. 8,uff meynem hoeffe vnd abe vod ilU in der stat wone muechte by der 
Kircben; icb auch wot wyllens war, vnd aueh noch nieht "orsw.re habe, mochte de regimcnte 
eyn \Veynich bestendiger werden, vor mynem boffe auff Sct. annen berge, da vormals de 
Capelle geBtauden vam Mo..chowiter Anno 77 abgebrantt, cyne klene zia'liche Kirche wyder 8U 
bauwen, d. ich vor mich vnd myne .rme leute biCsweylen hette predigen, vnd file mytt gottes 
wode vod Cristlichen Ceremonien vnderrichten I.Csen muegeu, d.Cs ich da auch mynen gottes 
denst hette thun vnd h.ben, vnd eyn stm vnd rouiam leben biCs an myn Ende Ilette ffuren 
muegen; w.Cs dach te da aber vnCser here gott, (der e8 bumer anders l'oU), wan wir mynschcn 
i 


.. 


,,) Die Einburle loltete wohl ein 60der 700 Gulden. 
..) .ollte ich .ic Duch fur du halb
 Gt:ld Itabca. 
"') Geltspildunge. Geldau.gaben, 
t) be,ollder. ober, 


. ,
>>>
-137- 


"nCs EtwaCs vornllcmcu. Do J o n a C s dem rade gottes wołde entfOegen (elltftiehen), moste ihne 
auch der walIfiseh auCs dem Mere wid er zum gehorsalO fueren. Mir ists wel'lich so gegangen. 
We ich ebell im wcrke Wał', m,ir eyne bequeme Herberge vnd woninge auft' mynem hoffe zu 
bauwell, kumlJt mir de gar vnuorhoffentIiche .fremde vnd betruebte Zeytunge, daCs ich ilU ewiehel' 
denstbarheytt zu rade gekarell worU, got weyfs, we mir myn hcrtze betruebt war, we ich diCse 
ZeJtung so muormotIich erffor, daCs ich auch by mir Cselbest dachte, nicht in de stat zu 
złleien (ziehtm), sondcr da zu pleiben, der statt ihre gebuer zu geben vnd meynes Eidts plieht 
auff zu sag en. Darnach dachte ich hyn vnd wyder, batt den Almechtig
 got, er wol-te myr yns 
hertze gebcn weCs mir Nutze vnd selig wer vnd betl'achtede daneben, wan ich vorCsatzlich mich 
dem gnedigcn rade gottes wyder Csetzen dede, er mochte mir eJn ander Creutze da zu schicken, 
daf!! de welU vber mielI vrtcłen mochte, daCs mir gott piIJich solch Creutze zuge8chicktt. Der 
wegen by mir heslofsen, hJn yn zu zhcicn, mich in sehuldigen gehorsam me)ncr obricheid1 
inzustellen, vnd so mueglich mich der Last 10Cs zu pytten md bou danebeu den Arme tałLfsent 
marek zu gebcn. We es aber so auR genhom
 wart vnd mir zum besehede geben, daCs Csich 
Keyner van dcr borde (Burde) 10Cs kouffen konte oder mochte, 8under -eyn jcder wer by 8yncm 
Eide vud gewifsen Eins Erbareoarades Kor (Wabi) in dem vndcrworffcn, do babe ich mich 
muefsen darin zu gehorsam
 goUes wyłłcn vndcrwerffen, l\loste alCso vlł\
ea'djch myue stand t 
muteren ,'nd dem rade swcren, vnd mich zu Rade fsetzen, got laClie mył' e8 jhc gerechcn zu 
myner Cselicheit. Herr we(8 du myl' nicht bad gegeben, wirstu nlcht "on mir fordern, doch 
łJytte ich stetes vmb dync IIilIigen geist, daCs ich naeh nJ.tn
 vormuegcn muege hiłffeu bcfforderen 
de Ehre des hogesten gottes vnd daCs gemene beste, gerichte vnd gerechticheit, Kircłaen, 
scbuelen, 
rmell, I1ospitalen, wydwcn "nd weyfsen, ,'ortfsetzung vud AuffnelDunge der gantzen 
burgerschafft "ud gcmener stat wolffart. 
Balt darnach, we ich Anno 83 den 22, flilelJtember zu Rad
 gekarcn, wart 'ich vam 
Erbare rade zum C)uarter IIern vorordentt. 
Anno s:; den 2. Januwarij do erhoff sich in der statt Riga eyn 8chrecklicher Tumult 
"nd auffrur, daber weylen de Konichliche Maycstett an de statt hefftig mit ernste Maudate den. 
Nycu corrigert
 Caleuder an zu nemen in l)Olitischen gerichtcn \"Ild sunsten, we er in andern 
Euangelischen steden zu D an s h e ( Danzig) vnd 80nsten angenhomen, also auch by vns soIte 
publicert vud angenomen werden, we eyne politische Ordenunge, mcs wort ihrer Mayestett 
auft' daCs erste Maudat abegeslagen, we abcr ilare Mayestett zum anderen male by ,'ormydunge 
ihrer hogesten vngnaden abermals manderden, dcn Calendarium alfse eyne poJitische ordeninge 
8n zu nemcnn, al80 voreyuigede fsich, eyn rat mytt dem Ministerio den Calender au ch nichU 
weiter, dan eyne politcsche ordenunge anzuneme, we er don durch den pastorl) Der Jur g e n 
N u e n e r u m auft' den ersten Sondach des Aduentus Anno 8,& publicert vud augenhomeo wortt 
mit difser offenUichenn protestation, daCs men hymytt zu abebruech oder smelerinŚ' vnfser waren 
erkanten vnd bekanten rcligion vnd Confession 80 woli (ais der) Kirchen Ceremonienn vnd 
gebruecheu nichU vorgeben od c.. prciudiciren in geruemett haben wolle oder kumpstigen in reyCiien 
Jafsen, mytt auftIsetzunge daby Icibes, gutes vnd blods. Es war abel' hirin ilU vorwylligen de 
gcmene niehU BU bewegen, we,yłen de zeitt der gemcne roc hauffe vlJ vnzeytigs radeo8 in der 
Mon. Liv. uL II. 24 


.. 


, . 


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- ]88 - 


I 


8tatt hette, (weiches) biCi wylen myt treffenłichen schaden de stadt eWI)ffunden, Es war aber 
wol dabey blieben, wann sich nicht ein 10Cser auffrurischer bube, H i n r i c h M o I I er genannt, 
daCs Mai recktor by der schnlen, wyder synen berucff zum prediger iu der schuelen auffgcworffen, 
.łahin vii burger md mer andere 10Cse buben gelouffen, worzu er dan Cseyuc disliplen anch 
meY8terlich informerte, vnd insouderheit synen Conrector abegericht hette, dan w o r d e I' a b t 
de worffell tregt, -ha ben de brueder fr y lilpilen, vntcrstunt Cl!ich, (nicht) ałlene wyder 
den angenhomeoen Calender zu predigen, souder auch wyder de hohe KonichlicJac Mayestct 
otfentlich zu smelen myt deCsen worten: WaCs solte men d.elo elenden, meyncidigen 
Koningk gehorsamen, der wyder Godt vnd Cseynen edt gehandelt hat etc. vnd ihr burgcr 
solt mer got, alfs denn mynachen gehorsamen ete, vud wegelte Cseyne Colegam , den 
Coorector, den auffrureschen buben auft', de Jungen in de Kirche zu furen mytt anderen 
Munsterschen geystern, sonderliche Ceremonien vnd Collecten zu hal ten: ais o daCs de 
Mynschen we auffrurisch Csich litelIeten. DUscm spii in zu Cl!en.), leCa der her burggl'abe 
N i c o I a u s E i k e difsen auffrurcschen bubcn denn Rcctor H i n r i c h 1\10 11 e I' auffs rathuCs ill 
.hcin ..), We daCs geschach, war der Conrecter mitt C8yneu ahgeric:hteden dissil)len vnd 
autfrur
schen buben balde im auffiauft'e, erwischeten eyne dromlllell, 810gcn allarm in deu gaCsen, 
left'en daCs Rathaufs alIft', halen ihren auffrureschen geCsellen, den lU o 11 e r Knecht, hermdcr 
vnd sloCsen bal(l eyne radt ane allen Zwybel (Zweifel) auCs antreib dcs houbt autorn de8 Tumultc8, 
Cia u wers Ficken, der nu sin byttere sJaartt ...) 80 lange vorborgen vorwartt auCswetze 
wolte, daCa men ftuJ( dca Hern pastorn Jur g e n N e u n e I' i hauCa anloffen, roben vnd plUluleru 
solte vnd FoIgende8 dcs heren burggraben N i c o I a i E i k e u, doctor we Ił i n g s vnd T a s tij 
hauCs, we auch gcschach, Dcme here Nueucro worU das IIauCs gar auCs gephmdert, allcs 
zerslagen, zerllOuwen vnd wegk gestolen, er selbst auCs dem Keller, dahha er in angst vorkrochen, 
hervor gesleffet (geschlcift), 8yn houbt ffoll wundeu gehouwcn, zerslage, daCs Er genouwe da fs 
mai daCs Jeben behalten, abel' in kurtze Jaren gestorben, Des hcren burggraben N i c o la i 
E i c h e n vnd dcs Iłeren Simlici doctor we Ił i u g e 8 hauCs wordcn uicllt weyniger gestormet nad 
gar auCs gephmdert, de I)crsone abel' entkeme der geffar. 
Dirs machede eineu jemerlicheu zustanit in dn IItadt, daCs jederman, bcuor abe ein 
ganCs rat, zu wynkell krech vnd alle vorneme burgcr Csich in ihrcn heuCsern vor bolwerkeden, 
80 dalii ałłe rouber vlld debe zu offenbare fryen Btrichen korne were vnd hette solch Rouben 
vnd plundern de gantze Nacht van eynem HauCse zum andere gcgangen, wan ich vud weyuieh 
burger uicht eyń hertz e gcgriffen, vnd daCII merU wyder ingenhomen vnd de burgcr ermantt, 
fsich' inzustełłen zur wer jegen 80lche buben, da ich dalIIłoch so vii beschaffett, daC8 ich jhe 
zwar mytt genouwer N ott Etzliche zur ordeninge gebracht vud iu de wer, wol (wiewohl) es 
ihne kult abeginck, dafs wir se von 'f 88 t ij hauCs abeslogen vnd andere mer, auch der beroubten 


.) Einllalt zu thun, 
..) 1\'8, DiC.e einzueh deC8 reetorC. Keschach vam burggralf(j wyder UCC8 rat. Consens, hette Eicbe dars 
bliben laCsen, ieh ge.oube, der vffrur wer nieM f'nt8tanden, Do ent8tunt eyn vnbey. auC. dcm andern. 
Eiche lIpiIde Cllynii nutz myt darvnder, AnmerJc, dei Vcrfa8iers. · 
. ...) der nun ,einc bittere SchQrte - BU8wetzen woli te. 


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-139- 


Ileren heufser beCsetzedeu, ( damit) daCs waCs noch vbrieh nicht gar heraufs gesleffett vnde 
geroubett warU. Hetten also vnder "ii boben wacJat de ganCse Nacht, biCs auff den Morgen, 
war der 3. Januwarij Anno 8:), Do wurde wir eins, men solte de burger auft's N y e H u C s 
besclaeden, auff daCs de buben nicbtt de gildestaben belouffen muecbten. Da kemen se laeuffich 
hill in Mcinuuge vann Midellcn zu rcden, we men den schadt5 hellen (heilen) much te , queme 
aber mit wer vnd "affen. We uu elterleute "n d eltesten Cslch zu bereden ordentJich vorgenhomen, 
da wischede eyn schelmesche auffruresche Rotte hervor, helden elterleute vnd eltestcn de speyCle 
(S.JieCle) auff de burlIt, ais wolte men Cse strack8 durcb stoCsen, alCs hetten se de burgerschafft 
,'bell ,'or gestanden , war all cyne augelechte Karte durch de Autorefs des Tumults berattslaget, 
dars men eio schrecken machen solte, l\litt dem tritt Iacrvor ein vorsmitzeder, vormdsener ,-nd 
"orwegener schelm, ohne allcn zwibel dazu bestellett mit ,'orbedachtcm rade, dan er war kein 
burger, wer hette iluae da bescheden, mit waCs bestalling worff er Csich auft', der IIJfallk auft' 
den disch qllanzewifs *), er wolte ihr leben rette. Do der begumIe zu predigen, helfsen de 
buben alle frome Lellte swcJgen, Do fenck der bube ano Er JaeiCI (hiefs) M a r t e n g if s e, 
kam auff des deubels weyCse vnd trat Cser lifse hervor - vnd lagte, we Etzliche weren, de de 
statt vmb ihre Frylaeit vnd priuilegia gebrac:htt vnd Kirchen vorgcbell, ,'bcl administrert, 
derhalber muste dafs regimellte reformirt sin. O dars war der rechte MunsterscheKollingk, 
den got vam lIimel gesanntt, dem vii Jederman by. Da gab er baldt vor, eCs moste stracks 
auff den sclben Sondach abelltt hervor, mcn moste der Csachen einen anffanck gcbell, we men 
es solte 8riffen alI, dazu wuste er de reclate bann, er wer der rechte Mann. 
AIso mustell de heren des rades denCselbigen heyligen abentt auCs ihren vorbolwirkten 
hellCsern Csich in de ziCsebode U ) schir mitt geffar vor dcn boben iaastellen. Da hoff der Hanh 
F r i d a c h In des abeweCsendes altermMnCs p e t e I' I' a 88 e n stelle an zu reden, ea were de heren 
hin belcheden, da etzliche sachen zu tractere, we es Martinus giCIe haben wolIen, Der 
woUte fsich noch entsclauldigen, dafs er nicht den Namen habell wolde, sonder wolde 'tracka 
.yne Hendei grunden auff den Narnen der gemcne, ob wol nicM eyner in der 
emene, der ihne 
beruffen, sonder Ficke, der warCs, der ihne ges.ntt vud hełt vber ihne de HanU, uud war 
es doch nicMt bekantt, dennoch ist diCa war, waCs ich mit mylU
 ogen geCseu. auCs' Fieken 
laauCse wart der ratt gehaltt (gebolt), da man mit hatt im tumulte gepralt vnd den leute dunst 
vor de ogen gemalt. Summa difs war defa Halldels SlucCI, den Ilegesten Malld.ges Morgen frue 
80lte ein ratt all zu samen syn, da bleb es dafs mai bey. 
Dcn abentt vnd de halbe Nachtt war Ficke nad gyfse (.ulammcn) vńd Csmideden mitt 
ihreu Conciłiaren Ihr Fundamente, we Cse es woltcn griffen an, dafs de sache mochte eine 
vortganek laann, 
Den Morgen kam der Radt ZUlamen, g y f s e vorde (Ciihrte) alle heDdell in der gemene 
Namen, de mealUigen erliehen MaD nicbt weren in 8ynen Synne syne lebtage kommen. 


') Quanzwehe, unter dem Vorwande. 
..) Acci.ebude. 


'" 


.......
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I : 
I I 


80 balde aber eyn ratt war auffs RatthauCs zusamen komen, leCs er alle burger nld 
Einwoner auff (den) marektt mitt ibrem gewer komen, leeCs ffanen, pffipen ,'nd dromme holen, 
bopfeute vnd rummor MesterCs welen. de mosten mitt 4 ffanen da aułf dem marekede treden 
vnd prangen. alCs wolte men wulffe vnd baren ffangen. Es wer beCser, men hette g i C 8 e n 
stracks auff gehange. Da war mennich gut Maił in fsynem hauCse, de Icbcr dahcime blcben wer, 
dem men abcr Kefsel vnd grapen auC
 deme haufse hole te . wolte er rse behalt..n, muste er 
mitt an den hauffen auff daCs market komen. es gebe ihme schaden offte frome. Darnach leCs (er) 
alle portelł SlueCseU zu Csich bolen vnd de Iwrten vmb her vorsleifsen. Da tratt er mitt eynem 
bouffen 
or den Katt auff8 haufs trotzich vnd hO.fh gemot vnd finek zu reden an. we ihme 
Ficke hctte in den Mund gedan, Es neme de gcmene aUe, de C!'Iich in dem Auffstand, sagte 
( er ), hełten hervor gedan, aUe schclme vnd debe, lO geroubet vnd ge8tollcn hcttcn, in ihreia 
sehutz. Darnaeh wolten Cse eynem rade ihren Edt vnd gehorsam auffge8agett haben, beheltelł 
C8ich aber den edt hoher vbricheit (Obrigkeit) vor. Dirs allea muste eyn ratt gcschen laC8en, 
warU beschett gegeben, so weit rse ell mechtich were. 
Nacla difsem griff er zu vilen tra«;taten. Da mostc me de beledigten he re schaffcn. od er 
C
e wolden mit SpieC8e vnd stangcn in'luirere. Dafs wolde vbell zu gangcn fl!in, da war hcr 
omnes wiIlig zu, 80 hetten robcr vnd debe vordane plundern mocht, aber got gab jhe, daCs 
Cse mitt nlCs dem Fridcn trouwctclł \'Ud kemen zu Radc. 
Da ginck eS.an eyn parlamentent vnd beseJauldigentt de bolten aufs Fieken8 Koker 
( Kocber ) 10Cs zu drucken, vnd er 8aC8 f8elbst zu jegen im Rade. . 
Da gab er 110 vii Frage vor ffunffc by Meynen be8ten ('ł), de l)ersonen, so Csich dazu 
bckenten, solten sitzen bliben, de anderen solten auff8then allfs dcme rade vnd solten fsich 
purgerelł mit eynem Corperlichen Eydc vnd man solte offentlich stymen, dafs cs gyfse mit 
fsynem Hauffen woJte anhoren. We nu de Herell burgerme8ter vnd Fogct abegestymett vnd 
sitzcn bleben, wolde ft'icke (sich) wcif8 brennen, maebct fsich exemptt, er wcr in allen puncten 
nlscJauldig vud mente, ein ganCs Ratt solte auffstlaen vnd ihm folgen, so es doch wid er synen 
Eedt war, denn so stett in den statJlten gescJareben, 'wefs de mcysten atyme Einfs sin, soJ 
stedes bleiben, abcr er ginck aUene dauon. de anderclł bleben allc sitzen , vnd erklcrde Csich 
ein Radt, Do warff er einen andcrcn griff her vor, er hette wegen der gemcne mit etzlichen 
perlone zu tracteren, dazu moste mao ricbterf8 baben aufs Radt vnd gemene. Da war aber 
Nemant, de mit dene auCs der gemene im rechte f8itzen wolde, de dazu nicht""beruffen, fsclb8t 
konten fse auch nicht richter fsin, alCse fant er diCsen Fundt, Cse wolten habe aufs dcme rade 
4 persone vnd lorenfs Eike den Sccrctarien, Her euert hufsman, Ficken, IIcr wilJem 
apenckh ufse vnd myne persone. DazlI wolten C8e by Mynen besten 16 personen auf8 der 
gemeDe nemen. vnd vor dene wolten flie dcr gemene beschuldigung eroffnen vnd bewyfllcn. 
Da ncme fse vor den here Janttvogctt lIer Calpar zum Berge, 
dcn Heren burggraben N je ola i Eiken. 
den IIeren Sindicum doctor we II fn g k, 
vnd, ist mir rccht. Tastium, 
By anffanck der Tractaten bringett girse aufs Csynem Koker hervor Fieken fline hanU'
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auCs f",eynen ft'aulen acten, de er wider doctor we II i n g geffortt Vłld "on Konich S t e p h a n o 
condcmnertt*) widerruff "nd appytte zu thun, WaCs do Ficke nicht hattc kocncn roitt rechte 
bewyCsen, dafs 80Ite IlU girse mit speCsen \'nd stangen bewyCsen, md Ficke wider chrlich 
machen. Aber do ich dars 8ach, grefł ich G ifs e n auff de haube, auch F i c k e o, wor men by 
de handel kueme, Fickc wort rodt, sachte, gifse .hette ihme gedentt in Csyne sachen, so 
moclate er de schl'ifft behaIten habcn, Gifse sachte, es were nieht 80, dan ich greft' ihne an, 
daCs ihme mit fremden acten nicht gcburde (gebiihre) de statt zu vor \'nruwen. Do legte men 
e8 auff laanfs bUllchell "nd gert wolterinck, war auch luege. Summa Ficke war autor, 
rector, Conrector, gifse vnd brinck ware ratgeberCs, Cse Csetzedell des Naclats in, wafli 
men des dages smyden wolte, abcr alles war es łcugen werck, kam nur auff eine im sehine 
abegetrungene 1'ransactiou aufs, damitt eynem rllde all ihre AlItoritett genome, den beledigten, 
daCs Cse nicht klagen sold en , daCs se gellmeett "nd ihnen ihr gutt gcroubctt war, vnd Ficke 
solte de Lantffogcdye haben. Da war es ihme "mb zu thuo vnd waCs mer, '\'o Ilernach soJ 
gedacht werden. 
DiCse 1'ł'anCsaction wortt jhe mitt speCsen vnd stangen also gesloCsen; aber der her 
burggrabe N i c o la i E i k e, der nicht allene so wolde fsin gut quit sin, dafs schelme vnd dcbe 
hetten gerobet "mI gestolen, sUładcr sach auch woli, daCs kein erlieh Man sichcr In dem regimente 
leben konde, tratt allCs aurs der statt, sach dem IóIpile ein zeitlanck zu, damach erbott er Csich, 
wo mcn ihme caucren woIte, so wolte er wydcr in de statt komen, so er \'or gewaltt konte 
fsicher sin. DaCs woltcn Cse nicht thun, Do błeb er dor& auCsen vnd 8telde syne action an, 
verlangte vor scheden, (njurien, zhcin tauCsent Daler. 
Der 8ute pastor Her Jur g e n N y e n e l' erbott Csieh auch zum vortrage (V ertrage), daCs 
er mochte erstading haben. Nen, "Nichts wolde men ihme geben. 
We iłU der her locum tenens wegk war, oder noch by Csynem anweCsende, finek er 
ein Nyen tumult an vnd kemen auft' loffen by halIffen elterleute vnd EJtesten, Uagten J o h a n n e m 
l' 88 ti u m an vnd wolten den vorfs (erste) aufł' dem ratthaufse in hafłt behalten. We nun eyn 
rat keyne vrsache sach, damit Cse besthen konte, auch nłeht willigen wolte in de hafftt, leden 
( leiteten) Cse es auff den alteo Tumult wider, (sagten ) de gemene wolte eCs so haben, oder 
se wolten Ilicbt vam rathauCse. Middeler weyle schickeden Cse hinvnter, JeCsen buben haułfeo 
vorfl rathauCs komen, Do dankcde Tastlns gott, dafs er gntes wiłłens oben bleb, achtede Csicla 
Csicherer dar, alfse In synem HauCse, bleb allo dar oben vnd Csach; daCs Cse mit buben stucken 
vmb gingen, trachtede we er syne gelegenheit ansach, daCs er alich abgingk vnd auCs der statt 
Csich begab zu slofse. Da vorbelt er fsich mit dem bere burggrabe Nieolai. Eicberr, bi8 der 
hel' Cardinal abzoch naeh dem Konig, Der maehede jhe pro forma eynii vortragk auff ratifieation 
der Konichlichen Majestett, aber wafs warCs, dar war kein geloube, Fleke vorstunt, waCs er 
in gebroekt hedde, daCs erCs BUCS frefsen konte. Darvmb trachtede er nach andereo wcgeo ilU 
praeticeren mitt Csyncn ratgcbern redor, Conrector, giCseo, brioke, depenbroek vnd 


.) und weawegen er vom Kónige Stephan eondemnirł "orde. 
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ol. 
I' 


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.ndern Ichelmen, we men de stadtt van der Krone tremle vnd an den swedcn bringen muechte, 
Dafs ware ihre practiken. 
Vnd da konten Cle nicIat mit vort komen vmb etzlicher houbter wyllen im rade, de so 
Eidt vorgefsen nieht were, trachteden Cse, we de mochten aufs dem wege geruemett werden, 
daCs war ihr diclaten vIIIl trachten, we folgett vnd hernach sol gemeldt werden, 
Damit Cse aber Solches in de zeyt vorzhein t) mochten vnd mit ,-orlouffe der zeytt ihr 
vornheme vorrichten, so arbeyten rse mitt hemlichene sehriben vnd practieeren, we Cse mochten 
vortrostinge vam Koning van swedcn haben, daCs er Csich ilarer an neme wolte Hld ihne zu 
bewegen, so neme Cse aller staU einkumpste "'t) so wol de Kemerye renten alrse de acciCse, 
portorium, burgerlich schofs vnd waCs zur. Kirehen Ordenunge gehorU, slofsen auch dafs Korne 
in deme fIlegen reichen Jare, dafs ein jeder, der wafs lofs haben wolte, der moste geben zhein 
taler hin zu lenen, bifs er Cse in "n plicht kurtzen konte tt.), welches ein zimliehs trogk (betrug) 
vnd da fseUzede der schelm gifse fsyne broder zu by dem Kasten, de moste da schriber syn, 
vnde we er fsolehcs ein Jar zufsamen auff gesehribcn wor mcn der staU ffestunge, arkely 
(Artillerie), welle vnd Muren, bolwerke, bruggen, wege vnd stcge, Knechtc, aller staU dener, 
schulen, Kirchen, daCs ganze Ministerium van erhalten muCsen, gerichte nad gericMs dencr, 

larstall, Kalek ouen, tegelauen (Ziegelofen), Vlad weCs des mer, daCs koppelten de buben 
zusamen und drogen dem Koningk van sweden de stat an, alfs ,-ormechte de statt jel'lix ffertzigk 
taufsentt taler in zu komen haben, da CI hat mir nicM gedromett auCs eynem doden perde Koffe, 
fsunder es hat mir gesagtt dei Koninges van 8weden eigner Seeretary J o h a n n e 8 w y Jt b e r g er, 
der defs schelmesehen iii y C s e n anbringent ilU horen mitt van der Koniehliehen Majestett \'Olor- 
dentt ist, daf. mali, do gifse .elbist mit fsynem broder hanCs gifsen vnd deme schelmschcn 
KannegeCscr Hanfs Csengelfsen da in Csweden geweCsen \'nd fsich vor gesanten aufs gegeben, 
we des KoningCs in sweden eigen sehriben lautett, abel' erliehe Jeute haben Cse niehU abgesantt, 
sunder .chelm vnd debe, we Cse Cselbst syn, muegen Cse abegesantt habenn. 
Damltt aber rse de burger, .0 ihre Ichelmstucke vnd vorhaben nicM vorstunden, im 
antrange by Cl!Jich halten4e behalten tnochten, so verplichtede Csich der schelmsche g y f 8 e kegen 
de burgerschafft in fs)ne Ingedrun
elle denste, aUcs waC8 er triebe, dafs wolte er vor der 
Konichlicben Majestett vorantworJe, lIIam dazu bcCsoudere heymliche besworne auffruresche rcde 
zu Csich, de syner har waret), dede aueh der burgerschafft moden (.umuthen), allenU waCI 
er getreben vnd noch Ichelmscher weyCse vornhemen worde, daCs woht; rle Csich geffallen 
lafsen, Do beginden de burger ogeu żu krigen, wolden daCs nicht willigen, jedoch hełt er Cse 
damlt imme thomett), er wolde es .01' antworden, schreben, Ichickeden auch an de Koniclalicbe 


.) in die Lange ziehen. 
..) Einkiinfte, 
...) Vnplicht, StadtabgabcD. Kortell odcr Kurtzen, abzicheD, 
Stadtabgaben davon abge:logen wcrdcn konnten." 
t) dic von 8cinem Haar, von seiner Art waren. 
+t) jedoch hiclt er lie dumit im Zaurne, .. n-arf 


Der Sinn ilt demnRcl1: "bis ihm 8eine 


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Majest
U md wolden Ent,sclmldinge' inwenden. Es ginck aber ih'r
 Majestett im anffange myt 
dyfsenn fsachen HO freuntlich, bcdechtich vnd gclimfflich myt der statt vmb, daCs er scbreff, se 
soltcn wider auft' den redaten wegk keren, nich t don, we de ,-orirden schaff, de je lenger. 
(desto iirger) in dcn ihrre wegk (Irrweg) geraten, se liOltt'n dafs perturbirte regimente widen"mb 
in den vorigen stanU setzen, vnd ibre 
'eyle (Fchler) vnd Mengel ordenttlicher weyCse suechcD, 
,'waCs Cse dan pyllich pytte wOl'den, wolde er ilJI)e aufs guade geweren, Abel' es hałff alfs (aUcs) 
nicbU, de buben hetten eynen anderen wegk vor, heIten nur de zeyt so auff. 
Anno laSS den 6, october warU ich, leyder der aller Jungeste auCs dem rade, vnd hette 
nur IIwe Jar zu rade gcfsefseo, 
'nwirdich zum borgermester erweItt vnd eben in der vnfseligen 
Zeytt, wie (le stat! miU den bueben in hogester gcft'ar swebede, got weirs, wie mir '"mb s 
hertlle war. Dazu mostc ich vort ins worU trcdcn, da mcn fsich alle tage mytt den auffrureren 
gna gen vnd beyrsen mochte. Dan alle der schelruen diclaten vnd trach ten war dahin (gerichtet), 
we dc bllrgcr modaten so weitt in gelcydett werden, daCs Cse in gelicher schultt mit e y n e I' 
loge (Lauge) muechten gcwaachen werde, daCs Cse de lwrten mochte zu krigen, vnd loCsen8 
auft' we lic vnd Muren ankomen vnd daCs mit beschede vnd vornunfft ZUł' vorhoeten mit zeitlichem 
rade, "nd dellllOch ohne geft'ar in der staU łeben midde vnder den bIleben war vnmueglich, 
Summa ich moste daran an den danze. Bałt wort ich vorordentt sur legation mitt doctor t 
wellingk vnd her Casper drelinek, dem heren secretary dauit Hilken wegen des rades, 
"nd aus der gemene gofsin l)robes, Hinrich zur weye, den ordentendeauffrurer Fieken 
synen gast, den licentiatcn C.sper Turban zu, den er ohne ZweybeJ dazu vorschreben, 
vorffeebter mit im auffrur zu scyn, we wol er gen {kein} bofser Man war. Entlich, we er 
ibren zheU ('ł) vormerkede, fsich niederlegte vnd starb darauff daCs F i c k e der autor aUe desses 
wcrkes vnd der stadt eyne gifftt were. Da schreb men vnfs eyne instruction vor, da moste wir 
schir roitt bi
 wider vnCse gewiCseo den Tumult zu besehooen. Do wir nu vnfse zu gelieh 
babende gewerbe vor der KonigUchen M8jesteU miU den 8UCS der gemene abegcCsanten abegelecht 
heUen zu grodena (Grodno): do tradt der Casper Turban hervor vod hette eio lanek 
Libelle, daCs wir nieht geCsen hetten, dafs hette de bubeo ibme vorgeschrebe, darin eyn rad t 
oder Etzliche, de fse doch 'nieM nenneten, Bufs dem rade ihrer vntruw halber hoch vorklagett 
"nd beschuldigett vnd angegebe wordeo. Zwar obfs wol gar łanckwiIig vnd den Senatorn schir 
"ordreCslich, so horten es ihre Majestett docb aufs mit groCser gedultt. Der Her burggrabe 
NicoJa Eicke, hel' Jurgen Nyener, hel' Johan Tastfus vnd der Sec:retary otto Kanne, 
den se auch mit gewalt im auffror entfsetaet, stunden zu jegen vnd beten Copiam defs IibelJen 
"nd Frist fsich zu vorantworde, auch daCs de, so de KJage ingebrachtt "nd fse groblicb im 
libello injuricrt, daCs de mochten ffueCs ha1ten. Zwar we auch eln raU darin besclmldigt ,"nde 
gesmeet, batt ich doctor welJingk, weylen mir derSecret.ry David Hyllecben warkranck 
geworden vnd zur wille {Wilna} beligge blebeo im Feber, er solte wid e.. de Klage protesteren, 
abcr dem doctor war ser b.oge, daC!! .se Ihme, wan er zu hallfse querne, den bart schere 
worde, alfs weyerde er fsich des, 
Do mostc ich Cselbist daran, ob ich gelich nicllt LaUn konte, rede ich tentsch dyfse 
worde : Gnedigeste.. Koplgk, van def ser Klage baben wir nicbt gewust, de van der gemene ist 
.. 


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ingebrachtt, derhalben pytten wir Euwer Konichliche Majestętt wollen in 
naden geruwe, \'nfl 
Copiam vnd Zeit zu vorantworden gunuen, wyr wollen vnfs so entleggell, el sollen Euw. 
Konichliche Majestett einen gnedigen gcffallen daran tragen. 
Ihre Majestett antworde zu latine, es wer gutt, ihre Majestett gcbe der obricheidt 
Copiam ,,,ud ,'orantworduuge nach: We wir nun zu hauCse quemen mit den vnfscn aurs ,der 
gemene in de herberge, do fsege (sahen) wir vnder ein and er Csur an, wir fracbten wege 
des rades, ob Cse nu de Csache \\olten auCs foren, so wolte wir ffolmacht halen vam rade vnd 
da alles vorantwordcn oder leideu, daCs solten Cse auch don, so queme de stat auCs dem auffrur 
zu Rouwe. Da woltell fse nicM an, Be saclJten, dafs libelle wer ihne nach geschickt "nd 
beffolen so abzuleCscn \,or dem Koninge, fse mocbtcn andere schicken, de es auCs furten. Do 
. 
konde wir nieM andcrfs, wir preten *) mit ihne, do efs were fhne nach geschicktt, so hetten 
se es mufsen vbergeben, ihre Majestett wolle allen minschen ctzlichcr Mifshandelung in der stat 
nicht entgelden Jafsen. 
De anderen exules aber, de vorantworden es alfso, dafs ihre Majestctt daran geffallen 
heUe, weylen fse ftlich mit vnCs auffbotten vnd Nemant wolte zu rcchte stan by der Klage, 
Jedoch gebcn ihre lUajestctt naelaffolgenden beschedtt gar gnedig, wcylcn ihre Maje8tct nu mer 
ware in de orhen komen, mit wafl! scheJmschen practiken de autorefs vmb gingcn, de stat 
abezutrenne. Der beschedt Iautcde aber 81f80, ilare Majestctt hat de beschuldigungc vnd Ent- 
IIchuldfgunge aogehortt, dem fsy aber we ihme wolle, 80 wollet Eucla vnter einander miU 
Euwren beledigtcn burgern vortragen, ihne ilaren schaden erstade 'vnd alle8 War8 vmbgcker
t mit 
dem Tumulte In vorigen stant fsctzen, 
Vnd weylen ihr aber so weit vort geffare, daCs ihr euch aufs eigener gewaU vnderstamlen 
euwer stad t obricheit in eyne ordening zu zwinge mit dem auffror, dafs euch nicht gebuerett 
hette, welchcs nicIat zu Icidcn i8t, allClle sollten de autoreCs, so den andere de Facklen im 
auffrur vorgetrageo, vor ihre Majestett citert werde, daCI Cse de Vfsache auzeigen ,'nd beweyfseo, 
Ihr aber Csoltt fse dahin compelleren vud zwingen, dafs Cse fsich instellen. Wo ihr daCs tuth, 
lO fsollct ihr gnadc f(inden na we vor, iłar solt eucla van ilancn abcsondcren, wo ihr da es nicbt '"' 
tuth, loltt ihr cuch miU weib vnd KinU, hab vnd gutt sturtzen in eufscrste Nott vnd geffar. 
DaCii war der bC8chett, da lIoge wir mit nach hauCse. 
Vnd wart diCs daby angehengett, ihre Majestett wolten ine Secretarien mit den Citatione 
ablclaicken, de statt ab zu manc van den vnCsinnige wersen, den worde men, we e8 der statt 
wol anstunde, in gebur enffan
n, 80 80lte men auch ihre Majestett łbre prester vnvorletzet 
lafse, wer fse aurore worde, solte ihre MajesteU augen gerorett baben etc. 

 
Damitt gabe ilare Majestctt vnfs de handU vnd gellegenden vnfs zum abzuege in gnade, 
leCsen vnCs auch noch statlich durch ihren Majestett obern Kuchen Mester zu gaste laden vnd 
tractcren: Darnach zoge wir aufl nacb R I g e zu. 
We wir zu lł.ige quemen vnd relation deden, wer (waren) wir dcn auffrurcren llicht 
alzu wiłkomen, daC. Be 10Uen citert werde, Ihre boCsheyt zu vorantworden. 


.) So leee i&:h dicleI undcutlich gelchriebene Wort, Soli es vielleicht b CI' ed e te n heiClen'
>>>
. 


145 - 


Es volgede auch bald daraoff der ber grabowietzschky mit den Citationeu, vbergab 
vor dem rade Tnd der gemene zwey, eyncn [dem] Marte giCse, 
yne haufs zlłm brinkc, 
vnd er wolte beschcdt habcfI van der stadt, ob man Cse instellen wolIte, oder nichU. DaCs 
vorwiIde C,ieh lange, ehr er beschct krige kondc, Jag hy Jangc auff grofse vnkostung der staU, 
MiUler weyle TorCsuchte mcn lIandelUlag mitt den cxules, abcr es \far ideI sclaelmery. EntJich 
kregk er bcschcdł, de gcmene konte de Mcnner nk.M vorlaCsen md Cse instelleu. Da protesterde 
der her gr" b o w ił ZI c h k Y van vud zoch zurugke, sagte, er besorgede Csieh ,'ber dcn bescbet 
groCs vugclucke. . 
Wc dcr her g r a b o we ts c h k Y abz\Jgen war, vorreyCsede der her Sindicus doctor 
weHin g nacla der Mytouw, We nu de offcnbarcn Rechtfstage aukcmen tegen Johanni, do 
drauek F i c k e in ein raU hcfftich mit vorwenden, worvmb er dcr stat gelt borde, men sol te 
ihne by syueme Eide inmancn kegen dę riclatcl tag. Der gute her quam Csclbist, ehe noch 
de brieffe hiukucmcn. F i c k e wuste wol, was er vorhctte mit den sclaelmcs in ihrem rale 
besJofsenn. ł I ł liT I 0011., 'I 
We mili ein ratt vor Jolaanni Anno 86 offen reclat hegen solte, paCseden de buben eben 
abc vnd IcCsen auff denCselben Frytagk de ganzc gemcne zu gildestauben na cia ihrer auffrurischen 
«ewonlaeidt .USBlllcn fordere, gcben andcre schelmesche Fratze vor, da Cse de burger mit 
auffhelteu, bifs eyn ratt \\'olte do parten intrette laCsen. Do stunt JudaCs, alfs Fi cke, auff vnd 
schickede syne lofse Dach dcne gildcnstabcD, dafs fse mitt fsamendem TumuJte aufłbrechen mit 
diCsen worte: Ey wir muCsen zusame hinghen vnd JaCsen dem rade den Ernst ein MaI sen, 
Nemallt wuste, waCs es war, sonder Jederman JeW nazufsen, waCs [siela da heben worde, komen 
ais O Hlgevrh,bctt g i [s e Tor an, [sine auWgemunderte, auffruresche Rotte binder vnd vmb ihue 
her zum Rdc instorme, heifscn de parte mit ihrcn Csache anbaltcn, de gemente hette vor zu 
gebcn, daran mcr gelege wer. . 
Da fingk gifse an "egen vnd al im Name der gemcne, da es ihmc doch dcr deubel 
vnd [syne Kamerrede beffolen hette, klagede an den here Lantvogt Hero Casper zum berge 
vor eyn deb, Tnd bcrieff Csich auff daCs accifsbuch, er hette Moltz gestolIen, zum andere 
hctte er eync pactc vbersclarittcn, de in erzeyten "') wer gemachett, daCs ein ratt Dicht mechtich 
geltt auffzuncmen, ohne der eltcrleute willen oder gemente, we es Jauton magk. 
DaCs buch wartt gchalt valł der accifse- Kamer, ihr berueff wartt ffalscla ,,"d nicht so 
beffunden, er bette daCs Maltz nichU entffangell, andere hcUens entWangen, aber IIielit gestojen, 
sunder gutc reclmung dauon gedan, Es halff nicht,. men soJte ihDe dem hen ker zu peinigen 
befłeIen, dc gemcne wolte eCs vorantworden. 
Darallff woUe ein raU Nemant zur pine vor
łammen, So wolten Cse vort mitt dem autfrur 
vnd gewalt. Mit difser abemanung, daCs me schir ein sten heUe bewegen muegon mitt Torbyldillg, 
waCs darnach folgen woUft, hette ein ratt byCs in de Nacht de Klocke eyne zu tbun, os halff 
nichtt, de Minschen weren dul "ud vorstocktt, wyr kregen aber anstant biCs den negstcn Morgen, 


.) eherzeitcn, in friiberen Zeiten, ehemBll, 
I\-Ion. Liv. ę-nt, II. 


2:' 


.......... 


...
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- 146 - 


abel' dcl' "er lantffoget moste auffm rathauCse blibcn biCs morge fruc, da moste cin raU wider 
by eillander zur plage fsin, 
Midelcr wylc hcttcn fse dem heren T as ti o auffm SloCsc cin schrecken gemachet, alCs 
wolten Cse daCs SIof8 anffallen Vlad ihne auch VRm Koniclllichen hauCse holeII, dadurch vordristede 
fsich der gutc hcr vnd woltc in der Naclat mitt deme bote eniffelegen [enlfliehcn J; abel' dieCse 
buben hetten ilarc vorspecr in gif:cn lIauCse zettcl dlll'ch de Murcn gelangett, ebcn wc er 
abeffur, waren et21ichc Bchclmesehe vorreter, alsc werner Depcnbrock, rotger Turke, 
willem Folckcncr vnd andcre mer, mit botcn "ud wal)en hintcr ih/l)e hcr, offencten de 
porten ane des rats willcn, crha
chten ihne vnd brachte ilmc de Nacht in dc stadt in de ZiCscbodc 
in cynem vndutschen Rocke, 
Da waren cle auffrurcr den Morgen by der handtt, daCs markt ffol. We cin radt obcn 
quam, da JeCscn Cse mit b c r g k anstandt balden, den T a s t i 11 m auffholcn im Cselbcn vndel:tschen 
rockc ibmc zum Bchimpe; arcnt bolte, Fredric.k gcrgi8 mit del)enbrock wcre so gut 
ais hcnckerCs Kucchte. Da brach te mcn vor, er bcttc instrnctionc8 vorffelscbett in der Subiection, 
er hettc flalsche relation gedan, wer ein shinder, vnd waCs dcCs mer van bubcn erdiehtet war, 
war doch nich ts erlichs [elJrlicher W cise] zu erweiCsen, daCs se inbreclaten, dafs gruntt hette. 
Da drungcn fsc men vortt on den laenkcr auff dc peync, de gemcnc woltc es ,'otantworde. DaCI! 
woltc cyn ratt keincs weges vorwillige, leber Iyten wars got ,-ber Cse vorhengen wolIte, we Cser 
Cse auch Csnubcn vnd pucJaen teden. ' Ein Uatt leCs deme bottcll by syncm hogesten vorbiten, 
Csich nicIat OD ihme ZII vorgriffen. 1)" 
Abel' fse ware Cselbest hcnckcrlmechte. Brinck mit synem spcfse stundt vor dem 
pyntorne dcr blotdurstige auffrurischc bube vnd leCsen dcn gutcn T a B t i u m in den pyntorne 
Bleffen, den henkcr holen vnd da martern '"nd so erbarmIich pcynigen, dafl! er mustc sagen 
al, wafs Be begertcn vIHI hoben woltcn. Dafs durde [dauerte J bifs middernachtt, Mydler wyle 
mostc cyn Uadt gcffangen auff dem RathauCse fsilzen, wart Keyner abegclaCsen. Do fse ihne 
nu halb dott gemertert hette, slcfften se ilnae widcr hin in dc gefeneknifse, qncmen vor den 
rat, pucbcden, wars rsc nu 1'01' stattIiche aurssagc vnd bekcnteuirs widcr dc cxulcs, den lanttvogU 
vnd doctor welling, helten, de dcnne stich wol haltcn solten.' Icb mene, war der I)fOCCCS gut, 
BO auch de bekcnteniCsc, da Csich der (enbel vorfsege moehte. Summa fse wolten wider frefsen 
vnd rouwe, gcben anlltantt biCs auff den negesten tagk, abcr der her Lantvogtt vnd doctor 
wellingk BoItcn in hafft blibcn, fsc wolten se bym rade wifsen, auch selbst Custodic vorordnen. 
IIirauff woltc Csich ein Radt bcreden, abel' der doctor greff dem rade vor vud sagte: 
acb Icbcn hcre, wafs \\OlIcn fsich de here mer abmcrgelen, de heren Csen, daCs de sache so 
geBchaffen, ich muC", hy hlibcn, de hem ghcn zn haufse, ich mufs mich mynem got beffclen in 
myner vnschultt, den ieb zum hogsten zellgcn bcbalte In myne gewiCsen, AIso blcben de beydcn 
here banen ,-nd ein radt gingk abe bctrubtt. In dren tagen kam kcn brot in me,}'Ilen Leib, Ich 
vii auch in amacht [Olmrnachl J ,-ud in Krankheitt, so Csach ich aucla nicM, worzu ieb da pro 
forma sitzcn solte, weyleu dc auffrurer peynigen vnd slacllten wolten ihres gcff811cns, :BIci b 
"uch zu haufsc in Icibs 8w8chheitt vnd wernott, 
Darnach woIten rsc wcitcr procedcrn mit doctor weHinck vn(1 dcme hcren Lllntffagdc .. 


ł
>>>
147 - 


auff de abegemartelde bekenteniCse dei heren 'I' as tij. Do Jds ein rat ihnen antworden, rsc 
wusten den gcffurten proceCs nieht zu vorantworden, so fsege auch ein rat nicht, daCs se mcchtig 
weren, ffcrner darauff mit dcn pers{)nen zu procederenn. Do fforen Csc vortt mit doctor w c 1- 
lingk nacll dcm piutorm vnd wolden, we mit Tastio geschen, mit ihmc vorffaren, ihne 
martelcn vud l)eiuigen. [Da] der IIer doctor saeh, daCs fsc mitt tyranschcr gcwalt faren worden, 
wolte er I
bcr de 
Iartcr voa"mydcn vud den dott welen, ja Csich vorlaCscn auff gifsen vnd 
brinkcn illrc schelmsche vorrcterliehc Zusagc, wan er men auCsgesagt vnd bckentt, so wolten 
Cse ihme daCI!! leben schcnke, Darauff Csagte er, wc rsc es habcn wolten, do war er daCs maI 
d r Martcr enthoben. 
\Vc er aber vor ein rat kam \'ml dc auffrUl.er dcn vorzufftCl1 rat zwunge, daCs gericlate 
zu hegen zu ffolgc dirscm l)rocesse, mit lmchen, dafs sc illJ)e sonsten dc KOl)()C entzwey slogen 
wolten, wo fse nieht ntcll auff dc "or Csieh habenden bekcnteniCsc 81łrechen wolten, hettcn Buch 
da de lantburen, de Fiekc all holcn lafscn hctte, de ilanen (lc helCse alł!ipreclaen soltenn, 
velichte Etzliehcn mer, wer es so gangen, Do dachte der fscl
ge doctor, daCs er sync fscle 
bcswcrtt hedde, daCs er Csich vlIsehuldig wuste vnd MChuldig bckannt, au ch lIudere in vnschult 
besaclatt, alfs hat er de bcJ{entenirse rcuocertt vnd aueJa protcsterctt, dars aUc rsille kumpstigen 
bekentenirsc nicIat anderfs, dali vor niehtige, lauter abcgepeJnigte vnd gemertclde bckenteniCse 
,,'oltc geaehtct vnd gchaUen habcn, 
Do ginge cs mit ihmc wider nacll dem l)yuthornc, do wolte cr Csich nicht martern 
JaCscn, "ił nyder, bałt vmb Icbcnrs gnadc vnd gestundt aIlcr vorige aurssage, noch hoffende, se 
worden ihnc auff illre trcuwe gesworne (doch vorlogene, schclmschc) zuCsagcn bcym leben 
gcffristctt haben, aber begerten ta 8 t i u m auch vorzustcUen, daCs er auff frycn ffuCsen Csyne 
offeuttliche bckeuteniCse gcdanhcr peiuliehen auCsage wider repeitcrn vnd gestcndigk fsin solte. 
Er wort gcratcn vhon fsyne Freuudcnn, er solte rcuoccreu, darli wolte er uiclat thun in 
bctracIatunge, daCs er auft' de madcr nicht rsin woltc widcnmb, Csundcrn lebcr sterbcn vnd 
Csiner vnsehult bekenteniCse schrifftlieh nacll syncm dode hinder fsich JaCsen, Darauff trungen 
nu aUc auffrurcsche bubcn, dene Csich Nemant wydersetzen dorfftc, in ein Radt, auff dc bcken- 
tcniCse rse zu vorvrtclen, we der schclmescJae 'vorreder vnd blotmordcr der gifse mitt CSJncm 
rector vud Ficken daCs vrtcll auffgersucllt, alCs werc cin proccCs naeh rechtes Form geffortt, 
alfll mostc es ein rat confirmercn. Ehr vlld beffor aber cin radt dnes vrtel ffellcte, schickcde 
ein rat zu mir dcn hern Secretaricn "nd her nndreafs Kujen, myne stimme abzuffordere, 
mit dCllcn quam aueh giCse, mync stimmc zu horen, Den dede ich in myner swachheidt abewyCsen. 
Er woltc abcr nielat wichcu, er wolde dabey scyn ,-ud mync stirume snhorcn, daCs wer Buch 
des rades willc, daCs gcstulldell de alldcrcn, Do ich dafs horte, habe ich myne stimme in gottes 
Name abegclc cJat m." volgcllder antworłt, welche ich Buch schrifftlich cynem rade thogestalt, in 
hoffnunge, se worden mir sIle byffaU gegeben vnd gcffolgct haben. 
Lautett aber myne stimmc slfso: 
Weylen doctor wcllillgk bcsehuldiget, daCII cr egeo Nutzes halber durcli Ileymliche 
practikcn de S. Jacubs Kirche 'van der stat gebrachtt, AnffencklicJa aber nieht gestandcn: "'C 


.......
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-.-/ 


. 


148 - 


J 


ihne aber de gernene mit dcr tortur hat geschreckt "nd gcengestett anzugriffen, 801 er solches 
zugestandcn laaben, war zu Cscyno. ' · I n 
We er aber vor gcriclate gestellctt vnd besclmldigett,- sol er der bekautcnifsc wider 
enttflallen syn vnd aufsgesagct [haben ], cr hette es aurs sehreeken der peinc gcl'lan \'Ild wolte 
leber den dot, den vii marter leyten mit pinige, er habe abel' dakegen l)rotesterU, WoCerne er 
wy ter soltc gepeiniget wcrden, dafs cr noc" licber den dott, alCsc dureh pyne grorse marter 
Jeyden wolle v
ade cben daCs fforige, auch weiter de warheit sBgcn wolte, \\'aCs fse von ihme 
horen woli en. Mit lIyncm dodc vnd blote woItc erfs bestedigen, dafs er vnschuldig, man 801t-e 
es auch nach syncm dodc beCfindt:, dafs er vnschuldig gcstorben. 
Nu horc ich, sol cr andermalig mWder tortur geschreckett, mcn auch vorhabens gcwest 
Csin, ihnc damitt anzugriffen, da er wider zugestanden 101 haben au ch ,"orm rade, 
Nu ist de Frage, 801 cr vortrtelt wcr
cn zum tode. Iłykegen myn bedenken. Syn- 
temalc ich nemais gcwilłiget, ihnc zu l)eynigen, weylcn es de rcchte nieM zu lafsen, d().ctorefs 
zu pinige. 
Zum anderen, daCs deCse hendcl lIuCsem TumuIte her flefsen, auch noch mit tumultu 
getreben werdcll, vnd vnfs von ihre Mayestctt vorbottcn, nicIat weytcr damit zu boren *): dir- 
halber diCaer proccf. zllm prciudicium, muCs ihre KonicbIichcn Mayestctt, dc obne dafs [olme- 
hin] grunt diefser sachen wyrsen, vormeldet werdcn. 
Zum dritten, daCs wir In diCsen hochwichtigen sachen keyncn Sindicum haben vnd dcr 
ratt swach ist vnd "ii pcrsonen. dcs rades dene blota halbcr vorwant, dc dc beschuldigunge mitt 
berurtt ..), de mit gutem gcwiCsen in dcl' Ilaehe nicMt fsitzcn koenen, auch weynicb rats 
personen, mcren dei entffoldigc Lejen, we ich fselber, vbrich zu richtell blibcn ***). 
Zum viertcn, dafs ich bedencke den hochgefferIichcn sclladen, so aus dirsem Handel 
erffolgen wirtt, nachdcm daran kei n zweybel [Zweifcl], weylen mitt ihre KonichIichen Mayestett 
wegcn dcs Tumstifftea, bisehofflichen boffes, woriunc eync Fllrstliche Jnrisdiction gewcCscn, vnd 
wegcn allcr geistlichen guter, Klostcr vnd heuCscr, portcn sluerscll, vnd we. [wic] daCs Namen 
habcn magk, [bcrcits] aufł' gewifsen _ bcschett abegchandclt worden; Uzo aber durch difse hendcll 
solchcs widen'mb wirt stridig gemacbt werden, Es werden iłlrc l\lajestctt numcr Csen, waCs 
men hette thun woJlcn oder SOIlClI, nach "iler bcdunken, wan ihrc Mayestet vnfs nicht hctte 
aIle Kirchcn vnd geistliche gutcr
unnen [gounen] wolIen, wir hetten nun rccbt dazu od er nicIat, 
80 "etten wir Imeehen [poehcn] und trotzen sollcn vnd mit deme Koninge Krigc fueren, W orvber 
\'8n jhe [von jchcr], nicht aUcine zu dirser Zeitt nach gedancr Eideslestunge, gefferliehcit zu 
vormeyden, [wiire] vnzcitich zu disputiren, 80ndcrn wer [ware] aueh v o r gethaner Edtslestunge 
bedencklich gcweftten, Csich in sodaner gcffar, ill eyncn offenen Krieg kegen ein gaurs Konineb- 


d 
.) B (I rt
n, Buch u P b o l' c n, cmpfangen, dnnehmell, anfnchmcn, Die' SteJle bicCII«I dcmnRch: "Zum 
andern. weil . . . . . un!i "on I. Maj. befohleo, diellcn lIandei niellt weiter D li fz li n e L m c n." D i r- 
h D I b er, dcswcgen. 
..) und weil "iele Personen dCl Bathll Blutl"el'wandte derjenigen lIind, welche die Belchuldigungen beriihl'en, 
...) aU.,)1 wenige Rathspel'lIonen, mehl'enthcib einfiUige Laieu, wie ich lelber , zu richtell iibl'ig bleibeu,
>>>
- 149 - 


... 


rcich einzularsen, Es were auch domalI! ratsam vnd notig gcweCsen, myncfs erachtcnCs, rHich 
dcfshalbcr crst mit andcrcn potentaten, stcden vnd vnincrstcte'l wol zu bcraden. 
Wie vii bcdencklic1ler ist es nu n a c h gcdaner Eidtslestunge, Csich mit diCsen hendelen 
wider in geffar zu sturtzen, de doch schir dc stadt .curserste geffar vnd vngełiick aurs zu 
bellorgeu [hat], .q 
Slcyfse derhftlber *) by mynen Eidcn, Cselenheil vud fselichcil\t, dafs ich niebt ratsam 
crachte, so SiC1111ich auff der gemcue andł'ingent hirinnc zu vorffaren, sonder vii lcber dc 
bcschnldiglcn pea'sonen nocla wars [etwas] in gewirser vorhafftungc bliben zu laCscn, insonderhcit 
weylen des T a s ti i sachen bercts bey ihrc .l\IaJ'cstett anhengigk, byfs dafs men es der hohcn 
vbrichcit [Obrigkeit} ,'ormelde, fsieh hyrinnc weiter von hochvorstcndigen leuten belernen 
laCse etc. 
Wyl mm cin Jł-adt myner meinung folgen , so bin ich zu Ityden \\iIIig, wafs gott 
ber 
mich vorhengeU, vnd wyl nicIat weyehen, dc sache auff zu sclieben, biCs menCs ihrc Mayestett 
vormeldc \"Ild noch biCI! Buff weytcre belcrnunge nicht so sleunich procedere, 
Da aber ein Rat solte gczwunge wcrden, ein eJ lens vrtel zu vcllen vber ihre bckantenirse, 
muegen de rechtsgclardcn, so diCse processe angeffangen vnd ,'orantworden koencn, lafsen 
.uCs den recłaten de straffc auffslagen vnd sprechen, waCs reeht sey, vnd bchaUc Csich aber cin 
rat vor, de straffc dcs scbcrffen rechten zu łinderen, so vii fse des von rechtes wcgen mcchtich, 
vnd dirser gclcgenhcit nacb, we i ch dauon auch myne IUenUlag in en raU g
schiekett habe 
8chrifftlich. 
Protestere auch kcgen de gemcne, wofernc wegen der auffgezwungene eyl vnd vrtelunge 
Eynem Erb, rade hydureh cnieh [einiger] Exees konte von ihrc Mayestett in vDgnaden auff- 
gCDhcme vnd fse dadurch mit der guteD stadt solten in hogestc geffar komen, da fil men biron 
protelltcrc, daCs man solchen sehadcn by ibme suecben wolle, DiCse meyne stimme pytte ich by 
dem protoeollo zu vorwarenn cte, 
mCse meyne stimmc vnd Mening babe ich in dem bcdruck vnd in der eyll vorfast VIId 
in den rat gescJaicktt, ist auch gelcCsen, Zwar ich hettc woli gehoffett, ein ratt soItc daby 
sebleben sin, weylen es aber nieht gcschcn vml fse habcn mneCsen daCs vrtell ffellen, fse hiD- 
zuslachten got gcklagt, 80 fsin de buben damitt, [ ais] es dcn andcrn tagk frue gedagett, zu 
mir louffen komen, [babcn] vormeldet, ber OUe wcr nach synem hoffc gczogeD, ich soltę 
bestellen, dafs de cxecution gcschen moehte. 
Zwar ich dede vorbott **) vnd vorde noch cinem rade zu gemote, ,nfs der statt hirauCs 
erft'olgen wolde, auff 801che proeesse de Icute wegkzusloclatcn, vorde e1:cmpcl in, we in anderen 
stcten de auffrur
r, vnd richter mitt, solche hingeworgte person c wyder mit ihren Itenden auCs 
der erde graben lDusscn vnd mitt strickclI vmb ihre eigDc I1else dc Zł! grabc erlieh beateden 
muCsen, ane de autores, dc fsmelich wider gericJat [,von\en]. Derhalber ich Csege, daCs eill ratt 
daCs vrtel auCs zwauge vnd schrccken gcffeUt, 80 8telde ich mieJa by Cse in vnd bat, se liolten 


.) Ich ICblierlle daher. 
..) vorbot don, eine ZUlammenkunft veranltalten, 


...' 


.......
>>>
-150- 


dars vrtell casseren vnd widcrruffcn, dars men es nicht vorantwordell konte, ich wolte mit 
ihnen ebentcure vnd leitcn nil, wes gott vber vnrs vorhcngcn wolte, 
Dan icb tede mynes dei!! wid er ntel vnd execution zum bundigsten prote8teren. Summa 
ell halff nichU, ich konde niehts bcsehaffen; doeh braehtc e8 der Secretary Ih II i d II i I c h e n 
110 weit, daCs, wo Tastius vor synem dodo den doctor entsclmldigen woUe, solt
 der doctor 
dars lebell bchalten, 
Ficke, der gab Csinc stimmc, da wer ihr bekentenirse, darnaeh solte men se rychten, 
da hette er lange nach getrachtet. 
We ich nun sach, daCs icll nicht8 bescllaffcn muechte, durch kein miUeIl rse zu erffryen, 
lIende ich [zu) miehcl schulten vnd anderen ihren swegern, bodt vII(I 8agte ihnc mit wemo- 
tigcn hertze, weifs gott, daCs ich se nu nieht zu reUen wuste, sondcr darl! woUe ich mich 
erbotten haben, ich hcttc dre l)ffcrde nuff myner stroy [Strcu), de woUe ich saUelcn larsen 
vnd fselblit mich in de rusting auff e.ln gorcrcn [1] flietze, wo rse mir konte auCs alle Jcr 
gcffangene grofl!icn Freuntschafft nur verbig pcrsolle auffbrillge, dc hertze ha ben woUe vnd miU 
mir zusetze, ich wolte daCs lebcn daran rsctze vnd Csc re Ue aufs der, bubcn gc\Valt mit gots 
bilffe, od er ich wolte da so manck fcuren, men solte myner gcdenken, al blcbc ich torlt *), 
DiCs bab en rse auch nicht wage wolle, Csc sagten, fI!!e kontcn nicbt zwelff persone auffbringen, 
de ,-or linderinge dcs vrtcls cauere woltcn, so kalt war dafs gebluete in dcr Nott vnder 
F r e u n d e n, WaCs konte ich mer tlmn, ieb habc daCs Myne gctJaan, ich habe Csc nicht redden 
koelIen, Got sy vnfs gnedig, Cse sin im ewigen lcbe. 
Wc Tastius hingericht warU vncl dcn doctor entschuldigede, do warU der doctor 
von den schelmen giCse ,nd brinken fsclbst widcr lof8 gegcben, aucla zu haufs gcbracllt, aber 
we Ficke dars voruham, jog [jagtc) er balde syne KornotclI....) aur li , de macheden eync 
Larme, daCs rse iłme baldc moste wider in dc gcffellcknifse foren "ud moste in negeaten tagen 
denfselben ganek gllan, worU hingcricht, wie T as ti u s, 
We ich IłU sach, dafs soleh auffrur rsich mercdc vnd rsc minschenblott gcsmeckt, zogk 
ich aurs dcr 8tatt, auch dcr her borgcmestcr Otto von Meppcn vnd der her vogt lacr Euert 


.., 


.) lollte ich alich umJcommen, 
..) Kornoten, die Kameraden ciocllchlccbten, zugellolcn MenIchen, die lich in ihren SIJiel- uud 
Zcchgelellschuften zusammen (inden. Dal Wort .tammt aus den Zeiten de. Vehmgerichts, und heifst 
loviel all: Riirgenolllen (Wahlgenos.en) de. Vchmgericht&, von KOI'en wiihlen, Haltau. 
erkliirt cs durch: lecti parcI ad judicium Scabini. Wahrscheinlicb erhielt diesel Wort deswegen eine 
gehiis.ige Bedeutuug, weil die Faemnoten und Kornoten, odcr dic Richter des Vehmgcrichts, 
.icl. nicht unverdientcr Weise den alIgemeinen IIaCs zugezogen hatten. - Daf. sich ihr Einllufs aQch 
in Livlandzcigte, davoa findet man Spuren in dcn rigischen Kiimmereirechnungen bei den 
Jahrcn U68-U70, wo ein gcwis8er Hanse Spcgcl (Ilon. Spiegcl) vom Rathe in cincr Uechtsąll_ 
geJegenhcit wider Hani Burmann an das Vchmgericht ge8andt wurde. Von welcher ,ht diesa 
gewes en sei, sagt die kurz hingeworfene Nachricht nieM; daCs dieser Fali aber von einiger Wichtigkeit 
gewesen sein mli8se, geht schon darauI henor, daCII seJbst der Erzbi.chof das Gesuch der Stadt bei 
jenem Gericbt durcI. leine Briefe unterstutztc, S. H u p eh n. N'ord, Mill('. St, X. u, XI. S. 413. 


,
>>>
.. 


-151- 


HuCsman, vnd leCtlen Ficken dars regimente, da er langenach geringett, er hette gerncCsich 
vnd andere in ,'nCscre stelle gefsetzet, aber er konte nicht ,'ortkomen, fse vornheme auch 
balde, dafs de Konichliche MHjestctt deme spile nicJat langc zufscn wordc, sonder ein insent 
thun -), derhalbcr schiekedcn Cse an dcn hertzog van Curlandt, der soltc Fride in dcr 8tadt 
stifftcn, De ,'uclernam flJich solehcs, vorsehreb mich vnd hcr otte vnd hcr Eucrt I1auCsman 
dcn vaget, md modede vufs an, mit in de stat zu zhein, er woldc Csich bef1ytigen, Fride zu 
stifften, Wir sachten, iu der staU Fridc zu stifften, wer wol das geringeste, abcr dc Ko- 
nicbliche majestett zu versonen, woldc aueh das Swerstc nicht. Ihrc Furstliche gnade mendcn, 
men wolcłe dazll auch middcl 8chaffen. Wir begirden. er \Volde vnfs vorsichcrn, gcsunt wider 
aufszulebercn [au8zuliefern], wan de sache nicJat fruchtbar abeginge. - 
Do sehickedc er de syuigen vor in, leCs CsicJa eauere, dafs wir nicht solte geffertt 
[gefiihrdct] \Vcrde. Wir zogen mitt, mach eden in dc dritte woche eine gcflickde Fridc, dan 
de cxules bleben dar aufsen, den mcn woltc nicht ihne zeugniCs ihrer \'Ilschult geben, sonder 
Csc men hillinlocken, auch hinzuslaehtel;. DaCs vorstu!lden Cse beCser vnd wolten nieJat hinin, - 
we es ihne alich nicht geraden war, Do kam es darauff .6n, men solte mit des Hcrtzogen gesantcn 
an Harc l\lajestett schicken, dc schelmstuckc (daCs mostcu excesse hcirscn) al}zubyUcn, vorhin 
woltc men es vorantwonlcnn. Ihrc Majestett nam abcr dc IJytte nicht an, sunder efs wort dcCa 
Hertzogen gcsautcn vnd dcr stat by den [bodcn J eiu vngnedich scherff beschcdt gegeben. beuor abe, 
wylen de KOIlichliche Majestett ihren inlJtigatoreun vor abzogc dcfs hcrtzoge zu rige an de statt 
geschiekett mit dcn bydcllla KonicIllichen dcerctcn, darin gifsc ,'nd brinck beyde -ran Icben, 
gut vnd Ehren, auch illrc Nacllkome vau Ehren - vorvrtelt worden, vnd Harc l\Iayestett manderden 
zu excquere, weylen solclaes nicM geschen vnd daCs vnsclauldige blot nicht gerocJaen an den 
[un-] schuldigcn vorvrteltcn I)ersone, daCs men Csich dc Vladcrstunt zu vorbyttcnn, vorbytterde ihre 
l\1ayestett zum hogestcn, vndc liCs dcr Konich solchen ernst fsen, gelt vud Krigefslcute ius Lant 
komen, ein blockhaufs auff de dune slan \'Ild lers Csich an, alse wolten ill re l\layestctt solchcn 
auffror vml MottwiIlcu mit groCsem yffer [EiCcr] straffe. Do G i Cs e dRfs ,'ormerkede, nam er 
daCs refugium nach Sweden, bot da dem koninge de statt an, abcr der koningk van swede nam 
es so plotzlich uicht ano 
Mydler wylc, chr [ehc] der schclm wider kuam, so siarb konich Stcphanus. 
Do warU in Koniuk Stcphanus stclle der junge prinfs aurs Swedcn zum Koningc erweJt Had 
gekrontt, de citerdc do dc staU 8uff den reichstagk, dafs fsc solde prescribert werde eben 
darvmb, dars gifse dem Koning zu sw cd en dc statt augebotte hctte, fsunsten hette gifsc Vlad 
brinck alzeitt ihrer straffe eine ,'orzugk [Verzug], dafs fse wolten fsieh vorautworde auff 
dcm reichstage, aber do es dazu kam, woltc noch gifse oder brinck nicht cyn schchn dahin **), 
vnd kostede der stat grofs gelt, daCs de zeit [damals ] de stadt auff dem reiclastuge nicht gar 
in dc acht gcdan wortt. GoU abcr fsy Danek, dafs vilcn erlicben burgern de ogen de zeit ***) 


0) Ein Einlehn tbun. 
00) aber da e8 dazu kam, wolUt! weder Gie8e Docb Brinken, nieM Einer dieler Sebelme, da"'in. 
0.0) de zeit, mit dem Aeeent auf de, damaiI, 


.......
>>>
-162- 


'\ 


geoft'ent worden, daCI Cse zum rade in den gchorsam treden vnd Csiela wider dc scJaelmen 
aufftcchtell, mytt vnCs Knechte annemcn, daCs wir es stcnde beIten *) cyn hałbes Jar, biCs wir 
dc Konicblichcn Conmissarien 10Cs krcgcn auff demc reichstagc, We Csc aber raC8eden vnd 
dalledcn [tobeten], de Conmissarien auCa der statt zn haltcn, oder jhe ihncu nieht l\1acht zu 
ge
tatcn zu exequerenn, jc negcr dc zeit quam, ju mcr Csc wotedc **), den solchcs hot mcnnich 
1\lan geCsen vndc crlcbett, bifs wir aueh mostcn zu mittclcn gcdcnkcn, den hercn obcrsten 
prcCscdcntcn jur g c n F a r c n C s b a c h an de halit zu bringe,. VJad miU syncr lIulłfe VIII} Jegen- 
warde rnekcdc wir mit der ar.kcly Vlad gcwcr auffs marckett Anno 80 dell 10, JUllij ,'nd ermanden 
allc gchorsame burgcr, Csich mit ihrcr gcwcr auffs marekct inzustellell, daCs f!jC dallla aueh deden, 
ob wol dc auffrurcschcn bube ncben alldre vngehorsame, de by ilmen stunden, CISich auch 
rottedcn mitt wer vnd waffcn, zwunge wir Csc dallnoch, daCs Clie mostcn anlohcn vnd swercn, 
Csich allcr regimente zu cuCsercn vnd ohne aUe vorwcygering vor dc Conmissaricn inzustcllen, 
we dan allc burgcr auch anłobcn mustcn by ihren Eidcn fse inzustelIen. Darauff hege wyr 
got lob de hercn Conmissaricn iu dc stadU. We abcr ibre erste proposition gcschach, etclten 
Csieh dc buben auffm rathauCse mitt vor, gifse vnd brinek, in lUcinin1:ł' se woltenf.,' machen, 
we ihre gewonheit zuuor war, abe \-nd zu łouffen auff de gildestauen, ra
sl8ge mit dcm Hnuffen; 
abcr se worden bcy dell Koffen [Kopfcn] genhomcn, in hafft md mitt Custodien beCsatzctt, byCI 
de bere COllmissarien Cse leCscn anklagcn vnd ilane ilare boCsheidt, miCshandlillg, Tirany vndc 
vorrctcry vorlegge, darnach dc Koff wcgk zu slage, welcbcs den schelme vnd vorrctern vii zu 
gncdige straffe war. ..Ii 
Ił Licber gott, wafs habe ich auCsgcstanden in dem ffunffjerigcn Tumulte. lIcHe de buben 

cne [keinen] widcrstaudt gchabtt, daCI wir ins cndc vnCs nicht mitt wcr vnd waffen [UIId] 
Krigs-Knccbten betten daCs letzte halbe Jar auffe entlaalten md gesebutzeH, Cse woltcnrs mitt 
vnCser cin dei gcmaclat baben, wc mit doctor wclling vnd Tastio; abcr gott hats gewertt. 
Vndanck ist der welt Lon, daCs habc ich crlebt sehon, aber de ffar vnd moye [Miihc] 
woltc ich nicbt mcr auCsstcn vmb al myn guU, ich geloube nielat, daCs ich ';yner gcschick- 
lichcit vii bymcrse. hcUc ich dalIIloch vnd beuorabe dcr her Sindicus Etzłichc truwe persone 
im rade vnd dan der Eltcrmann Pcter Rafsc vnd andcrc vornhcme Erliche burger es nicht 
gcdan, dc fsicJa mitt leibe vnd gutc den schelmcn wydcrsatzctt, Csc hcHens dahill gcbracbt, dafs 
de gantze stadt were prcscribertt, da al ihr diclatcn vnd trach tent na stundU, .,olte au ch de stat 
darvbcr zu grundc gange ClIin. Wer cs in ihrer wacht gestandcn, fsc Ileltcns auff walle vftd 
Murcrr laCsen ankowen, got abcr Csy gelobett, all haU cs dcr statt vii gekost ***), daCs dannoch 
got daCs cnde ohne mer blutsturtzungc abgewandtt, da sich Mennig vbcr vorwunderen mach, 
auch daran spiglcn vnd got bittcn, daCs ClIoich Cill gruwcl jo in kciner litadtt crlebett oder 
geCsen werdc. ,I1err, tIu BYlt dauor gelobctt in Ewicheidt. 
Wc nlł de bercn Conmissarien de Conmission gecm1igctt, de itaU widcr zu ruwc 


.) daes wir elltehend hielten. 
..) Je lliiher die Zeit kam, delto melll' wiitheten ..ie, 
...) obgleicb e. der Stadt "iel gekoltet.
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ł- 


........ 


-157- 


1 


geCsatllett, we de buben gestrafl'eU vnd vorloufl'en, baben de Here ConmiElsarien eynen eWlge 
Fride. - Ccmtract zwischen radtt vnd gemene auffgerichtt, so lange der gchaUen wirU mitt gottes 
Imlffc, kan de stadt vor innerliehen auffrur wol in gllten Friden stehn vnd geregertt wcrden. 
Ich geloube, dcr Tumult vnd auffrur md abschaflimge des blockhaufses habe der staU neger 
dre, ais zwei tUlme goldes gckosteU, 
O Ficke van boCscr gifft vnd arU, 
du bast keinen Fleifs vnd moy gespart 
myt dem rcctor, dinem besten Kunpan, 
dc dedc im auffrur ffeste by dir stllJl; 
myt M a r t e n g if s e n Vlad fsyne gerscllcn, 
HanCs thom b:rinke konte mitt hervmb drelle, 
Hopman, dCI)cnbrock gude KlIntschop anstellcn, 
Sengifsen kont fcchten, ruckedc int FelU, 
Fryborch vor dem blockJaufse sloch \'[1 sin telt, 
volkener dc 'forde de schiltwachtt int Felt, 
,durch dufse bouen vnd mer hcfft de 8tat grofscn schaden gcnhomcn, 
dc vorreder babens keinClI Fromcn. 
Anno 1579 den 23tcn april, wc myn gotCscliger vądir vorhin, auch nu de Icbc gotfsclige 
Mutter beyde in goU dcn hcren fseligk entslaffen vnde myne broder vnd 8wester Etwefs widrich 
in der erbtcJ"lungc gewefse, haben rse an mich geschrcben, dars ich mich des weges nicht 
beswere wolte, 80nderlich wcylcn ich, ais der nichts entffangen, aueh wcgen mynes Brodern 
herm en de meiste intrcsse an dem NachlaCs hette, ałfse bin ich in oben gcschrebe Dato zu 
ihne komen vnd mich Cse zu vorgelicJaen vnderstandcn, beuor abc weylen in sonderhcidt de 
liwestern vast In dcr mitgabe hetten empffangcn, dafs de andcre bruedcr ihnen inzubringen 
anrechen' wolte vnd dcfshalber vilc zankcfs geweCsen, dan Etzliehe an dem ihrige fsich vngcrnc 
wolten abzbein lafscn, we ich abcr den rcchtcn kalkulum gcmachtt vnd bcffnnden, dafs, wan eCs 
so heUe geschen fsollcn, es ihne nicht gar vii hettc Nntzen koencn, ..sonder "ilc mer mir, vnd 
dem brodcr herme hette zu Nutze am Meistell komen koenen, ałfs habc ichs ihnt alfs ein 
8chcd8ficbtcr aurs den henden in ci nt Compromifs genohme vud fso vorapschcdct, der waCs 
wegk lactte, 80ltc es bchalten, zu Keincm inbringe vorplichU sin. Difs ist ihne cyn dei fromdt 
gcwefse, daCs ich mich zum schadcn so vorapschcdett, abcr weylen ich so brucdcrlich mich 
bezeiget, haben Cse es erkant, mich hochlich gedankett nad fsin alfso woH zufriden aufs dcm 
Zanke komen, Habe fs" daby ermanct, fse wonde by einandcr, rsc solten auch fso vnder ein- 
ander hinfferner )cben, gott 
ebe ihne Frcde. Wafs nun vbrich war, dafs delden wir an bart 
gelde, Etzlichc altc rynsche guldcn md rente - bricffc; dafs Mynige al da gelaCsen by ihne, in 
lif8ant royne dage genen hcHcr dauon brachU. 
Anno 90 bin ich abermal ghcn warsoUW in der legation auff den reichstag vorordenett, 
gott weifs we bcswerlicla mir diCse reifsc war, dan so vii wochen mostc mcn da auffwartendc 
stcn vhon Morgen biCs an den abc"t, dafs ich auch yn einc ganCs todtliche Kranckheidt ffyU, 
daCs ich mir auch fsclbst genes [kciocs] lebcnds zngetruwede. Darnach moste ich noch eyne 
Mon, Liv. ant. II, 26 


...
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- 168 


reifse In .tats-sachen auft' danshe [Danzig] ncmen, Zu Tormydung abcr der groCscn vnkosten 
zoch ich mit eynem bote dc w y C s e ł [W eichsel] henvnder mit eyne Dencr vnd Jungen vnd lef. 
mync gcfselscJaafft, auft' Konigksbcrgk myncr zu warten, voranzcilm. Gott larse mich jhe nicht 
wider auff rcichstage komcn. I '.. 
Auch mosten der hel' Sindicus vnd ich in difser reyCse auff Zamoytzschke an den 
Hern groCli Canzeler reyCsen der stat zum besten, wolte gott, men hetta wafs guttes schaffenn i 
muegcn. 
Anno laOO dcn 2aten May wartt ich Icyder vnwert zum burgga'affen von der KOllicłllichen 
Mayestett vorordentt, gott weiCs, we moycfselig vnd lanck mir difs Jar vndcr dem amptc 
geworden ist, gott laCsc de sorgffolticheidt keynen belcben, aucla mich nicM wider dazu komen, 
Alino 91 bin ich auch bcy de moyfselige weyCse-ordcllillgc mit dcm lIcren Tamme 
Herkes gekoren: geloub, daCs kein moyCseligcr ampt by der statt scy, jedoch woltc gott, dafs 
ich men waCs guts den weyCsen zu gute bcschaffen konte, es soltc nicht an mynem gutcn willen 
vnd Flcirsc mangelen. Anno 1600 bin ich dauon ins exilium gedrungcn, daCs beklagen nu vii 
weyrsen vnd wy twe. 
Ich laabc es auch jhc hiłffen dahin tre;bell, daCs men numer eynen Anffanck gemachett 
hatt, daCs de statt Csiela mit der Zeyt konne eynen vorradt van Korne Csamlen. Woltc gott
 de 
ordcninge men blebe vnd daCs allc zeyte daCs Korne in guder auffsicht bęwaret vnd gebalten word e, 
Ich hoffc noch so lange zu leben, daCs der stad t Cantzelcy noch auch in eyne beCsere 
ordeningc sal gebracht wcrdcn, daa:u ich dan groCse hoffnunge habe zu dem Ileren borgermcstcr 
E i c h e n nebenst dem here Sindico, de' ihren }'leiCs an de ordening strecken werdenn. ( Gott 
Lob, daCs se vcrdieh ist vnd angcricbtett, wol gcmcynet vbel geraden, wcylen se myCsbrauchct 
ist, eyne dcn andcrn zu vortylgen) "'). - 
Anno 94 bin ich zum andcrn male bey daCs moyeCseIige Burggrebliche ampt van ihre 
Mayestct vorordenet. Gott der Hcre behoete mich je vor dc gcffcrlicheitt, 80 ich leydcr vormals 
daby crlebt habe. . 
Anno 08 bin icbs zum dritten Mali gcweCl!enn. _ 
Anno 03 da habe ich dem hoge8tcn godt zu Ehrcn angcffangen, Im SunCselschen in 
meynen guderen eync Kirche, wor vor altcrCs a
ff dem annen berge de altc Capelle gestande, 
da de armcn leute ihre begrebnif8e gehabtt, 8uch auff Sand Annt elzeyt daCs Jarmarcktt 
gewcCsen, keigcn meyncm hoffe vber zu bauwen, auch gott Lob vollendett vnd vorCsen [ver- 
selaen] mitt zwy schonc nye Klocke, de ich Csclbst gcCscn laCscn, eync von 1
, de andcre van 
ł Sclaiffpunt 1 LieCspunt, kostell mit beslogc eyn erlichcs, darnach mit Kelcben, Kirchell-Zyrde . 
vnd allen ornamente nottrofftich [nothdiirftig] vorCsen, we gott Lob vor .ugen, hoffe 8uch 
eynen predigcr den armen Lcutcn zum bcsten zu bcstellen. Oben [auf] dem 'forne im koffern 
Knoffe [kUl)Cernen KnopCe] ffindct JUen eync bleckenc buxCsc, darinne id eynlj Zettel van per- 
gamen te, darinnc stett geschreben auff weIchc Zeyt ich vnd der ber slodicus**), den ich mit in- 


.) Die eingescbloslene Stelle ilt von dem Verfaller Il'ii.ter Iainzugeletzt. 
..) Da.id Hilchen. 


II 


im d 
,II 


.' . 


......
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l, 


- 100 - 


geCsetzet, weylen .yoe Kinder miterben myoer guter fsin, [diese Kirche gegriindet haben,] ob 
ich gelich mit myne vnkosten de Kirclae aUenc gebauwett. Gott der here erhalte de Kirche lange 
vnd belaoete [sic] vbr allem vngelucke, dafs sc nicIat durch Krich oder andere bobcn mucge 
zerstorlt vnd bcroubt:łt werde, vclicht sol fse nich t \'il weynigcr alCsc ein fi oder "icbcn hundert 
gulden kosten. Gott sey gelobet, dafs fse fferdich ist, 
Anno 1:94 habe ich dem leben gott zu Ehren vnd der Armot zum besten widervmb 
restaurerett in dcr weberstrafsen den im Myst vorffallenen stenlaauffcn, genant ,'ormals 
Bucrm8lafs Elendt, darvbcr nu daCa Jus patronatus mir vnd mynen crben zustett, vormuege 
darvber Ilabellllen Eins Erbare Rats Siegell vnd bricffe. LButh Illeinell Fundationbucks auffge- 
bauwctt auCs dem grunde ein schon wonhaufs, wic eCs dar vor augen stctt. Kost mir vber 
Zlaeintauscnt marck. Es soJ aber den armcn biciben vnd von mir vnd meynen Erbnemcrcn vnd 
Succcssorn vorgestanden werden. JauUa mt:ines Fundationbueches, sampt dencn dazu gemachten 
Renten zu ewigen Zeitcn. 
Auff Radt vnd wolmeynen aber Eins Erbaren HochweiCsen Rats habe ich dafs armcn- 
hauCs, da dc armen wonen soUen, vorlecht an de Rysinge auff ein Rum, so ich gckofJt vam 
Erbaren Uade, welchen Rum ich voa dem Wafser auff vnd aufs gcffullet habe mit pffelclI, 
rosten Had.Maurcn, den gruntt auff gcffcstett vnd daCs armcnhauCs darallff gebauwet in holzwerck, 
vndcn 2 Kuechen, zwe dornfsen mit bykamern .), eync an der gaCsen, de ander na ch der 
rifsinge, de beydcn Kuechcn widden, Ein oben mit "ier kamern vnd zugchorigen boenen ,'nd 
beiloeffen [7] sampt der hofftc vnd dem gange zllr linken fsiden am haufse. We e[9",in Cseynen 
grenzen stett, soli eCs den armcn bleibcn zu ewigen Zeiten. Kost mir wol drci tauselrtt marek 
grundt vnd gcbeuw. Jedocll Csollen mit der Zeit diCsc drey tausentt marck anlage, jedoch oJane 
Rcnte, wider van den guedern vnd Rentcn dcr armen mir odcr mynen F.rben aufsgekert vnd 
bezaltt werden, davon ida abcr dem rade oder der Kemery Jauth wyncr hantschrifft noch sclauldig 


*) Zwe dornCsen mit bykamern - :ł.",ei Stuben mit Ncbenkammcrn. De bitncn - die Biiden 
eincl Hausel. S a ID p t d c r h o ff t e - nebd dem Gehofte, lIofplatz. So kommen dicse AUldriicke 
auch in einerQuittung vor, die Christoffer von Tiesenhaueen, Engclbreehh Sohn, leinem 
Bruder R e i n h o l d 1518 "clel negelten lonauendes na nye Jarelclage" iiber den Verlauf leinel HauI. 
giebt. Sie laułcł: 
..lck , , , . bekcnn" . , . , dat ick recht redlycke.r kope.r . . , mynern broJer RenolJ" vorkofl 
hebbe my" part de.r hu.rel dat wy brodere .remptlicken yn der .rtat Ryga belcgen haJJen . , . . an 
der haft e an kellern vnd kamern Stenhu.rer hue.r vnd dornJ.r" boenen . . . , Jat my na dem 
vtlrden parte to fallen moclłttl vor anderhalue hund"rt m
rck yo .re.r.r" vnd dertich .rchylynge vOr ene 
ywelke marck to recken . . . welke .rumma gelde.r my myn leue broder . . , . lO vuller genoc e . . , 
belalt hefft , , . , vnd dreg'e vp vnd euerlate em vnl.rynem rechlen erue . . . Gegeue ete," 
d, i, Ich. . , bekenne . . . daCs ich recbt redlichen Kaufel , . ' meinem Bruder Reinholcl ver- 
r' 
lauft habe meinen Antheil an dem lIaule. dOI wir Briider limtłich in der Stadt R i g abelegea 
haUen , . , , on Gehoft, an Kellern und Kammern, Steinhiusern. lIaus und Stube; Boden,. . da. 
mir nach ciem vierten Theil zufaUen 
ochte. fiir andertllalb hundert MarJc, je 36 SehiIlinge fur eine 
jede Marł zu rechnen , , . ' ",elche Summe Geldel mir mein lieber Bruder . , . zu voller Geniige . , . 
bezalllt bat . . , . und trage auf uad iiberlasle ihm und leinen rechten Erben . , , , Gegeben etc. 


.......
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- 160 


CIlY zu zalcn Anno ] 600 fsexzein htmdertt marek, de hcr g e r t m a n e k c n etatkemcrer bczaltt. 
Wars dabey zur rcchten eyc1en angebauwet vnder cin dach, alCsc de bci
en Ucnen wonyngen 
vod schcunc mit dcm gangc, blibt zu mynem haufse meyncn E..ben odcr Erboemeren erblichcn, 
ist auch besoruJerfs auCs myncn gudere, gruntt vnd gcbeuw bczaltt, 
(lIicr folgt nun cine Aufziihlung clcssen, was dcr Verfasser zum Bcstcn der Stadt 
und zu wohlthiitigcn Zweekcn gcthan; da jcdoch das Mciste davon SChOII fruher 
,'orkommt, so ist dieses, Wiederholungen zu vermeidcn, bier weggelassen, und nur 
Folgendes davon ausgehobcn wordcn:) 
Wie ich Anno 71 zu rige burgcr wOl'dcn, habc ich contribucrtt zu der staU gebeuwte 
10 ricksdaler. 
Zu dcr nJcn domeCs orgelcn gchen eyncn EicJaen l)lancken, derglichcn in rigc nicM, 
kostct 5 guide. 
Zu der domeCs nyen spitze zu erbauwe vorertt, ist 100 marck. 
Zu der nien orgelen eynen statlichcn Eicheubalckcn von Polotzko laCscn bringcn, kostet 
:;o marek, 
Auch habe icb, wicwol auff der stat bcutell, de weynige zcyt, so ich arckeleyherr 
geweCsen, durcb mynen FleiCs laCsen gcCscn 5 statIicbc metallcn stuckc vnd eyn hcrrlicb nye 
ZeughuCs laCscn b.auwep, 
Noch habc ich dcn herlichen aschehoff JaCsen bauwen mit zuziebunge dreycr Heren 
auff vnCscf," 'forlach , da mcn zuvor 30 Jar vbcr gcratslaget, vnd herlichc ordcninge daby gemacht, 
daCe de słat dauon Nutzen vnd Ehre hat, vud das groCsc wehklagent vber den schad
n, de der 
fromdc m.
 im regclI vnder dem fryen I1immel by der aschc gelittcn, ist abegeschaffet word co, 
so daCs er nun mit syner a8ehc im troge [im Troekllcn] hantcren kao. 
Auch habc ich, gott vnd allen mynschen vnvorwetco, de groCse vnricbticheyt in der 
gantzen statt clen \-lImundigen vnd wcyscn zu gutc in eyne ziem liche richticheyt gcbracht, daCs 
mir allc erlcbendc (chrliebende) burgcr' dankcn. 
Auch habe ich auff dcr wag e eync schribery angeordenctt, darauCs gclich wic nach 
dem snor dc KOllichIichc vnd statt-Einkumpstc rcgert vnd rcgulert werden, imgclichen ordeninge 
im Porto rio gemacht, iłem mit der Kornmc8sillgc vud alldcren wraken, daCs dcr st8tt recbt 
geschen muege, vnd de burger mit 80 offtmaligem scboCl!le nicht muegen belestiget werden, vnd 
habe ohnc Rum so mcnnigcrlcy vorworue vnd zwistige IIendel, dc vile Jarc zwiscłac partcn 
rechthengigk geweCscn, richtich gemachtt, habc auch daCs stuckc der statt wolgclegene Landes 
baffen dem Kalckaucn, dar itzo de tcgelafl'cn lichtt, vor ein geringk vberlaCsen, dazu mit eyne 
Koniehlichen priuilcgio dc statt vorCsen in ihrc Jurisdiction bracht. 
N och habe ich aus der alten vorffallencn Cloaken iu dcr we f f e rs tr a C s e n [W eber- 
straCse] aułf meynen ben tel reparcrt de halbe wcberstraCsen, daCs gott lob der statt zum Ehren 
itzo da dric heuCser stcn, dauon ich das beste, so mir auffzubauwen vbcr 2:)00 guide Iwstet, 
. den armen vorehrtt, vnd eync nyc !!Iłelle bynne walls gekoufft, darauff ein armen HauCs gebauwet, 
dar, ob gotł wil, in kumpstige zeytcn auCs mcyner Di8positioo innc sollcn V1aderltalten koenen 
II 


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161 


werden zhein perlonen, [wie ich] .1an auch dazu hundert 8ude alte Rosenobcl bey dem rade 
habe deponirt auff ewigc rente laut ihreCs I)ergcmenten bricffs. 
So habc ich noch ]000 gulden bey der staU, . dauon ich bin bedacbt gewcfsen, etliche 
Legate laut meynes Testaments, daCs llurgermeystcr Hld Iłatshere haben mit bcCsiegelU, Kirehen 
"nd schuelen, armeuheu[scr vnd Kinder zu bedcnke, '-mi zum beslu[se, daCs mcn jc merkcn 
mochte, daCs ich nichts anderCs wunschen \\"ollcn, [ais] daCs meync Knochen mit Ehren in di[ser 
statt rouwcn muchtcn, so habe ich in diCser staU in alle drie Kirebcn, aueh auCscrhalbe dcr 
statt zu la n et e g e rdr u tt, meync erbbegrebniCsc 'for meyn gclU gekoufft, daCs meyncs Namens 
gedeehtcni[sc hier nieM so bahlt im tode vorleschcn mochte, Auch babe ich etlichc erben in 
vnd au[scrhalbe der staU gezcugt, dc ich hette gehofft das l\1eynige zu erben, hier in dcr staU 
zu wonen, VJ1l1 meyucs Namens gcdechtnifse zu edlalren, AlIc gebeuw auCscrhalbc der 8tadt sin 
leyder in grunt vorbrant 1601 -). 
Abel' "ic wcrdc ich ilzo belonett! Dal! richtc der ałłcrhogcste gott, ob iehs al80 an 
der guten statt \'crsehuldet habc, Hade ,'orgcbe es alle dencn, so mich in vnschult vorffolgen, 
so Csc cs nieht bcCser vorsten; don es aber anderc aus I1aCs vnd Nyt, aus boCscr affcetion 
kegcn meyne per80nc, an welchcn icm nicht habc vorsehuldet, de wolle goU bclonen in diCser 
weItt, daCs sc es in jener welU an der flielcn nieht muegen entgelden, 
Ich macla sagen mit dem cdlen Jungern Thcol)hrasti, D e m e tr i o P h al c l' i o, alCse el' 
10 Jarc bcy dcn Atheuiensern durch seine tugcnt dc staU mit zinCscn vud gebeuwcn gemerct 
haUe, habcn sc zu seyncm gedechtcni[sc ilamc larsen 360 ernc sculcn [chcrnc Siiulen] auffriehten; 
wie se abel' desclben in seynem abcwesende aus IIafs zerbroehen, hat er gesagtt: "Noch haben 
8e nicht zcrstoert de tug"'at, van deswegcn de sculcn erbauwet wordcn,

 ( S. mc) ne groCse 
Norenbergcr Cronica Folio 80.) , 
Also wiI ich auch gcdcncken, bin ich meyner guctcr beraubeU durch den blutigen Krieg, 
by velen vam adel mync gcldc vorlorcn ,'nd ,'ngewifs wordcn, 


, . 


*1 


0) Die Jahre 1601-lf.oo gehoren fiir Livland zu den verhiingniflvolIlten, die eine Pro,'inz trełfen konnen. 
Der Ichwedilch - polnische Krieg, zwischen d('m Ilerzog Kar I "on Siidermannland und dem Konige ,"on 
Polen S i g i II m u n d, hat
e durch seine \' erheerungen das Land zu einer traurigen Einode gemacht, 
durch einen friihzeitigen Frost wurde IfłOI die Ernte zer.tOrt, und die Tl,eurllng stieg zu einer solchen 
Hohe, dafs ein Scheffcl Roggen 7 Thlller Alberts gIlIt, llllngersnoth und epidemische KrllnlLheiten 
waren die unausbleibliehen Folgen dovon. Einige Tousende der ormen Landleute suehten in dcl' Ver- 
zweiftung ihre Rettung in R i g Ił; alIein die meisten verscbmachteten ouf dem Wege, od er wluden 
von Freunden und Feinden ibrer wenigen łIabe beraubt. Die Stadt, welche lich lelbit in der mifs- 
lichlten Lago befond, und durch die Anniihemng de. scbwedilchen Heere. vernnlafst, aOl 30, August 
1601 den noch ubrigen Thcil der Vorltadt hałte niederhrennen laslen, liers nun fUr diese Ungliick- 
lichen eine Scheune bei de,u Georgenltospital, in der Niihe dei ehemaligen Rubshergel, hauen, und .ie 
mit Lebensmitteln yeraorgen, Diefa gab wahracheinlich die VeranlalllUng zu dem noch jetzt bestehenden 
 
"oUsfeste, der łłunger und Kummer (verstiimmeU: Jlummerkummer) genannt, welchel 
jiihrliclt iOl August und September an drei Montagen, die abel' nicht unmittelbar, sondern immer nach ' , 
1,( Togen Buf einander folgen , atnU lindet, und wo Getriinke, Obsł und Ef,maaren fiir die niedere 
\'ullsJd08se feil geboten werden. 


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162 - 



 


Meyne erbgueter [8ind] vortorben, myne arme leute in Not, Hunger, Kummcr vnd 
Krancklaeit gestorben, mcyn vnd ihr viehe vnd vafsel, etzlirhe hundcrt [habcn] sich vorloren, 
hier vor Riga meynem herthe [mciuem Hcerde] vber 30 Heufscr abgebraut, mync Kiuder werden 
in vnschultt an Ehrcn, gutern vnd lebendc ,.orffolgett, mne8sen wic D a u i d vor ihren Feindeu 
ftegen [ftiehen] vnd vageren [herum irren]. Ich werde in vnliclmlt nacllgestcllt nach myncn 
Elaren, nach meyne guedern, nacla mynem lebende; abcr du Hcrr siehest da8 alles, deiuc rcchte 
Hant kan das alle8 endern - - 
Vclichtc hat's dem Hcre so geffallen vnd IDach mir zur selicheit nutze sin, daf. ich so 
iu vnschult exuleren mufs. 
1) Dann hette icla myne gueter behalten, so hette ich mer mit mynen weltlichen 
Hcndclen zu don gehabt, 
2) hette ich auch myne Lantgueder behalten, so hette fch auch den ackcr befsen. 
mueCsen *), 
3) hettc ich royne hCD8er vnd garten bchalten, vorwar [fiirwahr] icb hctte offt mich 
da ergctzen w01len, 
4) de vnschuldige exclusion mach mir auch dazu denc
, daCs ich mcnnige stunde, dage 
vnd wochen habe zugebracht mit fteifsigem Jesen vnd studireu. 
Darvmb wil ich fsagen mit dcm lieben J o b: dcr Herr hat's gegeben, der Herr hat's 
genommen, der Namc dcs Here sy gcbcncdyet - - A 
Wie ich von Anno 1600 den 10, Scptember bifs Anno 1605 den 11, October in myncm 
exilio vbcr 5 Jar mit groCsen, swereu vukosten in euserstcr vorffolginge vnd pcrsecotion van 
mynen Feyndcn, de solchcs vnder dem mantcl vnd Titcl dcs Rats (aber mit vngrunde, allenc 
durch den Autorem N i c o la i E i c h e n llurgermcystcrn vnd syncn anhengenden Camcr Rat) 
gctrcben, ha be das Recht beym Koniclalichcn hoffc gcsucłat auff allen reichstagcn, und wol 1000 
mile in myncm hogen older darvmb gcrcyCset, da sich myne gegcndclc 3 mai in Contumaciam 
vnd vorlust der sachen laCsen vorvrthcilcn, auch entlieh, wic sil' mir mit dcr statt vukosten 
vber 5 Jar d88 rccht vffgehaltcn, Bn das licht vor da8 KOllichliclae gcrichte [kommen] miifsen, 
ist myne sachc illtroduccrt vod pro ct contra ex fundamento bis zum bcslufs disputcrt. Da haben 
warlich aIle mJnschen, eddel vnd vncddel, wie auch dc abgc8anten der gcmene van r y g e, de 
saelacn allc angchort, wie mync Gegeudcle mit ihrer antw9rt gegen meyne Klagc vbcl bestandcn, 
,'nd wall auch de lIcren Bssessoren des )(onichlichen gerichts van 'difser saehen gcvrtclt habcn, 
. 1 .. I I tl'11 
wic groCses "nrecht vnd gewalt mir geschen werc. 
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Derwegen auch de sachcn in der wichticheit dem Koningc zu rcuercren [referiren] vor 
notigk craehtet, wie auch ihre Mayestett dauon berichtet worden, wie mir de Heren aS8e.sloren 
!lagten , nemlich dcr lIerr Rł!Uereudarius F i rI c, vnd dci' I1er Decretschreibcr Z y r b i t z, dafs 
ihre Maycstett meiner sachen halber lIelbcr cin mifsgeffallen hctte, dafs mir solche gewBIt vnd 
vnrccht widerffarcn \Vcre. I .11 
Do meync Gcgendel ihrc ffulmechtiger Doctor GodcmBnn solcłles vormerckct vud 


.) Den ac ker berlen (bu II h n) mueflen, mich mit der Land. chan belchiftige en. 


.....
>>>
163 


geseo. dar s es Im rechte so vbcl bcstanden, hat er vortregs - Mittel geslIcht; weylen er aber 
keyne ffolmacllt gchabtt. Tnd dannoch sich. vorplichtet zu Rygc zu vorschaffen, daCs ich erlich 
aolte restitucrt-vnd contentert werden, hat der ncr Crakowsche woycwode vnd der Hcr Vice- 
Canzeler beyde jeder insondcrheit an Einen Rndt geschreben, was Csie in der 8achen vorstandcn, 
dars [sie] ihne raden dcdcn J fsic solten das Konichliehc Decrct nieM abcwarten , sondern mich 
vorhcr re8titucren vnd contentercn. dazu woJten fse truwhertzlich raden vnd ermanen, wie de 
Copico vnd breffc aufsweysen, l. I ił Ol:'" J I ," 
Darvff hnben auch bcyde elterleute der gemenc, ais Ebert Ottingk vnd bartolt 
b
cker, by mir gar instcndich angehalten, ich mochte es docb in anfsehunge der statt vngelc- 
gcnhcit nicht nachlaf8en vmb der expcnsen willcn, fsc wolteR kumpstig selbst gerne belffeu 
mich contentere, daCs ich men mochte restituertt werdclI, so begirieh war de gemcnt
 meyner 
wid er im Rcgimcntc; aber was se von Nicolao Eicben 
alte, daCI! hort me tegUch in der 
galltzell statt vnd vff dem rathauCse. Weylcn mich 1I0cb auch ,'ielc here des Rats gebeden, 
habe ich mich mit dem Rade vorsonet, wie vngerne [auch] E i c k vlld sin anhang mich wider 
im regimente gesell bcttcn, vnd bin Aimo 1605 den 11, October mitRom [Ruhm] vnd Ehren, 
wie IIer Eucrt hufsmann, Eichen cigen swager, de wort geredt, in myne Ehrenstelle 
widervmb restituirct, Gott gcbc jhe zu dem gemene be8ten vnd my ner seUchcit. Dctte ichs 
nicM zu notwendigcr Ersctzung myncs schimffs don mufsen , myn lebe wolte ich ibncn keincn 
ffufs widcr dra rathaufs gcsatzet habcn; abcr mync Ehre vnd de lebe dcr burgcr, dc fsie zu 
mir gctrage, habcn mich bewoge zu so leydeliclaer vorsoninge, IlUost 80ltc vorwar der aursgang 
des rechten fhnc weh gedan haben, aber vmb gemeyner statt Rouwe vnd Fricdes wille habe ich 
viel gedan, dewylen weynige hiran scbuldig. tli . 
Ich habc aber Anno 1607, wie ein Ret de Empter vorsatzede, gar fteyfsigk gebedclJ. 
es woIte ein Radt numer mync lange denstc crkennen vnd bedenken myn hohes altcr by 70 
Jarcn, vod mich vrlobcn abzutreden, myn gemach zu nemcn in disscm hogcn alter, dafs ich de 
wcynige vbrige Lebenfszcyt mit Ruwe mochte hinbringe, ich wolde gott dienen ,'nd treuwlich 
vor se beten; .ber es bat nicbt syn muegen. .. 


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Nacla der heylsamcn gcburt Cristi vnCses beren 1622 
yst entslaffen yn warcn gclouben vnd Ehren " 
H, Frantz Nyenlltede, Burgcmcystcr dyCser Stadt, 
. ;.'t , _U8 HJ1L1 
do ehr seync 82 Jare erreychett hadU. 
Anno 1540, 15. Augusti in der grabc8chafft h o y a geboren. 
van Jngent auff zu gots Fucrchte
 gekoren, 
Auch bcstcndich' gebleben biCs an' scyn cnde, lo dl 
Auno eJ4 er aufs scynem vattcrla?d! [sich J wende, 
ł'nd Csieh erhob in Lifflandt zu begeben, 


Auch da nach gots willen zu endigen sili leben, 
, 
zu Dorbte CsiCh myt guten leuten bekandt . 
zum Konffhandel begeben vnd gemacht vorwandt, 
zu waCscr \lad Lande grofse geffar. Bu(sgesłanden, 
Syn brodt gcsuclat "nd erworbec in ł'ilen LandclI, '. fil 
dabey er Buch gottcs Csegen reychlich emffunl\,eD, 
. .d I 
dauor got sey gelobeU zu allen Stundcnn, 
Anno 7]. zu R i g a eio. burgeł. Elieh gc,!ord
n, 
yn dem Btande gcdragen swerc borden. o 
Darnach Anno 83 ist zu radc. gckarenn; 
hctte es gott geffalIen, er hette cs leber enbaren, 
wa(s seyn vormucgen, hadt cr dannoeh gedama, 
gcmenen BCllten truwlieh hilffcn vorstann, 
darnach Anno 8.') baldt zum Borgcrmeystcr erwcltt, 
dabey hat cr niebt dl rouwsamcr tage gezcltt. 
Da:J waCs ilame dabey ł'or beBwer vorgclouffcn, 


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 .) Diele Uberschrift, 110 wie dali To
e8jahr and Alter Nyen.łiidh, .ind bn Origionle \'on einer aodern 
Hand hinzugeletd, 


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dafs hat er cmpffunden bcy grofsen hOllfłen, 
t1an wc Anno 86 der auffrur ist angangcn, . I 
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de Houbter dcr 8tadt vnschuldich vorjagt vnd geffange: m 
a, 
Etzliche gar .auffgeriebell vnd byngerieJatt, . 
waC8 tutb auffruriseher buben regymente nicbt 'I 
\Vclches gcwert hat gantze ffllnff Jar, 
mcnniger hcHe mllfscn vorzagen vorwar, 
dafs rcgcmente 86 gezwungcn zu ,'orwalten, 
nocJa hat er dem leben Gott stylle gchaItcn, 
byfs got vnd dc vbriehcyt daryn gefsen, 
8ułfrurcr vnd ,buben ihrcn Lon gcgebcn, 
vnd den. Icben Fridcn rsctzet daneben. 
W c cr nu durch go ts gnadc zu Ruwc komcn, 
Hat er gute ordcningc zu macben vorgenhomen 
in lJolitisehcn hcndlen vnd angeJegene saehen, 
wydwen vnd weyfsen Nutz zu maehen, 
Kirchen, schuelcn vnd armen hadt er auch gelafsen 
Erliche gedechtenifse, kcnt men an den gafscn, 
im gelouben hadt er got recht vortrauwcH, 
alleyne auff Cristi vordenst gcbauwett 
Seyner Selcn hcyll vnd Seliehcydtt, 
de gonne vmI gebc ihmc got in Ewicheyt, 
Myt Frouwden wydcr auffzustłaen, 
mJt allen geloubigen zum hymeJ einzughen, 
sampt allen hylligen engelen ,'ud aufserwelten hoch dort obe 
Gott synen scheffer muege ewich lJrifsen v/ld loben. 
Deo soli gloria. 


11 


Frantz Nycnstede. 


Am Rande der Ictztcn Scite dieser Person ali en hat er fol gen de Zcilc/l zugcsetzt: "Myt 
"vndancke vnd vorvolgingc byn ich gelon., mcn hat wyder mync treuwe denste odcr hohes elter 
"nich t gcschont, Ich habc efs vorgebcn, got Jafse se in Fride Jeben. Dc lIerr hefft my vtge- 
"holffen, vnd myne sache aufsgeff'urt, wie er zugesacbt im propheten Esaia am 41." 
Mon. Liv. nni. H. 27 


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1- 


- 166 - 


Aufser dcn vielen Bibe)spriichen, dic dieser fromme Mann am Schlussc Heines lIand- 
buchs zu seiner Erbauung eingctragen, findct sich hier S. 107 auch noch folgendc Stclle: 
"ltzo habe fch myn lebcn nu vber de 70 jar gcbracht, Ich sage abcr myt dem hocll- 
"verstendig
n weyfaen Naturkundigcr vnd poeten zu rornc Cato I)Ortiu!i, wan es got in myne 
"wylkor stellen tede, dafa ich wyder in mcync Juegent von meynem alter tredcn mochtc, so 
"wolte fchs nichtt annemen, dafa ich erst wydervmb zurugke vom Zicl ao den Anstant vnd m
lstcin *) 
"Iouffen solte noch 70 Jar. Dan wafa ist vnserc 
cbcnt, we Moyfsea sagctt, wen es hoch 
"kumpt den Muye vnd erbcyt gcwefsen. Sage aber dancben myt dcmselbcn Ca to, dafs mieh 
"dannoch nicht geruwct [gcreuct], dafa ich hy gewefseo byn in difser weIt, den ich auch noch _ 
"nielat so gelebett, alfs myr zu lcbcn alleyn gcborn wcre **). Nu aber erwarte ich aufs difsem 
"Icbcn, nycbt Blfse aufs meyncm haufse, sondcr wc aufs eyncr I1erbcrge, we Dauit im 119 
"Psalm saget, myt P a u I o BufJgclofset zu wcrden, durch meynclI Erlofscr vnd Scliehmaker ein- 
"zurucken in dc vnaufssprccbliche Froudc, de er nlfs bcredt [bereitet] haU, de keyne oge 
"gcsen, kcin ohr gchort, in keyuca Mynschen hcrte gestcgcn. Dallin hilffe vnfs Bile gott vatter, 
"gott son, gott hilliger Geyat, gclobet hy zcytlieh vnd dort cwichlichen, Amcn!" 


.) Mahtein, Griinzstein, bier: Grab.tein, So auch das in den Urkunden vorkommende Wort Mahtede, 
lU D I 8 t a t , ein be8timmter Ort zur ZUlammenkunfł, 
.') denn ich auch noch nieht lO gelebt habe, wie mir wol1l zu leben gelnihrt hiitte. 
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in Knrland 


zu Anfang des siebzebnten Jabrhunderts; 


gesammclt und mitgetheilt 


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Jłr, U. E. JW a p I e r 8 k ,.. 


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Muo. I.h'. n..l. (( 


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J)er Druck wird gC8tattet, 
Jcdor:h mii8,cn nadl Lc\VcrbtcUigtcm Hrudw Excml,larc in dcr gc
dzlil'lwn 1\ IIzohl dcm Zen.ur - Com ite 
eingc8andt wcrdcn, 


Do r I' II t, dcn a. Jun; 183/;. 


Zen80r F, Parrot , 


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Drudr \'on W, F, lIiklicr in IUga.
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Die Hand
l, welche die Titelaufschrift nennt, bewegten Kurland auf 
eine so tier eindringende 'Veise, dafs sie beinahe das 8chicksal dieses kleinen 
Staates vollig umgestaltet hiitten, und dars sie wirklich auf die Gestaltung der 
Verhaltnisse in demselben einen bleibendcn Eillflufs gehabt haben, indem durch 
sie das noch giiltige Grundgesetz fUr Rechtspflege und Verwaltung des Lalllles 
herbeigefiihrt ward. Sie haben ihren Namen nicht von den Haupturhebern, 
sondem von den Hauptbewegern des Streites, welche erst aufstanden, aIs schon 
der Saame der Zwietracht sich nusgestreuet hatte, und das Feuer der Uneinigkeit 
theiIs unter der Asche glomm, theils hin und wieder in eine Flamme aufschlug; 
und sie sind weniger anzusehen ais ein Streit zwischen den Beherrschern des 
Landes und einigen Privaten, denn aIs ein Streit zwischen jenen und einer 
ganzen Classe von Unterthanen, zwischen den Herzogen und dem hochsten 
Stande in diesem Lande, dem Adel, der sich, in eitler Vermessenheit und 
hartniickigem Trotze, jenen fast gleich sten en wonte. Es war '\'ielfaJtig p.in 
Streit der Interessen, und die Hauptsache ging von einem Holchen aus; aber 
dns Ganze gestaltete sich immer mehr und mehr zu einem Streite um Princi pien, 
daher er hartnackig und anhaltend ward, und eine dauernde '\Virkung au f das 
8taatsleben des kleinen Liindchens wiihrend der ganzen Dauer seines Bcstandes 
nurserte: denn von da an schreiben sich die Zcrwilrfnisse her, welche in Kurland 
bestiindig, 80 lange es noch ein eignes Herzogthum war, und bis es in cinen 
machtigen 8taat aIs die kleinste und iiufscrste seiner Griinzprovinzen iiberging. 
zwischen den Bcherrschern und der Adelspartei geherrscht haben. Sie knupften 
sich zwar immer an anderartige Interessen und bezogen sich auf andere Gegen- 
stiinde, sie haben aber ibren ersten Anfallg und Haltpunct in den Handeln, von
>>>
Ił 


weJchen hier gesprochen werden solI. Dieso sin d 8uch noch mcrkwiirdig um 
der Wendung winen, welche sie leicM dem 8chicksale einer neu emporgestiegenen 
}'iirstenfamiJie hatten geben konnen, aus welcher wenigstens cin Glied - 
freiJich nicht ohne eigne 8chuld - das ganze Gewicht der iiblen Folgen tragen 
mufste. Denn es war nahe daran, dafs der K e t tl e rsche 8tamm dus vom Vatcr 
erworbene und miihsam zusammengehaltene Fiirstentbum verlor; einer der beiden 
Sobne des Begriindcrs der herzoglichen Regierung in Kurland mufste sich 
derselben ganzJich entscblagen und sein VaterJand mit dem Riicken anseben ; 
und es bedurfte weitJiiuftiger Unterbandlungen und grofser Kraft und Anstrengung, 
um in dessen 80hne dem kinderlosen Oheim, wclcher sich durch Miifsigung 
auf seinem Fiirstcnstuhlo behauptet hatte, eillen Nachfolger und dem Fortbcstehen 
der neuen Fiirstenwiirdc cincn ErbaJter zu geben. Aufserdem sind diese Handel 
auch aIs Bild der dama1igen Zeit cbarakteristiscb und merkwiirł1ig; sie lassen 
un,s in die V orstellungen, wie in das Leben und die 8itten der damaJigen Zeit 
so manchen Blick thun, durch den wir jene Zeit genauer kennen lernen, und 
zeigen nns in der Rohheit und 'Vildheit, mit der sie gefUhrt wnrden., den 
wohlthatigen Fortschritt, den die biirgerliche GeselIschaft seitjcner Zeit gemacht 
hat und wodurch es unmoglich wird, dafs je wioder Streitigkeiten solcher Art 
entstehen, und dafs sie in solcher 'Veise gefuhrt werden konnen. 
In a1len diesen Riicksichten verdienen «lie N o I d e schen Handel eine genauere 
Betracbtung, nnd die dariiber gelieferten Berichte und Actenstilcke *) eine 
Ił , ł Je') 
*) Minder odcr mebr Nacbricbtcn von diesen Degeben'leiten odcr dicselben betreflcnde 
Urkunden liefem folgendc unserer gedruckten Gcschichtswerke: . d 
Frid. JJfenii lłżst. l'rotlJ'OJnu es L;cffl. RoclłteJM lt. Rt'9inłents (Dorpt" o. J." in 4,) 
S. o
-lJo.' 
Th. JliiirJł's ellSt-" lyf- u. lettliiud. Gesch." in den lJloJUnnentis Livoniae antifJuae TA. 
I, (lł;9a" Dorpat u. Lei'pr';9" J8:Ja, 4.) S, 409. 410. ł . 
CAr, J,,'elclł's Lir/'. l/i'itOl'ie (Reval u. Rudolsttltlt" J691$. 4.) S,1$16. 017. [ f 
(JJlattlł. Doyiel) Codex diplorn, re!lui Poloniae" Tom. Po (rilJłae, 17'$1. fol.) p a 9. 
31$8-:J99. LI 1 Ił Ił'}n 111.f1 ,I I O ł 
C. G. v. Ziegenlwrn's l(url. Staats-Rec/tt (I,onigsber9' 177
. fol.) ,8. 110-oJ., 
ond BeilageJł S. 98-łiJl, U .. . 
F. Jt Gatlebltsclł's Livl. Jalłrhi;c/,er II/er Bd. !ller Absclm. (Ri!}a" J781. 8.) S. 
-u 
80. 48:J-494. ')I:J-1$18. I$!J:J. f. /j!J6. f. Ił 
 n l 
L. A. Geblwrdi's Gesclł, d. JJer%'09th. J(uJ.land u.Sem9allen. (JJalle" 1.789. 4.) S.J$-$6.
>>>
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. 
VenoJJstiindigung, welche hier zu geben die Absicht ist. Dem Zwecke 
und der Einrichtung dieser Sammlung gemiifs, sollen mchrere gleichzeitige 
Schriftdenkmale, die zur Gescbichte dieser Handel gehuren, hier theils vollstandig, 
theils in gcniigenden Ausziigen abgedrucU werden; diese EinJeitung aber hat 
die Absicht, glcichsam einen kurzen Commentar zu jenen Denkmalen und Acten 
zu liefern. Es wird daher keine ausfi.ihrliche Erzahlung des ganzen Streites 
bier gegebcn werden, da man eine solche, ziemlich geniigcnde in dem neuesten 
'Verke uber die Geschichte Kurland's findet, sondern es kann hier nur der 
Gang der Sache in einzclncn. aber fest und scharf gezeichneten Umrissen 
- abgebildet werden, und dabei solI denn auf die theils schon in andern Druck- 
werken vorhandenen, thcils hier erst gelicferten Urkunden uod Acten die grofste 
Riicksicht genommen, und am Schlusse ein Verzeichnifs der offentlichen Acten 
beigefiigt werden, aus denen die handelnden Person en und die Handlung selbst 
in diesem Drama, um mich so auszudrilcken, ihr volles Licht empfangen. Es 
scheint aber der leichtern Uebersicht wegen schicklich, diese Reihe von Zeitbe- 
gebenheiten in vicr Abtheiluogen zu zerlegcn, welche uns einzeln folgcllde 
Momente vorfilhren: l) den Ursprung und Anfang dcr Streitigkeiten zwischen 
den Herzogen und dem Adcl, 1587-1599; 2) den Fortgang und die Steigerung 
derselben, 1600-1610; 3) die grufseste Huhe dcrselben, 1611-1615; und 
4) die Beilegung und Folgen derselben, 1616-1617 ff. 


J. 
'lJrsprong ood Anfang der Streitigkeiten zwischen cn" 
Ilerzogen ood dem Adel, :t5SJ-:t599. 


AIs IIcrzog G o t t h a r d von Kurland nach funf und zwanzigjahriger 
berzogIichcr Regierung 8m 17.l\Jai 1587 gestorben war, hinterlicfs er das Land, 


C. w. Friebe's Ilandb, d. Gesela, Liefl. 4tesBdcllen. (Riga, 179:,8.) S, 99-118. 91H. 
. J. C. Schwartz:'s Bibl. kłu.l, u. piltensellel'Staatsse/ariften. (.nIltau, 1799. 8) S.1!l-98. 
Her%.og 11?illlelm von Irlu-land, in F. B. .Albers .l,",ord. Almanaell f. 1809. (Riga, in. 
1!l,) S. 1-70., mit den Dilduisseu der IIcrzoge Friedrich I1nd Wilhclm. 
Iful'lRlld uIlter deł& Jlel'z:ogen (von C. fJT. Cruse), im JJlitauisellen Taselaenkal. f. 1818. 
(;. 11'. Cruse's Kllrlalłd IUller den Jlerz:ogen, 1ster Bil. (J/itau, 18J:.8.) S.80-101. 


--
>>>
VI 


welches er aUs dem allgemeinen Schiffbruche des Iivliindischen Ordensstaates zum 
ErbfUrstenthume fUr sich und seine Nachkommen gerettet hatte, seinen beiden 
Sohnen F r i e d ri c h und W ił h e l m, von denen der erste damaIs 18, der andere 
erst 13 Jahre alt war. In seinem rrestamente hatte er Bestimmungen getro:łren 
fiber ihre, fioch zu volIendende Erziehung und ilber die Art, wie die Regierung 
gefUhl't werden sollte, niimIich bis zur beendigten Minderjiihrigkeit des jungsten, 
d. i. bis zu dessen 20stem Lebensjahre, vom ii]teren alIein, donn von beiden 
gemeinschaftlich, und solIte dabei das Herzogthum ein ungetheiltes bleiben "') : 
a]s worauf der Ade], bei der Pub]icirung des Testamentes nach der Beisetzung 
des verstorbenen Fursten"''''), die Huldigung Ieistete, welche Herzog Friedrich 
fur sich und seinen Broder empfing, und wofUr er der Ritter- und Landschaft 
die Bestatigung ihrer Privilegien am 6, Juli gelobte und schriftIich versprach, 
es in AIlem bei dem Vergleiche mit dem vorigen Herzoge zu lassen. Der AdeI 
war bier seinen neuen Bchcrrschern, obwoh] diese erst im April 1589, in 
Warschau die Be]ehnung vom Oberlehnsherrn empfingen, mit einem gewissen 
Vertrauen und Gehorsam entgegen gekommen, weIche noch aus dem Verhaltnisse 
mit Herzog Gotthard herstammten. Dieses bestand namlich seinerseits gewis- 
sermaafsen in einer vaterIichen Autoritiit, die er, dos fruhere Oberhaupt des 
Ordensstaates, nun in seinem abgetheilten Furstenthume, wo aIle Anordnungen 
von ihm ausgingen, auch noch fernerhin ilbte, und der man sicb wilIiger 


*) Ohnc Zweifel beging dc,' gute, scine Sohne gleich Iicbcnde Vater in dieser :Bcstimmung 
eincn grorscn Fehlgriff, Indem er einc Bedingung macJatc, wclche in sieh sclbst zcrfallcn 
murstc, da sicla unter zwcien Rcgentcn doch schwcrlich das lIerzogtJmm nocb ungctheilt 
erhaltcn liefs. Dier!!! gab dcn Gcgncrn seiner Sohnc cinen erwiinschten V orwand zu Klagcn, 
und der OberleJansherrschaft einen hinliinglicJaen Grlłlld, in die Verhiiltnisse der Bruder 
mit dem VorwurCe einzuschreiten, sie hiitten aus einem Lehne dcrcn zwei gemacht. Die 
, weitere Erziihlung wird die delltlicJasten :Beweise dafiir lieCern, 
"'+) Sal. Jlenning gicbt in seincm Beric/tte von Religionssacltelt ill.l:urland (Rostock, 1089. 
gr. 4.) S, 76. 77., den 2. Juli ais den Tag des Begriibnisses, dcn 11. und 12. Juli ais 
dcn der Iłuldigllng an; dagegen haben andere Nachrichten den 14. Juli, und Zie!/enltorn 
(l
url. Staatsrecht fi. ł.l7. S. 49.) dcn 14, Juni. Unstrcitig verdient JIenning ais 
Zeitgcnossc den meisten Glauben (vergl. Ga(lebusch's livliin,l. Jaltrb. II. 9. S, lo. 
Anm, o,); doch bczicht sich Iłerzog Friedrich in sciner Assecuration vom 6. Juli allf 
die schon gclelstctc Erbhuldigung: daher nichte Gewi8ses uber den Ta!; bestimmt wcrden 
kann. - 
.t\J 


ę. 


......
>>>
.... 


VII 


unterwarf, obwohl in seinem Streite mit dem friihern Doblehnschen Comthur 
'.r h i e s von d e r R e c k e, welcher das bisher verwaltete OrdensschloCs und 
dessen Gebiet fUr sich behalten wolIte *) und anderweitig entschadigt werden 
muCste, schon etwas von dem Geiste der Widersetzlichkeit und dem 'Vahnc 
der Gleichheit sich zeigte, ,velche der Adel bałd genu g gegen die Sohlle des 
geachteten, alten Fiirsten bewies **). Die geleistete alIgemeine Huldigung woUte 
der Adel spater nicht geIten lassen , unter dem V orwande, daCs man die W orte 
des verlesenen Testaments nicht habe vernehmen konnen, und daCs dabei mit 
Tromme]n und Pfeifen ein so groCses Gerausch gemach t worden sey, daCs man 
eigentIich nicht gewuCst, was man gethan. Noch weniger gefielen dem Ade} 
die auf dem Landtage zu Bauske am 18. Juli 1590. beliebten Formalitaten, unter 
denen alIe Eingesessene binnen Jahresfrist ihre Giiter und Gerechtsame nach 
knieend geleisteter Huldigung empfangen sollten ***). Auch nahm er groCsen 
AnstoCs an dem V crtrage, welchen die Briider, nach erlangter V oHjahrigkeit des 
jiingsten, am 21. Mai 1596. zu Ho:ff zum Berge, unter sich abgeschlossen hatteD, 
und worin die gemeinschaftlich zu fUhrende Regierung und die Theilung der 
NutznieCsung naher bestimmt war. Es solIte namlich der iiltere SemgalIen, der 
jiingere CurIand behalten, und der erste zu Mitau, der andere zu Goldingen 
residiren. Jeder hatte nun seinen eigenen Hof uud seine eigene Kammer; jeder 
iibte besondere Gerichtsbarkeits- und Hoheits-Handlungen, die man sich, noch 
aus der Gewohnheit von Herzog Gotthard's Zeiten her von Herzog Friedrich 
gefallen lieCs, aber dem jiingeren Bruder , W ił h e Im , der sich durch sein 
rasches und gerades Wesen Feinde gemacht haben und seiner Jugend wegen 
weniger geachtet werden mochte, nicht einraumen wonte. Besonders miCs:6el 
es dem Adel sehr, vor ihm knieend die Fahnen zu empfangen, und er wonte 


*) S. .I.lupel's n. nord.lflisc. IX. X. 1.94. 1.9a. 
**) Gebllardi, Gesclł. des Iler%o9t1ł. Curland S. Ja: "VermuthJich griindete sich dicCs 
auf gehcimcn Stolz, mld war einc Folge dcr Betrachtung einigcr chemaligcn Ordcnsritter, 
daCs sic, die nach der alten Verfassung selbst hiitten zur Regicrung kommen konnen, nUD 
einigen JungIingen, die mit ihnen von gleicher I1erkunft waren, untcrthan seyn muCsten," 
*+*) "Dcme zuwlder (Priv. Sig. Aug., Art. 7.) wił man nun Longobardische schlechtc Lehn, die 
man aufls neuc mit den abgottischcn Ceremonien des anbchtens recognosciren mufs, daraus 
(aus dcn adlicbcn Giitcrn) machcn" - heifst es in dcr Grotthuss'sclłen Apolo9ie, s. 
Actenstiicke Nro. 8.
>>>
'flu. 


. 


sich dazu nicht gern bequemen. 80 auch hatte man sich durch ein Aufgebot 
beeintrachtigt gegIaubt, das Herzog WBh el m in Abwesenheit seines Bruders 
15901. erliefs, aIs er sich zu einer Reise nach Warsehau, um das Lehn personlich 
zu empfangell, und nach Meklenburg, um seiner Schwester Elisabeth Hochzeit 
mit dem Herzog' von Sachsen - Teschen beizuwohnell, rustete; daher Manche 
diesem Aufgebote zur BegIeitung nicht Folge leisteten. Man machte spater 
ihm zum V orwurfe, dafs er dabei zu viel Pracht ,'on Seiten der Edelleute und 
eine besondere Uniformirung ihrer Diener verlangt und befohlen hiitte, des Adels 
Pferde vor seinen Reisewagen zu spannen. Ein solches Aufgebot ohne llemthung 
mit dem Landtage ware wider ihre wohlhergebrachten Privilcgien, kraft deren 
sie die Rechte und Freiheiten des polnischen Adels, "der an solche&1 Fuhrwerk 
nich! verstricket," geniefsen sollten. IIjcr sieht man schoJl deutlich, wohin sich 
der Blick des nach U nabhangigkeit strebendcn Adels wand te - niimlich zu der 
Oberlehnsherrschat't, welche bercits bei der Bclehnung der herzogJicheJl llruder im 
J. 1589" Im V oraus bestimmt hatte, dafs filr den Fali des Aussterbens des belehnten 
Hauses, Kurland nicht wieder vergeben, sondem der RepubJik einverleibt werden 
sollte. Dort hotrte der Adel mit Zuversicht Unterstfitzung bei etwaigen Klagen 
gegen seine Lehngeber, und germanischen Ursprung und germanisches Recht 
verkennend oder verleugnend, sehnte er sich nach der l}olnischen Freiheit oder 
vielmehr nach der 800ft mit dieser verbundenen Rechtsverwirrung. 
Dazu kam nun łloch der schwankende Zustand in den piltenschen VerhiHtnis- 
sen. Das ehemaJige kurliindische Bisthum oder Pil ten, grofstentheiJs eingeschlossen 
von dem Ordensantheile von Kurland oder dem jctzigen Landestheile des IIerzogs 
Wilhelm, war von seinem letzten Bischofe Johann "on Mounichshausen 
on den Konig von Danemark F ri e d ri c h II. verkauft wordell , der 80lches 
seinem Bruder , Herzog M a g n u s von Dolstein, iibergeben hatte. Dieser, 
welcher sich, im llundnisse mit Zaar Iwan. WassiIjewitsch, schon 
ols Konig von Livland *) tl.iiumte, war eben um dioses llulldnisses wilJen 
in Gerahr, Pilten zu verlieren, dessen Ritterschaft Herzog Gottha rd's Filr- 
bitte beim Konig von Polen nachgesucht umI ihm ,-ersprochen hatte, 8ich 


( 


, . 
.) SO nennt er sicla in einigen Urkunden von den J, 1570, umI ]576. und in (ler Umsc1arirt sciucr; 
Sieg els . Vcrgl. Dogie"s Cod. ,lip'. rf'gni Po l, T, P. p. 
90,.. Intl('x Cm'p,/u'st, ,I,j", 
Liv. Bil. II. S. 3!l9. 3:0. ::1, :64. 


......
>>>
. 


IX 


( 


kcinem Amlern, aIs ihm, zu untcrwcrfcn. Da sich uber jenes Bundni1s zer- 
schlug, sohnte G o tt h a r d den Herzog 
I a g n u s mit dem Konig von Polen 
aus, und danir hattc dieser den Prinzen F ri c d ri c h a]s 801111 angenommen, 
umI denselben in fciel'licher Versamm]ung zu DseIden yom 8tiftsadel aIs seinell 
Nachfolger anerkennen ]assen *). AIs nun IIcrzog lUagnus am JA. Marz 1583. 
gestorben war, wandte sich der PiItensche "\del doch an den R
nig von Diine- 
mark und warb um dessen ferneru 8chutz, weiI er weder mitteIbal', noch 
unmittclbar unter der I}OInischen IIoheit stehen wolIte, fiirchtend dic "'iIlkiihr 
des KOJligs 8 t e }) h a n, die sich in Li\- land zcigte, und die Entziehung der \"on 
Herzog lU a g n u s schr freigebig yerschenkten 8tiftsgilter. lleinahc ware es 
darilbcr zor offencn Fehde zwischen Diinemark und Polen gekommen, wenn nicht 
d('r von Marl{gI'af G e o r g F r i e d ri c h \'on llramIcnburg vermittcIte Rronenburgcl' 
rrractat von J5A5. den Zwist dahin entschieden hiitte, dafs der Konig von Dane- 
mark fLiI' seine Ansprilcbe mit :40,000 ReichsthaIern abgefumlen, Dnd das 8tift 
dem V ermittIer, wcIcher jene 8umme vorschofs, in Pfandbesitz gegeben wurde. 
HCl"Zog G o t t h a l' d protestirte zwar dagegen; abel', der Konig von Polen bestiitigte 
die Ucbereinkunft, ond der Herzog mufste auf bcssere Zeiten W3I ten. 8ein 
80hn F ri e d ri c h suchte mm seine AnslH'uche auf Pilt('n nach seinem Regierungs- 
antritt wicder gcItemI zu machen, erhicIt aber, na ch manchen lecren Versprechungen, 
erst 1597. den 31. Januar du)"('h cine Commission Ronig 8 igi s m u n d's das 8tift 
zugesprochen, wenn er dem Markgrafen die Pfandsumme beza hIen wiirde; dieser aber 
])1'otestirte gegen das yom Konige bestfitigte Urthoil. Daher IImfstc sich der 
IIcrzog bequcmcn, mit scincn AnsJ)ł'ikhcn ruhig zu bleiben, bis der lUarkgraf 
1598. starb; doch konnte er, odcr \'iclmchr sein llruder 'V ił h e} m, dem nach 
der V ł'ł'einbarung von 1596. das ('igentIi{'he KurIamI, und Bornit auch die Ansl)rilche 
auf das davon cingcschIossenc Pilten zugefalIen warcn, auch jctzt noch nicht den 
Desitz erlangen, Es maarste skh d£'nsclben der Erbe des l\Ial'kgrafcn, ChurfUrst 
Johann Sigismund von lll'3ndenbUl'g, an; und von nun an erhielten nur 
frucbtlose Protcstationen bei jcd£'m Rcichstage das Andenl..en der gerccbten, aber 
wenig bea{;htetcn, herzogIi{;hen Ansl))'ilche. Untcr solchen Umstiinden mufsten 


*) S, Sal. lIf' nniu 9's IrrlJ". C/u.onik (RosfOt'lr, 1/90. 4.) S.la!!,; Dc,l,lCtio df'ori9ine, 
nomiuf' ,.t .dotll di.dr. Piltf'us" in N e li el b l II d t's Anecdotis Cltł'llIndiae (GJ'eYI,słVl,ld 
Imd 1.1';1':;9, 17:56. 4.) S. 116.; ScI,warh, Bibl, kllrl. Staatsschr. S. 46. 
1\(1111. Li... Ilnt. n. 28 


.......
>>>
x. 


bei den nahen GranzverhaItnissen des 8tifts PiIten mit dem an Iłerzog W ił h c I m 
gefaUenen Landesantheil und den verwandtschaftlichen Beziehungen des piłtenschen 
und kurlandischen Adels gar manche BeruhrulIgen vorkommen, welche die Unzu- 
friedenheit der Piltener, die sich gern unabhangig von der nahen herzoglichen 
Regierung erhalten hatten, auch auf die benachbarten und verschwiigerten Kur- 
lander von Adel iibertrugen. 


II. 
:Fortgang und Steigernng der Streitigkeiten, 
.600-.6.0. 


Sobald sich Herzog Wilhelm, nach dem Vertrage mit seinem Bruder 
iiber die gemeinschaftliche Regierung und die rrheilung der Einkiinfte, in seinen 
Forderungen an den Adel fester zeigte, erfuhr er von diesem auch ein Wider- 
streben, das zu brechen ihm angelegen seyn mufste. DamaIs , zu Anfange des 
17ten Jahrhunderts, entspann sich zwischen Schweden und Polen ein Krieg, des sen 
Schauplatz das benachbarte Livland war, und in welchem Hcrzog C arI von 
Siidermannland, vom Schwedenvolke (1600) zum Reichsvorsteher, und darauf 
(1604) zum Konige erwahIt, seinem Neffen, Konig Sigismund III. von Polen, 
den Thron seines Vaters nahm. Diesen Krieg benutzte Herzog W i I h c I m, um in 
Abwesenheit seines nruders Ił ri e d r i c h, welcher seit 1590 im Auslande reiste, 
theils sein Ansehen geltcnd zu machen , theils sich bei der Oberlehnsherrschaft 
gut zu steli en , und forderte die Eingesessenen zum l..ehnsdienste auf. Die 
Mifsvergnugten weigerten sich aber, und deshalb schrieb der Jlerzog auf den 
20. December 1600. einen Landtag nach Candau aus, zu dem sich der Adel 
zwar steli te , von welchem aus er aber eine Deputation an den ROllig ab- 
Bondte, um sich zu einer Geldsteuer statt des U.ofsdienstes zu erbieten, welcher 
fUr einen K rieg nufserhalb der Landesgranzcn nicht statthaft ware. Der erwar- 
teten Elltscheidung zuvorzukommen, schrieb der Iłcrzog wegen der immer 
naher kommellden Gefahl' cinen dOI)peltcn Rofsdienst, uud auf den 22. Februar 
160 I. einen Landtag nach Bauske aus, welchem auch Herzog F ri e d ri c h, nach 
seiner Riickkehr mit seiner jungen Gemahlin E l i s a b e t h M a g d a I e n a, Prinzessin
>>>
XI 


von Pommern, beiwohnte, und Buf welchem der Streit heCtig Busbrach, indem 
man sich hauptsiichlich iiber die getheiJte Regierung beschwerte, und die giinzliche 
AusschJiefsung des Herzogs W ił h e I m "on der Regierung beantl'agte. DieCs 
zeigte, gegen wen eigentlicb der Hafs des Ade)s gerichtet war; beide Herzoge 
protesth.ten gegen den Antrag und versprachen die Ausschreibung cines neuen 
Landtagcs, auf dem aUe Beschwerden abgestcJlt werden sonten; aber ". ilh elm 
vermehrte die Erbitterung durch harte Drohungen und son sogar erJdlirt haben, 
er woHe aIs cin Fcind der Landschaft leben und sterben. Unterdessen war der 
Ritterschafts-Abgeordnete, Hauptmann Schwerin, aus Po)en zuriiclgekehrt 
mit der Entscheidung, dafs das Erbieten der Landschaft zu einer Ge1dsteucr 
angenoII1men werde, ohne dafs aber dem Fursten der Lehnsdienst erJasseD 
wurde. Dessen ungeachtet ward der "C1'sprochene Landtng verschoben, vieUeicht 
weil die gemcinsame Gefahr zur Ruhe rieth; die Herzogin Mutter trat a)s 
Vermitt)crin cin; der Adel )eistcte sogar den doppelten RoCsdienst, und Herzog 
}'riedrich zog pcrsonJich gegcn die Schweden nach Lh')and, wo er mit Aus- 
zeichnung kiimpfte, so dafs er spiiter seine Verdienste in dicsem Kriege bei 
der Oberlehnsherrschaft geltend machen konnte. 
Illzwischen steigerte Herzog 'Vilhelm die Spannung noch mehr, indem 
er sich dm'ch seine Hefl.igkeit zu Schl'itten hinreifsen )icfs, die n)s Bc)eidigung 
und MiCshandlung genommen "-U1'den. 80 haUe er 1603. den Ade) in Person 
zum Rofsdienst nach Autz entboten, weil er :I1um Entsatze von Kokenhul!len 
iiber die Duna zichcn \VoHte. Dcr Ade), und darunter auch die N o) d e *), 
erschicn vij))jg gerustet und mit LebensmittcJn ,'erschen , )icfs dem Herzog auch 
zum vorhabenden Zuge durch eine eigne Dcputation G)uck wiinschen; erhieJt 
aber vom Filrstcn dureh scille Riithe die Antwort, ihr Gehorsam habe ihn 
hinlangJich iiberzeugt, dafs sie ihrell "iderspenstigen Sinn geiindert hiiUen; sic 
mochtell nur wieder nach Hause zichen, er habe besch)ossen, den Zug einzu- 
stellen. Diefs wurde aIs I10hn aufgenommen, und zwci der herangezogenen 
Edelleute, .l\fagnus Nolde und Engelbrecht von Vietinghof, wonten 


*) Dcr Hafs dieses Gescl1łechts wider Herzog W i I la e I m IIchrieb sich von einer Jnjurien- 
klage her, wclc:lle dic N o I d e gegen H e i Ił r i c h n II tt I er 15!JD wegen Schmiihung ihrer 
chrlichen Gebllrt erllobcn haUen, und worin sie IIcrzog W ił h e I m 's Verfahren ungerecht 
und IInertriglich f.ndcn, Vergl. ller'L09 Wil1łelm's Sat'Lscl.rift, untcr den Actenstucken 
NJ'o. 0, 


........
>>>
II 


dem dadurch begegnen, d
łls sie mit ihren Iłccreshaufen auf'brachen, mul sich 
auf den 'Veg ins konig1iche Lager an der Duna begaben ; aHein der Herzog 
sandtc ihnen einen strengen Befehl zur Riickkehr nach, Ulul sic fi.ihHcn sic:h 
denn doch geniithigt, demselben Folge zu leisten. Einen ubeIn Eindruck mac
hte 
es auch, aIs man erfuhr, daCs Herzog "'i Ih c I m bei seiner Lehnsempfangnił's 
in \Varschau (am 8. Februar 1605.) die k urliindische Ritterschaft der 'Vider- 
setzlichkeit und des Emporungsgeistcs beschuldigt habe. . 
 
, I, Die Beschwerden der Landschaft waren unterdesscn dreien aus ihrer 
l\'Iitte, J o h a n n K e tt I er, L e w i n von B u lo w und O tt o von ]) o n h o f, 
zur Untet'handlung iibergeben WOJ'dCJl. Diese veranlafsten, sobald sic'h der Krieg 
von dell Griinzen cntCemt hatte, cinC'n auf den 13. JarlUar 1606, nach l\'Jitau 
ausgeschriebenen Landtag, welchem ,V ił h C lm aus dem \Vege ging, indem er 
eine Reise nach Deutschland, den Niederlanden uncl ł
ngland antrat, von weJcher 
er erst nad} andcrthaIb Jahren zuruckkchrt,c. )'ieIlcicht weił er nicht dabei war, 
und die Verhandlungen von seincm fł'iedliebenden Bmdcr Friedrich geleitet 
wluden , encligte dieser Landtag am 14. lłebruar ziemJich glucklich, nachdem 
vide Adeligc yon demselben ausgeblieben, um! desscn EroJfnung darum beinahe 
ullterbliebcn wiire, wenigstens erst sl)iiter erfolgtc, aIs bestimmt war, niimlich 
OlU 22, Januar*). Aufser aJJgemeinen Landcsangelegcnheiten wurden die Porde- 
rungen des AclcJs an den JIerzog verhandelt, und wenn auch nicht voJJjg ent- 
schieden, doch auf cinen soIchen Punct gesteJJt, dar s beide 'fheiIc bei gehoriger 
Miirsigung wohI in }'rieden neben einander hiiUen bcstehen konnen **). Alleio 
die Ruckkehr IIerzog )VilheIm's uud sein iibereiłtes Verfahren verdarb wieder 
Alles. Der Ade} wollte ihn durch eine OepntatioJl bewjIJkommen, an deren 
SJ)itze der JIauptmann G o t t h a r d N o l d e stand; der lIerzog aber liers diese, 
ols sic sieh bei ihm meldete, gar nielIt '"or sieh, sondem wiefs sie mit drohendcn
 
bis zur Unanstiindigkeit beIeidigenden "r orten ab **.). Diefs krlinktc Ulld mehrte 


*) niebt: 22, Juniu!, wie bei Crłlse I. 89, falscla gedruckt ist. 
**) Vergl. dus Actenstuck N,.o. 
. 
..*) Es wud "dem Seel. I1anptmann von des Fiir
ten Rath D. D crg ungezeiget, Er soltc ,"Or 
scinc Augen nicht kommen oder wolte Ihm tretcn, dufs Ibm der Dreck (mit Gunst Złł 
, . 
mcldcn) IIOItC zum lIalCsc auf/Ólgelacn." So stebtin der Grotlłuss'sc!łen Apolo9ie, siehe 
Actenstiickc Nro, 8, Vergl. C.'use L. 90., wo die Umstiiudc nicbt ganz genau ange. 
fubrt sind. 


"
>>>
XIIJ 


. 'r 
dio Erbitterung, indom os zugleich die. 1 Anhanglichkeit 'so Manchor schwachte, 
dio sicI. noch "011 der Gegonpartei fern Molton. Doch I1orzog ,V ił h o I m 
glaubte ",ohl, eine guto Sttitze in seinen Verbindungen in Polen, besonders durch 
dio Radziwillscho "orwandtscbaft, -und durch seine Auszeichnung in dem I{riege 
gegen 8ehwodcn*) zu haben, so wie in seiner Verbindung mit der Brandenbur
 
gischen Prinzcssin S o P h i a (zu J{unigsborg am 5, Januar 1609.), durch wolche 
er das bis dahin yerpfiindete Amt Grobin zur lUitgabe erhielt. Gleichzeitig 
gestattete ihm dcl' KOllig freiwillig dio Einlusung des Piltenschen Kreises fur 
sich und scincn llmdcr, sobald er die Pfandsumme an die 'Vittwe des IUark-- 
grafoll G, e o r g F ri e d ri c h załJIen ,,'urde; und da der letztern nachster Rrbe, 
der Kurfilrst J o h a n n S i g i s m u Il d, des Herzogs Schwager geworden war, 80 
sehien Alles gut von Statten zu gehon, wen n nicht von einer andem 8cite her 
Schwierigkcitcn erregt worlcll waron. Ein aIter 'Vidersacher des Herzogs, 
M a g n u s N o I d e, walldte seinen ganzen Einflufs bei den stiftischon Eingosessenen 
an, und arbeitete bei dem Konige dahin, dafs diese selbst das 8tift oinlos('n soUten: 
um es aIs ein filI' sich bcstehendes Kronland durch kunigliche Landratho regieren 
zu lassell. Obwohl nun rias lland der Verwandtschaft mit dem llralldenburgschen 
Hause durch den fruhzeitigen 
l'od der GemahIin lIerzog 'V i Ih o l m 's (am 24. 
N ov. UHO., nachdem sic ibm eincll 80ho (J a c o b) geborcn hatte,) sicI} bald 
genug lusete, und dor Kunig wirkJich schon dem piJtenschen Adel insgehoim 
die gewiinschte ZlIsicherullg hatte geben lassc", so erfol1:;te doch zu Konigsberg 
8m 21'3. ł'obruar 1612. die Einlusung obne weitere 8chwierigkeiten *"'), und Hcrzog 
'V i I h e I m zog das 8tift Pil ten zu seinem Landesantheil von Kurland, von ,,,'elrhem 
es auch ga"z umgebcn war. Es scheint jedoch, dafs Herzog '" iJ h e I m nie in 
einen unbestrittenen und ungestortcn llesitz des Stiftes kam ***); der Zustand 
der dortigen Ańgelegenheiten blieb noch immer ein unbestimllltcrund schwankender. 
ł 


*) Cruse I. 90. Der BorgfiiItigc Sammler (;adtbłlsch hat ,'on soJcher AuszeicłmulIg gar 
lIichts, sOlldcrn Bagt lIur, im \lider
llruch mit Crllse, in seinen Livl. Ja/arb. II. 
, s. 
:; 86. bcim J, HiOB: "ner lIerzog W i I h c I m \'on KurialId erschicJI vor dcr Schanze all deI' 
Duldcraa, Bah bajd, darli seinę :BemuhlIlIg ,ergebIich !'e,} u \\'iirrle, mld zOg zuriick." I 
...) S. N ettelblallt's AJłecdota Curl. p, ł-6
, mld Acten.
t;it'ke lYr. 4. 
.....) gcgcn Crllse l. 91. Dcr obigen IJchanptulIg licgt das ort noch sclbststiiudigc BellchOlen 
dcr l)iltellscJaen Laudrathe zuru Gnl;.tlc, wcIclu's man bei mauchclI Auliiss('u, 110 m Cli I lich bei 
· Gcleg('uheit dcr CommissiollCIl \011 1616 u, 1617, wKhmimrnt. V
rgl. C"llSe I. 1.04. Ił 


. 


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XIV 



 


AlIes Angefiihrte macht es erkliirlich, daCs jetzt Herzog W i I h e l m um so 
emstlicher daran liegen murste, die beiden Druder M a g n u s und G o t t h a r d 
von N o I d e zu der Huldigung anzuhalten, deren sie sich immer noch weigerten: 
denn sie waren die Einzigen, welche sich dieser Formalitiit entzogen, obgleich 
sogar ihr Vater sio in seinem Testamente dazu verpflichtet hatte. Diesc \Vider- 
setzlichkeit war ganz eigentlich gcgen Herzog W ił h c I m gerichtct, in dessen 
Landestheile dio Besitzungen der N o I d e belegen waren: denn M a g n u serbot 
sich 8chriftlich gegen Herzog F ri e d ri c h zur Lehnsempfangnifs, mit dem Ver- 
langen, dafs ihm nur die Ceremonie des Niederkniens erlassen wurde. Da ordneto 
Wilhelm ein adeIiges Lehns- oder l\lanngericht (curia parium) im Jahre 1610. 
an, welches die Huldigungweigernden vorlud. StaU zu erscheinen, protestirten 
diese in einer unchrerbietigen Sch..ift gegen das ganze Verfahren und verliefsen 
das Land, um in koniglich polnische Hofc.lienste zu treten. Der Ilerzog liers 
sich abcr dadurch nicht irren und dos V crfahrcn gcgen sic fortsetzen , wodurch 
ihncn, aIs Gehorsannveigcmdcn, ihr Lchngut KaUctcn abgcsprochcn und sie 
selbst dem pcinlichcn Gerichte iibergeben wurden. 



 


m. 
Griisseste Hiihe der Streitigkeiten, 1611-1615. 


Der Streit war nunmehr zu offenbarer Feindseligkeit gewOl'den und hatta 
sich in einen Procefs verwandelt, der vor der Oberlehnsherrschaft gefiHut wurde 
, 
welche dcn von Herzog Wilh el ID verurtheiltcn Brudem gem Gehor gab, weil 
sie dadurcb cillc Gclcgcnheit fand, ihrc Oberhohcit geltend zu machen, vieUeicht 
Buch darauf dachte, den beerbtcn Herzog Wilhelm von der Regicrung zu 
entfcrnen, um bei der Kinderlosigkeit des Herzogs :Friedrich nach dessen 
Tode das HerzogthulD entweder nach dem Reichstagsschlusse von 1589. dem 
Konigreiche und GrofsfUrstenthume einzuverleibcn, oder es einem koniglichen 
Prinzen zu geben, und dadurch mehr Gewicht in der RepubIik zu gewinnen. 
N o I d e 's Klnge hatte ein Anmahnungsschreiben des Konigs an beide Herzoge 
zur Folge, dafs sie die Kliiger wieder in ihr Gut einsetzen und ibnen Genug- 
thuung geben soUte. Dessen weigerten sich die Herzoge, wei! die Kliiger das
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xv 


Lehn rechtJich verwirkt, und daher weder Genugthuung, noch Wiedereinsetzung 
zu fordem hatten; und nun wandte sich das Verfahren einseitig gegen Herzog 
W i I h e I m, auf den man es angelf'gt hatte und der nun vor das konigIiche Tribunal 
yorgeladcn wurde, sich aber zu erscheinen weigerte und sich nur vor dem ver- 
s
mmeIten Reichstage reehtfertigen zu "'oHen und zu konnen erkliirte. Desto 
hMtiger drangen die Gcgner bei dem durch 'V iJ h cI m '8 Rcnitenz erbitterten Konig 
auf die Abstellung ihrer Beschwerden, welche sie mit neuen vermehrten, und 
besonders gegcn das richteten, "was unter Nachbar Wilhelm Kettler, der 
sich einen Hcrzogen zu Kur]and nennet, sich je immer mehr und mehr ,,'ider 
uns unterfanget""'). Der Konig "CI'nichtete nun das gegen die Nolde angestellte 
Verfahren, und gebot deren 'Vicdereinsetzung nebst Ersatz des entbehrten N utzens 
und V ergiitung alle
 Schadens, ",obei die N o] d e unter besondern konigIichen 
Schutz gesteHt ,,"urden; t.mg auch den piltenschen Landriithen die Execution auf, 
und setzte :mf dCl'en I1inderung durch den Herzog eine Poen von 30,000 unga- 
risehen Gulden, im November 1611. Diesem Decrete }eisteten dieHerzoge keine 
Folge; uud mm orhoben sich dic Klagen der N ol d c nicht mehr blofs in eigener 
Sache, sondem auch, -vereint mit den tibrigen Mifsvergntigten, gegen die Herzoge 
in Angelegenheiten der innern Verfassung des Landes und auf eine 'V eise, die 
die LehnsfLirsten bei ihrer OberlehnshelTschaft ,'erdachtig, ja gehassig machen 
mufsten unII auch wohl soli ten. Die herzoglichen nl,tider suchton sich gegen 
solche Anschuldigungen zwar zu vertheidigen, fanden aber wenig willi ges Gehor, 
und gegen Herzog 'VilJtelm erging im Juli 1614. ein neues Contumacialmtheil; 
die Ritterschaft abel' erhielt im April 1615. auf ihl'e Bitte eine erneute Bestiitigung 
aIJer ihrer Privilegien, die sic vor der Subjection gebabt und seit derse}ben 
erworben hiitte. 
Mitt.Ieł"\veile hatte der Adc] auf einen Landtag bei Herzog Fried ricb 
ongetragen, diesel' aber solcben nieht bewilligt, obwoh} zwei konigJiche Com- 
missarieu dazl1 erschiencn, die zugleich eiu Subsidium fUr den Konig begehrten 
(1613). HCI'zog ,V i I h e} m aber war, ,'ieHeicht um auszuweichen, wieder auf 
Reisen gegangen, uud hatte cine CJ"iminaIk]age gegen den Ade} erhoben, um 
dessen Klagen zu begcguen, welche auf dem niichsten Reiehstage zur Sprachc 
kommen solJten. Zu 'Varschau, wohin sich die herzoglichen Broder nun begaben, 


"') S, Fr. 6f en;; 1,;sl. Prodromus (fes lieffl. Rechtens und Reg,.ments p. $:5. 


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I 
II' 


VI 


I: 


801lte ihre Klage aIs nnstatthaft verworfen werrlen, nnd sie hatten dossen Zcugon 
seyn musscn, wcnn sie nicht fruher, und zwar \Vilhclm zucrst, clio Rcsiclcnz 
ohne Urlallo vcrlasson hatten. Nun haUen ihrc Gcgner freicrcs Spici, sie 
gcwannen clie obcn crwahnte Bestiitigung ihrer IJrivilcgicn, die den IUttcrstand 
gewissermaafscn dcl' Gcrichtsbarkcit des Hcrzogs entzog, und crlangtcn einen 
koniglichen BerchI an Jlerzog F ri e d ri c II zur Ansetzung cines I
andtages, zu 
wc1chem dcr Konig Universalicn e..licfs, und nn dic piltclIschcn I.andrathe zur 
Vernchmung dcr Zcugen dcs Adcls gegcn clie Jlerzoge. Dicfs offncte manchen 
der Mifsve..gnugten Adeligen clie Augen daruber , wie verderbliclI {'in solches 
V cn;ch]eppcn einheimischer Streitigkeiten vor einen auswartigen Richter sey: 
denn man mufstc nun flirchten, dafs Ku ..land ganz unter łłOlnische IIcrrschaft, 
und die evangclische Kil'che in Gcfahr kommcn konnte. Daher tratcn vide zur 
Partei (ler lIerzoge, clie den Lancltag nicht nachgahcn; die kiinigli('hclI Univer- 
salien (Au
sehreihen zum Lancltage) b]ieben meistf'lIs unpuhJicirt und die IIcrzoge 
getrauetcn sieh, 2-1 Adeligen, welche die Univt'l'salien ausgewi..kt, und clie 
Instruction znr Klage gegen die I1erzoge unterschrieben hatten, eine peinliche 
Yorladung ins Haus zu sehicken. DCl' f{onig aber erneuerte eeine Anmahnung 
zur AbhaJtung eines Lancltages an die IIerzoge, und gah auf Auswirkung der 
Mifsvergnugt,n neue Universalicn, wclche in dClltscher Sprache an die Kirdł- 
thurcn geheftet, aber an einigen Ortpn abgerissen, und mit Hohn hchandelt 
wurden: was die Gegner filrst1ichC'n ReamtC'n 111](1 einmn Iłrff'hlc IIe:,zog "r i1- 
helm's zuschrieben. GJeichwohl berief der Uitterschaftshaul)fmalln Otto von 
Grotthu
s, den Univcrsalicn g
miHs, im Jllni 1615, cinen I...andtag nach Autz, 
wclchem, zufolge des kiinig1ichen Dcfchls, nur Herzog Friedrich beiwohnen 
soJlte, und braehte ihn :mch zu Stamle. Aber I1crzog F ri c d ri c h ersehien 
nicht allein, sonrlcrn mit ihm 8uch Hcrzog 'ViJlłe]m, und die VersammJunrr 
, o 
wagtc nicht zu widersprechcn, aIs bcide die Verlcgung des J
ancltages nach 
Mitau vcrlangtcn; aUein sie fafste doch, aIs bcidc lll'udc.' 
ich entfernt 
hatten am 13, Jllni 1615. ihre besonderen BcschJusse, in \Velchen sie aber 
, , 
um des Friedcns willen, sich bercit erkliirte, den auf den 15. August 1615. 
angesetzten Landtag in l\litau zu besuchen nnd ihren (;eg('nbericht an den Konig 
so lange anfzuschieben., auch Magnus Nolde zum Aufsdlllb in seinem \'er- 
fahren ZI1 bewegen. In Mitau waren untel'clcfs aIlcrlei y orkehrungen getroffen 
wordo"; dio Herzog
 hatten sich mit bcwaffneter l\'Jacht umgeben, nnd den 
.
>>>
XVII 


Bilrgern war die 'Yeisung geworden, sieh auf den ersten Wink bereit zu halteD; 
ja, es verlautete dunkel, Herzog 'Yilhelm habe einen Scharfrichter mit zwei 
Schwerdtern aus Riga kommen lassen , was nachhcr aIs ein AnUagepunct gegen 
ihn angefiihrt wurde. Gewisser ist, dafs die Herzoge die Vermittelung des 
Rigischen Rathes angeno
men hatten, ans dessen lUitte einige Glieder mit 
dem l\'Iarienburgs(;hen Hauptmann Gotthard Johann von rriesenhausen 
bereits in lUitau eingetroffcn war£'n. Da kamen auch M a g n u s N o I d e und 
.. 
sein Bruder G o tt h a r d, onf der Ueise nach Riga 
 wo sie, aIs konigliche 
Abgeordnete, die Jcsuiten wegen eines Strcites fiber den. sogenannten Kellners- 
Acker mit der Stadt vergleiehcn soli ten , zu Mitau an, und bezogen ihr viiter- 
liches Haus am l\'Jarkte, in der Niihe des fiirstlichen Hoflagers. Die Mifsver- 
gnfigten sammeltcn sieh um sie, und der Befehl Herzog W ił h e I ID 's, dafs sie 
sic h enf.fernen sonten, blieb unbeachtet. Da wunlen sie mit ihrem Begleiter, 
Engelbrecht von IUengden, in der Nacht na ch dem St. Laurentiustage, 
den 10. August 8, St. *), in ihrem Quartiere von bewaffneten Leuten ilberfallen 
und auf den nahen S('hlofsplatz gescltlepJ)t, und bei }'ackelschein mit Hellebarden 
niedergestofsen, wiihl'end l\lengden dureh die Flucht entkam, oder man ihn 
absichtlich entwischen liefs. nie begldtendell und nachfolgenden Umstiinde dieser 
Greuelthat "'''') sind bekannt uml brauchen hi er nieht wiederholt zu werden; aber 
das hier geiibte Verbrechen v£'riinderte den Stand der Sache, indem Herzog 
'Vii hel m aIs Mitwisser, \\'0 nich! aIs Urhcber desselben, und aIs erfreut fiber 
dasselhe erschcint, oder doch so von seinen Gegnern dargestelIt und angeklagt 
wurde, Friedrich al)er jeden Schein der TheiInahme von sich zu entfernen 
bemiiht, und hochstwahrscheinli(;h auch schuldlos war, Er konnte daher 
nicht mehr so voI1ig gemeinsam, wie frilher, mit seinem Bruder handeln, der 
sich nUn na(
h auswiirtiger IIiilfe umsehen mufstc, und solche bei Gu s ta v 
A d o l P h von Schweden sucht£', 3łwh einen Hclfersh£'lfer an sich zog, wclcher 
niclIt geeignet war, die Gerechtigkeit seiner Sache iu ein heIlercs Licht zu 
stellen , - ein beriicbtigter Partisan jener Zeit und dieser Gegemlen, der rohe 


*) Unricbtig setzt Cruse I. !J6. die Nacht vom 20/ 21 Aug. a, St.; diers ist das Datum nacla 
dem lIcuelI Style. 
""') Sie werdenerziihlt inderKlagc des Adelll, s, ActenstiickeN,.o. 9. in (;adebusch's Liv'. 
I Jahrb. II. 11. S. 491" Schwarh'S Bibl. kurl. Staatsschr. S, 
O. f., Albers nord' 
Almanach f. 1.809, S. !$
, ff., ,and "on Cruse, I, 9'1. 
Mon. Liv, Bot. II, 29 


........
>>>
XVIII 


I 
I 


und wunderliehe Sohn" eines grofsen Vaters , \V O l d e m a r F 8 h r e n s b 8 C h *). 
Der angesetzte Landtag, wozu schon Viele versammelt waren, zerschlug sich 
natiirlieh; der Adel klagte fiber den Mord seines Mitbruders gegen seinen Lehns- 
herm, den er nun dafUr nieht mehr erkennen zu durfen glaubte, nnd die Auf- 
regnng murste den hochsten Grad erreichen. 


- 


IV. 


r 
BeiIeguog uod Folgeo dieses Streites, 1616-161'1 (f. 


So weit war es dcnn nun gekommcn, dafs der Oberlehnsherr wohl einsah, 
er miisse in dicsen unruhigen und ge£ahrlichen Stand dcr Dinge einschreiten. 
Deshalb verordnete der Konig S i g i s m n n d III., ohne Zweifcl auf die Klage 
des AdeIs iiber die Ermordung der N o I d e und die Protestation des F r i e d r i c h 
N ol de, schon im November 1615. eine Commission zur Untersuchung der 
Sache, an deren Spitze der Wendensche Bischof O tt o S c h e n k i n g, und in 
deren Mitte noch mehrere Livliindcr standen. Von dieser Commission wissen 
nnsre Gesehichtschreiber nichts, auch wird sie in den spateren Verhandlungen 
niemaIs erwiihnt; da wir aber ihre bisher verborgen geblicbcnen Acten ziemlich 
voIIstiindig liefern **), konnen wir hier unsem Bericht von derselben kiirzer 
fassen ***). Sie kam, nachdem sie sich angekundigt hatte, am 21. Januar 1616. 
n. St. nach Mitau, wo sie, so wie in Knrland fiberhaupt, Alles ziemlich krie- 
gerisch und namentlich auf dem herzog1ichcn Schlosse und in der Stadt viele 
Bewaffnete fand, und bcgann am Colgcnden rrage ihr Geschiift, wclches in der 
Untersuehung aUcs dessen , was gegcn die 1I0heitsreehte des Konigs und der 
Republik in Kurland und SemgaUen geschchen, theils bei der grausamen Ermor- 
dung der N o I d e, theils bei andem GeJegenheiten, und in der Vermittelung 
der AdeIsbeschwerden bestehen sollte. Herzog F ri e d r i c h erkannte sie nur 
zogernd und widerstrebend an, Herzog W i l h e I m aber lnotestirte standhaft 


*) s, Frid. 1Wenii hist. PrOtlrontus p. 04, und daraus Gadebusch's Jahrbucher II. 
9. S, 01.5. f.; desselben Persuche in der livl. Gesc/łichtskunde II. 1.. S. 81-86, 
**) In den .ActeJ&stiicken Nro. I.!J. 
***) Eine weitIiiuftigerc Rclation, die den ganzen Gang der Verhandlungen zeigt, h.be łch 
gelicfert im Inlande 1858. Nro. !J6. g. R
>>>
'l 
XIX 


gegen dieselbe, nahm Abgesehiekte von ihr zwar an, und entliefs 80lehe mit 
einer ausweiehenden Antwort, sie wurden aber auf ihrem Ruekwege ,\'on dem 
Helfershelfer des Herzogs, 'V o l d e m a r F a h r e n s b a c h, beschimpft und auf 
der Landstrafse durehgeprugelt. Der Adel wollte sic h gleichfalls versammeln, 
aber sein Hauptmann Otto Grotthufs und dessen Begleiter wurden on der 
Grenze, (er kam, wic es scheint, aus Polen) dureh Soldaten Herzog W i l h e l m '8 
behindert, und murste sich erst Sicherheit von der Commission verschaffen; 
aueh kam der Adcl nicht eher nach IUitau, aIs bis Herzog li'riedrich in die 
von der Commission verlangte Eidesentbindung fur die zu vernehmenden Zeugen 
willigte, worauf die Commission am 28. Januar n, St, feierlich eroffnet wurde. 
Ihr erstes Geschiift war die Yernehmung der Zeugen uber 51 Fragepunete; 
deren Aussagen wurden aber, aIs Geheimnirs, dem Konig einberichtet. Nach 
Beendigung dieses Geschiiftes wurden die Leichen der N olde in Gegenwart 
der Commissarien am 5. Februar n. St. ausgegraben und wieder in das Haus 
gebracht, woraus sie zum Morde geschlel)pt worden waren. Nnch langen 
Unterhandlungen wcgen Untersuchung und Entscheidung der gegen die Herzoge 
erhobencn Beschwerden, welche Herzog Friedrich der Commission nieht 
einriiumen wollte, worin er aber doch endlich nachgab, so dars endlich ein 
Termin dazu anberaumt werden koimte, fi1hrten die Commissarien am 11. Febr. 
die Leiehen der Nolde nach Riga, und setzten sie nach dem 'Yillen der Ver- 
wandten in einer Cal)elle der Domkirche bei *); leiteten dort ein Verhor mehrerer 
Rigischen Bilrger, ols Zeugen uber den Mord, und eine Ulltersuchung gegen 
cinen Rigischen Procurator (Advocaten) G ii n t h e r K a s t n e r **) ein, welcher 
bei dem l\Iorde zugegen uud geschaftig gewesen war, uud kehrten donn nach 
Mitau zuriiek. Hier wurdcn zucrst die allgemeinen Beschwerden des Adels 
vorgenommen; aber wegen Einspruches des Herzogs F r i e d ri c h, und weiI sein 
Bruder W i l h e l m die Commissioll gar niebt anerkannte, ward beiden Theilen 
ein Termin vor koniglicher Majestiit innerhalb 12 'V ochen anberaumt. Dann 
untersuchte die Commissiou Privatbeschwerden gegen Herzog F r i e d r i c h, auf 
welche des sen BevoIlmachtigte auch antworteten, und die Commission Beschliisse 
fafste, deren uberhauI)t 10 gegeben wurdcn, grofstenthcils Lehnssachen, wt'g- 


-) S. Gadebusch's livl, Ja/arb. II. 
. S. 491. Anmerk. r. 
**) odcr Kiistner, aber nicht Kiistuer, wie bei C,'use l. 97. 


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>>>
xx 


genommene Giiter und verweigerte SchuldzahlulJgen betreffend. Gegen W i 1_ 
helm, der inzwischen abermals gegen die ganze Commission )}rotestirte und 
nich! undeutJich behauptete, dafs an den N o I d e'n ein Act der Gerechtigkeit 
geiibt worden, woruber der Adel ihn nicht weiter fur seinen Herm erkennen 
zu konnen erklarte, waren bei der Commission ebenfalls Privatbeschwerden 
angebracht word en , deren Verzeichnifs in 21 Puncten besteht, und sich grijfs- 
tentheiJs auf Grenzstreitigkeiten, Pfandungen, Entziehung von Eigenthum, nicht 
bezahlte 8chulden uud dergleichen beziehen; da aber von Seiten des IIerzogs 
niemand da war, der darauf antworten woli te, so fiillte die Commission in allen 
diesen Sachen Contumacialurtheile gegen den Herzog,' und nachdem sic den 
AdcJ wieder unter HCI'zog Friedrich's Gehorsam gestelIt hatte, den jener 
aUch selbst flir 8"3inen Herrn anerkannte. ent.zog sie den Ade) giinzJich der 
Gerichtsbarkeit IIerzog ,V ił h e 1 m 's, mit dem jede, besonders bewaffnete Ver- 
bindung verboten ward, IIierauf begaben sich die Commissarien 8m 29, Febr. 
n. St. in den piltenschen District, und woli ten zu Hasenpoth ihr Geschiift 
fortsetzen ; aber obwohl sie, bei ihrer Ankunft in Grosen an der Grenze jenes 
Jistricts. den dortigen Adel zwar bereit fanden , sie zu empfangen, war doch 
die ganze Umgegend angefiiJlt mit den fremden SoJdatell Herzog WiJ helm's, 
und die Stadt Hasenpot.h 80 von denseJben besetzt, daCs die Commission es 
aufgeben mufste, ihr Geschiift hier zu fiihrell; ehe sie aber ganz davon zog, 
empfing sie noch konigliche Briefe, dic auf eingegangene Berichte sie autorisirtc, 
nothigenfalls den Adcl von nilem Gehorsam und all er herzoglichen Gerichts- 
harkeit Zll entbinden. Doch beharrte die Commission bei ihren schon getroffenen 
Anordnungen, theilte den erhaltenen BeCeh. IIcrzog Friedrich nur mit, und 
liefs solchen bei dem Adelsmarschall (Ritterschnftshauptmann), der ihn nich! 
ohne V orwissen konigJicher M
jestiit soJIte bekannt mach en durfen. Nachdem 
nun noch W nrnllngen gegcn die mit Herzog W i 1 h e 1 m Verbundenen und an 
den piJtenschen Adel erlassen worden waren, schicd die Commission von dannen. 
Gleichzeitig mit dieser Commission landtagte der Adel unter seines I1auptmanns, 
O tt o G r o tt h uf 8, V orsitz, und farste am 31. Januar *) einen Abscheid, worin 
Grotth uf s und Hein rich PIPo t ten b erg, W il h el m '8 Sohn, zu Ritterschafts- 


*) nieM am 3, Jalluar, wic bci Cruse I. 98. stcht, wo Buch der Name dCl zweiten Bel"oJl- 
miichtigtell Ullrichtig aIs Wilhclm von Plcttenberg angegeben illt.
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XXI 


Delegirten nach 'Varschau erwahlt wurden. ' Sie sonten io eioer VersammIung 
zu Hasenpoth ihre InstructioJl erhalten, und bekamen sie dort auch am 15. 
ł"ebrWlr 1616. I 
Noch wiihreod des Fortganges der commissorialischen 'Untersuchungen 
scheinen die Gegoer dcr herzoglichen Briider ihre Machinationen in 'Varschau 
weiter betrieben, und den Gang jener Untersuchungen selbst dazu benutzt zu 
haben, den I{onig zu strengeren 
laafsregeJn zu bewegen, Diefs zeigen nicht 
blofs die gescharfteren Iustmctionen uod Befehle, weIche die Commissioo kurz 
vor dem SchIusse ihres Geschafts uoter dem dato des 16, I'ebr. erhielt, und 
die sich offenbar auf inzwischen "om Konige neuerdings erhaltcne, ungilnstige 
llerichte griinden; sondern Buch ein koniglicher Erlafs von demselben dato, 
niimJich dem 16. Febr, 1616.), iiber die KIage des ołfentJichen AnkIagers 
(Krons - Inst.igators) gcgen beide Herzoge, dafs sie die Lehnsvertriige gebrochen, 
, und durch den l\'Iol'd eines konig1ichen Abgeordneten ein lUajestatsverbrechen 
begangen hatten, weshalb sie ihrer Lehen uud ihrer Filrstenwilrdc verlustig zu 
erkI aren wareo. Diese Klage ,'cranlafste eioe Achtscrklarung gegeo Herzog 
W ił h e l m vom 4. l\lai. wodurch ihm sein Herzogthum uod de.r:.
.ritel eines 
Hcrzogs genommen , aUe Einwohner aber von Gehorsarn und Unterthanigkeit 
gegen ihn Iosgesprochen wurden: denn er hatte sich auf die KIage gar nicht 
eingeJassen **). Sein Bruder aber that es, und sandte den Canzler 1\1 i c h a e l 
Manteufel und den Dr. Caspar Dreiling, aIs seine Bevollmikhtigte, dic 
seine Sache so gut zu £Uhreo wufsten, dafs er am Diostage in der Frohn- 
Ieichnamswoche (7. Juni) von der durch deo AnkJiiger ihm vorgeworfenen 
Felonie vom Kooige freigesprochen, und im Besitze seines Herzogthumes erhaIten 
ward ..*); doch sonte er mit einem Ieiblichen Eide erhiirten, dafs er den aD 


*} uicht 1615,. wie durch ein«:n I)ruckfeJaler bei Cruse L 98. stehł. S, .Actenstilcke Nro. 16. 
..) Niclat undeutłich wird in dcmUrthcile bemerkt, dafs er mit dem Konige Gustav Adolph, 
dcr hier blofs lIerzog von Siidermannland heifst, miindlicla und schriftlich gelaandelt hiitt
. 
ViclIcicht war er auch wh'klich auf dem Wcgc dcs ofłenen Abf8IJs \'on Polen: was denn 
Manches in seiner lIandlungsweise erkliiren wiirde. 
"'**) SowoM bei Gebhardi S. 4$. und .Albers (Nord. Almnnncl& 1809. S. 60.), ais bel 
Cruse 1. 99. heUst es, er sey &m 31, Mai seines Hcrzogthums verlułltig erkliirt worden; 
es fchlt aber dafiir giinzlich dcr Bc- und Nachweis, Uluł ich habe nieJats auf6nden kounen, 
'Was dicsc Angabe bestiitigt, Vergl. Ziegenhorn, llurl. Slaalsrecl&t 
. 1
4. S. 1$9. 


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XXII 


den N o l d e'n veriibten Todtschlag weder veranlafst, noch darum gewufst, noch 
ihn gebilligt hiitte; eine besondere Commission sollte W i l h e l m 's Giiter einziehen, 
nnd die Verfassung des Furstenthums ordnen; auch wurde F ri e d ri c h 'e n ange- 
dentet , dafs er sofort seine Reiterfahne stellen , und den Appellationen an 
den Konig kei n Hindernifs in den Weg legen sollte. 80 erlangte er den W unsch, 
bei seinem viiterlichen Erbe erhalten zu werden, welcher um so sehnlicher seyn 
mochte, da er, obgleich selbst kinderlos, dem Sohne W i l h e l m 's, dem Prinzen 
J a c o b, den er wie einen eignen Sohn liebte, die Hoffnung gewinnen, uud das 
Recht hinterlassen wollte auf den Besitz des Herzogthums. - 
Die angesagte Commission zur Regulirung des verwirrten Zustandes in 
Kurland begann ihre Arbeit im Anfange des folgenden Jahres 1617.; wir konnen 
uns aber hier einer 8usfOhrlichen Darstellung ihrer Geschiifte iiberheben, da 
thei1s die vollstiindigen Acten bei D o g i e l und Z i e g e n h o r n, theils ein genii- 
gender Auszug bei C ru s e I. 99-106. zu linden *). Hier ist nur anzułOhren, 
dafs sol che die fruheren Recesse in Untersuchung zol;, ohne jedoch ihre Ent- 
scheidung dariiber zur offentlichen Kunde zu bringen; dafs sie, bestimmt, die 
Schlosser und das Gebiet des Herzogs Wilhelm in llesitz zu nehmen, dem 
Herzog F ri e d ri c h in so weit nachgab, dafs sie dem Konige zur Entscheidung 
sein Anerbieten beriehten wolIte, in Gegenwart eines Abgeordneten der Com- 
mission die Schlosser und das gesammte Gebiet von Kurland "on seinem Bruder 
W ilh elm oder dessen Bevollmachtigten fiir den Konig und die Republik zu 
iibernehmen, nur dafs ihm gestattet wiirde, die Sache vor den niichsten Reichstag 
zu bringen, und das ł
mpfallgene nur herauszugeben, wenn es ihm dureh 
Reichstagsschlufs abgesprochcll wOrde: woriiber er cine Versicherung in sehr 
demiithigen Ausdriicken gab. Die Commission sprach ferner Verbannung und 
Ehrlosigkeit fiber die M order der N o l d e aus, und vermittelte die Einigkeit 
zwischen Adel und Herzog, deren Grund zwei neue Gesetze waren, welche noeh 
bis jetzt das Fundament des kurllindischen Staatsrechts bilden : die F o r m u I a 
Regiminis und die Statuta Curlandica seuJura et leg es in usum 
Nobilitatis Curlandiae et Semgalliae**). Nach geschehener Publication 


*) Gadebusch, Livl. Jaltrb. II. 9. S. 'H7., Ilat von dieller wicbtigen Verhandlung nur 
einen einzigen 
" der bum eil1e Seite fiilIt. 
.*} VergJ. Cruse I. 109-11:. .. 


........
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XXIII 


dieser Statute, welche zu vel'mehren und zu berichtigen sich der Konig das 
Recht vorbehielt, wurde Herzog Friedrich auf das Rathhaus geladen, und 
ihm, nachdem er den versprochenen Reinigungseid wegen des an den N olde'n 
veriibten l\'lordes stehend geleistet, . der Theil des Herzogthums, den er in der 
'fheilung besessen hatte (SemgaUen), iibergeben. Hierauf endigte sie ihre 
Sitzungen zu lUitau, und begab sich nach Hasenpoth, wo die Verfassung ,'on 
Pilten, aIs einer unmittclbar unter dem Konige stehenden, und flir ihn von 
eingebornen Landriithen yerwalteten Landschaft, von ihr eingerichtet wunle. 
Inzwischen hatte sich Herzog Friedrich bald nach der Abreise der Commis- 
sarien von l\'litau, zum Konige nach \Vilna begeben, und ohne sich durch einen 
nachgesandten Unterhand]er zur Riickkehr bewegen zu lassen , neben einer 
Protestation gegen das Verfahren der Commission Bevo1Jmachtigte zur Ueber- 
nahme der. Schlosser des Herzogs 'ViJhelm ernannt. Dieser hatte zwar, bei 
Gelegenheit der Reise der Commission na ch Hasenpoth, auf seinem Schlosse 
Schrunden, wohin er die vorbeireisenden Commissarien zum Nachtlł1ger einlud, 
einen Versuch gemacht, ihren guten WiU en zu gewinnen. n'riinderte und 
verstiirkte aber jetzt seine Besatzungen, und schickte sich sonach zum \Vider- 
stande an; daher sich die Commissarien begniigen mnfsten, in Hasenpoth, 
Goldingen , Windau und Libau die Unterthanen von dem Eide zu entbinden, 
welchen sie dem Herzoge W i l h e l m geleistet hatten. gegen das lletragen Her- 
zog F ri e d ri c h 's zu protestiren , aIs der durch seine Handlungsweise nicht 
verdient habe, den Landestheil seines Bruders auch zu bekommen, gegen seinen 
schlimmen Rathgeber Caspar Dreiling sich ein gerichtliches Verfahren 'Vor- 
zubehalten, und gegen Herzog 'V ił h e l m, aIs der sein Lehn verwirkt habe
 
und seine namentlich genannten Anhiinger, besonders W oldem ar Fahrens- 
b ac h, gleichfaJls feierlichst Protest einzulegen. Unterdefs hatte Herzog F ri ed- 
rich 'Vom Konige, welcher besorgen mochte, der Herzog konne sich (len 
Schweden, mit welchen gerade der von Polen geschlossene 'VaffenstiUstand zu 
Ende ging, in die Arme werren, die einstweiJige Uebergabe des ganzen Antheils 
seines Bruders bis zur Entscheidung des Reichstages erhalten, und stellte 
deshalb dem kurliindischen Adel unterm 25.April cine Versicherung aus, welche 
die Commission in ihre Acten aufnahm *) , worauf sie am 8. Mai ibr Geschiift 


*) Unrichtig S8gt Cru6e L 106., dic Commisllarien hiitten diese Vcrsicherungsschrif 
gestcllt, . 


a - 
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XXIV 


schlossen, und am 9. l\Jai noch die Urkunde iiber die Verwaltung des piJtenschen 
Districts crlicfsen, der nun unmittelbar unter dem Konig zu stehen kam, und 
auf den die kurliindischen Herzoge nun weiter keinen Anspruch hatten. - 
So war denn das bose Zerwurfnifs gehoben, welches Kurland 80 lange 
beunruhigt hatte, und in zwei orgauischen Gesetzen die Verwaltung des I1er- 
zogthums geordnet und gesichert. Es bleibt hier noch iibrig, den Gang der 
Regierungsangelegenheiten lIerzog F r i c d ri (' h's in Betreff der ErhaJtung des 
ganzcn Herzogthums bei seiner Familie.), und die S("hicksale seines Bruders..) 
kurz zu erwiihnen. 
Herzog Friedrich hatte, mit Mafsigung und kluger Benntzung der 
obwaItenden Umstlinde, seine Sache so gut ge8tellt, dafs er auf dem Reichstage 
zu \Varscbau am 26. Miirz 1618, mit dem aIs Leho verfaIJenen KurIalId unter 
gewissen Bedingungen Bufs neue begnadigt, und ihm soIches im Juni desselben 
Jahres dm"ch konigliehe Commissarien iibergeben wurde. Auch wufste er sich 
die Gunst des fruher auch gegen ihn erbitterten Adels, so wie die Licbe dcr 
iibrigen Unterthanen in dem Maafse zu erwerben, dafs sich Adel und Stadte 
mit seinen 'Vullschen, den Sohn seines Bruders 'Vilhelm, welchem seine 
kinderlose Gattin l\'Jutter gewordcn, zum Nachfolger zu eehalteo, vereinigten, 
schon auf dem Landtage zu Mitau am 24. December 162.,1. beschlossen, beim 
nachsten Reichstage die Erbfolge des Prinzcn J a c o b in Anregung zu bringen, 
8uch auf dem folgenden Landtage dazu besondere Willigungcn machten, 
und demnachst auf dem Rcichstage zu Warschau 1628. gemeinschaftlich mit 
ihm baten, dafs der I)rinz J a c o b vom Konig zu Gnaden angenommen werden 
mochte. Doch hą
te die Sache bei Lebzeiten Konig S igis m u nd III. keinen 
Fortgang, obwohł- sich der Herzog durch seine 
.rreue uml Allhiinglichkeit an 
Polen wiihrend des schwedischen, oft in Kurland hinuhergreifenden Krieges 
empfohlcn hatte; erst nach des Konigs Tode (am 2%0 April 1632.), wiihrelld 
des Interregnum s , ols die Radzi will ihre Gunst fUr das fUł"stliche Hans 
bethiitigen konnten, indem Kar I Rad zi w ill Director des Inte rJ'cg n u łIlS , nnd 
hri51toph Radziwiłl Reichstagsmarschall war, bekom Herzog Priedrich 


*) Vergl. Cruse I,107-109. 156-110., Gadebuuh's Livl. Ja/.rb, II, 1? S. lJ1?S. 
łl1?6. 653. IIT. l. S. 1?7. 46, 47, 91, 10!l. 105, 115, 11$0. ,} J 
**) Vergl. Cruse I, 106., Gadebusch a. a. O. III. I. S. l!l!l. 


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xxv 


da er auf dem Convocationsrcichstage 1632. durch einen Gesandten um die Wie- 
dereinsetzung seines Bruders und dessen 80hnes anhielt, von den RcichssUinden 
eine gelViihrende Antwol't, und im fo]gcndcn Jahre 1633. setzte der neue Konig 
'Yladislaw IV. Buf dem Reichstage fest, dafs 'Yilhe]m zwar die herzogliche 
'Vilrde wietler bckommen und gewisse Einkfinfte genicfsen, F ri e d ri c h aber 
allein die Regicrung flihren, um} ihm nach seinem 'rode der Prinz J a c o b, 
,y i] h e I m 's 80hn, in der Regicrung fo]gen sollte, worauf denn die konigliche 
Bc]ehnung fiir Onkel und NeITcn, und eine 'l creinbarung beider Brfider fiber 
die Einkiinfte, wie sie jetlem zuraUen sollten, erfo]gte. Diese giinstige 'Vem}ung 
verdallkte man Buch mit den Bcmfihungen und Bitten des Konigs von Englantl, 
dessen Vater Jacob I. der 'faufpathe ,'on Ilerzog 'Vilhelm's, nach ihm, wie 
es scheint, genannten 80hne war, Obwohl die Zusicherungcn flir den Prinzen 
Jacob ,"om Konige 1637. erneIlOrt wurtlcn, so bewarb sich do ch im folgenden 
Jahre der Prinz J o h a n n C a s i m i r, des Konigs Bruder , um tlie Bc]ehnung 
mit Kur]and, und sm'hte J\litwil'kung bci dem kurliindischen Adc]; weil aber 
gliicklicher 'Yeise die po]nischen J\Jagnaten andre Absichten hatten, indem sic 
Kurland aIs unmittelbare Provinz an das Rcich und dia Republik zu bringen 
wiinschtcn, so arbeiteten sie dem ki)lIiglit:hen Hausc entgegen, umI der sorgsame 
Onkel fand es, zur Sichprung seines NeITen in (len sclnver crrungencn Rechten, 
am rathsamstcn, dic Rcgierllng, sobald uls moglich , in dessen Iliinde zlllcgen, 
Auf sein Ansuchen erhiclt er auch in demsc]ben Juhre die Genehmigung dazu, dafs 
er seinem Neffen die Regicrung abtreten kiinnte, nur miifste der Prinz vor Antritt 
derselben dem Konige die Hnldigung od er den Lehnseitl leisten, I1icrauf ging 
die Abtretung in der Art vor sich, dafs lIerzog Friedrich (lie wirl..licbe 
Regierung sich vorbehielt, so lange er leben oder es ihm gefallcn wiirde. 
Demnachst erfo]gte Blich zu \Vilna am 18, Fcbrnar 1639. die formIidlC Uclehnung 
des Hcrzogs J a c o b mit Kurland und 8emgallen. Der betagte P r i e d r i c h 
konnte nun mit Ruhe seinem 'fode elltgegen sehen, we1cher ihn am 16. August 
16-12" im 73stcn Lebensjllhre, nach eiDer 5-łjiihrigcn, hochst wechsclvollen 
Regierung, erreichte: worauf Kurland seillell1 grofsten, 8 r nic;ht immer gl"' 
-; 
lichen Herzoge huldigte. 
Soin unglilcklicher V liter besafs ,'iellcicht die _\nlage zu einem tii('htigen 
Regenten und selbst grofsen J\Janlle: (lenn wir m.iissen an ihm cincll muthigen 
und standhaften Charakter mul eilłe llascbbeit der IIandlungs\\ eise . IlCrkCUlłeu, 
Mon. Lh-. 811t, II 30 


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XXVI 


welcho zur Erlangung wahrer GroCse nothwendig sind. Aber durch einen starken 
Zusaf.z von Jiihzorn und vieUeicht auch von Raehsucht wurden diese guton 
Ejgenschaften verdunkelt, und voIlends wurden sie dureh Umstiinde und Zeit 
herabgedriickt. Hatte W ił h e I m einen wiirdigen Gegenstand gefunden, woran 
Bich seine guten Charakterseiten hatten ausbiIden konnen, so wiirde er vieHeicht 
wahre Grofse erreicht haben; nun aber sank bei den geringfiigigen Streitigkeiten, 
wie sie unter Nachbaren stattfinden, wo der Gegenftand, weIcher die Erbitterung 
weckt, nicht mehr ols vieUei(
ht drei Fuder Heu oder zwei 
"aden HoIz ist *), 
seine Standhaftigkeit in einen 1'rotz herab, durch den er oft seiner gerechten 
Sache schadete; es entspann sich bei ihm ein Geist der Racho und Chicane 
gegen seine, noch immer in mancherlei, oft kleinlichen lleziehungen mit ihm 
Itehenden Gegnern; der rohe Sinn und die rauhe Sitte jener Zeit, so wie der 
friihzeitige VerIust seiner GemahIin, und die Entbehrung des eigentIichen 
FamilienIebens, trugcn dazu bei, sein Gemiith noch mehr zu verwildern; und 
der Einflufs schIechter lł.athgeber, den ihm seine Gegner so oft vorwerfen, 
larst sich wohl nicht ahIeugnen. Dazu kam nun noch die \Vahrnehmung, wie 
man kiinstlich die Mittel suchte und hiiufte, um ihn zu verderben: nicbt bloCs 
von einer Seite h er, wo _diefs nicht anders zu erwarten war, niimlieh von Seiten 
seiner inlandischen Feinde, sondem auch von Seiten der factiosen Polen, welcho 
iich freuen mochten , in Kurland und den sich dort entspinnenden Streitigkeiten 
einen wilIkommenen Sehauplatz fUr ihre Intriguen zu :finden, den sie denn nueh ' 
gehorig bcnutzten, um AUes anzuwenden, dafs Kurland zur Republik gezogen 
oder das Lehnfurstenthum eincs Prinzen aus dem konigIichen Hause wiirde. 
Denn diers schien ihnen lei ch t zu bewirkcn, wenn sie es nur mit dem schwii- 
cheren, iiltern Bruder zu thun, und sich von dem energischen, jiingern losge- 
macht hiitten. Daher bei Hcrzog Wilhelm Jiihzorn, Trotz, Rachsueht, manche 
Uebereilung und oft ein Verkennen seines wahren Interesse's, verbunden mit 
allen thiitliehen Ausbriiehen der genannten Leidenschaften. Gleichwohl hatte 
lIein Leiehenredner, der kurIiindisehe Superintendent Paul Einhorn, in der 
ihm gehaltenen Leichenpredigt *) seine Leutseligkeit ganz besonders riihmen 


*) Man vcrgleiche die Privatbeschwcrden, welche gcgen IIcrzog W i I la e I m bci der C o mmi8sioD 
,"on 1616. vorgebracht wurden. 
*) Sie fiihrt den 1'itel: Teslamenlum .Tacobi. Das ist eine cArislliche Leich Predi!1 t tlon 


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XXVII 


konnen .), was denn o:łrenbar auf ein freundliches, nnd wenn die Leidellschaft 
ruhte, \Vohlgesinntes Gemiith schliefsen liiI st. Um so mehr miissen wir, bei 
dem gutell Rechte, das ihm von Anfange des Streites znr Seite stand, die 
ganze \Vendung seiner Angelegenheiten und seinen endlichen Fan nnter den 
hal1niickigen Machinationen seiner Gegner bedauern. Diescn abzuwenden, war 
er, ols die Mord -I{atastrophe seine Lage so hocbst unsicher machte, nnd mit 
wab ren Gefahreu bedrohte, auf eine auswartige Unterstiitzung bedacht, die 
sich ihm von keiner andem Seite besser und bequemer zeigte, aIs von Schwedel} 
ber, wo 1611. der junge und tal)fere HeJd Gustav Adolph seinem Vater, 
C a rl IX., dem erbitterten Feinde des Docb rcgierenden Polenkonigs S igi s- 
m u n d III., in dessen Titel auch noch der Name 'des Schwedenreiches prangte, 
gefolgt, und mit diesem, nach Ablauf des 'VatTenstillstandes mit Polen nnd 
Abschlufs des Stolbowaschen Friedens mit Rufsland, im Sommer 1617. in ołfene 
Fehde gerathen war, Ueber die Unterhandlungen mit Schweden und \Vilhelm'8 
personliches Verwendcn bei Gustav Adolpb sind unsre Historiker") sebr 
kurz und ungenau. Gewifs ist, dafs 'V i] b e] m 1615., und noch 8m 4. Marz 
1616., aIs die erste Commission in Kurland zu Ende ging, in seinem VatCl']ande 
war. Wahrscheinlich begab er sich kurz vor oder Dach dem 4: l\'Iai 1616, Dach 
Deutschland und danu nach Stockholm ...); doch mufs er vou dort, wenu es mit 
der eben angefiihrten Reise iiberhaupt seine Richtigkeit hat, bałd wieder zurilck- 
gekehrt seyn, da er gegen Ende Marz 1617. in Kurland war, und mit der zweiten 
połnischen Commissioll auf seinem Sch]osse Schrunden zusammcn traf t). Wiih- 
ren..d noch diese Commission ilu Geschaft fortsetzte, schiłfte er sich zu Winda u 


des Er'Lvaters Jaeobs Testament und let'Llen JJ'-illen, seine Sepultur oder Begrabnii.. 
betreffende, auel. :seinem se/(qen Abse/łeide auss diesem Leben, - bey Fiirstlieher 
Leic/łbestatigung des -we i/and J)ltre/al, Jlert'%ogs 1Villłelmen, in Lit'ff7and 'LII Clmrland 
"nd Semgallen _ gelwlten in ,ler JJfitausclłen Deutschen Stadtkirehen. lfonigsber, 
1646. i Bogen in 4" mit der Lebcn8bc8chreibung des IIer.og_ und einigell Gedichtoll. 
S, Livl. SehJ'iftsteller-Lexilron. 1, 488. 489. 
.) Vergl. Ziegen/łol'n's Rltrl. Staatsr('eht. 
. :lS!S!. S. 0:1. 
..) Gadebusch, Livl. Jahrb. II. S!. S. 49S!., Cr".e 1,87. 88. 
...) M en ii histor. Prodr. S. 1)4. 
t) D09iel, T. P. p. :9:1. 


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XXVIII 


ein, aber ohne dafs die Commission wufste wohin*), nnd wohl nicht glcich, 
wic C r u s e sagt 
""), nach der damaIs noch zu Kurland gerecłmeten, und erst 
im OIivasehen Frieden zu Livland abgetretencn. kleinen InseJ Runo im Rigisehen 
Meerbusen, sOJł(lern Imch Stockholm, wo er mit scincn lHitben am 28. Juni 1617, 
bei der feierlichcn Besehworung des Stolbowasehen Friedens dureh G u s ta v 
A d o I P h, zugegen war ***), DamaIs nahm Konig G u s t a v A d o I P h die )i"eind- 
seligkeiten gegen Polen wieder auf, nnd sehiekte im Mai oder Juni desselben 
Jahres scincn Admiral G c o r g G Y II e n s tj e l' n mit aehtzehn Kriegssehiffen und 
N iI s S tj e l' n s k o I d mit einer ansehnliehcn Macht nach 'Vindau. lUit ihnen liers 
sieh ,"Yilhelm's nachgclassener StatthaJter, Woldemar Fahrensbach, 80- 
gleich, am 10. J oni 1617, in Unterhandlungen ein, ilbergab ihnen Di1nami1l1de 
nnd auch GoJdillgen, wandte sich aber wieder zu den Polen, aIs er sah, dars 
die Sache seine8 Herrn verloren war, nnd Herzog Friedrich das ganze Land 
behielt t). Yon StoekhoJm mag sieh \V i I h c I m in ein selb8tgewiihltes Exil nach Runo 
begeben haben
 in dcssen Kirche sieh sein llildnifs noeh neben dem Altare 8ufge- 
stelIt befinden, und dessen llewohner ihre noch ilbliehc rrraeht na ch sejner Kleidung 
angenommen oder beibehalten haben sollen. "'ic lange abm' dieses Exil gedanert 
habcn mag, kann man nieht angeben. Er begab sieh sl)iiter zu Herzog B o g i s l a w 
von. I
ommern-Stettin, dcr ihm clie Propstei des Bisthums Camin ertheilte. Dort 
starb er am 17. A]Jri] n. 8t. 16..10. auf dem Propsteihause Keeklau, im 65sten 
Jahre seines Alters, naehdem er noeh seine Restitution in die herzogliche \Vilrde 
1633" und die Belehnung seines 80hnes J ae o b mit dem Herzogthume Kurl8nd 
1639. erlebt hatte. Dieser liefs die viiterliche Leiche 16J2. ins Vaterland bringen, 
nnd am r.rage nach der Restattung lIerzog Friedrich's, den 14. Fcbruar 
1643., feicrlich im hcrzogIichcn Grabgewolbe bcisetzen tt). 'Viihrend scines 
Lebens war lIerzog ,V ił h c I Dl nic ",ieder, audi nur heillllieh, oder auf kurze 
Zeit, in sein Yaterland zuriickgekehrt gewesen. - 


*) s, Af'tmstiicke Nro. $ł$ł. 
**) Band I. S. 106., wo der 20. April alll der Tag sciner Abreise allgcgcben wird. 
**"') S. l'etrl'jus Mst, Bericllt vOJn Gros.ę(uI'stcntlntm lJ(uscllko-w S. a$ł6. mld 
Gatlebusclł 11. $ł. S. IHJ. 
t) Gadebusc/l 11. $ł. S. al-f. ala. 
tt) C,'use l. 106. 107. 140, In 


darnach 


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XXIX 


Uic Acta 1mblic.'a, weldac flir dic hicr Cl'zMlll,cn Ucgeb('nhciten cinc ncach- 
tung erhcischen, sind folgende: 
l. Lamłtagsrecefs zu CoJdingł'n am -11. Uf W, .568. uhm' cinige Verhiiltnisse 
zwiscłlen IIerzog umi Adc1. "ergI. Ziegenlto1'-n's SI(wtsgesc1t. 
, 89. S. 40. 
und Beilage-n Nro. 67. S. 79, Einen Auszug aus diesem, wic aus dem . 
folgender Nummer genanuten Recefs, giebt das .Acle-nstiick Nro. 3, n 
 
2, Der Laudtag zu 
Iitau am 22. Juui 1570. beschaftigte sich ebenfalls 
mit El'orterung desscll, was V orzug des Ad('ls seyn solltc, Ulul hattc zllr }'olge 
3, das Privilegium Got.tharclillum, d. d. l\-1itau den 25. .Iuni 1570., welches 
die V orrcchtc des Adels feststeUte, l

s ist mit der Uestiitignng .{onig Stcphan's, 
d. d. im Lager "Ol' Pleskau am 2H. Nov. 1581., abgedruckt in Chr. Nettel- 
blltdt's Fasc. rer. Curland. (Roslocltii 1729. 4.) s. 119---:-129" uml bei Zie- 
genhorn, Be;l. s. 
5, Nro. 76" so wic die Bestiitigung ebendasclhst unter 
Nro. 81. S. 92. Ym"g1. Ziegenlwrn's Staalsgcsclt. 
.. 92, S. 40. f., und 
Cruse's Kurland unter delt Ilerzogen T. ..J.7. 
4. Vertrag zwischen J{onig Stel)han ,"on Polen mu] I(onig F riedl'ich II. 
von Diinemark fiber dos on lUarkgraf G e o r g I
' ri e d l'i c h ,on lll'amlcnbUl'g 
verpfiiml('tc llisthum Pil ten , d, d. Schlofs Croneburg den 10, Apl'iI 1585" 
deutsch abgcdruckt mit dcl' B('stiitigung Konig Sigismun(l III., d. (I. "ral'schau. 
8m 17. Apdl 15
9, in Neltelbladt's Fasc. rer. Curl. S. .2!ł-J.ł-ł" Jat. bei 
Dogiel, Cod. dipl. R. Pul. T. I. .p. 372-377. Nro. X., Ulul ohne die Ue- 
statigung bei ZiegenltOrn, Beil. Nro. 
;'). S. !U-97, No(
h gehorcn in llezug 
nuf diescn rrractat aus D o g i e l'8 Cod. Tom. J7. tlie drei Nummern CLXXXrIII., 
CLXXXIX. uud CXC. }Iicher, so wie Nro. CXCI. P(lg. 326., der Protest 
lIerzog G o Uh a rd's gegen die Verl)fandung, d. d, Uroclnae, den 15. ])ec. 
1585. Diesc und zwei der vorher ł..ezeichnetell Nummern stchen auclI in tler 
Deductio de originc, nomine et statu districtus Piltens, in Nettelbladt'& 
.Anecdotis Curl. _p. 151-1;')7, 
5. Das Testament Hcrzog Gotthard's, ,,"orans Cruse I. 77-79. 
eiucn Auszug gcliefert hat, wird ,-ie]]cicht kiłnftig in dieser Sammlung zugleich 
mit andcrn letzten 'ViHeJlsbestimmungen kurliindischer IIcrzoge in extenso 
8bgedruckt werden. 
6. Jlerzog F l'icdrich's Rm'ersaJien bei der TIllldigung der I
andsdmft, 
vom 6. Juli 1587" filldct man bei Zieg .horn, Beil. Nro. 
7. S. 98. 


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l 


xxx 


7. Konig Stephan'E von PoJen Irn'estitur-DipJom fur die beiden Her- 
zoge I'-'riedł'ich und \VilhcJm, d. d. 'Val'schau, den 18. April 1589., bei 
Ziegenhorn, Be17. Nro. 88. S. 99.-103. 
8. Recefs des Landtnges zu nauske ,"om 18. JuJi 1590" abgedruckt in 
den hier angehangten .Actenstlicken untel' Nro. l, Ein sehr kurz er Extract bei 
Ziegenhorn,' Be17. Nro. 89. S. 103_, cin voJJsHindigerer in dem .Artemtiicke 
Nro. 3. 
9. Vertrag der herzogJichen Bl'iider iiber die gemeinschaftliche Regierung 
nnd die zu theilende Nutzniefsung der GiHer, d. d. Hoff zum Berge, den 21. 
Mai 1596" - kenne ich nur aus der Anfiihrung bei Cruse 1. 84., Ziegen- 
horn, Kurl. StcllltsrecTtt 
. 119. S. 50., uml Gctdebusch, Livi. JClTtrbiicher 
II. 2. S. 280. Die beit1cn letzten sagen, der Konig habe diescn Vergleich om 
7, April 1598, genehmigt, sie geben aber keinen weitern Nachweis dafiir. 
 
10. Commisal'ialische Entscbeidung fiber die Abtretung Pil ten s an Herzog 
Friedrich, wenn dieser dem Markgrafen Georg Friedrich von Branden- 
burg die Pfandsumme von 30,000 Rthlr. zuruckzahlen wiirde, d, d. Pilten, den 31. 
Januar n. 8t. 1597., in Doglel's Cod. dipl. Pol. T. Y. p. 346. Nro. CCX/. 
nnd in Nettelblctdt's .Anecdotis Curi. p. 159--161. 
11. Konigliche llesUitigung der vorstehenden Entschcidung d, d. War- 
Bchau, den 4. April 1598., bei Dogiel pag. 347, Nro. CCXII., und bei Net- 
łelblct.dt, l. c. p. 1:7-159, (\ 
12. Der Landtagsł'ccefs von Candau, den 20. Dec. 1600., und 
13. der von Bauske, den 22, Februar 1601., werden von Cruse I. 86. 
angefuhrt, sin d abel' nicht aufzutreiben gewesen; eben 80 wenig, , 
14, die Litterae fcudaJes fur Herzog W iJ h e J m, \Varschau den 18. 
Februar 1605. (Cru8e l. 88,), weJche doch, wenn der Jlcrzog wirkJich die 
Leben empfing, wohl au!'gefertigt seyn mfissen, sich aber weder bei Dog;el, 
noch 8onstwo finden. . .} , n\ 
15. Recefs des Lanrltlłges zu Mitan, den 14. Februar 1606" folgt in einem 
AU8zuge der hieher beziiglidlen Puncte ullter den .ActenstiicT.:en Nro. 2. 
16. Transsumptum Notarii pnblici super recogaoscenda feuda Nobilium 
CurOniCOI"UlIl, in den .Aclenstiicken unteI" Nro. 3. 
17. Protestation der Gebrilder Noldc gegen das von Herzog Wilhelm 
wider sie angeordnelc Lehngericht, und
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XXXI 


]8. die Entscheidung dieses Gerichts vom Jahre 16]0" sind weder in 
Druckschriften, noch in handschriCtlichen Sammlungen aufzufindcll gewesen. 
19. Verhandlungen fiber das an lIerzog "Tilhclm zu bringende Besitz- 
recht an Pilten, in den .Actensllicken Nro. 4., enthalten: a) Contract Hcrzog 
W ił h e l ID 's mit dem preursischen Canzler C h ri s t o P h e r R a p p, . uber dessen 
AnsprUche an die piltensche Pfandsumme, d. d. Konigsberg, den 20. Dec. 1611., 
b) Einweisung des piltenschen Districts an Herzog 'Vilhelm durch Bevoll- 
machtigte des Churfiirsten Johann Sigismund von Brandenburg, d, d. Gol- 
dingen, den 29. Januar ]612. - c) Cession des piltcnschen Districts von 
genanntem Churfiirsten an Herzog ,V ił h e l m, d. d. Konigsberg, den 28. Fe- 
brusr 1612, 
20. Die Klageschrift der N o l d e gegen die Herzogc, so wie dos Anmah- 
nungsschreiben des Konigs an diese und deren Anhvort, ferner die Citation Hcrzog 
'Viłhelm's vor das konigliche Tribunal und seine Erkliirung, nur vor dem 
versammelten Reichstage erscheinen zu woHen (Cruse I. 92.), die erneuerten 
Anklagen der N o l d e ( Fr id. M en ii Prodrom. p. 53.), und des Konigs erster 
Urtheilsspruch, von dem Herzog \\fiIhelm sich an den Reichstag berief (Cru8e 
l. 93.), - aHe diese Schriften sind nieM aufzufinden. 
21. Konigliches Urtheil in der Streitsache des M a g n u s N o l d e mit Herzog 
W ił h e l m von Kurland und Semgallen, worin jener von der Entscheidung der 
Curia Parium frei gesprochen , in die ihm genommenen Gfiter ",'ieder eingesetzt, 
und der Gerichtsbarkeit des Herzogs von Kurland enthoben wird, d. d, 'Varschau, 
Sabbatho post Festum S. Cathnrinae proximo (26. Nov.) 1611., bei Dogiel T. 
r. p. 358-362. Nro. CCXXIY. 
22. Deductio Herzog Wilhelm's contra das von M agn u s N olden wider 
ihn erhaltene Decretum contumaciae - eigentlicb eine sehr ausfiihrliche InstructioD 
fUr die nach W arschau abgefertigtef1 Gesandten des Herzogs, oder eine Grund- 
lage zur Deduction, nach einer Abschrift 18 Bogen in foJ. betragend - vom 
Jahre 1611. oder 1612., auszugsweise bei Schwartz, Bibl. Kuri. Stctal88chr. 
S. 12--15, Ul 
8"Y 23, Herzog 'ViJhelm's Satzschrift vor 2!eine Unschuld contra Magnu! 
N o Id en, clEssen Ungehorsam und fiilschliches Angeben - im Auszuge in den 
Acten8tUckenNro.5. Schwartl: S.16., erkIiirt sol che nach Form und Einrichtung 
fgt Jwine eigentliche Satz8chriCt, sondern fUr ein formliches, 80genanntes Respon- 


............
>>>
XXXII 



um juridicum, obgIcich man wcder aus dem Anfangc, noch um 8chlusse sehen 
konne, ob es von h'gend ciner juristischen Facultiit oder von einem einzelncn 
Uechtsgclchrten ausgcstcllt \Vordcn, giebt einen gedrangten Auszug daraus und 
zeigt, dafs diese 8chrift nieM "01' 16' Ulul nicht nach August 1615. aufgcsetz
 
seyn kann. 
2-1. l\lagni N olden Deeretum eontumaciae contra Iłerzog 'V il he lm, 
d. d, Warschau, 80nnabend vorm I
'este l\'Jariae l\Jagdalenae (19. J uH) HH4" in 
den .A.ctenstucken Nro. 6., in einer dcutsehcn Uebersctzung. "\Velln diefs erneuerte 
Contumacialurtheil wirkIich erlassen wordcn, so wal' es gewifs lateiniseh abgefafst; 
welchen Glauben man diesel' nur in ciller alten Absehrift aufgefundeul'1I Ueber- 
setzung schcnken durrc, bleibe dahin gesteJlt. 
25. }'urschreiben des Churfursten J o h a n n G e o l' g von 8achsell Bil dell 
Konig ,'on Polen fUr lIerzog 'V ił h e lm, (1. d, Dresden , den 4. Pcbmar 161;'., 
in den .Actensl'ucken Nro. 7. 
26. Apologie fUr den kurliindischen Adcl, bci Gclegenheit der St1'eitig- 
kciten desselben mit den I1erzogen F r i e d ri c h umI 'V ił h e l m, "011 O tt o 
G r o tt h ufs, in extenso mitgetheilt in den .A.cle-nsllicken unter N,.o. 8. - 
ScltwClrtz S. 19., zeigt aus illncrn Grunden, dafs diese 8ehrift nieht vo1' dem 
4. AI)ril und nicht nach dcm 10. August 1615, abgefafst scyn konne, und \'e1'- 
muthet, dar.
 sie in Druck . erschicneu seyn musse. 80 wcnig man dem 1'
rsten 
.. entgegen seyn kann, 80 selIr mufs man sieh doch gegen clas Letzte erkliiren, da 
nie und nirgends eine 8(mr von solcher Drucksehrift sich zcigt. ( 
."t \ . 27. Konig1iche llestiitigung aller Privilegicn des kurlamJisdlen Adds, d. 
d. 'Varsehau, den 12. April 1615, bei Dog'iel T. r. ,p. 362. Nro. CCXXr. 
ond Ziegenhorn, Beil. S. 109. Nro. 9
,; deutseh in den Geleltrlen Beilr;igen 
zu den Rigischen .Anzeigen 1767. S. 35. ']«( (I Jli 
28. Die konigliehen Defohle und Aosschreiben wcgen eines zu haJtendł'n 
L8mltages, so wie die peinlieho V orladung der Hcrzoge gcgen meh1'ere AdeJige, 
die diese Universalicn ausgcwirkt hatten, vom Jahro 1615. (C'r'Use I. 95.), sind 
nicht aufzufindcn gewesen. 
 I 
 .
 
29. Landtagsschlufs zu Autz, den 13. Juni 1615., iu den .dclensllickell 
Nro. 9. J r 
 
dl. )11 30. 811Pplicatio de caede Noldiomm, lUłtouiac occisorum f' d. d. \'arsK,-iae 
, 
die V. Octobris 1615., in den .A.clenstiicken N'I.o.. 10. - Vcrgl. Schwarh;
>>>
XXXIII 


S. 20-23., wo aIs hochst wah,rscheinlich dargestelIt wird, dafs der lł.itterschafts- 
hauptmann O t t o G r o tt h u fs, der "crfasser der Adelsapologie, auch dieses 
Gesuch in "r arschau abgefafst, unterschrieben und eingereicht habe. 
31. Protestation des Friedrich von Nolde, enthaltenineinemKonigl. 
Erl
fs daruber d. d. 'Varschau, feria sexta post fe U--łłł olllniUlQ. Sanctorum 
(6_ Nov,) 1615., in delł .Actensliicken Nro. 11. 
32. YerhamUungen und Entscheidullgell der nach Kurland im Jahre 1616. 
beorderten koniglich l)olnischen COllllllission, in den ActeJlslii('ken Nro. 12. 
. 33. Interrogatoria wegen ErlllordUlłg der N o I d c, in den .At'tenstiidwn 
LVro. 13, Diese Interrogatorien sim} Hrschicdcn von dcn in den vorstehcuden 
Commissionsactcn bcfindlichcn, nnd wahrscheinlich von der Adelspa1"tę' aułgc- 
setzt. sic dicncn nbcr sehl' gut zur Eł-łautcl'ung malU'her UmsUinde. , -" 
- ''U) , 
. 3-1. Protest JIerzog F r i e d ri c h's gegen die Yersch}cl)!mllg der Adcls- 
beschlverden an die konigliche Commission, d, d, .JUitau, den 27. Januar 1616., 
nnd R('l)rotestation des Adcls dagegen, d. d. lUitau, den 29. Januar 1616., in 
dcn .Acteusliicken Nro. Ił. .. "l. 
35. Landtagsabschicd, den 31. Janl1ar 1616., in don Aclenstiicl.'en Nro. 15. 
36, Instruction fUl' die nach 'Varschau bestilllmten Ritterschafts - Delegirtclł 
Otto von Grotthufs nnd I1cinriclI Plcttcnberg, den l:). Fcbruar 1616., 
polnisch gedruckt auf cinen nogen FoJ., winI angezeigt von Scllwct'l.tz, S.23. 
. 37. Konigliche Citatioll dcl' beiden hcrzogJicbcn Druder auf dio AnkJage 
des Kronsinstigators, d. d. 'Varschau, den 16. Februar 1616., in delł .dcten- 
8tiicken Nro. 16. . ,
 
38. Commissorialische nekanntmachullg wegen Einzahlung der ahen und 
neuen Limdkasten- und koniglichc Subsidienge1dcr, d. d. l\litau, dCIł 18/ 28 Febr. 
1616., in den .dcleIJsli;cken Nro. 11. 
39, Koniglichc Lchnscntziehllng wider JIcrzog "r ił II c Im yon KurIamI, 
d. d. Varsaviae, in conycntu gCllf'rali feł'ia quarta l)ost l;'estum IlIyentionis 8. 
Crucis proxima (4. l\Jai) 1616., Lci Doglei T. 1': p. 362. 363, NI'o. CC.xxYI. 
nnd bei Ziegenhorn, Reil. Nro. 101. S. 117. Ił 
40. Aechtung gegen IIerzog Pried."ich, den 31. ]\-Iai 1616., wird zwar 
von Gebhctrdi und Cruse (s. oLeń8. 32.) angezogen, ist aber nieht aufzufimlcn. 
41. Oratio DOctOlis D rei I i II gi i pro ducum Curlandicorum restitutionc et 
pcrdonatiolle, in tlcn .Actensliic1.:en lr"o. IR 
Moa. Liv. nnt. II, 


Jł 


31 


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>>>
XXXIV 


42. Ki)nigliche J
oSSI)rcehun
 J- des IIerzogs F r i e d ri c h VOJl . der ihfu' 
dnrl'h df'Jl Kronsinstigator angcs."huldigf,en ,Felonic gf'gcn den Konig und das 
R..id. l'o'PJI, d, d. \' arsU"viae, in Conventu Regni GeneraJi, feria tertia intra 
OCf,avHs Saemtissirni C0rJwris Christi (7, Juni) 1616" bei Dogiel T. r. ,P 
3{j3-:ł6S, Nro. CCXXYII. nnd bei Ziegenlw1'n, l!ei[. Nro. lO:!. S. 118-123. 
43. Koui:.;li."hcs Uel"ł'et gegen die herzogli('hen Bruder , d. d. '''arschau, 
,. 
den 7. Juli 1616., in den Artensliicken Nro. 19. . .- 
-I . r I 
4-1, Kouig'icher Aufruf an die PHtenschen wider Herzog 'Vii helm, d. 
d. \\tTarschau, dpn 7. July 1616" in den .Artensliicken Nro. 20. l 
.. , 
4j, Af"tcn der koniglichen Commission vom Jahre 1617" bei Dogiel T. 
1'". p. :łc)
-:ł9j, Nro. CCXXFIII. nnd bei Ziegenlwrn, Beil. Nro. 103. 10.1. IOj. 
S. 123-1;)0. nazu noch: Instrnction fur dicse Commission, iJl dcn .Acten- 
slurken Nro. 21., und SlIpplement zu dercn Acten, elJenda8clb8t Nro. 22 *), 
In dCJl Abdrucken bei Dogiel und Zicgenlwrn sin d mit enthalten: l) For- 
mula rf'gilllinis, besondeTs ahgedruckt ultter dem 'rit,cJ: Privilegia et Jltra praecipucf, 
Duratmun CllI'[andiac et Semi"galliac 17 ł 9., mul mit einer deutschen Uebersetzung 
von' lIcinr. Ludwl
g Birkel, Mitau, I A07. 57, S.
.; 2) Statuta Cl1rlaJldica, 
seu Jura ct Lcges in usnrn Nohilitatis Cul'1andicae et SemigaJJjcae de Anno 
M])CXVII,: wclche anch besonders herausgegeben sind mit deutschcr Ueber- 
sctzung (VOII cinem Candidaten Mor g ener) aIs: Curliindi"sclw Sialuten etc. 
(o. O. u. J., aber in der ersten Halfte des ,'ol"igen Jahrhundel'ts.) "139. S.4., 
und von lleinr. Ludwig Birkel, Mi"{cttt, 180-1, 192 S. R neide sind am;h 
zusarnmcn, aber dus erste Stuck lat(inisch, das andcre nur deuts('h aufgcnommeri 
in NettellJladt'8fasc. rcr.Cm.lalł.d. p. 1-114, VgJ. Scltwarlz, S. 
3-25. 
46. Verhandlungen wegen des dem Prinzen J a c o b zu sidlCrndeJl E rb- 
rechts auf Pilten, in den .Actensilicken Nro. 23., enthalten a) eill Sehreiben 
Herzog W i l h e l m 's an den Churfiirsten von nrandenburg, Wf'gen der dur(;h 
Ił 


, *) 


. . 
Mail merkt es dem Schlu811e der Commissions-Acten, wie sie bei D0!lirl,stehclI, wohI 
au, darli da Einiges weggcłasscn sł'yn mag: den u die letzten darin aufgenomrt.encn Prote- 
stationclI und Schl'iflcn sind nieht von cinlcitcndeu oder verbindcnden W orten der Com- 
mission bcgleitet, Dicse IicCcrt mm das hier mitgetheilte SUlaplemclJt, aber nach einer 
aItcn Ucbcrsctzllng, uieht iu dcm 1II""l'riinglichen, lateinischcn Style. Es diirftc jcdoch um 
110 beachtellswerther 1Iud dcu GcsehiehtsCorschcrn wiIJkommen 8eyn, ",eiI '8 eiuige ...eschicbt- 
liche UmstiilUle cntbiilt. 
1& . .J 


, 


.n" I 


ł
>>>
xxv 


die koniglich poJnische Commission gcfahrdet scheiuenden Erbrechte des Prinzen 
Jacob an PiJten und Grobin, d. d. Schmnd n, den 9. lUiirz 1617,; b) des 
'ChurfUrsten: 'Antwort, den 19, April 1617.;. c) desseJben Schreiben an die 
kiniglichen Commissal'ien filr die lłC(
hte des lrinzen J a c o b, d. d. eod.; 
d) ContumaciaJ- UrtheiJ der J..olliglichen Commissioll gegen Ilerzog ,,, iI h e] Ul, 
wodurch ihm der piJtensche District ab-, umI der 'Vittwe des l\Jarkgmf(m 
..Georg Fri.edrich J'on mudenburg- wpacl zpgespro
 o 'ird, d. d. 8. 
April 1617. · (b 'I ... I 11 d 
. 47. Fo\-mula Regimiois Piltinellsis, Anno Domini 1617. Die Nona l\Iaji. 
1 1 /\1 Dogen in 4to, steht auch bei Dogiel T. r. p. 395-39
. Nro. CCXXIX., 
pod deutsch, aber mit dem uoricł}ligeu Datum, den 9. Miirz 1612., in Nettel- 
blctdt'8 .dnecdot. Curlcmd. p. 51-56. Ycrgl. Schwartz, S. 25-27, 
 
Isb 48. Konig1idle Eiosetzung des IIerzogs }i' r i e d r i c h in dem Theile des 
Herzogthums KurJalld, wcJchen Herzog '" i J h e l m gt'habt hatte, d, d, "arsa- 
viae ill Comitiis RC'gni GeneraJiblls 
ie 26, !Uartii 1618., bei Dogiel T. r. 
p. 398. Nro. CCXXX., Ulul bd Ziegenltorn, Beilagen Nro. 108. S. 152. 
"19 49. V sichcrungsscllrift Jlcrzog ł' r ie d ri (;II's wegen lłaJtung der negi- 
mentsformel, der 'I Landschaft gC'geben zu 'T arscJum um 6, April 1618., bei 
Z.ieg
nhorłł,Beilagen Nro.. 109. S. 153. j d ,...
 .1 
50. Acten de!' J..oniglidwo Commissiou ,"on 1618., worill das konigJiche 
Schreiben nn 
Ue Einwohner KurlamIs liber .die EinsetzulJg I1crzog F ri e d- 
ri c h '8 in scines Dmders Landestbcil ,"om 25. A pril 1618. und IIerzog F ri e d- 
r i c h 's V ersicheru

 an die. WJlłiglichcn Commissarien ,"om I. JUlii .1618" 
e!t- 
dccselbst Nro. łl
. S. 15-1-158. n "1 ID ia -1utiJ nI (j 
51. AutJzug ans der Rede cłes klll'luntlisdU'n (;e
ilJ)dt.elł in "'.arschau, 
wegen der Succession des l
rinzen .J a (' o b im i\alU('n des Ądcls, u!uł der 8!iidte 
gehalten 16lA., ebendctselbst Nro. 122. S. 162. O',"" I. 
_0\ 52. EinwiUigung (ler polnischeu R('ichsstande wiihJ'Plltl des IIJterJ'C'gnulIls 
in dic Restitntion I1erzog "-ilhelm's IInd s{'ilws 8ołuu's,Jaco!), d. d. lar,- 
saviae die 13. Julii 1632., lafeinisch in dpn .Actensliicken unter Nro.24., deutsch 
bei Z'iegenhorn, Beilagen Nro. 125. S. 163, 
'III 53. Auszug 8U8 der Ant.wol't des I{onigs "TJadislaw all den Horzog 
von KurIamI, wegt'n der NlH'ht'olge des l
rinzf'o J ae o b, gegeben 8m 21. !\liirz 
1633. , bei Zie g enhorn, BeilcLaelt Tro. 1
7, S. 16--1. 
. -c I'J L .sI. 


..l1li....- 


.II
>>>
XXXVI 


n n 54. Ki.nig1iehes Invcstitur- DipIom filr Jle.rz
g F r i e d ri c h uod den Prinz'e
l 
Jacob, d. d, Vilnae, die 20. Julii lG33" ebendasclbstNro. 128. S.lG.t-168. 
.' 55. Schreiben Herzog ,V i l h e l m's an seinen Bruder, worin er seinen Sohn 
J ae o b bevollmachtigt, an 
;ciner Statt die ihm zufallenden Gilter und ł
inkilnfte 
zu empfangen und zu v('rwalten, d. d. Alt - SteWn, den 28. August.' 1633., in 
den Arleusl,ickcn Nro. 25. [ ) I ('1' ) II I 1)0" 
. 
56. Einignng der I1erzoge F r i e d r i e h und J a c o b wegen der I1crzog 
,V i l h e l ID zustchenden Quota flirstlieher GiiteJ", d. d. Granzhof, den 3. Nov. 
1633., cbendasclbst Nro. 2(;' 1.', I 11'0 
,,:1...\ I' 57. Konigliche Antn'ort
 dem IIerzog Fri ed rie h aur de
 Reichstage 
erthC'ilt wegen DC'stiitigung dcr Ucgierungsfolgc des Prinzen J a c o b 1637., J bei 
Ziegenhor-n, Bei/rtgen Nro. t:ł8. S. 176, .q, .\U\\)\."I) .\Oir"'lO)f\\--.. ,,'\
).n'u 
5
. llriefe des koniglich polnisehcn Prinz('n Johann Casimir anAdeJige 
in KurIamI, worin er ansucht, ihn zur Nachfolge im IIcrzogtlmm Rurland beim 
Konige u'lId der Republik zu empfehlen, d. d, 'Varschau, den 26. Januar lG38., 
ebendaselhst Nro. 139, 140. s. 176. '\ł")"'')''
 . l l }") .o"\"ff:., . .q 
59, Antwort Kiinig \Vladislaw's an Herzog Friedrich, worin er 
die. Narhfolge des Prinzen J a e o b eonfirmirt, "om 24. 1 April 1638., cbenda- 
selbst Nł'o. 1.11. S. 177., und bei Dogl
el T. r., p. 
02. '''Nro. cCXX.x:rII:' 
60. Dcsselbcn Anhvort wegen Abt,retung des Jlerzogthums an den IJrinzen 
J aeo b, d. d. cod., bei Ziegenltorn, Bcilagcn Nro. 142. S. 178. Ił) 'rh
 
61. Ahtrctung (lernegierung von lIcrzog Friedrich nn Herzog. Ja
o'b, 
d. d. l\'Jitau, den 20. Juli 1638., ebendaselbst Nro. 143. S. 180. Ił t i, 
62. lnvestit.ur-DipJom flir Hel"zog Jacob, (l. d. ViJna«., die.lS. Februarii 
1639., ebcnd(lsclbst Nro. 145. S. 180-186:, und bei Dogiel T. J7. p. 403-409. 
Nro. CCXXXYIII. 04 ... I1'JI tW 
63. Summaria deductio juris IlIustrissimo ac Celsissimo Principi Dno 
Dno J a e o b o in Curlamliae et Semigalliae Ducatum competentis (1639.), nnge- 
zeigt von Scl"wctrfz S. 27. II I 1 i 
_0'11\. s . . ,,\ .., l. L I II 8 

 ' \\ht\ .. ",(U, ,'.)
C)',
 . r 
Durch die frcum1łiche Untentiitzllng dcs IIcrrn St8atlrathl 1'on Recke und dei Hcun Af'adcmikcrs 
Eggink zul\liłl1u isl. Cli moglich gcwordcn, diclcm Allfs8tze die Dildni81e der Briidcr :.\'oldc in cincr 
Lithogral'hie b"izngf'llcn. nach dcn Originnlgcmiilclen dcrsclbf'n, wclche auf dl'm I.\"oldcschcn Stnmmgute 
Kallcten allfbehalten warcn, und jctzt ein Eigcnłhnm des Jmrliindischcn Pro1'inzinl-1I1uilcums sind,
>>>
, 
Actenstiicke 


znr 


. 
Geschicb,te der Noldescben Haodel 


. . 
- 


in Kurland 


zu Anfang des sicbzchnten Jahrhunderh. 
.. 


.......... 


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J om '( O 11111 i o ct) .ł-r 

 , I . . 1 luj L od t 
.b J T . lal , n I d 
,,, 


V erzeichnifs der lIier gelieferten Actenstiicke. A . 


Ił 


l. RcceCs, gellaIten in Dauske, den 18. Juty 1500, 
2. Auszug au s dcm Mitauisehen Recefs, gehalten dco 14. Februar 1600, 
3. Transumptum Notarii Publici super reeognoscenda Fcuda Nobilium Curonicorłlm. 
4. Verhandluugen iiber das alllIcł'Zog Wilhelm zu brillgende Besitzrccht an Pilten, 1611. u, 1612, 
5, IIcrtzog Wilhelm'fiI Satzsebrift 'for seine Vnscbuld cont, Magllus Noldt'n, defsen Vngehorsam 
\"Ild fiilsebliches allgebell. 
6. l\lallgni NoldclI Dccretum COlltumaciac contra lIertzog Wilhelm er]laIten 1614, 
7. Schrciben dcs ehurfiirstcn Johann Georg "011 Sachsen an dcn Konig von Polen fUr Herzog 
Wilhclm ,on KIIł'lalld, den 4, :Februar ]615, 
8. Apologie fiir dcn kurliindischcn Adeł, bei Ge;egenheit der StJ"eitigkeiten desselbeo mit den 
IJcrzogcn ,Friedrich UlU] \Vilhclm, von Otto Grotthufs. 
9. ner Landtags-Absehicd dcn 13, Juny 1615. 
10. Supplicatio in causa Noldiorum, l\litouiac occisorum. 
11. Koniglicher Erlars iiber die Protestation dcs Fricdrich von Nolde, wcgen Ermordung sciner 
IJriider, d. d. Warschau, fcria sexta post festum omnium SanctorulD 1615. 
12. Acta et Decrcta Commissionis in Curlandiam et Semigałliam, die 21. Januarii 1616. 
1:1. Interrogatoria we
ell ErmordUllg der Nolde. 
]4, l)rotcst lIerzog }'riedrieh's gcgen dic Verschleppung der Adelsbeschwerden an die konigl. 
Commission, d, d, l\-Jitau, dell 27. Januar 1616" und Protcstation des Adels dagegen, d. 
d. Mitau, den 29. Jalluar 1616, 
15. Dcr Landtags-Absehied den 3], Januar ]616. 
16, Konigliehe Citation der I1crzogc Friedrich und Wilhelm von Kurland, auf die Anklage des 
Krons - ]lIstigators, d. d. W arschau, den 16. Februar 1616. 
17. Commissorialisehc BekanlltmachulIg wegcn Einzabtung der alten und neucn Landkasten- und 
kiiniglichcn Subsidiengcldcr, d, d. l\1itau, 2S. Fcbruar 1616. 
] li, Oratio Doctoris Dreilillgii pro dUCllm Curlandicorum restitutiollc et perdonatione. 
19, Konigliches Deerct fiber dic gegen die herzoglichca Bruder 'forgebraehten Klagen und An- 
kiindigung der zur Bcilcgung all er 8treitigkeiten anzuOI'd,wndcn Com mis sio n, d, d. \"arsclaau, 
auf dem alIgemeincn Reichslage, dt
n 7. July 1616. 
20. Koniglicher Aufruf all dic Piltcnsclaen gegen lIerzog Wilhcłm, d, d, Warsehau, den 20. JI1Iy 
1616. 


....... 



/ 


-
>>>
21. Instructlon fur die kOnigliche Commission "on 1617. 
22, Supplement zu dcn Acten der CommiisiOla "00 1617. 
23. Verhandlungen wegcn des dem Pcinzeu Jacob zu sichermlen Erbrecllts auf Pilten ]017. , 
24, Consensu8 omnium Ordinum Poloniac, temporc iuterrf'gni, pro Ducc Guilhclmo et Principe 
Jacobo datu8 Varsaviac, die 13, Julii 10:ł2. 
2;). Schreiben I1erzog Wilhelm's von Kurlaud an sciuen Broder lIerzog Friedrich, d, d, Stcttin, 
den 2A. August 1033'1 t "',)
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20, Vereinigung der IIcrzogc Friedrich und Wilhclm, dcn 3, Novembcr 1633. 


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Beces'J gehalten 111 Dansl
e, den 18, July ..l
nno 1590. 


AIII ci ner handsehriftliehen, in nellern Zeiten gemoclltcn Sam mi lin g von Landtogl- Recellen in 4to, 
wclc1łc dal kurliindisc1łc llrovincial-Muleum bewahrt, Filldet sic'h audł ebendaselbst in dem Folianten: 
Acta et Docllmenta pag. 123-127. Der gror
cn GcfiilIig1eit uml sdtenen Erforsc:hungsgabe meine. verehrten 
Fl'cundes, des IIcrrn Staatsraths v. R e c li e, "erI101Ile ich l1ie I\litthl'illlng ollcs dessen, was dos Imrliindilche 
Pro vinci al- Musellm an lIiiUsmittcln zur Gc
dlil'hte der hier besehriebenen Hiindel bcsitzt. Ohnc lolebł! 
Unterltiitzung wire die.c Arbeit gar nieht moglich gewcleo. Ił 


In dem 
ahmcn der heiligcn Ulul ullzerthciItcn Dl'eyfaItigkcit, Gottes des Vattcrs, de!! 
Solmcs UlU} des heiligen Gcistcs Amcn. Von dcrsclbcn Gnaden Wir Friedcrich, in Liefflandt 
zu Curlandt lIIad SemgaIlen I1ertzogk etc. flir uns, dcn hoehgebohrncn Fursten, lIerrn Willhclm 
in Lieffta
(1t zu Cnhrlandt und Scmgallcn I1ertzogen, ulIscm freulldtliehcn lieben IIErrn Bruclcrn 
und lIIascr LcibclI-Erblaerrsclaaft \Ind Naclakommen, auch Manlliglichcn und Wir Iliibh:, lłitter 
und gantze Landtsclaufft dieses Fiirstcntlaumbs Cuhrland Ulul Semgallen, auff diescr jetał gebBI- 
tencn Bausckersclacn Tagesleistung, im Nahmen Gottes versamlet, fur Ulas 8clbst, unscre Erben 
und Naehkommen, auela allcn dencn, so gegenwartiger und Kunftigcr Zeit bieran gelegen, und 
soldacl! zu wirscn von noUaen. Thun kundt, bekcnllen mld bezcugen, mit diescm offencn 1'or- 
sicgcltcn :Bricffe, nadldcmmahl nicht allein bey Lcben des Dnrchlaucbtigen 1I0chgebohrnen 
Fiirsten und HErm, HErrn G o tt la a r d t c n in Liefflanclt zn Cnhrlandt und Semgallen I1ertzogen, 
Unsers In Gott ruhenden lieben HErrn Vattcrs, LoblicJaer nnd Schliger Gediiclatniifs, besonclers 
Buch zur Zcit Unserer angcnommellen Rpgierung, nnd znforderst, anr itzt allhier gchaltenen 
LalU1tage, Strcit mld Mirs-Verstanclt eingcfallcn, dars unscre Ritter- und LRncltschafft ingemein, 
und olanc allen Untcrselaei(It dcrer Pd,'ilcgien, der Gnadcn und 8ammendcn Hall
t Gcrecllligkeit. 
von Divo Sigismundo Augusto Weylalldt HochlobIieheu Konige in Pohlcu 'Im} GroCs-Fiirtilten 
iu Litthauen crstlich herflicrecIHlc, mld hernacher vom horhgedachtcn Ullserm licbcn IIF:rtn 
Vattern, Sehligcn GetliichtuuCs, miIdiglichen milgetheilp.t, mld darauff ferner von der auch sehIigcn 
KouigIichc Majestaet in Pohlcu D i vo S te l) h all o al)l)robirct, UlIlI eonfirmiret, aUes inlaalts 
derselben DiIJlomatum sieh angemarset; daher auch (Hejenigen, so solcher Begnadung und Freyhcit 
allgezogener PriviIegien Atlelicher Gebuhrt und I1cł'ckommclIs halber, oder sonst dureh Verdienst 
und Tugendt \VoU riihig, sich nicht schul(lig eruehlet, Ihr edangtcs Erb und sammemlc lIands- 
gercehtigkeit bcy dem Lalldc's - .'iirsten Zll recognoseiren, und solcbe Erbgerechtigkeit, odcr 
lammcndc Handlsgiilater bey der Obrigkcit zu suelacn und von dcrsclben zu cntpfangcn, bCiondcrn 
Mon. Liv. lIut, II 32 


..........
>>>
. 


2 


Icblechtl die Eidts-Pflicbt zu leisten sich erbohten, so laaben sieh eine allgemeilłc Rittcrschafft 
mit UnCs, angezogcnel MiC8- Verstandes und (rrung halb en in untcrgesehriebencn dato, wie es 
nun binfort und zu allen kuufftigen Zeitcn damit solle gcha1ten werdcn, bestiindiglieh und un- 
wiederrufftich vergliclaen uud nacbfolgendcr Gcstalt vereiniget, nem blich das cha jcder vom AdeIJ, 
und zu solchen Privilcgicn der Erb- und sammcnde IIandt-Gereclatigkcit, wic oben gedaeht, gehorig, 
so baldc derer einer iD der Gestalt erlangctc Gerccbtigkcit succedirct mld eintrit, so soli derselbc 
lein Erb und Giihter innerbalb Jabres-Frist bcy der Obrigkcit recoguosciren lIIad suchen, mit 
nachfolgenden W orten: 
Durchlauchtiger, Iłochgebohrner Furst, Gniidiser nErr, Ich bitte Ewer FurstIicJacn 
Durchlauchtcn zum unterthiinigsten, dic wolten mich mein angebohrncs, erkaufftcs oder erlangtes 
GuM, und wor Ich sonst Recht zu habe, in der Freyhcit mld Gereebtigkeit, unser habenden 
Privilegicn und Gerechtigkcit gniidiglich vorleyhen und darbey erhalten. Solclac unterthiinigste 
Suchung soli gesclaehen Kuiende, und mit dcn Caeremonien uud Solemaiteten, wic gcbriiuehlich. 
Darauff der Landcs -Fiirst al80 spricht: Ich vcrlcyhe Ulad reichc Elleh daCselbe Ewer Erb sam- 
menden I1andclI- odcr erlangtes Gubt, zu Erbe oder sammcndc lIamls-lłccbt, aucla allc dasjenige, 
dazu Ihr von Gott und Reclats wegen bcCuget seydt, inhalt 8ugczogcner Privilegicn, mld will 
dieselben gern darbey sclaiitzen uud erhalten. . I fi 
So 8tchet der Unterthan auff und 8chweret hiebevorstellcndcn Eyd, Ich N, gerede, lobe 
und 8clawere dcm DurchI, etc. etc. *), Der Secretarius so dabey illit, und dafs auch ablicset, 
Boli solcbes alsbaldt ins Uegister vorzeichncn, auch 8Uft' eincs jcdcn Anforderung, unter (łes 
LaDdes : Fursten lIandt mad Siegell, Uhrkundt miUheillen mad in naclabeschrichener Forma anCsgeben: 
Wir von Gottea Gnaden J;'ricdericb iu Lieftaud zu Curland und Semgallen nerzog, thnn 
kundt und bckennen, dafll der };hren- Vcstc Unser Unterthan und Licber Gctrciicr N. N. bey 
UnCa in unterscbricbcnen dato uutertbiinHeh erschiencn, und sein woli erlangtcs GuM in der 
Freyheit der Gnade, odcr sammenden Haudtgerechtigkcit recognosciret, welche wir ihme Buch 


..) Dierl ilt "der BlIgemeine Eid beJ' der Erbbuldigung von Einer EbrbBren Ritter- und Lamłschafft stras:s 
Dach dcr Begriibnillle dCl Schligen Hcrrn in gBntzer Verlammlung zur I\lietau auf dem Schloise ge- 
}eiltet den 14, Julij Anno 1587,," welcher in dem Folianten : Acta et Documento 1" 1I8., also lautet: 
"Ich N, N, gercde lobc und Ichwere dem Durchleuchtigen, lIochgebohrnen Fiirsten und Herrn, lIt'rrn 
Friede r ich, und Hcrrn W i IIh ellO Gebriidern, in Lieflandt, zu Cuhrlandt UOlI ScmgaIlcn IIcrtzogen, 
Meinen Gnadigen LandcI-Fiirlten und Henn, Ilnd lhro Fiirstl. Gnaden beyderseitl LciJlel-Erbcn, in 
der Oberherrllchofft, nach 'ł'ollentzogener ordentIicher Wllhl Kiinigl. Mllyt, zu PoMen und Grofsfiirllten 
zu Litthauen, Meinel gniidigllten Kiinigea Ilnd Ober -lIerrn, Treu und Hołdt zu lein und zu bleiben, 
in und auflerhalb, zu \'faller und zu Lllnde, Kiinigl, Mllyt. und Fiirstl. Gnaden be.te. zu willeD, 
argNte. zu kehreD, Schaden zu verhiiten, und demselben zu vcrmelden, in dem Rallt nimmer zu 
.ein, da Ihro Kiinigl. May t. und Fiintl, Gnaden nn lhrer Persohn, Ehren, Wiirden, und Gi.ihtern 
,'erkleinert oder ,'erletzet werden, auclł Alle. zu thun, wafs einem getreiien Untertbanen leinen rechten 
N"atiirlichen Oberhcrren, auch Landei-Fiirsten und Erb-Henn des FiirstIichen lIauIse. Cuhrlandt und 
Semgollen zu thun gebiihrct und woli anstehet, aUel Getreii und Redlich, ohne Argelist und Gefiihrde, 
In wahr anir Gott helffe, uud lein helIiges Evangclium ete, 


II
>>>
. 


8 


in angezogener Freyhcit lhrer habenden Koniglicben und Fiirstlichen Privilegien gereichet und 
verlehnet haben, Er Uufs auch alfsbaldt gehuldiget und gescbworen. DeCs in Uhrkundt etc. etc. 
Vor solche Ubrkundt id Keiner schuldig mebr ais einen Thalcr in die Cantzelley, und io..die 
Fiirstł. Cammer auch einen thaler wie von Altcrs zu geben. 
11 Da aueh ein unmundig oder V orsuchens halbcr auCser halb Landc8 wehre, 80 thuD die 
Vormiindcr od er Vorwandten die Lehens- Verwahrung, 'lOerhalb Jahrce-Frist, Dach besage der 
Privilegien. 
Diejenigen abcr, so nicht Adelicher Hcrkunfft, oder !lousten durch Yerdienst und Tugendt, 
lolchcr vorangczogcncr Frcybeit, erwelmtcr Privilegien nicht fihig, oder darin gehorig, Buchcn 
erlangcn mld genicfsell daCs Ihrige nacla Lehcngubts-ReeJate, wie von AIters her gcbriiuchlich. 
Dicsen obgemeltcn Punct haben Wir Ullfs mit Riihte, Rittcr- und Landtschafft also 
einmiihtiglich nach gehaUenen reiffcn Raht, verglichell und voreinigt, treiilich und uugefahrlich, 
und Wir Ii'riedcrieh, Hertzog obgedaeht, haben zu mehrcr Sicherunge uogczwciffelterWarbclt 
und iJtetcr Haltungc dcrsclben, dicsen llrieff mit Unserm llandtschreiben uuterzeichnet, auch 
Unscr lnllsicgell rcclates Wirscns daran hangen larscn, und VOII wegell einer Ebrbaren gantzen 
Landtschafft, auch aller Nachkommen, Wir WilJhelm von Effern, llurggraff, Gcorg VOD 
'l'iescnhausen, Cautzler, Gerhard t N olJc, George Fircbfs, Haubtman auff Goldingen, 
Barto Id t B ut tler, Oberster, Cbris tia n Sch roed ers, Semmigallisrher Kirchen- Visitator, 
Rabte, Dieterich Grothausen lum Ruhcntahl, Ritterschafft-Haupt.-!\]ann, Heinrich Knorr, 
Dettloff PJater, lIeinricb vom aJtcn Bockhum, Otto 'l'aubc, Curische uud Semmi- 
gallisch6 Mannrichters, Rudolff 8 tcinrodt, mad Johann von Liidinghausen, genandt 
Wulff, auch Kirchcn-VisitBtores, Clauh Francke, Otto von l\1ehden der Elter, Eber' 
von der :Briiggcn, lIiIlebrandt Grothauscn, Hcinrich VOD LiidinghaD8eo, genandt 
Wulff, Dicterich Schopping, Philip vom alten Bockhum, Georg von Vietinghoff, 
Georgcn 80hn, Joban von Dorthcsen, gleicbergestBIt uuterschricben, uod mit Unsero 
angebohrncn Pettschafften besiegeldt. Geschehen und gegeben auft' gcmeiner Landes- V erschrei- 
bung auff dem Schlofs Bauschke, am 18. July Anno 1500. 


- 


2. 


OU ł 


A.nszng 80S dem l itauischen BeCeS8, gel1alten A.nno 1606. 
den 14. Februar. 


AUI derlelben haodlchriftlichen Sammlung von Landtagl-Rcce..en in 4to, im kurliindi.chen ł'roTio- 
t;iaI Museum. Findeł licb auch ebenda.elbst in dem Folia11ten: Acta et Documenta pag, 129-154. 


, 


Im Nahmen der hciligen unzertrennten Dreyfaltigkeit Amen. Von def.elben Gn.den Wir 
I'riederich in Liefłand .u Curl.lld und SemgaIlen Herzog, fur uns und in h.bender Vollmacht 
der. Hoch«cbohrnen Furlten Uład 1I1
rrn W i I h c Im in LieOand au Curl.ud ond SemgaIlen Her- 


, 
[
>>>
4 


zogen, unsers freundl. lieben HErm Bruclers, thun hiemit, rund in Krafft dicser aufgericbteten 
Reccfs, fur uns und unscrc Kunfftigc Erbherrschafft, auch sonsten jcderrniinniglieh, dencn jetzo 
und in Kiinftigen Zeitcn daran gelegen, offentlich bekennen, dars, nachdem diesen verflofsencn 
Herbst der Allmiichtige, gerechte Gott, nach dem WiIlen seiner Gnaden mld viiterlichen Harm- 
hertzigkeit, den Feind der Crohn zu Pohlen und Grors - Fiirstenthurns LiUhauen, I1ea'tzogen 
Ca r I zu Sudermannland, in grofser AnzahJ durch eincn geringen lIauffen, davor seiner Allmacht 
und Giittigkcit nun und immerdar Ruhm, Lob, Ehr mad Prcirs uud Dank gesagct sey, schlagen, 
niederlegen, und zu schanden machcn lafsen, Dahcro der Fcind so vicl mchr, um "on uns 
gcleisteten Hiilfe zum Wiederstande erbiUert, und nieht nUcili alIcrley fcindliehen Driiuungen 
hiu nnd wiedcr 8usgcstiirtzct, sondem 8uch ohu allcn zwcitfel, diescn Kiinftigen Sommer , uns 
und unsern Landcn und Lcuten Unheil zuzufiigcn und :Bey zu bringen, ,,"clehes Gon in Gnadcn 
vcrhuten woIlc, Kcin FJeiCs, Unkost, Muhe mld Arbeit spah ren wird, wir 8US viitcrl. Landcs- 
Fiirstl. V orsorgc, so wic nicM weniger Sr, Lbd" unser hoehgedachtcr freundł. licber IIErr 
Bruder, fur diese unserc Laudc nnd Lcutc biIIig in allcn gctreuen Ernst, sorfiihig tragen, etwa8 
hcilsames durch Gottes gniidigen Bey8taud dcrs falfs in Zcitcn zu berathschlagen, und einmiithig 
zo schliefsen, wic dann audI ctliehe Beschwerde, so E. E. R, u. Laudschafft zu habcn vermcinet, 
auf beyderseits unseren, und ihrem Ilieriiber geschehenen AnlaCs, vermittclst fiiruehmer Per- 
lohncn, ais die Edle und Ehrcn - V cste uuscrc besondere Licbe J o h a n n K c t t I c r, aur Nesscl- 
rath und Altcndorff etc. HErr zn Melrich, L c v i n von n iit a u, aur Dondangen, und O tt o 
D oenhoff, Obrister, auf Idwcn ErbsaaCscn, in der Guthc abhorcn; und so viel mogIich bey- 
Jegcn zu laCsen, Aur E. E. RiUer- mul LandscJaafft unterthiiniges offtmahliges Gesneh mad An- 
haltcn durch allgemcine Kirchspielaursschreiben ad 13, des abgclaurcnen Monaths Januaa'y einen 
allgemcincn Landtag publiciret und angesetzct, da dcnn wir selbst, samt unscm und unsers 
freundJ. lieben HErm Brudem zur Regicruug heim gelarscnen Iłiithen am publicirten tagc anwe- 
lenden und zugcgen gewescn; auch dic jetzt wohl gedachte zur gutIichen hiulegung eingewilligte 
Unterhiindlcr alsbald gutwillig ersehienen und eingekommen. Aber E. E. R. und Laudschafft 
mehrcnthcils nicht crschicncn, sondem anch hernaeh gantzer 8. tage lang in solchcr Anzabl 
nicht ZU8ammcn kommen , dafs wir 
it den Anwescndcn von denen Ciirhabendcn Ihiudeln und 
Sachen, insonderheit nach derselbcn Eigcnschafft uud beschaffcnhcit siehcrl. tracHrcn konnen, 
dahero wir 8m 20sten deCselben l\Ionaths Jan. denselben angestimmtcn Landtag offelltlich abzu- 
kiindigcn nothdriingl. bewogcn worden. 
Ais aber E. E. R. und Ldschafft in mehrer Anzahl sieh eingefunden, mld durch ehcge- 
mcldtc Persohnen bcy uns unterthiinig anhaItcn larscn, wir geruhctcn, die, lO nicM gchorsahm- 
lich er8chiencn, in gebiihrliche \'errecessh,te Strafe zu nehmen, mld nicbts wcnigcr in Gnaden 
dcn Landtag einen Fortgang zu gonnen, mit dem nntcrthiinigen Erbicthen, uns die ihres Aufsen- 
bleibens halbeDs, in dcn acht 'Cagen getragenc vergcbliche Unkosten hinwieder zu refundiren 
und erstotten, auch sonst in den Ililndcln an ihm selbst sich aIler Dinge zur Gebiihr zu 8chieken 
,lUd erhaItcn. Habcn wir unII endł. bcwegcn lartlen, dars wir auf 1I0lcb ihr GC8uch uud unter- 
thiinigell Erbiethen, folgiich d. 22, im Nahlł1clI Gottcs demselben Landtag, fUr sich gehcD, und 
E. E, R, uud Ldschafft die PropositiolI in offener Versammlung furtragen laCHen, darauI unl
>>>
. 


£) 


c1icselben loco Granminum die zu Bamlcke anno 1601, d. 22. Febr. iibergebene Schrifft mit einem 
Auhauge et!, mchr Articulu und. dcu 23stcn folg, noeh iu cincr besondcfII V rz ichuir et!. 
Puucta hiuwieder zur AIJhaudlung iibcrgebeu larsen. 
Da entgegcu Wir fur uns uud S,. Lbd, uusers freundlichen lieben IIEl'rn Bruder, wegen 
Ihnen hinwieder dic unscrs theils habcude zusprache :zustelIen larscn, uud folglich nlit ihncn, 
so wohl fur UlIS, ais fiirnehmlich durch sondcrbahrc Discrction IcgaIitact, Muhe, FleiCs und 
ul1verdroCscnc Arbcit Dcro zur Vergleichung berabmtcn, uud von uns, wic auch E. E. R. und 
I
alllłschaflt IHlblicc legitimirten l\liUels - Pcrsobnen, die Saehe mit vcrlieheocr HiHffc uod Gna- 
den - Bc;}'"stau(l dcs lieben Gottcs vergIichcu uud beschloCsen, wie folget. 


Etc, 


etc. 


etc. 


80 "iel nun Ciirders die Articulirte GravominB betrifft, bat E, E. und Ldschafft lich 
durch gesaJlute [I e g, gcsammte] lIIascr J. Lbc1. unscrn frcundl. Jieben H, Blader diescs unser. 
Erb-Furstenthums ,Regieruug bcsehweret Zll scin bcduuken laCsen, weil ilmcn aber dargetban, darl 
solche Regicrung auf gemcillc Gewohnheit andcrer Furstl, Hiiuser, un8ers in Gott rubendcn gna- 
digen II, Vaters CristI, Gcdiichtnirs allfgeriehtetes Testament, darauf erlangtc Konigl. Ratihabition 
und eoufirmation fundirct, dazu Uiithe, Ritter- und allgcmciue Ldschafft, so wobł in der gclci- 
stctcn Erbhuldigung, ais zeitbero bey recognitiou ihrer Giither, zu beyder Seiten ein wic dem 
andcrn geschworcn uud Eydllłlichtig wOl'dcu. Aurs welchen Gruudcn dicse Rcgicrung zum Posses8 
erwacbscu, und birs diele Zcit continuiret wordcn, aucb keiuc Dienstc uud Płlicbt, obne die E. 
lł.. lIIad Landschafft Inhalt ihrcr habcndcu l"dvilegieu und Freyheiten unlcrm Fiirstl, . . . zu Icisten 
schuldig, ihncn dahcro gcdoppcIt zugeeignct mld auferleget wcrdcn, Ais bat E. E. R. und 
LdsehBfft el bierbey gern bcwendcn larsen, lIIad uns 80 wohl I, Lbd. unsem freundl. lieben II. 
:Bruder zu glciebcn Rcspcet, doch nicht gcdoppclt hinCiihro wciter, wie birl!ibcro gcschcben, aUe 
untcrtbiinigkeit mad gehorsahm zu bcwcisen sich sclauJdig erkandt, Buch bercit 1md willjg 
angcbotben, 
Wegen Recognition dcr eahmcnł-len lIan d- , Erb- und LelłII- Giither, bat E. E, R. u. 
Ldscbatft aIlcrhand UrsacJaen halben, auf Kunftigc :FiiIlc ganz untcrthiiuig durch wohlgedacbte 
Mittels-Persohnen bcy uns auhalteu larscn, nicht aIleill das nicderkuien, sondem aueh die recognition 
dcl' Guther illllen hinfiihro in Guaden zu crlafl!ien; da entgegen sic uns, unscrn freuudl. lieben 
lI, Brudcr uud unsere beyderseits Erbberflllchafft nicht weniger wie vorhin, Ulld itzo in unter- 
thiinigkcit, Gchorliahm IInd GtJwahrtigkcit aIlcwegc bestiindig zu verharren, IInd zur bczeugung 
ihrer untcrthiiujgcn IInd Ulasterbl. Daukbahrkeit, eine ansehuI. Contribution auf etl, Jahre durchI 
ganz e Land zu entrichten sich erbothen, Wann aber wir in solch ihrer untcrthiiniges Ge8uch 
erbcbl. Ursachcn hl\lbcn, so wohl fiir Ulas sclbcr, ais Abwesenden mlliern freundl. licben H. 
:Bruder, nicht vcrwilligcn, noch lIIas zur Abhandhmg derselben recognition iu Tractateo cinlaCscn 
konncn, so larsen wirs bey dcm, was dcfllfalfs allhic im Lande und bey lIIlserm Fund. Hause 
jc und aIlewpgc iibl. gewesen, auch in Banskcr8chen Rccesse endl. anno 90, des unterscheidell 
halb er, zu mchrcr Richtigkeit bcstiindig vcrabscheidct, verblcibcn. Docb mit dem gniidigcn Er- 
bicthen, daCs wir, lO "ieJ die Cercmoujen dcs uiederJ..uicn 8ugchet, Sr. Lbd. nnsern fr undl. reb. 


t 



 


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6 


H. Brudcr communiciren und auf einhelligen SchluCs uns deCsfalCs gegen E, E. Ił. und Landsehafft 
weiter In Gnaden erkliihren wolltm. Und ais gleichwohl E. E. R. lIIad- Ldsehafft sieJa Hofł-nung 
gemachct, etwa in kiinfftigcn Zciten, wcn S,. Gd. unser frellndI. lieber IIErr IJrudcr, GoU hel- 
feode, gesund zuriiek gelangen, deCsfalrll weiter dorch untcrthiinig bitten bcy uns ansuchen. 
So setzen wir zwar solches an seinem Orth, wol1cn abcr dadurch uns miUlcrweile an diel!em 
'Wolalhergebrachten RccJatc und Gebrauch [add. nicht] dcrogiret, sondem daCl!elbe allerdinge 
bcy Kriifften und Cbung conserviret und crhaIten wiCsen. ImmaCscn dema auch diese recogni- 
tion E, E. R. uod Ldschafft an ihl'en sonst habenden Privilegien nichts derogiren sol1 l1nd kan. 


Etc. 


elc, 


etc. 


Ob auch woM E. E, R, IInd Ldschaflt in der Meinung gcstanden, weil zu IIcgung der 
Pcinl. Gcrichtc, iiber Adl. Persohncn, sie aItem Gebral1ch nacla von dcr Obrigkeit vCI"schricben 
llnd niedergesetzd, dafs dahcro die Jurisdiction ilmcD zustiindig word en , so sein sic doch auf 
dcro vcrordneten Mediatoren Einrcde UlIII Untcrricht, von denselben Gesucla abgestanden, untY 
wollcn wir vorhcro, also auch forthin 80lehe unsere J unseres frcundl, liebcn II, Dmderu und 
folgender Erbherrschafft, aIs ihrer von Gott verordneten Landcs-FiirsU. Obrigkcit, Ilubendc 'I'otal- 
Jurisdiction nun und zu ewigen zeiten ohne einige Verunrulmnge ferner uutcrthiiuig agnoscircn. 
D. entgegen Wir, alll woM unscr freundl. lieber II, Brudcr uud folgender 
rbhcrrschaffl, 
IIle ais unsere liehc Unterthanen in Keinen Wege, ubcr Rccht Ulad ohne ordentl. ErkiintniCs, im 
geringsten Gcrlihren oder :Bcdragen, sondem diesclben bcy ilaren Privilegien uud :Freyheitcn 
schiitzen IInd. handhabeu wol1en, wiirdcn sich dann F'iil1c zutragen, daCs jemand ein offenU. Un- 
that, wicder gott- um] ",clU, GCletzc bctroffen wiirde, 80 haben wir den oder diesclbe offeo- 
bahre Mifshiindlcr, aur vorhergchende V ollbraelatc Unthat, naela Anleitung der hcilsahmcn Ilcchte, 
und dieser Landc aItc Reeesse und Gebriiuche mit der lIafft nicht Imbillig zu \'erfahreu; WiirdclI 
aber die Vcrbrecher auftrcten, 80 soli en sie dureh offeucn Anschlug mit verkundigung eiucs 
sichcrn Geleitll fUr Gewalt, zureellt citirct uud wann sic kommcn mul iihcrwundcn, nach be6n- 
dung in der Pcrsolm bcstrafft wcrdcn, So wollen wir nach aIter wohlhergebrachter Gcwonheit 
dieses unsers herzoglhulD8 ferner dic Gerichte mit Adł. l'er8olmen besctzen, jcdoch also, daCs 
wir dencn etl, Rechtgclahrte" lO auch im L.ndc bcsefscn, dcsto mchrer Richtigkeit adjungiren, 
lO gleich deu andern auf die Gerecbtigkeit seJaen, uud dcn ProceCs in aclat ncllJOcn hclffen. 
Weil aber der Lauff des Rechtens in Criminal-Sacheu dallcr sehr aufgehalten, daCs die 
aurs dcr Ldschfft" so zu Ilcguug der IJcin!. Geriehte versclariebcn, oftmallls in groCser Anzahl 
auCscnblciben, dahero die Unkostcu vcrgebl. angewandt, lIIad sonst al1erhand Unrath entstclact; 
Ais hat E. E. R, ó. Ldschfft. duhin gcwilliget, daCs, so offt jemandc8 ihres Mittels zu diesen 
pcinl. Gerichtcn deputiret und erfordert, olane erwcifl!l. rechtsbundigcn Ehehafft sich abseotiren, 
uud nicM crschciucn wiirdc, dersclbe jcdesmaM der Obrigkeit 10. fi. Ungarisch verfal1en sein 
lIoIte, d/lrnit also der Admiuistration der H. Justitien kein Mllngcl einfalle, sondern dieselbe im 
vollen Zwange irnmerdar fortgctricben werde, waa dan nbcr nocl1 jtzo bcy diesem und andcrn 
Gcrichten irgend unvolIkommen und unforml. bcfunden, dafl!l alles soli in der Kunftigen Gcrichtl- 
Ordmmg, Gott belfrem), reformirct und gebefscrt werden.
>>>
7 


Ais alIeJa E. E, R, li. Ldschafft. sich beschwcret, dafs die Ambter und DiguitaeteR mit 
Anfsliindern vcrsehell, Sie ober die EillziigIinge vorbeygaugen wiirden, und dahcre upterthiinig 
gcbethcn, wi; geruhcten nichts weniger, ols Weylalld 1IIISer gnadigcr freundI. lieber Ił. Vater 
defsfalfs in Uecessen versehen, sic glliidig zu re8pe
tiren, Ulad dobey ZlI crbalten, so haben wir 
nns dahin ill Gnaden fiir lIns, Ulad ab\\esenden unsern freundI. lic ben II. Bruder erkliihret, daC. 
wir E, E. Ił. u, Ldfft. ais lInserc gctreuc und gewiirtigc liebc Unterthanen mit oicbten practe- 
riren , BOlldcru oueh Bufs illrem l\littel, so weit ulld fernc wir tueJatige Persohnen finden, nRd 
IIIlscre Gelegeuheit nach behiindeln konnen, uns zu allcn Gnad. empfoblen laCsen scin wolleD. 


Etc. 


etc. 


ctc. 


Es Ilat sich anch E, E. R, ulld Ldschfft. unterthiinig bescbweret, dars ihncn von ihren 
angelegenen IIiindeln uud Saclacn Beredung zu haIten leinc Zusammenkunft zugelarseu, mit 
unterthiinigen ongelegten Bitten iluen lIaupt-l\hnn zu vcrstatten, daCs er auf Vorfiille zur Be- 
redung cinen Aursschurs Oli sich vcrsammlen mogc, dann auch nach GewolmJaeit dcr Crohn 
Pohlen bey Aussehreibullg des Landtagcs die Copey der Proposition, davon gcbondelt soli wcrden, 
zu iiberschicken, domit sic in den Kirehspielen zusammen lommen, Ulld sieJa der NotJadurfft 
nach eilligen konnen, So haben wir ollf fleirsigc Untcrhaudlung, debro biczu von bcydcn Seiten 
eingewilligten Persohnell, denselben Zll soodem Ehren IInd Gefallcn, uns diesergestallt mit E. 
E, Ił. u, Ldschfft, . , ,., dars 80 om E. E, R. Ulad Landschaft Ufllacben zu haben vermeinet, 
sich dnrch eillen Aufsschnfs mit eillallder zu besprechen, derselben \'erordneter lIaupt-l\lann, 
somt zwey oder Dreycn ,"om AdeIl sicla an UJas, 110 wohl Sr. Lbd. uoseru freundl. liebcn Ił. 
Bruder verfiigen, dic U rsachen, davon abzuhandeln, fiirbringen und umb ErlaubniCs defsfalfs 
anhalten und bitten soli, werdcn wir nun 8cmt unsern freundl. lieben Ił, :Bruder dieselbcn 
also beschaffcn befindell, dafs es nothig, so wollen wir entwedcr einen Landtag publiciren und 
aursscbreiben, davon unter einander einhellig zu dcliberiren und besehliefsen, odcr so solcbes 
nicM nothig, ed. PersolIlIelI BUS der Ldsebfłt, nacla Beschaffcnheit erfordert, so mit dcm IIaupt- 
Mallll ZUBammen kommen, Ulad von deusclben iibergebenen Articuln communiciren mogen, jedoch 
mit diesen :Bescbeide, daCs alsdenn nich ts mehr, al8 was uns fiirbiu fiirgelegct Uluł ongedcutet, 
iD deliberation vOIa ilmen gezogen werde, und weilen ohne daCs in allgemeiller zusalDlDenkunft 
mcllr binderulIg einfiiIlt; so haben wir una mit E, E. Ił, u, Ldschfft derhalben diesergestalt 
verglichen, daCs wir, so offt die Sachen also allgewandt, dars sic mit einem Aufsschurs der 
Kircbspiele commode kounen tractiret werden, wir cine ganzc alIgemeille R. li, Ldsehfft. zu be- 
schwer amd vcrgebl. Uukosten nicllt aufssprcngcn, 801adern mit "Obersehicknng der Prcpositionen 
den AuCssclmfs erfordern wolIen. Nach Empfahung derselben AusschreibclI der Kirebspiel- Ein- 
geseCscne an jeden Orlhc besonders uuter sic h zusammen treten, mit einander der PropositiolI 
redclI, Uluł ein drcy alte lIIul verlliinfftige F'riedliebende Miinner ibres "Mittels auf gcmcinell 
Unkosten mit genngsalmaer V olhnacht zu bandeha UJad zu schIieflwlI, Blsdallla eiusehiekclI sollen. 
Ulld darni t mili auch E, E. R. u, Ldschafft die Sacheu des gcmeinen VaterlBudes ibres 
tbeiłs desto richtiger iu Aebt nehmen komaCJI, so baben wir \\'cHer auf eiugelegte Interces8ion 
der erbethencn Mittels - Persolmeu demsełben Zll besondcrn Gcl'allcn E. E. R. ulld Landschafft 


-i-
>>>
8 


I: 


in Gnaden zugelaCsen, cinem Secrctarium zu besteIlen, wiirde Dun solcher innerhalb dcm Fiir- 
11tenthum zu lande oder in Stiidten besersen seyn, so hat derselbe II11S, ais unsern freundl. licben 
H, Brudcr billig, wie OIlderu Unterthancn, den gcmeinen Eyd der Unterthiinigkeit und Bothmii- 
fsigkcit zu praestiren, 80ltC er abcr aufserhalb lIIasern Furstenthum sein Aufcnthalt und W oh- 
nung haben, 110 wvllen wir ihn mit keincn EidesleistulIg unlerl theils grayircn oder belchweren, 
..ul i 
Etc. ctc, etc. 
n ,n
lł1 WJlllf. J 'o 
I SchlieCtll. ais E, E. R, u, Ldschfft. sich ver\Vcigert zum Icibgcdinge, so wir der hocJagb, 
Furstin Ji'rauen EIisa bcth Magdalcnen, gebohrne zu Stettin in Pommern, in Liefland zu 
Curlalld und SemgalIela Herzogin, U
8ercr frc'-mdl, lIerzłieben Gemahlill, pcr pacta matrimollialia 
'Vcrordnet, wie aueh auf dem wiedrigen FaU Ihro Lbd. niich8tell }::rbllehmcrn zu b('schweren, abel' 
diesel' Gcbrauch fast hill und wieder bey FiirsU, Hausern zu findcn, auch schon bey Eilltretung 
der W cyl, DurcllI. Hochgeb. Fur8tin Frau A n n a, gebohrnc zn l\1ecklenburg, ill Lief1alld zu Cur- 
land und Semgałlcn I1erzogin. unserer gniilłigen IIcrtzliebcn l.'rau l\lutter, Cristmildcr Gediichtllifs, 
BlIbicr angenommen wordcn, dann auch die Konigl, Maj. dic Pacta dotalitia in allen AI'ticuln, 
Clausuln und PlIncten, auf nechstgehaItenen Warschauischen Reichstage, authoritate cOll1iliali bcfe- 
stiget, IInd endł. solcher ArliClll UIlI1, unsern abwesenden freum1l. lieben II. n rudern, wie auch 
unscrc beyderseits ł::rbherrlchafft conccrniret, lO lafscn wir dieselben , wic auch ulIserc E, E. R. 
Ulad Ldschfft zugestellte Articuln, so birs daher und jctzo, wegcn Verflicfsung dcr Zeit fiirste- 
hcnden Ił.cichstage, und so wohl dcr Unterhiindler ais etI. UIlser Riithe AbwesulIg nicht traetireł 
uneł verglichcn werdcn konnen, birs zur andern bequemen Zeit anstehen. ImmBflien dCł-!II, Wiei 
iiberdas eiu jedcr fiirbringcn und weiter zu 8uchen dcnselbcn unbenommcn Icin solI, alIes aber 
wie obstehet, illren habcnden Privilegien und l
reyheiten ohne Sehaden, Und dankcn fiir difs- 
mahl Wir lIerzog obgedacht fUr uns mad lIochgcdachten unsern freundl. licbcn II. Brllder, wie 
auch Riithen, Rittcr- und Ldschfl't. dem getreuen Gott, der nadl seillcn Gnaden nrliehen, dicse 
Zeit in Frieden beysammen zu sein und von diesen hcil\Viirtigen Sliicken zu rathschlagen und 
8chliefscn. Wie wir aueh dClleu Ilierzu adhibirten Mittcls - Persohnela fiir ihrc londerbahre 
Ałfection, fiirsiehtigkcit, Flcif.. und Miihsccliehkcit sammt und sonderl. gniidig respectivc dellselben 
nank sagcn, und in Gnaden solches zu erkenncn, aueh mit gefłirsenen Diensten zu verschulden, 
naela jeden Standes Gebiihr in guten 8clłeigt Ulad DienstwiIIig bereU sein. ł nu I.. m 
Gottcs AIImacht gcwBhre Ulas uberschwengl. dem.ł.i ) J.'rięden, da mit wir kiinfftig audI 
weHer im iibrigen łłichtigkcit trełfcn mogclł. , lir.) 
\V ollcn auch fUr nns, IInd unscrn frenndl, lieben II. Brudcr, folgende Erbherrschaffł, 
"ie auch Krbcn und Nacbkommcn, stetc fcste Ulllł unverbroehęll halten, allcs ohne Gcfiilude 
und Arge List, zu melarer Versichernng stetcr und festcr lIaltung, Ilabcn wir uosere Nalamen 
hicrunter mit dgencr lłand verzeiclmet, und mit l1nser hmsh'geł diesen :Brief befestiget, au ch 
dic crbethenc Untcrhiindler und Mittels-Persohllen ihncn und den Ihrigcn ohnc Scłladell zu 
tła Ula gniidig vcrlDacht, 01111 we
('la K. E. n. 11, I.andschafft Wir W iI II e I m v o n E ff e r n, 
Burggraffen, Geo rg 
 o n Ticsen ha liSO n, Cantzlcr, N i ela s Ko rrr, Oberster, und Ch ris topił 
:B ja tr a m b, MarschaIł, Ch riat o ł' la P i e II e n s t o ck, LandlłelltMeister, 1\'1 i c la a c I 1\la II ten rr ej, 


II 


II
>>>
9 


I1einrich Dcrg, Doctor Andreas Bulgrill, D. Johonn Ulrieh, Ober-Sers,, Riithe, Jo- 
hann Nolde, Uitlcrsdloffts-I1auptmRnn, Otto Grotthausen, Semgalis.cher, Otto von der 
Duncn, Diincburgiseher, I1einriela Nettclhorst, lIIad Magnlls Fireks, Curl. Mannrichter, 
Claus Francke, Joh. von Ludinghausen genannt Wnlff, Otto Krummes, Wilhelm 
von Plettenberg, Matthias Seheneking, Engelbrecht von Vietinghoff, Georg 
von Vietinghoff, OUen Sohn, I1einr. Iłummel, Ernst Buelalaoltz, Joh, KloppmanR 
und J o la a n n S tein ra t h fUr UIIS und \'on wegen der siimtlichen Uittcr- und Landschafft, Ge- 
schcJlen und gcgeben Bufm Landtage zur Mitau d. 1-&. Febr. 80. 1606, J 


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TranSIUnł)tnnl IV otm'ij Publici Sł1I)ł..r re("ognos("enda Feuda 
IW obilinrn Curoni("orllln, 


Au. tłem Original, das sich im Jwrliillllischcn Provinzial-lUuscum in dnem Folianten von thcil. Origi- 
nal-, theil;; copf'ylichen Ilandsehrirten, fol. li4-177, befindct, welcJter von dem IIcrcn Staatsrathe von 
Reeke dahin geschenkt worden, mit dem Zeiehen # bezeiehneł und 43a. foliirte Bliitter stal"k illt. 
-,'), II 1 II 


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IN NOl\IINE DO
IINI AMEN. 


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ar . 
In meiqvc [leg. mea] I1enningi 'l'rindij publici Notarij praeseutia, nomine IIImi 
Princil)is ac Domini, Domhai 'VIIhelmi, in Limnia ClIrlamliae Semigalliaequc Ducis, person.- 
liter eonstitutus 1I0nestus ac cgregius Dominus J o h a n n e 8 W o I c ker u s płllacta nonnuIl8 ex 
Recessibus Curonicis dC8umta mihi tradidit, meqvc sub officij mci debito req\'isivit, quatenu8 
eadem de verbo od verbum, nihil addendo, nihil immutando vel dimittendo copiarem, transsumerem, 
et in publicam formBm redigerem, vidclicet, ut hlljusmodi copiae sicut originali ubicunque loco. 
rum fides adhibcrctur illtegra. Quorum tenor de \"erbo ad verbum sequitur, et est talis:' 
. Landtrecefs 
o. 1568. den 11, Decembr: ,j.} 
zu Goldingen vfgcrichtet: . 
AIso Ruch haben wir I1errsehafft vnd Landtschafft vns verglieheu, Triige sichs zu, dars Wir 
Herrschafft mitt cinem vnserm VntcrsaCsen vnd LelmsleuUe vom Adcl, oder einer von dcnselbigeo 
mit vus irrung halben zu sclaaffen, vnd das reeht darinneu suehcn wiirde, So wolIelI wir Herr- 
8cJaafft icder Zeit vnsere Iłlaiitte, od er aber Zwolf AdeIichc persOlaen von der .Laudtsebpfft, vermiig 
der besclaricbenen Lelacla Rechte, 
'nd "ie so)ches bey 8ndern Potentaten, Fursten vlld Herreo 
gebreuchlich, Niedersezen, dieselben ilu'er ey(len \"lad pflichten,. dam
t Sie vns .verhafft vnd 
yerwandt, erlafsen, Sie dagegen in einen alldern Eyd alIeinc Buf denselben handel nellJen, welche 

lsodann nacJa angcborter Klage, 6ntwortt, vnd beyderseits rccbtIichen beygcbrachten Notturłf
 
dureh vrtheil vlld Senteotz vus Von einander liezen 801lCO. 1b ' l · U "" d 
." . f11«1 1 . I e'l.. 
MOD. LIV. ant. II. 3a 


1-
>>>
10 


- o l. Extract auft.m Mictawischen ReceCs, weIcber fi 
1'1 Ao, 1570 den 22. Juny alda gebaUen. al 
,..n'.' Wal den Eydt belanget, I!ollen nicht wenigcr die, so inn pfam1t oder iałargiittern sizen, 
alfs die, So in Erb, od er LehnguUern Vnd wer von IlOlchen illllerhalb iabr nad tages nieht 
Ichwcrct, demsclben sollen dic guUer confisciret wenIen. TJ l o 
R Welche aus gutcn Vrsachen aufserhalb londes sein, 
'nd ihre miindige iaJare erreichet; 
derenselben gcwcsene Vormumlerc, odcr andere Blutsverwandten TIulII bey der I1crrschafft die 
Lehnverwabrung Vlld wann Sie sclbst ankommen, schweren Sie alrs obgemelt etc. LII 
Ex InivHcgio 
Der Churischen Laudschafft gegebenn. 
Tlum das Iliemit aucla Krcflliglichen bey "'urstlich waren wortten, 
'nd wollen vns lain- 
wiederumb zu vmser Erbarn gallzcn Landsehaf1t Krafft cincs ieden gcscbworneu Eides, ocn einer 
nach eilltretUllg in sein gult, bcy IJ ocn der Coufiscation dersclben in iahr nld tag zu tłum vnd 
zu )eisteu, soli sc1l11lclig VlU1 veq.mchłt:t Jelloch, welchc aus guten vrsaeben anfserhalb lan(1es 
sein, vnd Harc mundige iahre crreiclaet, dcrsełben gewcsene Freunde oder lllu18VCr"alUltcn sollen 
bifs auf illre wiederkunfft Sic ill ilarcbl Lehcn bcy dcr lIerrscbafft ,'crwahrclI, vlIZweiftichen ver- 
aehen, alles vlltcrthcnigell gehorsambs, nad Sic wcrden nas nad vnserc Erbcn illla der Oberherr- 
licha fft Kiilligl. MayU, zu I"olllcn 1I0cbstgedacht, sein trew vndl hold I, billnen vnd aufsen landes, 
Zu wafser nld Zu land" fnler aller bc..tes wiCsen , ergstes Kehren, licbad
n nrhuUcn, "nd der- 
aelben vermelden, BUCJa alles UUIIl, was gctrewen Vntcrthanen, Harem rec!llen Naturliehcn Ober- 
berrn, auch Landes Fursten vnd Erbherfll zu thun eignet vnd gebuhret, vnd solches an allen 
tbeilen trcw vnd redlich, olan alle arge list vnd gcfehrdc etc, 
iml" · I Anllo 1590 dcn ]8. Julij vf gehaltenem Landtage zum Bauschke. 
-.Ił 130 Ilaben sich cinc allgcmeine IłiUer- vmł Lamltsehafft mit vns, angezogenen l\lifsver- 
I!tandes vnd irrung halbclI , ill ,-ntellbel!chriebenem dato, wic el! mm I1inforth vnd zu allcn Kiinft'- 
tigen Zeitten damiU solle gebalten werdcn, bestcndiglichen vnd vnwleder ruffuntlichen vorglichen, 
vnd nachfolgender gestaht verelniget, Nemblichcn, darlJ ein Jeder' vom Adel, "nd zu liolchen 
Pridlcgien der Erb- vnd Samcndcn handli Gerechligkcit, wic obgcdac1lt, gellorigte, sobald derer 
eincr in dero gestalt erlangter gerechtigkcit suecediret vnd eintrilt, So soli dersełbc seine Erb 
vnd GiiUer, innerhalb ihares frist bey der Obrigkcłtt Recognosciren ..nd sucJaen, mit naehfolgenden 
wortten : 
'Ii' to Durchlauchtiger I1oclageborncr Furst, Gnediger lIerr, Ich bitte EFgd. zlIm \'IItcrthenig- 
Rtc
, die wolten mir mein angeerbtcs, erkaufftes, oder erlangtes GuU, vmI wor ich ł!lonsten reeht 
zu habe, in der Freyheit Vlad gerechtigkeitt vnser habenden priuilcgien gllediglieben verlclmen, 
vnd dabey erhaJtenn. I '" . I 
Solche vnterthenige suebung solI geschehelI KlJieende, mit dcn Ceremonien ,-nd solen- 
niteten , wie gebreucblich ist. Darauff der Landes Furst also sInieht: 
Ich verlehlJc vnd relchc Euela dafsclbe ewcr Erb, Samende handli, oder erlangte!l gutt, 
EU erbe oder samenden hands reclat auch alle das icnige, darzu ilar von GoUes vnd rechtswegen 
befuget seidt, inhalt angezogcner privilegien, vnd will Euch gerne dabey Bchii.zen vnd erhalten. 
.1I .tu ,., .l .uo
>>>
11 


'fi So stchet dcr VntcrUaan auff, vnd sch\\'crct nachfolgenden Eydt: IL 
Ich N, N. gercde, lobe, \'Ild schwerc dem dnrchleuchtigen Hochgcbornen Fursten vnd 
Herrn, Herrn l' r i e d r i c h e n, vnd J lea'rn W i l h c I m e n, Gebriidern, in Liefflandt ZI1 Churlandt 
vml Scmgallen Herzogen, meinen gnedigen Landes :Fursten "nd Herrn, \'nl1 Ihrcr Fr. dhrtt. 
beiderseits Icibes ErbcJI, in cler OberherrsehafJ't der Kiinigl. l\laytt. ZI1 Pohlen, vud GrosFiirst 
ZI1 Littawen etc, meines. gnecligsten Konigs nld Oberherrn Tre\\' vnd Ilohlt Ell sein, vnd Ell 
bleiben, in vml auf",erhalb, zu wafser nld zu lande, Ihrer Fr, dhrtt, bc8te8 zu WirSeD, ergstes 
zu Kehreu, Ichaden zu verhiiten, ,'nd dellselbcn zuuermelden, In dem rathc nimmer zu sein, da 
Ihrer Fr. clhrU. an ihrer person, l1'iirstliehen ehren, wiirden ,-nd giiUern verlezet, oder verldeinert 
werden, Auch aIles zu tłum, was eincm gchorsamen nlterlhancn seinem rcchten NatiirIichen 
Landes Fursten 'nd' ł.:rbherrn des I'url!ltlichen hauses Churlalldt nld Sem/;'allen gcbuhret vnd 
woli austchet, Alles gctrew nul redlich ,ohIle orge list nad gefehrde, So war mir Gott helfe, 
vnd sein heiliges ł.:vangelinm. I lU uJ .t 
AlIsm Mietawischeu Ileccfs den Uten Februarij Ao, 1606. 
So vieł mili flirders die Artieulirtc granmilla betrifft, hat eiuc Erb. Jłitter- vnd Landt- 
schafft sic h durch geuIDI)te vnser vnd lhrer Liebden \nserm frcumltliehen licben Herrn Brudern 
dieses \'Ilsers Erb Furl!ltentlmmb8' Regierung beschwert zu sein beduncken larsen, Weil Ihnen 
obcr dargethan, daCs solche Jtegierllng auf gemcine gewouheit 8uderer Furstłichen lIeuser, vnser8 
iu Golt ruhcudcn gnedigcn frcnndtlichen lieben Herrn Vatcrn Chrisllkher gedeclltnu8 aufgerich- 
tetes Testament, darauf erlangte l(jilligl. ]m-eslitur, cillgegangene Hriiderliehe Erbvereinigung, 
"nd erfolgte KOlliglichc ratihabition nld confirmation fundiret, darzu Uhiite, RiUer- vnd allge- 
meille Landtsehafł't 80 woll in der gcleisteten Erbhuldigung, alCs seithero bey Recognition ihrer 
Gutter zu beiderseiten cin wie dem andern gcschworen, \'Ild EydJlflichtig worclen, Aus welelaen 
griindell diese Rcgierunge zum p088ess erwachsen, nici bifs dicse Zeitt cOlltilluirct worden, auch 
Keine dienstc vlld Płlicht, ohn die cine Erb, Uitter- vnd LandtsehaOt, illnhalt ihrer habendcn 
PriuiIegien ,'nd Freyheiten vnserm FUl'StIichen I1ause zu leisten selauldigk, ihnen dahero gedop- 
pelt zugeeignet ,'mI auferlcget ,vordenn, Alfs hat cinc Erb, Uitter- vnd Londtschafft es hiebey 
gern bewemIen lorsen , vnd vns, S8 woli J. Ld" Vłlserm freundtliehen liebcn Herm Brudem ZQ 
gleiehen re81)ect, docla nicht gedoPI)elt hinfuro weiter, wie birshero geschehen, aUe nlterUaenig- 
kei U nJd gehorsamb zu bcwcisenn sich schuldig crkamlt, aucla bereit vllcl willig anerboten, 
Wegen Uecognition der samemlen I1andt, Erb- vnd lehngiitter, hat einc Erb. Ritter- 
"ndt Landtschafft ałlerhandt vrsaehen halben vf liinfłtige fiiUe ganz Vnterthenig durcI. wollge- 
dachtc Mittelsper80hncn bey Vns anhalten larsen, nieht aIlein dus Nicderkllien, sondern auch 
dic llecognition der GuHer ihnen hinCiiro ill gna den zu crlarsen. Darentgcgen Sic Vn!!, VDserm 
freund tliclacn Jicben Herrn Brudern, vnd vnser beiderl!leit8 Erbherrschafft niehts weniger, wie 
V orhin \'Ild iezo in vntcrtJaenigkeit -gehor
amb Tnd gewertigkeitł ałlwegc beste!1di
 lJuucrharren, 
Vlld ZII bczeugnnge ihrer vntertbeni..en vnd vnsterblichen dankbarkeiU eine ansehel1Iiche Contri- 

 , 
bution auf etliche iallr durchs ganzc Landt zu entrichten sieh erboUen. . lf ,5: .I i 
-I ł Wann aber wir in solch iłu vnterthenige8 gesuch , erhcblicJaer vrsachen halben , so "011 
fur vn!!' selber, aIs abwesel1den Vn8crn freundtlichen llebell Hcrrn Brudern niclat vcrwilligen, 


I 
..",.L 


"
>>>
12 


noch \"ns zu abllandlung derselben Recognition inn 'I'ractatcn einlarsen Konnen, so larsen wirl 
bey dem, was disfals alhic im Londe, ,'nd bey "nserm FurstIichen 1I0usc ic \"Ild ullwege "blich 

ewesenn, aueh im :Bawsehker Rceefsc elldtlieh Anno 00 etc. des vnterschieds halben zu mebrer 
richtigkcitt bcsteJUlig verabscllcidet, verbleiben, d ocia mit dem gllcdigen erbicten, dors wir, BO 
viel dic Ceremoniam des Niedcr Knicns angchet, S, Ld. vnscrm Creundtlieh lieben Herrn llrudern 
communicircn, vnd ouf einbclligen SclaluCs vnB dcsfals gegen cincr Ea,b, RiUcr- Vłld Lalldscbaft 
weitter in gnaden erklercn wollcn. 
II Vud ais glcicbwoll einc Erb. Ritter- vnd Landtschafft Bicia hoffllung gemacht, ettwa in 
Kiinfftigen Zcittcu, walm Scine boehgedacbte Ld. vnser frd. lieber Herr llruder, GoU helfende, 
gesundt zuriickc gelallgen, dcsfalls weitter dureb vnterthenig bitten bey ,,-ns anzusucben, So Bezcn 
wir Zwar solches an seinen orU, wollen aber dudurch vns mittlerweilc aD dicsem wollherge- 
brach ten Rcehte vnd gebraueh niehta derogiret, sondern darsclbc allerdillge bey Kriifflcn Vłld 
vbung conservirct vnd erhaIten wirsen, InmaCsell dann auda diesc recognition cincr Erb. IliUcr- 
vnd Landtscbafłt an ihrcn Bonsthabendell Priuilegien nich ts derogiren 8011 vud KOli II. 
(L, S.) 
Praememorata onUlia concordarc cum veris 
8uis originalibus, aUcstor ego IIcnningu8 
'I' r i n d i u s, Sac. Regiac l\laiestatis auctori- 
łatc Notarius, in cuius rci fidem signum 
Notariatus mel est appositum. 


I
 


IIcnningus Trindius 
Soc, Rac, Muc. auctoritatc No- 
łarius publicus, in fidem ex 
officio ad haee re'luisitus 


mpp. 


In 


ił 


ł 
II .1'1 
Ił . 


. 


4. 


j 
Verl1andbmgen iiber das an Herzog 'VilhelDł zn bringende 
Besitzrecltt an Pilten, 1811. 161
. 
defą Folianten 
, fol. 110 a, - 113 bo, im k url. P.I'ovioz;ąl-l\iuleum in Mitolt. 
, 'hl t I J, 


-, 


a. 
tl$l Contractus Rappij. 1 , 
Notum testatum'lve sit universis, lnoaesertim 'lvibul interest, illud'lue scire cxpedit, 
Serenissimum ac Celsissimum Principem ac Dominum, Domillum Johannem Sigismundum, 
Marchionem Brandeburgenscm, S. R. Iml)crii Arclai-Camerarinm ct Electorem, Prussiae, Jnliae, 
Cliviae, Montium, Stetini Pomcraniae, Ca8suborum, Vandalorum, in Sile
ia Crosnac, JegerdOl'fiae 
Ducem, Burggrabium Norimbergenscm et Prillcipem Ilugiac, Comitcm l\'1arclaiarum et Ilavens- 
burgi, Dominum in Ravenstein, Clementissimum nostrum Electorem et Dominum, sub dato Re- 
giomonti d. 22. Melis, Julii Alino 1609 suo Prutenico Consiliario supremo et Callccllario Chri- 
Itophoro Rappio, rationc bactenus perpcasi laboriosissimi Cancclloriatus muneris, aIiarum'lve 
praegnantium «:ausarum, quae pluribu8 in dicti Serellissimi Elcetoris gratiosis literis cootinentur,
>>>
13 


inter aHa 30000 Imperiale., qllos Serenissimus Marchio Georgius Fridericus Brandebur- 
gen
it', in Prussia DII'1[, beatac memoriac, in Districtum Piltensem bypotbccae loco elocavit, 
qviquc per Testamelltum in dicti Serellissimi Electoris defUJlctum Domillum Parelltem devoh'erunt, 
aliasque ctiam tallqnam beredi universali competunt, ex gratia hoc modo donasse, obtulissc ct 
tradidi,,;sc, si a SIlI)ra8cripto dato pracfatarum graliosarum literarum illtra trium annorum spatium 
Screllissimus Elector summam 30060 Imlłeralillm in praesellti aurea ct argelltea moneta solverit, 
tunc mcmoralllm Dominum Cancellarillm talem l)ccuniam a Serenissimo Electore aecipcre et Regias 
obligationCił in Districtum Piltenl!cm itel"Um extradcre teneri; Sin vero Serenissimus Elector intra 
dictum tcmplls banc Summam nOIl ellumeraverit, quod blllc Domillus Canccllarius absque uHeriori 
expectatiolle cum illis, tanquam prolłriis bonis, ad quae Nemo interesse ali1luod babet. in suum 
Commotlum et cmolumellturn absque ullius imł'cdimento 0l)timo modo agere et l)er61:ere debeat. 
Cum vcro N obis Dei gratia W ił h c I m o, in Lh'ollia Curlllndiae et Semg..lłiae Duci, maximum 
illtersit, nc eiusmodi Districtus a No:'is et nostl'o filio, ut et nos tra Jurisdictionc abalielletur, 
eo attclIto, quod alias etiam notorium ius ratione l)f0l)rietatis vigore literarum Innstiturarum 
nostrarum Nobis in J)jstrietum PiltclIscm competat, rcsolutionemllue realem cx llathori manibns 
feeerimus, et solummodo ad certum temllUs a nostro acquisito iurc, I)rac,'ia Traetalione, reees- 
serimns, et uHro aequicnrimus, S, n, PollHaiac l\lnje,,;tatem ius advitalc dcfullcto Marchioni 
G e o r g i o }' r i d e r i c o eiusquc adhuc in vh is existenti Domillae COlliugi tradere potuissc, ratione 
cuius quoque COIIStitUtiO quaedam AllIlO 1609 in Comitiis Publicis ncgni Poloniac promulgata 
est, ill qua Nobis I)crmittitllr, a Domina Vidlla ius iIIud Ad"itatilillJll in No,,; h'ansfcrre. Itaque 
Nos ad Serenissimam suam Celsitudinem, nostrum bCllignum e 'harissimum Domillum Patrem, 
Affillem et Coml)atrem, Dominum J o h a n n e m S i g i s m u n d u m, l\larchionem llmndeburgensem, 
S. R. Imperii Arehi-Camcrarium et Electorem, Prnssiae, Juliae, Clh'iae, l\iontium Prillcipem, 
nos contulimus, et ap ud eundcm summollerc et of6ciose sollicita,'imus. SCI'clli!;sima Cclsitudo Sua 
permitteret, ut Districtum PiItellscm tam cum Arenda, quam resolutione I1ypothccariae Surnmae, 
nempc 30000 Talcrorum Iml)erialium, ut et eatcnus pCIICS Dominum Callccllarium existentes 
Rcgias asseeurationes, litcras et Documenta pro Nobis acqui!'eremus. Ad quod talldcm Sercnis- 
Bima Celsitudo Sua habito accurato cOlIsiIio consensit et concessit, Nos CUlU dicto Domillo Callccl- 
la rio Christophoro Ral)pio ratione Summae 30000 Tbalerornm Imperialhun tractare iIlosquc 
in Nos h'ansfcrre possc. Quac quidem tractatio ad Screnissimae Suae Celsitudinis consensum inter 
Nos 
t DominUJD Cancellarium sequcllti modo inita et consumata est: tiael)ius dieto Domino Can- 
cellario Christl!lłhoro Rappio una cum solutione 5Ołl00 flor, PoloII. Curiam d balia Aister
 
in 
;uis limilibus, emu omllibus at-et pertillelltiis modo exsistelllibus, utpotc ab ipso iam possi- 
tlentu.., iure bereditario cum omnibus Pl'ivilegiis et commodis praeselltibus et futuris, \'igo
e 
pracsentillm, inscribimus, deoccul)amus et tradimus, ita ut ueqllc Nos ncqne nostd heredes et 
Sueees80res in omnibus qllocunque medo dictis ct in bonorum Aistcł'lł limilibus sitis fundis, 
laominibu8, cultis et illeuHis, ullnm ius, praetensionem, usum vel abusum impostcrum habebullt, 
Bed trudimus, inscribimus et deoeeullamus ilIa omnia et singli la lIominata d nominanda Domino 
Cancellario Ch ri s t o p h e r o n a p p i o, il)sius hercdibus ct Succl',,;soribu8 iure dieto hereditario 
Et quidem commoti Burnus pl"aeter 30000 taler08 Imperialu h
lł()thecam adlauc 8000 fi. Pol. et 


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>>>
u, 


ita coniunctim comlmtando 50000. fi. Pol. cum Curia et bOllis Aistern ipsi Domino CanceIlario 
baderc, Ideo quoniam perllpeximus, ipsum Oeconomiae lliscinas aggcribns circumvallando alias- 
qne optime maximis suml)tibus et I)aucis pelles arces 0l)llignoratas existclltibus homillibus prae- 
fuisse, candemquc meliorallsc, vcrllm etiam cum ab hoste Succico et I'olonici Exercitus impo- 
sitionc maximum dctrimelltum ceperit, quod it. absque contentatione oblhisci et J)raeterirc non 
potuit, muHomillns llossessiolli renunciare voluit, proilldc cum ipso Ilraedicta ,ia Causam ballc 
aggressł sumns. Solutionem dictorum 50000 f1. Pol. quo d attiIIet, eatelluli hoc mocJo cOII'\'elltum 
cst, ut Domillo CaliceIlario statim in aurca et argentca mOlIeta 2;)000 fi, 1.01. nllmerarcmus, 
quos etiam rcalitcr accepit, et desuI)er \igorc huis Nos quictos et securos rcddit, reliquos 25000 
flor. treś annos penes Nos l)ermallcrc l)ermitlit, hac rationc lit praeterfIuxis iIIis tribus annis 
ilimiliter iIIos in bona currcnti moneta, aolidis et triobolis excłusis, realiter in una Summa nu- 
mcremns, Si vero allte constitutum tempus iIIam Summam aoh'ere llOssumus, integrum Nobis erit, 
candem antc lap!!um trium allIIorum eXI)onere, Ut autem memoratus lominu8 (
ancellariuil tam 
ratione Summac CalIitalis 2."1000 fl. Pol" quo m U8urarum certu!! sit, Curias Uuzo,\'iclIsem ct Sub- 
bartcnscm cum omllibus Ilertincutii!J, fmulis, hominibus, llrac(liis, l.iscillis, (
clłsihIlS, reditibus, 
sum mis et illfimis venatiollibus, et aliis usibus, quocunque modo dictis, una cum IittOl'e maris et 
in iIIo sitis pagis et Cmethollibua, ab Jlciligen Aba incipiendo usque ad I.erkuncn l)rOlle Lyba- 
"iam, lItl)ote iIIa omnia sntehac hYI)Qtbccario iure I)os!lcdit, cum omnibus Prh'ilegiis loco realis 
bYI)othccae statim dcoCclIl)a'\'imus et tradidimus, quemadmodum etiam '\ igorc huiua dieta omnia, 
Curias et Cmctholles tam maritimos quam aliol deocCul)smua, et re. liter usque ad totalcm solu- 
tioucm dictae 25000 fi. Pol. Summae tradimus et assigllamul!I, iIIis liro pOS8C et summis viribus 
loco usurarum frut'ndarllm utcudis ct ratiollc a8seeuratiollia Capitalis 8ummac secure et impc- 
dite habcndis ct possidem1is. Vsum tamen Nobis LIgllationis in qucrceto 1i10lummodo rcsenamus, 
dictusque Dominus CanccIlarius reIiqua nemora non aliter , Iluam ad usmD aedificationis et foci 
in praefatis tantum bonis usnrpabit, multominulI aibi al1llrol)riabit, Ad buc nobis quoque reser- 
vamus. qllod Ruzenses cum Subbartensibus Coloni et reliclIli Curiarum Hustici ligIla lIostra tem- 
pore brumali evehi teneantur, uihilomillus tamen a nostris Servitoribu8 catcnus ad impos!'ibilia 
non adstrillgalltur, et Domillu8 Cancellariu8 ealłrollter re(luiratur. Et quolliam alltehac dissenaio 
quaedam in ter nostros Millistros Grobillcnses, et Domilli CUllcelIarii Scn-itorcs ratione piscationil 
in Lacu 'l'alsensi extitit, I)roinde Nos eo, prout etiam per sc iustum et aC11llum elit, declarB- 
mllS, quod neqllc nostri 
lilli"tri neque ltustici nostri I)cnes Lacum habitautes, ulterius qUBm in 
lułs rillłs, et illtra suos.lirnites piscalldi potestatem habere dcbeant; Itidem cx alia parte CuriB 
1.'alsensi8 eHam obscrvabitur, et nullo modo uhra lilles l\foecdctur, Talldl'm cum in l\fiori CCII- 
sione Dlstrictus Grobillellsis illter aHa punda COn8ensum sit, quod ColoIIi nostri fugith i et in 
Domini Canccllarii bonis habitantes ipsl reHlIIluerelltur, c'dllda Ilriorem promissiouem adhuc vigore 
pracscntium reiteratam volumus, et 8cquiescimus, ut illi COlOIIi, qui modo lub ip80 habitant, 
ibidem haereditarie I)ermancallt. Pro IIi8 ct talibua Domino Canccllario praefKto modo in scriptil 
et concessis, nobis onmes Hegias Hteras et Documellta, quac rationc Districtus I.iItensis l)ro 
summa 30000 'l'alerorum Imperialium a Serenisaima CCllSitudillc sua dieta loco hypothccae con- 
cellla tenuit, una cum traditionc p08sellsionis 0llpignoratBrum arcium, CuriarurD et quicquid 8UIII
>>>
15 


penes Distl"icb:m iIIum in fnndis et hon1inibu!!, I)uemadmodum ipsemet possedit, iterum deoccu- 
IJa,'it et tradidit, nec non 8U8S billas rusticas familia!! ill Jamayten 
mptas una cum piscina magna 
IIasenpothensi libere et I)uiete conccisit, Ratlone Inventarii Districtus PiItensis 8cqucnti modo 
transactum , I)uod Invcntarium pcr se, quoad peeora et aIia in omllibus ct pcncs OIDlle8 Curias 
Districtus, nec non sativa in agris, ut ct decem Lastac hordei et sex Lastae avenac Prutcnicae 
mellsuratiołl1s manere et reIinqui debeant. Bombardas vero, l\1osquetas vulgo dictas, et quicl)uid 
prBeterea in Iłegiomantanum armamcntarium pertinet, Domiuo CalIcelIario proxime instanti tcm- 
pore brumali Llbaviam uSl)ue trall!ilportari eurabimus, et obstricti erimus, rcsiduis quatuor aonis, 
tamdiu lomillus Cancellarius listrictum a Domina Vidua ratione iuris ad,'ilaIitii pro solutionc 
a:muorum millium florenorum tellere debet, alłlluatim 10fJO 0, Dominac \iiduac ab instantc 
l\lichaeIis Uil2 anni ineipientis et prim um certo certius exsoherc, Finitis Iluatuor iIlis annis 
certilicatio arelldae pcnes Nos et Dominam Viduam erit, et nihiIomillus semper non 80lum ratione 
dictorum residuorum quatuor alInorum , ,'erum et dcincclJs tamr]in vir1ua ill "ivis fuerit, cum 
contentationc juris ad,'ilaIilii et cerliturłillc Arendac tali modo procedemus, at eatellus nemo 
aggravari inl),'e Nobis mora uHa mcriw relJrchendi debcat. Quod relil)lIum pro flnali eOllcłusione 
lauius Transactiollis erga Domiuum Caneellarillm C h r i s t o P h o r u m R a P II e n IIOS benignc obtu- 
liwus, si ipsi et haeredibus illsius modo ct impostemm ob fidcIia l'Iervitia nobis distinctis vicibus 
praestita, gratiam, omlle bonum et promotionem IJraestarc potuerimus, quod iIIud ilJsum ,'igore 
huins nos fachlr08 esse lJOllicearnur. In łidcm, omnia et singnlR sllpraposita scmlJer hn-iolabiliter 
sub Principis vcrbo n08 adimpleturos, hes literas malin nostra et appresso sigillo munivimul. 
Datum et Actum Regismonti d, 20. Decembris Anno 1611, 
Wilhelmus Dux. 


(L. S,) 


CJa ri!! t op h orus Ra pp e: 
(L. S,) 


on ,ł' 
Serenissimi ac Celsissimi PrlncilJis ac Domini, Domini JoJaannis Sigismundi, Mar- 
ehionis Drandcburgensis, S, U. Imperii Archi-Camcrarii et Electoris, Prussiae, JuIiac, Cliviae, 
Montium, Stetilli, Pomcraniae, Cassuborum, Vandalorum, in Silesia Crosnae, Jegerdorflij Ducis, 
Burggrabij Norimbergellsis, et Prillcipis Uugiae, Comitis Marchiarum et lłavensbergi, Domini in 
Ravenstcin, Clementissimi nostri Eleetoris et Domi"i, DelJUtati Nos 1: r n e s t u s S c Ja r o d er Uli 
et Ernestus a Sacken notum testatuml)uc facimus vigorc praeseotium nostrarum conliignata- 
rum literarum , I)uod ad mandatum elementissimum Serenissimae Celsitudinis Suae dictae Illu- 
strissimo ac Celsissimo Princil,i ac Domino, Domillo W i I h e I m o, in Livonia Curlandiac et Sem- 
galIiae Duci, bellignissimo nOBtro PrincliIi ac Domino, Districtlls Piltcnsis CuriaB, utpote Arcem 
et Curiam PiIteusem, Cnriam lIaseulJOthensem, Neohusium et En-alen cum attinentibuI praediis, 
Oppidis, Pagis, omuibus et singulis inquilinis et hominibus, nec non Prhilegiis et Jllrisdictio- 
nibus, I)lIemarlmodum antil)lIilus ad arces et Curias ilIas sp ectorllllt , et BntehBe in DomIIm Bran- 
deburgcn8em tenore 'l'rausactiollis devoluti SlIUt, vigore lIIush-issimoe 8uae Celsitudinis iuris l)er- 
tinentis, nihil exeepto, ccsserimuB, et totaliter deoccupo\"Crimlls omoi modo, quemadmodum 
Serł:nissimu8 ac Celsissimus Princeps ae Dominus, Domhaus G e o r g i U8 F ri d e r i c u 8, lUafC io 


-' I 


b. 


T 


, 


.J-
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16 


:Brandeburgensis, PrulIsiae, Stetini, Pomcraniac, Cassuborum, V andalorum, in Silesia Crosnae 
et Jegcrdorffii D u lC, :Burggrabiu8 Norimbergcn8is et Princrps Uugiac, beatae et laudatissimae 
memoriae, possedit et gnbernavit, ipsiusqnc Ducalia Vidua, lIIustrissima ae Cclsissima Prinecps 
et Domina, Domina S o l} h i a, Marchionissa Dralldebllrgcnsis, nata Ducissa Drllns\vicensis et Lii- 
neburgensis, Prussiac, Stetini, Pomeralliae, Ca8sllborllm, Vandalorum etc, tellOre catClIlIs bina- 
rum exi8tentium Rcgiarum hypotheeae et iuris advitalitii assecurationllm fruenda et lItelIda habet, 
rcaliter in I}OS8c8sionem tralliderimus, lina cllm conl'lignato hn'entario, IItl,ote ilIud dietae 11111- 
Btrissimae SlIac Celsitlldillis Delmtatorllm Relatio pluriblls edocet, In fidem praesentcs I}ropriis 
manibu8 subscriptas consuetis nostris sigillia munh"imu8. Datum Golllillgac d. 29. Janllarij 
Anno 1612, 


. 


(L. S,) 
Erncstus Schroderu
 
. ) . 


(L. S,) 
Ernc,l.-Itll s a Saekcn 
in Wallgen, 


:t 


c. 
CC8sio Districtus Piltensis. 
Nos Dei gratia Johannes SigisIlIlIndus, l\Iarchio Dl'andcburgensis, S, Ił, Imllerii 
AreM - Camerariu8 et J:lcctor, Pmssiac, Jllliae, Clh'iac, l\lontillm, Stt'tiui, I'omerauiae, Cassu- 
bor11m , Vandalomm, in Silesia Crosnae, Jiigerdorffii D II x, Burggrabius Norillbergcnsis et Prin- 

ep8 RlIgiae, Comes l\1arehiarum et Ravensbergi, Domillus ill Jła\'ensteiu, notUIn testatumqnc 
facimlls pro Nobis, hacredibus Suece!isoribu!l et subsecutivis l\1agi!1tratiblls, Qllod, postcaqllRm 
Sllperioribus temporibu!1, alino nimirum 1:18;) J)j!itrictlls Piltcnsis vigorc. Transactiollis inter Regem 
poloniac S t e p IłU n II m et Rcgem Daniae Ino SlImma 30000 Imperialium oHm Marchioni Brandc- 
burgensi G e o r g i o F ri d e ri c o 0Pllignoratlll! fuisset, 1IIIdc idem Districtu8 110stea ad Dominum 
Parentem nostrum, Electorcm J o a c h i m II m F r i ci e r i c II m, non 80lum per Testamentum ; verum 
etiam eiclem Domino !'arenti nostro, tanquam haerel1i universali, ct sic cJcilleeps ad Nos per 
Successimlem devollltlls esset, Nos haucl ita I}J'idem 1IIustrisliimllm ,Princil}em, Domillum W i l la cl- 
m 11 rn, in Livonia Curlandiae et Semgalliae Ducem, perionaliter I1fccibus sollicitailse, ut ipsi 
nostrum ius hypothecaril1m 8uper ilIum Districtum Piltcnscm nobis comllctens 1 1ro exsolutione 
8ummae hypothecariae eedercmus et deoccuparemus, N08, re cum Consiłiariis no!!tris communi- 
cata, in id con8ensimus, Qllare cedimllll et tradirnus I1Iustrissimo Duci Cllrlalldiae, Filio ct Affini 
nostro amicissirno, ciuscJcmquc haereclibus et SIIcces80ribus mernoratum nostrum jlls hYI}otheca- 
rium et hypothecam 8uper Districtum Piltcnsem, uti iIIUlI Nobis l\1aioribusque nostris eoml}e- 
tierinł, et compet,erc possint, in 0l}tirno, constanti modo et forma juris, promittelltes, quod si 
IlIustrissimus Dux (
lIrłaudiae eo lIomiue, scilicet ratiolle huius 8ummae 30000 T..lerorum illquic- 
taretur, aut Ilcr strepitum iuris impeteretur , lIIustrissirmuII IJrincipern cvineerc, et uH inł'is est, 
defendere. Et qllandoquidcm lIIustrissimu8 Dux Curlaudiac Summam iIIam hypotheeariam iam eo 
lo ci Ino voluutate uostra realiter ex
olverit, ideo contestamnr hisce, nos Ilullam unquam ratione 
buius Summa e hypothecatae praetensionem contra Ducem Curlandiac habere velle, hRe tarne" 
expressa addita reservationc et cOllditiolle, I uoniam Vidua oHm Marebionis G e orgii fi' ri d er i t: i 


81 


., 


. 


\
>>>
17 


ius quoddam advitale super illum JJ..strictum Piltcnsem habet, ut lIIustriS8imns Curlandiae Du 
lłUic Viduae per immcdiate subsequentes annos qoatuor annuatim 1000 fi. Pol. deponere et 
exsoh"ere teneatur. Elapso boc quadriennio salva reservatur utrique tam viduae, quam Duci 
Curlandiac dispositio, quomodocunque inter se ratione Juris advitali. vel futurae Arendae convenfre 
poterint, In cnius rei fidem manu nos tra et ElectoraU SigiIJo munitum. Actum Regiomonti d. 
28. Fcbruarii Anno 1612. 
(L. S.) Johannes Sigismundus, Elector. 


j 


- 


Js 
5. 


Hertzog 'Villłelm's SatzscllriCt vor seine VnscboId cont. Magnos 
Nolden, "essen Vngellorsam vnd f'iilscblidłS angeben. 
AUI dem FoliBnten 
 im kurliindillchen Provinzial-Mulleum, wo lich dielle SatzllChriCt fol, U6-158. 
in einer, wie ell den Anlchein hat, gleichzeitigen Abachrirt, und der hier gelieferte Auazug fol. U6. 155. 
156. 158, findet. 


, J 


FacH Species. 
Der Durchleuchtige, Hocbgcbornc Furd vndt Herr, Her Wilhelm, In lieftant zu 
Churlant vnd Semgallen łIertzogk etc. 1st bey Kon. MayU. in Polen, von etlichen seineu Rebel- 
lischen LelaenlcuUeu vnnd Vntertabnen deferirt vnd angegeben worden, Alfs ob 1. S. Fur8tl. 
Gn. durch eigenthittige Friuat- "nd wieder ofl'entliche Vertrage vnnd kundtbabre Lehenrecht 
lauflcnde thcilung dcCa Hertzogtbums Churlandca, KOD. MayU, .u wicdcr gehandeJt. TDd dero- 
set ben directo Dominio Tnnd Juri Supcrioritatis, mit Veriicbtlicber bindansctzupg I. Kon. M. 
Persobno mercklichcn derogiret. 
So hetten auch vors andere S. FI. G, obnc Vorgehenden der Kon. May t. diefsfals notb- 
wendigen Consens vnndt Dero Hcrrn Bruders, Hertzogk Friederichs, einuerwilligung etIichc 
ScblcCser andern laypothecirt vnd verpfcndet. 
Imgleichen vora Drittc, interponirte, vnd allein Tor Kon. Mayt. gehorige Appellatione. 
ahngenommcn,
 Tnnd dero Justification vor S. F. G. ergehen lafsen, wie dan nichu weniger S. 
Funtl. G. auderer Kon. M, resenirtcn fiJte sich angemaCset, vnnd daru ber zu cognOlfCiren, 
"nteriangen. J 
Hierubcr, Vorl!l Vierdte, aufswertige vnbeseCsenc, vnd gemeincn Wehsen sel.r schiidtliche 
Personen in dieses Hcrtzogktbumb gebracht, vnnd denselben in gerichten vDd RODsten die fur- 
nehmsten Ampter auffgctragen. Dahero 
V ors Funffte, von .hnen den Bcampten viell excefs begangen, vnd insonderheit vntangsten 
eine Verdiichtige Person mit nabmen S ti g eJ. welcher von etlichen Teutachen FursteD vndt 
Oraffen zn Nafs.w, mit scbreiben, 80 abn Hertzogk Caro.D in Suder-Manlant genchtet, zu- 
Mon. Lb, IUlt. II. Ił 


L 
.......
>>>
18 


wiedcr Kon. Ma, ahnordtnung "nnd V crbohts, 
durchgelafsen "orden. r Ił 
Vors Scchltc So hetten S. F, G. der Nobilitet einhałt getahn, Kon, Matt, wiedcr dero- 
Iclben fcindt, Hert.o
k Car In, in dem damahligen kriege nicIat KU militiren. 
lIieruber, Bum Siebendten, Kon. MayU. nacla Pilten , zu stiIIUllg ders erregtcn Tumults, 
ahgcordenten Commi8saricn siela frevendtlich wiedersctzet, 
Diclclbe vors AcIate, BU etlichen mahlcn violirct. Vndt 
V ors Ncundtc, in spccic M a g n u m N o II i u m in pubJieo con8CSSU, midt hochlichen vnndt 
8chmehelichen Iniuricn, so wohl vbergebung einer gantz famosiscben Protcstationschrifft 8nge- 
ta8tet, vnnd diłfamirct, welclaos allcs Kon. May t., alrs def8en Commissarius vnnd legatu!! cr 
N o ł I i u s damahl8 gcwcscn, zu sonderbarcm despcct gereiclaet, 
Immafsen dan 8uch, V ors Zehendte, S. FI, G. den Jenigen vom Adcl, welehc von den 
Konigliclacn Commissarien .um EeugkniCs der warheit nach Rig. erf.ordert, z cr (:heinen crnst- 
licbcn iulaibirct. Ił ..I lo 
80 wobl clUltlichen wicdcr Kon, Mayt. dccret8 durcb 8, FI. G. gcuolmechtigte protestiret, 
vnd der execution dcrsclben mit gewaldt vnd gew81mcter handt resistiret, 
Auft' dicse delation, ist S, FiirstI. G. 8uff dem beuorstchcnden Polniscbcn Rcichstagk, 
zu schen \"Jld antzuhoren, welehcr gcstaldt dicselbe sich hicrdurch der Hertzogktbumc Cburlandt 
vnndt Scmigallicn ,-crlustigk gcmaeht, vnd sonsten ferncr straffwurdig scy, citirt worden. 
Vndt stchet dcmnacla die Frage, Wan glcicla obgesatztes alles odcr eines oder dars 
anderc in facto zu vcrificiren, Ob S. FI. G. dercntwegen beruhrter Herzogkthume priuiret 
werdcn konne, . 'I ul , 111 
.[ h u 
Etc. etc. etc. 


durch Churlandt WiCsent1ich vnd Vngchindcrt 


I 


II 


D 
111 DaCs ahngcEogenc Exeml}cl N o II ij betreffende, 1st dieser eben der łehllige, W clcher S, 
FI. G. 'Iolche vnrube abngericbtct, Vnd bey Koni. Mayt. so hochlichen Verungliimpffet, Ers 
Verbelt sicla aber in facto Vieł anders, Vnd kan sich dersclbc einiger Iniquitet, crudclitet, oder 
saevitz in gerlngaten nlcht beschwercn. 
Es haben ncmblichen Anno ctc, 99, Dic N o II e n "iedcr einen vom Adeł II e i n r i c h 
Buttler vor I. FI. G. klagc 8Uft' leib vnd lebcn criminaliter ahngestellct, darumb daCII Buttler 
sic 80llc .Im Uarem herkommell vom Vater gesclamehet habcn. Ob DUDwohl I. Funtl. G. die 
sache selbsten in verhor 
etzogen, vnd amicabiliter EU componircn sich bcmuhet, 80 haben doch 
gedacbte 
 o II e n von łbrer erhobencn klagen nieM abstclaen wolIen, dahero 8. FI. G. more 
Maiorum etliche auCs der landtschafft dcputiret, vnd zu Vnderschiedenen Zeitcn niedergesetzt, 
wclchc auch Dach eingctzogenem erkelldtnufs der SacbeR B U t tI e r EU einer vnuerweifslichcn 
erclebruu
 -łnd In expensa8 eondemniret, Dauon er lluttlcr abn S. F. G. AppelIiret, Immarseo 
daR dic delmtirten der AI'pelIation deferiret, Vnd Apostolos ertheilet, welche auch cndUichen 
von S. F. G. .hn
enommen, Vndt Ilicrgegen die N olIell, wlcwohl ohne gegebene vrsacl&e 
zihm1icb oft'endiret word en, Ił" ł Ul I I 
Alfa PUD fol6endt8 codcm anno dcr kriesk in Lleftand ahngangen, Vnd KOli. Maytt. aufs 
II , . aJ.
>>>
19 


dem Furstenthumb hulffe laienuber zu sehicken, bcgehret, isi ein landU.gk publicirt zu Cud.u 
gcllaltcn, vnnd biertzu oJane einige verweigerung willige erbictlaung gcschehn, bicCs dle N o II e II 
die landtschafft Vffrultrisch gemacht, "nnd erl aJlenthalben dahin gebracht, dafs Eydt "nd Płłicht 
aurs den Augen gelctzct, vnl1d vnter den Vntcrtahncn ill diesem vnd andem im geringstcu keill 
gelaorsamb melar au 8pularcII gewesen, dcrgestaldt, dafs S. F. G. Kon. Mayt. solclaen auffruhr 
vnd Wieder81)enltigkeit zu bericllten, bewogcn wordcn, Darauff dieseJbe sich resolviret, \\'0 dJe 
gucttc l1iclat beiffelł oUe, daCs S. F. G. illres Aml)t8 wieder dic ahl1stiffter vnd autore8 8ich 
gebrauehen 801le, 
Dieweil aber Johan Nollc seine guUerc vor etlichen Jahren zwar OccuI)iret, Niemnls 
aber in Lchen entfangen, So haben S, F. G. berurten N o II en auff dcn 25, Aprilis A, OOl, 
gehaltenca Jandtage zur Lehenserkendtniill "nd eydeslei8tuIIg erfordern lafscn, Vml aUs er sich 
deCsen vorweigert, bcneben seinem Herrn Hrudcr dahin ge8claloCscn, dafs er, inbałts der Priui- 
legien Vnd Jandes Rec:cCsen, (Crafft welcher dem Uaenigen, so die leJaen in Jallr "nd tagc uicht 
ge8uchet, die gułtere genommen , V nnd dem Fisco Al)pliciret werden 80Ilen) coram paribns 
Curiae derel1twegen zu besprechen, la 

 Nach diesem hałt Magnus Nollius femcr lich vuterstanden, allelil vber den )Iauffen 
zu stofsen, S, FiirstI, G. nicht mchr ,'or den Ichcn Herm vmllandes Fursten zu haltcn, sondern 
gantz vlld gabr VOII dem Stuel ZłI 8ctzen, Wie dali derselbe durcIa falsehe delationes alJerhaudt 
PractikeD verubet, Dahero S. F. G. '\Vegen der kundbahren Rcbellion vud infidelitet, niell t ,.mb- 
ganek haben konnen, Ao. 610. Pares Curiac niederzl1setzen, Die8eJbe iln'es cydcs ZI1 erJafsen, auff8 
new c zu der beuorstchcndcn IchcnssachclI ill I)fticht zu l1ehmen, Vl1d Magnum N ollium gebuh- 
rendt citiren, Vl1d lhmc Ino Termil10 ad comparelldum, Aclltzehen W ochen ahnsetzen zu larsen. 
Alfs nun der Termin herbey kommen , V nndt ordent1iche klage wieder ihn N o II e n a)lII- 
gestellet wordeD, haU er dureh .ciDe abgeordentcn 80nderbahre protestatioDes, darinnen er dars 
Judicium Pal"ium, 110 wobl die niedergcscizten Richter mit aIlerseits leichtrel'tigclI "n8l1 nrgeb- 
lichcn scommatibus ahngetastct, solch Gerichte aursdrueklichcn yerworffen, vndt sicla daselbst zu 
stcllen eXlncfsc vcrweigerdt. 
Dahero die Pare8, Vermoge der algemcinen Recllte, vbliehem gebraueh vnndt landers 
lłeeefsen Dach, Welche sein, ders N ollen Vater so wohl liana N 011 e, Vntersehrieben vndt 
geaiegelt, ihn den N o llen, tanquam "cre contumacem, .u vcrlusl der saclaen vcrdammct, vnd 
dardureh post rcm iudicatam I. Ii'. G, dcf8 N o II e Ił guttere eroffnet "l1udt Iaeimgcfallell. Ers hałt 
aber Nolle niehts destoweniger durcIa Vngleicheu Bericllt eCs daMn gebracht, Dafs S. FI. G, 
auffn Rcicbstagk ciUret wordeD, Vllndt immittelst durch furnelame Vnterlliiudtler S. F, G. Iluff 
.cin vnterthenigstes bitten vWld erbieth dBhin bewogen, daes dieselbc ilm zur almcrbottcnen 
Recognition Vnnd Abbittc kom men larsen \Vollen, wclche8 er N olle zu Vnterthenigem dallck 
ahngenommen, Vnd niehta dcsto weniger ahm Kouiglichen łIoffc mit seincr sBchen fortgcfahrcn. 
Vnd Vngeachtet S. F. G. in mcritis mit seiner notturfft niemale gehoret, DicCses inhaIts Deel'ęt 
erbaltcłł, dars S. FI. G. dehn ibr zuerkandten Iłoff Calete8 wicderumb abtreten, .lIeu C08tcn 
tlen NolleD er.tatten, Vn
t er Nolle in dcl' Persohn zunebenst seiucn Guttern ,.on I. F. G. 
,xemt .ein solle, Immarsen dan hicruber
. F. n'llUJlehr auch de. gantzen :Fursłen- 


.......
>>>
20 


tbumbB balben belaDget, Vnd wie in factt specie gedacbt, auff beuorstehenden Reichstask 
eit.irt worden. u b 
 
Ob non blerauCs elnige Tyranney, crodelitet vnnd 8Bevitz zu befindcn, lafsen S. F. G. 
einen ieden Vnparteyschen judiciren, der gcntzlich boffnung, 
s werde auCs dicscr wahrbafltigcn 
ertzeblung mebr dali geuungksamb ahll8 Tagcliecht bracbt 8ein, wic RechtmeCsiger W ciac tlurcb 
die Pares Curiae Verfabren, Vndt hiergegen S. FI. G, von dcro eigenem, mit Eydt vndt pflicbt 
zugetabncm Lebenmanll vnnd Vntcrtabncn, calumniose defcrirct, Vnnd ehe dielelbe mit ibrer 
notturfft in meritis caU8ae gehorct, condemuiret sey. 


Etc. 


etc. 


etc. 


Aurs welchen allen vnd Jeden dan luce meridiapa clariu8 erscheinet, daC. S. F. G. in 
Jure et facto stadtIich fundirct, Dic8clbe zur hocbsten vngcbuhr vnd gantz calumniose ahnge- 
gebcn, vnd dahero im geringsten keinc Vfsacbc vcrhallden sey, derentwegcn ad lłfivationcm 
Ducatuum Clagc ahntzUł;tellen, hiergcgcn aber billich vndt Recbtmefsigk, daCs dcm delatori nicM 
allein dergleichen Wicderfahrc, sondem Buch bierii.bcr, nach vorgehendem Recbtlichcm crkcndt- 
Dufs, in die dief8fals verwirckte straffe, anderu zu desto melarerm abscbew, zu ziebcn 8ey. 
Salvo rcctius selltientium judicio. 


-d 


I 


ol 6. 
ltIangni Nolłlen Decret11m Uontnmaclae 
'Vill1elm erhalten 1014. 


G 

ontra Hertzo
 


Nach einer alten Ablcbrift in dem Folianten 
, fol. 166, 167" aur dem Jcnrlind. Provinzial-MuBeum. 


Sigi.mundu.3. 
Kunt "nnd offenbar sey allen vnd ieden, dcnen daran gelegen, daCs vor \'ns vnd vnserm 
gericbte geladcnn Bey gcwefsen, der durchlauchtige Furst vnd Herr, Iłerr Wilhelm, lIertzogk 
Inn Churlandt vnd Semgaln, vns
r lebntreger, auf anbaUen deCs wolgebornnen Herfll M ag n i 
N ollen vnsers Hof Jungkern, darumb, dafa nemIich obg('daclater Furst vngcachtet "nserl decrctl, 
darin wir Im vnterm vadio der 30000 fi. Polnisch geboten, daCs er obgemeldem klcser daCs gut 
kaleten allo sebciCsen, wclcbcB Er Im genommcn, mit allcn scbadcnn, kosten vnnd nutzung 
wiedcr zust('lIen soltc, vnnd wic auch wcgen der bcschuldigung vnnd anklagen so In obgemelden 
Furst Libcllen ł:itationibus: wic aucb in den Goldingsclacn actcn protocolliret, Iro ein still- 
8chweigen auferlegt, dem allcn vngeachtet, weil Er wcdcr den gelittenen schaden vnndt gerichts- 
kOBtenn, wie auch dic in 8eincm nut. gewBndte fruchte vnnd einkommen, dem klegl. zalen, viel- 
weniger die beschuldigung vnndt anklagc, weh:lae dic Goldingschen ac ten protocolIiret,. vnnd 
ebren vnnd guten nabmen obgemeltcn kleger8 bcfft.ig verschmelern, vcrmoge dcfsclben VDsere
>>>
21 


Decrets aufbeben vnd zu calsi ren verstattcn, Ja tbut auch dem Ueger durch leine ne,ve proceslen 
vnd klagc", dadurcb \'nser decret, v"nd ei"mal gcvrtheiltc sacbcn gcscbwecbet, in grofscn IicJaadcD 
vnd vncosten setzcn vnd aufhaUenn, dazu Buch mit ncwcn bcschuldigu"g vnd auUagen, dcn 
gutcn nahmen dcCs klegcrs beschwcrcn, zu sehen vnnd anzuboren, daCs daCs obgemeUc vadium 
dcr 30000 fi, Polniseb, so iiI \'"serm Decret enthaltten, darumb daCs Er demsełben zuwiedcr 
gchandclt, wieder gedacbten Fursten gesl)rocbe", vnnd Im solches zu zalen aufcrłcgt \'amd be- 
foblen, 'md dafs Im daruber wir t auferlegt wcrdenn, schadenn \-nud gericbtskostcn, so wol die 
IlIItzung, so Er aus dcCs kle,;ers guttern gcnorsen, laut des klegers liquidation, die Er tbun 
vnnd beweiCsen wh,t, zu erstatten, v"nd endlich zu auCslcschung vnd abschaffung der Jibellen, 
citationen, dccrcten vund alle anklagen, dic nur in dcn Goldingschenn protocollen \'nnd aeten 
gefunden werden, vnnd wclchc den gutcn nahmcn des klegcrs beleidigen, vermoge deCselben 
vusers Decrets bey groCscrer straffe, so nacIl \'IIscren wUkurc Im solte aufcrlegt werden, vnnd 
was daCs rccJat vlłlad dic bilIigkcit crforderu wurde, wic solcJas aus der citation weiUauffig zu cr- 
sebe", zu crkennen vnud ervrtcilen: Derhalben auf hcutc dato auCs derselbcn citation ciufallenden 
termin so wol aucb, daC dic sachc durch vnscre bcisitzcrc vnscra gcricbts an "ns vcrwiescn 
wcrdcn, zudcm auch das ein arrcst auf dafs Decreł der vcrdamung durch dcn Edlen N i c 0- 
laum Picrscbali deCs }i'urstcn volmcchtig in vnscr Canzelci geE'ebcben, vnnd biCsbcro von 
beideo teilcn vollnfuret, der klcger in eigener Person, dcr BekI. aber durcb den Edlcn l\loi- 
kawstkclł scinen VohDeebtigcn vor vns cl'sc1liencn \'llOd den terminum in ach t geuommen vnd 
kleger aus seiner cUaUon ,viedcr beki, seinc klage eingefuret laat, dafs :Beki. teil eingewant, 
daCs der Funt Priuilegirct \"lad wie der lIertzog aus PreuCsen die lehu entl)fangen, welchcn, 
wcił Er vermogc der vertrege vnd alten gcbreuche vud berkommcll deCs landcl!I PreUf8e" nur 
vor dic Pares Curiae, wenn Er mit seillem lebnman zwiestig were, seinen forum vnnd gcrichts- 
statt haU, so were cs auch billich, daCs der Furste aus Cburlant gleicher mafscn auch vor die 
pares curiae, vermogc seiner Pridlegia antwortten moehte, Derowegen gebctcn, dafs seio Prio- 
cipal wcgell ci"gewanten seincs rechten \"on gegenwertigem gerichtc mocbtc 10Cs "ond ledig 
erkant werden, '"nnd brachtc vberdeCs aueh dieses ein, dafs gegenwertiger klegcr zu cassiru"g 
\'nnd aufhebung des Decrets, wełches iu contumaciam V1l1ld auCserhalb rcchtens, weil seine crheb- 
lichc verhinderung oocb bestuuden, auf zukommendell reicbstag citirct werc, vnnd weil solche 
citation wcrcte, so konntc dcr klegcr die Execution vnscrs Decrcts nicbt begcren, hiergcgco 
aber repIidretc der Ueger, daCii wol zwar _der Furstc aus Curlandt, 80 \'iel den Furstlichen 
stand betrifft, dem Furstcn aus Preufsen gleicbgcmacht scy, demnach were in der ersten dea 
Furstcnthumbs Curlant 8ubiectionvertregcn nicht enthalttcn, wen zwiscben Furst \'nd lehnman 
ein Zwiest endstundc, dic parcs curiac rechtcns sein soItten, Ja du wicderspiel funde man iD 
dcn kurlendiscben vertrcgen vnnd man hette wiedcr solcbc offcntlicbc verta'ege nichts durch 
Priuatreccssen reluiren Jwnnen, Was 'vnser crstes Decrct betrifft, das ist rechtmeCsig nmd 
uicht schlecht, contumaciam 80ndem aur bcidcu Partten rede "111Id ",iedera-edc in gcgcnwart deCa 
Fursten vobnccbtigcn, welchcr eben dieselbcn cxceptioncs decIinatorias fori, dc:rcu sich itzt 
beklagtes tcil gcbraucbt, so wol Buch die legalia impcdimenta vorgewant vond ergangen; die 
uction auch dc male obtento baU aucla keiueu Plaiz in liolchcD Dccrcten, die aus beider Partten 


'..........
>>>
12 


-, 


reden vnnd wiederrcden ge.prochen werden, vnnd wen lie schon Platz hette, lO mus te sie in 
Ihrer gcwifser geburhlicher Zeit vnnd in demselbeo gerichte, (la da8 Vrteil gesprocllen, ange- 
stellet, vnd (Iars vn8er deeret nicht aUr8Cr, sondcrn gentzlich nach dem libell gcsprochen were, 
konte derhałben die auC.gebrachte citationel auf zukommcnden Reichsta
 dic EIccution dei 
obgemelden Decretl nicht hindern noch aufhalttcn. Nacladem wir mit vnsem beisitzcndcn ReJaten 
behler Partte rede vnnd wiederrede gehorct vnnd erwogen, darli vnser erstes decrct daawischen 
kommen, dadurch der Furst von Churlant an vnscr hofgcrichte verwlefsen worden, Derowegen 
nachdem Im scinc Exceptioucs bcnommen, habenu wir gesprochen vund decretiret, dar s Er io 
vnler ncchstfolgenden 
 ssiou antwortten soiUe, Wic nun der tcrminus aufs demselbeuo vnserm 
dccret hievon kommen , vnd der kleger vor VIlS erschicnen, vndt auf demselbellla seine kłage 
verfolget, der bcklagte aber dreJmal nmd vber gebreuch deC8 rechten viermal, durch den garwol 
gerichts bottcn nem blich den Edlcn Christoff CayzovCsky :/lU vns gclBden vud gefordert, 
nicbt erscJaiencn, sOladem (lcr obgemelde Caspar Moikoffskj dcCs beklagten volmcchtigen nur 
von lIeinen fleifse protciitirct vlmd vcrmeldetc, daCII Er nicbts in befehl hcHc weiter au agirell, 
hBbell wir mit vnscrn beiiiitzenden rcbtco In anwerkuug, dars der beklagte Furde aus Churlaut 
nicht ersclaieueu, sondern seiu vo]mechtig. alleu von scinen fIcirll pa'otcstiret, lm klcger wieder 
obgcmc]dco Ji'urstcn weitcr vortzusaclaen zuge]afsene vnud habenn im feralcrcm proecs auf gcricht- 
lich vnud reehtmcCsig anhaltten (lef8 klegers, vund auCi dcfs Fiirsten Contumacia bcfundcn vnud 
auch erkant, daCs obgemelter Fur8t aus Curlant iu gegeuwertiger sachen vntergelegen, wic wir 
den erkenuen vnnd IIJfechen, dars gemclter Furst erst daą vadium der 30000 tł. PoJniscla. weJchel 
er d.rumb verloren. dara Er wieder vnscr decret gchandelt, vor dcn Piltisclaen ]andrehten wirck- 
lich "ond iu der tabt crlegt vnnd bezahłt, damach daCi Er sclaaden vnnd gcriclatskosten, wio 
auch die geoossen einkommen alls dcCs klegers guUern, welchc der kleger auf 10000 fi, Poluisch 
vor VUIi geschctzet, erstatte; Entlich, das Er dic libelIn, citationes mnd alle klagen, so in deon 
Gołdingschen actcn protocollirct, Ehr vond guten nahmen des klegera betriłłt, laut vuserm erstell 
Decreto ]al8c aursthuD vund cassireo vnnd lolchcs bey verlust gleiclameflilg8 vadii von 30000 H. 
Polołsch. welches wir itzt zum aoderomal vermoge gegeowiirtigen Decrets lu auferlegen. 
In diesclI Decrets exequiruog verwullt wir obgemeldell Partc an obgemelden landtraht, 
wekbeu wir zu ordnen die wolgcbornen Carl Heudrig Machter [Maonrichter] ais ordenłiclte 
Execution vond J o la a n A n b o t e n Landfenricb defselben 8tiffb Pilteo Buf dcmselben termino, 
welcher peremptoriuli sein soH, wen obgeme]ter Furste vom k]egern nadl laasen Poth durch 
citation wirt gcladen vnd Im vnser Dccret wird Iosinuirt wcrden, da eioc oder Zwei abwefsen, 
nlchst dem hiudern soH. Zu Ubrkunt sein vlasers ReieJas vnd de8 Grors - Furstenthumbs Littowe 
Slegcl dieliem angebcngt, Datum W orschow Soonabents vorm fcst lUaria Magdaleną Ao. 1614, 
vnlier Reichc defs Polnischen im 27., des Schwedischen im 21. Jahre. 


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23 


. 


11 


7. 


flljchreiben (Ies ChllrCłirsten Johann Georg von Sacltsen aD den 
l'-ODig von polell Ciir Ilerzo
 'Vilhehn ,'on l'-lIr1ł ud, 
d, d, Dresden , den 4. I!"ebruar 1015. 


'\us dem Folianten: Acta et DoeumentR pog, 15-l.-100., im kurliindischen Pro1'inziol-.Uuseum, 


Durehlauchtiger Konig, Wir entbiehten Ewcr Konigl, MayU. Unsem Grurs, und uusere 
antz willigc Dienste. etc, "1 
Wir haben mit Verwunderung angehoret, dafs unser Oheim, Schwager, Gefatter und 
lieber Solm, dcr Durehlauchtige Hoehgebohrne Fiirst W II h e I m Hertzog in Cuhrlandt und 
Semgallen von sein lieben [l
!1' Seiner Liebllen] eigenen Untcrthancn einem. mit Nalamen 
l\IaguuCs Noldt, und scinen adllf
renten, welcbe durcb desselbcn Uaht und antreibcn, wie(1er 
ibren Natiirlichen Herrn sich beschweren, bcy Ihr Konigl. MayU. falscJalich und liisterlich an- 
getragen sey worden, daCs dadureb Ihr Konigl. Mayu. GemUlIt gegen seiner Liebdcn etlichcr- 
mass en yeriindert worden. Daher die Obgl, [i. e. obgedaclate] Uebellische Unterthancn anJ.Cs 
genommcn haben, Citationel und l\Iandata, dic lIeha Lieben pracjudicirlicb uud seines Fursten- 
tbumbs rcehtc streitig maelaen , Von Ibro Konigl. Mayu. zn crhaItcn. 
Wł'ilen UlIS aber bewlIst, dars die Obrigkeiten nicIat .Jleip ,-on Gott geordnet, Bondero 
auch wieder solehc auffrurische und bose llubcn jederzeit gn1idigst gesc1aiitzt, uud erbaIten werden, 
zudcm weiln seiner Liebden leben, Sitten und Fiirstliclae Tugenden also in gautz Teutscblandt 
bekandt und lautbahr, haben wir gutc Fuge mad Ursacb gebabt V or sciuer Liebden zu schreiben 
und zu intercediren, welchcs daCs es auch anderc Reichs Churfi1rsten und Fursten, denen nit 
unwissent, (1urch was pacta und conditiones sich die Cuhrliim]jsche Forsten der Krobn Pohlcn 
untcrworlfen, wegen (1er Verwandtscbafft Uład Frciindtschafft, die sie mit sein lieben haben, thun 
werden, haben wir verstanden. 
Bitten dcsbalben Dicnstlich Ulad fteiCsig, Ibre Konigl. MayU, wollen nicllts unterlasscD, 
waC, dic Billigkeit Ulad Gcrechtigkeit, wie auch des Reicbs Pohlell Statuta und Gesetze erfordern, 
Harc Konigl. MayU. wollen nacla Ihrer hoben WeiCshcit, Tugendt Ulul freundtIigkcit, sieh also 
gegcn obgedachtcn Cularliindischen Fiirsten erzeigen, dars die Untcrthanen, ",elcbe da wieder 
W eUlichc Ulad Geistliche Rechte sein Uegiment mit unbilligkcit verworffen, in schuldiger Gelaor- 
samb und Dienste crnst1ich gebaUen werdcn mogen, und wollen nit gestatten, daCs seines Fur- 
stenthumbs Rechtc, Lehn und 1I0hciten gemindert und in Zweilfel gezogen, sondern vielmebr 
das sie zu Lob und Zier der Krolan pohlcn mogen unverruekt Ulad ,'ollkommen gehalten werdeu. 
W clches weittliiulftiger unser lieber Getreuer, Raht F ra n c is c u s R o m a n u S der Rechten 
Doctor und des Landt- Gcriclats zu Leil)zig Assessor und dasclbsten der weit berulambten Uni- 
versitet Profcssor, wełcbcn wir Obgl. Cuhrliindischen Fursten in diesen Sacben zu dienen befohlcn, 
vor Ihro Konigl. MayU, beybringen wird dieses wird obgedaclater Cuhrliindischer Funt, mit lejnen 
lichuldigen und unterthiinigen Diensten in Danckbarkeit, da es nun die Gelegenheit erfordern 


---
>>>
\ 


24 - 


",ird, Demiibtig zu verdienen .lich be8eissigen. Wir eber ",ollen kcine Gelegenbeit wiederumT7 
Ihro Konigl. MayU, zu willfahren vorbey gehcn lassen; Der wir hiemit langc8 Leben, gnte Ge- 
8undtheit und G1iicklicbe Rcgieruug wiinscbeo. Geben Drcfsden den 4. Februorii Ao, 1615. 
I Von Gottes Guaden J o h a n G e o r g in Sachscn, Cleve, Gulicb und llcrge 
I1ertzog, deCs II, Romscben Reicbfs Ertz-Morscbalck und Cuhrfiirst
 Laudt- 
groff zu Thiiringco, Marggroff In Meissen uud Berga"" Grafl' zur l\larck und 
Ravensberg, Hcrr auff Ravenstcio 
Ihro Konigl. Maytt, 
Zugetbaner 
Johan Georg Cularfiirst. 


8. 


Al)ologie 
fiir den knrIiindi8clłen A.del, bei Gelegenheit der Streitigkeiten 
desselben mit den Herzogen .Friedrich tlnll 'Vilbelln, 


4 i 


von 


, I 


Otto Grottltnss. 


I 


Nacb einer. viellcicbt gleicbzeitigen HandlCbrift von 18 Bogcn in fol"
 mit VergleicJ1Ung dreier andern 
(die eine von 34 J /. unpaginirten Bogen. die andere von 67 und die dritte von }.ja Seiten in fol.). we]cbe 
limmtlicb dem kurliindi.cben Provinzial- Mu.eum geboren, 


A p O J o g i a. 
Dae gaotze Werck dcr Apologie odcr Scbutz -Rcde Einer Curl. mld Semgalliscbeu Ritter- 
Icbałft wieder deI DurchI. Hochgebohrnen Fiirsten uod IIrn. Hrn. W ił la e] m in I
ieflaudt zu 
Curlandt nnd Semgalłcn lIertzogeo. aufssprenguogen uod traduction im Rom. Ueich und andern 
Benachbarten Konig - Reicbcn , bcgreifft 3 Tlaeile in sich: 
l) Die IIistoriell uod Nothwendigsten sachen, so VOII der ersten Subjection Ao. 1561, 
bis 8Uft' gegenwiirtigc Stuude In diesem Fiirstenthumb vorgclauffen. 
2) Darnach dic Antwort auff dcs gcgeuwertigen thcils Argumenta, welclle jctziger Zcit 
wieder uns zu Behauptung des absoluti Dominii und doppeltcr Regierung gebraucbt werdcn, 
S) Und endlich vora dritte werdeu pro Appendice Ursachcn uud griindc angezogen, 
Warumb wir zum Baufscke und noch Unsere Gravamiua zu iibergeben, und unscre Judicfa und 
Prfvilegia durch ordentl. Rec1Jts-Mittel zu vertrcten bcfugt gcwesen uod noch leyn. II 
a - ł ja 
FluiUI Josephu, dcr Jiidisclle Historien-Schreiber, setllet im 14. Cap. Beilles 6ten, 
BuchB, da er vom Vcrderb men.chlicher Natur rcdet, diese Worth: So laoge die Menscheq
>>>
2:) 


niedrigen Staudes seyn, dieweil sie nicbt diirffen, noch frey haben, ihren natiirJlchen Aft'ecteD 
nacbzulaangen, werdcn Sie 'for «utte und billige Leutc 'fon minnigliela angeeehen, geben Buch 'for 
eincn bcsonderen Eyffer und FleiCs gegen die Gerechtigkelt, fiirchten Gott, und h.ben sich da. 
gcwifs eingebilih:t, daCs Gott allcn unsern Wercken ulltl Thaten gegenwiirtig sey, auch alle unsere 
Gedancken ansehaue: So bald Sic aber Macht, Gewalt, IIerrsehaft und Regiment iibcrkommen, 
legeu Sie dic vorigen Sitten und Natur gantz abe, fallen und «er.hten gleichsahm ais die jenige, 
lO in Comoedicn ihren vorigen Habit iindern, und andere Persohnen annchmen, in allcrhand 
Stoltzigkeit und Frechhcit, 8uch Veracbtung beydcs, gottlicher und menschlieher Diuge, und d. 
ihnen alle l\lifsgunst zu iiberwinden, die Gottesfurcht IInd Gerechtigkeit zum Hochsten von nothen, 
da auch nieM allein allc ihre Wercke, sondern auch Willcn miinniglich vor Augen gestellct seyn 
lollen, da tlmn sic gleiehsahm, ais wenn es Gott nicht sehc oder aber vor ihre Macht sich 
Iclbsten fUrcIaten miisse, in ihre Unterthanen deballchiren, wiitten und toben, und waC. lIie 
entweder durcIa unnothige Fureht, odcr aber ungegriindeten HaCs, Favor und Gunst erkennen 
und befehlen, dafselbc biIden sie sicb ein, miiste lItraeks eben auch Gott und Menschen gefallcn, 
das Zukiinfftig wcnig erwegende, dcnn aUe die jenigcn, so ihncn zum Belten den grolten Fleifs 
und Arbeit 8ngewand, diesel ben crhohen sic zwar anningIich , bald hernach aber, da sie schon 
In Ehren Ulad Wurden, werden sie ihncn gehiiCsig, und wiew ol sie Sclbe ,'orhin aufgeholffen, 
!!lO berallbcn sic Selbe doeh nicht aIlein der Ehren, sondern 8uch dcs Lcbens, nieht erwegende, 
mit wafs' BiIIigkeit lIolchcs gcschehc, und indem sie leichtfertigem Angcben 110 viel GJauben 
zustellen, wiitten sie nicht ha dic jcnigen, ober welchc iluaen gcbiihret, sondern iiber welchc 
sie leicllt wiiUen Ulad toben kOlllacn, - Diesen Sprueh des hochwcisen Mannel konnen wir gar 
"'ol auf die gegenwiirtige Zeiten und unscrn jetzigen Zustand al)pliciren, denn wir mit unserm 
Schaden genugsahm weisc word en , waC8 wir vor Jank und frommen davon getragen, daCs unsera 
Vorfahren die vorige Form des Regimelats zu indern. und der jetzigen Fiirsten łlcrren Vatern 
zu lIarcm Erb - Fiirsten zu crwehlen und ibn dadurch 8US eincm gerlngern zum hohern Stande 
zu erheben sich iibcrreden larsen, vor welche Wohlthatcn Wir dcn danck davon bringcn, daCs 
man 1II1S nicIat alIchI durch allerhand Grieffe und wiedcr die Subjcctionl - Pacta eingefuhrte ProceCse 
In dicnstbarkeit zu stiirtzcn, sondern 8uch nunmebr, da wir umb uneere Frcyheit sprechen, unserl 
Lebeus, IIaab und W olfahrt zu gefiihren lich bemuhct; Und obwol weder die Furstcn, Doch 
Ihr lIerr Vater Ulas zu Edelleuten gemacbct, sondcrn Wir unsern Adclstand von Undencklichen 
Jalaren, \'on den Vornelamsten Gcschlechtern aufsm Romiscbcn Reiche deduciren konnen, auch 
onserc Ularaltc Stam _ GiiUer durch unserc Majores etzlich hundert J.hr zuvor, ehc Ihres Nahmenl 
ciner in diese Landc kommen , acquirirct und erlanget, mld endlich in der letzten mutation und 
liubjection des Liefftandes untcr die Cron Pohlen (da wir nichts wenigcr, ais die iiberdiiniscbe 
Provincia , unter dieselbe Immediate biiUen bleibcn, auch wann ea bey der 'forigen Form deI 
Regimcnts, inJaalt der Subjection8-Pactcn, blieben, ebenfalI. ZD densclbcn Dignitaeten und Amptcrn 
komaen beCordert werden;) Dach dem Wir sie soleher gestalt zu .olchem hohen Stande cvehiret, 
und wafs Er vorbcro nur zu lebtagen gchabt, erbIich aufgetragen haben, lO 8chiimet man sich 
doch nielat jctziger eincr Laudschafft grofse Wob1thaten aufzuriicken, und aUli dem Fundament 
einer uner6ndlichen Undanckbah.l'keit, Ihrcr Giitter (davon Sie lhnen docll nichł auf eincn Flie. 
Muu. Liv. ant. II. 3:) 


-
>>>
- 


26 ,- 


I 
II 
I 


88DfuCa couferrire' [al. eonteniret ]), Ehr und Leben 'liU privireo, auch wieder einestbcill, 
IIDseacJałeł der.elben V orfahreo treue Dienate uocl W oh Itlaat, in der Grnben au grassiren uod au 
.iltten, d.rumb, dara lie ihre gravamina und :Bcschwer obergeben, umb ihre }'rcyhcit geredet, 
u1Hl dcr.elbeta halben wieder die Rece.se ulld andere Eingriłfe tallfluam PUl)iIIi a Tutoribus suill 
...t.itutionem io integrum begehret und gebehten: damU abcr miinniglich unsere Unschuld bekaoot 
werde, ao wollen wir anfiinglłch die Historia an Ihr selbst und die nothwelldigstc Sachcn, so voo 
der erstcn Subjection und Aono 1567 [leg. 15tH,] biCs auf gcgcllwiirtige Stmulc in die8em FurstentbUlnb 
vorgelaufen, mit bcflief.ener Kodze, .0 vicl die Menge defsen an lIar selbst leiden wil, er:zehlen, 
und d.ruach auf deB G
eDtbeill Argumcnta, welche jetziger Zeit wieder Ulas au Hiilffe de. 
Ablolutl Dominii und doppelteo Regicrun
 gebraucbet werdcn, alltwOl'ten Ulad endlich pro Appco- 
dice Unacbea uod Griiude an'lie
cn, dadurch wir un8cre jura und Privilegia durch ordentliche 
Recbta-Mittel zu vertreten befugt seyo, dar.ufs eine Landscbafft so viel bara au vernehmeo, 
ob die Fiinten mit DilIigkeit derlelben oder sie vielmehr den Forsten bohe W ohlthaten aufzu- 
riicken, ob Sic die Fiirlten selbst, insoudcrbeit dieser Weitliiuffigkeit nieM selb8t viclmcbr Ur8ach 
leya, alfl d.f. sic aolchc mit Fuge eincr Landscbafft in dic Schulac gierlen konten, nach dem- 
m.hlen .ie diejeni
eo, So sie erbobcn, unterdriickcn, und die Ihnen guts getllan, mit Uebclthat 
belohnen wolIen. Anno ]567 [leg.lMl.] aIs der betrubte Zustand mit dem Muscowiter in Liefftand 
lich zugetrageo, uod vom RomiscJaen Reicb keincn Schutz haben konncn, 80ndern Abgelegenhcit 
balbeo verlafsen \forden, baben nieM allein der IIcer-Meister, jetzigen lin. lin. Vater, .vndcm 
auch der Ertz- und andere Dischoffe, Commeodatoren, gantzc Ritter- und Landscllałft Ulad coo- 
Icquentcr alle Ordinea, wie Sie Nahmcn gclaabt, conjunctim, insgesammt und insgcmein Ihren 
Schut. uod Zufłucbt bey der Cron Pohlcn, ais der aUlacchst angclegcnen Herrscbaff& gcsucbet, 
und lich endlich derselbco untergeben und eiovcrleibet, au welcher Subjcction dcr Hecr-Mei8ter 
nur ein Glied des Lande. und mehr oicht gcwesen, und dahero zn der8e1bigen au cia nicht mcbr, 
denn ein einiges Votum relchen Uład ablcgen konncn, daJan ipso llUncto temporis, alfs das axioma 
auprcmum und SubjectloD, so dem Romilchen Reiche zustiindig war, aufgehoben, da hat auch 
d.. Imperiom, der Stand, Iłoheit und Dignitiit dcs I1eermeisten, so Cerne Er das vom Romi- 
IcheD Reiche getr.gen, eio Ende genommen, uud 1st dali univcr8alc Dominium dcs Romiscben 
Reichs und die potestas imperii speci81i8 des IIeer-Mcistcrs VOII Ihm aur die g811tzC Rempubj., 
dar. 1st auf aUe Ordiues und Stiinde der Provinta Licflland zuriick gefallen, welche sampt Ulad 
londer. lolcbes fa8tigium dei universalł. Dominii iogessmmt bekommen, und der Croll Pohlcn 
iibertragen und iibergebcn habcn, dannenhero lolche freywillige Untergcbung nicht von unser 
Viter Dienstbahrkeit, ali w
nn diesel be in des Heer-Mcisters absolnto Dominio gewesen, sondern 
ex comumni lłeipubl. et omnium ordinum potestate bergefloCscn. Krafft welchcr GeneraJ-Sub- 
Jection der obgemeldten Stiinde die Forma libcrae Reil). in Schrifftco verfafset, und nicM bo 
Nalameo dei Heer-Melstcn aUein, londcrn aller anderen Stiinde, vornchmlich de. Adels, Koni, 
Sigiamundo Augusto und dea Ordinibus der Cron Polalen vorgetragcn, und von denscJben 
angenommen, wie dic aUgemeioe Privilegia des Ląndel in ihren Ducllllt.ben auCsweisen. Nun 
biitte inha1t diescr Prlvilegien (in welchem kein Stand abgesetset oder verworffen) auch wol 
der I1eer-l\1ei8ter in seinem StalIde und EIse, blClI Er gcl et, 'beo konnen; Er h.t aber 
JI .ł.. .
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2'7 


mit der Konigl. Maj. S i g Is m u n d. A u g., al. die Suhjection nomine Ordinum tło.ctiret "orden, 
.ich in londcrhahre privat Traetaten, wcgen Verwechlclun8 dei Geiltł. selnea Heer-Mefltet'_ 
St.nde. mit dem Weltlicben Fiirlten -Stand ein
elafsen, und dariiber etzliche priyat pacta, dl. 
genannt werden provillo Ducalis (darinn Ibm Churland und Semgallen .um Unterhalt und Ge- 
niirslln
 dcr Einkiinffte, salvo Regis lopremo atque dlrecto Dominio, concediret worden), erhalteo, 
welche Pacta aber mit den pactii publicis onscrer Privil
en durcbaus keine Gemeinlchafft haben, 
londern auf kiinfftige Ratification Ulad BeJiebUlag aller Stiindc verechoben, wie aUI mebrem der 
Provision Buchstab auCsweiset. Nach diesen ange&tellten Privat- Traetaten hat ermcJdter Heer- 
Meister mit unsern Vitcrn in Cburl. und Semgal. gehandclt, und denenlelben unter selner Hand 
und Ii!'!iegel Anno 1662, d. 7. Martij starek zuges8get, dars Er lie nicM .1Ieio bey der Freyheił, 
die Konig Sig. Aug. in denen Pactis Subjectionis publ. ihncD gegcben. Ichiitzen und erhalten, 
80ndern auch viel mchr, und bobere mittheilen wolte, dadurch Sich unsere V.ter bereden, uud 
fn gegenwiirtige Dienstbahrkcit, darinnen una die Hertzogen durcb eingeben wrer Frembden 
8uCsliindischen Riihtcn zu bringcn sich bearbciten, verfiihren Jafsen, da 1I0nst Wir und Sie bey 
einer Frcylacit und bey einem Corpcr hiitten verharren, und Wir lO wol .Ia Sie .u allen Digni- 
taeten und Amtcrn dcs Landel kommen kooncn; dallla wie bcyde, unaere Viiter ulld Wir, den 
groCsen zusagcn zuwieder, mit Recelsen uud Dieostbalarkcit IIwd iibenclanellet, daCs ist offeotlich 
am Tage, und cin jcder erfiihret es flłt stiindlich, wiewol solche ReceMse nllil privat puncta 
unlern pactis Subjectionis publ. (darinnen Doser gantzes Heil et saiulI. quae .uprem. lex eał, 
beetchct;) und consequeAter unlere Privilegico, ao Koui8 S i 8' A u g. uosern V orfahren gegebeD 
und welche dahero feat stchen, nichts praejudiciren konnen; denn dafl ist das einige lł-"undament 
oder Grundfe8te, darauf die gantze Subjection zwischen der Cron Pohlen und Liefftand beMtehet, 
dahero allel, wafJ) auf dieaeu Grund nicbt gebauet, sondem demselben wiederlitrebet, an Ibm 
Iclbst nicdcrfiillet. uud 80 weni8 bCltelacn kan. .lfs der Pllariseer 'l"r.dition wieder Mosls und 
der Prophetcn Gesetze, "wic solches kliirlich in dcr Rcfutation und anderm thei! dieser 
RelatiOlI sol deduciret und allsfiihrlich gemachct werdcn. Insonderheit weilen Hcrtzog Gotthard 
:lU der Zeit aifs Er die Rcces&e allfgcricbtet, noch lelbllt nicht seinee Fiirstl. StandeM gewifl 
gewesen, indcm Er bcy KOlligs S i g. A II g. Leben wegen wie(lersprechung der Polnischen Stinde, 
el dahin nieht brin
en konnen, daCs Er die Investitur de8 Fiiratenthums erhalten mogen; Nacb 
Konir;1 S i g. A U g. Absterbeo abcr bat Konig S t c p h a n II II Im JBhre 1579 auf dem Moscowitiachen 
Zugc im Lager vor DZ8i81ła, in Gegenwart ctliclacr Senatoren, die Fiirstl. Provi8ion, lO KÓ.III8 
S i g. A II g. dcm Heer - Mei8ter 
cgeben, revidiret, und viel geiindcri, endlich Buch deD Heer- 
Meister :lum I'ijrstcnstand und Investitur :lugelafsen, wie das Diploma, daselbliten «egcben, BUCI- 
weifset, sub litera D. Welche Investitur und OrdinatioD die Stiindc des Reichs auf folgeuden 
Reichstag Anno 1580 wiedersprochen und tanqulKD Bctum privatum et extracomitialem Keiues- 
weges nit sein laCsen wolleo, in welchem ongcwiC8en Zustande Hertz08 G O tt h a r d t niehU de8to 
minder iiber die Reces8e ao. 1587 d. 23, Februarij auch mn Te8tament gemachet, und in dem- 
.elben die Regierung seinen Siihnen, mit woden swar conjunetim und gel8mmter, aber in der 
Tbat getheiłter Weyse aufgetrageo, sub Jltera E., welchea beydee Er contra Naturem (qUDC non 
admittit, ut duo uniu rei in solidum sint Domini), lO WO. .uch die Pacta aubjeCltiouiM et jura 


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28 


Feodalia su tbon nicM bemichtigt gewesen: aldieweil ihm seine Sohne nicbt aus seincm Testa- 
ment, sondero blofs au fil den Pacten, 80 wegeo des Fiirstenthums mit der Cron aufgerichtet t 
luccediren mufsen. Auf welcbell Teatament Er hernach im lelbcn Jahr den folgendcn 17, MarUj 
[leg, Maji] mit Tode abgangen, darauf dic Riihte den bald folgenden 3, Julij St, V. derselbera Jahres die 
LandschaO't bald Dach und auf der Fiirstl. :Begriibnifs alzugleich, und nicht (wie jetzo geschieht) 
eiratzeler Weyse, (dabey wol in acht zu nehmcn, dafs zu der Zeit die Gcniculation und Lclma- 
bittllng noch nicbt im Gebrauch gewesen, londcrn 3 Jlthr hernach erlt jung geworden) beyden 
Jungcn Herrcn einen allgcmcinen Eyd thun larscn, da doch der ł..'iirsten selbst nocJa keincr dem 
Konige ais dcm UnivcrlaU mad Ober - Herrell geschworen, noch dic Landscllafft ihrcr rrh'iIegien 
halber (wie in der C'ou Pohlen, wenn ein ncucr Konig odcr Hcrr das Regiment annimmet, 

cbrii.uchUcla ist) vcrsichert, VieJweniger Ordnung gemachet, wic es mit der Suecession mad 
Regieruog des Landes solte gchalten wcrden; ohne dars das Tcstament ist abgelesen wordcn, 
welchea doda kcin einiger von der Landschafft in dem Getiimmel dCl V olcks, mad ulIterm Thor 

eriilarten 'l'rommcłn, ver8łehen kiinnen, Und 1st also dic Sachc wegcn des FurstI. Standes a 
partc Regni, noch immer in Ungcwifsheit mld sUIiII)ens błieben, birs auf das Jalar 15S9. Duselbst 
laaben erst die jctzige Konigl, Maj" nnser Gniidigstcr lIerr, die Saehc so weit bearbeitet, daCs 
die Tractatus Ducales so wol Konig Sig. Aug., ais Stephalai abcrmahl durchschen, Ulad weilcn 
die ersten lO wol, ais dic andcrn vor privatis crkannt, und dahero viel puncta, in specie aber 
vom Stiffte Pilten nnd Ampte Grobin etc. darin gciindcrt, ais ist von jctzt IaOcJł8t gerlachter 
Konigl. Maj. eine gantze neue Collation ubcr den FuntI. Stand gerichtet, Ihncn gniidigst mit- 
getheilet, nnd darauf, aIs ein Fundament dcs FiirstI. Stamlcs, lIertzog F r i c d r ic h zum lIel"tzogcn 
In Churłand nnd Semgallen investiret und beklcidct wordcn. Wie dicselbe Invcstitur im dato 
1589 d. IS. April und dltl Respon!!J, so an Statt ciner DeclaraUon, d, 27. Aprit darauf erfolget, 
nach der Lange aursweisen, sub F. et G" daCs al80 von diesen datis erst rccht der Furstl. Churl. 
Stand de jure Icioen UrsłJrung genommcn, da sie zuvor nur Candidati Ducales, oon autem 
Duccs rc vcta gewescn acyn; Und obwol Hertzog Friedrich das Lehn damaiii vor sich Ulad 
aelncu H. Druder cmpfangcn, so erstrecket sich docJa die Bcłcluumg nicht weiter, nls nuf die 
enten Pacta, darinnen nur Ein und nicIat Zwey Fiirstenthiimer oder Regicrungen gestifftct, uod 
ist niellt anders, alfs wie in Preuf8en, eventllalitcr Ulad auf den TodesfaU zu verstchen. Anno 
1500 d. 21, Maij ha be beyde H. llriiderHchc Vortriige uotcr sich aufgerichtet, Ulad in densclbcn 
das Furstcnt1mm getheilct, sub lit. H" und algemach ein jcdcr io 8cinem 'l'heil sich des Regi- 
mcnts angemaCsct, au ch von eUichen, wie wol wenigeo, 80 der Sachcn nieM nachgcdącht, priva- 
tim et. particulariter sich besonders umbs Lchn bittcn, und ais o laułdigen larscn, in allem dcme 
lich auf einen Rccesle, lO ao. 90 101 aufgerichtet seyn, Icla abcr dcnselben oicht finden lan, 
und auf Ihree Vatern 'fcstament ga'uudcnde, welclaes ein Ichwaches Fuudament ist, weilen Er 
in Lelmen kein 'fedament, viel wenigcr contra Pacta Subjectionis BUS ciuem Corper des Fiir- 
.tenthums zwceoe machen konnen, ,Buch selbst, wie kurtz vorhero erwehnct, seine8 FU1'8tl. 
Standes noch nieM gewifs 
cwClen; diele Briiderliche Vertriigc haben Sic hernacb ao. 98 den 
2, Allrilis von der Kiinigł. Maj, confirmiren laCsen, Bub lit. I.t und in selbiger fal sam causam, 
nehmłieh C:Olłlieusum Provincialium aIlegiret, da doch keiuer von der Landsclaafft, besondern bloCs 


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die Riihte, dieselbe unterschrieben, Ulad ais sle _Debst dem Te8tament, auf des Seel. aIteo Herrn 
:BegriibniCs abgelescn ist, amter dem 1'hor des Schlorscs, da die LaDdscbafft auffm Platzc ge- 
stand en, die 1'rommel gC8chlagen worden, ałfso daCs kein einigcr ein Wor,t duon laoren, noch 
vt!rstehen konneD, dnvon hemach in dcr Refutation mehr meldung ,gescJaehen wird, Darauf 
Hertzog W il h c Im im folgenden 99 Jahre (in welchem ein scbwerer Procefs rationc illjuriarum 
der N o I d e n wieder II e i n ri c la B u t t1 er, beyderseits vornehmen Geschlcclats uDd grofsen An;- 
hanges, sicla augespolllaen) das Lehen zu empfangen, auf den Reichstag ziben wolIe.., herDacher 
aber das eiugestellet , und sich nach seillcr Schwestcr Friiulein Elisabeth 1I0ch:ilcit na ch 1'eschen 
begeben 1 und gegen beyde lłeysen, ohnc vorhcr geschehencr BcwiIligung oder Landtag, deo 
Adel mit Ihm zu ziehen, Ulad sieh selbst in Sammeten Miitzeo und giildencn Ketten, lhre Fuhr- 
leute aber in blauen Unter- Ulad Uohtcn Ober -lłockcn zu kleiden , cndlich ihre Pferde vor die 
}'iintl, Rii8twagen in ciner haar zusammen zu sctzcn 1 wiedcr unscrc Privilegia (Krafft welcher 
wir der }'reyheit des Polllischen Adels, welche an solch Fuhrwerck nicM verstricket, geniefscn 
tlollen) mit ernstcn mandaten, bey Vermcidung seiner Ungnade aufgebohten, sub lit K. Ais 
aber der I'eind, lIertzog Carl aus Siidermanland, in Liefflnnd ao. 600 mit I-Ieers-Krafft einfieI, 
Buch Peruau, Dorpt, sammt audere vornchme Fcstungcn erobertc, und beydea die Konigl. l\1aj., 
ais wol auch lhr damahliger Feldherr Fahrensbach (darumb dafs dcr Entsatz aus dem Reiche 
nieht 80 baldc im LamIe seyn kontc, Ulad dahcro dem Landc an Gehiilff gcbrach,) llcrtzog 
Wilhelm in Abwe8en lIertzog I'riedrichen (der damahlcn in Pommern dlłs :Beylager gehal- 
tcn) daa sclauldige Va8allagium, damit die Laudsclaaflt docla uichts zu schaJfeu bat, uuterschied- 
lich erfordcrtc, aub lit. L,: da hat Ilertzog W il b e I m die LandsclJafft nach Candau den 20. 
Dccembr. ,-erschriebcn, Ulld ais Er i1men des KOlligcs crnstlichc befehUche eroffnete, mit Ihrer 
(aus mehr untcrthiiniger Affectiou, al8 aufs einiger P flicla t ) ge8chehencr BewiIligung, 'fon dannen 
ab einc Legation, nehmlich Ihren damahligen Iłittcrsehafft - I1aUI)tmann lIerrcu J a c o"b v o n 
Schwcrin Ulad I.\'lantcufel, dcamahl Furstl. lłaht, an die Konigl. l\laj, abgefertigct, und sich 
aur die LOlldl-1chafft - Prh'ilegia beruffcn, das nicM geleistetc Va8allagium darnit cntschuldigct, dars 
Er ohnc vorhergegallgcnen Landtag der Lalldschafft keincrley dienste aufdringen, nocla wegen 
cigener Gcfahr des landes iiber die Griinłzc ziehcn kontc; derowegen die Konigl. l\laj, gebehten, 
da£s Er Ulld die Landschaflt anstaU der RoCsdicnste mit einer Contribution abkommen mochtcn, 
nach mehrem hllllaalt dca' Instruction sub lit. M. Ob IIUII Ihr Konigl. ,Maj, mit der Land8chafft 
wol zufricden gcwesen, daCs Sic anstaU dcr Rofsdienstc contribuirten, den Fursten aber wegeo 
nicht gelci8tetes VasaIlagium (wclcl1es mit der Landschafft - Rofsdicnste nicht8 :ilU 8claBffen laiittc) 
nicht allcfaeit8 vor entschuldigct angcnommen, mad dcr Fiirst vorJacr sieJa selbst in der Legation 
darauf gcgrundct, daCs Er ohne Landtag der Laudschafft keine dien8te auflegen konte; so biitte 
Er doch demc zu wi
der, ehe Ulad zuvor dic Gesandtcn wiedcrkommen J und Er wifscn konnen, 
ob lhr Konigl. l\-Iaj. mit der Entschuldigung zufrieden, oder lIieht, die Landschafft mit dem ge- 
doppelteD Rofsdicnste d, 22, Febr, des folgenden lłiłH Jahres, umb welchc Zeit mali aUl der 
See, und von Schweden sich nichte ilU befahren gehabt, nieM aro n8chsteo Otartc des Strliludes 
(da mao des Feindes, wenn es zu recbtcr Zeit gewcsen wBI'e,wahrzuoehmen), sondern etliche 
Meilen davon iu der Nachbar8chafft LitthaueD Ilum BauCike, mit dem gedoppeJten Rofl!weQlte, 


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80 


obne vorhergegangenen Landtag, aufł'geschrieben: AIII nun umb dle Zeit, ond gegen den Landtag, 
der S. [d. i. lelige] Schwerin von der Legation wiederkolbmf!n war, und der Landachaflt, 
daCII dle Konigl. Maj. mit Ibnen wegen angebohtener Contribution wol, aber mit dem Fiirsten, 
lelne. nicbt gelelateten Va..II
1 halber, nicbt zufrieden wire; leine Rclation gethan, und die- 
.elbe darauf bcy alch erwogen, dar. die Konigl. Maj. dcr anpraeaentirten und unverhofften Con- 
trlbution durch lolchen Aufboht beraubet wiire, auch geschen, daCa die Entllchuldigungen, ao 
der Fiint Hertzog Wilhelm in der Legation gegen Ihro Konigl. Maj, elngewand, nebmlieh, dara 
ohne Landtag Ihnen teine dienste kónten aufgeleget werden; Ihnen nicbt geltcn mogen, aondero 
Sle deme ."wieder jet:lo nicbt mit .chlechten, eondern gedoppcltcn Roradicuste, umb dic Zeit 
Jahres, auch an dem Ohrte, da man vom Feinde lich niebt. zu bcfahrcn hiitte, aufgelchriebeo 
worden, ood au. dcr Proposition wegen entaetzong etIicher 110fle, Jcicht abnehmen konnen, daC. 
der Aufl'bobt wieder die Durchziige gemeinet ond lich bcfahret, wcnn Sie das thiitcn, daC. Sie 
bey den Pohlen in verdacht mocbten gerahten, ais wenn Sie willigcr wieder Sie, ala dcn Scbwcden 
aurzuzichen wiren, Indem .ur ao Tjelfiiltigea crfordern der Konigl. Maj. .elbst, und dei damah- 
ligen Feldherren kelo RoCs iiber die Duna gcsehickct, aondern dar..elbe durch vielcrwehnte Le- 
ption entllcbuldiget wire worden, jetzo aber lIolcher Entschuldigung aogegen nicłlt wieder deo 
den Fcind, sondern wieder Sie sicb so fertig im Felde fiuden lieCselL Da baben Sie in lolcher 
Conlideration und umb Verhiitung allerhand Gefahr Ulad Verdachts (darin lic sich bcy der Natioo, 
die ohnedafs, wegeo dc. neuen iiberdiini8chen Excmpd, Ihnen nicbt vicJ guttel traoeten, leicht 
hitteo .tiirtzen konnen) sich nicht unbillig, aondcrn aua lIoleher hochwichtigen und wol bcdenek- 
IIchen Ursachen, des Aufzugl! mit Worten zwar dasmahl verwelgcrt, lo dcr tbat abcr dallmabl 
nicM allein, londem aucb aUczeit hernach die gantze Zeit dca Schwedischcn Krieges iiber, offtera 
Buch gar unnothlger wey.e, gehorsabmlich gelel8tet, und bcy dcrselben Occasion (weilen Sie 
vermercket, daCa lIie anfriedliche Zeitcn, daa abllolutum Dominium damit algemach einzufiihrcn, 
und ober Sie zu beltiitigen, praetendiret uAd mlflJbrauchet wiirden) Ihre Gravamina wieder die 
zwiefache oder gedoppelte Regierung, Inllonderbeit H
rtzogen W ił b e l m e n (wcilcn derselbe die 
Landschałft ilH-er Privilegien halber noch nicbt versichcrt gehabt), und audere Im Regimcnt 
wieder dic Privilegi. beg.n8ene E:JI:oetlllen iibergeben. und umb derlelbcn Abschaffung uutcrtbii- 
nigrt gebehten, nach mcbl'em Innhalt dcrselbcn Gravamiuum lub lit. N. Und ob IlUIl wol in der 
gantzen Wclt oud allen wolbelltalten Policeyen, insondcrl1eit aber der Crou Poblen (unter derer 
Horillont wir leben, und welcher Privilegiom ond Freybeit, inhalt unler eraten Subjectiona- 
Pacten, wir vor un.ere guttwillige Untcrwerffung mitgeniifaen) niCbtl gcbriiuchlicbcre8, alfa daCII 
Unterthanen der Obrigkeit ihr beschwer erofnen und umb derer Ab8cbaffung anhalteu; hergegeo 
.uch a11er Christlicheo Obrigkeit vornehmllte8 Ampt iat, der Unterthanen (ad cujua meram utl- 
Iłtatem Sie von Gott ver-Ordnct) quaerelall und beachwcr willig anzuhoren uud abzuschaft'en: 80 
haben doch unlere Fiirsteo, inlonderheit Hertzog W i I la e ł m, ell ao iibel aufgcnomrueu, .dafll Sie 
,tracki auf Lelb ond Guth wiecIer die Land8cbafft Bub lit. O. protestiret, auch wieder die 
Uiupter, ali den S. Sehwerio (der lIelne RelatiCln getbao und zugleich "00 aeinerHauptmano_ 
lIchaft abgedancket) oberwehnter. Granminum halbcr allerhand dreiiv.ogeo, und inlionderheit dem 
Maoricbter p l a t er, dafsEr der Laudacha.t Feind lter.eo wolte, verlauten larsen, also J dafa
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31 


auch dcr S. Scbwerin (aus Furelit lIod Schrecken t 10 ibm deI Funteo Rihte elnes tbeU. 
8emachct) io dcr Naclat aufbrcchen miiCsen; EndlIch Buch den Adel (Inmafsen daC. dal er.te 
Stiickc M a g u i N o I d e i'cbellion) vor Rcbe lIen und Auffruhrer gescholten t da doch Er .elblt; 
dem Koni
e, mld Sic Ihm (aurscrhalb den auf der Begriibnifs in der Generaliłit; geleisteteD 
Eyde) iD specie wegen des Regiments Roch nichł geschworen, iiber dar. auch weder (hme t noch 
IIcrtzog F,r i e d r i c h e n das Regiment von IIlro Konigl. Maj. angcwiesen war t damit iD :BeyseYD 
Konigl, Dcputateo Illro Konigl. Maj. zuforderlt, daCs doch in allewege sich gelJiihret hitte t und 
darnaeh den Fiirstcn der Landschaflt Eyd abgeleget worden wiire, louderu Er bat auch darauf 
die Laudlichafft durch eiucD, B a n d e y e r genallllt, (welcher umb die Zeit licb an dea KoniSi. 
1I0ff begcbcn, da alle Tcutlclum wegeo dei neulichen Licffliindisehcn AbCalIs bcy der Croo 
Pohlcn in groCl!er 8uspicion waren) bey der Koułgl. Maj, und den StiindeD, daCs Sie mit dem 
Fcinde cous))iriret, mld sich wieder dcnsclben der Rofsdicoste verwcigcrt, angebeD laCseo, naeb 
mebrem hmhalt C h r i 1 t o ff 14' il rek 1 C n aD die N o I d e n gethaoen Selarciben lub Ht. p" uod 
hat ali o wegeo Ubergcbung dicscr Gravaminum (daau, wie crwelmet, die Fiirlten die Landlchafft 
IcJbst, durch vicle neuc ungewohnlichc diensle, da. 
cdoppclte Regimcnt Ulld ablolutum Domi- 
nium gleichsam bey dco Haaren gczogeu;) dal Spici, darinneu wir jctzo leyn, mit dem FiirsteD 
I1ertzog W ił la e I m sicll angesponnen, l1ach dcm mahlen Ihr Furatl. Goaden Hertzog F r i e d r i c b 
el bey der iugemeiu vou Jhm eiogewauten pl'Otestation, dawieder dle Landschafft in Cootincnt 
lub Ut. Q. rellrotestirct, beweuden lafscn, uud kcinen der Gravaminum halb er hern.chcr mehr 
angefeindet, noch leyd gelhala, sondem nach wic vor der Landlchafft, auch ihren S, Hauptleuten, 
dic Er auf ihrcn Hauseru bcsuehct, Gniidigcr lIerr blicben, Hertzog W ił b e I m aber bergegeo, 
obwoJ auf demsclben LBudtage zum BauCskc der iibergebenen Gravaminum balber, beyde H.Ił. 
bald einen anderu Laudtag allfszuschreiben zugesaget, um1 darauf die Land.chafft in Ablchalfuo8 
dcraelben aur daCs mahł uicllt weiler 8cdrungen, .oodern ibren RoC.dienst da 
elar.en, und mit 
dem iibrigen aufgcdrungencn I;edoppelten RoClldienllte sich in gutter Bercitschafft 
ehalten, den- 
noch deCsen allen ungeachtet, Wie Hertzog Friedrich darauf au. dem Lande gezogen t den 
ex pacto Ihucn gebiihrenden Laudta
 eiuer Laudschafft nieM aUein, der zusa
c zuwieder, nieM 
angesetzet, sondcrn auch, damit Er lich in seiuem au friih angemaCsten, und nocb niebt gebiih- 
renden Regiment Ulad absoluto Dominio eiuwurtzeln moclate, Vieł von dcr Landschaflt durcb 
Sdarecken uud drauuugeu (weJchcs bcy den eillfiilligen viel veJ mag) Ihren vermcintcn und von 
seiuen Uiihten per minas eingebildcten lrrthllmb zu erkeuuen und da Ciel be abzubitten, die melsteD 
aber, aur.crhalb die 8. Hauptłeute und N ol den, bcy Ihm umb dal Lehen (lIugeachtet daCs Sie 
von Ihm nicłat auf ein Flie
enfufl gehabt) mit der ablcheuUcllen Dnd Jongobardłschcn Abgottl- 
schen Ceremonien, ais mit aufgehaltencn Hiinden und gebeugten Knlen, zu bittcn, und Ihme 
darauf zu huldigen gezwungen, die andern aber, welcbc dio Gott aHeine zustandige Ehre dei 
Anbetenl Ihmc au beweisen, noch bey Jeben des iiltern H. (deme das Regiment rationc primo- 
genilurae ober das gantzc unzertheilte Fiir.tenthumb von Gott und Recht.wegen 8ebiibret;) 
Ihmc pcculiariter den Eyd zu lei8ten, ein GewiCsen gemachet und bedencken getragen, unter 
allerband speeiosen pr.etext, von der Zeit an, su Aufta8en KU verfol8 en und aufizumatteo, 
kein.e MiUeJ unterlaCsen, deno ali Er den N o I d e n (deoeo, ehe Sie auf der Ląnd - Stuben gicngeo, 


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wolern Sie auf seiner Seite wiedcr den Adel leyn, uud zu allem seinen Vorhaben die Lsnd- 
IIchafft persuadireu wurdcn, in Ihrcr wicder :B u t I a r Ichwebellden Actiou Er grofsc Vertrostung 
gethan; daCs Sie aber derer und Ihre privat Sachen hindangcsetzet, in publica delibcrationc 
mehr publicam salutcm, und des Landes Privilegia, ais seinell Favor in Acbt genommen ), sond 
nich ts anders daCsmahl zu leidc tbun konnen, hat Er die Action des :B u t t I a r n so vicl mchr 
wieder N o I d e n selbst angercitzct, auch mit Ralat mad That allerhand V orschub gethan, und 
obwol die N o I den durch ein Decretum des Land-Gcrichts, sub lit. R" causa m obtinuiret, UIlterm 
Schein ciner juda Privilegia Ihme nicht competirenden Appellation, die Sachc biCs ao. 1606, 
(da sie Hertzog F r i e d r i c h ent per Trallsactioncm aufgelaoben,) protrabiret und Discordias und 
Jitet! zwischeu dencn zwcyen vornehmen Geschlcchtcrn fovirct, damit er die, welcbe mchrentheils au 
"icGeschlechter hingcn, desto leichtcr unterdrUcken konnte. Dic dam ais eingcfallene Kricgszeit aber, 
hat er.sich, ad Itabiliendum absolutum Dominium, illsonderheit gegen die I1iiupter der Land- 
schafft wol wifsen zu Nutz zu machen, und unterm Schcin der Ceindlichen Gefabr, stracks dafselbe 
Jahr 1601. d.30. Junij dcn Seel. S ch wedu mit seinem vollkommenem Iłofsdienste, nabm Dob- 
lenselaen Tax-Zcttel, sicla bey nam in der Pcrsolan einzusteIlen befohlen, sub Lit. S. Ob nuu 
wol der Seel. S e h w c ri n auf defsen befehIich, (dem man bcy Icben des iiltem lIerrcn kejn 
Regimcnt gestiindig war, der auch den ciner Laudsehafft zu AbschaffulIg ibrer bcscbwer zum llaufskc 
vcrsprochenen Landtag nicbt angcsetzct, uud dadurch sein gegen die Landsehaft't fcimlsecligcs, 
und zu Ablchaffung viclgercgter bClcbwer ungeneigtes Gemuth genugsabm an deu '['ag gegcben 
hattc) nicbts gcben, vielweniger sich entschnldigen dorffen, so hat Er dennoeh Rufs dcr Rcvc- 
rentz, lO Er bloCI zum Titul der Obrigkeit gctragcn, den folgenden erstfjn Julij sich gcgen nam 
entlchuldiget, dars Er von der Dobblenschcn Verzeichnifs niebts wiiste, seinen Rofsdienst gleich- 
wolał nicJats dcsto minder jcdesmal eiugcstcllct laiittc, vor scinc Persolan aber wegcn Schwaclabeit 
des LcibeiJ, und daCs Er des Jleilldes tiiglich an seinem Strande gcwiirtig wiire, (wełche Ent- 
schuldigung auch, der FUnt offters gegeD die Konigl. Maj. cingewand,) sich nieht cinstcllcn kontc, 
lub. Lit, T. Ell hat abcr d8l, waCs Ihme beym Konigc vor diescm Ulld bernach allczeit beym 
Feldherren gegolten. iDsondcrlaeit auch die eingewandte Leibes -Schwachhcit. nicht gelten mogen, 
I!ondcrn es ist der Seel, Scbwcrin, sBmpt Doch ein Pferd sich zu steli en, den 18, July derselben 
Jahres abermabl ernstIich ernJl
lmct wordcn, 8ub Lit. V,; bald abcr darauf den folgcllden 11. 
Augusti hat Er mit etzIicben wenigen zu Willensheim eill Rcccsse gemac11et, und im selbeu die 
Revision der Giittcr lub Lit. W. beschloCsen; Welcbem obwobl dcr dalDahIige łłittcrscbaft- 
Hauptmann J o b a II n N o I d e alsbaldc wiedcrsprochen, sub Lit. X., so ist sic doch den folgeuden 
16. Decembr. CortgcstelJet, aber von gcregtem SccJ. HauptlDann uml Sclawerin nicbt angc- 
nommcn, Darauf der Fiirst allgemach mit Gewalt wieder dic Hiupter zu verfahren augefangen. 
und dcm SeeJ. Jacob VOn Schwerin, unterm Schein eincs falschen Daurcn-Hadcrs zu Naclat 
mit gcwapneter Hand und gelamleten Haufen durch seinen Amptmall -ł-on Goldingen das lIeu 
bey seinem Hołfc BasCen, (da der Ford gar nicht, sondern and er e mit llam grelltzen,) mit 
Gcwolt wegfiihren lafIlen, iu mcynung, denselben dadurch zu deterriren mld abzusclarcckeu, 
iDmaflen Er solches bernach Buch andern. dic Er wieder sich zu seyu beargwohnet, ais 
Ian- 
richter Franeken, Tie ' "y den, JQ}alJ n Doohoff, und wie sic elle heifsen, wit dellen
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33 


Er gegrcntzet, bewie.en und dem cinen Icinen Wald, dem endern ncbst dcm W.lde auch die 
Heulchliige, dem dritten sein Gericht unerkanter Sachcn, Ulad ohne vorhcrgegaogenc Citation de 
facto contra Privilegia und Ihre habcndc Si
gcl Ulad Hri
fe genom men und nicdcrhaucn laCsen. 
Ob mm wol die, so sich bey łhm auf 80lch Aufboht in der Persohn eiogestcllet, davor loodern 
Danck mad Gnade sich von łbm eingebildct, 80 hat Er doch soJches (Wie die KonigI. Maj. 
pflcgen) nicht aUein nicht erkannt; sondem Sie gar sehimpfłich, und den jungen und gemcincn 
Sold-Rcutem gleich gchaiten, mit Worten iiberfahren, und Articul zu bcschwercn, aueh ScbiId- 
Wache zu halten, gczwungen, ungeacht
t dafs etliche daruntcr vomcbme l\liinner gewcsen seyn: 
bałd hernach hat Er abermahl den Adel mit dcm ł)cr
ohnlicllcn RoCsdienste "ich auf l, Tcrmin [al. auf 
3.; al. auff den 3ten. ..J zur Antzc einzustcUen aufgebohtcn, Ulad daCs I!:r ubcr die Duna, Kockcn- 
haufsen zu entsetzen, ziehen wollc, im Umbschreiben vorgcgcben, aueh .uf dars es je miinniglicb (1ar- 
vor balten mochte, gcgen 80lchcn Uberzug sich den Sonntag zU\'or mit Gott verciniget; aUli nu der 
Adelauch dic N o I d fi n in termino mit ilaren voUkommenen lłoCsdicnsten uud gCQugsalnnen Proviaot. 
persohnlich alle er8cbiencn, auch sicll nicht anders einbildeten, cs wUl'de nun der iJberzug uber 
dic Duna gcwifslich vor liich gchen, der Funt au ch die Prop08ition gcgcn Sie gcthan, daCs Er 
leincm auCligcgangcnen Aufs8chrcibcla zufolge, ncblt Ihnen uber dic Duna zu ziclacn, uod Kocken- 
laauC8cn zu 
ntsetzcn, gantzlich tmtsclalofsen "are. Ais aber die Landschafft 8US der Proposition 
kliirJich verstanden, Buch nicht anders gemeinct, daml der Zug wie der dcm Fcind gcltcn 801te, 
baben Sie Ihro Fiirstl, Gnad, zu Hlrem Vorhaben Gliick gcwiill8chct, und 8ieh daranf ferner 
cathegorice resolviret, daC. Sie zu dem Eude von lIaufse ab sich mit allcr Nothdurfft vcrseben 
hiiUen, Ibr Fiir8t1. Gnad. zu folgen ; Wie der Furlt diesc Resolution vom Adel vernommcn, hat 
Er folgenden tages durch seine Riihtc Ihnen anzdgcn larscn, Er hiitte lIunmchro geuugsehm 
verstanden, deCs scinc Wicderiipcnstigc Uar Gemuht geiilldcrt, und sich eincli andern bcdacht 
biittcn, dBrumb Er auch Uare Weiber nicht zu Wittiben, noch Kinder zu WaJ8en machen, sondern 
Sie vor Ihrc Persohn (doch daCII Sic den gcdoppeItcn RoCsdicnst, dcn Strand zu warteo, da 
lieCscn,) wieder nach Hansc zu ziehen crJaubcn woltc, Magnus Nolde und Engelbrecht 
V i e ti n g h o ff aber, ais 8ie dali vermcrckct, dars es nur lauter SpiegclCechten war, babco Ihren 
RoC8dicnst vollkommener begclarter maCscn bey Ibm gelaCsen, Vor Ihre Persohn aber sclbsł mit 
etlichcn Pferden sich iibcr dic Duna ZUlU KOlligl. Lagcr gegen den Feind ł..egcben, welche der 
Fiirst dureh scharffe mandat a zuruckc gcfordert, und cin lolcbcs absolutum Dominium uber dic 
Unterthanen hicrdurch affcctirct, daCs Sic iibcr Ihrell voUJ..ommcnen und an Ihrc Statt mit ade- 
liehen Pcrsohnen wol versehenen RoCsdienst, Hlrem natiirlichen OberJarn. niebt aufzuwarten, 
noch sich umb dic Cron verdient zu machcn miichtig wiiren, (InmaaCsen M a g n u s N o I d e bier- 
dureh das andere Stuck. der RebelliOJI Ulad Crimen łcsac Majestati8 begangen). Im Gegentheil 
bat Er sclbst sein Vasallagium, daCs Er dcr Konigl. Maj, auf seine Unk08ten zu leisten ver- 
pfłicbtet gewescn, nieht gclcistet, 80ndcrn an defsen StaU, etlicbe von dcr Landłlchafft Ihrem 
Rofsdicnste, und untcr denen auch des Secl. 8 c h we ri n I und Manrichters F r a n e k c n, auch 
allderer pferde mit dem Obersten B u tt la r er8tIicb nacla Weifsenstcin, hcrnach nach Dorpt 
gC8chicket, und lich al80 mit seincr Rebclliscben Untcrthanen Fedcrn gelcbmickct; Wobey es 
docla nicht aUeine gcblieben J dann obwobł an k.einelU Ohrte, bevorab in der Cron Pohlen die 
Moa. Liv, aał, II. 36 


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Landschaflt, wenn sie vorhero den Aufzug bewilligct, auf die Festung (die der Furst sclbcr 
doreh Iciuc gcworbene Solda ten zu besctzen sehuldig gcwescn), Bondern im Felde gchoret; 80 
seynd doch ao. 1603 ctUche von der Land8cbafft, und uutcr deneo des vcrmeinten Rebellcn 
Scbwerins, gcdachte!l Manricbtcrs FranekclI, mld anderer Reuter auf die Winda u vcrlegct; 
Wic aber der Fiirst gar kcioen einigen Soldaten , aufserhalb eincn einigen Leutnant II ar r s d o r f f, 
auf dcm Sehlofs gclaCsen, und nicht mehr ais 8 von der Landsehafft Reutero, nebst der unbc- 
wchrten Biirgerlchafft, Ibren Wcib- und Kindern darauf gewescn, ilt daCsclbc SclaloCs den 2. Juty, 
alfs dtJr Furst dcn Abend zuvor davon gczogen, vom Sehweden olanc Miih cingcnorumeu, und 
allea Gesehiitz (so auCs dcm gantzen Laoda dabin gcbracht, und einem gcbobrncu SchwedeD 
vertrauet), sampt vieler vom AdeJ und dcr lliirgcr V orrabt Ulad Ulltcr andcm des Seel. S c b w e- 
rins und der andcrn obgemcldtcn alle Ihre Pfcrde und AuCllrultung in des Fcindes Hand kommen, 
welcher sieh dcs andern Tagcs wieder in dic Schiffe begcbtJn, mad das Sehlors bloCs Btehcn larsen, 
darauf dcr .'urst sich untcrstanden, sogar dcn Adel den S, July beschuldigcD, und Ihuen deu Ver- 
luat dea Hau8e8 In die Scbue zu gicfscn; dcrowegcn cr Sic auch abcrmahl durclł Tag und Nachtmit 
Teutschcn und Unteutsehcn sich gcfast zu machcn, und zu Golding bey Verlust nucr Lebcn, 
Uaab uud GiUtcr sich eiuzustcllcD, den 5. July aufgemahuct, bald abcr 2 'l'agc darDach, nchmlich den 
7. July, durch Georg Dii1fs den Scel. Schwerin gcwamct, dars Ihn der Schwedc belluchen, 
derowegcn Er .ich in guttcr Acht habcn wollc. Und glcichwol ist der }'iirst balde darauf abcr- 
mahl ins Feld geriicket, und bat dcn Adcl mit speci08en und IIcheinlichcn Atarslchreibcn aufgemahnet, 
.elbst aber, 110 bald Er nur den Adcl in8 Feld gcbracht, auf seine Acmpter, und 80nst im Lande 
herumb gczogcu, und der Landscbaflt lłoCsdienstc biCs in den spaten Herb..t, und zuweilen den 
-gantzcn Wintcr hindurch, da kcine Gefahr mehr vorhandeo, im Lager und am Strande liegen 
larscn: Alfll nUla dic N o I d c n und S c h w c r i n wol gesehen, daCs es mehr pro forma Oład AU8- 
mattong des Adela geschchcn, aucb nicht gewust, wohin man Sic rubrcn wolIen, uud sicb der 
groCsen Unordnung halber (die Er durch scine unerfahmc lłilhte und Defehlicbhabcr', .alI! J o- 
h a o n U I ri c h nnd seinc. glcichen, gctricben) allerlcy Scbimpf mit ausfiltaeo łlład Sclaild- Wach- 
reuteR. wic zuvor Ihrco Mitbriidcrn gesclachcn, lIic:h bcsorget: Insonderlaeit .ber der SceJ. 
S c b w e r i n aeinen elgenen S lrand uod II a u es. auf dea H ii łf 8 C n eigenc WarAUllg "ersclacn, 
ood id acht ncbmen miiCscn; haben Sic zwar ihren Rof8dicnst vołlkommell, ulld mit adłichen 
Peraobnen gelcistet,. aber in dcr Pcrsobn sich zu stellen ,verweigcrt. Anno IOO-ł hut der fi'urs& 
.berm.hl dcn gedoppelten RoCsdicost und persolmlichco Aufzug crfordcrt, liaranf sicla der SecJ. 
Scbwerin sciues eigenen Hausea und Straodes halbcr entschuldiget, Ulad gcbelaten, daCs Er uber 
setneo ;gcbiihrcnden Rofsdicnst eiocs mchrcn oicht bcleget wurdc. Mit wclchcr Entsclmldigung 
uod Bitte dcr FQl'st nicht zufrieden gcwc.en, .ondern dem SceJ. Schwerin d. 2. July 
all&- 
wortct: Er mochte seincn Strand und HauCs warten, wie Er konte, abcr vor scinc Per8ulm bey 
Vel'lust .ciner Gutter lich gc.tcllcn, und ist balde darauf den l
., July die Citatioo an SecJ. 
Scbwcrin und Johann N,olden, uoterm Scheiu, ais wenn Er '\'on denselben, seinen Unter- 
thancn łIIad Lehn8leuten, &0 man Ihm docb oicM gestiindig, in hochSler Noth, (dic doch 
nicht grofscr, alfs dafs die Schwedeo zuweiJen am Straudc, bald hicr, bald d81', da man Ihrer 
auch nlebt wahroehmen konncn, aufsgef'alłen und cincn Itaub geholct) verlaf8ell wordcn, ergangco. 
.l.i ,.1.."
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Damit Er seine Treue und Affectlon gegen dem Konige und gemeinen Nutzeo beschooigen, dagegen 
aber Ihre Untreue beschuldigen wolleo, da doch wifsentlich und auCs dieser HistorJschen Relation za 
ersehen, daCs S c h w e r i o so WOIII, ais die N o I d e n aUezeit IbreJl mit Adlichcn Persohnen, uud 
gutten RoCsen wol versebenen RoCsdicnst vollkommen gelcistct,- und oberdaCs dcr Konigl, Maj. 
bald im Anfange dea Krieges aufgewartet, der Sccl. Sch weri n abcr das Feucr au scioem eigencn 
dacbc wahrnehmen miifscn, und zu seiner :Beschutzung wieder dcs Furstcn unbiJIige Verfolguugen 
sielI niebt zum Feindc, sondern zur Cron Poblcn gehałten, uod seine Guttcr cben im Aofange 
der V crfolgung ao. 1602 in Samaiten erkaufft, derowegen auch wicdcr dic ergaogene Citation den 
10. Aug. defsclbcn Jahres dicse Exccption und Entschuldigung einwendct, daCs er eben auf dic 
Zcit in Samaiten auf den Scimken seyn, und der Konigl. l\'laj. al8 Obcrb. gclaorsahmen mustc. 
Dicweilen Sie aber sieb wol besorgtcn, es wiirdc der Funt pro sua Bibi imaginata absoluta po- 
testatc, in 8cincn Vorhaben fortfahrcn, inmaCsen Er auch bernacher dcn 14. Augusti dem Seel, 
S c b w c ri n auf seine Exception, daC8 er bcy der CitotiOłI beruhen wolte, geantwortet, damit, 
wann Er an die beyde, ais Hiiupter, vorher durch cin Decret uod Schein des Rechtcn echa Muth- 
lein gekublet, Er uber die Ubrigen, insondel'heit dcn cinfiiltigen :l\Iann so viel leicbter dos ange- 
marste Dominium 8bsolutum bestiitigen konte; hllben Sic solches an lhrem Mitbruder Ulad Ver- 
wand ten Magnus Noldcn, der damahien am Konigl. Hofłe gedienet, gelangen larsen, und es 
dcr Konigl. Maj. zu erofnen, Ulld dcro Protedion ol,łzufallen, gebchtcn, Worauf Magnua Nolde 
dcr Komgl. Maj. die UrII8che solcher Verfolgung und Citatiou, weIche sich vOIa dcn :Baufskischen 
Gravamillibus und dero darinuen angestrittencn 
edoI)pelten Jlegierung, erzebltcr mar8en ang
- 
spoIInen, erofncn und ,'on der Konigl. Maj. dic Ucscripta an beyde Fiirsteo, darinnen dic gedop- 
pelte Regierung Ulld Theilung verworffen, mld Heł-łzog W ił h e I m VOłI dcm angestelten Procefs 
abzustchen, ermahnet wird, erhalten mufsen , und das dem Hertzogen. F r i e d r i c b e n selbst in 
Bcyseyn des Cantzlers 'l'ieBenhau8cn, Piepenstockeu, l\lantcufel Ulad Ruderer iiberrci- 
chet, dali audcre aber I1crtzog Wilhelmcn zuzustellcn, von hochgedachtcn Hertzogcn Fried- 
richen selbst, und scincn obgenanten Iliihten daljmahl gerahten worden. Alfs nun Magnus 
N o I d e darauf IIertzog W ił h ci m e n gcsucbet, aber niebt gefunden, hat Er das Konigl. Rescript 
nebst !leincm Schrciben (darinnen Er die von dcr gantzcn Landschafft zum :BauCske ubergcbcuc 
Grnvamina io puncto gcdoppclten Regierung aufsCiibrlieh machet Ulad justificirct. Ulad derowegen 
Ibm von solchem unbefugten Rcgiment abzu8tehen ra)lten thut) &uge£ertJget. Und daCii fst nun 
das drittc Stuck lUagoi NoIden Rcbellioll, nehmlieh, dars Er seinc l\litbruder ulld Neben- 
Christen aufs der Verfolgung Ulad Schlacbtbanck durell ordelltIiebe Mittcl, und Aoruffung der 
hohen Obriskeit gerettet hat. Das Schreibcn aber, darinnell Er den Funteo Bpontc und frey- 
wiUig daCsclbe zu thun wohlmeinend geralaten, welches Ihme ius KUJlfftigc dąs Rccht mit seinen 
hoberm Verweirs aufłegen mochte, i8t eben daCselbe, daraus praeter nae,utem Authoris a Calumnia- 
toribus so viel Sarcasmi erzwungen und vor eill Laster der beleidigten Maj. allgezogen worden. Wie 
nun der Furst darumb, dar s dic vcrllchriebene Lehn-Richter, ais der SeeJ. Dulall, wieder solche 
Konigl. Inhibition in der Sacheo zu verfahreo, bedenekell getragen, (welebelD die ondern hemach 
im Goidingschen ProceCs auch wol hiitten folgen mogen) den ProccCs dasmahl einsteIJen 
miifscD, hat Er des gantl gefałarJiche Schreiben aD die Kooigl. Maj. 80. 604. im Julio ergcben lorlien, 


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ond darinn die Bau(sker Gravamina vor cine aufriihrisc1le Schrifft, die tmŁcf8clariebenc vor Re- 
bellcn, Mein-Eydige, Aufriihrer ond Consl)iranten, und endłicb dic vermeinŁeu Hiillptcr ,'or Ilc- 
delCiihrer bey dcr Konigl. Maj. angegeben, und auf solch Angeben und IInrechtcn BcricJat von 
derselben Konigl. Maj. ein Rescript ond Zulafs bekommcn, dicselben am Lebcn zu straffen, uud 
solclaes kciuer andcro Ursach, ais blof8, daCs sic ihre Gravamina ubergeben ulUl wiedcr ihre 
Privilcgia mit ungcwohnłichen Diensten sich nicht wollcn beladen, noch durch dic ,-iclfache und 
offters gantz unnotbige RoCsdienste, bifs an dcn Grad sich auf8sallgen od er aber dllrch die zwie- 
fache Regierung Ihrc Dienstbahrkeit dupliren lafsen. Und ob Er wol vicl von scincr Fiirstl. 
Gelindigkeit verbis factiret, wclche Er damit bcweisen wil, dafs Er sich solclacn Konigl. (aur 
unrechtem Bericht und 8einem Angcben) ausgebrachten Rescripti nieht gebraucllet, liIonder seiner 
Rebe1li8chcn Unterthanen WiederkchruIIg mit Geduld erwartet, die Umbgckehrten aueh viellieber 
aus FurstI. Guttigkeit wieder zu Gnaden angenommen, ais sein befugtcs Reclat au Sic geubet, 
(da man Ihmc docb dcr iibergebenen Bcschwcr uud vertretcnen Frcyhcit halbcr lciuc solche 
eingebildctc BefiigniC8 geetiindig) und Er in isto statu Livoniae Ulad zu der Zeit, (ais vieler fibcr- 
diinisehcn Exempcl Abfall und Consl)iration com Carolo noeh ha frischer Gediichtuurs, und dRhcro 
ein gleichmiirsigcs von den Curłiindern, insondcrheit da cs von Ulaserm cigcnen I1errcn, V ormund 
umł Hirten geschahc, der Konigl. Maj, so vicl leichtcr eiuzubilden war) wol ein mehres Jaiitte 
auCsbringcn konncn; So ist doda uieht aus den W ortclI , SOlldern der That selbst, ulld 
cben erstl. daraufs, dars Er dic Landschafft ais o allgegcben ulld Sie bey dcr bohcn Obrigkejt 
uod allen Stiillden dcr Cron Pohlen in solche Suspicion gcsetzet, auch dadureh 80lchen ZulaCs 
wicder seine unsclmldige Ullt('rthanen erhaltell, darJIach aus andcrll, darauf weiter erfolgten 
Actibu8 uud Tragocdien, so Er wieder die Secl. Scel, Ritter8chaft-Haulltleutc et Pro\inciae 
Epbor08 und andcre, so dlc BauCllkcr Gravamina mit iibergebclI, und die Adl. Freyheit bcstiiudig 
vertrcten, vorgcnommcn und aUeutiret, von seillem Gemiiłat zu urtheiIell, wic solchcs RUS der 
Continuatjon die8er Hi8torischen Relation wird kliirlicla zu crsehen 8eyn. Dcnll Ao. 6ft5. im 
Jalluario, alfs Er sich im Regiment durch seincn, dcr Konigl, Maj, aurm Reiclastage abgelegteal 
Eyd, 80 vlelmahl cinzuwurtzeln vermeinct, auch denselben den 18, Febr. der KOlligl. Maj. ge- 
leistet, ungcachtct daCs Magllu8 Nolde 8US habellder Vollmacht d('r Landschafft von delllliczu 
Deputirten Konigl. Commissarien scbrifftI. Schcin crlallget (wclchcs delin dRS 4tc Stiick ist seiner 
Rebcllion), dars durch 80lche EJdes - Lejstung laiemit der Landscbafft all Haren Privilcgicn und 
Rcchtcn (nehmlich daCs Sie an StaU eille8, nicht zween Dcrrell auzuuchmen, noch vou beyden 
sicla plagcn zu laCsell schuldig wiiren), nicMs soltc benommcn seyu , und iiberdaCs, wcun ein 
Vasallus gleich 30 SoJane biitte, alle Hlrem Patrouo und Herren Ihrcn EJd abzulegcn schuldig 
8CYU, uud doch darumb nicht alle zuglcicb zum Regimcnt gchoreu, wie Wir denn deC8cn am 
Benachbahrtem Fiirstenthum PreuCseu, ad cujus jdeam hic Principatus formatus est, Exempel 
habela: So Ilat Er sich doch dadurch gewonnen Spiel eingebiIdet, und von Konigsbcrg ab 8n 
die Kireh-Spiels-Juuckcrn, daCs Er seine Sachc nach Wunsch verrielatct, gellchrieben, bloCs zu 
dem Bn(le, daf8 Rr dicselbe uoch immcr von den Optimatibus uud I1allptleuten, so noch slarck 
iibcr ilu'e zlIm Jłanfske eingegehelle Gravarnina hieltcn, abzielaen uud trcnncn mochte; uud sicla 
dał'anf '011 d:lllllell (seiucn y, Icder die Rcdelfularcr gefaftlten I1aC8 ilłmiltel
t, uud biCI zu seiner
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WiedcrJmnfft bey sich fovircndc) ins Warmbad, hernach aber in EngeUand, Dennernarck.eo und 
SacJasen begeben J und einc ZeiUang alda aufgehalten; In welchem 1\littel es sieh begab, daCs deo 
folgcnelcn Sommcr eleCselben Jalares Ca r o l u s gar starek in Liefflancl zog, mld ctliehe ,'id Schieffe, 
ais hiebCł-or noch niem..hlen geschehen , am Tuckumschen Strande anlandeten, darauf lIertzog 
F ri c II ri c h dcn 3, Ang. deft!elben Jahrcs den Adel naeh Tuclmm aufznmalmen genrsachet wor- 
cIen, welehc sieh delm mit Ihren RoCsdicnsteo au ch ungesiiumet eingesteJlet, alt! aber der fi'eind 
im Septembr. mit vi cle n Sehcrbohten, und wie man lIaget, 4000 1\lalln sich dasmalal sł:ha' starc
 
ansetzen larsen, uod elie CllUrliinder demselben vor sich aUcin zu widerstehen, sieh zu sclmacla bernnden, 
hebell Sie nebst ilarem Obristen vor dcn Feinde bifs nach Calldau wcichell miifsen, dariibea' der fi'cind 
Tuckum, ein altes unbcfestigtes, aueh von dem Fiirsteo mit keinem eintzigcn Soldaten besetztes 
Haurs, eingcnommen, gepliindert, IInd ais er cinen zimmliclaen Ranh, mehrelltbeils aber der umb- 
wolmenden vom Adcl, und Insonderbeit Thiell Schenkings, allen Vorratla daraus geraubet, 
ist Er wie der abgezogen, und hat sich zu dem aodero IIanffen ins iibcrdiinischc bcgeben, woranf 
den bald die ScJalaclat vor KircJaholm erfolget, in welcher Schlaclat nicht aUein lIertzog F r i e d ri c h 
mit scincn IIoffdienerll, sondern die gantzc Semgallsebe Landsehllfft, auch vicl Curliinder, ais 
dic Victinghofe, Engclbrecht, Georg und Bernhard (unter welcłaeu ElIgelbreeht 
dcn Fcldhcrren, auf demc damahien die gantze Victoria gcst8nden, ritterlich cntsetzet und ilun (la8 
Leben gcrettet), Manrichter F ra n c k und aUer N o l d c n Rofsdicnst gegcuwiirtig, da lIertzog 
W ił h c I m damahis in Engelland gewesen, M a g n u 8 N o I II c aber rad umb die Zeit uber aeinem 
vor Kirchholm gehabtcn Itorsdicnst, mit etlichen PCerden der Kouigl. l\Jaj. in Kokuscla aufge- 
wartet, dahcro die Fiirsten mit Iłlren Dicnsten umb die Konigl. Maj. mld gemeinen Nutzeu, sieh 
lIichts dem Adel vorzuziehen haben, welche beydes rationc der Dieuste, ais wol Buch der auf 
Wilii' au IInd Tuckum crlittenen Schaden ihnen proportionabiIiter in aUem glcich, Jlertzog W i 1- 
h C Im e n aber hierimaen vorzllziehen seyn, dara derselbe nicmahIen iibcr die Duna gezogelJ, wie 
offt cs auch der Feldherr [al. die Feldherren] bcy Ihm biulich gesuchet, die Lanclscbałl't auch 
Uarea theils wilIig darzu gewesen. Anno 606. d. 14, Febr. haben Ihr fi'ursU. Guadcn Ilertzog 
Friedrich aus Begicrdc zum Friedcn eillen Landtag lIacll der 1\lietau aufsgeschriebcn und da- 
selbst vor Ilich, und seinen abwesenden Ilu. Bruder (dcfscn Riibte gegenwiirtig gc," esell) durch 
Vermittelung dcr dazu lIiedergesetztcn und erbehtenen Unterhiinlller, !lich wegen dca' iibergebeneo 
Baufsker Grnamin" gedoppelter Rcgierung und Thciluug des }'iirstentJaums, mit der Landschafft 
zu Grunde vergliehcn; Ob IIUII wol diesel be Transactioll auf der Landschafł-t SeitclI hoch8c1liid- 
lich gewe8en, auch niclat -łon der gantzen L8ndscbafft, dcrer kaum das 10de thcilliich eingestcllet 
bat, 80ndern ohllgefehr '-on ehligen 20 beliebct worden; So habcn doch die N o I d e n 
und Sc h wer in ihrea theils beliebtcn Friedens und ruhe h81ber es dabcy \\ollell IJc\\emlen 
larsen; Ais aber Hertzog Wilhelm ao. ]607. im lIerbst wicder ins Land kommclI, mld dcl' 
Rilterschaft-lIauptmann N ol de 8ich nicht anders eingebildct, dClln dafs es bey der Transaction 
UJad Amnistia beruhcn solte, und der owegcn dcm Forsten zu seiner gliicklicbell AnkI111ffI, mit Zu- 
zichmag etlicber Andern vom AdeJ, gratulircn woJlen, und sich bey Ihm angeben larsen, id 
dcs Fursten 10 lallg fovirter lIara, der transaction ungeachtct, herCurgebrochell, und dell 8ccl. 
Hauptu1JulIł von des Forsten Uath D. erg angezeiget J 
r solte vor seinc Augen lIiebt kOJmnen 


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as 


oder wolte Ihm treten, daC. Ihm der Drcck (mit Gonst zu melden) soltc zum Halfsc auCsgeben, 
ond hat also dcr vornehmc und Iłaupt der gautzen Landschafft (wclchcr doch von der Land- 
8chafft Seiten die offt gcregtc Transaction fornan onterschriebcn uud versiegelt, uud daher von 
80lchcr nicht konnen excludiret scyn, inmaCseu ee dan dcr Hr. UnterhiindJcr an Ihm uud seinen 
Brudcr M a g n u s N o I d c n ergangenen Mi8siven aurswcisen) mit SchiD1l)f \Ind Spott vor sein 
guttcs Hertze wieder abzichcn miiCsen; welehes dcr lir. Sch w ł:rin (dcr auch lIunmehr fried- 
begierig war) ais erl cnahren, und sich iu lIeiner 1I0ffllung bctrogen bcfuuden, sich sehr zu 
Gemiith gezogcn, a\lch iibcr ein Jahr nicht Jange darnach gclebet, sondern ao. 008, den 29. 
Fcbr. mit 1'ode abgangen; W orao£ lIertzog W ił h e I m dcCselben Schuld von cincm PreuCsisehen 
von Adcl, Kalnein gcnant, an sich gehandelt, in Mcinung, durch das Mittcl und praetext all 
leine Gutter zu kommen , dcrowegcn Er aueh (ungcachtet, daCs, illh81t der Obligation, die LoCs- 
k.iindigung 1/'1. Jahr zuvor ge8chehen sollen) der Wittwcn nur fi Wochen ante termiIIUlu die Lot's- 
kiiudigung gethan, vcrmeineudlich, dars sic so balde zu der SUD1lUam lIicht solte Rabt 8chaffen, 
uud Er dadurch die GiiUcr 8ich 8clb8t excquiren 1.01Illen. Alles blofs lIur dahha gerichtet, wie 
Er untcrm Schein dcs Recłateu, auch lIach dcs Seel. 
launes Tode der iibergebenen Gr8\'aD1i- 
num halber sich an Ihm, 8cine Wittwe und Erbeu riicheu mochte: Welchem Seel, Hr. Scbwe- 
rin dcr Seel, lIauptmann Nolde, wic vorhero bcym Lcbcn im Ampte, also auch hernaeh, olm- 
gefchr ein paar Jabr, mit dem Tode gefolget, ais Er seiuer Geschii.fftc halber nach Dantzig 
verrei8et gewesen, iu der Wiederlmntft zu Konigsberg, uacladem Er eine kleiue gcriuge Zeit 
krank gelcgen, am hietzigen Ficber ha Christo seelig eutschlafcn; W clehem hernacb die gantze 
Universitiit Konigsbcrg, dem alten Gebrauch nach, wic Er 'fon dannen abgeholet, ciu Lobepruch 
gescbrlcben und intimircn laflicn, davon wir bcrnachcr IIIchr vcruchmcn werdell, ibo bey dcr 
Historischen Rclation vcrharreudc. Alfs nuu Anno 008, d, 2.&., Octbr. Kockenhursen mad Duua- 
miind eingenommen, \Ind Hcrtzog Friedrich dnsmahl uicht im Lande gewescn, hat Hertzog 
Wilhclm aberm8111 den AdeJ aufgcmahnct, und obgleich der Fcldherr offt bey lIam, iiber dic Diina 
zu zichcn, angehaltcn, dic Landschafft auch dazu ihres theils willig gewesen, hat es dcr Feldherr 
von lhm nicht crbalten kounen, wie er es denn mit gottem Gewirscla nich t leuguen kan, worans 
deuu abermahl erscbeiuct, dar8 Sic vom Fiirsten zur UU8cbuld bcy der Kiinigl. Maj. durch sein 
obcrwehnte8 Sebreiben 80wol, aIs dureh :Bandemir, mld uoch Bul hcutigen tag angegcben worden, 
aIs wen n Sie sich dcr Rofsdiensteu wieder den ScJaweden verwcigcrt, \Ind dars Er (wie sl)ecios und 
IIchcinlich die Aurschl'cibungen auch klingen ) im Wercke anders nichts darmlter ge8uchct, delin 
daCs die Landschafft durch lIolche Auffzuge lIur aursgemattct,lIIld einmahl ł"crdrofsen wiirdc 
aufzuziehcn, damit Er BO viel berser durcb solche Verweigerung lIein voriges Angcben, aJs wcnn 
Er sic nicbt hiitte aufbringcn konnen, 'bey dcr Konigl, Maj. justi6ciren und beweisen moclate. 
Nachdem Ibm abcr der Strich nicht angangen, Ulad Er seines Angebeml nieht genugllahmen 
Beweirs zu habcn lIich besorget, sein Miihtlefn abcr {al.' gegen Plater; ul platterdings] 
beschclacner Bauschkerschcr Erkliihrnng nach, wegen iibergcbcncn Gravaminum erstl. an 
die Hiiupter, darnach 'abcr, wenn die opprimiret, an die iibrigen kiiblen mochte, in n:.ey- 
nnng, weno Er durch cin Decret und Schein des Rechta an dieselben Exempel statui ret, 
iiber die andero 80 vicJ befllcr und lcichter das affectirte absolutum Dominium, sle abcr her-
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gegen in solcbe dienstb8rkeit su bestitigen, dars, wenn Er kiinfftig Ruch gcbohte, wars Ihm nu
 
gelustete, Sie delłlłoch dawieder nicht mucken diirfften. AIs hat Er nich a alleh. den SeeL Rit- 
terschafft - Hauptmann J o h a n n N o I d e n durch eine (nur bloCs deCswcgen, dafs Sie den Seel. 
Ritterschaffts- Hau lłtm80n in lhrer Jntimation geruhmet) wieder die Univcrsitiit Koniglberg ao 
dcn ChurCiirsten abgefertigte Lcgation in die Grube aufs 
reulichste gescbmiihct, 80ndern auch 
aeine und Scel. S c h we r i n s nachgelassenc Wittweo, wieder ibre vcrstorbene Eheg8tten citirct, 
und dadurch das Vinculum 8moris. damit alle ehrliche Weiber, Buch gegen ihrc verstorbene Eh- 
gatten verbundell, zu zerruttcn sich nklat gescheuct, end lich au ch 8einen nacl.gclaf8cncn Bruder 
l\'lagnu8 N oIden (den Er vor allen andern seincm absoluto Dominio noch im Weegc sahe) 
8nfiioglicb vor die Pare8 Curiae citiret, und also dal SpieI algemach mit Ihm 8ngefangcoo Fa8t 
umb die Zeit, Dud kurtz zU't'or, laat Er auch einen wundcrliclacn ProceCs mit dem Grobini8chen 
Adel angefangen, welcher sicla daher ent8ponnen: ao, dcr mioder Zahl 61, ein h81b Jahr aotc 
mutationem Livonic8m laat dcr IIcer-Meister das Ampt Grobin (dariibcr Er 80 wenig, aIs iibcr 
das gantze land cln Erb-lł.echt hattc) cum consen8U Ordioum et ilJsius Nobilitati8, IIertzog 
Albrcchten in ,Prcwlen vor einc 4;ewifse Summa Gcldes versctzet, zu welcher Zcit lich dcr 
darinn wobnende Adel
 jcdoch mit genugsahmen Reservaten ihrer alten Frcyheit, licla demseIben 
Hcrtzoge in PreuCsen auch unterworfen; Nun war untcr andern Freylaciten dic communio SyJv8- 
rum durch gantz Lieffland, und insonderheit der Holzbandel, vornebmlich in selben Ampte Gro- 
bin gar gewohnlich, also dafs dfe Fiirstl. Ofłicirer aus derer von Ade.. Ulld hingegen die vom 
Ade! aus dem Ambt, łIIld ohne Untersclacid, wolier es kam, Holtz gekauffet, und keioer den 
andern defsfaIs bcsprochen, quid facis1 cllm acdes utrinque fuerint liberae, auf da8 notorium 
gezogeo. Ais nun der Fiirst die Friiulein aUB PreuCscn, und mit derselben pro dotc d8s Ambt 
Grobin bckommen, hat es denen vom Adel (welche in dcr Cron Pohlen, wic andere adscripti 
glebac lecin pertinena der Ampter scyo), da Sie deB Eydes, von Preufsen erlafsen, uud immcdiate 
der Claron Poblcn heimgefalleu waren, frey gcstandeo, auch wol gebuhret, gar u"tcr der Cbron 
Pohlcn zu bleiben, IInd sicll kclnem mediatc zu unterwerffen; Sie laaben abcr limb dcr uiihe 
und deuhlcher Zungcn halber, jcdoch mit dcr Condition, dars sie dcr Furst in allem bey ihren 
alten' Frcyheiten, Gebriiuchen und Gewohnheitcn erhalten solte, sich demselben auf ratification 
der Konigl. l\Iaj, zu subjiciren erkliilarct; Ob nun wol dcr Fiirst solches allell, und iiber dars 
auch dic Verbcsscrung ihrer alten, und unter dem Hertzog 8US Preuf8en gehabten Frcyh
itcn. 
durch seinc dell,,'egeo hiuterła811eoe Rii.hte und V ollmiichtige Ihneo stracka zusagen lasseo, 
und unter .ndem Freyheiten, wie vorcrwchnct, der Holtzbaodel der vornehmsteo einc mit war, 
die subject.ion auch Iłur noch In Tractateu Wld Conditionen, wofern dcr Fiirst dafs, wafs Er 
durch selue AnwiiJde zugesaget, iD Schrifften crfiillet, bcstiindc. uud der Adel, ehe IUld zUVQJ' 
dal geschehen, IIUDC die Erbhuldigung noch Diclat geIeistet laiitte, so bat Er docll, ehe Sie 
elebs- versehen, olane einigc vorher geschehene Verwarnuog, oder Verhott (Wiewol auch Uhralte 
Freybciten und Gcbriuchc 8clalechts per mandat8 nicM konnen anfgchoben wcrden) ihnen das 
meistc vor lUliner Zeit, nich ts aus scincr, lIondern mehrentheils anderer, und ihrer eigencD Wild- 
nuCs, ohne Unterscheicl, woher es kam, dem altcn, und birs auf die Zeit Docla nie Jegitime auf- 
gelaobenen Gebrauch nach erkaut)es, und zur Liebau aufgesetztes Boltz, arrestirct, und al80 wieder 


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die, "or das Holtz (wenn er gleich, posito sed non concesso, ehliges Redat daran gehabt) genug- 
.am gescCsene vom Adel den ProceCs "on dcr Execution angefangen, einem auch Ihres Mittels 
(unge8chtct, daCs Sic nieht simplicitcr, sed condltionaliter sich mit Ihm wegen der SubjectioD 
eingeI8fsen), Gerhard von Rhoden genannt, weleher etlichc 1000 Wagensehofs an lieinen 
eigcnen Strand; Grund und :Bodcn aufgcsetzt gehabt, durcIa seinc Grobin!;chc Wald-Knccbte, 
und einen Haufen mit SpieCsen Ulld Helleparten gcrustetel' Baurcn, von obgedachten von Adel. 
Grund mad Boden mit gcwalt abCiihren, und in seinem lIl'ch8t anstofsemlen Dorff aufsetzen, 
auch iiber dafs alles, naeh Art mld Weyse, wie man mit den Bauren zu procedia'en pflegct, 
bekreutzigen lafllclI; Ob nun wohł der Adel 80lchcn wedcr Ihren V orfaJarcn, noch Ihnen vor 
diesen nic zugcfiigten Schimpf sich hochlilt ad animum revocirendc, durch untcrschiedene 
Bupplicatiolles Hochgedachtem Fursten, IiIcincr durcb scine hinterlaCsene Vollmiicbtige ge- 
sebehener zusagc erinncrnde, umb die versprochcnc A8securation Ihrcr Privilegien, Ulad 
relaxation dcs wieder Sic, al. gesefaene vom AdeJ, unbillig verhiingten Arrestes angcbaltcn, 
auch ober das ałlell ataUłiche und ansehnłichc Cautionci vor sich lelbst und durch lIare 
Sebwicger - Vatter, die lin. Konigl. Piltnische Lalld-Riihtc, lin, Christoffcr von Sacken 
und Johann Szoge (wclehc fast Griifłiebc Giitter gehabt) anpraeselltirct, nur dafs Sic ihr 
Holtz zu dcr Zeit, ais es im groCscn Preifs war, al1 den Mann bringen mochtcn; 80 hat doch 
80lchell alIes nichts "erfahren, sondern dal sic volo, sic jubeo" pro rationc "ieder Sie gclten 
miiCsen, unangesehen daCs kurtz zuvor eincm Piltnischcn vom Adel, Fromhold von Sacken, 
der kcinc Erb-GiiUer daimahl untcr Ibm gehabt, es in dergłeichen Casu ,,,ieder dcs SceJ. 
S c la w e r i n s Wittibcn gegoltcn, welcher bloCs auf seinc Caution die Ił.elaxation des Arre8te. 
pcr Decretum erhalten; hernachcr hat der Fiirst, ungeacbtet, dafs Er selbst Klager war, und 
das Holtz vor das seine viaadieirte, in dcr Sachen etliche Commi8sarieo ulld unter dencl1 seine 
Riihte und handgegebcne Diencr, auch zweene Liebau8cbe Biirger, davon ciner zuvor ihres 
Mittels einem li e r m a n D o n h o ff Untcrthan gcwesen, blof8 ZUlU Despect des Adclichen Standes 
w"idea' dcn StJ lum Ulad Gebrauch dieser Lande, verordnet, und sil' per edictalem Citationem, 
geradc, ais wClm Sie homincs vagabundi wiiren, an die Kirclaen schlagen, Ulad alao vor seioe 
eigelae vcrordnetc ParUaeia,che Commiaaaritm geladen, in termino abcr per Filcalem anklagcn, 
uml Sie furti, servi eorrul)ti und derglcichcn bcschuldigen, und doch gleicbwol in dcr Sacben 
lIicbt von denselben seinen oiedergesctzen Commissaricn spreebeo, soodern per iotervallum einl' 
langc Zeit hcrllach, llanen daa 1I0ltz in selnem Hoff-Gcrieht aberkenncn larsen. Nun waren die 
1111. Konigl, Piltnischc Lalld-Riibtc aus solcber Uobilligkcit, Ulad vor diclem in Liefłaod, bevorab 
der IObI. Cron Poblen, wiedcr Adelichc PerBohncn nie erhorten ProeeCs, insollderbeit, daCs auch 
ilarc łIIad dcr Interessenten so Btattlich anpraesentirte Cautiones niehta verfangen wollteo, be- 
wogen, den gantzell Statum Causac der KonigI. Maj. ilU erofnen, wclche. wie sie uutcr andern 
dualis veflłahm, daCII Grobin scbon vor die Lieftiindi8che mutation unter PreuClen, und nUD durcb 
Iłeyraht crst wieder alł den Fursten kommen , in der gantzen Cron Polalen aber, der Adel kein 
pertinens der Ampter iat, h.ben Ihre Konlgl. Maj. eill Reseriptum, daCs Er die vom Adel, weJche 
nacbdem Sie des Eydes von den PreuCsen erlaCaen, nun immcdiate der Cron Poblen anheim ge- 
fallen, ullmoJestiret liefse, an den Adeł aber, daCs_ Sie ohnc Konigl. Conscns sich e'n lIerrell
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untcrwerfen iloltcn, eine starke Inhibition ergeheb larsen, nacb mehrem (nhalt der Documenten 
8ub Lit, 1\1. et N, [7] I Wic nun solche Re8cripta und Inhibitionen fast umb dieZcit herein kommeD, 
ais der Fiirst Ihnen zu Golding das Holtz in 8cincm Hoffgerieht hat wollen abcrkennen laCscn, 
haben Sie wieder solchen unordent1ichen PrOCer8 abermahlcn ihre Eueptiones eingcwaod, und 
zugleich diese crwehnte Konigl. Rcscripta und Inhibition, 80 an den Fiirstell und Sie ergangcn, ge- 
buhrlich insilluirclI larscn; defscn IIngeaeJatet der Furst fortgefahren, um} durch seine eigene Riihte 
ihnen da8 IIoltz, wic vorerwelmct, aberkelluet. Ais der Adel abermahl an die KonigI. Maj. 
appellirct, ist Ihllen dieselbe Apl)ellation niebt allciu abgeschnitten, sondcrn es Ilat auch der Fiirst 
iiber uod wieder Konigl. Rescripta und Inhibitioo durch scharffe driiullngen, (hnen gar dic OiiUer 
zu nehmen, Sic złlr Eydcsleistung gczwungen, 8ub Lit, Y. Ob mm zwar der Adcl dcn Fursten 
dorch 80lchc per vlm ct minas abgczwungellc Eydeslcistung mitigirct zu seyn verhoffet, al80 dar. 
Sie nun lIar IIoltz ohnc fcrncren Proccfs (wic Ihnen denn, wo sie gnttwillig schwuren, von den 
RiiMen, ais P ar k e m i o und seines gleicheD, mit IlOhen theuren Eydschwiiren dazu Hoffnung 
gemaehct) zu erlangen giintzlich Termcinet, anch unterschicdlichc Vorschrifften von Ibre Chur- 
furstl. Gnaden von Brandenburg und dero Gcmalal erhaIten, 80 haben Sie doch in langer Zelt, 
biCs end lich das Holtz von 15 Rthl. das hundert (denn so hoch galt e8 tempore Arre8ti) biCs 
auf 6, oder aufs hochstc 7de halb schlcchtc thalcr abschlug, nicht loCswiirckcn konncn, und iiber- 
daC. hat ein jcdcr dem Fursten pro redimenda vexa, "eilen Sie niclat das Vermogeo hatten, mit 
Ihm den Proccs auCszufuhren, Zweyhundert thaler gebcn muCsen, al80 daCs die neue Unterthanen 
zum ersten Antl"itt Ulad Dallck vor ihre bcwilligtc 8ubjection von III rem neuen Herren ein jcdcr, 
doch unterschiedlich, nacladem er 110hz gehabt, mehr denn FI? tausend, aucla wol 2000 Rthl. 
I!!1chaden crlitłen. Nimirum , dar. war dic PCdfle, da man andere Vogel, den Piltnischen Ade', 
mit lockcn wolte, wclchc mit solcher Kcul vor den Kopff ,;e8chlageo, hernach Gott gedancket, 
dar. Sie immcdiate Uli ter Ihrem Konig und I1erren blicbcn, "011 welchem ,Sic einen beCliern Re- 
compens, ais der Grobillscbe Adel ,'om Furstcn, nchmIieh die stauliclae Confirmation Illrer 
Pl'iviIegicu und ein eigcncs 
ewiC8u8 bescJariebenes Land-Recbt erlanget, wclche. nun Magn UB 
N o I d e n in dic Schuhe gegoCsen, Iłnd von 51e Stiick seiller vermeinten Rebellion angezogen 
wird, gerade, ais wen n Er Ihllcn solch
 niirrisclae mld minus politica consiIia, daCs sie unter we 
Vogel mit Prugcln werfen sohen, suppeditiret hiittc; Allein, wClln der hund heneken '01, se 
hat er Speek gefrefsen, drnm miistc der wieder Ihn angeltellte Procefs fUr sich gehen. Al. 
Dun sein Terminu. eingcfallen (umb welchc Zeit echa hochgcdachte Fiirstl. Gemabl mit tode 
abgangen) und eben daCl!mahl Magn liS N ol den in KOlIigl. Geł'chiifften im PiUnischen Kreyec nebił 
.ndern vou Konigl, Maj. verordllet gewesen, hat der Fiirst durch einen paed/lgogum in publica 
liessione Commissoriali einc gantz Ehrenruhrige Schrilft ablesen, mad in selbigcr Ihm nicbt vor einen 
Heller Ebre gelafsł'lI, mad iiber dars alles, au ch seiuee cigencn Gemahis todtlicben Abgang qn- 
geachtet, des vermeilltc LchclI-Gerichte, wieder Erforderamg solcher Lchn8-procef., mebren- 

hei.ls von seinen Riihteu, mld haodgegebeneo. dłenern, uod wenig gelrer8enen vom Adel, nieder- 
gesetzct,. Ob laun wol N ołde die von Konigl. Maj, ihąa anbefohlenc Geschiiffte eingewaud, auch 
wiedeł dic.Richter, inlondcrheit (1iejenigeo', 110 wiedeJ:, der Konigl. Maj. Verboth, dco Stiegel 
{wclcher vom Grafell von NafBau, MaDsfeldcr, und andern tcutschea lIerreo ao Hert.o Carl, 
Mon, LiY, illit, II. 87 


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dei Konigtl Feind, abgefertiget gewesen), durchs land pBslliren laCaen, excipiret, sich Buch Bof 
die erste Subjectiona-pacta und Landes-Privilegia (Kra.ft wclchcr die ErkiintuuCI! zwischeu 
Obrigkeit uod Unterthancn der Konigl. Maj, aUeine zustiindig) griilldende, an hOchstgedachte 
Konigl. Maj. ordioarie et extraordinarie provociret, und dancbcn solche seinc Noth uud Verfol- 
gung (in die Er gemeiuer Sache und dca Vaterlandel halbcr gerahtcn) acinen l\litbriidern, der 
damahien zu Golding aowelleoden Landschafft, geklaget, und in dieser justissima causa communi 
.hre rcchtnaiiCslge AIsjstenz und Bcystand gesuchet, welchc auch darauf bey dem Fiirsten umb 
eincn Landtag suppliciret und angehalten, so hat doch lolchclI allc8 80 wenig bey dem Fursten 
verfahrcn mogen, daCs auch N o J d e solcher sejner Sehutzwchr halber (ungeachtet, daCs Gott 
und die Natur elncm jedcn, selne Giittcr und Ehr, aufs bcste Er kan, !lU sehutzt'n und !lU rettcn 
frey gjebet), da. sechste Stiick der Rcbellion und Crimen lesac Majestati8 begangen; Ulad ist 
alllo der Funt in seinem wieder unllere Privilcgia IItrcitende.. ProceCs fortgefahren, und dadurch 
8 ol de n nlcbt alleln Giitter aberkannt, sondcro auch lIeincr 
on solchem Urtheil an die Koulgl. 
Maj. ordlnarle ct extraol'dillal'ie eingewandten uuterschiedlichen Appellation 8ub Lit. Z, unge- 
aclatet, ohne vorher ergaogene Citation, (welche aoeh in Executiouibus von notllclI) mit Gewalt 
eingeQommen, bergegen aber Nolden lejnen Arendatoren, uogeachtct seiUC8 dallmnhI dariml 
habenden Reehtee, und an die Konigl. Maj. glejclamiiCsig geschchener Apellation, mit Weib und 
Kinder, Hd alle dem seinen verstoCsen, lub Lit. A. A. WorBII Er doch uielat crsiittiget, londerlł 
auch gere@ten N olden an Kirclaen und CIausen, auf Leib und Iebell citiren und offent1ich an- 
lohlagea laClen, endlich auch 8eineo gantzen ProceCs, oder vjelmclar 'l'ragoediam, durch H e i n- 
rich Rummel der Konigl. Maj. Dach Szmolensko geschicket, in meillung, durch sejne VorkJage 
die KonlgI
 Maj. elnllunehmen, und dadureh lolchea alJes von dersclbigeu ap pro biret und bestiit- 
tlget r:o bringel), Insonderheit, weil Er sich aelbłlt darinn BuCsdriicl.lich erbohtcn, solclaen seinen 
ProcoClI aof den ersteD Rclclastag auCsfii.larlich zu justificircn, Ais aber dic Konigl. Maj., Wie 
cin Loblicber Regent, vorher dem Bndern thejl daa andcr Olar Buch goamen wollcu, ond N o I d e 
.hr dar.uf durch des Fiil'aten lIelbst ei
ene Ursach und Anleitung von allen Sachcn, Imd allo 
auch von dem Stłegel (darnit Er dal 7te Stuek aeiner Rebellioo Ulad CrimeJl IesBe Majesta- 
tli began
co) grUudlich Gegenbericht gethan, und fcroel' umb dic Restitution seiner, dureh un- 
ordentlichen Procee&, mit Gewait und Unrccbt entnomlDenen Gutter BngebaUcn, haben dic KonjgI. 
Maj. lhre gewlCse Commis..rios dazu deputiret und vcrordnct; wie abcr dcr Fiirst sich aIs o 
ptiYflegiret ilU se10' .orgeben, daCs Er vor hine Commissaricn, sondern blors der Konigl, Maj. 
Hlbet, von 8einen Saehcn Rcde uud Antwort au gcben schuldig wire, habcn die Commissarien 
swar, inhalt ihrer Commlll.ion, dia Restitution der Giittcr N o Ideo zuerkannt, die Haul'tsaehe 
aber an ihr lelbłlt an die Konigl. Maj. remittirct, Krafft weleher, wie auch vermogc dcs Forsten 
lIeincm lolbst .Ien, dureh Rummej get!lchehcnen crbietcn mld Ver.nlafsung, dic Sacha auf den 
nechstfolgenden Rcichstag .0. 1611. 
orgekommen, aldo zWlr dcr Furst contra Forum, seiner 
.elbst eigcnen yorlgen VeranlaCaung zuwieder, anerley exceptioncl cingewand; Ais aber dic Konigl. 
Maj. solche wiede" Ihre "oheit, .nd lIupremi Dominli jura strejtendc Exceptiones Vor nichtig. 
and derowegen in der Sachen ilU .erfahren erbnnt, .ilt der FUrlt defaen uDgeachtet eontuma- 
eltcr 8ufsblleben, N o I d e abel' hał facti sui, radonem der Konjgl. Maj, exponiren, und Iclne, und 
rE ,11 .IWI ,'Ił.I ,AUIl..
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lIeiner l\'Iitbriider Unsclmld-Rettung, die puncten der BauCsler GraV8minum und alle Sacheo, 
darumb Er vom Fiirsten beschuldiget, und seiner Gutter beraubet, auch iiberdaCs an Lcib und 
Lebcn gefiihret "urde, justificiren und rechtrertigen miifsen (dadurch er des Forsten Oplnion 
nach das Achte Crimen lesae Majcstatis begangeo, Heet defellsio juril .it naturalis, und dem 
Schaafe freY8tehct, 8ich und sein Fell auCs des W olffCłl Rachen zu retten), lO 1st aus lIolcher dea 
M a g n i N o J d e n vom Fiirsteu Ihm abgedrungenc Dcren810n und Rechtrcrtigung, die in den Baufs- 
kerschen Grauminibus angestrittenc bc,der Hn. Regierung an den Tag kommen, und daraof 
von dcr Konigl. Maj" daCs das Furstellthumb nicbt allein quoad Feudum, lIondcrn auch quoad 
feudo cohacrentem jurisdictionem gcthcilet ware, per Deerctum erhamt, N ol d en seine Gotter 
wieder zugesprochcn; vom Refcrclldario Regoi aber, Im Nahmen der KonigI. l\'Iaj. and Ihrea 
Iustigatoritl, (wicher theiltmg halbcr eille Protestation wicder dcu Forsten eingeleget, und endlich 
nomine IlIstigatoris eillc Citatiou ad Prilleipcm ertheilet wordco, mad ist aJ80 nicbt aus unser DelatloR 
und Angebung, SOlldcrn vielmchr zu unserer DerclIsion uud RettulIg, und zum :BeweiCs, daCs wir 
daru mb zur Unschuld vom Fiirsten vor Rebellen Ulad Mein-Eydigc, beydes gegen die Konigl. 
Maj., ais Ilonsten hin und wicder in andcrn Rt'ichcn traducirct, aueh an haab, leib uud Guth 
geralaret worden, dieweil wir die Wahrheit ge8etzt, wafs aber darin rcchtcns ley, oder wafs der Forli 
deCsentwł.'gen verbroehen habe, ist lIicht unscrl thuns, darin zu crkennen, smldern Jarsen die KOlli
l. 
Maj., der Wir ais der hohen Obrigkeit laierinncu Diclałs vorzuschreiben haben, damit walteo, unl 
an dem vergniigcllde, dars Wir das Factum Ulad dancben, so weit unser Interesie darao hinget, 
dars Wir nicIat an stan EiIlCII, zugleich zwcy lIerren iiber uns absolutc domiuiren zu laCsea, 
Behuldig seyn, bcweisen. Da nun dcm Fiir6ltell ciniges Unheil daraufs crwachseu łhiite, so hat 
Er doch solehes lIicht der Land8chafft (wcil er es bey der einmahl aurgcrichteten Mitaullchen 
Transaction uiebt bewcndcn laCsen, somlcrn die darin durch seincn cigcnen Hn. :Bruder und 
Ralate sopirte lite8 vou ncuen wieder herfiirge8uchct, und den leuten ihre Giitter, Ehr und 
lcben darumb Dchmen wollcn) zu imputircn und zuzuscbrciben. AlI! nun aber ferncr die Land. 
IIchafft, illsondcrhcit die subscribcnten der Baufsker Gravaminum, aUI 80lchem dei Fiinten, wieder 
N o I d e n angestellteu ProceCs gesehen, daCs der Fiirst all der vielerwehnten Mietauschen TransactloR 
nicIat gehalteu seyn wolIen, haben Sie sich glcichmiif8ig au derselben vcrbunden zu seyn olch' 
Ichuldig erkannt, uud derowegcu aufs neue lolchcr Ulad dergleichen, aueh anderer mehr aUle- 
wachscncn Beschwer halber, .111 daf8 man wicder die Pri\'ilegia neue Zolle gesetzet, rahrgelde 
gesteucrt, dcn Leuten de facto, ohnc vorhcr t'rgangenc ErkantuiiCs, das Ihre genommeo, mit 
Arrestcn belegct, die Gerichtc niedcrgehaucn, viel in cin Pfand verachrieben, keinem aber ge- 
zablet, in Gerichten lcine gewif8e OrdnUllg gcmachet, sondern die parten durch Jangwierige 
ProceCsen ausgemaUet, und '\'8C8 derglciclaen mehr, und hier alle zu erzchlen vleJ au lang se,)'n 
woltc, umb cinen Landtag durch unterschricbenc Supplicatiouea gar debmiittig uud instandig 
angehalten, ill mcinung, durch die dome8tica remcdia aUe solcl1e iutestiuoa Help. morboI a 
prineipibus, tanquam Curatoribu8, remediret .u erlangen; Ais Sie aber solchao Landtag nicbt 
erbalten mogen, Bondern die Fiiraten sich allezeit, Doch auf den letzteo, von lhreo .hejJs lei bat 
gcbrochenen ReceC8 griindendc, alle Ursachen deCselben Landtagcs Ihncn aufzusebeo begehret; 
dla Landilchafft aber hingegen ao lolcben HeceCs, wie oberwebnet, lich oiclat wollen verstrlcken 


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larsell, alle und jcdc causas deI! Lalldtages zu exprimiren, sondem ill Generałitllte ilare Grava- 
wina angezogen, und docll damit nichts besehaffet, hat sich end lich cillc solche Gelcgenhcit alI 
we lIaml gegebcn, daCs die Konigl. Maj. lIuc Gesannten, dic Wohlgcborcn, Edle, Gestrenge, 
IIochgelahrte Ulad Ehrcn- Veste Hrn. łI en ma n n Ma y d e In, Konibl. Calł1l1Jerherrcn, Ulad J II co b 
Godeman, dcrselben Maj, Secretarium, an allc Stiinde des FiirstenUaumbs Churl. Anno 1613 
abgefertiget, umb cin subsidium anzuhalten; Alfs mili darauf I1Cł'tzog F ri e d r i c la in Abwesen 
.eine. IIerreu Brudem, (welehcr sich damais in Deutschland aufgclaalten) die Chnrl. Landschafft 
allein, daru mb , daCs im Konigl. ScJareiben nicht Semgałlen mit aufsdł'iicldicllen W orten gesetzt 
war, ongeachtet, daCs Sie sclbstcn das Furstenthumb "or ein unzcrtheiHes Corper achten, nacll 
Goldingeo auf d". . . Aug. defselbeu Jahrcs verscłuieben, und aber der dalDahli
e Anwesendc 
Konigl. Gcsandter der halben Landl!chafft aUein scin Gcwca'be zu eł'ofncn Ucdcncken getragcn, 
bat hoch
edachtcr Fiirlit die gantze Laodschafft Churl. Ulad Scmgallcn hernach anderweit nach 
Doblchnen, und daneben noch cinen besondern Landtag auC den fol
cndcn 29, Novcmbr. dcfscl- 
ben Jahrcs nach Tuckum ausgeschrieben. Wic nun die Landschafft daselbllt zu Doblehn in ziem- 
licher Anzahl Cburl. Ulld Semgaller erschienco, und bey sieh erwogeu, dars bCJdes Zeit UJad 
Ohrt dcs auf d. 29, No\"Cmbr. zu Tuckum aufsgesclariebeuen Lalldtages, wegen bosen Weges, 
uud dar iii mao daselbt nicht "ol Ullterkommcn konuen, IUlgclegen warc, und dcrowcgen bey denen, 
daselbst anwelleudeu Riibten, ehe und be\"or dic Gcsandtcn augekommen, und Ihr Gewerbc Bb- 
geleget, lich wegeu soleheo ungelegenen LandtagclI beschweret, und derowegen entwcder, weilen 
Sie aUda bcysammen wiiren, daCs nach Abfertigung der Konigl. Gesandten man alsobald bey den 
einen Unkosten zu den Laudhiindeln seJareiteu, odcr da dafs nicht seyn koute, cinen andern 
Landtag an bequcmen Orthc' und Zcit auCsschrciben solte, angehaltell; haben die Riihte selbst, 
ond zwar beydelil wegen der Zeit und des Ohrts Ungclegcnhcit, unserer l\leynung Ueyfall gcgeben, 
aber keinCla .ndern gewiCsen Tcrminum pracfigiren kouucn, sOladern Ihren FlciCs bey Ilu Fiirstl. 
Gnad. anzuwenden, zuge.aget, dafs uns cha Landtag an bequemcu OrUa UlU) Zeit, Ulld zwar wie 
Wir begehret, vor dem Uciehstag soltc angcsetzet werden, wclehes Sie auch hcrnach, in!:louder- 
heit der Cantzler M a n t c u f c I, alf, Wir in seincm Abzugc ihn dersen abcrmahl crinllea't, wie- 
derholet und zugesaget, ulld dabey vor lIothig el'achtet, unsers l\litteJs ein paar an Ihr. Furst). 
Gnad. nebst Sie abzufertigen, die ebenmiifsig dBrmnb anIaalten, Ulad Ullli riclatige );rJ"liirung 
bringcn lolten. Dcme zu folge, ob wir zwar zwcelle Ullscrs Mittcls uebst clie Iliilate abgefel'ti- 
get; dicweileo "ir uns abc," bC8orget, dars wir keincn Landtag vorm Reiclll
tllg erhalten moehlclI, 
und gleichwol aus allen daselbst vorgelaufcncu Sachcn ulld Umb8tiinden, insondcrhcit aU8 dcnen del' 
Landschafft zum V orllclacin gebrachten Documcntcn, und beyde. aucb aus F'rstJ, ISO wol uls B liS F i rek. 
Sclareibcn, 80,vlel erspiiret, dafs weilen cine Landschafft aufs heffligste angegeben \\orden, siela 
de(sell nicM allein .chrifftJich, sondern auch gegenwiirtig Buffm ReicJlstage zu cntlt:digclI, I1lre ,mJr 
uud Nothdu.rfft erforderte, haben Sie nicht alleiu dBselbst auf die Frstl Deschuldigung Ihrell 
.ćhritftlichen Gegcnbericht getJaan, besondern alich eine Legation auf den erst ausgcsehrlcbcnen 
RcichlStag abzufertigen, beschlof.en, Buch die Gesandtcn erwchlet, ulld auf den FalI, da unsere 
abgefertigte von Ihr Ji'rstI, Guad, lIertzog F rh'd rich keine cathcgorisclac Resolution wegen 
dei Lalldtages, also, daC. wir den vorm Reich.tag 'haben
 'briichten und Ich etwaCs gcwiIies
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45 '- 


von demselhen, daCs Er auCsgeschrieben wire, erfiihre, mir VolImacht gaben, tlie Instroction 
derselben GesRndtcn zu verfertigen, ond weilen d.mablcn zu Doblehnen wegen Idirtze der Zeit 
uicM alles ius Werek gcriclltct werden konnen, die Landschufft uach sclben zu verscłlreibcn, 
uach mcbrem IllIIhalt des Uoblelmschen Schlufses sub Lit. BB, Alfs ich uun e..rahren, ders der 
Ił.eieh
tag Bursgc!1chriebcu wor, -ł'on hochgedachtcn Ihr Frstl. Guad, Hertzog Friedrich aber 
leiuc z",'erliir
igc ErJdiirung vom Landtage erfolget; ha be ich, oberwghntcn J?oblehnschen SchluC. 
gemiifs, clie Laudl!chafft, der darin allgezogeuen Ursachen Ilalber, nada selben versc1lfieben, 
duselbst, wie wellig I!ich "011 der Lalldschafft cingestellet, heben dic anwcsende dcunoch die 
Instrudioll verfertigct, und sclbige Ilernach, so viel die kiirtze dcr Zeit dcs andriugeudcn 
ReiehI!Jtages Jeidcn wolIen, iu die Kireh-Spiele von etzlichcn mehrern -ł-ersiegcln larsen, wclche 
bernach, darumb, daCs dic Gesuudten in der Persolm fortzuziehen, sobald nicM fertig werden 
lonncu, uud der Reichstag (der daCsmablell nur S W ochen gewiihrct) in dem Mittel ais Sie 
hinkOJDmcn, verftiefsen mochte, ucbst eincr V oIlmacht, inha1tu des DoblehnscJaen Schlufses snb 
Lit. CC. lIrn. M a g n li 8 N o I d c n zugcschickct wordcn, auf den fali, wo dcr Furst od er die Seiuigen 
etweCs wicder uns machinircn wurden, unscrn Juribu8 und Privilegiis zu invigilircn. Demzufolge, 
alfs der Fur!1t in der Persohu daselbst aukommen, und dic Landsehafft bey viclcn, ,'ornchmen 
IIrn. zu traduciren Ulad sehmiihen angefangen, ist unser VoUmiichtiger, den Kern und Auf!1zng 
unscrcr Gravaminum der KonigI. Maj, zu ubergeben, gczwungen und lInserc Unsehuld, und da- 
gegen dCB Fiirsten unbillicheB mld unertrigIiches Regiment so ,'ielmehr darBufs :lU beweizsen. 
Umb welchcr GrB\"8minum halber nicht allcha , sondern auch viclmchr der Landsehafft von 
Doblen ab ala die KonigI. Maj, crgangenen Gegen-Beriehts, hat der Fiirst in seinem Abzugc wieder 
gcregte Instruction und Doblchusehen Gegeu-Derichts Subscribenten ein gantz Ebren verletzliche 
ProtestBtiOla zu Warschau eingelegct, dieselben darima des Mein-Eydes. Aufruhrs, lIud auclerer 
schweren Laster bescJmldiget, ulld sich ala liiI' Ebr, Leib, Uaab uucl Gutt zu rachen bewalaret 
sub Lit. DD., oueh darauf eiuc Criminal- CitatiOJa nicht allcin wieder die 24., so die IIII
truction 
unterschricben, sondem Iłuch die, welehc den DoblehuscJaen Gegenbericht an die Konigl. Maj. 
ergehen larsen (dcrer :Nahmen Er nicht in specic wiCsen lonIlelI ) auf den lIechsten Reichstag 
auf Leib und Lebcn, I1aab und Gutter ausgebracht, nicht z\\ar zu dem Ende, daCs Ihm erusł 
gcwescn wire, mit ciel' Aetion fortzufahren, iumufsen man solchcs aU8 uachfolgenclen kliirlich 
vernehmen \\ ird, sondem uur, dars Er vermeiuet, clenjenigen, dic sich noch der Landschafft 
etwars anuchmen, insonclerheit aber dem einfiiltigen lUann aUhie cine soldae Furcht clBmit ein- 
zujagcn, dafs, wenn Er auch thiitc, wafs er woltc, lei ner mehr solches 8U elic KonigI. Maj. 
gelangen zu larsen, sich untcrsteJaen durffte, ulld Er dureh das Mittel erst recht das: sic "010, 
sic jubeo, einwurtzeln mld bekrii(ftigen kontc, Dahcro, ob\\"olll dic Konigl. Maj. nicht aUcin 
durch ilaren Abgesandten, Secretarium D, Godeman, (weleher nebst mich sich anfiinglich 
der Ur8ach wegcn sclbst zu lIertzog Friedrich begeben, mld hemach untcrschiedene Schreiben 
BU Ihn, nebst meillcr SUIJIJIication ergeJaen laCseu,) 80ndern eudlich dureh lIar besollders defs- 
wegen au 1I0chgedachten IIcrtzog Friedrich ergangenen Schreiben, der Landsehafft eillen 
Landtag anzu8etzen erfordert, Hertzog F r i e d ri c h auch scines theils nicht ungeueigt durzu 
gewcsclI, 80 hat lIertzog W ił h e J m dClllłoch darin lIicht wiIligcn . 'olIen, Bondern allezeit 8einen
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Herrn Bruder dayon abgellalten und an .taU defsen , dafs Ihm gebiihret hiitte, auf der Konigl. 
Maj. Ihrer Abgesannten, Mein', und der Landschafft vlelfiiItigcs Begehrcn, anhalten, IIchreibcn 
und supplicircn sub Lit. EE. einen yollkommenen Landtag allzusetzcn, unJ sich alao mit seiner 
Landschafft der streltigcn Puncten halber im Lande zu vcrgleichcu; hat Er dic meisten, und 
doch nicht alIe der 24 In eincr Citation citircn, ncbst andcre, die Er guU auf seinc Seitc vcr- 
hoffet, und doch mit der Citation nichta zu thun haUen, durch seincn Herren Brudcr nach 
dcr Mietau Im vertlchicnen Herbst des vcrftofl!encn 1616*) Jahres verschreibcn, łIIad IIlIIcn die 
In verftofaencn Reichatage von uuserm Vollmiichtigen M ag no N ol den iibergebene Gravamhaa, 
grofse Injurien daraus erzwingendc, vorhaIten lafsen, verhoffcnde, von deucnselben in Ab- 
wescn der andern (dic Sic denn hcrnach darauf erst recht wiirdeu gefaCst habcn) eine 
80lche Erkliirung zu erwischen, darinn sie solche Gravamina entweder leugneten, od er ja 
zum wcnigaten umb Verzcihung behtcn, we]ehes Sie ad tcmpus zwar wol crlangct aber her- 
nach, wenn man aich an die andern erst tapfer gcrochen, daCselbc cbenmiiCaig mit aufsge- 
standen baUen, Inmafsen Sic denn au ch unter die anweaende durch somlerlichc gcgebene 
Nahmen Discordias zu seminiren, und sle dadurch von einandcr zu tremłen aich bemiihet. denu 
obwohl der damahligen beyden Herren Semgal. und Seelburgischc Manriehter (welche nieht von 
den citirtcn, und nur die and{'rn zu persuadiren dahin verschrieben word en), Erldiirung IłUCS- 
drucklich diese gewescn, daCs Sie nieht gcmeinet, Ihr Furstl. Glladcn EU injnriren (welchei 
auch nns nicbt getriiumet), sondern iiber Ihre Adliche Freyhciten zu halten , dafs doch andercr 
Gestalt nicht geschehcn kann, es sey denn, daCs die wieder dieaelbige eingeriCsene, Ulld VOIl 
Uns mit Ihren eigendtlichen Worten, alCs wie sie an Ihnen selblt geschchen, ergangen, und una 
von dem Fiirsten im Wercke und in der that zllgefiiget word en , der Konigl. Maj, vorgciragene 
Gravamina abgeschaffet wiirdeJ1. So habell doch dic frembde aufsliindische Rahte (welche nacket 
und bloCs in unscre Nester kommen, und nachdcm sic sich darinn wol befcdert, wic die Un- 
danekbahren Kukucken una daraus versiofsen, und alle. dicses Spici s und Ungliicks Uraacher 
seyn) hieralls mehr sondere factiones machen wolIen, alCs daCs Ihnen dieselbc, derer Urn. 
Mamarichtern Erkliihrung Im Hertzen 1'I0lte recht wol gefałlell babell. DalIII, wie viel Sie auch 
gegen dcn clnfiiltigen vorgeben, dafs Sie Gott daCiir behiiten solte, lhren Gniidigstell Fursten 
l1Iad lIerren darzu zu rahten, daCs Sie die Landschafft nicht loltcn bey ihrcn PriviIegien lafsen; 
110 wird doch im Wercke deme zuwieder auf ihren bosen Achitophels Iłaht. der Landschafft, 
obgleich nicht alIe auf einmahl (Wclchea auch Johannes BasilidcB .clbst nich t hat thun 
komacn) dennoch einem hicr, dem andern dar cin Gravamen iiber dal andere wieder die Privi- 
legia zugefiiget, Inmafsen solches im letzten thcil dieser unler Apologia kliirlich wird zu ver- 
Itehen seyn; derowegen waCs Sie per directum niclał konncn I/JU wcge bringcn, haben Sic per 
indirectum, disaimulando, dafs Ihncn dcr Maj. Erkliirung, wclchc gantz in ICOpO mad Ellde vom 
Liede, mit unacr iibercinkommet, zuwieder wiire, EU erhBschen, und dW'ch Erdichiung etzIicher 
'f 


.) Obwohl in drei Handschriftcn die8e Jahrzahl steht, mur. e. doch wohl, wie eine Correctur In der 
vierten Hand8chrift hat, 1614 heir.en. Vergl. Schwm"tr. Bibl. S, '0, und anten die \'on dieeem LaDd- 
łage angegebenen Um8tande. h nrl J
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Injnrien, eine trennllng zwlschen die Anwesende anzuricbten, vcrmcinet, nnd zwar erstl. d.rzu 
den Fuchllbalg, hemach aber, wie der nlcM hclffcn wolI en , die Lowen Kłauen .ngethan, und 
mit groCsen Driiiiungen, wie man einclI jeden Balg auf die Gcrbe brin
en woltc, 11mb slch 8 e - 
worffen, hernach auch, wic daCs nicht 
cliolffen, abcrmahl einen jeden dcr Ji.Itesten besonders 
in ihre Kamrner genommen, bald groCse Gefahr, bald wic Sle es so trcnlich und gutt mit Ihnen 
meincten, vorgegcben, lInd alllo nichts IInversucJat gelofsen, dadurch die Landschafft mochte 
getrennet werden, wclches dann dic eintzige PoIitica und dali beste Kunst-Stiick 1st, dadurch 
bir."hero alłe die Recessen und allc Dienstbarkeiten contra Pridlegia eingefiihrct seyn, wie aber 
alich der Streich nicht angegangen, da ist erst die Citation, dariml aHe 24 cltirct, iibcrgeben, 
mld ais Sie auCscrhalb ilaren Hoffen Ton denen Citirten niellt angenommen, von den NotarieD 
ihnen auf die Erde vor die Fiifsc geleget, aber gleichwol von der Landschafft nieht aufgenom- 
men word en , sondcrn unillsillUiret blicben; Es haben sich aber die A.ltcsten solchcr CitatioD 
Ilalbcr bey Ibr ł'iirst!, Gnad, lIertzog F I' i e d r i c h nicM wenig beschweret, wcleher sich darauf 
gegen Sie entschuldiget, dafs Er seinesthciIs keine WiCsenschaft drumb, noch el1liges Gefałłen 
dran hiitte, darallf also daCl!!mahI der Conventus zergangen, und hernaeh, wic die InsinuirUD! 
dcr Citation zur Mietau erzehlter mafsen nicht angangen, ist dleselbe in etzliche Exemplar vidi- 
mirct, und also das Original nur einem, ais dem Goldingschen Manriclater, CarJ FranckeD, 
den andern aber schlecht die vidimus contra Stylum inordinate insinuiret worden. Nachdem 
aber erzehlter marsen wedel' aur der Konigl. Maj, Sehreiben, lJarel! Gesandten Schrifft- Dnd miind- 
liches anhalten, noch unser vielfiiltiges sUlłłłliciren, wir mit Lieb mad Leid keinen Landtag VOD 
unserm Fiirstcn erhaIten komaen, und beydes, der Konigl. Gesandter und wir, 801chcs Hoch8t- 
gedachter Konigl. l\hj. end lich habcn enhlecken mufsen; Seym} Sie pro jure 8upremi atque 
directi Dominii uns einen Landtag selbst anzusctzcn, und fast umb dic Zeit, wie der Vorer- 
we'lIIte Mitausche I)orticular COllvent war, iltr Unh'ersał nebst einem particułar Schreibcn aD 
Hertzog F I' i e d r i c h c n, 80lchen angesetzten Landtages halbcr, hcrein zu schicken, geursachet 
worden, wclchc, ais ich Sic aus dem rechten Lateinschen Originał, dcs Gemeincn Mannee halber, 
Ins teutsche gebracht, mld daCs Sic mit dem rechten Original iibereinstimmten, mit meincr Un- 
tersehrifft bezeugct, mld darauf in ałłe Kirch - Spici (damit soJcher Landtag miinniglich inno- 
tcsciret) an dic Kirchen schlagen larsen, seynd Sic insgemeill alsbald von den Kirchthiiren durch 
die Fii rs tJ. Officirer abgerifsen, das Durbische aber gar zerechnitten, und mein unterschricbener 
Nahme, nicbt so sehr zu meiner ais der Konigl. Maj, V crkleinerung, auf dero BefeM Ulad An- 
ordlaung ich sołchen Land tag auf diese Weyse pubIiciren rniiCscn, an den Pranger geschlagen, 
auch von etzlichen Kirch-Spiels-Junckern gar sehr darauf gekratzet und geschoJten worden, daCs 
man sich materstiinde, ohne nar erbehtenen Urlaub IlOlche Sachen zu Intimiren, geradc ais wann 
der Hen dcn Knecht, der Wirth dcn Gast Url.ub zo bittcn, sclauldig wiire, wann Er ctliche 
Sachen, die doch nieht zu des Landes Verderb, sondern frommen gereichen, wolte publiCIiren 
larsen, da doch der Hertzog in CburJamł oho gebehtenen Uhrlaub der Kirchen- Viitcr, unschul- 
dige Leute, daromb dars Sie dic Laodes-Privilegia vertreten, an Kirclaen und CJausen ansclalagen, 
nnd anf Dluth nnd Gutła crimillaliter citiren laCsen. 'Ala uun auf den Landtag eine liiemliohe 
Auzahl der Laudsehafft sich eingestellct, uud die citirtcn ihre citationes d.selb8t Ibren Mittbri,.
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dern eingcliefert, Magnu. Nolde auch seine Relation von den Gravaminibus, Ulad waCs auf 
dem verfloC.enen Reiclastage zwischen dem Forstcn und Ihn vorgelaufen, gethan, dicsclbigcn 
Gravamina mit genugsahmen augenscheinlichen Doeumcnten probiret, und aus dem Anno 1572 
RcceCa bewiesen, daCII die LandscJaafft liiich nicht weniger .ciner, alC. Er sich Ibrer Bescbwcr, 
jedoch auf cines Jedell einigcn Bewcirs, anzuneluDen Ichuldig wiiren, habcn Sie uiebt allein 
.olehc approbiret, N o I dc n darauf seiner Relation halber quittirct, Ulad end lida durcb ein son- 
dcrlieh am lIertzog Fricdrich, auf die juuglte Mietausche Besprcchung, aus diesem Landtage, 
und gemeiuer Stimme abgegangenes Sclarciben, solcher GraV8minum halber sich erkliiret, sondern 
auch auf die Citation eiuhellig geschloCsen, darli, obwohl dieselbe inordinata und in der Cron 
Pohlen 24. in einer Citatiola zu citirell ungebriiuchlich, kei ner Buch auf vidimus in causa crimi- 
nali sich zugestellcn, sclmldig wiirc, und dabero wol fug und Ursaela hiittcJl, nur schlechtes 
ihre Exception wiedcr solelic inordinat, Citat, einzu\\'cndcn, und diescn Termillum zu eludiren, 
dennoch weilen Sic ihrer Sachen "eine Scheu trugen, und die Sachc viel lieber ani Licht 
gcbracht, ais langc verschleppet sehen, eille Legation abzufertigclI, und mit Bcwahrung has 
kiinfftige 8icla all 80lclae inordinat. Citat. unverbunden zu 8cyn, auf selbigc zu Blltworten, ulld 
dawicder I1lrc uod der Landschafft Unsclauld zu vcrtreten, der Landl!ehafft Bcscbwer dcr KOlligl. 
Maj. ferller zu erofncn, und umb derer Abschaffung, hergcgen aber der Privilegicn Bestiitigung 
anzuhBlten, beschlorsen, nacla mchrem Inhalt der IIns mitgegebeneu Instruclion sub Lit. FF'. 
Die Anwesende Semgaller aber (welehe sich eingebildet, daCii Ihnen die Citation nicIat angienge, 
und doch weit darin gefehlet, indebme, wie offt erwchllet, die AIIUaores de
 Doblehnschen 
Gegen-Derichts aursdruckliela ill der CitatiOlI nich t [al. mit] bcriilaret) haben sich an das Fcuer Ihl"er 
Nacbbarn aicht kehreu, noeh in die Abfertigung bcwiIligen wolIelI, sOlldcrn, !Sich VOII uns ab- 
sondernde, einc Sehrifft uus zugeschicket, łIIad in selbiger nocla giittige lliindel beym Fursten 
zu suchen uns vorgeschlagen, unangcselaen, dars wir Criminalitea' citiret waren, uud mit solchem 
Gesuch und V orschlag allders niehts, alrll darl wir unser gutten 8achcn Seheu trugclI, uud damit 
nicht vors Licht durfften, an den 'fag gegcben hiitteo; die Zcit auch zum auCsgcschriebcuen 
Reichstag so kurtz war, dars, wann wil' hier vicl tractiret hiitten, Wił' darnBch aufm Reichll- 
tage nicht erscłaciot'lł kOlłneo; Immittelst die Fiirsten durch Ibre AbgesBlłten, ob Sie glcieh vor 
BIcia un8 mit Jangweiligen Tractaten und IIofl"uung abgespciset hiiUen, mit der selaOla angesetzten 
Lauge aufm Rcichlltage die Kolbe so weidlich gcwaschen hiittcn, dafs uns dic Haut ware uber 
die Oh ren gegangell, derowegen wir bierin Ihren Ralat, (der uns au ch bochst schadIich gewesen 
wiirc) nicht folgen , vielweuigcr uosem einmał geschlofsenen Abscheid iindern konncn, sondem 
dic besehloCliene Legation in Gottes Nahmelł fortzustellen geursacbet worden, Ulad haben also nun 
wir Gesalłdtcn im Nalamcn dcl' heiligen Dreyfaltigkcit uns auf den Weg gemacht. J, 
Was hernachcr vor ełauff
n , folget in abgeschrieben er [al. folgender ] Rclation. 1 
 
In --- I .1 tU r l, 
" I , iA 19 dualuU R e l a t i o n. luulJ ul I:J1!)1I 1
b ,(30b eb r Jal 
Dcn 20, Februarj, ist gewelen am Montage, zu Warsehau, die 4te Woehe ,"or Ausgang 
de. Reichstages, ihad wir (Gott Lob) gliicklich ankommen, den nechsten SonnBbtnd vor UDI 
dłe Forsten angeJanget. J' dl umili" bou ,ł II J II !t łll. ( błl..! 1
b Id lI.ul
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Und ob wir nun woli in Gedaneken gestanden, weilen Hertzog WiJhelm Ulas eitiret 

ehabt, Er wurde nieJat gcfcyret haben, sondern wie der ProceCs alda erfordert, entweder strackl 
in seiller Ankullfft, od. aber durch den S p a n d e k a u, v. die vorher abgefertigtc Ritlae, die Sache 
einsehrcibcn lafsen, so war cs doch bifs auff die Zeit von seincm 'fheil nicht geschehcn; M a g n u t!I 
N o I d e aber, welcher IIngefehr ein paar Tage vorm Rciehstage angelanget, hat stracks bey unserer 
Allkunft unscre v. seine Sachc, unangesehen, dafs wir Citati waren, v. mit befscrcm Fuge die 
Sache ,-erschleppen kOli/len, lafsen einscllreiben. W ie wir vorermeltermafsen gliicklich ange- 
lallget, Ilaben wir Ims unscrs Theils alsbald densclbcn Tag bcy dem Hrn, MarschaU angegcben, 
der Landsehafft Suchc recommendiret, auch zugleich umb Audientz, bey Ihro KODigl. Mayst. 
Ulascr Gcwerb abzulegen, angellalten, wełchcr sicla dann alJer gniidigen Beforderung erbothen, auch 
folgenden Dienstags d, 21. Febr. altcn Calend, uns bey IIlro KonigJ. Mayst. angcgcben; ais abcr 
11mb die Zeit cben dic }'astnachtcn eingefallen, da denn alle grofsen Herren Jhre reereationes 
v. ergotzłichkeit haben, habcn wir die beydcn Tage, Mittwoch v. Donncrstag, voriibersclliefscn 
laCsen v. nicht auf die amlientz dringen wolIen, den folgenden Freytag aber, ais d. 2.&, Febr., 
bat uns der l\larschall aufzu\\"artcn anbefohlen. Dcme zufolge wir uns auffm SehloCs in lhro 
Konigl. l\layst. V orgemach auch eingestellet; Wie abcr lIaro Konigl. Mayst. sieh durch den Mar- 
achali dasmalal bey UIIS erkundigen lafllen, ob wir nur derselbcn vorher den GruCs, od. aber 
unscr galltzes GcwCI'be ablcgen woltcn, v. wic wir auffEinrabt guter Freunde (so der Gebriiuche 
daselbst kunclig) vorher umb dic privat-Audientz, nur bloCs den Grufs v. Wunscb abzulegeD, 
8ngehaUen, iI.t UIIS darauf der nechftfolgendc Tag, Sonnabend, nemJ. der 25. Febr., dazu ange- 
deutet, allff wclclaen wir auch solchen Grufs abgelcget, v. dafs wir unser Gewerbc v. Geschiifftc 
Ihro Konigl. Mayst, fcrner offent1. antragcn moebten" gebcthen, daraułf lhro Konigl. Mayst, dcn 

rufs gniidigst angenommcn, v, durcb dcn Vice-Cantzler, Hn. Ilcinricb Firlcy, lbro Konigl. 
l\layst, Gna(lc einer Landscllafft hillgcgen antragen, auch ciDe offentl. Audientz zo ablegung unser 
Gewerbc zusagen lafsen, Die Fiirsten aber haUen bis auff dic Zcit lIaro Konigl, MaJst. nocb nieht 
gesllrochcn, "och ilarcn GruCs abgelcget; El ist ihnen aber angezciget, daCs Sic den folgenden 
SOlltag, ist gcwcsen der 26, Fcbr., nach der Predigt lIarc privat-Audicntz haben sol ten; die- 
weil aber der Littauschc FeMberr dasmahl noch nieht ankom men war, Hertzog Friedrich 
Bucl,a Leibes- Sebwacbheit vorgegeben, inmittclst aber Hertzog W ił h e l m selbst, v. seine Schwe- 
ster, die GroCs-Marschallill, in dic Stadt zu den Senatoren. T. illsonderheit dem Grofs-CantzJer 
gefahren, alich die Ruhte herumb geschicket, v. die Sachc immer zu verschlcl)pen gesuchet, hat 
sieh ihre lwh-at _ Audicntz biCs auff den l\1ittwocla bernach (ist gewesen der l, Martij IInsercs 
Calend, ) eratreckct, in welcher, soviel man hat vernehmen konncn, von Hertzog Fried- 
ricbcn Ruch nur schlechts dcr GruCs v. GliickwiinschulIg, wiewol ziemI. lang, auff Teut8ch 
abgeleget wordcn. Sobald dic voruber gewesen, haben wir (wiewol auch vorher), aber dasmahJ 
so vi el instiindigcr umb dic offentI. Audientz SUI)pliciret, v. angchaUen, das Gegcntheil aber nocb 
immcr lavił'et, in Hoffmmg, dars damit der Reichstag nrlauffclI. v. die Saehc entweder gar 
niebt od, aber nicbt ausfiihrl. auff dClIselben vorgebracht werden mochte; Alrs Sie aber unsern 
Ernst geschen, auch dic seItzBme Urthcil gehorct, 80 hin v. wieder von Ihnen gegangen, dafs Erdie 
Land8cbafft eitiret hiitte, v. nun 8elbst nic:bt rec:bt rt wo te, Jlergegcn alLer die Citirte t.- 
Ilon, Liv. ant. II. 38
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50 


Hekla
łe Immer, tlaCs nnr dje Sache eillmalll reł:lat vorkornmcn moi:latc, IIUI)plicirten v. sucllten 
(welchcs denn einig v, aHcin unscr Renncn v. LaufłclI bcy den Senatorell war), v. lłUlI scin vor- 
nehm
ter Patron, dcr Fcldherr, schon ankommcn war, Sie sich auch besorgen muCstcn, wenn 
Sie gleich auch mit lIarcr AudiClltz noeh liillger vcrzichclI, Haro Konigl. Maysł. delInoch die 
UIlserc zulaCscn wurde, haben Sic endtl., al8 Sic kcjne StcHe im Scnot ncbst dem KOllig, sondern 
zuletzt bcy dcm Cantzler v. MarsehaH habcn konnen, den folgenden Sonnabcnd, ist gewesen 
der 4te Martij, dnrch Ihren Redner D. Drcling (demc Mantcuffcl v. Linstau zugeordnet 
gewescn) Hare Sache vorbringen lafsen, wclchcr in solchcr OratiOlI dic Lalldschafft v. dero 
lIiiupter, pro hominibu8 ncfandis, 8ccleratis, rcbcllibua ct leditiosis, .in summa gut deutsch zu- 
redcn, vor Schelm, v. Verriithcr, RcbeHcn, v. Aułfruhrcr gcscholtcn, v. auffs hefftigste angc- 
griłf
n, v. obwol dcr cilligc v. Vorbchmste Zwcck v. Ziel sołcher oration wor, MagniNoldcn 
Dccrct v. djc Schwcrinhche Ex
mption umbzustofscn, v. also von der KOlljgl. protcstation 
v. Citatlon gantz ablolvirct EU wcrdcn, 80 baben doch Hlro KOlligI. Mayat., nacIIdem Sic mit 
denen Senatoren dic Hiiupter zUilammengestofsell v. gerahtschlagct, ex publico IIcnatus consulto 
v, einmiihtiger :Bcraht8chlagung Ihnen daraufI zur Alltwort gegeben, darl, wie lIaro Konigl. Moyst. 
zwar niemanden, also anch dell Hcrtzogell in Churl., in sondea'licher Anmercknng der "011 IIertzog 
Fricdrlch in dieaem Schwedischcn Kricge dcm gemeinen Nutzell gelcistcten Diensten, lIar 
Recht v, Jura Duealia, 110 wcit sich die erstrcck
lI, zu schmiilcrll nicht gemcinct, wal Sie abcr 
vordclB in an
ezogcner Sachen vcrhiingct, darzu bittclI Sie aU8 KOlIigl. Oberherrllchaft v. Mocht 
guten Fug gehabt, v. ist also dcr Furst nicht aHein scincr Hoffnung und Meynung nach \'011 der KOlIigl. 
protestatioll v. Citation njcht absolvirct, sOlldern auch dasjenigc, \\al t:r giintzl. auffzuhcbclI v. 
umbzII8toflen gemeinct, per publicum .cnatus consultum v. offclltl. Jłciehstag viclmehr al)probiret 
v, bcstiitiget; mit welcbem RCllponl Sic al80 abgetrcten v. wir hergegell strach daraułf crfordert, 
ohnangelehen, daCs wir nicht chc, atl dcn folgendcn Montag Cfl,t, unscr Audielltz zu hoben 
vermeinct. Wie wir nun durch Gotte. Beystand (dcme wir ollcinc die Ehrc v. Lob geben) unsere 
Oratlon gcthan, v. darauff lhro Konigl. May8t. unscr Anliegen dllreh ublcsllng der zn lłiga be- 
liebten Gravaminum, etwal gckiirtzet v, ills Lateinisehc gebl"aeht, 
roffnct v, 11mb derselben 
absehaflung gebethen, laaben 'hro Konigl. Mayst. ebenrniifsig n8(:h gehalten Rabi mit dellclI Sc- 
natorcn, ex senatol! consulto publico , durch dcn Hu. vice - Cautzlcr , UU8 Eur Antwort gcbell 
laCsen, wie Sie der Landschafft unterthiinigste Treoc und Dieuste iu allc Wege v. in Zcit wch- 
renden Schwe(1ischen Krie
cs ge!!puret, ohncdBs Buch cinem jeden, aueJa den allcrgeringsten, bcy 
lIeinen Privilcgicn v. Rcchten zu erhalten, 
cmeinet waren, also woltela Sic aUch der erwclmtcn 
Chu'rl. und Semgallische Landschafft ihrc Privilegia, Recbte v. Freyheit sarta tcda eonserviren 
v. erhalten, auch sovieJ die Mengc dcr Rcichs -Gel!cbiiffte z11laCsen wolte, in (1encn mit dem 
Fitnten entstaudencn Controverlien uns entscheiden, v. obcr das allcs Ihrcn Konigl. Schutz v. 
protectlon wieder miinnigl. uns nicłlt nrwcigeru, uud seYlldt also auch wir da8lllah. abgetreten. 
AlI! wir noft also ,'on bcydcn Theilen unser-e Audientz gehabt, habcn wir den nech"tfolgendcn 
Sonntag, ncml. den oteo MarUj, wic wir Ihro Konigl. Moyst. in dic Kirchc v, wiedcr hersus 
begleitet, cine supplica1ion iibergcbcn, v. dariu, daCs lIno Konigl. Mayst. in uuserer Sachcn, suft' 
dcr Fiirsten Citałion, lłUnmclar richten \Volten, gcbeten, gleichfałls alich dic folgclldc 1'age alle 
.fI 'a ,Y J . 


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Zeit, naeh ausweisuns der unterschiedcnen supplieationen; Es bat abcr der Hertzog abermahl 
bicrin eine neuc vcrsehleppung gesuchet, daCs Er nicht che geriehtl. antwortcn kontc, cs hitte 
denn vorhero dea ChurCiirsten vOla Sacbsell scin Gcsandtcr seinc Werbe (",elchc die, dafs Er 
die Landschafft nur weidl. scllJuiibete) abgelegct, unangeschen, dars wir mit den Sacbsen niellt 
zuthun gehabt, nocla von Ibm, sOladem den I1ertzogen aus Curland dabin ci tiret waren; hat e8 
abcr gleiehwoll durch seine Petroneo so weJt gebracbt, das der Siłchsische Gesandter vorhero 
liein Gcwerbe d. 8. Martij abgelegct, dadurcb dcr Reichstag also vcrflofsen, dafs wir nieht mehr, 
ais dic Jetzten 8 Tagc bis ausgang dcssclbcn (bl welchem sich ohnedae die Rcicbegeschiiffte 11m 
meisten hiiuffen, wclehcs Er woli gewust) iibrig gebabt, in 'Welchem rest des Rcicbstages wir 
nicM gesiiumet, sondern nocb tiigl. umb dic Erkiiutnłfs SUPI)licirct v. augehalten, aueh łiigl, zu 
SehloCsc, da 8ich denn dcs Funten Riihte aueh pro forl Ił gcfunden, aufl'gewartet; AlI! abcr 
Ihro Konigl. Mayst. , insonderbeit in dell letztcn 8 1'agen, mit Iloebwicbtigen Rcichsgeschifften 
iiberhiiuffct geweseu, v. glcicbwoll auch die Saeh
 gernc entscbiedeD gcschen, v. beydQ
, dem 
Fursten so woli, ais uns, Friedc v. Rnhe gcgonnet, babcn Sie zwar zweene sellatoree, al. dcn 
Kujawiscben Bischoff, IIrn. G e m b ił z k y, v. dcn Littauschen Grofs-Cantzlcr Urn. L e o S a p b i., 
dazu ,.erordnet, die Sache in der Gutc vorzuncbmen, ulltcr welcbcu dcr Jctzte Hcrrn l\lagno 
Noldell angezei!;et, v. Ibm, una dael1elbe anzumelden v. darauff unsere Gemubł.8-Neigung IhQl 
wieder zuriick BU bringcn, auffcrlcget; \\ iewoll wir III)S nun besorget, es mochte durch solche 
Traetaten dcl' iibrige rclit des Itcichstages bingehcu, uod der Fiirst bernach sich nieht woJlen 
'richtcn larsen, so baben wir docla uoser Gebiihr zu seiu er.clat
t, UłlS Ihro Konigl. Mayst. 
bierinnen zu bequemeo, v. solchc Tractaten niebt ausl/Ju,seblagen, docla so bcscheidentI., wofero 
in zwey Tagen, ais Donllcrstag v. Freytag (ist gcwesen der 9. und lOdc Mart.), aus der Gute 
nichts wiirde, v. hernach wegen Kiirtze der Zeit v. Reiclaa-Geschiifftell ulIsert: Sachcu lIicht konten 
auffm Iteiebstagc gerichtet wcrdeu, der }'iirst ill die gericbt1. Erkiintnifs v. entlcbcitlung, Bucll 
Iłaehm IteichstBge willigen soltc, sintemabl der Landschaftt mit "eiuclU JBngwierigcn Procefs, 
801adem mit der Saeben Endschafft gedienct wiire. Es hat aber dcr Fiirst mit seiller Erkliihrung, 
auff solchen lIIasern V orschlag, die von uns zu den giitJ, TractRteu ,.crwiUigte zwey Tage vor- 
iiberschiersen lartien, ", sich am folgendcn Sonnabend crst, neluoł. d. lIten Mart., iu Gcgenwart 
mcincr alUlcren Herrn Collegen v. Magni Nolden, ,egcJ). den Uli. LittBuscl,cn GroCs-Cantzl
r, 
daCs Er solchc COlldition durchaus lIicht allllehmeu woltc, dureh Mautcuffel slch erkliirct, 
darauff der LiUau8chc Calltzler Ulas BII\\'eselll1ell 8l1gczeiget, Er befinde die Sache dcr Wichtigkeit, 
8uch be.}der Parten Gemiilater gegen cinander 81so besclaaffen, dars Er wenig lIoffnuD8 I)iitte, dar. 
in kurtzer Zcit v. wenig 'l'agen aU8 solchcn Tractaten ctwa8 werden mochte, BO wiiren Buch die 
Rcicbsgesebiifłte so bochwichtig, (1ars Sie sich ihrcs Tbeils hierau niebt muCsigcn kOli ten, 
derowegcu er uns an die ordentl. l\liUel woltc "crwicsen baben; womit denn das Ende des Rciehs- 
tagea sicla je mcbr v. mcbr genahct; Worauff wir uns den 1'ag bey den Landbothen angebep 
laraen, blofs einig v. alleiu zu dem Endc, dars Sie bcy lIaro Konigl. 1\layst. intercediren wolten, 
d.lllit unscrc Sache moehte gcrichtct werdco. Ais Dun der Landbothcn-Marschall UDS durch seine 
Diencr IInzcigen larsen, all der IIalld zu Bcin, Wir abcr Jhl'en Gcbrauch unkul1dig, darauff stracks 
in iluen Ilatb8dtJiigell biDcingegangen, da w'r vorbero, bis der Marsehall uns einfiibrcn larsen, 


1-
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Iliitten ,varten solIen; 1st Ihnen, ais welche uns nicht erlant, "icJ weniger wer wir wiiren, 
'
wust, dafselbc frembd v. unvermuthl. vorkommcn, bevorab aber, wcil cillcr Ihres l\littels, cin 
vornchmer Herr, in vollcm votiren v. stimmcn war, sobald aber der MarschalI Herm G o u- 
II a r d N o I d c n (der in seiner Herbergc zuvor bey ihm gcwesen, v. uns angcgebell) ansichtig 
v. kcnncnd worden, hat Er gcbcUacn, daCs wir uns ctwas gedulden, v. wiedca' abtrcten woltcn; 
v. 1st ais o auch der Tag hingallgcn; der folgcnde &Jarouf ist der Sontag gewesen. Am Montoge, 
.Is d. 13. Mart., habcn wir uns getbeiIct, v. etl. vor die Gericht-Stube, ob unsel'c Sachc ausge- 
ruffen wiirde, auffgewartct, die andern aber, ais Hcn Claus Francke, Engelbrecht Vie- 
tinghoff v. Gotthard Nolde, nebst mich abcrmalal vor die Landbotlaen-Stube auffgcwartet, 
alda ons dcr Landbothcn-Marscholl einfordcm laCsen, v, eine session in der Laudbohtcn-Stubc 
zunechst dcn PreuCsen angewieseu, wie wir Dun einc WeiIe alda geseCsen, 'o. darauff ge\'Wartct, 
bis die andcre Sachen, so vor uns angcfangen, zu endc wiircn, 1st von unsern andem Mittbrii- 
dero DaciI uns gesclaicket, und angemeldet worden, dafs der Marscball gewiCs angezeiget, es 
wiirden unaere SacJacn vorkommen, derowegen uns abforderu larsell, dafd wir alle bcy der lIalld 
waren, baben wir von dencn Landbobtcn Urlaub genom men , Ulad unser Gcwerbe (so wir auff 
denselbeu Fali auch schrifftl. bey unII gehabt) dcm Landbohtcn-Marscball iibergeben, Es seindt 
aber die Iłeicbsgeschiiffte, insonderheit am Eude des Iłeichstages, wegen der Schatz -l\1eister- 
Iłcclanung, v. sonI ten so wichtig gewescn, daCs auch dera Tag ulIsere Sache uber des MarschalIs 
Vertrostung v. unsere Hoffnung nieht fortkommcn konncn, folgelldcn Dieustags, ist gcwesen der 
14, Martij v. der andere vor ausgallg des Rcichstages (denn am 1\'littwochcn damach das Fcst 
Maricn Verkiindigung elngefałleu), ais wir "on bcydcn Theilcn ,-on dem Morgeu an auffgcworteł, 
.eind wir durch den Ministerialcn ohngcfchr umb Gloekc 4, auffm Abcnd ausgcruffcll \\ordcn, 
v. eudI. vorkommcn, da delin dia Sache (dazu etl. vid Tagc gcliol'en) nicht reelit intr()duciret, 
geschweige ausfiihrl. disputiret werden konncn, nicht dcsto minder ist der Sachen Anfang 
durch eingefiihrte Klagen von dcs Fursten Scite, v. unser Antwort gcmachet, v. aufiingl. von 
dcr Citation, ob dic Sache criminal zu achtcn, disputiret, v, ais ,'on ftcyden Theilen IUO et 
contra davon (1isputiret worden v. von unscrll Procuratorcn, wo wir soltcn crimaliter beklagct 
werden, dafs auch der Furst selbst erschiene, v. seilłen Furs bcy łIIlseru setztc, alłgehalten 
worden, seind wir von beyden Theilen abgewiesen, v. ais wir wicdcr eingcfordert, intcrloquendo 
erkant worden, dars, weilen wir UDsere Gravamina kei nem F'rembdcn, 60ndern lino Konigl. 
1\1ayst, v. unseren eigenen Rerren iibergeben, die action derwegen wieder uns nicht criminaliter 
konte angestellet werden v. auch dahero dea Fiirsten Gcgcnwart unnothig, sondern wcilcn Sio 
die Graumina an Ihnen selbst vor hochwichtig hiclten, Boltcn wir von beydcn Scitcn nur zur 
Haul'tsacbe sehrciten, dadurch wir dcnn (Gott Lob) von der l.eiul. Action v. Kiirschncrs Gerbe 
absohirct scyn; Ais nun unsere Procuratorc8 zum BewciCs unserer Gravaminum, "
o all!o zum 
Hauptpunct, nehml. der Zweifaclaen Rcgierung (Ulub welehcs willcn, wie aus vorigcm zu erselaclI, 
.Ue Vcrfolgung, angab v. prOCee!!, wieder UlIS, unsere S. S. HaulJtleute v. Mitbriider sich ange- 
8pounen) geschritten, v. zur rcttung unserer Unschuld v. dcr Wariaci t nur blofs v. schJcchtl 
defensive die 'l'heilung, nich t abcr was der Furst darum vcrbrochen, od. nicIat verbrochcD 
(welches uicbt UUB, sondem den Kouig seJbst angiellg, wie wi.. da,'on kciucn Terminum, noch
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:J3 


den Fiirsteu dcswegen, sondern Er uns citiret hattc) bcwiesen, v. dadurch uns von de. Fiirsten 
Insimulation v. Verrolgung dieses Puncts halber rettcn sollco; habcn Sic fibcr unsere Information 
die Sachc nicht recht ordentl., londcrn viel unnotiges Dinges mit eingebracht, v. Quaeetlonel 
Faeti ct Jnria mit einander coufundiret v. gemcnget, dadurch des :Fiirsten Anwaldc: aulafs be- 
kommcn, ,nieht so sehr das Factum v, Theilung on Ilu selbst zu Jcugnen, ais łaa jus v. Iłecht 
aus dcr Konigl. Confirmation zu bchauptcn; denn ob wir woli das sagen, dafs wir nicbt auff Ein- 
mahl Und zugleich vor cincn, zweenc lIerrn fiber uns regicren, viel weniger aber Dominiren zu 
lafsen, schuldig seyn, vors andere, das Sie aueh niebt zugleich v. in solid um, sondern zertheilet 
v. abgesondcrt, nicht alleine regierell, soudcrn viclmehr gar absolutc, v. zwar dcr cine mehr 
ais der andcrc ill sciuem Thcil, inhalt uuscr Gravaminum, dominiren ; sintemahl in diesen beyden 
Fragen, ob nem I. wic(lcr die Fundation des Furstenthum v. Exempcl dcs Herzogthums PreuCsen 
beydc IIcrren zugleich regieren konncn, od, aber, ob Sie das Furstcnthum getheilct habcn, der 
rechte Kern unser HaulIt - Controversien bestchet; 50 ist doch unscrc l\Ieilllllag darumb in den 
BauCskersehela Gravaminibn!l, v, hernach mit nieMen nieM gewescn (wie IIIIS fiilschl. bcygemcCsen 
wird), dafs der Furst darumb gar des Furstenthums soltc verlustig sein, sondcrn das Er sich 
dcs regiercns so lange enthalte, bis dars es durch die succession an Ihn kommc, od, da Er ja 
regieren woltc, es also mache, dafs dic Uuterthanen 8cin Rcgiment ertragen koamen, v. aułf 
solchen Fali sich also mit ilmeo vcreinige, dals Er vor sich licbcr gar allein sein Theil rcgiere, 
ais daCs Er mit den Deckmantel gcsamtcr Regierung den Unterthanen die Landtage abschlleidc, 
dic Proccsse v. Ungelcgcllheiteo versehleppe, v. andere melar IncOln-enieuticn (80 aus dem zwcy- 
rachcn Regiment mehr, alfs dem gethciltcu crwachsen) verursache, Uud das ist unsere dcut.. 
". richtigc Meinung, wellll wir den pllnd wegen Thcilung des Furstenthums mit dcm Forsten 
displItiren, welcJacs zwar un8crc Procuratores niclat so deutl. alll;etragen, darauff des Ffirsten 
Anwiilde (wie vorgemeldet) etwas, aber Iliclat so schr die Theilung geleugnet, Alfs dafa Sic 
durch der KClligl, COllfirrnatioD fiber ihre briiderl. Vertriigc, zum gcdoppeIteu Regiment bcrugt 
zu scyn ,'ertheidigen wolIclI, v. auch dicselbe Confirmatioll mit nichten dic Theilung zUlicfse, 
80ndefla im Gcgentheil verbietc v. nllr nachgcbe, dafs inhaIt briider). Vertriigc bcyde Herrn 
ge!!lammt v, vor chi en Mann regiertclI, wclches doch, wic vorangezeiget, unl so vie. bescbwer- 
licher, lO viclmehr unscre Dienstbarkeit dadurch dupliret wiirde. Vors andcr, daCII dic Fiirsten 
in Erlangung solcher Confirmation iibcr die zwcefachc Iłegierung falsam caUlism, ais wcnn es der 
Adel mit bclicbct hiitte, alIegirct (da doch kein einiger defsclbcn, sondern b.oCs die Riihte liolche 
briiderl, V t'rtriigc unterschricben, v. also aus solehcm unrecbten Bericbt die Confirmation hinterriicks 
8usgebraeht); Dieweilen es aber schon so Sl)iit gewesen, dars die Sonne untergangell, v. nicht 
mehr dClUa nur 4 scnatorcs ihre Stimmc ablegen konnen, seyndt wir abermahl abgcwiesen, v. 
dic scnatoreu zum votiren gClichritte", welche mellrentheils dahin gestimmct: ObwoIl dic Thei- 
lung erwicsen ware, (merck: Ergo haben wir keine Liige gelletzt v. werden zur Unschuld alfs 
falschc lugenhaffte traductorc8 vom Fiirsten hin v. wieder aUligetragcn) dennoch weilcn der 
Fiirst IIertzog W ił h c I m dl.rch die Konigl. ConfirmatioD sicla des Rcgiments mit 8Dzunehmen 
verlcitet wordcn wiire, woltcn (lie zwar dcme alich nicht wiedersprechcn, jedoch, wenn Er ja 
"och von Ihro Konigl. MaY8t, soltc beym Regiment, iDhalt ihrer Confirmatiolł (d fs ist, daCI
>>>
M 


Sie beyde vor eieen Man \'. zusammen regieren) erhalten werden, so be6nden Sie docb der 
L.ndschafft, in der kurtzen Zeit angczogene v. mit der TheiIung bcwiesenc Beschwere, lO hoch 
v. wicłatig, dafs Sie billig Ur8ache ,;ehabt, solclaes Ihro Konigl. Mayst, zu Ida
en, v. der Furst 
Ichuldig ware, solclae gantzł. obzu
chaffcn, v. den Adcl bey ihrcn alten Privilegicn in allem zu 
erhaltcłł, dar.uff es scllOla so sl)at v. fillstcr worden, daCs Jhro Konigl. Mayst, v. der senat 
(da\"on noch fast in die 20 ubrig gewesen, ł', zu stimmen gehabt) auffgebrochcn; Ob nun wol 
d.Cs nicht mehr .lfl schlccJate vota gewesen, v. man noeh nicht wifsen konnen, was die iibrigen 
len.toren \" Ihro Konigl. Mayst. selbst (bey dero der Sehlufs stelaet) gestimmct v, elldU, decer- 
niret laiitten, uns auch dicselben gar nicht zuwieder, sondcrn ,'ielmelar mit gewcsen, indchm 
Sic die Theilung erkant, ob Sic 11m gleicła dcr Konigl. COllfirmation halber nicIat ebcn stracks 
dei Regimcnts entletzcn wolIen, v. gleichwol unsere Gr.vamin. lO Iaoch \'. wiclatig be6nden, daCs 
Sie abgeschaffct, v. wir hingegen bCJ UUBern Prh'ilegien \'. erliten subjcctions- Pacteu erhaIten 
werden mu.den, welches die einigc Braut ist, darumb wir tantzen, wen n gleich anrler Que8tiones 
v, dillputationeB incidenter mit unterlaułfen: So hat !lich der Furst nur blofl aus den votis grofsc 
victoria eiugebildet, ullangcseben, daCs auff dic Condition, alB dic vota gegallgen, "cIIn unsere 
Gravamilla in Genere et specie cffectualiter, v. wurcU" daCs ist: dafs z"gleicb aucb mit IImen 
auch allc iłarc Autborel v. Stiffter abgeschaffct, v. dagegen UDsere Privilegia erlaaltcn wea'den; 
,,-ir wol konncn gesclaehen laCsen, daC, Er immerhin rcgicre, wo nicht gcsammt, dennoch gc- 
thciIter v, abgeBGnderter Wci8e. Alfs nun Cerller darauff der 15, l\hrtij, id der 25. Neuen 
Calend" wie vorerwelaaet, dars Fest Marien Verkiindigung eingefaUen, v. den 'fag aUe Gerichte 
\', Recht...SaclaclI gefeyret, .den DOllnerstag abcr herllada, welches war der letzte 'fag de8 
Reic:bstagel, da mao auch g8r keine Gericlate mebr hcgen, sondcrn Iclalceht8 mit dem Schlurs 
dM lteicbstagel, v. verfcrtigu1łł der COlłstitution zu thUla batt, keiner mchr 8uffgcwartet, si cia 
aRh dcfsen oicht vcrmuthen gewesen, hat der Funt UIlten im Gericht, da die Citatioo nicM 
hin lautet, sieh angcgcbeu, v. 8.ls kciner davon gcwust, nocla sicb darB"fI eingcstcllet, eine 
8chleclatc Contumacia (das ist cin Bewcirs, daCs Er sich 8uffgebothen v. das andcre Theil uiclat 
g
eDwiirtig gcwesen) g
en lIerrn MagnuB NoJden expraeticiret v. ausgebracht, v. is. alBo 
tier lłlei.ch8t
 dumahł ł'et'galłgen, ha welcbem ,vir, wiewol cilirte, immaafsen die Konigl, l\layst. 
un8 ,del'sen sclbst in dcr 
x;cml)tion Zeugni8 giebet, dem Fiirsten zu nntwortcn, v, mit der Saclae 
fortzufBbren ber£it gewcSeD., wenn nicIat dal! Gegentheil lelbstcla erzehlter maarsen aIlerlaand 
verschlcppUD
 vcrun.elaet hittc; Ali wir nun aber nielat dcsto minder gerne der Sachen End- 
8cbal11; gehabt hitten, haben wir abermabl auch Dach dem Jłciebstagc luppliciret, v. in sclbiger 
un8 dohiu erkliihrct, daC8" ob wir woli Buf Leib v. Lcben vom I'iirstcn citiret worden, ,", da- 
hcro uos dei allgemeiucn Prh-ilegij des Adeu in der Chron Poblcn gebrauchen, v. inbalt defllen 
n.ch dem Reich1łtage nicht gerichtet werdcn konten, wir dennocIa, damit wir łlłlU einmabl zu 
der SaclUID Endschafft gelaD
eten, unl 80lcheo Privilcgio zu begebell, ł'. gcrne nacla dem Reicia.... 
Tagc richtcn zu laCBen, dem Fur.ten angebobten, weilen aher der Funt die ColłtJition niebt 
angenommen, heruach wir auffw offeotł. Reicbs-Tage von der peinl. Klage Qlmeda8 absolviret, 
dahero die Sache nicM mehr criminali8 wire; AlB habcn wir lhro Konigl, MaYIt. gebebtco, den 
FUrden auch dohin zu balten , darli wcil Er un8 c:itiret, Er Buch nun mit der Saeben fJł!1fąbren,
>>>
M 


v. Sich v. uns in keinc wergebl. Weitliiufftigkeit brin
en wolte. Aber es hat nicht bey ibm ver- 
fahren wolIen, weilen Er Gott gedancket, daCs Er nun ein solch SchilIpfIoch erlallget, londern 
bat sich selaOla algemach zur Abreise geschicket, wir abcr haben nocb immel) dars U1lsere Sache 
auch naelam Ueich8-Tagc miicbte gcrichtet \\'erden, od" wo das ja nicht seyn konte, "eilen e. 
der Furst .uff die lange Hanck spielctc, dafs wir ha wiiłarendcm ProceCs aU8 seiner Juri8diction 
cdmh'et wiirden J suppliciret. Den DienstB
 naela Ausgang des Reichstagel, ist 
ewesen d. 21. 
Martij altcn Calenders, h.ben die Fiirsten beyderseits von Ihro Konigl. May!lt. v. dem Printzen, 
v, den foJgenden l\littwoch von der KOlligha v. Prince8sin abschied gcnommen v. diesclben gesegnct, 
IIlro KonigI. Mayst, aber haben deCsen ungeacht, łhre!' Konigl. Sorgfiiltigkeit v. gniidigster Alfection 
naci., Beydes gegen dcn Fursten , ais wol dcn Adel J noch gcrne die Sache zwischen beydea 
Parten in der Giite hingeleget gesehen, v. dannenhero d. Herrn Marschalł W olsky etl, Condi- 
tionc8 des Vertragc8, v. Punda, dadurch die geschehenc Thcilung solte corrigiret, v. all!o der 
Funt bcym Rcgiment, die Landsclaafft aber bey ilaren aItcn Privilegien erha1ten werdcn, zugestcllet, 
dem Fiirsten anzuzeigen, dafs Er Icincr den folgenden Morgen, Donnerstag, abwarten v, lIaro 
Konigl. Mayst. Vorsehliige VOII Ihm vernehmen woUe, welchca auch der Marlch.1I alsbald den Abend, 
wie F
r vom Schlofs in scinc IIerbergc gckommen, gethan, v. darauff dcn Morgen zum Fiirsten, 
nebst den obcrwchnten Puncten sich hinauff begeben, al8 abcr der Furlt 8n lolchen puncten 
mogl. scbon naclaricht mochtc gehabt haben, v. daraus gcsehen, daCs der Adel in aUem bey 
ihren Privil{'giell, v. UhraIten Freyheiten soJten erhaIten bleiben, ungeachtet, dafs Er dadurch 
I!Iciner UcgierulIg recbt hiitte konnen gcwirs Beyn, hat cr des Marschallen nicht abgewartct, 
sondern sich den Morgen gar friihe dUOla gcmachet, v. Beinen H. Bruder nech da gelaCsen, 
welchcn darnach offtgedachter II. l\larschall in der Vorstadt beym Bernhardiner-Kloster begcguet, 
v. ais Sie daselbst mit einandcr in die Kirche abgetreten, hat Hertzog Friedrich lich gegen 
den Marschalł grofsc Stiieke iiber Ihro l\1ayst. EU beschweren angefallgen; ali wenla Sic weJłiger, 
aIs der BChlechtstc vom Adel wiiren gcacbtet word en , und leine V crdienst umb den Kiinig ". 
der Chroll Poblen, dadurch Er um:' seillc Gesundheit gekommen, angczogell, v. endI. auf IIrn. 
D, G o d e m a n geschmiihet w. geschollen, blofB aUB kcincr .odcrn Unach, ais daCs Er sicla ein- 
gebiIdct, dcr rcdl. l\]an Ulas dicncte, da Ihm doch UArecht daran gescbiehet, v. wir miiCseo 
geschchcn laC8cn, dar. Sie 80viel Doctores v. Procurllłorel!l umb 8icla haben, v. mit dencn wieder 
unser Lamlcl1- Privilcgien, unl von allen lignitatcn v. Amptern ver8tofsen, da Sie hingegen D. 
G o d c m a II seinethalben woli bleiben, die Si
 lIeyn; Wie nun der Mar8chaU lich daselbst mit 
Hertzog "'riedrich gcseegllet, v. Ihro Konigl. Mayst. deo gantaen Verlauff der S.chen erzehlet, 
sol dafsclbe, wic wir berichtet worden, nieht alIer8eits im Besten von Jhro Konlgl. Mayst. auff- 
genommen worden seyn, haben auch al80 erfahren, daCs von dei Fursten seinen eigenen Patronen 
hernach nicht hat konnen 1I0lche8 gebiIliget werden, londern solchc Di8collrs gegangen, dafs Er 
b08ell Raht bcy sich h.ben muste, weilen Er durch kcin einig MitteJ fiiglicher v. Jeichter von 
der Konigl. Protestation, Citation v. Action abkommcn, v. aich v. seiner Landschafl't F'ried v. 
Rub hiUe tlchaffen konncn; darumb, wofern Ihm in kiinfftiger Zeit so gut nicht werden mochte 
(wdcbcs wir docb nicht prophezeihcn wolIen), Er mit guicn Gewifsen ea weder Ihro J(onigl. 
Mayst., die es gnth mit Ibm gemcinct, noch UDS (welche auff die Weise Ihm immerhin daa 


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- 56 


Regiment gonnen), 80ndern sicb 8elbst v. 8einen bosen Rath wird zu imlutiren laaben; Alleiu 
wer cincn andern jagt (pflcgt man zu sagcn), ruhet sclbcr auch nicM. Darumb, ais Ihro Konigl. 
Mayst, erspiiret v. gesehen, daCs der Fiirst nach verflofsenem Reichstage in keinc Wegc zu giitU. 
Vertrage, od. gerichU, entscheidung, sondern blofs zur Sachcn Verschleppung geneigt gewesen, 
al8 seynd Sie nich t allein uns citirte, v. alle diejcnigc, so uns anhiiogig, bis zu austrag der Sachen; 
Ihrer auff offentl. Reichstage ex publico senatu geschchcner zusage zufolge, in Ihren Konigl. 
Schutz zu nehmen, v. uns also aus seiner feindl. Jurisdiction zu eximiren geu, rsachct sondern 
laaben aueh iibcr ulIscr Gewcrb, uns ein statU. Rcspons gegcben, v. Inhalt ihrcr vorm Jallr 
Anno 1814 gethaner und nun (wie vorerwehnet) auff offentl, Reichstage wicd-erholeter Zusagc 
K. Sig. Aug, Privilegium statU. confirmiret v. bestiittigct, an Hertzog Friedrich auch, daCs Er 
uns eiuen Landtag zur Relation, auff d, 10. JUIlY neuen CalendcriJ, ansctzen wolIte, v, au
 dcn 
Fali, da Er sichs verweigerte, uns dcsfaIls ullivcrlalcs, denselbcn anzusetzen, mitgeUacilet, ,'. 
allerlctzlich an die PiItoische Landriihte aUer v, jeden, so mit dcm Fiirsten etwas zuthun, \'". 
dariJ) Zeugnia nothig hiitten, producirte Zengen zu verhorcn, v. derer Zcugnis mitzutheilen, ein 
Befełal ergehen larscn, Dach mehrem Inhalt allcr Documenten sub I. 2. 3. 4, 5. Vor wclchc 
gutc v. gliickl. Expedition, alfs wie wir dem IIochsten Gott ins Haupt dallck gesaget, haben wir 
hcrnach den 4ten Aprilis lIaro Konigl, Mayst" 80woll lIaro Da'clll. dem Printzcn, jedoch jcden 
besonders v. unterschiedl. geseegnct, Y. also ein jedcr seiner Gcłegenheit nach sich wieder in 
Gottes Nahmen auff dcn Weg v, na ch Hausc begebcn; IcJa habc aber alMa noch etl, Saclacn 
halber, so noch nicht versiegelt gewcsen, dar bleiben miiCsen, da sicla denn ctł., kan crachten 
der Fiirstcn Agcoten [al. Agnaten], wiewoll heiml., die Confirmation des Privilegij, (welehci denen 
Fursten ein schneidend Schwerd in Ihrem Hertzen zu seYla scheinete) zu hernmen unterstandcn; AICs 
Ich mich abel' darauff zum H. Cantzlcr begeben, auch auf allen Fali an IIlro Konigl. Mayst. eine 
IUPlllicntion fcrtig gchabt, ist der R. Cantzler hirubcr nieM wcnig commO\'iret worden, daCs 
man sieh solche Saehen, welche Haro Konigl. Mayst, mit reiffen Raht v. crwegen der senatorell 
einmahl bewilliget, zu hemmen untcrstandcn, v. derowegen Sic uns folgen zu JaCsen befohlcn; 
Alfa wir nun also crzehlter maaCsen, Gott Lob, vor dicscs mahl unser exllcdition gehabt, habcn 
wir woIl zwar vel'hoffet, cs wiirde aolche Wohlthat des hochsten Gottcs (deme wir uIleine dic 
Ehre gcben) mit beCserm dallek von uJ)sern Mittbl'udern erhut word en seyu, miiCsen aber jetzo 
mit Schmertzen vern
hmen, daCs viel dcrsclben, blofs auff ubcrredeu derjenigcJ), so dem Ge- 
gentheil woli wolIen, v. Ihren privat Groll, aueh wieder unsers eines Thcils (darumb, dafs 
man IIlre faulen Hiindel nicbt :BeyfaU gebcn kontc) gefasten Rafs auff dic Weise wicdcr uns 
aU8zugieCscn, v. sich dadurcl
 zu riichen vermcinen, nieM allcin Gott nieht daneken, sondern 
auch Uaro KonigI. Mayst. (wclche doch die hochste Obrigkeit ist, mld dcro sic in der Oberlaer- 
Icbafft vornelaml. mit dem Eyde verwand seyn) so wenig rcspcctiren, daCii Sie aucla derselbeu 
universales zu publiciren nicht zu bewcgen gestanden; allerhand Handgrcifft. Liigen , wie den 
iirgstcn Gifft, dadnreh Sie sich v. Ihrc posteritaet umb Ihre FreJheit bringen werden, "ou bosen 
Leutell, die UDS diese gute expedition aufs lautcr Invidia mifsgonncn, v. dicsclben nicht genugsam 
zu extenuirell v. zu vernichten wifsen, in sich saugende. Konucn uns aber nicbt gcnugsam "erWUD- 
dern ubea' d erjcnigcn groflic Verbleudung, die Ihre eigeoc aequisita Jura, 'f'. J:.rlangtes Reeht v.
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57 


Privilegia, die aodere verniinfftige Leute aulT vicl 'ronnen Goldes estimirco, zu (Jare!! Gegentlleils 
Frommen v. Dcsten extcnuiren, v. sclbst geriugschiitzig machen, da Ihnen doch dariiber ais ein 
grofses Kleinod ilU Ilalteo v. dafselbige auffs Ilcfftigste zu propllgniren gcbiihren thiite. Aber, 
wic dem allen, so stellcll wir das an seinem OrtJac, v. (uns defsen getrostcnde, dars Neidhards 
I1afs Ihm selbst den grosten Scll8den thuc) dancken ('em liebcn Gott, daCs Er UII!
ern Halfs v. 
Leben von dcs GegentIJeil8 bosen Vorllabcn gerettet, v. uns nicht alleiu gesund zu den Un!ilrigen 
verholffcn, sondern auch iiber dem, daCs unsere hald verlohrne v. von den auslihadisehcn bosen 
Riihtcn, Proeuratoren v. Zungendreschern -(welchc, Gott sey es gcldaget, diesc Zeithero das 
Faetotum in IInscrm Vatcrlam'e gewelen) umb den HalCI gebracJate Privilegien unl wieder 
gnadigst v. ,-iitterlichst restituirct: der wollc hinferner scinen Gesalbten, Ihro Konigl. l\layst., 
uns armcn Teutschen zu Trost, beym langen ". gliickl. Rcgiment erhaltcn, v. ferller uns in un- 
I!ern Rahtschliigen mit Iciuem Gcistc beywohnen, d.rll blofs lejne Ehre und des Laudel Wohl. 
fahrt erbauct, v. die Uusebuldigen von 811er Verfglgung gniidigst errettet werden. 
-tli') ił ..... fI 
d:łf'. śł n. ! -, Uł 11 
tu' Und ist dieses al80 der eiufiiltige, aber doch aU8fiihrl. :BerlclJt, wo nicht aller, doeh der 
,"ornehmsten, in lmlero Vaterlande, von der Zeit der ersteD subjection an, bis auffgegenwiirtige 
Zcit verlauffeuen Hiindel, v. hl!ilonderheit Hertzol; W ił h o I m s gefiihrton Regiments, daraus ein 
jeder Unpartheyiseber die gaubc Uf8ach dieser Weitliiufftigkcit nieht uns (dle wIr steła in tcr- 
minis defenl!ivis bliebeu), soudern dem G-egentheil wird zUEusclJreiben Ilaben. Nun wollen wir 
ferner dic vornehmstc Argnmenta dei Gegcntheils, so sic wleder uns gcbrauchen, aueh terneh. 
mcn, v. Ihrc Tela mit GottI. Deystande Iso VOD 1101 ablehoen, dafs verboffentł, ein Jcder 
VernunfTtiger daran soli ersiittiget soyn, I ,J . ,'I 'uU &I 
II Und aufangl. 
eben wir auff die Spruelae, so aus der Epistel Petri am 2., Paull IInm 
Romern am 13" Tit. am 3., Ephes. am 6., zur. Bestiittigung des ebsoluti Dominii, Ton etld. argen, 
doch nielat allen Predigcrn. fast in allen Prcdigten wicder uns Bngezogen worden, diese Antwort, 
daC!!, wenn wir dieselben Spruchc, mit 
esunden Augen, und ohne affec:ten anscben, der Apostcl 
l\-1einung gar nieht seJ, TyrannidclD od. da. absolutum Dominium iibcr die Unterthancn .u be- 
Itiitigen ; denn alIft' die Weise wiirde sieh die heił.. Selnifft, ja cben die angezogcJlen Spriielao 
selbst zu wieder lIeyn, aUli wclchcr ,-iel 81lriiche ,"o exempel konIlen angezogen werdcn, dllCs 
Gott an den bedrucl( der Unterthallen keiu gefallen f;etragen; sondcrn oWt Lt!nte erwocket, die 
Sie darau8 errcttet; Vielweniger 1st der heił., Apostel l\lelnung, daCs Sie die Ilei/. JUltitiam v. 
Gereclatigkeit selbst. da dcr Arme v. Nicdrige wiedcr den Hoheo v. Miiehtigen, wen n Er unreeht 
leydct, si cia seinei Reehtens v. ordeutl. Mittel bcy der hOllPrn Obrigkeit gebrallchen mag, hiemlt 
wolte allmlebeo, ,soni t wurde folgeq, dars, Gott fUr dle grorse lIerrn allcin dali Recht, v. nieht 
fiir dic Armen in, der Welt ges
haffen hiiUe, wclclacs denn selner Gcrcchtigkeit v. Wahrheit 
(wic Er sich selbsten nennet) c diametro zuwieder lieft'e, da doch Gott selbst in der SchrilTt 
das Wche iiber (1icjenigcn 8chrcyet, -BO d.s Reeht der Armen v. Elenden beugcq; Soli nun Ihr 
Recht nieht gcbeugc
 .-erden, io will neeellJario folgen, dafs Sic ein Recht habon miifsen, haben 

ie es abcr, warumb m9gen 
ie es denn Ilicht wicder minnigl. olane anschen der Persolan, von 
Mon, Liv. IInt, II. au 


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M 


der Sie dal contrarium v. UnrecJat leiden, nicIat gebrauclaen? Nam qui jure IIUO utitur; ncminl 
iujuri8m facit; derowegen dis der Al)ostcl ange.ogeucn Spruche Meinullg ist, da8 dle UllterthanclI 
der Obrigkcit (dic sieh i.1 denen von IImcn selb!!ten angezogenen SllruclaclI, iusoude)'heit zum 
Iłom. alll 13. umhllelU'iinekten v. vorgcscllriebenen Zicls, neml. dar!! lIar RegimelIt nicht zum Verdcrb, 
sondern hcił. W olfahrt v. gutem der Untcrthancn gerichtet seyn soli, unaussetzlicla gebrauehcn) 

elaorsam seyn aollen; obglcich zu zeiten Miingcl v. F'chl mit ullterlauffen, denen Sie aU8 Melllicłal. 
Schwachhcit, sowol al!! andere Menschen untcrworffcn seyn, "elehes wir auch so gel&au mit lłmen lIicht 
sp.nnen, wenn Sic nur dic Legea fundamentales lłeip. v. die Landel-Pciviłegia niellt subvertiren, 
noch wiedcr dicaelbe in gciatl. ala politi!!clacn Sachen, den Ulltca.tlaallcn, v. Insondel'heit delij e- 
UigCII, denen dle dcfension v. Vertrctung der Landes- Prhilegien von der galltzell Lalldschafft 
vertrBoet ilSt, :Besehwer zufiigen, v. bernach dieseIbe nicht allein nicht ablichafłcn, sondem 
auch unter allerbaod species' v. gC8uclatcn Farbcn feindl. verfolgcn, v. Sic an Elar, LebclI, 
lIaab Ulad Guth su gcfii.hren tracIaten, auff wclchcm Fali Gott v. die Natur keinem dic defellsi()U 
durch ordentl. Mittel, in80nderhcit da mali cincn superiorcm hat, dcr die Saclac zu Jłceht cnt- 
8cheidcn kall, nicht vcrł..ietcn, sondem zulaCsell, wic in diescr Meiuung aIlc Politici, Buch 
'ł'beologi 8clltst mit ulla iibcreinstimmen, wclchc zu allegircn, ,icl zu wcitliiufłtig .cyn wolte; 
scyod dcmoach diese Sprilche nors nielał alłeio nieht zuwicder, sondem vicJmchr auff ulI!jer 
Seitcn, iaulebm darin «ebotlaen wird, Sebofs zu gcbcn dem, dem Schorll gebuhret, hcm, dem 
Kaya
r das. walii da8 scinc ist; daraulJ bo Gegentheil'folget, dali, was der Obrigkeit nicht ilit,- 
Ihr aucla nicM gebiihrct, mao lIar zu geben auch nicht aclauldig, sOlidem sich ZII nrh"etclI 
michtig acy, aldieweileo dic W ortc aogezogener Spruchc nieht lauten: gebet der Obrigkeit alIcH, 
wal nar nur geliletct, od. LaCsct euch durch unoohthigc Dienstc bi8 auff den Grad aU8liaugell, 
sondem wa8 Ihr gebiihrct, v. was lIar ist, InmaaCsen auff diese l\'IcinulIg D, Luthcr scIbst dCII 
Spruch vom Zinsgroscben ausleget ill seincr lIaurspostilI, dahin ich die Pricater, 110 zur llcstiit- 
tigung clncr VerrniiCsl. GewaJt der Obriglcił Gottel Wort miflibrBuchen, will vcrwic8en, v. Sic 
hiebey, daCII Sie an jeocm Tage vor dem Ilochstcn Richtcr vor eill jedcII unnutzclI \Vort, vor 
tlie Fuchflitłchwintzerey werdclI Recheuschafft gcbclI muCsell, wohoeillende erillncrt baben, iIlSOIl- 
tlerhcit, wei! Sie ihr eigenes GeWir8Cn bierlunc ciuc8 andcrn bczeugel, indem Sic, welm Ihrcr eiJlclll 
die Obrigkeit eillige 1000 gr. schuhlig wiire, v. nicbt zalalen wolte, meines erachtells, Sie diese 
Spruehe nich t wurden im Wł'ge Jicgcn larsen, umb da. Ihrige zu spreclacll, sonderll vieJmehr auff 
der Canlzel in allen Predigteo sich dCl zum laochsten besebweren, auch stracks mit Nabotlall 
esempel (dem der GOUlose Konig Ahab 'ł', lIein GemaW Jellabei 8cineo Weillberg lIabm v. 'Ier.. 
nacla von Gott dariibcr gestr8ffet wurdcn) bervorwi8chell; So nun Ihnen da8 Crcy lItehet, umb 
vergiillgI. Gcld liich in solchem FalJ uber die Obtigkeit ullordelltI. Weise 8uft' der Cantzcl, dahin 
doch solchc Sachcn uicbt geboren. zu belehweren. . Wie' .cynd Sie denn so unbillige Uiehter, 
darli Sic uos dic ordentl. Mittel in Vertretung hohc..er Sachell, aIs Geld v. GuUa, ncml. der 
Landcs-l'rivilcglcD, abllchnciden wolleo, v. wie kompla I daC8 Sie andern dali Besclaweren wieder 
Ihro KOlIigl. M8)'8t, uicht verbieten, Bondern vielmehr Ihren, wiedcr den KOnig v. GesaJbten deM 
I1crrn, propter administratam Justitiam fiihreudeo Klagen 8stipuliren v. Beyfall gcben, gerade 
ala weon Gott oicht den Konig, sondero Sie in den Sachen zu Riclalero gesetzet, od, ,Ihnen ,-ieJ- 
,II .tua ,'fU ,neM
>>>
!ł 


mehr die Gerichtk-StclIe, ais die Cantzcl vertralłct hiitte,. welclae doch zu ilarem Lament£ren 
viehveni
er, ala wir Ursaclac haben, nachdemmahlen Sie njclat unerhndtcr Sachen, sOlldern durcb 
ordentl. proccCa von der unterstell bis zur obersten Illstanb:, v. lIaro Koujgl. l\1ayst selbst, durch ctzl. 
unterschiedcnc gleichformige Decrcta, UrtheiI v. Recht jhrer Sache verlustig worden, da Sic Ims dar- 
umb vor Uebelle", ungehori1amc in allen Predigtell austragc", dafs wir uns lIicht bey elli er frcmbden 
8usliilldisclacn Obrigkeit, sondern unl!erm KOllige v. Hcrm Deschwere", dars Ulas das ulIsrige nicht 
I'on Iłlm, londerll der Mittel-Obrigkcit ,,"elche dem Rechten v, Erkiintujs der hochstell Obrigkeit 
njchts weniger, ais wir selbsten unterworffen) ohn eilligc vorherergallgene Citation v. Erłdilltnis 
der Sachclł, de facto genommen wird, aber mogl. wird maił hicrauff eine Schwiigersclallfft, od. 
Ilonsten ctwas vorwellden, darnach lich auch billig dic Spruche der Schriflt re
uJjren, 'o. ricbten 
mufse". Sed videant Isti 811b vclo Magistratus absolllti Domillij acerrjmi propugllatorcs, ahlue 
PatrolIi, daCa Sie die Wagc dei lIIatcrthiinigen Gehors
ahms al80 gerade Ilalten, damit Sie jnverso 
naturac ordille illferiori Magistratui, in causa iniqua, v, der unrechtcn schale nicht melar, ais 
der hohcrn in der rcchtmiiCsigen Administration dcr Gereclltigkeit tribuiren und zuclgllen, 
}4'erncr ziehen Sie wieder uns da8 Exempel Core, Datan, Abirall; aber da8 reimet sicla, 
ais eine Faust ans OIar, denn er!tl. war Moyscs, dem sieh diese bosc :Buben wiedcrsetzten, 
ein Mali, dcr tiigl., wie Er ein Iłegimellt fiihren 80lte, nleht VOIł l
au}o spandico, 8om1eru 
von Gott (qui est fons omnjs, tam coelestjs, quam politicae Sal)jenUae) studirte; vors ander 
hatt Er in secul.ri keillell uber sich, sondern war selbst snmmus Judex, v. Hcrtzog deI 
Volcks; vors driue, wenn gleich einer iiber Um gcwcsen wiire, 80 grieffen Sie doch nicht zu 
ordelItI. rechts-Mittcl, sondern zu Stcinen, dagegen wir mis bicmit ausdriicU" llar v. ruud er- 
Uiircn, dafs wir vicl lieher al1c8 Unrecht (W o man nur nicht gar 8uff uns zudringet, v. ,ms todten 
woltc, quo easu die Uefeusjon uatiirI. Rechtens seyn wiirde) v. andeł Gewalt LcidclI, ais ad 
arma grciffcp, v. dadurch ulIsere Privilcgia recupcrirell wolten; ,"ors 4łe hatten Sie auch EU dem 
IIlIen hina crhebl. Ursachen, dagegen ulIsere Beschwcr so groCs v, wichti; se)'", daCs Sie nicM 
,rorsel' leyn mochten , hlhalt derselbcn sub Lit. X. ' , a'j . 
Zum dritten zjchen Sie an D a v i d Exempcl, dars obwoll deraelbe von S a u I I:ur UnscllUld 
nrfolget, Er lich doch Ihmc uieM wiedersetzet, sondern "or Ihmc gcftohclI wiirc, v, da Er 
Ihll umbzubri"gen offtera Gelegeuheit gchabt, 11m dennoela vcrscllollet hiitte. Aber 'dafs thu
 
eben 10 wellig zlIr Sachen, una dadnrch das ablolutum Domillium zu pcrsoadiren, dafs wira auch 
vitHmehr auft' ulIserer Seiten gebrRuchen kOIlIlen ; den erstI. ist D a v i d zu -der Zeit lciu Ephorus, 
od. der ĄItcaten eiuer dcs Laudes gewesen, deme die Privilegia zn vertrcten Incumbiret hiitte; 
zum 2. ao entRI)an sich dieser HaCs des S a Ił I s wieder D 8 v i d nh:ht "'egcn der Landes - Prh'ile- 
gien, sondern aus eillem Argwohn, dcn Er sicla D a v i d s riUcrl. Thate", v. des V olcks gegen 
Ihn tragcnder GII1I8t halber Ichopffete, v. derowegen David Ihm ais schłen Schwieger-Vattcr, 
lolchcn Argwohn IZU benehmen, vjel Hcber entwich, Insonderheit, wcilen S a ul 8ucla heiml. v. mit 
Lilt ihn umbzubri"gen suclatc, daraus folget aber niebt, dafs D a "i d 'sjch S a u Is unbiIIigkeit, 
ob Er gleich ei" Gcsalbter des lIerrn, v. in brael die hocbste Obrigkeit war, nicM beschweren 
c1iirffen, Imo wir le.en, daCs sich defsen D a v I d :lum hoclasten gegen des Konige!i einilen SoJan J o n a- 
łban beschwcret [atld.l.Sam, 20, l,], auch hernach, ais Er zweymabl des Konjgcs Pliicbtjg word en, v. 


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60 


docla scin Leben ver8claonet, offentl. v. vor dem Volcke mit dem Konige expostllIiret, also daCs dcr 
KOllig seiuen IrtllUmb erkant, v. von scincr unbilligen VtJrfolgung. so lange Er ,,"om SatJaaA 
}'ricde gehabt, abgelaCscn. So Dun dasmahl D a v i d, ais ci nem Privato nicht umb dic LOlld-, 
80ntlern lIeillcJ' eigenclI print ,Sache, mit dem Kouigc vor dem V olcke ohnc eilligc traductiOla zu 
exp08tulircn frey stlllulc: Warumb solte uns denn vcrbotlaen seyu, in Sachcn, 80 nieht von unsern 
!)ersollllcn, sondern Landes-Privilcgien v. Fundamental-Gelctz
u herrularen, vor lhro Konigl. 1\layst" 
ais dic8CS Laudes ordeutl. v. laoclaste Obrigkeit, mit unllcm Herrn ordcntl. Reclatells zu vcr- 
falaren, v. nebllt unscl'e HiilCse, Ehr v. Lcben, die l)rh'ilcgia des Landcs zu vertreten'ł Dafl!i abcr 
David aD dem Gcsalbten des Hcrru, ais eill Pł'ivatus keille Band gclegct, daran hat Er recllt 
gethall, v. allcn treuen UllterUaallen eill Exeml)el gclafllcn, vid liebcr ilU fliclltm, aJs die Hand 
an der Obrigkeit zu legen, delin wir UlIS, wic obell, al$o auch ib:o crkliihrcn, wicwolI Buch dis 
bierau8 zu schliefscn, weUcu D a v i d bewclarte Leute bey sicla gellabt, dars elldl. 'felm Er 1111_ 
ver8chells ubcreilet wiire, v. weHer nich t entfliehen konncn, zur Nothwellr gesclaritten, v. wieder 
80lche unbillige VerfolgulIg lJł1geroehcn nicht gcslorbcn warc; Defensio contra ,-im cOllccditur, 
sed 000 oirclIsio vi ccnantc. , '1 
 I 
Von 4tc liuchen Sic zu bckrafftigung des absoluti Dominij die RcUgion hcrfiir, vorgc- 
bende, dafll diesel be \Viil"de groCsc NoM leiden, wcun dicse jetzt rcgiercndc Henn solten ,om 
}'urstentl WD verstoCscn werden, fingircn altlo v. diclaten uns an, daftl Ulaser keillcm jemahls gc- 
traumet. Denn es ist niclat TheBis unscr gravaminułI1, daCs der ł'urst soli das Furstentlaum ver- 
JaCscn, sondern dars dem JUllgcrn bcy Lebcn cs iilterll Herrn das Regimcnt uber \lias zuglcich 
nielat gebubrc, allerhand Ungelegenlaeit halbcr, dic dCIII Lallde v. uuCI!!, bcydes jctzo v. kunffrig 
darauI crwaehscn kOllncn, v. hernach im letztcn 'l'hcile dicser Apologia angezogeu wCI"deu, dohill 
wir uns refcriren, sondcrn dafs Er soltc warten, bis dali Regimcnt l)er sllccessionem an Um 
kiimc; dafs nun Er selbst durch lein ubles Auftncllluen v. VerColgulIg derjenigcn, dic nebell 
an
cru solche Gravamina zu DaufsL:c ubcrgcben, v. nar Lcben, Ehr v. Gutter niela1. 150 liedea-J. 
zu Ilarer Unschuld koamen in die Schanbc setzen. die Sache v. dilllmtation am Kouigl. 110m: auff 
dic Ualm gcbracht, Ulad damit allcrharad pa"aejudicirl. ProtestationC8 v. Citationcs von dt:r Konigl. 
l\l8Jllt. wicdt:r 8ich 8elbst ,-erurs8claet, dali kala mit gutem Gcwifsen der Landllclaaift weder in 
geraerc 1I0ch in spcc:ie iu die Selauhc gegofllen wCl,deo j das ist aber zu vef\\"Undcm, doC$ ciucs 
ThciJs unsere Tl1eologi so uuliiuffig in dcl' Bibel seyn, dafs Sie die GcwiCsheit der UeJi
iou ali 
uubcstiindige v. sterbI. l\fenscheu, od. il'discbe Mittel verbiuden, v. nicht bedenckeu dic in deu 
Duchem Samuelis, der Richtcr v, Konigc auftgezeielmete exeml'el, der von Il1rer Voa,fahl'clI 
Iteligion abgcfallenen Konigc, v. dafs dic Judeo uuter Heidnischeu l\louBrcbeu, ali BabilQuicr, 
Pcrsier, Aegiptier uud A8sircr, beydes in iluem Laude, al8 auelt gedaclatcr Mouarchen ilaren 
Landeu stelaeo muCscn; ja daCii! sic. Buch 110 leicJat bey Menschen Gcdcuckeu im ItolDisclaen 
Reiclac, ais Sachsen, Pfaltz, IIcfllcn, Drandcnburg, zugetrageuc, v. nocla tegl. zulrageude 
exeml'el vergefllen habcn, welelae aJle uus ja lehrco sollell , daCs wir die GewiCslaeit der Religioll 
mit uichten 8U 1\leoscllcu (die selbst nach dem Excmpel Salomollis auch auft ilarc eHe Tage louuen 
umbgctl1au w
rden, od. da Sic Ja bis .in die Grubc Vor Uare Peraolan bestiindig blt:ibell, nicht; 
aJlczcit glciche IIUCCC860rC8 haben) ,'crbiudcn, soudern mit embsigen Gebchte Y. JJufsfel"tigem
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61 


Leben (",elche. das einige Mittel illt) Gott mit seinem Worthe an 1Ins haUen soll,:n, Ilolte man 
aber die GcwiCshcit der Rcligion an irdischc Mittcl vcrstricken wolIen, 80 kiłnncn wir deręr 
uieM ge\\"iCser scyn, aIs das unserc l)rh-ilegia gantz '". tIIagesehmiilert b1eiben, sonstcn ",o Sie 
in einem gcbrochcn werden, konnen Sie au ch im andcrn nicbt bestehen, SOlIdem muCsen zu 
Dodcn gehen, v. also die Religion, mit sieh in Ungewifslaeit v. Untergang stiirtzcn. II 
j I V ors ate so wird lłro impulsiva dic dcutsche ZUlIge angezogen, claraulf wollen wir die im Anfangc 
aulf die ,"orhergehendc Objection gcgebene Autwort, neml", daCII unser kcil\em dic tcutschc ZUlage, 
sondern dal absolutum Domillium zu extirpiren, getriiumet hat, hicmit repetirct habcn, wiewol 
Ulllcrs crachtens cin Jcder \'cmiinłftiger v. unlłartheischer es davor achtell wird, daCs bloCs mit 
dcr SIJrachc der Oba'igkeit ohnc PrivilegiclI, v, mit DicDstbahrkcit kcinem Landc v. gemcinen 
Nutzen grofs gcdicnct sey. ub . fi 
l V ors 6te ruckct man uns groCse W ohlthaten aułf, da wir doch niebts von Ihnen emlJCangen, 
laingegcn abcr mit Fug \". HilIigkcit UlUI riilamcn 10llnen, dafs iibcr das, dafs unsere V orfahrclI 
Sic zu Erbhł'rrn crwiihlet, zu untersclaicdene Zeitcn, ais Aussteucr der lt'raulein, EiulOsłUag 
bcydcs des Ampta Grobin, ais woli auch dcs Stiffte8 Piltcns anschnl, Contributionea von una 
bcwilIigct v. crleget, aucla in Zeit wehrenden Schwedilichen Krieges, mit unsere Auff"artung v. 
offtcr gar mit unnohtigcn RoCsdicnstcn, derer die Cron und Universałis Resp. nichts gebefliert 
gcwcscn, ha die 6 Tonnen Goldc8 aulfgcsctzct laaben; AIso wenn wir solche merita der Cron 
l)olall'n v. KOlIigl. l\layst. crwiesen,' ",iI' \'orliingst dreyCache recomlłaDS davon gebracht laiiUen, 
da wir docla von unscr Mittel- Obrigkcit kein andcr recompans, ais bloCs die Erhaltung wascrer 
Privilegien, v. absehaffung 1Inscrl'r dawieder tillgcriflienen JJeschwl'r suchen v. begelaren. 
d I V ors 7de, dafs Sil' gleichwol unsere natiirI. Erbherrn warcn, darauff wir lhncn sclall'cbtes 
di8 zur Ant"od gcben: daCs eben Sil' Ulas darumb so vielmehr, (denen sic necla8t Gott v. lIaro 
Konigl. Mayst, dcssen zu daneken hiittcn) bey un8erer Fre.)heit viclmehr zu erhaltcu, ais UlI8 in 
Dielłl!tbarkeit zu stiirtzen, schuldig wuren, sintemahlcn nlcht vcrmuthl" aucb ex ipsis legibus 
fundamentalibus nicht crscheilll., dars IInsere Majorcs durch solche Wahl, 'o. der Obrigkeit auff- 
getragl'ne Gewalt Ihrer eigencn, od. Jlu'er NllehkolDmen Wolfahl"t, v. Freyheit sich berauben, 
nocll vor }'rl',}"heit Dienstbabrkcit erwl'hlell wollcn, sondern dic Verbessl'rung vcrhołfet. 
Vorstc 8te. Die Liebc zum Vaterlande,Krafft welcher ein Jeder sponte v. frcywillig, 
olmc eiuigc aufflDalmung durseJbe wie der dcn Fciud zu beschiitzcn sclauldig wire, darauff Sic 
WiCIiCII lIolleu, daCs dieselbc in 1Iufs so grofs, daCs ,,'ir auch das Leben da,'or zu Jarsen , keillen 
Sclleu tragcu, daCs aber mit lIIalicrcn, dicsc Jalarc her geldsteten R6Csdicnsten, Ull8erm Vater- 
lande im gering8tcn solte gcdienct gewcscn sCJn, konncn "ir nicl1t empfinden, lIiutemalalcu dem 
Feiude dadurch CauCserllalb wali 1111' Frstl. Glld. Hertzog Frlcdricll mit den Semgallell \". ctzl. 
in der I1istodsclaen Uelation benantell Cburliindern v. iiberduniscben gethan) nicht dcr geringstc 
Abbrucb gescheben. Dagcgen abcr unser Vaterland durch die Unnobtige gedoppclte v. VicłCachc, 
aUch persohnI. Rofsdienst dcrmaCsen cncrvirct, erschopffet v. ausgcmattct, daCii, wenn es etwas 
langer gewclaret,. Vicl dcn Bcttcl8tab in dic IIand nebmcn, v. das Vaterland dcm Feindc zum 
Uaube v
rlar8cn mufsen; Es wire abea' dem Vatel"lande .iel dienlicber gewesen, wanll man \"01'- 
laero a.uff Landtageu davon deliberiret, daCs mao eine summa GeldeB contribuiret, v. vor dicselbc 


1-
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Sold-Reuter alich alls afulern Liin(lern geworben, v. damit den Strand fUl' des Felndes AusraU 
Y. streiffcnde RoUen 
cwehrct hiitte, damit das Land, wellll gleich diesclben ,'om Felnde geschlagen 
waren (wie es doch Gott Lob nimmcr darzu kom men ), an den Adel v. Land- Vnlekern ein Prae. 
lIidinm v. riicklchnc hiiUe ,:ehobt, cia lIonstcn, wcnn cler Adel selbst litrach in primo iml)etu 
umhkommen wiire, das Land cx \lnica clade alll's entsatzes v. Krafft privirt:t, entblOrset, v. da- 
durch lIur IIchleehtes (lic armcn Weiber. Kindcr, Iłaab v. GiiUcr dem Feindc ZUlU Uaubc gelafscn 
waren, worinnen denn allc gCl'IUndc Iwlilici mit 11118 iihercinstimmen, ". hiitłe also die Landschafft 
durch 80lchc Mittel dielle Zejt hcro mit eincr lej(U. Contribution f1;ar woli abkommen, v. tiaR 
Ihre aucla niellt versiiumcn diirffcn; Soltc abcr ja vonllothcn seyn gewcsen der Vielfache RoCe- 
dlemOlt, so hiitte sichs dennoch gebuhrct, wic ha Poblen gebriiuchl., Vorher solchc Nothwenc1igkelt 
auffm Landtagc in gemciner delibcration Zll erwegen v. also dał:,auff commlmi conscnsu daCselbe 
EU beschliersrn, aueh Inhalts unsers PriUlegij .un$ tli!: Uokoste Z f rd' ..D I:h Preursischen 
Gebrauch zu erlegen, .1 
Das Ute Argumcntum nehmen Sle vOIa der Reverans, so die Untcrthallcn der Obrigkcit 
sclmldig seyn, Krafft weleher sichs gleichwoll nieht gebiihret, die Obrigkeit zu troduciren v. 
anzugehen; c1arallff wir kurtzl. antworten, daCs, wenn die Untf'rthanen ab inferiori Magistratu 
unrf'clat leiden , v. ad superiorem al)pelliren, kein traductionis Crimen begehen, sonsten wurde 
folgen, daCs dcr hcil. Apostel Paulus, ais Er an den Keyser appelliret, die Obrigkeit derlielben 
Provintz traduciret, v. seinc Ueverentz gegen, dieselbe vergeCsen Iliitte..1 IJ 
Und das sind also dic generalia argumenta, !!lO insgemein von allen dcnen, 80 die 8nc1ere 
Seite haltcn, wieder uns pro stabiliendo absoluto Dominio angczogcn wcrclen... 
In spccie aber griinden Bich die Fiirstl. Riihtc gewaItig auft' die Rcccsse, BO eines Theils 
nnsere Vater, v. wir lIelbsten untcrAchrieben v. bcwilliget IJaben, dariibcr uns zu halten in alle 
Wege gebiihren thiite. V Orli ander auff das Ucscript dcr Konigl. Mayst. , 80 Hertzog W i I h e I m 
auff scin Anno 16(H. ali hochltgedaehte Mayst. crgangenes Schreiben erhaltcn, c1aranffwlr Ihnen 
erl!tl. auff die Uecesse antwortcn, in!!gemcin per In!!tantiam, So dic Fursten Atrictc ,'on uns 
wollen gehalten haben, was unsere Viitcr unterschriebcn, so gcbuhret Ihnen, tanqllam lIIultribUI 
rersoui!! (die unl mit. lhrem eXeml)(
1 vorgehen sollen), !!olchea vielmehr; Nuu hat Jhr Hen 
Vater unter Seincr Band v. Siegell uns, wie in der Historischen Uelation 8ngezogen, zu....l'!iacret 
" e, 
unII nicht alłcin bey Konig S i g. A u g. Pth-iJ. zu schutzen v, zu handhaben, sOlidem alich c1af!ielbe 
zu vcrmehreni .. zu verbersern: darumb, wo Sie dafsclbe, dafs dem nieht dic Glliige; geMehchen, 
weder Ihrcm lIerrn V ater, milder GediichtniCs, noch sich verdencken, wollen sie aueb nieM so 
Iniqui Judiees seyn, daCs
 'Was dem Quintio reeht, dem Nllevio soltc ullreeht heifsen. W"Uf'1ł 
clerhalben das zugleich auft'heben, v. unser Vater Band und 8icgeJ zu bciden Theilen 811ft' die 
Seite letzen, v. ad prim08 fontes atqu_e subjectionis fUlldamentali8 Pacta gehen; Und ersił, ist 
wiC!!end, daCs durch liolchc Recelsen, al. Privat-PactclI, juri pubIico nichł.. konne derogiret 
werdcn; von 2 habell unsere 
ltern zwar in deme. was Sic vOIa )hrem Vergeben, UIUI ais JllFe' 

rben woli pracjudicircn konnen; in Sachen aber, darinnen wir niebt lIare, sondern UOl1er. Va':' 
terlandes, ais algemeiner Mutter Erben geworden, haben Sic uns niehts zum verfange. ł!tiffteo, 
noch die PriviIegia des Landes, dazu wir so 11, 1fs Sie, gchiircn, ubergebeo konneo, .. wenn
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- 83 


wir glcich !łUB Irthum dis od. jcnes t:ingegangen, so ist doch miinnigl. wol bekandt, quod crrantis 
lIulIus sit conscnsus, et C}uotl error IlUIlum Jus faciat. \Vicwol auch vors 3te cben dicsclbe 
Uecesse, so bcydes mit eillc8 Thciłs un8erc Viiler, ". UIIS auffgerichtct, aułfil hochste kallln VOl. 
20 (welche gerillge Allzahl, der Furstcn cigeuen l\-leillulIg uach, ciner ganlzen Lalldschaff' 
Iu'aellt:rlim iu causa commuui, da aUe singulalim an InterreslSircn, v. zu vertlchmiilerllllg Icgum 
Ueill. f'ulldamelltaliulII, ". der Laud - Privilegien gcrcielact, uiclats I,raejudicircu kan) łIIllen;clarie- 
bt:nj hernllcher aber "01'8 -łte \'on dem Furstt:1I IIclblSt, lOo\icl lIaro KOlligl. 
laYllt. ". tIIas betrifft, 
illhKIl8 def! J.:xamillis der Rcecsst!, uicht gehaltclI, SOllllcrn gt:brochcn \\ordcu; dC1II1 leicllt zu 
t:rachten, dars in der
lcichclI Ił.cecssclI, iu COlltraetibus lIomillatis (daraus actio llraescriptis verbis 
crwiiehset), wt:nh dali ciue Thcil uieht haltcu \\ilIj aUl
h das andcrc Tht:il danua u..verbundl. 
!ley. DOllo ut faciali, ni facio ut dell, vel facio ut faciall, C}uod si igitur tu nOIl fec::ris, qllod 
I,er Rccesse facerc tcuebaris, ucc cgo ad facicudum adstrietus SUIU. Wie jener sagt, Glliitliger 
Hcrr haltct IIlr, so hlllten wir auch, weH das dcr Natur v. aUt:r Volckt:r rt:clateu gcmiiCs ist; 
V ors 5le stirumen alle gesIIIIde Politici, aucb Gottes Wort lielbst dahin, Cum salu8 Rcip, sUlłfema 
lex 8it, daCs dcrnnacb aIlc leges, Coustitutiones, od. Ucccessu8, wie man Sic UCJIIleu mag, bloCs 
t:inig V. aUciu, ad meralU il,sius Rcip. et subditorum, nOIl autcm Regentium utilitatem sollen 
gcrichtct seYII. W cileu aber dic Ił.cces8en, dadureh mali das absolutuIII Domiuium fiber uns 
bestiitigen will, nieht zu Ula8t:f11 frollllUeu, soudem hoclasten Sclaadcn v. Diensibarkeit, iibcr wel- 
chell leiu groCser Vbcl, auch der Todt selbst nicht herbcr seYII kan, gereichen, ais koameu 
wir 111111 an solche Leges, welchc tIIlsern fuudamental- Gesetzen v, SlatutclI wiedcrstreben, nich' 
mchr ,'crstrickcn, sondefll dieselbc llari polesialc, wic eines 1'laeils łllłsere Vorfahren, od. wir 
die!iclbe condiret, IllIn da Sie zu lIIuml'm Verderbeu vergiren v. gereiclaen wollen, abrogiren v. 
8uffilebellj juxta iIIud vulgllre: eltjus est conderc Lcges, ejus est ct abrogarc, iumaarsen denn die 
potcstas coudendarum et abrogalld8l'um legum aIle Zeit almd Populum gcWC8CU, de8falłs uns auff 
alle Histol'icos v, gcsullde l.oliticos referirellde. 'Und iiber das aUcs weisen die J.::.empel dcr 
CoustitutiOllulII Reg, Pol., ulltcr derer lIorizont wir lebeu, daCs \'iel COlIstitutiolles, wdeJac au ch 
von dem Adel mit Iłand und Siegcl bcliebet seYII, hcrnach cx usu Reil)' delmoch Absquc nota 
perfidiae offimnhls gciilldert V. auffgehoben worden, denn diese Regul muCs in allen RcbuspubJ. 
liteiff oblJerviret werden: salu8 Reip. sUI)rcma lex esto. 
. - Z 
Was. aber dlls lłescril)tum, darilmen Ihro Konigl. Ma,}'s'. die Rebellen, v. nich t die Lalld- 
schafft zu straffcn billig zugcJafsen, ". von den Fiirlllcn auff die Landschafft torquiret wird, be- 
langct j 1st .olclaes ad malam illformationem mi' vcrsclawiegencn Nahmcn dcr ,-ermeinten RebelJen, 
lub- ct obreptivc impetrirct, v, dahero nullius momenti, illliOnderheit, weilen dic lłebellion nocl. 
nicM 8usfiihrl. 
cmaclaet, v. dahero dis nur lIoch eine mcra petitio princil,ij ist, nachdemmahlen 
wir lluaen, drumb, daCs wir unsere Jura ordcntl. lłcchtells verlreten, keine llebellion gestiindig 
se,}'n j dicweiIen Sic aber tantam ,-im denen Rescriptis tribuiren (inmaCsen denn deuen, 110 auff 
die Billigkeit gegrulldet, fre,} I. ,-iel zu tribuiren id), daCs Sie auch den Fursten dahcr dali, was 
fhnen niclat zuHtelaet, ncml. da8- absolutulD Dominium, persuacHren v. ehlbiIden wolIen, wie komts 
denn, dar. da. Rescriptum, da Ihro KonigI. Mayst. diejenigen, so des Fcindell Dolaten durchs 
Land pa8sircn Jafllen, der bocIasten BiUigkcit nach zu straffcn befohlen, so wenig geacblet wordcD, 


. 


.J-
>>>
64 


dars Buch l\1agnus Nolde (Irumb, dars Et die Kerł verworfl'en, v. wieder Sic excipiret, unter 
Bmlern dei Lasters der BcleidigtCla l\-Iayst, laicrumb beschuldiget wird, v. 8eynd ais o laiemit ein- 
fliltig, doch beydes aus der heił. Schrifft, v. allen geslIladen politicis grundlich, die pro absoluto 
Dominio wicder UIIS HlIge7.ogcne Argllmenta rcflltiret. ,r 


Darauff ,dr ferner die A.rgllmcnła, so I1crtzog W ił la e I m 
". mit seinen Herrn Drudern angcmasten ge8amten etc. etc. 
cr" egen woli en. ł 
u 
Und alIfiilIgi. wird allgczogcu da8 Vaterl. Testament, darirmen der Sel. alte lIerr beyden seiueQ 
, la w. lt... '11 
Solmen das RegIment vcrj1lac et. 
. I' Ił 
V ors 2. die darauff erfolgte Drijderl. Vertriigę 
zum 3. die Konfgl. Confirmatioll II .. 
4, der Consens der Landschafł't 


zu bestiitigung seincs Regiments, 
ctc. conjuncti imperij auzeucJlt, 
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II al o. , ,.U rJlad 'I" 


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5. dic Pro8cription oder JahruIIg 
6, Endlich Romłsclaen KaJsers v. Caroli Magnt alte, v, anderer ausliindlschcn 
Forsten heutige Exempel. ) 
1. So ,"iel nun das Viitcrl. TestamJ
t bctrim, ist erstlich miinnigl. bekant, daCs keiner 
Blso testiren kiinnc, quo minus leges Imblicae in SIIO Teshamento Locum habeant. Vor 2. ist 
aus der I1istorischen Ił.elation zu ersehen, daCs zu der Zeit, aJs Er das Tcstament gemachet, Er 
seinei Fiirst), Standes dasmahl noch se'bst niclat gewiC.ł gcwcicll, dahero Ihm Scinc 80huc aus 
dem TestamelIt uicht iucccdiren konnen, cum" nerp.o 1)lus juris in aIillm trallsferre possit, q1l8
 
ipse habet; vors 3te gilt im Lehn kcin Testament, v. vors 4tc hat Er das, quod Sua 1.\"atura 
Im"ulidum est, nimi rum, ut Duo Imius rci in solid um sint Domini l)cr Teshamenlum, uicht "uIiduJO 
IDachen konnen, da hero BUS 80lchen Griinden das, was pro fundamento Il1rer intention gesctzet 
wird sehr schwacla v. sandi; ist. 'I".. 
. , , 
2. Und nar andcr darallff crbB
Jtcs argument der Druderl. V crtriigc 8n Ihm selbst 
auch (allet. 
3 et 4, Die Konigl. Confirmation .aber bctreffende, so hat dieselbe kein nClles Rcdlt gege- 
ben, lIondern blnrs dars alte beitiitiget, wiewoli} selbige binterriicks dcr Landsclaafft ausgebracbt. \". 
darila £alsa causa, neml. der Landschafft c:onsens ,. ober die Hriiderl, Vertriigc aIlcgiret worden, 
da docla keiner von der L8l1dschafft, sondern bloCs dic Riihte diesclbe unterschrieben; denn 
obglcich dei Seel. lIerrn Tcstamcnt auff der BegriibuiCs abgelł'sen worden, v. VOII der anwcsclldell 
Landschafft auch nicht wicdersprochen, so ist docll BUS der Historischeu Ił.elatioll zu erschen, 
"ie das zugangen, neml. daCs kciner in dem Getiimmel des Voleks ciu Worth davon ,'erncIamell, 
ja, geschweige darselbe wiederslJfochen konnen, dafs mali aber darBu8 einclI COlIBens der Land-, 
IIchafft zwillgcn wil, dars ein Jeder derselben lacrnaeh Hertzog W ił h e J m dCII Ey(l Bbgeleget, 
darauff antwortcn dic Politici, daCs dasjenige, W8S BO 8iuguIatim, nieM in publico com"entu et 
f:ongrcgatiouc łluivcrsorUlD, v. Bufm Landtag
 gC8cJaicht, Boudcro seorsim hl prcsł'ntia lIinglalprum 
«Id. a Siogulis, or keine allgcmeioc Bewilligung zu acbteo ey. So weiCs mao Buch, wie die
>>>
....... -' 


6£'j 


guten Leute per nainas v. Driiuen darzu 
ckommcn, von welchen man das wol kao anzichen: S. 
S. posuit ore praetoris, quod vi metuve gestum est*), ratum non babcto. 
1 5. Die Pracscription kan auch łaie nicht haffteo, nacbdemmahleo ao. 97. obngcfchr 
Hertzog Wilhelm sieh des Regiments mit angemaCset, v. 80. 601. ist Ibm 8cin Regiment wie- 
dersprochen, v, solehcs bis auff dato continuiret, 
6. Was die zwey Kayser, so auff einmahl im Romiscben Rcicbe regieret, bclangct; 
gebcD wir zur Antwort, daCs lIicht die morbi et vitia Rcip., sed corporis bene constituti forma 
zu consiJeriren, vidweniger zu imitiren, sondern vielmehr zu corrigircn sey. Insonderhcit 
wcilen ex Ilistoricis zu ersehen, daCs dara1lf.. 
roCse dilacerationes des Reichs, also daCs Orient 
,-on Occident gar abkommen, v. endl. gewaltige Kriege darauff erfolget, zu gescbweigen, daCs die 
Rom. Impcratores pro summa s1la et absoluta potestatc sich vlcl iibernommen, da docb nicM 
stracks eben darurob auch Ihren Praesidibus Provinciarum frey gestandeo, juxta Reg. tritam: Duo 
cum faciamt idem, non cst idem. Caroli Magni Exempel strcitct ,"or uns 
egcn Sie, denn 
wcilcn Er wol gesehcn, daCs seinc SOImc alle gleich ha solid um nieht regieren konnen, bat Er 
seine Erb-ltcichc unter Sic getheilet, v. dem einen Italien, dem andern Frankrcicb, dem dritten 
"Ceutschland zugceignet. Etzl. ausliindischen Fiirsten Exempla binden uns auch nicht, CUU1 non 
excmplis, sed legibus judicandum tlit, sondcrn wir inhaeriren unsern Pactis et 'legibu8 funda- 
mCRtalibus, darin ausdruckl. dis Fiirstcntlmm ad ideam Ducatu8 Prussiac, in welchem zur Zcit 
nieht mehr al& ein lIaupt v. I1ea'r regieret, formiret 1st. Wann ell aber exemplis zu argumentirco 
gclten solte, so konnten wir ,'ielmehr a Ile die Reiche, ais Spanien, ł'ranckreicb, Pohlen, Enge- 
lalld, SchotUand, Dcnncmarck, Schwcden, "
o dic meisten Fiirstenthiimcr dcs nomiscben Reichs, 
ill weleben alle Zeit nur ein I1aul)t ist, v. die andern sieh mit eincm 8ppanagio vergniigcn, aIlegireo. 
IomaCsen auch daCselbe ipsa natura Monarchici ,status mit sicla bringct; derowegen, ais die Herrn 
sclbst, daCs das conjunctum imperium per naturam nieht bestehcn kontc, gesehen, haben Sie 
pro occultandR divlsione den Titul zwar v. Nahmen cOlljuncti iml)crij behalten, re ipsa abel' v. 
ill dcr Tlaat das Furstentbum, eben wieder Ihres Seel. Herrn Vatern Tcstament, auch dic Konigl. 
Confirmation (welchc die dismcmbration ausdriickl. verbcut) gctheilet., Dan obwol eill jeder 
lIerr seine besondcrc CantzeleJen, Raht-Stubcn v. Gericht hat, cin jcder bcsondcrs in seinem 
Nahmen aUc Citationes, mandata sub Litt, A. A., Decreta B. B, ausgiebet, ein jedcr besonders 
dic RoCsdienste ausschreibet; AIso z\\ar, wenn der einc mit leiner Landschafft iibcr die Duna 
zeueht, v. tlich umb die Croll Pohlt'n vcrdient machet, der ander. alhic 8m Strande bleibct, imo, 
,vcnn lIertzog W i I h e I m selbst nicht im Landc ist, dcr. Cłaurliinder RoCtidienst nicht von lIertzog 
Friedrich (ausbennmmen cinmahl), sondern ,'on lIertzog Wilhelm'. binterl.fsencn Regimcnts- 
RiibteD ausgeschrleben wird, sub D. D" welches ja. nicht seyn diirffte, weD n Sie III 801i(lum 
conjunctim 'o. vor einen 
lan re,ierptcn, ein jeder auch besonders (aJs zu WiIlcnsheim gesclaecn) 
Lalldtiige balt, reCC88cn machet, v. re,'ision dcr GiiUer anstellet, E, E., ein jeder auch besondcrs 
ub er dic Untertbanen biirgcrl., F, F" v. I)einl. GericJatc geheget, v. iiber Ibrcr. Untcrthanen Eh.., 
Giittcr v. Leben, ohne ,'orhergegangenen ProccCs lU st8tuircn befust zu sCJn, si.:1a contra prid. 

 11 "od' r nt. I oij M 
') Rl. quod Id.' qłlod vi 
etuH' exłorlum. et . ge.tum e.t, cł
, ., & .b ui 11 , li,ulT 
Mon, Liy, ant. II. iO 



 


.J-
>>>
66 


legia nOBtra einbildet, G. G.,dcn Leuten das )bre olane Wifllen dcs alldern nimmet ,., v, den 
l)rocefs von dcr Executioo anuehet., ein jedcr BUch mit seint?D eJgenen Bildnifs seine l\liiut
e 
v.or Rich scLligct (wcldłe8 der Hr. Christu8 scJbat aJs cin unwiedcr
l)rechl. Argument, dafs dcr 
Kayser Ibr Ucrr ware., gegert dic ,Jiitlen .gebrBuchet): 130 mufs es doch nicht ,
ertbeilet, 80ndern 
gcsamt, conjunctim v. in 80lidum regieret heiCsen; darumb, dal's beydcr Herm Riihtc den Gc- 
richten bcywołanen, in bcydcr Henn Nahmen dcr Eyd gelcislet wird, an beydc Herr.n die Ap- 
pellation gebct, von bCJde Herrn Landtagc ausgeschrieben werden, v, immittelst tlaut licichwolI 
ein j
der lIerr, vor lich, auch in 'f. aufserlaalb Land es , hlhalt unserer Gravamiuum, was Ihm 
gclii8tet; 130 ist auch, 80 lange bcyde Herm regieret. sey(l ao. 97. bis gegenwartige Zeit ober 
einmahl keinc appcllation-Gcriehte von beyde UErrn gellOltcn, v. gleichwoll, wcnns IIertaog 
Wilhelm gefalt, in dcr Nołden v. Ucinrich ButtlarH Sachen an ibn aUein appelIir